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Baito Oh! Sonderband: Konkurrenz (DJGB Manga-Wettbewerb 2013) Baito Oh!, DJGB, DManga, Doujinshi, Manga-Wettbewerb, MCC

Autor:  roterKater

So, und weiter geht's mit den Neuerscheinungen für die Manga Comic Con!

Ein neuer Sonderband unserer Anthologie Baito Oh! ist auf dem Weg. Ich hatte ja bereits über den Wettbewerb berichtet, und warum wir uns zu diesem Sonderband entschlossen haben. Es gab einfach viel zu viel tolles Material, das geradezu nach einer Veröffentlichung schreit! Also findet ihr hier nun auf rund 350 Seiten neben den zehn prämierten Geschichten noch 16 weitere, die eigentlich auch alle einen Preis verdient hätten.

Die genaue Liste:

- Franziska Babbelfish Beyer "Hasen und Füchse"
- Mai Dao Ngoc Maister "Flying Mechanics"
- Patricia-Vanessa Rechenbaer Müller "Mama"
- Jana Janosch_Lionel_Resch Resch "KonkurRenz"
- Antje Born "red thread ways"
- Sozan Coskun "Aim"
- Cassandra Kitagawa "Ano fuyu no dekigoto"
- Marco Termin "Pause"
- Phan Ngoc Anh "Bittersweet Dessert"
- Una Preuß & Martina Gabor "Konkurrenz"
- Nightmaker "Echt"
- Julia Nögel "Wie es scheint"
- Maresa Pradler "Fou de Cirque"
- Maren Kündemund "Shadow of Doubt"
- Nina Le "A Piece of Cake"
- Jenny & Anahit Ernst "Party Heart"
- Anna Schmitz "Am Tag sind wir Feinde"
- Karen MourningMoose Kysel "The Lay of Hildebrandt"
- Elenor Berger "Der Tag"
- Frederike GoldenCrowns Weißmann "Glückssache"
- Lilli leichenschmaus Hölzlhammer "Blasphemie"
- Patrick paTTTy Kiedrowski "Rivalen"
- Rio Orita "Ein Krieg"
- Martin Desho, Jana Resch & Jusef Salim "Linked Sempais"
- Philipp Zahnsturm Zub & Nicole Erdbeerkekschen Krause "Schnitzelkalypse"
- David Clausmeier & Christine Mai Atori-e "Fridge Fight"


Wir haben übrigens noch nicht mal wirklich alle Geschichten bekommen, wie wir angefragt hatten. Dennoch haben wir eine sehr gute und vielfältige Auswahl der Wettbewerbsbeiträge zusammenbekommen. Neben einigen bekannteren Doujinshi-ZeichnerInnen sind hier sehr viele Newcomer mit ihren ersten Printpublikationen dabei. Wer also mal einen Blick auf den derzeitigen Nachwuchs in der deutschsprachigen Mangaszene werfen will, sollte sich den Band auf jeden Fall mal näher anschauen!


Baito Oh! Special: Konkurrenz - Die besten Beiträge des DJGB Manga-Wettbewerbs 2013

Umfang: 352 Seiten
Format: A5
japanische & westliche Leserichtung
Preis: voraussichtlich ca. 10€

erhältlich auf der MCC: Baito Oh!-Stand (Halle 1, MK415)

Alle im Band abgedruckten AutorInnen können sich ihr Belegexemplar übrigens direkt in Laipzig abholen, falls sie vor Ort sind!

Neue Veröffentlichungen im Comic-Culture-Verlag Comic-Culture-Verlag, DManga, Iakes, Katharina Kirsch, MCC, Miriam Esdohr, Nachtläufer

Autor:  roterKater

So, meine Lieben!

Langsam wird es Zeit, euch mal die ganzen Manga-Projekte vorzustellen, an denen ich irgendwie beteiligt war und die jetzt zur Manga Comic Con in Leipzig erscheinen. Zuerst einmal die beiden Neuerscheinungen im Comic-Culture-Verlag, die ich redaktionell betreut habe:

Iakes heißt unser nagelneuer Einzelband von Newcomerin Miriam "Miri Chuuei" Esdohr, ein spannender Mystery-Thriller aus dem Reich der Toten. Inhaltsangabe:

Einst war Rik Wigand dank seiner Fähigkeit, Geister zu sehen, ein erfolgreicher Kriminalpsychologe. Doch der Tod seiner Partnerin Nang warf ihn aus der Bahn. Nun verbringt Rik seine Tage mit Selbstmitleid, Alkohol und launigen Universitätsvorlesungen, bis die tote Nang eines Tages erneut vor ihm steht und ihm um Hilfe bittet. Rik begleitet seine damalige Partnerin in die Totenwelt Iakes, in der ein Serienkiller umgeht. Denn auch die Toten haben noch ein Leben zu verlieren ...


Miri war für uns eine echte Entdeckung. Die Bremer Zeichnerin mit dem originellen Stil, der einen etwas realistischeren Zugang zu Manga wählt und auch westliche Comic-Einflüsse aufweist, legt hier ein wirklich gelungenes Debüt hin, dass zum Finale hin immer stärker die Spannung anzieht, aber auch nicht mit herrlich lakonischem Humor und schrägen Figuren geizt. Die aufwendig gestalteten Hintergründe sind auch ein echter Hingucker. Der Redakteur ist jedenfalls super stolz auf der Resultat und würde sich freuen, wenn ihr mal einen Blick ins Buch riskiert! Und folgt der Miri doch auch mal auf Facebook für mehr Einblicke in ihre Arbeit!


Grafik, Layout und Lettering stammen übrigens von Wolfgang  WolfE Schütte, seines Zeichens Manga-Mixx-Herausgeber und (unter anderem) CHASM-Chefgrafiker, dank dem nicht nur das Cover ein echter Hingucker ist!


Miriam Esdohr

"Iakes"

192 Seiten, davon 4 Farbseiten, westliche Leserichtung

Format: 130mm x 188mm

Preis: 7,90€




Mit dem zweiten Band von Nachtläufer findet die romantisch-schrägen Vampir-Comedy von Katharina kacha Kirsch ihren (vorläufigen?) Abschluss. Inhalt:


Noch immer ist Vampir-Fan Ally ihrem selbsterwählten Meister Hendrik auf den Fersen. Die unheimlichen Vorgänge im Butterfly Café, in dem Hendrik arbeitet, bestärken sie nur in ihrem Glauben, dass es sich bei ihm um einen Vampir handeln muss. Doch auch für Ally wird die Angelegenheit zusehends brenzlig. Denn ihre Jugenfreundin Anne ist selbst mit dunklen Mächten in Verbindung und hat noch eine Rechnung mit Ally offen ...


Auch im zweiten Band gibt es wieder einiges zu lachen, wenn du penetrante Ally dem zusehends genervten Hendrik immer dichter auf die Pelle rückt. Doch gleichzeitig verstärken sich die dramatischen Momente, wenn wir mehr über Hendriks dunkle Vergangenheit erfahren und Anne zum furchteinflößenden Showdown bläst. Über dem Ende haben wir lange gebrütet, aber ich denke, es ist wirklich sehr schön geworden und rundet die Geschichte perfekt ab. Lasst euch überraschen! Und auch zeichnerisch hat Katharina noch mal einiges oben draufgeschippt, besonders wenn man sich die liebevoll ausgestaltete Berliner Kulisse anschaut.


Die Redaktion übernahmen Marika Herzog und ich. Katharina erledigte neben Story und Zeichnungen auch gleich noch die Grafikarbeiten. Und auch hier ist die Redaktion wieder super glücklich mit dem Ergebnis!


Wenn ihr Nachtläufer noch nicht kennt, habt ihr jetzt also die Möglichkeit, euch die Geschichte gleich komplett in zwei Bänden zuzulegen. Schaut doch mal rein!


Katharina Kirsch

"Nachtläufer 2"

224 Seiten, japanische Leserichtung

Format: 128mm x 188mm

Preis: 7,90€


Beide Titel gibt es auf der MCC am Stand vom Comic-Culture-Verlag zu erwerben (J205, direkt neben dem MCC-Kreativ-Areal) und sind im Anschluss natürlich auch über jeden Buch- und Comichändler bestellbar.


Bitte schaut euch die Bände mal an! Sie haben es verdient!

DManga-News, Ausgabe 7: Ein schlauer Spruch über große Ereignisse und ihre Schatten #DManga, Animania, Carlsen, Demon Lord Camio, Doujinshi, Facebook, ICOM Preis, MCC, Tempest Curse, Tokyopop

Autor:  roterKater

Hallo, ihr Lieben!

Noch dreieinhalb Wochen, dann eröffnet die Manga Comic Con in Leipzig ihre Pforten, und der erweiterte Doujinshi-Markt hat, wie bereits prophezeit, zu einer wahren Explosion an neuen Doujinshi-Ankündigungen geführt.

Mit Erleichterung habe ich festgestellt, dass ich diese in diesem Jahr nicht alle gesammelt listen muss, sondern dass kikidergecko das derzeit hier in ihrem Blog übernimmt. Wenn ihr also euren Einkaufszettel schreiben wollt, konsultiert da ihren Blog. Helft bitte auch mit, die Liste zu vervollständigen und listet fehlende Titel dort oder hier bei mir (Kiki liest ja hier mit).

Folgende neue Doujinshi-Ankündigungen sind in den letzten vier Wochen neu dazugekommen:

AZAT von lysosoup. (Leseprobe)

Desweiteren kursieren auf Facebook derzeit Gast-Fanarts für ein Zelda-Doujinshi namens Conquer Yourself, hinter dem neben lysosoup auch naachi steckt.

Aquabox von yamiz und Sia gibt es wohl auch schon zur MCC gedruckt.

Von abgemeldet kommt dieser Tage ebenfalls ein neues BL-Doujinshi.

Und auch kacha nimmt nach der Fertigstellung von Nachtläufer 2 noch ein eigenes Doujinshi für Leipzig in Angriff.

Von Salamandra kommt auch was Neues: Till the End heißt der neue BL-Band.

Zum neuen Doujinshi von Rechenbaer gibt es immer noch nicht viel mehr Infos, außer, dass sie für die MCC daran arbeitet.

Etwas mehr Infos gibt es zu Pentagon 12 von Ryoko-san, welcher ebenfalls zur MCC erscheint.

Der Web-Manga Forth Instance von HasiAnn ist ebenfalls in Druck (gleich in zwei Bänden) und wird auch auf der MCC zu haben sein.

Dann hätten wir noch Cyber Romance von abgemeldet im Angebot.

Und das zweite Kapitel von Taciturn Heaven von morimo geht ebenfalls in Druck.

Reyhan Atyl Yildirim lässt eventuell ihre Kurzgeschichte Candy upROAR noch für Leipzig drucken, welche sie letztes Jahr beim internationalen Shonen JUMP Wettbewerb eingreicht hatte.

Zur neuen Anthologie Chakusô gibt es weitere Infos und eine Facebook-Fanpage. Leseproben und TeilnehmerInnen findet ihr unter anderem hier gelistet. Und hier noch ein AnimeY-Bericht.

Und neben Chakusô wird von pearsfears auch noch einen eigenen kleinen Oneshot names Still yours geben. Thema: Catboys! Vorbestellung läuft.

Und noch eine neue Anthologie hat sich für die MCC angekündigt: It's Shouen Time! wird sie heißen, sich entsprechend des Namens auf Kurzgeschichten im Shounen-Stil konzentrieren und unter anderem Gin_Zarbo dabei haben. Mehr INfos hoffentlich bald!

In der Kawaii-Anthologie gab es derweil ein paar Änderungen im Line-Up. Fünf neue Zeichnerinnen sind dazugekommen. Infos und Leseproben zu allen Beiträgen fndet ihr hier!

nayght-tsuki hat nebenbei auch noch ein eigenes Heft namens Lookout im Angebot, das derzeit auch vorbestellbar ist.

Irgendwer meinte kürzlich auch, es werde zur MCC wohl ebenfalls das zweite Kapitel zu Mechanical Princess von -Lian- geben, aber ich finde gerade keinen Link dazu.

Und für alle, die sich langsam Sorgen machen, angesichts der sich rapide entwickelnden Doujinshi-Szene zeichentechnisch nicht mehr mithalten zu können, hätte ich noch diese Ankündigung. Just do it, folks!

Von Kai Heinrich stammt übrigens auch der "Kreativ Anime Comic" Getaku Ken Tasu mit dem einfallsreichen Clou, dass man die Geschichte selbst fertig zeichnen kann. Wenn ihr also eure Doujinshi zur nächsten Con nicht rechtzeitig fertig bekommt, verkauft die fehlenden Seiten doch einfach als interaktives Feature zum Selbermalen! Eigentlich ziemlich geniale Idee! 'ne Rezension von Hugi gibt's natürlich auch schon.

+++ Erwähnte ich eigentlich schon, dass das Sammeln und Zusammensuchen der Doujinshi-Ankündigungen auf den ganzen chaotischen Facebook-Seiten ein absoluter Krampf ist? Leute, irgendwas muss sich ändern! Egal was, aber wenn man euren Namen sucht, müssen aktuelle Projekte sofort auffindbar sein. Das kann so echt nicht weitergehen, nicht, wenn die Quote der Publikationen weiter so ansteigt! Es wird echt unübersichtlich! Ich hab garantiert schon wieder die Hälfte übersehen! XD +++

Tja, kikidergecko, viel Spaß beim Sortieren und Listen der Ankündigungen! Ich zähl auf dich!

Für weitere Infos, Preise und Seitenzahlen schaut bitte unbedingt in ihren Blog! Da wird auch noch einiges dazukommen!


Verlage:

Nheira ist zurück, heißt jetzt KHAOS und hat ein neues Projekt bei Tokyopop namens DIO+. Dabei soll es sich um ein mindestens zwei Jahre Veröffentlichungszeit umspannendes Werk handeln (siehe letzten Blogpost), das auf der MCC ausführlich vorgestellt wird. Einblicke gibt es in KHAOS' tumblr. Für die jungen Hüpfer unter euch: Vor vielen, vielen Jahren war Nheira eine Hälfte des Zeichner-Duos Pink Psycho und veröffentlichte bei Tokyopop den Emo-BL-Manga In the End sowie das Artbook Liberty.

Anna Hollmann hat eine rund 40-seitige Fortsetzung zu ihrem BL-Über-Hit Stupid Story angekündigt. Wann und in welcher Form der veröffentlicht wird, steht allerdings noch nicht fest. Da sie auf der MCC ebenfalls als Gast von Tokyopop präsentiert wird, gibt's da vermutlich mehr zu erfahren.

Und in unserer monatlichen Rubrik "Verschiebungen bei Tokyopop" gibt es, wie beim letzten Mal prophezeiht, die erneute Verschiebung von 78 Tage auf der Straße des Hasses 1 zu verkünden, welches zu Alpha Girl 2 und Crash 'n' Burn 1 ins Mai-Programm rutscht und damit definitiv nicht zur MCC zu haben sein wird. Da Tokyopop im Mai-Programm derzeit 26 Novis listet, ist natürlich auch dort nicht wirklich mit einem Release zu rechnen, weswegen wir diese Rubrik wohl auch nächsten Monat fortführen können werden. Zumindest hat Tokyopop angedeutet, die Verschiebungen in Zukunft besser kommunizieren zu wollen.

Nebenbei wurden aber schon zwei neue Eigenproduktionen angekündigt: Ein Einzelband von Luisa Magical_Yaku Velontrova (noch dieses Jahr) und ein weiteres Projekt namens Nightwalker.

Martina Soen Peters' neue Carlsen-Serie Tempest Curse startet voraussichtlich im Oktober, wird aber bereits zum Gratis Comic Tag mit einer Leseprobe geehrt. Ich bin gespannt!

Laut Kai-Steffen Schwarz sind derzeit fünf neue Eigenproduktionen bei Carlsen geplant, von denen neben Tempest Curse noch zwei weitere im kommenden Herbst/Winter-Programm starten sollen.


Comic-Preise:

Vergesst bitte alle nicht, beim diesjährigen ICOM-Preis mitzumachen! Alle 2013 unabhängig veröffentlichten Comics können dort eingereicht werden. Doujinshi sind nicht ausgeschlossen. Selbst Webcomics können eingereicht werden! Deadline ist der 15. März. Also hoffentlich habt ihr noch je 5 Exemplare vom letzten Jahr übrig ... Und wenn ihr bald Sachen neu druckt, macht einfach 5 Stück mehr und hebt sie für den nächsten ICOM-Preis auf! Der ICOM-Preis ist nämlich der so ziemlich einzige allgemeine deutsche Comic-Preis, bei dem Manga-Eigenproduktionen tatsächlich eine realistische Chance haben.

Beim diesjährigen Animania-Award könnt ihr für Skull Party, Kimi he und Bloody Magic stimmen. Leider sind wieder mal nur Großverlagspublikationen nominiert und leider sind das auch schon fast alle, die letztes Jahr erschienen sind. Es fehlt lediglich Royal Lip Service Sulitude; Tokyopop hat 2013 nicht eine einzige neue Eigenproduktion veröffentlicht, auch wenn mehrere angekündigt waren. Im Begleittext zum Award heißt es da lapidar: "Leider hatten im vergangenen Jahr nicht alle deutschen Großverlage Releases „Made in Germany“ im Programm." Warum man das nicht zum Anlass nimmt sich auch mal bei den Kleinverlagen und Doujinshi umzusehen, ist da irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar.


Ausstellungen:

In Hannover eröffnet im Karikatur-Museum morgen die Ausstellung Streich auf Streich: 150 Jahre Max und Moritz, die neben selten gezeigten Originalen von Wilhelm Busch auch einen Rundumschlag durch die deutsche Comic-Geschichte präsentiert. Auch einige Manga-Künstlerinnen werden ausgestellt, laut Veranstaltern Maria Sann, Christina Plaka und Olivia Vieweg - also interessanterweise ausgerechnet die drei Autorinnen, die dem Manga in ihren letzten Publikationen den Rücken gekehrt haben. Ich habe Kurator Martin Jurgeit zumindest noch auf David Fülekis 78 Tage auf der Straße des Hasses hingewiesen, in dem Max & Moritz ja auch als Figuren auftreten und der daher schon irgendwie relevant für die Ausstellung wäre, weiß aber nicht, ob der Hinweis aufgenommen wurde.

An Dienstag gibt es in der Bücherhalle Billstedt eine Ausstellung mit dem originellen Namen Manga-Mania.


Presse:

Rezension zu Skull Party 2 auf Splashpages. Wobei ich nicht weiß, ob der Band wirklich, wie hier behauptet, für "vor allem jüngere Leser" geeignet ist ...

Bericht zur Ausstellung von Inga ink-pop Steinmetz in Cottbus. Inga werkelt derzeit übrigens an einem Sailor-Moon-Doujinshi. Den wird es aber in Leipzig noch nicht zu kaufen geben.

Viele Deutsche träumen davon, als Mangaka nach Japan zu gehen. Helga Waga geht den umgekehrten Weg. mangaka.de hat die Wahl-Düsseldorferin interviewt.

UPDATE! Das kam gerade noch reingeflattert: Interview mit Herzblut-Zeichnerin MLang.

Social Media:

Blogerin dummesmaedchen führt derzeit einige sehr spannende Interviews mit deutschen Fanart- und Doujinshi-ZeichnerInnen zu ihren Social-Media-Aktivitäten, wobei sehr stark auf die nachlassende Relevanz von Animexx zu Gunsten von Plattformen wie Facebook und Twitter eingegangen wird. Die ersten zwei Interviews befragen Avilia (Link) und Norchen (Link); drei weitere sollen folgen. Im Blog gibt es auch noch zahlreiche andere spannende Artikel zu diesem Thema.


In eigener Sache:

In der aktuellen Animania (2/2014) könnt ihr einen zweiseitigen Artikel samt Interview über Demon Lord Camio lesen. Zudem ist auf der Begleit-DVD das gesamte erste Kapitel (48 Seiten) enthalten. Demon Lord Camio ist übrigens die einzige neue Großverlags-Eigenproduktion, die zur MCC erscheint.

Schon vor der MCC machen wir übrigens eine Signierstunde im J-Store in Berlin! Termin: Sonntag, 9. März, ab 13 Uhr! Vielleicht sieht man sich ja!



In eigener Sache: Manga-Rebellen und ihre Folgen oder: Warum deutsche Manga-Großverlage nicht versagt haben Alfonz, Carlsen, Comic-Report, DManga, Doujinshi, EMA, Ich war's nicht!, Tagesspiegel, Tokyopop, WTF

Autor:  roterKater

Manch einer mag es vielleicht gehört haben, ich schrob da kürzlich einen Artikel für den Tagesspiegel über die deutsche Mangaka-Szene unter dem Titel Die Manga-Rebellen. Diesen Artikel nahmen die Alfonz-Comicreporter auf ihrer Webseite zum Anlass, mein einfältiges Geschrobsel mal so ordentlich an den Pranger zu stellen und mich gleich noch bei sämtlichen Redaktionschefs in Hörreichweite zu verpetzen.

Verständlicherweise sind die Emotionen im Anschluss ziemlich hochgekocht, und so muss ich jetzt dummerweise diesen Text schreiben, damit jetzt alle (na gut, hauptsächlich ich) wieder ruhig schlafen können.

Vorweg ein paar Dinge zur Einordnung:

- Die Alfonz-Jungens sind nicht so gut auf mich zu sprechen. Das sollte man vielleicht im Vorhinein wissen, obwohl man es sich bei der Formulierung in der Einleitung vermutlich auch hätte denken können. Eingebrockt hab ich mir das natürlich selber. Ich hab ihnen nämlich damals im Hinblick auf dieses Review zu Inio Asanos Nijigahara Holograph ein paar gehässige Tweets geschrieben, die besonders auf die alberne, sich an Standard-Phrasen aus dem Graphic-Novel-Diskurs anbiedernde Wortwahl abzielten und sich ganz gut als "Graphic-Novel-Bullshit-Bingo - jetzt auch für Manga" paraphrasieren ließen. Wie gesagt, ein paar in tiefster Nacht direkt verschickte Tweets, die höchstens ein mikroskopischer Teil meiner Timeline gelesen hat. Aber da musste natürlich mal zurückgeschossen werden. Also packte man die Gelegenheit am Schopfe und schwärzte mich erfolgreich bei allen Redaktionen an, bei denen ich aktuell noch Bewerbungen auf dem Tisch liegen habe. Touché! Matze Hofmann kann sich endlich angesichts so perfide inszenierter Niedertracht mit einem erleichterten MUAHAHAHA wieder in den Schlaf grinsen. Remember, kids: You don't fuck with the ALFONZES!

Dabei wäre die ganze Aufregung eigentlich gar nicht nötig gewesen - wenn man denn tatsächlich mal das zu Rate gezogen hätte, was ich wirklich geschrieben habe. Was leider nicht das ist, was online zu finden ist.

Die Gemüter erhitzten sich hauptsächlich an zwei Formulierungen: Zum einen das "Versagen der großen Verlage" aus dem Header und "Nachwuchsförderung der Verlage? Fehlanzeige" als Zwischenüberschrift. Beide stammen nicht von mir, sondern wurden von der Online-Redaktion des Tagesspiegels nachträglich eingefügt. Wer das nicht glaubt, soll sich einfach mal die Printversion des Artikels vorknöpfen (Tagesspiegel vom 31.01.2014). Diese Version hatte ich persönlich abgesegnet und diese beiden Formulierungen sind dort nicht zu finden. Der Original-Header lautete da einfach: "Die deutsche Szene ist produktiver denn je - junge Talente setzen verstärkt auf Eigeninitiative". Liest sich gleich ganz anders ohne den zweiten Satz, oder?

Zur Entstehung des Artikels:

Auch der Print-Artikel hat natürlich noch seine Schwächen und leidet unter vielen Pauschalisierungen. Einige Punkte kommen dadurch auch viel zu überspitzt rüber, was man zu Recht kritisieren kann und sollte. Man muss hier aber auch bedenken, dass der vorgegebene Umfang auf 4000 Zeichen begrenzt war (das ist etwa eine Word-Seite), in denen für ein fachfremdes Publikum (der Artikel war wie gesagt für den Print-Feuilleton des Tagesspiegels geschrieben) eine Einführung in den deutschen Manga gegeben und der historische Weg zum aktuell spürbaren Paradigmenwechsel hin zur Eigenproduktion nachvollziehbar werden musste.

Das war ein ziemlicher Eiertanz, bei dem ich stundenlang Satzteile gekürzt habe, um auf die geforderte Länge zu kommen. Das Resultat darf man durchaus als gescheitert betrachten. Im Rahmen des Print-Feuilletons war das irgendwie noch vertretbar (da gab es ja auch keine Beschwerden). Für die online-Version hätte ich den Artikel aber liebend gerne noch erweitert und einige Differenzierungen wieder eingebaut, für die vorher kein Platz war. Ganz einfach, weil der Comic-Diskurs online völlig anders geführt wird und andere Ansprüche erfordert. Leider ging die Web-Version schneller online als erwartet, und wie gesagt, in einer Version, die meinen Segen nicht hatte und immer noch nicht hat.

Zu den Vorwürfen - fehlende Nachwuchsförderung?

Warum um alles in der Welt sollte ich denn den Großverlagen "Versagen" vorwerfen wollen? Himmelherrgott, ich steh bei einem Großverlag unter Vertrag! Für so blöd kann man mich doch ruhigen Gewissens gar nicht halten! Interessant übrigens, dass Alfonz das gar zu "Versagen auf ganzer Linie" aufbläht, um noch mal ordentlich eins draufzusetzen, was sich nicht mal aus der Online-Version so herauslesen lässt. Also um das noch mal klarzustellen: Ein Versagen auf diesem Gebiet würde ich den Großverlagen niemals vorwerfen! Schon gar nicht auf ganzer Linie!

Die andere Sache ist das mit der Nachwuchsförderung. Hier gab es leider viele Missverständnisse, die zum Teil durch den überspitzten eingefügten Zwischentitel, zum Teil aber auch durch meine verknappte Formulierung im Originalartikel entstanden sind. Am besten, ich hole an dieser Stelle mal nach, was ich für die Webversion eigentlich noch ergänzen wollte.

Das erste Missverständnis ist entstanden, weil die auf den Artikel antwortenden Chefredakteure "Nachwuchsförderung" als "AutorInnenpflege" verstanden haben. Natürlich leisten alls drei Großverlage sehr gute Arbeit darin, ihre etablierten KünstlerInnen weiter in ihren Programmen zu fördern.

Mir ging es aber eigentlich um das Suchen und Finden neuer Talente. Dafür gab es lange Zeit diverse Nachwuchsprojekte: Zeichenwettbewerbe wie der Connichi-Doujinshi-Wettbewerb (EMA) oder Manga-Talente (Carlsen, oder Kurzgeschichten-Projekte wie Manga Fieber (Tokyopop) oder die Chibi-Manga (Carlsen), bei denen neue Leute rekrutiert und unter Verlagsbedingungen ausgetestet werden konnten. Zudem ermöglichten auch Anthologie-Magazine wie Manga Twister (Egmont), Banzai oder Daisuki (Carlsen) das Austesten neuer Titel. All diese Projekte sind mittlerweile eingestampft. Wer jetzt bei einem Großverlag neu starten will, muss mindestens einen Einzelband abliefern. Die Slots dafür sind über die letzten Jahre extrem zusammengeschrumpft. Und aus naheliegenden Gründen setzen die Verlage da natürlich bevorzugt auf ihre etablierten Leute, wo sie auch wissen, was sie als Resultet erwarten können.

Die ganzen zahllosen neuen deutschen Mangaka-Talente kommen hier einfach nicht mehr in dem Maße unter, wie sie es womöglich verdient haben. Und für die explodiert als Alternative eben derzeit der Doujinshi-Markt, auf dem sie sich offensichtlich auch alle pudelwohl fühlen. Förderung im Sinne von künstlerischer Professionalisierung neuer Talente funktioniert da im Eigenantrieb. Für die Großverlage besteht da auch gar keine Notwendigkeit mehr, auf Förderprojekte im obrigen Sinne zu setzen, weil das alles wunderbar von allein funktioniert. Das war eigentlich der Punkt des Artikels. Also nicht, dass das Großverlage keinen Bock mehr auf Nachwuchsentwicklung haben, sondern dass sich die Nachwuchsentwicklung aus dem Einflussbereich der Großverlage heraus emanzipiert hat.

Ich hoffe, in dem Kontext wird klar, wie mein Satz "Die Nachwuchsförderung der Verlage ist heute quasi nicht mehr existent" gemeint war. Man beachte hierbei übrigens auch das "heute quasi nicht mehr", was alle Antwortenden anscheinend überlesen haben. Natürlich würde ich nie im Leben wegreden wollen, was Carlsen, EMA und Tokyopop in den vergangenen Jahren alles in den Nachwuchs investiert haben und was für immense Kosten und Risiken hier auf sich genommen wurden und noch immer werden. Aber Nachwuchsprojekte in dem Sinne, wie ich sie oben beschrieben habe, gibt es bei allen Dreien derzeit nicht mehr. Vielleicht auch, weil sie Dank der Doujinshiszene gar nicht mehr nötig sind.

Mangende Betreuung?

Das ist so ein Punkt im Artikel, wo ich die Verknappung wirklich bereue. Hier hätte wirklich differenziert werden müssen, und Jo Kaps regt sich in seiner Replik hier auch zurecht auf. Tokyopop betreut seine Projekte nämlich ziemlich intensiv, was man dem Programm auch wirklich anmerkt. Ich hab ja so ziemlich alle TP-Eigenproduktionen bei mir im Schrank stehen, und da ist eigentlich kein schlechter Titel dabei, auch wenn sicher nicht alle Hits waren. Also mangelnde Intensität in der Betreuungsarbeit kann man Tokyopop sicher nicht vorwerfen. Bei Carlsen und EMA gibt es aber durchaus ein paar ältere Titel, wo man sich fragt, wie das redaktionell durchgewunken werden konnte. Das hat sich aber in den letzten Jahren auch stark gebessert, allerdings im gleichen Maß, wie der Ausstoß an Eigenproduktionen bei Carlsen und EMA geschrumpft ist. Das Problem der Doppelbelastung der Redakteure bleibt aber bestehen, wie Jonas Blaumann in seiner Replik ja auch bestätigte. Und das kenne ich bei EMA eben mittlerweile auch aus eigener Hand. Von daher weiß ich da schon, wovon ich rede.

Wo sich EMA wirklich extrem reinkniet, ist die ganze Vermarktungsschiene, die für Demon Lord Camio aktuell gefahren wird. Das ist riesig und großartig und ehrt Mika und mich gewaltig. Carlsen ist mit Skull Party ja ähnlich engagiert verfahren. Aber wenn ich an die kreative und künstlerische Entwicklung des Projekts zurückdenke, hat das wahrscheinlich nur so gut funktioniert, weil ich Mika eh schon seit Jahren redaktionell bei Grimoire betreut habe und wir daher schon ein eingespieltes Team waren. Für uns hatte es den Vorteil, dass wir weitestgehend kreative Kontrolle über alle Aspekte von Camio hatten. Bei einem kompletten Neulingswerk hätte das aber durchaus zu Problemen führen können.

Tokyopop ist ja derzeit der einzige Großverlag, der eine Redakteurin explizit für Eigenproduktionen eingestellt hat (auch wenn diese mittlerweile auch mehrere Lizenztitel betreut). Da müssten Carlsen und EMA noch nachziehen, wenn sie die Betreuungsarbeit zukunftsorientiert intensivieren wollen.

Hoffnungsvolle Karrieren

Folgender Satz aus meinem Artikel fand auch viel Kritik: "Bevor die jungen Talente überhaupt ihre Fähigkeiten entfalten konnten, fanden viele hoffnungsvolle Karrieren ein Ende." Hier wurde, natürlich zu Recht, die bereits erwähnte starke Autorenpflege bei allen drei Verlagen entgegengehalten. Das stimmt natürlich, ist aber nur eine Seite der Medaille. Gleichzeitig sind immens viele Leute nach ihren ersten Projekten wieder in der Versenkung verschwunden. Ich werfe einfach mal ein paar Namen in die Runde: Olga Rogalski. Detta Zimmermann. Robert Labs. Lenka Buschová. Gina Wetzel. Ying Zhou Cheng. Roda Makmod. Christina Bäumerich. Diana Liesaus. Viviane. Asu. Stella Brandner. Judith Park. Nina Werner (trotz kurzer Reanimation für Grimms Manga). Simone Xie. Nhung Vu. Zhe Zhang. Schluse ...

Natürlich wäre es vermessen, hier den Verlagen die volle Verantwortung in die Schuhe zu schieben oder ihnen zu unterstellen, die hätten die jeweiligen AutorInnen fallen gelassen. Bei einigen weiß man es ja auch besser. Im Einzelfall sind die Gründe auch sehr verschieden. Dennoch gibt es ein gemeinsames Problem, dass alle deutschsprachigen Mangaka betrifft. Finanziell gesehen lohnt sich das Leben als Mangaka nicht. Rechnet man die aufgewandte Arbeit mit der finanziellen Vergütung gegen, kommt jeder vernünftig denkende Mensch zu dem Schluss: Ich such mir lieber einen richtigen Job. Zumal die Arbeit als Mangaka nicht nur zeitlich, sondern auch körperlich und psychisch schleißt. Einige mussten auch in Deutschland schon aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Und viele weitere haben schon als Twens mit gesundheitlichen (und teils auch psychischen) Folgeschäden zu kämpfen. Ein riesiges Problem ist die Doppelbelastung mit Zweitjobs, um als Mangaka irgendwie über die Runden kommen zu können.

Auf der anderen Seite stehen die Investitionskosten der Verlage, die trotz der schon knapp berechneten Vergütung noch immer bei den meisten Projekten draufzahlen. Man bräuchte aber eigentlich noch viel, viel mehr Geld, um junge Talente so zu finanzieren, dass sie dauerhaft dabei bleiben (und nicht nur die paar Wahnsinnigen, die sich durch nichts in der Welt jemals vom Manga-Zeichnen abbringen lassen würden) und über Jahre hinweg ihr Talent entwickeln und entfalten können. Und sich nicht lieber nach einer anderen Branche umsehen, weil sie vielleicht auch mal irgendwann gern in Urlaub fahren würden. Oder sich irgendwann fragen, wofür sie sich eigentlich die selbstgewählte soziale Isolation, die Rücken- und Gelenkschmerzen, die unsichere Zukunftslage antun. Aber das aufzuwiegen kann und will sich kein Verlag leisten. Ganz einfach, weil es finanzieller Selbstmord wäre.

Die bis auf sehr wenige Ausnahmen schlechte Finanzlage deutschsprachiger Mangaka hat uns jedenfalls schon eine ganze Reihe Talente gekostet. Das ist im verlegerischen Rahmen sicherlich unvermeidbar, aber es ist dennoch eine Tatsache.

Gemütliche Mühlen und Siebenmeilenstiefel

Ich gebe zu, der letzte Satz im Artikel war provokant. Aber ist er auch ungerechtfertigt? Schauen wir uns mal die Doujinshi-Szene vor vier, fünf Jahren an und schauen wir sie uns heute an. Seit letztem Jahr explodiert die Szene förmlich, geradezu exponentiell, wenn man sich mal die Ankündigungen für die MCC anschaut. Es wird wohl auf 40-50 (!) neue Titel hinauslaufen. Mich gruselt's schon vor dem Tag, an dem ich mich an die Übersichtsliste setze. Und dann schauen wir uns mal die Verlagsszene vor vier, fünf Jahren und heute an. Der Trend ist exakt entgegenläufig, auch bei den Kleinverlagen (was übrigens auch im Artikel erwähnt wird, weswegen die alberne Großverlag-vs.-Indie-Masche, die CRON mir andichten will, natürlich totaler Humbug ist). Das ist hier im Blog ja alles ausfühlich dokumentiert. Ich sauge mir diese Trends also nicht aus den Fingern.

Es gibt noch einen anderen Punkt, der hier wichtig ist: Im Doujinshi-Bereich passieren gegenwärtig die Innovationen. Das betrifft die Formate (alles zwischen A6 und A4 ist dabei), Qualität (diverse Luxusausgaben nach Vorbild japanischer Doujinshi), Umfang (knappe 16-seitige Hefte bis hin zu längeren Serien in mehreren Tankobon, sowie sämtliche Zwischenformate), Zeichenstil- und Technik (es muss hier nicht mehr immer der perfekt geinkte Strich sein, der bei Verlagspublikationen überwiegend noch Voraussetzung ist) und natürlich Themenwahl. Hier entwickelt sich so vieles so rasant, dass es mittlerweile fast unmöglich ist, den Überblick zu behalten, selbst wenn man im Thema eingelesen ist. Die unterschiedliche Entwicklungsdynamik in den Bereichen ist hier wirklich mehr als offensichtlich. Von einer Reaktion des Großverlagsbereichs auf die neuen Doujinshi-Trends ist derzeit noch nichts zu sehen.

Bei den angesprochenen langen Vorlaufzeiten ist auch so schnell nicht damit zu rechnen. Zwischen Projektvorstellung und Publikation vergehen bei den Großvorlagen, wenn alles glatt geht, etwa zwei Jahre. Mit Doujinshi (insbesondere natürlich online) kann man da einfach wesentlich spontaner reagieren. Diese Spontanität in ein großverlegerisches Konzept zu überführen, wird eine der Hauptaufgaben einer zukunftsorientierten Verlagspolitik im Hinblick auf Eigenproduktionen werden. Tokyopop hat mit dem Online-Manga-Bereich ja da schon einen ersten Schritt gewagt. Das koreanische Webtoons-Modell könnte hier wirklich Wunder bewirken. Aber da ist noch viel zu tun.


Neue Erkenntnisse

Letztendlich hatte die angestoßene Debatte trotz aller Häme aber durchaus auch was Gutes. Und zwar haben wir einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der Großverlage bekommen und einige neue und bisher unpublizierte Fakten endlich schriftlich zum Nachlesen.

Carlsen: Kai-Steffen Schwarz hat eine sehr angenehm unaufgeregte Replik geschrieben. Ich glaube, bei so ziemlich allen sind wir uns auch einer Meinung, was durch die Verzerrarbeit durch CRON auf den ersten Blick jetzt gar nicht so offensichtlich wäre. Ich denke, der Blog-Eintrag hier dürfte das bestätigen. Jedenfalls lernen wir außerdem:

- Carlsen hat neben dem bereits angekündigten Tempest Curse noch vier weitere neue Eigenproduktionen in Entwicklung, von denen inklusive Tempest Curse drei im kommenden Herbst/Winter-Programm veröffentlicht werden.

Tokyopop: Joachim Kaps hat am schärfsten auf den Artikel reagiert. Ich geh davon aus, das ist meiner Auflistung zu den gegenwärtigen Verschiebungsproblematik bei den TP-Eigenproduktionen hier in diesem Blog zu einem guten Teil mitgeschuldet. (Tokyopop gelobte ja kürzlich Besserung bei der Kommunikation ihrer Verschiebungen.)

Viel verständlicher Ärger ergibt sich hier natürlich aus der polemischen Ergänzungen der Tagesspiegel-Redaktion, der Überspitzung durch CRON und der notwendigen Verknappung des Artikels, unter der Tokyopop, wie bereits erwähnt, besonders zu leiden hatte. Also Jo, falls du das hier liest, es ist wirklich nicht böse gemeint! Ich dachte eigentlich, das wäre nach unserem Gespräch in Frankfurt klar gewesen, wo wir über genau die Punkte im Artikel ja auch schon diskutiert hatten! Also genau genommen hab ich dich dazu sogar persönlich befragt ... Egal. Was gibt es Neues?

- Sowohl der Grimms Manga Sonderband wie auch Stupid Story 3 haben im fünfstelligen Bereich verkauft. Das hätten sich die meisten vermutlich denken können, ist aber bemerkenswert, da Tokyopop sonst nichts Konkretes zu Verkaufszahlen sagt. Man sollte dazu aber auch anmerken, dass die beiden Franchises damit unter den Eigenproduktionen der letzten Jahre allein auf weiter Flur sind. Dahingehend ist auch die Aussage "höchstens 10 % der Eigenproduktionen [rechnen] sich am Ende für die Verlage" interessant.

- DIO+ von Khaos wird ein langfristiges Projekt mit mindestens zwei Jahren Laufzeit.

- Luisa Velontrova hat einen Oneshot in der Pipeline, der noch dieses Jahr erscheint (zumindest laut derzeitigem Plan)

- Eine weitere Eigenproduktion wird Nightwalker heißen.

- Eine weitere Autorin darf sich über eine befristete Festeinstellung freuen. Ich glaube, allen Freischaffenden unter euch sollte klar sein, was das für eine finanzielle Erleichterung bedeutet.

(Übrigens möchte ich hier noch anmerken, dass ich es extrem positiv finde, dass Jo Kaps in seinem Text das generische Maskulinum ablehnt. Das ist in der Comicszene immer noch eine absolute Ausnahme. Aber das nur nebenbei.)

EMA: Jonas Blaumann stimmt den meisten Punkten ebenfalls zu, bis auf die oben erwähnten Missverständnisse. Neue Ankündigungen gibt es hier aber nicht.

Warum Kazé noch gefragt wurde - ich habe keine Ahnung. Da die als Tochterfirma eines japanischen Verlagskonzerns natürlich keine deutschen Eigenproduktionen auf dem Schirm haben, hätte eigentlich klar gewesen sein müssen. Deswegen hab ich mich auf Kazé auch gar nicht erst im Artikel bezogen. Laut meiner persönlichen Anfrage beim Verlag würde man schon gerne, ist dazu aber mometan einfach nicht in der Lage. "Vielleicht irgendwann mal", hieß es da. In der Kazé-Redaktion ist aber mindestens ein sehr großer Fan deutschsprachiger Mangaka.

Ein Fazit:

Das wirklich Bedauerliche an der ganzen Aktion ist, das sie so vermeidbar gewesen wäre. Alles, was die Alfonzlers hätten tun müssen, wäre einfach gewesen, mich direkt zu fragen, wie einige der Formulierungen gemeint sind und was sie in dem Text zu suchen hatten. Dann hätten viele von den Punkten im Vorhinein geklärt werden können. Es ist ja traurige Ironie, dass sie mir stattdessen genau das vorwerfen, nämlich nicht die Verantwortlichen direkt im Vorhinein kontaktiert zu haben und mich dann der schlechten Recherche bezichtigen. Und es zeigt eben auch, dass es Hofmann hier nicht wirklich um eine Debatte auf Augenhöhe geht.

Ansonsten haben wir gelernt:

- Matze Hofmann und ich werden wohl so leicht keine Freunde mehr. *schnief*

- In der Alfonz-Redaktion hat man zu viel Langeweile.

- Den neuen Comic-Report kauf ich mir trotzdem. Solltet ihr auch.

- Gleichzeitig als kritischer Journalist und als Autor un der deutschen Comicszene zu arbeiten, ist keine gute Idee. Merkt euch das!


Ach, und falls ich demnächst vor Gram sterbe, meißelt mir bitte "grimmiger Grabenkämpfer" in den Grabstein! Danke!

DJGB-Manga-Club-Treffen in Berlin Baito Oh!, Clubtreffen, DJGB, DManga, Manga, Yonkoma

Autor:  roterKater

Liebe Leute!

Der Manga-Club der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin, der auch die Baito OH!-Anthologie herausgibt, trifft sich ja einmal monatlich in Berlin. Letztes Jahr hatten wir ein bisschen viel mit privaten Projekten um die Ohren, aber ab diesem Jahr würden wir uns auch gerne wieder etwas stärker für alle Interessierten öffnen und möchten euch hiermit einladen, uns bei einem unserer nächsten Treffen zu besuchen!

Der Manga-Club trifft sich lose einmal im Monat, um über aktuelle Manga-Trends zu quatschen, neue deutsche Veröffentlichungen zu begutachten, kleine Workshops und Vorträge abzuhalten, zusammen zu zeichnen und die nächste Ausgabe des Baito Oh!-Magazins zu planen. Anschließend geht es meist noch in der Nähe japanisch Essen. Es sind auch eigentlich immer einige Verlags-Mangaka vor Ort, falls ihr Fragen zum professionellen Manga-Zeichnen habt.

Das nächste Treffen findet am kommenden Samstag, den 18.01. ab 14 Uhr in den Museen Dahlem statt, und zwar im Direktionseingang linkerhand des Museums (Takustr. 40 in 14195 Berlin, U3 Dahlem Dorf). Dem Pförtner bitte sagen, dass ihr zum Manga-Club wollt. Dann gleich, wenn ihr reinkommt, links!

Für das kommende Treffen haben wir einen kleinen Workshop zu Yonkoma (4-Panel) Manga geplant.

Also, liebe Berliner! Ihr seid alle herzlich eingeladen, vorbeizuschauen. Ihr könnt auch gerne etwas später vorbeischauen. Die erste halbe Stunde vergeht meist eh mit organisatorischen Dingen. Es wäre lieb, wenn ihr uns vorher kurz per Mail Bescheid geben könntet (mangaglub@djg-berlin.de), damit wir wissen, wie viele Leute etwa kommen.

Falls ihr Ausgaben der Baito Oh! erwerben oder mal anschauen möchtet, sagt uns bitte auch Bescheid, dann bringen wir die mit!

Bis vielleicht Samstag!

P.S. Es wäre sehr lieb, wenn ihr diesen Beitrag empfehlen könntet!

DManga-News, Ausgabe 6: Neues Jahr, neues Glück! Carlsen, Carolin Eckardt, Comic-Preis, DManga, Doujinshi, LBM, MCC, Nachtläufer, Skull Party, tokyopop

Autor:  roterKater

Liebe verirrte Seelen,

große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, so zum Beispiel die Veröffentlichung von DEMON LORD CAMIO, um die herum extra ein Unter-Event der Leipziger Buchmesse, nämlich die Manga Comic Con, gebastelt wurde. Na ja, oder so ähnlich. Apropos MCC: Für den MCC-Kreativ-Bereich sind die Bestätigungen und der vorläufige Sitzplan mittlerweile eingetrudelt. Solltet ihr euch angemeldet haben und bisher weder elektronisch noch analog Post erhalten haben, wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, sich Sorgen zu machen. Laut Plan ist jedenfalls so ziemlich alles vor Ort, was derzeit im Doujinshi-Bereich aktiv ist, sowie viele neue Namen, die wohl bisher immer an den fünf Minuten Anmeldefrist des alten Doujinshi-Marktes gescheitert sind. Wir können uns also schon mal auf eine Flut neuer Doujinshi-Produktionen einstellen.


Verlage:

Leider wurden einige Publikationen, auf die wir uns schon für die MCC gefreut hatten, bereits verschoben:

Fireangels machte bereits bekannt, dass sich die Veröffentlichung des sechsten Bandes ihrer BL-Anthologie Lemon Law wegen Krankheitsausfällen und persönlichen Gründen auf voraussichtlich September 2014 (zur Connichi) verschieben wird.

Ebenfalls nicht zur MCC fertig wird der dritte Band von Grablicht, wie Autorin Daniela Horrorkissen Winkler bekannt gab. Zu kaufen gibt es die lange erwartete Fortsetzung voraussichtlich zur Dokomi.

Und dann wäre da noch Tokyopop. Erinnert ihr euch an die Mutmaßung von Mikimo abgemeldet Ponczeck aus den letzten News, dass es vermutlich nicht bei der letzten Verschiebung von Crash 'n' Burn bleiben wird? Tja, siehe da, Crash 'n' Burn 1 sowie der eigentlich für 2012 geplante zweite Band von Inga ink-pop Steinmetz' Alpha Girl wurden erneut verschoben, diesmal ins Mai-Programm (Auslieferung wäre im April). Der günstige MCC-Termin wurde damit verstreichen lassen, was es nicht sehr wahrscheinlich macht, dass es diesmal bei April bleibt.

78 Tage auf der Straße des Hasses steht momentan weiterhin im April-Programm gelistet, könnte also noch zur MCC erscheinen. Da aber - das haben wir mittlerweile durchschaut - die Verschiebungen immer erst einen Monat vor dem gesetzten Termin bekanntgegeben werden, werde ich euch über die erneute Verschiebung von 78 Tage dann wohl bei den nächsten News berichten. Tokyopop verweigert weiterhin sämtliche Angaben von Gründen für die Verschiebungen gegenüber den zunehmend erbosten Fans (und anscheinend auch gegenüber den betroffenen AutorInnen), was die letztmonatige Bitte um den Verzicht auf jedwede Spekulationen natürlich ziemlich absurd macht.

Der Stuttgarter Zwerchfell-Verlag hingegen teasert hier für 2014 einen neuen Zombie-Comic mit etwas östlicherem Einschlag, was immer das auch heißen mag. Nun ja, wir werden hoffentlich bald mehr erfahren.


Skull Party 2 von Melanie Rosa_Maus Schober ist mittlerweile bei Carlsen erschienen, falls es jemand noch nicht mitbekommen hat.

Und als Reaktion auf das an Eigenproduktionen eher dürftige Sommer-Programm meinte Carlsen-Manga-Cheffe Kai-Steffen Schwarz im AnimeY-Interview: "In den nächsten Programmen gehen jedenfalls mehrere neue Manga-Eigenproduktionen bei Carlsen an den Start, auf die wir uns schon sehr freuen." Einen ersten Teaser gibt es übrigens ein paar Absätze tiefer.


Doujinshi:

Die Printausgabe von Herzblut von MLang ist ab jetzt bestellbar.

Ebenfalls vorbestellbar ist die Kawaii-Anthologie, die sich ja seit knapp einem Jahr bereits fleißig vermarktet. In dem an Crowdfunding erinnernden Vorbestellsystem kann man sich auch noch zusätzliche, exklusive Goodies sichern.

Hier ist die Vorbestellphase leider schon abgelaufen, aber auf der MCC gibt's den dann auch vor Ort: Blumensprache von RoseNose.


Vorbestellung nur noch bis heute, aber bestimmt auch noch später zu haben: abgemeldet plant eine neue BL-Doujinshi-Reihe unter dem Titel i.seki.

Eine weitere neue Doujinshi-Anthologie hat sich unter dem Titel Chakusô für die MCC angekündigt. Wer alles dabei ist und ein paar Leseproben findet ihr hier.

Und wie beim letzten Mal schon angedroht: Hier sind die beiden neuen (vorerst nur digitalen) Doujinshi-Hits Aquabox Headquarters von Sia und yamiz sowie Brave & Safe von Yaa und Horrorkissen.


Presse:

Die Westdeutsche Zeitung hat Mikiko abgemeldet Ponczeck und Martina Soen Peters portraitiert. Der Crash 'n' Burn-Release-Termin ist übrigens nicht mehr aktuell (har har ...). Im Text findet sich auch ein Hinweis auf ein neues, noch "streng geheimes" Carlsen-Projekt von Martina diesen Sommer. Carlsen hat sein Manga-Programm bis September 2014 allerdings schon im letzten November bekannt gegeben. Also mal sehen, wann's wirklich soweit ist.

Und das hier habe ich letztes Jahr ganz übersehen:


AnimeY hat Carolin Eckardt, die derzeit einzige professionell in Japan veröffentlichende deutsche Mangaka, in einem zweiteiligen Interview zu ihren Erfahrungen befragt. Sehr lesenswert! Man beachte vor allem die Maxime "Es geht nicht ums Schönzeichnen", die in der deutschsprachigen Mangaszene ja erst sehr zögerlich Einzug erhält.


Ebenfalls bei AnimeY findet sich ein Interview mit der NEXT-DIeMENSION-Crew zu den ambitionierten Plänen mit ihrer neuen Anthologie KIBUN Manga & MOOD Comix, die zur MCC debutiert.

Und ein Interview mit Melanie Schober zu Skull Party gab's dort auch noch.

Animexx-Userin kikidergecko hat kürzlich eine Doujinshi-Review-Reihe gestartet. Also mal schnell das Blog abonnieren!

JP-Movies haben auf Youtube den deutschen Manga Nachtläufer von Katharina kacha Kirsch besprochen und gleich noch ein kleines Gewinnspiel angehängt. Nachtläufer 2 erscheint übrigens voraussichtlich zur MCC und schließt die Serie ab. Offizielle Ankündigung folgt noch.


Tokyopop fostered not just a new generation of readers, but of creators as well. The publisher sought to publish manga-influenced comics by international creators, in a new line dubbed Original English Language manga. It proved to be one of their most controversial initiatives. On the plus side, they published strong, early work by emerging voices such as Felipe Smith, Becky Cloonan, Brandon Graham, Dan Hipp, Eric Wight, and Ross Campbell. On the minus side, the creators were bound by unusually strict contracts that took away much of their rights to the work, which Tokyopop seemed to cast into a fierce marketplace without much support. The line died before much of the bright, engaging comics were fully published, more from lack of nurturing than actual failure.

Read More: Generation TOKYOPOP: The Revolution Will be Translated | http://comicsalliance.com/tokyopop-retrospective/?trackback=tsmclip
Tokyopop fostered not just a new generation of readers, but of creators as well. The publisher sought to publish manga-influenced comics by international creators, in a new line dubbed Original English Language manga. It proved to be one of their most controversial initiatives. On the plus side, they published strong, early work by emerging voices such as Felipe Smith, Becky Cloonan, Brandon Graham, Dan Hipp, Eric Wight, and Ross Campbell. On the minus side, the creators were bound by unusually strict contracts that took away much of their rights to the work, which Tokyopop seemed to cast into a fierce marketplace without much support. The line died before much of the bright, engaging comics were fully published, more from lack of nurturing than actual failure.

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Tokyopop fostered not just a new generation of readers, but of creators as well. The publisher sought to publish manga-influenced comics by international creators, in a new line dubbed Original English Language manga. It proved to be one of their most controversial initiatives. On the plus side, they published strong, early work by emerging voices such as Felipe Smith, Becky Cloonan, Brandon Graham, Dan Hipp, Eric Wight, and Ross Campbell. On the minus side, the creators were bound by unusually strict contracts that took away much of their rights to the work, which Tokyopop seemed to cast into a fierce marketplace without much support. The line died before much of the bright, engaging comics were fully published, more from lack of nurturing than actual failure.

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Tokyopop fostered not just a new generation of readers, but of creators as well. The publisher sought to publish manga-influenced comics by international creators, in a new line dubbed Original English Language manga. It proved to be one of their most controversial initiatives. On the plus side, they published strong, early work by emerging voices such as Felipe Smith, Becky Cloonan, Brandon Graham, Dan Hipp, Eric Wight, and Ross Campbell. On the minus side, the creators were bound by unusually strict contracts that took away much of their rights to the work, which Tokyopop seemed to cast into a fierce marketplace without much support. The line died before much of the bright, engaging comics were fully published, more from lack of nurturing than actual failure.

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Comic-Preise:

Der Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung ist mit einmaligen 15.000€ dotiert und sucht noch bis 1. Juli einen "hervorragenden, unveröffentlichten, deutschsprachigen literarischen Comic vergeben, dessen Fertigstellung absehbar ist". Das seltsam deplatzierte "literarisch" soll hier als Qualitätskriterium aufgefasst werden (was immer das heißen mag), Fertigstellung absehbar bezieht sich auf eine fertige Geschichte und schon aussagekräftige Zeichnungen, ist also etwa vergleichbar mit einer verlagsüblichen Bewerbung.

Bis zum 14. April kann man sich auch noch beim Egmont Comic-Stipendium bewerben, wo es immerhin 5.000€ abzustauben gibt.

Beide Preise sehen nicht sonderlich einladend für Manga-Beiträge aus. Ich würde hier aber empfehlen, trotzdem alles einzuschicken, was ihr noch in euren Schubladen rumliegen habt oder woran ihr gerade werkelt, um diese und ähnliche Preise mit "unpassenden" Arbeiten zu filibustern. Wenn solche Institutionen einen nicht sehen wollen, muss man ihnen eben so lange auf den Füßen herumspringen, bis sie nicht mehr an einem vorbeigucken können. Also bombardiert sie mit euren coolen Manga-Stories!


Sonstiges:

Animexx werkelt gerade daran, ihre Doujinshi-Datenbank aufzupolieren und hat dazu einen Aufruf gestartet, Material beizusteuern, der sich insbesonders an die Doujinshi-Produzenten richtet. Helft doch bitte mit, die Datenbank zu vervollständigen!

Laut ersten Schätzungen ist der deutsche Manga-Markt 2013 erneut um 7% gewachsen. Genaurere Zahlen gibt's dann wohl zum nächsten Comic-Report in Erlangen.


Pfiuu, das wär's erst mal. Ist ja schon wieder ganz schön explodiert, die Liste! Ich glaube, einmal News im Monat reicht dann unterm Strich doch nicht. Für aktuelle Updates zum Thema verweise ich am besten auf meinen Twitter-Account sowie den Hashtag #DManga.

Bis zum nächsten Mal!

Lord Camio wünscht ein frohes neues Jahr! CHASM, Demon Lord Camio, DManga, EMA, Webcomic

Autor:  roterKater

Liebe Leute! Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr!

2014 wird ein schönes Jahr, allein schon, weil endlich demoniacalchilds und mein Manga DEMON LORD CAMIO erscheinen wird. In ziemlich genau 66 Tagen übrigens!


Wie ich ja hier schon mal ankündigte, haben wir als Prequel auch einen Webcomic zu unserem vorlauten Dämonenlord laufen. Dieser heißt LEID UND VERDERBEN, und hier geht's zum ersten Teil. Nachschub gibt's jeden Donnerstag.

Lord Camio hat es natürlich auch zu Sylvester mal wieder so ordentlich krachen lassen, denn ein Dämonenlord macht schließlich keine halben Sachen ...


Wer alle bisherigen Episoden am Stück lesen möchte, kann dafür übrigens auch die Streamline-Ansicht wählen und einfach durchscrollen. Also schaut doch mal rein und lasst uns wissen, wie es euch gefällt! Wir freuen uns auf eure Kommentare, ganz besonders übrigens Lord Camio selbst, der es gar nicht erwarten kann zu erfahren, was die Menschheit über ihn denkt.

Ihr könnt Lord Camios großer Klappe übrigens auch auf Twitter folgen. Er sucht nämlich noch eifrig neue Untergebene Follower!

Na dann, auf ein tolles 2014!

DManga-News, Ausgabe 5 78 Tage auf der Straße des Hasses, Alpha², Carlsen, Crash 'n' Burn, DManga, Doujinshi, Fireangels, J-Mag, Skull Party, Tokyopop

Autor:  roterKater

Und auf zum nächsten News-Rundumschlag! Es gibt viel zu berichten, nur leider nicht viel Gutes.

Publikationen:

Mittlerweile haben alle Großverlage ihre neuen Programme für das Frühjahr 2014 bekanntgegeben, und die große Neuigkeit ist, dass es keine Neuigkeiten gibt. Weder Carlsen Manga noch EMA noch Tokyopop haben neue Eigenproduktionen angekündigt. Damit markiert die Saison Frühjahr/Sommer 2014 einen absoluten Tiefpunkt in der noch jungen DManga-Geschichte.

Bei Carlsen wird es lediglich eine Neuauflage von Kamineos Alpha² (Text: eulenkueki) als Sammelband geben. Die Serie erschien im Original beim Verlag Schwarzer Turm. Weiterhin läuft natürlich noch Melanie Rosa_Maus Schobers Skull Party. Band 2 erscheint noch in diesem Dezember. Band 3 ist für August 2014 angekündigt. Apropos Skull Party: Noch bis Freitag könnt ihr den original Skull Party Dekoschädel von der FBM (Höhe: 1,30m) für einen guten Zweck ersteigern! Ob als eindrucksvolle Gartendeko oder Abrissbirne - irgendein Nutzen wird sich schon finden!

Tokyopop hat seinen Ankündigungskalender auf einen viermonatigen Rhythmus umgestellt. Theoretisch könnten also noch Neuankündigungen für die Animagic oder Connichi 2014 erfolgen. Ansonsten warten immer noch dieselben seit Ewigkeiten verschobenen Serien auf ihren Start bzw. Abschluss. Der zweite und abschließende Band von Alpha Girl von Inga ink-pop Steinmetz sollte eigentlich bereits im Februar 2013 erscheinen und ist laut Aussagen der Zeichnerin auch da schon fertig gewesen. Alpha Girl 2 ist derzeit für März 2014 angekündigt.

78 Tage auf der Straße des Hasses von David Yeo Füleki trifft es noch härter. Ursprünglich sollte Band 1 mal im Juli 2012 erscheinen. Nachdem sich Def etwas mit der Deadline verhaspelte, stand der offizielle Termin für Dezember 2012 fest. Dann wurde daraus irgendwann Juni 2013, dann August, dann Oktober ... Amazon listet Band 1 derzeit für März 2014 (vor Kurzem war's noch Januar) und Band 2 für Juni 2014. Def hat schon vor einem knappen halben Jahr an Band 3 gearbeitet.

Auch der Zweibänder Crash 'n' Burn von Mikiko abgemeldet Ponczeck steckt seit einiger Zeit in der Pipeline. Band 1 war für Juni 2013 angekündigt und wird seitdem Monat für Monat verschoben (aktuell: Band 1 Februar 2014, Band 2 August 2014). Mikiko hat sich mittlerweile in einem Blog-Beitrag zu den Verschiebungen des längst fertiggestellten Bandes geäußert und dabei angegeben, über den Grund für die Verschiebungen von ihrem Verlag nicht informiert zu werden. Diese Aussage von David Füleki vom Januar 2013 lässt vermuten, dass nicht nur Mikiko über Grund und tatsächliche Dauer der Verschiebungen im Dunkeln gelassen wird.

Wer sich erinnert: Tokyopop-Redakteurin Kartin Aust hatte sich bereits im Juli für die Verspätungen bei den 78-Tage-Fans entschuldigt und als Gründe redaktionelle Engpässe und einen vollen Release-Kalender angegeben. (Zu Crash 'n' Burn und Alpha Girl 2 gibtes meines Wissens noch keine offiziellen Statements seitens Tokyopop.) Kürzlich erneut auf die zahlreichen Verschiebungen von einem besorgten Fan angesprochen und gefragt, ob es sich denn überhaupt noch lohne, sich bei Tokyopop zu bewerben, reagierte selbige Redakteurin etwas wirscher, reduzierte die Problemlage vage auf "interne Gründe" und gab an, ohne entsprechendes Hintergrundwissen doch bitte nicht darüber zu spekulieren. Wir wollen hier natürlich auch nicht spekulieren und schließen daher mit Mikiko Ponczeck zum Release von Crash 'n' Burn 1:

But the way things have been going, I cannot guarantuee that it’s the last time it’ll be pushed back.


Doujinshi:

Im Kleinverlagssektor hat Fireangels die fünfte Ausgabe des Girlslove-Heftes Lily veröffentlicht (Autorin: Anne Lail Delseit; Zeichnungen: azara. 32 Seiten, 3,50€.

Ein 16-seitiger Kurzmanga namens Dräuende Schlafenszeit von Tara Ri Starnegg (Zeichnungen) & Maximilian Scheer (Story) erschien zur Vienna Comix.

Unbestätigten Gerüchten zufolge arbeiten Daniela Horrorkissen Winkler und Nana Yaa Kyere an einer Neuauflage ihres kultigen Sperminator-Doujinshis, jetzt unter dem Titel Brave & Safe. FuXx layoutet, Yaa soll's umsetzen. Es geht um Magical Boys & Girls und Kondome. Oder so ähnlich. Auf FuXxens Facebook gibt's verstreut weitere Infos und Chara-Entwürfe (den zum Beispiel). Über ein mögliches Release ist noch nichts bekannt. Aber wir können's natürlich kaum erwarten.

Marika yamiz Paul und Sia arbeiten derweil wohl endlich mal an einem Doujinshi zu ihrer Superhelden/Boyslove-Story Aquabox, die bisher nur als Blog existierte. Auch hier: Seeehr gspannt!


Sonstiges:

Noch bis zum 20.12. kann sich für einen Tisch auf dem Kreativmarkt (ehemals Doujinshi-Markt) der Manga Comic Convention (ehemals Leipziger Buchmesse ... nee, halt!) angemeldet werden. Genug Platz für alle, aber es muss alle vier Tage jemand vor Ort sein! Kosten: 59,50€ pro Tisch.

Beim Weseler Lokalkompass gab es in einem sehr gut recherchiertem Artikel einen schönen Überblick über die Geschichte des deutschsprachigen Manga. Da fragt man sich wirklich, warum sich solche journalistischen Perlen in der Lokalpresse verstecken und nicht auch mal der deutsche Mainstream des Comic-Feuilletons dazu in der Lage ist, angebracht über das Thema zu berichten.

Nachdem sich das ursprüngliche Moderationsteam von J-Mag verabschiedete (siehe letzte Ausgabe) haben mittlerweile Niloo und Millus übernommen. Ich schau's mir vielleicht mal wieder an, sobald sich Vollblut-Mansplainer Millus angewöhnt hat, eine Gesprächspartnerin auch mal ausreden zu lassen. Anyway, hier gibt's einen schön umfangreichen Beitrag mit Gast Daniela Winkler:


J-Mag Studiogast (Nov. 10) - MyVideo

That's all, folks!

So langsam platzt mir der Kragen Comic-Manifest, DManga, GraNo-Lobby, Graphic Novel, Simon Schwartz, Ulli Lust, Vorurteile

Autor:  roterKater

Ulli Lust ist eine der renommiertesten deutschsprachigen Comic-Autorinnen, die hauptsächlich die typischen Graphic-Novel-Themen bearbeitet - Reportage-Comics, autobiographische Comics, Literaturadaptionen. Sie hat für ihre Arbeiten zahlreiche internationale Preise gewonnen. Ihr Hauptwerk Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens wurde in mehrere Sprachen übersetzt und soll jetzt als Film adaptiert werden.

Simon Schwartz ist einer der renommiertesten deutschprachigen Comic-Autoren, der hauptsächlich die typischen Graphic-Novel-Themen bearbeitet - historische, biografische und weltgeschichtliche Stoffe. Er hat für seine Arbeiten zahlreiche nationale Preise gewonnen. Sein Hauptwerk Packeis wird bestimmt bald in irgendwelche Sprachen übersetzt und wurde einmal beinahe als Hörspiel adaptiert.

Was haben diese zwei Menschen gemeinsam? Beide publizierten genannte Werke im Berliner Avant-Verlag, einem der Hauptakteure der Graphic-Novel-Lobby. Beide gehören auch zu den ErstunterzeichnerInnen des Comic-Manifestes, das ja, wie ich schon herausgearbeitet hatte, bewusst oder unbewusst ziemlich deutlich an Manga vorbei konzipiert war. Beide werden widerstandslos im Feuilleton gefeiert. Beide publizieren nicht nur Comics, sondern unterrichten sie auch an diversen Kunsthochschulen. Und beide haben dieses Jahr Interviews im Online-Magazin Comicgate veröffentlicht, in denen sie sich auf ebenso uniformierte wie abfällige Art zu deutschsprachigen Manga-ZeichnerInnen geäußert haben.

Simon Schwartz beantwortet in besagtem Interview die Frage nach dem Vormarsch weiblicher Autorinnen auf dem deutschen Comicsektor mit folgender Dichotomie: Da gibt es auf der einen Seite die guten, tollen Autorinnen. Das sind Leute, die mit ihm im selben Verlag publizieren und/oder mit ihm bei Anke Feuchtenberger in der HAW in Hamburg studiert haben. Erinnert sich noch jemand an die Betonung des Comic-Manifestes auf die Kunsthochschulen als einzig nennenswerten Quell deutscher Nachwuchs-ComiczeichnerInnen? Bingo. Und dann gibt es da eben diese Manga-Mädchen. Im O-Ton heißt es da:

Comics sind eher ein Jungs-Medium. Wir haben alle Batman oder Asterix gelesen. Und das haben die Mädchen nicht unbedingt. Somit fangen sie quasi bei Null an und somit etwas frischer und unbelasteter von Klischees und Stereotypen. Allerdings gibt's auch wieder einen Wechsel. Ich unterrichte ja auch. Da merke ich, dass jetzt viele Mädchen aus dieser Mangaecke kommen. Das ist eine Generation die nochmal um eins jünger ist als ich. Da merke ich dann, wie sehr sie Mega-Scheuklappen haben. Jetzt wiederum kippt es und die Jungs machen die interessanteren Comics, denn in ihrer Kindheit gab es keine Comics, sondern nur Mangas für Mädchen, die sie nicht interessiert haben. [...] diese Sorte Mangas war dominierend, während bei meiner Generation Asterix oder so dominiert hat. Bei diesen Mangazeichnern erinnert mich das an Ikonenmalerei. Es muss immer alles exakt gleich aussehen. In den Handlungen finden sich viele Stereotypen. Weil die Mangas, die sie früher gelesen haben ... das waren die Mädchen, die früher Wendy gelesen haben. Oder die Gartenlaube. Die richtig innovativen Meister haben sie nicht unbedingt gelesen. Was auch hängengeblieben ist: Was zählt, ist eher die Optik und weniger die Handlung. [...] Das meiste, was in Deutschland an Mangas veröffentlicht wird, ist wie eine Daily Soap.


An diesen paar Sätzen ist so viel falsch, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht mit dem Hinweis, dass die meisten und bestverkauften in Deutschland publizierten Manga immer noch shounen manga (also für Jungs) sind, was beweist, dass Schwartz nicht einmal rudimentärste Grundkenntnisse über die deutsche Mangaszene hat, über die er sich Urteile erlaubt. Dass sich hier Frauen und Mädchen ein von Männern besetztes Gebiet zurückerobert haben und mit ihren eigenen Wertungen aufladen, dass die großteils weibliche Manga-Szene und noch größerenteils weibliche Mangaka-Szene eben nicht auf ein fast auschließliches Angebot an "Mangas für Mädchen" zurückführbar sind, hat Schwartz' Betonschädel noch nicht durchdrungen. Dass Schwartz seine Vorurteile gegen Manga gleich auch noch mit chauvinistischen Vorstellungen bündelt - männliche Comiczeichner sind innovativer, weil sie keine Mangas lesen - ist hierbei ja nur die Spitze des Packeisberges.

Die Gleichsetzung von Manga mit Daily Soaps ist zum einen natürlich totaler Blödsinn, zum anderen aber - und das ist viel schlimmer - ein knallharter normativer Abwertungs- und Diskreditierungsversuch einer ganzen Erzählform, die in Deutschland immer noch rund 70% des Comic-Marktes ausmacht. Hier wird wirklich aufs Übelste mit Dreck geworfen, und wenn mir noch mal jemand vorwerfen will, dass ich hier mit meinen Artikeln aufmache, erfundene Gräben zwischen den einzelnen Comicbereichen aufzuziehen (was einer der Mitinitiatoren des Comic-Manifestes letztens getan hat) - Tschuldigung, die Gräben waren schon da, und wenigstens hab ich nicht den Stacheldraht gespannt.

Bevor wir uns dem Rest widmen, schauen wir uns erst einmal an, was Ulli Lust gestern dazu meinte:

Diese gibt sich, nachdem sie uns ausführlich veranschaulicht, dass die Idee hinter der Graphic-Novel-Marketing-Kampagne ja total anarchistisch und kein Stück elitär ist (hauptsächlich, weil sie es so sagt), zuerst etwas diplomatischer: "Mangas finde ich gut", heißt es da. Aber gleich im nächsten Satz: "Ich warte noch auf die richtig geilen deutschen Mangas." - Liebe Ulli! Ich habe einen ganzen Schrank davon! Alles deutschsprachige Eigenproduktionen. Du kannst gerne mal vorbeikommen und sie dir angucken. Wir wohnen ja quasi in benachbarten Kiezen. Ansonsten: Nur weil man etwas nicht sieht oder nicht sehen will, heißt das nicht, dass es nicht existiert.

Aber auch bei Ulli Lust geht es nicht nur um Uninformiertheit. Leider. Damit könnte ich irgendwie noch leben. Wenn man von etwas keine Ahnung hat, sollte man sich dazu vielleicht nicht unbedingt öffentlich äußern. Aber der Interviewer hatte dummerweise danach gefragt. Das zu tun, war anscheinend ungefähr so schlau wie sich bei Marusha nach Empfehlungen zur Bundestagswahl zu erkundigen, aber egal. Das eigentliche Problem ist, dass sie ein paar Zeilen später ähnlich diskreditierende Vorurteile predigt wie Schwartz:

Nicht die großen Augen sind das Problem, sondern das extreme Nachmachen. Wenn einfach nur das nachgezeichnet wird, das woanders bereits erfolgreich wird, dann kann dabei nichts Gutes, oder zumindest nichts Neues herumkommen. Wenn sie dann deutsche Mädchen in einer japanischen Uniform zeichnen und ihnen japanische Namen geben, dann wirkt das so wie das Nachgehechel eines kleinen Kindes, das gut nachahmen kann. Interessant wäre aber die Weiterentwicklung. Wenn daraus eigene Geschichten entstehen, die vielleicht auch auf eigenen Erfahrungen basieren. Oder auf Beobachtungen, die in unserer Realität spielen. Die großen Augen sind dabei überhaupt kein Problem. Diese Ästhetik kann man ja trotzdem mögen. Es geht nur darum: wie platt oder wie vielschichtig ist die Geschichte?


Lust argumentiert hier auf einem Standpunkt von geschätzt 2005. Die Entwicklung, die sie vermisst, hat längst stattgefunden. Wenn man sich mal ernsthaft anschaut, war gegenwärtig an Manga-Eigenproduktionen publiziert wird, ob bei Verlagen oder als Doujinshi, findet man besagte Klischees nur noch sehr selten, und oft auch nur bei nach sehr jungen Nachwuchs-ZeichnerInnen. Im Manga-Sektor wird eben sehr viel jünger angefangen zu publizieren, in der Regel im Schulalter, und das meint nicht die Kunsthochschulen, die das Manifest zu hochhebt.

Schwerwiegender ist allerdings das Vorurteil, dass sowohl bei Schwartz wie auch bei Lust auftaucht, dass Manga-ZeichnerInnen bevorzugt ab- und nachzeichnen würden. Schwartz bläst das sogar zu "Mega-Scheuklappen" auf. Man würde ja nur den japanischen Vorbildern nachhecheln und wäre zu kreativer Eigenleistung nicht fähig, weil am Ende alles gleich aussieht. BULLSHIT!

Die meisten (semi-)professionellen deutschsprachigen Mangaka haben ihren eigenen Stil über Jahr intensiv entwickelt, von denen keiner exakt wie ein bestimmtes japanisches Vorbild aussieht. Die meisten von ihnen kann ich problemlos an ihrem Stil erkennen. Natürlich setzt das voraus, dass man sich einen Blick dafür erarbeitet, die Nuancen erkennen zu können. Und das wiederum setzt voraus, dass man sich damit beschäftigt hat. Was offensichtlich weder Lust noch Schwartz getan haben.

Sicherlich arbeiten sich hiesige Mangaka an japanischen Vorbildern ab und versuchen von den Meistern zu lernen. Das liegt aber nicht daran, dass sie unfähig und unwillens zu kreativer Eigenleistung sind, sondern dass Manga eine zeichentechnisch und erzählerisch hochkomplexe und anspruchsvolle Erzählform ist, bei der das technische Handwerk sehr viel wichtiger ist als bei anderen Comicformen. Perspektive, Dynamik, Strichführung, Anatomie, Figurendesign, Expressivität - als das ist bei Manga von zentraler Bedeutung und bedarf zur Perfektionierung jahrelange intensive Übung. Man muss das nicht mögen, man muss auch nicht unbedingt einen Blick dafür entwickeln - aber man sollte es verdammt noch mal respektieren können, wenn man schon meint, sich Urteile darüber erlauben zu müssen!

Dass viele junge Mangaka recht vehement auf ihre Stile bestehen, was ja die Erfahrungen sind, auf die sich sowohl Lust als auch Schwartz in ihrer Tätigkeit als Comic-Dozenten beziehen, hängt auch damit zusammen, dass Manga als Stilform an den Kunsthochschulen nur selten akzeptiert und mit fast identischen Vorurteilen bedacht wird, wie Lust und Schwartz sie hier aufzeigen. Wir alle kennen die Geschichten von Nachwuchs-Mangaka, die an Kunsthochschulen abgelehnt wurden, weil sie Manga machen - nicht weil sie schlechte Manga machen, sondern einfach weil sie Manga machen. Da kommen dann oft ganz ähnliche Sprüche. Besonders der Vorwurf des Abzeichnens gegenüber Manga scheint an den deutschen Kunstakademien irgendwie zum guten Ton zu gehören. Und aus Unverstandenheit wird dann eben leicht Trotz.

Das Problem an unseren beiden Ansichtsexemplaren hier ist ja auch, dass der eine sich intensiv mit Rassismus, die andere intensiv mit Sexismus beschäftigt hat und beide daher eigentlich wissen sollten, wie normative, generalisierende Vorurteile wirken und was sie anrichten können. Und trotzdem sehen sie sich dazu genötigt, eine gesamte Comicströmung schlecht zu reden, über die sie offensichtlich bei Weitem nicht genug wissen, um sich ein qualitatives Urteil darüber erlauben zu können.

Fazit: Seufz ...

P.S. Die Rosa_Maus hat das sich als Betroffene und (Ex-)Ulli-Lust-Fan dem Thema heute früh auch schon auf Facebook gewidmet. Die Diskussion darunter ist auch sehr lesenswert. [edit:] Ist leider nur mit Darfschein von Herr Zuckerberg UND Frau Schober einsehbar.


Disclaimer: Ich habe sowohl Packeis wie auch Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens tatsächlich gelesen. Aber meine Meinung dazu tut hier nichts zur Sache.

Der 5. DJGB-Manga-Wettbewerb Baito Oh!, DJGB, DManga, Manga-Talente, Manga-Wettbewerb, VERnarrt

Autor:  roterKater


Der 5. Manga-Wettbewerb der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Berlin ist mittlerweile ausgewertet und die PreisträgerInnen sind benachrichtigt und auch publiziert. Ich war dieses Jahr Teil der Jury und würde euch gern noch ein bisschen was über den Ablauf der Jury-Auswertung erzählen. Aber erst noch einmal kurz die Gewinnerinnen unserer beiden Hauptkategorien:

Kategorie I (ab 18 Jahre):

Platz 1: "Hasen und Füchse" von Fanziska Babbelfish Beyer.

Platz 2: "Flying Mechanics" von Mai Dao Maister Ngoc.

Platz 3: "Mama" von Patricia-Vanessa Rechenbaer Müller.

Kategorie II (bis 17 Jahre):

Platz 1: "KonkurRenz" von Jana Janosch_Lionel_Resch Resch.

Platz 2: "red thread ways" von Antje Born.

Platz 3: "Aim" von Sozan Coskun.


Das Witzige dabei - und ich schwöre, es ist selbst mir erst hinterher aufgefallen: Beide Gewinnerinnen hatten (soweit ich weiß) ihr Debut dieses Jahr in der ersten VERnarrt-Anthologie, die sich ja laut Selbstaussage aufgemacht hat, "die deutsche Comicwelt aufzumischen". Tja, das war dann wohl ein erneuter Schritt in Richtung Weltherrschaft ...


Auch Mai Dao Ngoc und Sozan Coskun haben im selben Buch debütiert, nämlich in der 2011er Ausgabe von Manga-Talente. Sozan belegte damals Platz 1 in der Kategorie I (bis 14 Jahre) und Mai Platz 5 in der Kategorie II (ab 15 Jahre). Also wenn ihr eine frühe Arbeit von den beiden lesen wollt, kramt das mal aus dem Schrank. Ich kann euch aber sagen, dass sich beide technisch noch einmal sehr stark verbessert haben.

Hier gibt es ein Online-Portfolio von Mai. Sozan hat sich anscheinend von Animexx gelöscht, aber der Medien-Container hat noch das hier ausgespuckt:


Patricia-V a.k.a. Bär hat ja bereits ein Doujinshi draußen, nämlich Waldkinder, das dieses Jahr zu Connichi erschien. Von Antje hab ich bisher noch nichts gehört, aber das wird sich hoffentlich bald ändern.

Zudem wurden noch Sonderpreise vergeben, worüber die jeweiligen Juroren selbst entschieden haben. Die dortigen PreisträgerInnen entnehmt bitte dem Jury-Protokoll. Es gab auch noch einen Partner-Wettbewerb der DJG Passau, bei dem die Illustrationen ausgezeichnet wurden. Die Gewinnerinnen sind hier vermerkt.

Wir haben übrigens vor, sämtliche PreisträgerInnen und eine Auswahl der besten zugesandten Geschichten und Artworks gesammelt in einem Baito Oh!-Sonderband herauszugeben, der zur kommenden Leipziger Buchmesse Schrägstrich Manga Comic Con im März erscheinen soll. Die Redaktionssitzung dafür machen wir kommenden Sonntag. Danach müssen noch die ausgewählten TeilnehmerInnen anschreiben, da wir ja nur die Erlaubnis zur Publikation der Gewinnerbeiträge haben, und hoffentlich druckbare Daten organisieren. Aber wenn wir wirklich alles abdrucken würden, was es verdient hätte, würden wir locker einen 500-seitigen Band vollbekommen (die Geschichten waren 8 oder 16 Seiten lang). Denn es war unglaublich viel tolles Material dabei!

Bisher hatten wir bei den DJGB-Manga-Wettbewerben immer so etwa 30-40 Beiträge in allen Kategorien zusammen. Dieses Jahr waren es aber etwa 130! Das hat uns total überrascht. Zum Teil liegt das sicherlich daran, dass die großen Verlagswettbewerbe wie eben Manga-Talente mittlerweile weggefallen sind und für viele junge Nachwuchs-Mangaka der Sprung zu den großen internationalen Wettbewerben (Manga Audition, Jump-Wettbewerb) noch etwas zu groß ist. Aber es hat auch wieder gezeigt, wie unglaublich viele junge Nachwuchs-Manga-Talente es in deutschsprachigen Raum gibt, von denen wir bisher noch nichts oder kaum etwas gehört haben. Hoffentlich klappt alles mit den Sonderband, dann werdet ihr euch selbst mal umschauen können!

Für die Jury bedeutete das jedenfalls sehr viel Spaß, aber auch sehr viel Arbeit. Glücklicherweise haben die freundlichen Helferlein der DJGB uns viel organisatorische Arbeit abgenommen, die Umschläge mit den eingesandten Beiträgen sortiert und Teilnehmerlisten erstellt. Dann trafen sich an einem Samstag die drei Juroren des Manga-Clubs für die Vorauswahl und gingen alle Arbeiten durch. Jeder hat sich also wirklich alle 130 Manga angeschaut und dann auf dem Umschlag vermerkt, ob sie den Beitrag tauglich für die Haupt-Jurysitzung empfanden. Nach sechsstündigem Nonstop-Lesen und einigen Diskussionen hatten wir dann unsere Vorauswahl zusammen: 25 Beiträge für Kat. I und 15 für Kat. II. Auf weniger konnten wir uns echt nicht einigen.

Mit diesen 40 Arbeiten im Gepäck ging es dann eine Woche später zur Haupt-Jurysitzung, bei der uns noch fünf weitere Juroren aus verschiedenen Berliner Comic- und Kulturinstitutionen zur Seite standen (Liste im Protokoll). Hier wurde noch einmal sechs Stunden am Stück gelesen und diskutiert. Über mehrere Abstimmungsrunden haben sich dann nach und nach die Gewinnerinnen heraus kristallisiert. Auch wenn ein paar Manga-Club-Favouriten am Ende leer ausgingen, konnten doch alle mit den Gewinner-Beiträgen leben, so dass wir uns da überraschend gut einig wurden.

Die anderen Juroren haben dann noch jeweils ihre Sonderpreise vergeben. Hier haben wir uns vom Manga-Club herausgehalten, aber persönlich fand ich die Auswahl auch sehr verdient. Leider waren da noch so viele Leute dabei, die leer ausgegangen sind. Unsere jüngste Teilnehmerin war zum Beispiel eine elfjährige Deutsch-Amerikanerin, die ihre Geschichte aber schon auf original Manga-Manuskriptpapier mit handgeklebter Rasterfolie (!) eingereicht hat. Leider hat's noch nicht für einen Preis gereicht, aber ich hoffe, wir hören spätestens in zwei Jahren noch mal von ihr.

Am 30.11. findet dann unsere feierliche Preisverleihung statt, und zwar ab 16 Uhr im Foyer der Ostasiatischen Kunstsammlung in den Museen Dahlem, Lansstr. 8, 14195 Berlin (U3 Dahlem Dorf). Anschließend wird die Ausstellung der Gewinnerbeiträge eröffnet. Alle Interessierten und alle TeilnehmerInnen sind herzlich eingeladen. Alle anwesenden TeilnehmerInnen sollen auch ein kleines Präsent erhalten. Wir haben von den vorherigen Wettbewerben noch sehr viel Zeichenmaterialien, Mangas und anderes übrig. Carlsen hat uns zudem noch ein Paket mit Bänden ihrer Reihe How to Draw Manga spendiert. Also kommt bitte vorbei! Die Einladung findet ihr hier.


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