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Charaktervorstellung: Shion Shōnen-Ai, männlicher Charakter, No. 6, Charakter, Charaktervorstellung, No. 6, Shion, Weblog-Aktion, Weblog-Aktion: Charakter

Autor:  Charizard

Da TonaradossTharayn diese tolle Weblog-Aktion ins Leben gerufen hat, möchte ich gerne daran teilnehmen.
Ich hatte ja sogar schon angefangen Kikyo aus Inuyasha auszuarbeiten, bevor mein Laptop abgestürzt ist (x.x), dachte aber bei meinem zweiten Versuch: Warum nimmst du nicht einen Anime, der weniger bekannt ist, als Inuyasha?
Nun saß ich da, meine Wahl zwischen Yato aus Noragami, da er nunmal mein Avatar ist, und Shion bzw. Nezumi aus No. 6? Und da alle drei Jungs großartig sind (und Kikyo natürlich auch, aber tut mir leid, du bist zu bekannt), habe ich mich per Auswahlverfahren für Shion entschieden. Ähm, ich habe blinde Kuh gespielt. XD
Glaubt mir, den Jungen muss man ins Herzen schließen und nun werde ich versuchen genau diesen Fakt glaubhaft zu machen.
Aber! Wenn es noch eine Charaktervorstellung gibt oder ich einfach mal so dazu Muße habe, nehme ich Yato aus Noragami! XD

PS: Ich werde versuchen nicht oder nur wenig zu spoilern. Manches lässt sich leider nicht vermeiden, beispielsweise wie es dazu kam, dass seine Haare gebleicht wurden. ^^"
Der Text, der zur Überschrift zu seinem Hintergrund gehört, spoilert übrigens bis zur zweiten Folge.

Kurzfassung der Handlung

Ich denke, bevor man mit einer Charaktervorstellung beginnt, ist es recht sinnvoll dem Leser einen kleinen Einblick in die Handlung zu geben. In welchem Setting lebt der Charakter?
Bei No. 6 handelt es sich um einen Anime mit leider nur 11 Folgen und einen Manga zu meinem Bedauern nur mit 9 Bänden, der auf einem Light Novel basiert (hab ich leider noch nicht gelesen, nur den Anime gesehen und den Manga bis Band 5 gelesen) und den Genres Utopie / Dystopie, Science Fiction und Shounen-Ai / Boys Love zuzuordnen ist. Ja, ihr lest richtig, wir haben hier eine Seltenheit und einen wahren Schatz, tatsächlich so etwas wie einen Shounen-Ai-Anime/Manga mit Substanz und Handlung. ;)
Hier rechts seht ihr übrigens ein Mangacover.

No. 6 bezeichnet eine Stadt, in der alles perfekt zu sein scheint. Sie wurde in ferner Zukunft nach einem Atomkrieg von den wenigen Überlebenden errichtet, in der jeder in Frieden leben soll, lernen die Kinder im Unterricht. Wir alle kennen die Prämisse von Utopien, demnach beherbergt die Stadt ein dunkles Geheimnis, das für all jene, die ihr schönes Leben innerhalb der Stadtmauern verbringen, verborgen bleibt. Solange bis geheimnisvolle Bienen / Wespen (nein, ehrlich, in meinen Subs, die ich gesehen habe, wurden die andauernd anders bezeichnet, tut aber nichts zur Sache) auftauchen, die die Menschen in sekundenschnelle altern und sterben lassen.
Außerdem sieht es außerhalb der Stadtgrenzen, woher der zweite Protagonist Nezumi stammt, schon ganz anders aus, denn dort befinden sich Slums...


Shions Hintergrund
Sein Leben erscheint perfekt. Er, seine Mutter und seine Kindheitsfreundin Safu sowie deren Großmutter scheinen alles zu besitzen, was man sich wünschen kann.
Dennoch fühlt Shion bereits mit 12 Jahren, dass mit dieser Stadt / seiner Welt etwas nicht in Ordnung und nichts von alledem echt ist, obwohl es das Schicksal gut mit ihm meint, denn er ist im privilegiertesten Viertel zur Welt gekommen. Dazu ist der Junge auch noch hochbegabt. Deshalb wird er schon im frühen Alter von 12 Jahren mit seiner Freundin Safu in einen Kurs für Ökologie (bei Safu ist es einer für Neurobiologie) aufgenommen. Damit wäre seine Zukunft bereits abgesichert und der spätere Beruf der Kinder würde feststehen.
In ihm kommt der Wunsch auf aus der scheinperfekten Welt auszubrechen, den er jedoch weder ausspricht noch durchzusetzen weiß. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe für Regen und Stürme, da er sich in diesen frei fühlt. Am Anfang des Intros sieht man Shion am Fenster seiner Klasse sitzen, als er sich vorstellt zu fliegen und sich im Wind aufzulösen.

Alles scheint in seinem Leben perfekt zu laufen; dann, in einer stürmischen Nacht jedoch erscheint ein verletzter, gleichaltriger Junge an seinem Fenster und greift ihn aus Angst heraus, Shion könnte seine Mutter um Hilfe rufen, an. Dieser zeigt allerdings zur Überraschung des Fremden keine Furcht und deckt den Jungen. Shion verarztet und versorgt ihn sogar. Im Gespräch zeigt sich, dass Shion sehr fortgeschrittene, medizinische Kenntnisse besitzt und theoretisch eine Operation durchführen könnte, wenn er müsste.
Zu seiner Verwunderung heißt der verletzte Junge Nezumi (zu Deutsch Ratte, er wird im Englischen auch tatsächlich Rat genannt... nein, ich mag es auch nicht, dass sie seinen Namen so offensichtlich übersetzen. ^^").
Nezumis Charakter ist das Gegenteil von ihm. Er gibt Shion ebenfalls zu verstehen, dass er einige Geheimnisse beherbergt, die er nicht verraten möchte. Unter anderem tut er dies zu Shions Schutz, da er nicht glaubt, dass er sie für sich behalten könnte.
Am nächsten Tag ist der Junge verschwunden und Männer der Sicherheitsbehörde klopfen bei der Familie an die Tür. Shions Mutter und er werden aus dem reichsten, schönsten Viertel praktisch verbannt, da er einem geflohenen "Verbrecher" das Leben gerettet hatte, und Shion wird aus dem Kurs geworfen.
Seine Zukunft scheint von Neuem besiegelt zu sein. Mit 16 arbeitet er als Parkaufseher und wird voraussichtlich lebenslang ein solcher bleiben, doch da findet er die Leiche eines Mannes und kommt mit den Bienen in Berührung, woraufhin er bald in Lebensgefahr gerät. 
Shion beginnt die Regierung zu hinterfragen und soll in ein Erziehungslager gebracht werden, da kommt ihm Nezumi zu Hilfe...

Noch zu sagen ist...
Da eines der Genres Shonen-Ai ist, würde ich sagen, macht ihr euch von der Art der Beziehung der beiden selbst ein Bild. Um den Yaoi-Fangirls keine falschen Hoffnungen zu machen... mach ich ihnen keine falschen Hoffnungen XD Mehr als einen Kuss gibt's hier nicht zu sehen. ;D
Nein wirklich, die Beziehung / Liebe, die von beiden imo gleichermaßen ausgeht, der beiden empfinde ich als sehr tief und ehrlich, aber ich werde darüber nicht besonders viel schreiben. Wie gesagt, da macht ihr euch besser selbst ein Bild 'von. ^^













Was ist an dem Jungen so toll? -
Über seinen Charakter

Ganz am Anfang geb ich es mal zu: Ja, mir gefällt sowohl sein wie auch Nezumis Charakterdesign! Ich mag Bishies und er ist ganz eindeutig einer. :D (Ich mag den Animestil aber irgendwie lieber.) Mir gefällt sowohl sein Charakterdesign mit brünetten wie mit weißen Haaren. Da Animes und Mangas stark visuell orientierte Medien sind, finde ich, dass man das Aussehen und den gesamten Zeichenstil eines Animes / Mangas als einen Aspekt von einigen durchaus miteinbeziehen kann / darf.

Nun aber zu seinem Charakter.
Ich habe Shion von der ersten Sekunde an bereits in mein Herz geschlossen, dabei habe ich einige Lieblingscharaktere, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Er ist auf der Liste gefühlt sehr weit oben. ;)

Was mag ich an ihm nun? Er ist einfach der gutherzige Protagonist - und bereits den Archetypen davon, oder den Grundgedanken, mag ich gerne. Ich bin jemand, der vielleicht mit Antihelden auskommt, die ein gutes Herz haben, aber niemals mit mitleidlosen Psychopathen. Shion ist sogesehen der perfekte Protagonist für mich.

Er hatte mich von Anfang an, weil er einfach ein so lieber Kerl ist. Und das überzeugend, ohne in ein Klischee zu verfallen oder übertriebene Charakterzüge, die man vor allem im Anime- und Manga-Bereich hin und wieder findet, aufzuweisen.
Er reagiert auf spätere Ereignisse meiner Meinung nach sehr glaubwürdig und ziemlich realistisch.
Außerdem, da steht ein fremder Junge in seinem Zimmer, er greift ihn sogar an ... und Shion verarztet ihn, bringt ihm sein Abendessen und nimmt es in Kauf, dass man seiner Familie alle Privilegien entzieht, um Nezumis Leben zu retten. Dem zuständigen Beamten sagt er ebenfalls, dass er Mitleid mit dem gleichaltrigen Jungen empfunden hat, bevor seine Mutter und er umziehen müssen.

Man merkt ihm am Anfang der Handlung an, dass er recht lebensunerfahren, aufrichtig und ein wenig naiv, dafür aber wirklich intelligent und sehr reif für sein Alter, ist. Nein ehrlich, einige Young Adult-Autoren sollten sich eine Scheibe davon abschneiden. So sind 16-jährige Protagonisten, nicht die hormongesteuerten Mädels dieser neuen "YA-Welle". ^^"
Uhm, wo war ich? Ach ja... Diese Intelligenz möchte er für einen guten Zweck nutzen, nämlich um den Menschen innerhalb der Stadtmauern das Leben vor der Bienenplage zu retten. Während Nezumi die Stadt am liebsten brennen sehen und Shion die Menschen retten möchte, sucht er stets nach einer dritten Möglichkeit, von der alle profitieren können, was auch die Menschen im Slum vor den Mauern inkludiert. Mit dem, was er dort sieht und erlebt, kommt er nur schwer zurecht.
Als er die Slums kennenlernt, versucht er wirklich und aufrichtig sowohl Nezumi, als auch die Lebensrealität und fürchterlichen Zustände der Menschen, die außerhalb der Mauern von No. 6 leben, zu verstehen. Er nimmt einen Job an, bei dem er Hunde pflegen muss (um nicht noch mehr zur Last zu fallen), und gibt sich mit  dem zufrieden, was das Leben außerhalb der Mauern hergibt, ohne sich zu beklagen. Als er sein Äußeres zum ersten Mal, nachdem ihm das Bienengift beinahe das Leben gekostet hätte, erblickt ist er zuerst geschockt. Bald nimmt er das, was er ohnehin nicht ändern kann, als gegeben hin, anstatt sich zu bemitleiden. Das mochte ich besonders an ihm, wenn ich so darüber nachdenke, dass er diese besondere Art von (innerer) Stärke besitzt.
Ähem... Außerdem gibt er auch Nezumi Konter und weist ihn in seine Schranken. Mitunter auch mit einem... schlagkräftigen Argument. XD
Man merkt ihm irgendwie doch an, dass dem guten Jungen auch ein kleiner Rebell zu Grunde liegt. ;D Vor allem, da er immer schon das Gefühl hatte aus dieser Stadt ausbrechen zu müssen. Zu Beginn könnte man dazu neigen ihn zu unterschätzen, was auch Nezumi anfangs (teilweise, imo) zu tun scheint.
Jedoch kann er (wahrscheinlich aufgrund des Bienengifts) seine Wut nach dem Stich schlecht kontrollieren, weshalb er vor sich selbst erschrickt.
Abgesehen davon tut er das, was getan werden muss, um diejenigen, die er liebt, zu schützen, wobei er seine eigene Art von Kampfgeist und Mut zeigt und dadurch seine eigenen Momente zum Glänzen erhält... und sicher wären es mehr, wäre der Anime / Manga nicht so kurz geraten. x.x

Insgesamt kann man sagen, dass ich Shion einfach für seinen guten Charakter so gerne habe.
Er ist einfach glaubwürdig, super-menschlich, gutherzig und freundlich, ohne dass es je aufgesetzt wirkt. <3


Dazu noch ist er einfach niedlich, ich meine, seht ihn euch an. =)

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Datum: 03.09.2015 16:36
Ja, No.6 ist schon eine tolle Serie!

Shion gefällt mir auch - hab sowieso ne Schwäche für weißhaarige Charaktere -, aber seine Naivität geht mir doch viel zu oft auf die Nerven. Wäre er ein Mädchen, würde deutlich, wie viel er mMn mit vielen typischen YA-Protagonistinnen gemein hat. Ja, ich bewundere auch seine Ausdauer und seine Furchtlosigkeit, wie könnte ich nicht? Trotzdem ist Nezumi für mich der interessantere der beiden, seine Persönlichkeit ist vielschichtiger und schwieriger zu durchschauen. Zum Teil liegt das sicher an seiner Rolle als geheimnisvoller love interest, aber warum auch nicht? <3

Btw, kleine Info am Rande: Nezumi kann sowohl Ratte als auch Maus heißen, im Japanischen gibt es da keinen Unterschied. Damit fallen viele der negativen Konnotationen weg - weshalb ich es auch problematisch finde, dass er im Englischen mit 'Rat' übersetzt wird ...

Last but not least, ich sehe No.6 eher als Fantasy/SF-Serie mit Shonen Ai-Elementen, gerade weil von letztere im Vergleich zu einer reinen Shonen Ai-Geschichte eher dünn gesät sind. Aber genau wie du hab auch ich die wenigen Momente, in denen sie sich (geistig!) nahe kommen und über Vertrauen etc. diskutieren, richtig genossen. :)

Außerdem ist No.6 soweit ich weiß der einzige Fantasy-Manga/Anime, in dem Shonen Ai nicht nur angedeutet wird (als Fanservice wie zB in Karneval), sondern auch wirklich passiert. Das macht ihn ziemlich besonders.
Melange als Autorin
Mädchen mit der Gitarre ~ギターを持った少女~

Avatar
Datum: 03.09.2015 16:47
Melange:
> Ja, No.6 ist schon eine tolle Serie!
>
> Shion gefällt mir auch - hab sowieso ne Schwäche für weißhaarige Charaktere -, aber seine Naivität geht mir doch viel zu oft auf die Nerven. Wäre er ein Mädchen, würde deutlich, wie viel er mMn mit vielen typischen YA-Protagonistinnen gemein hat. Ja, ich bewundere auch seine Ausdauer und seine Furchtlosigkeit, wie könnte ich nicht? Trotzdem ist Nezumi für mich der interessantere der beiden, seine Persönlichkeit ist vielschichtiger und schwieriger zu durchschauen. Zum Teil liegt das sicher an seiner Rolle als geheimnisvoller love interest, aber warum auch nicht? <3
>
> Btw, kleine Info am Rande: Nezumi kann sowohl Ratte als auch Maus heißen, im Japanischen gibt es da keinen Unterschied. Damit fallen viele der negativen Konnotationen weg - weshalb ich es auch problematisch finde, dass er im Englischen mit 'Rat' übersetzt wird ...
>
> Last but not least, ich sehe No.6 eher als Fantasy/SF-Serie mit Shonen Ai-Elementen, gerade weil von letztere im Vergleich zu einer reinen Shonen Ai-Geschichte eher dünn gesät sind. Aber genau wie du hab auch ich die wenigen Momente, in denen sie sich (geistig!) nahe kommen und über Vertrauen etc. diskutieren, richtig genossen. :)
>
> Außerdem ist No.6 soweit ich weiß der einzige Fantasy-Manga/Anime, in dem Shonen Ai nicht nur angedeutet wird (als Fanservice wie zB in Karneval), sondern auch wirklich passiert. Das macht ihn ziemlich besonders.
*hust* bei einem Mädchen ist das aber nicht so süß. ignorieren wir meine Kotone mal XD
Nezumi hat mehr Momente, in denen er es mal verdient eine gescheuert zu bekommen. >.< Will nicht spoilern, aber du weißt ja, was ich meine. :D

Ich würde nicht unbedingt vielschichtiger sagen, eben ein anderer Schlag Mensch. ^^

Mich wundert es btw, dass Fantasy nicht offiziell als Genre angegeben ist, aber okay. ^^
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Datum: 03.09.2015 16:56
> Nezumi hat mehr Momente, in denen er es mal verdient eine gescheuert zu bekommen. >.< Will nicht spoilern, aber du weißt ja, was ich meine. :D

Ach, das ist auch toll an ihm, sonst wäre ihre Beziehung nicht so spannend. Aber ich bin ja biased. xD

> Mich wundert es btw, dass Fantasy nicht offiziell als Genre angegeben ist, aber okay. ^^

Naja, ist schwierig zu sagen, ob es sich um Fantasy oder SF handelt. Ich würde eher SF sagen (utopische Städte, High Tech-Zeug, futuristisches Design, Nezumis Roboter-Mäuse, etc.), aber die Backstory ist doch wieder fantastisch angehaucht. Beides zugleich geht nicht, die Genres schließen sich ja per definitionem aus.
Melange als Autorin
Mädchen mit der Gitarre ~ギターを持った少女~

Avatar
Datum: 03.09.2015 17:11
Melange:
> > Nezumi hat mehr Momente, in denen er es mal verdient eine gescheuert zu bekommen. >.< Will nicht spoilern, aber du weißt ja, was ich meine. :D
>
> Ach, das ist auch toll an ihm, sonst wäre ihre Beziehung nicht so spannend. Aber ich bin ja biased. xD
>
> > Mich wundert es btw, dass Fantasy nicht offiziell als Genre angegeben ist, aber okay. ^^
>
> Naja, ist schwierig zu sagen, ob es sich um Fantasy oder SF handelt. Ich würde eher SF sagen (utopische Städte, High Tech-Zeug, futuristisches Design, Nezumis Roboter-Mäuse, etc.), aber die Backstory ist doch wieder fantastisch angehaucht. Beides zugleich geht nicht, die Genres schließen sich ja per definitionem aus.
Spoiler
Aber wie kann er das Shion antun? Da blutet mir doch das Herz :(


Naja, eine technisch weit entwickelte Welt, in der es Magie gibt, why not? XD
Avatar
Datum: 07.09.2015 11:44
@Melange
>Beides zugleich geht nicht, die Genres schließen sich ja per definitionem aus.

Unfug. Wenn du die beiden Genre 'trennscharf' unterscheiden willst, dann musst du ganz woanders ansetzen: an der Handlung, nicht am Setting. Sci-fi/Fantasy-Mischsettings sind schon lange etabliert (Shadowrun anyone?).

Science Fiction ist eine Geschichte, die Probleme mit/durch Technik löst (Asimov und die Robotergesetze, eher 'oldschool' sci-fi aus den 1930-1960er Jahren...). Es geht dabei inhärent um den Umgang der Menschen mit der Technik (z.B. auch Ghost in the Shell etc.)
Fantasy ist es, wenn die Handlung durch übernatürliche Elemente bestimmt wird, also Konflikte mit Fabelwesen oder Magie im Vordergrund stehen.

'Genretechnisch' ist das hier wahrscheinlich ne ganz andere Geschichte. Ggf sogar was coming-of-age-mäßiges, ich hab weder Anime noch Manga selbe gesehen/gelesen, kanns also nicht einschätzen. Wenn es inhaltlich sogar Schwerpunktmäßig um das Zusammenkommen und Leben der beiden Charas geht, ist es ne Romance. Das Handlungs-Genre einer Geschichte bestimmt sich nicht durch das Setting, sondern eben durch den zentralen Konflikt, dem die Charaktere sich stellen müssen. Ist es eine Liebesbeziehung in ihr Erfolg, ist es Romance. Ist es ein Kampf gegen Gegner: Action. Ist es das erwachsen werden, das heraustreten aus der kindlichen Bevormundung, ist man in coming-of-age-Bereich. Usw. Ein Setting sagt so ziemlich garnichts über die eigentliche Handlung einer Geschichte aus. Davon dass ein Paar die Protagonisten stellt, muss es auch kein Romance sein - man kann trotzdem einen Krimi (finde den Täter/Mörder) draus machen.

Aza^^
Vorsicht, dieser Diskussionspartner könnte für Kinder ohne Ahnung nicht geeignet sein, da er pedantisch und mit linguistischer Feinheit Argumente zerfleddern kann.
("A man shouldn't die with no understanding of why he's been murdered" - Matthew Stover)
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Datum: 07.09.2015 16:29
@Charizard
Shonen-Ai impliziert das zwar, aber davon muss es eben net stimmen^^. Ich unterscheide inzwischen recht hart zwischen dem Handlungsgenre einer Geschichte und dem Setting, weil ich unglaublich viel Romance lese, aber in ganz vielen unterschiedlichen Settings. Als olle Fujoshi Boys Love / Gay Romance-Leserin kenne ich inzwischen wirklich ganz viele Settings - und schreibe z.B. auch selber an einer Dystopian Sci-fi-Setting Geschichte, die zudem Geheimdienst-Thriller-Elemente enthält, und eben eine Gay Romance. (Wenn ich zum schreiben komme. Buhuhuhu.) Was das Genretehcnisch am Schluss wird, weiß ich noch nicht. ich eier da so rum, eigentlich solls zentral ne Romance sein, aber ob ich die Kurve richtig krieg... mal schauen XD.
Vorsicht, dieser Diskussionspartner könnte für Kinder ohne Ahnung nicht geeignet sein, da er pedantisch und mit linguistischer Feinheit Argumente zerfleddern kann.
("A man shouldn't die with no understanding of why he's been murdered" - Matthew Stover)
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Datum: 08.09.2015 14:20
Azamir
> Unfug. Wenn du die beiden Genre 'trennscharf' unterscheiden willst, dann musst du ganz woanders ansetzen: an der Handlung, nicht am Setting. Sci-fi/Fantasy-Mischsettings sind schon lange etabliert (Shadowrun anyone?).

> Science Fiction ist eine Geschichte, die Probleme mit/durch Technik löst (Asimov und die Robotergesetze, eher 'oldschool' sci-fi aus den 1930-1960er Jahren...). Es geht dabei inhärent um den Umgang der Menschen mit der Technik (z.B. auch Ghost in the Shell etc.)
Fantasy ist es, wenn die Handlung durch übernatürliche Elemente bestimmt wird, also Konflikte mit Fabelwesen oder Magie im Vordergrund stehen.

Vllt bin ich old school, aber ich unterscheide Genres nicht nur in Bezug auf Handlung, sondern auch Setting. (Hab ja nicht explizit von "Handlungsgenres" gesprochen, das warst du.) Klar bezieht sich Romance auf die Handlung. Crime auch. Ich sage auch nichts dagegen, dass eine Geschichte verschiedene Genres gleichzeitig beinhalten kann.

Aber ich meine old school, weil ich mich in dem Fall auf die vllt ursprünglichen Definitionen von Fantasy und SF gestützt hab (kenne mich mit der Geschichte der Genres nicht gut aus, das sind nur meine Schlussfolgerungen aus der Lektüre gewisser Klassiker vs. neuer Vertreter des Genres), die tatsächlich was mit Setting zu tun haben. Ein Fantasy-Setting lehnt sich an das Mittelalter an - und ja, ich weiß, urban fantasy spielt im Hier und Jetzt, aber es kann trotzdem Elben und Zwerge geben, es wird trotzdem mit Schwertern, selbstgebastelten Amuletten und Magie gekämpft. SF dagegen spielt in den allermeisten Fällen in futuristischen Settings.

Nur das meine ich, wenn ich sage, die beiden Genres sind nicht vereinbar. Wie kann ein Setting gleichzeitig auf dem Mittelalter und Vorstellungen von zukünftiger Technologie basieren?

Und können wir Handlung überhaupt so klar vom Setting trennen? Du sagst, bei SF geht es um den Konflikt und Umgang mit der Technik, aber dazu muss das Setting erst einen gewissen technologischen Stand haben, oder? Und was Fantasy betrifft, können Konflikte mit Magie und magischen Wesen ebenso nur in einem entsprechenden Setting entstehen. Dass andere Genres, die meist in realistischen Settings stattfinden, wie Crime, (reine) Romance, Slice of Life etc. durch etwas anderes wie dieses definiert werden, sollte klar sein.

Um auf No.6 zurückzukommen - klar, es gibt fantastische Elemente, aber die sind meiner Meinung nach so verschwindend wenige im Vergleich zu den futuristischen Elementen des Settings, dass ich den Anime als Ganzes eher als SF bezeichnen würde. Das hat aber nichts mit der Handlung und Botschaft des Animes zu tun.
Melange als Autorin
Mädchen mit der Gitarre ~ギターを持った少女~

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Datum: 08.09.2015 17:26
@Melange

>Wie kann ein Setting gleichzeitig auf dem Mittelalter und Vorstellungen von zukünftiger Technologie basieren?

So zum Beispiel: https://www.goodreads.com/book/show/311864.Heroes_Die

Und es gibt nicht nur Urban Fantasy, die Fantasy-Elemente mit kontemporärer City-Atmosphäre kombiniert, sondern auch genug Geschichten, die ganz andere historische Epochen mit übernatürlichen Elementen ausstatten. Von Nekromanten im antiken Griechenland (https://www.goodreads.com/book/show/488529.Iron_Dawn) über Drachen in der napoleonischen Ära (https://www.goodreads.com/book/show/28876.His_Majesty_s_Dragon) bis hin zur unendlichen Vielfalt von magisch angehauchten Geschichten aus der viktorianischen Ära. Vampire in Rom? Hat z.B. Anne Rice.

Mittelalter ist imho mal garkein bezeichnendes Merkmal für Fantasy. Ja, es ist eine häufige Koinzidenz bekannter Fantasy-Titel, dass sie an einem Mittelalter-Setting orientiert sind, aber sauberes Mittelalter ist das eh selten. Insofern empfehle ich mal Sachlektüre zum historischen (europäischen) Mittelalter. Das Mischmasch aus meist (neuzeitlichem) absolutistischem Monarchen, Renaissance-Wirtschaft und spätmittelalterlicher Militärtechnologie macht da noch lange kein kohärentes, oder gar genredefinierendes Merkmal.

Ja, für Science Fiction braucht es ein gewisses technologisches Niveau, damit sich die entsprechenden Fragestellungen bieten. Aber ein Zukunfts-Setting alleine macht eben auch keine saubere Science Fiction. Mein Lieblingsbeispiel ist Star Wars.

Dazu zitiere ich gerne eine Interviewaussage meines Lieblingsautors: "Wenn Leute mich fragen, was ich so schreibe, antworte ich 'Fantasy'. Sie fragen dann 'Wie Herr der Ringe?', und ich antworte: Nein, wie Star Wars. 'Aber das ist doch Science Fiction!' - Nein! Wie nennt man eine Geschichte, in der ein alter Zauberer einem Jungen ein magisches Schwert gibt und ihn auf ein Abenteuer schickt: Man nennt es Fantasy!"

Star Wars tut nichtmal ernsthaft so, als wäre es Sci-fi. Es fängt ja sogar mit der Märchenformel an (Vor langer, langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis...), und ist inhaltlich eben eine Mischung aus Märchen (Prinzessin retten), Fantasy-Abenteuer (Junge zieht hinaus, lernt magische Kräfte, bekämpft das Böse) und Heldensage (Konfrontation mit dem eigenen, unbekannten Vater, der vom Bösen wieder zum Guten bekehrt werden soll usw.).
Es hat ein bisschen vollkommen unsinniges Technobabble ("Ich mache die Kessel-Route in weniger als 12 Parsecs" - Parsec ist ne Entfernungsangabe. "Gib mir mal den Hydro-Schraubenschlüssel" und "Alluviale Dämpfer" usw...), und eben Raumfahrt. Deren Funktionsweise nie auch nur im geringsten erklärt wird. Und deren einzige Funktion es ist, coolere Kämpfe und mehr verschiedene Handlungsorte zu ermöglichen.

Wohingegen sich Star Trek z.B. massiv damit auseinandersetzt, ob man mit fortgeschrittener Technologie in die Entwicklung von Wesen und Gesellschaften eingreifen darf. Also auch insofern das Spannungsfeld Technik-Mensch aufgreift.

Was mir eigentlich wichtig ist: Die wenigsten Genre schließen sich gegenseitig aus.

Star Wars ist eigentlich auch ein wunderbares Beispiel für eine Sci-fi/Fantasy-Mischform. Die Macht ist ein ganz handlungsdominierendes Fantasy-Element, es geht ja viel um die Balance der Macht, und Luke muss seine 'Zauberfähigkeiten' ja erst trainieren, um eine Chance gegen das Böse zu haben. Am schluss nützt die ganze Sci-Fi-Technologie, der riiiiesige Todesstern mit unfassbarer Zerstörungskraft ja nichts gegen die Kräfte, die die Macht verleiht. ;D

Viele moderne Geschichten sind Mischformen vieler Genre. Ein Setting ist ein Handwerkszeug des Autors, um eine geschichte zu erzählen. Es erzwingt nicht die Handlung, die passiert, sondern ermöglicht dem Autor, zu erzählen, was er sagen will. Ja, viele Verlage sind zögerlich, wenn Autoren aus den breitgetretenen Pfaden heraustreten. Deswegen liest man mehr 0815-Fäntelalter-Fantasy (Fäntelalter ist ein Begriff, den ich aus der Larp-Szene kenne, der Fantasy-Mittelalter bedeutet) als Fantasy mit obskurerem Setting. Aber gerade wenn man kontemporäre Settings anschaut, fällt doch auf, dass ein Setting eben nicht bedingt, wie die Handlung verläuft. in einer modernen Großstadt kann ein Krimi ebenso spielen wie eine Liebesgeschichte, es kann um Überwachungstechnologie und ihre Wirkung auf die Gesellschaft gehen, oder um einen Jungen, der Zauberkräfte hat und auf eine Zauberschule geht, in einer Zeuberwelt, die nur durch Versteckzauber von unserer getrennt ist ;D.

Für mich ist das Handlungs-Genre ein trennschärferer Begriff, um etwas über eine Geschichte auszusagen, gerade, weil man dann zwischen Genre und Setting unterscheiden kann.
Vorsicht, dieser Diskussionspartner könnte für Kinder ohne Ahnung nicht geeignet sein, da er pedantisch und mit linguistischer Feinheit Argumente zerfleddern kann.
("A man shouldn't die with no understanding of why he's been murdered" - Matthew Stover)


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