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Abmahnung - Neues Gesetz das die Rechte am eigenen Bild regelt, tritt ab dem 25.05.2018 in Kraft

Autor:  Sunny-Lady-Merle

Jedes Mal wenn ich das sehe, verwirrt es mich aufs neue. Jedes Mal wenn ich es lese, saust mein Blick automatisch zur Datumsanzeige... weil ich es noch immer für einen Aprilscherz halte. ES TRITT EINEN TAG VOR DEM JAPANTAG IN KRAFT! Jedes Jahr aufs neue fahre ich nach Düsseldorf, jedes Jahr aufs neue Streife ich durch die Straßen um mir die tollen Cosplayer an zu sehen, jedes Jahr aufs neue spreche ich die Leute an die ich fotografieren möchte... schon allein wegen einer passenden Pose zu der Figur... und jedes Jahr aufs neue, läuft ein Idiot durch das Bild... und ist im Hintergrund zu sehen.. kurz, gesagt. Dieser Idiot, der nur auf die Personen meiner Figur starren, das Smathphone kurz hebt und ein Seitenschnappschuss macht, kann mich verklagen weil ER/SIE mit auf meinem Foto ist?

Allerdings möchte ich auch lieber auf Nummer sicher gehen und darum werden sämtliche Bilder die ich jemals geschossen haben von mir gelöscht.

Danke für euer Verständnis.

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Datum: 08.05.2018 15:22

Allerdings gilt die DSGVO nicht für den privaten Bereich: Wer ein Gruppenfoto auf Facebook hochlädt, muss deswegen vermutlich nicht eine rechtssichere Erklärung von allen Abgebildeten einholen. Probleme könnten eher auf Fotografen zukommen, die mit ihren Bildern Geld verdienen. Während einige schon das Ende der Fotografie ausrufen, sehen andere die neuen Regeln gelassener: Bestehende Ausnahmeregeln würden weiterhin gelten, und für kommerzielle Fotografen werde sich wohl kaum etwas ändern.
Quelle
 
Die 20 Mio. (oder 4% des Jahresumsatzes) sind wohl eher für Unternehmen gedacht - der laxe Umgang mit den Daten ist ja mit ein Grund, warum das überhaupt erst durchgesetzt wurde. Dass die da einen kleinen Bürger so strafen, weil ihm wer durchs Bild gelaufen ist, bezweifle ich. Blogger und Vereine müssen ggf aufpassen, wenn ein kommerzieller Hintergrund besteht.
 
Und: nur weil dir eine fremde Person random durchs Bild läuft, kannst du nicht automatisch seine Daten personenbezogen verwenden - da reichen die 3 Infos deiner Cam wohl eher nicht aus.
 
Im Übrigen ist die DSGVO schon seit 2 Jahren in Kraft, es ist die Übergangsfrist, die demnächst ausläuft.
 
Es ist also alles mal wieder nur ein bisschen Panikmache und Wischiwaschi, weil privat mal wieder nicht von kommerziell getrennt wird.
Look at all the fucks I give. Oh? Can't find any?
 
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Datum: 08.05.2018 16:02
Polaroid:
 
Danke für die Aufklärung, ich war durch den Eintrag ein wenig verwundert und dachte es gäbe nun noch eine Änderung oder ähnliches aber das ist zum Glück nicht der Fall^^
Viele Leute interpretieren gern und viel in Aussagen hinein, egal ob etwas davon da steht oder nicht, jedoch sind sie nur, weil sie es gerne machen nicht zwingend gut darinnen.
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Datum: 08.05.2018 16:19
Cleo-Azimuth
Keine Ursache :)
Es wird sicher noch Änderungen geben, da es eine sehr umfassende Verordnung ist und da noch der ein oder andere Präzedenzfall durch die Gerichtshöfe laufen wird. Aber das werden vermutlich (hoffentlich oo") eher Anpassungen "an die Realität" sein. Manches ist ja doch noch etwas schwammig formuliert.
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Datum: 09.05.2018 22:00
Polaroid Geht diese Übergangsfrist für die gesamte DSGVO oder nur für diesen Passus?
Ich finde es sehr befremdlich, dass auf einmal viele Websites neue zuzustimmenden Bestimmungen aufsetzen, denen man zustimmen muss und bin deswegen etwas irritiert.
Ebenso ist es für mich schwierig in diesem Bereich gute und verständliche Informationen zu finden.
Die meisten Seiten hinterlassen bei mir ein "?".
Daher: Weißt du etwas genaueres? :)
...~ If you're up high, all the stuff which is confusing suddenly becomes crystal clear ~...
-- One Liter of Tears ~ Aya's Diary auf Deutsch! --
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Datum: 10.05.2018 00:26
Ikeuchi_Aya
Für die gesamte DSGVO. Dass die Websites jetzt alle gefühlt gleichzeitig die neuen Bestimmungen aufsetzen... well, sie hatten 2 Jahre Zeit, aber einfach drauf geschissen. Und jetzt haben sie halt den Stress. Aber es war abzusehen und das Ende der Frist bekannt.
 
Ich finde den Leitfaden ganz gut zwecks der Übersicht. Wenn man was bestimmtes sucht, kann man so wenigstens eingrenzen, wo man suchen muss. (Aber lass dich nicht verwirren, Punkt 11 und Teile der FAQs beziehen sich rein auf Österreich ^^)
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Datum: 10.05.2018 01:53
Ich fänds gut, wenn niemand ein Foto mit mir hochladen dürfte XD
Ist jetzt schon ein paar Mal passiert, dass ich Leute anschreiben musste, ein Foto, auf dem ich bin, bitte aus der öffentlichen Galerie wieder rauszunehmen. Wenn ich ein Treffen oder eine Veranstaltung besuche, heißt das nicht, dass ich im Internet ausgestellt werden will. Nervig für mich, da hunderte Fotos zu durchsuchen und zu schauen, auf welchen ich ausversehen drauf bin. Ich duck mich schon immer weg, wenn ich jemanden mit Kamera sehe >_>
~[Zitat von Shishio Makoto; Rurouni Kenshin]
"Der Mensch ist von Natur aus teuflisch und die Welt ist eine Hölle." ♥
[Zitat Ende]~
Datum: 10.05.2018 08:26
Das Gesetz gab es doch schon immer. Sobald eine Person abgebildet wird, musste sie normalerweise gefragt werden, ob man das Bild veröffentlichen darf. Hätte man es nicht getan, hätte man auch vor der DSVGO bei wiederholter Bitte den Fotografen zu einer Geldstrafe zwingen können.

Also so wirklich ändert sich nichts. Es gibt nur ein eigenes Gesetz dafür. (Im Übrigen traue ich keine Aussage in Bezug auf Gesetze wenn keine Paragraphen oder Artikel genannt werden) Und wenn auf einem Confoto jemand fotografiert wird, aber nichts sagt, gilt eine stillschweigende Vereinbarung. Der kann einem nicht an den Karren pissen, weil er es schlicht akzeptiert gesehen zu werden. Wo kein Kläger, da kein Richter. (Zusätzlich spielen da noch Faktoren eine Rolle, wie Massenveranstaltungen, Wahl des Motives, Sichtbarkeit sowie Erkennbarkeit der Person usw.)

Ihr braucht also keine Angst haben, dass jetzt ne riesen Klagewelle rausgeht. Dafür hätte Deutschland auch gar nicht die gerichtliche Kapazität. An sich ist das Gesetz nämlich wichtig. So darf kein aus dem Zusammenhang gerissenes Bild veröffentlicht werden. Wenn man euch auf dem Foto in einer Zeitung zum Thema "Demo der Neonazis Sonstwohausen" erkennt und damit behauptet wird, ihr hättet daran teilgenommen, obwohl ihr nur daran vorbeigeschlichen seid, weil ihr gerade einen Einkauf getätigt hattet, dann könnt ihr von der Zeitung einen riesen Schadensersatz wegen Verleumdung verlangen. Dieses Gesetz gibt es aber schon lange. Die neue Verordnung ist nur die nochmalige Bestätigung, dass in Deutschland langsam die Digitalisierung Einzug erhält. (Somit ist Deutschland tatsächlich ganz hinterstes Schlusslicht)

Es gibt nur eines, was der Richter tun würde, wenn ihr Schadensersatz wegen eines Confotos verlangen würdet: Euch nen Vogel zeigen. Auf den Kosten bleibt natürlich der Kläger sitzen. Macht euch also nicht so viele Sorgen. Es ändert sich nichts für euch.
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Datum: 10.05.2018 11:06
Danke dir Polaroid, ich werde auch gleich nochmal deinen Weblog lesen - plus Link! :)
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-- One Liter of Tears ~ Aya's Diary auf Deutsch! --
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Datum: 10.05.2018 12:45
Escroe Josey
 
Naja. Soweit ich weiß, bezieht sich das darauf, wenn man explizit eine Person/Gruppe fotografiert, und nicht bloß in die Menge rein und du da halt grad zufällig durchwatschelst. ODER wenn das Foto auf einer, ich nenns jetzt mal "rufschädigenden" Website landet, zB einer Pornoseite.
Es ist einfach unmöglich, von allen, die zufällig im Bild sind, ein Einverständnis zu holen und es würde auch dazu führen, dass man Pressefotografen sabotieren könnte. Musst nur ein paar Leute so platzieren, dass sie auf den Pressefotos drauf sind und zack - schon könnte man diese Fotos verhindern. Es ist imho ein bisschen eine Grauzone, aber wenn deinem Wunsch jemand nachkommt, dann ist es afaik ein höfliches Entgegenkommen. (Wie gesagt, kommt aber drauf an wo das Bild hochgeladen wurde, oder wie du drauf zu sehen bist. Stichwort ungünstige Pose XD)
 
Aber ich kann deinen "Ärger" nachvollziehen. Vielleicht könnten sich die, die die Fotos hochladen/bearbeiten zumindest angewöhnen, "Beifang" zu anonymsieren? (Außgenommen halt diese in-die-Menge-Fotos, weil man bei drölf Leuten sowieso untergeht.)
 
Escroe
>(Im Übrigen traue ich keine Aussage in Bezug auf Gesetze wenn keine Paragraphen oder Artikel genannt werden)
 
Deswegen hab ich extra den Leitfaden hier noch mal extra verlinkt, wo auch die Paragrafen angegeben sind. (Und in meinem Blog die DSGVO als Ganzes.).
Klar, es ist mal wieder Panikmache, weil ein krasses Bildchen zu copypasten einfacher ist, als mal 5min zu recherchieren. Aber es gibt auch genug Menschen, die mit dem "Beamtendeutsch" einfach nicht klarkommen. Das Lesen juristischer Texte muss man auch erstmal lernen.
 
(Und im Übrigen könnte man das dir jetzt genauso vorhalten, immerhin hast du bei deinen auf Gesetze bezogenen Aussagen auch keine Paragraphen genannt ;) )
 
>So darf kein aus dem Zusammenhang gerissenes Bild veröffentlicht werden. Wenn man euch auf dem Foto in einer Zeitung zum Thema "Demo der Neonazis Sonstwohausen" erkennt und damit behauptet wird, ihr hättet daran teilgenommen, obwohl ihr nur daran vorbeigeschlichen seid, weil ihr gerade einen Einkauf getätigt hattet, dann könnt ihr von der Zeitung einen riesen Schadensersatz wegen Verleumdung verlangen. Dieses Gesetz gibt es aber schon lange. Die neue Verordnung ist nur die nochmalige Bestätigung, dass in Deutschland langsam die Digitalisierung Einzug erhält. (Somit ist Deutschland tatsächlich ganz hinterstes Schlusslicht )
 
Das ist der Punkt, den ich oben angesprochen hab, von wegen Rufschädigung. Es ist natürlich auch Teil der DSGVO (Recht auf Berichtigung?) ABER es wäre auch ohne diese Verordnung klagbar, weil Verleumdung. (Als Zeitung hätte man dann uU doppelt den Arsch offen, weil journalistische Sorgfaltspflicht und so.)
 
Die DSGVO löst die DSRL (Datenschutzrichtlinie) ab, die es schon lange gibt. Mit der Verordnung wird ein gemeinsames, einheitliches Gerüst in der EU geschaffen, das Betroffenen auch im Ausland Recht zuspricht. Es geht in erster Linie aber um die personenbezogene Datenverarbeitung, und darum, Unternehmen und Behörden in die Pflicht zu nehmen, diese Daten zu schützen und nicht Willkür walten zu lassen. Klarerweise gibt es da Überschneidungen in manchen Gebieten mit bereits bestehenden Gesetzen.
 
Also ja, mit dieser VO gibt es endlich eine richtige Grundlage für das digitale Zeitalter. Besser spät als nie.
 
Ikeuchi_Aya
Kein Problem :) ich werd den Blog vielleicht eh noch erweitern, falls Fragen/Unklarheiten auftauchen, es ist halt wirklich nur eine kurze Zusammenfassung ^^
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Datum: 10.05.2018 13:45
Polaroid:
> Aber ich kann deinen "Ärger" nachvollziehen. Vielleicht könnten sich die, die die Fotos hochladen/bearbeiten zumindest angewöhnen, "Beifang" zu anonymsieren? (Außgenommen halt diese in-die-Menge-Fotos, weil man bei drölf Leuten sowieso untergeht.)

Das fände ich auch in Ordnung, wenn man alle Leute, die das Einverständnis nicht bekunden, verpixelt oder deren Gesichter verwirscht.
Mich stört es, wenn jmd das Recht auf MEIN Bild haben soll - ist immerhin mein Bild und das sollte nicht der Allgemeinheit gehören dürfen.
Was anderes ist das im Alltag auf der Straße, da macht's Sinn, sich nicht extra zu vermummen, weil das die Leute verängstigen könnte, aber gerade was Bilder betrifft, die sonstwo landen und auf die man niemals Zugriff hat, da finde ich eine Regelung durchaus sinnvoll, dass man das jeweilige Einverständnis dazuziehen muss.

Aber toll, dass es hier Aufklärungsblogs zum Thema gibt! Bitte weiter so! :D
Leben und Leben lassen.
Datum: 10.05.2018 14:34
Hier gilt der Grundsatz eines Verwaltungsakts der Verhältnismäßigkeit. Wenn einem Verwaltungsakt ein Ermessen eingeräumt werden kann (das heißt auch OB der Verwaltungsakt eingeleitet wird, in dem Fall die der Gefahrenabwehr des Fotografierens von Dritten), dann müssen die Umstände beachtet werden.

Klar ist: Bei Industriespionage ist der Fotograf eindeutig zu bestrafen. Wenn aber jemand auf eine Con geht, dann ist damit zu rechnen, dass dieser fotografiert werden kann und es unter Umständen nicht möglich ist, eine Erlaubnis einzuholen. Ähnlich verhält es sich übrigens auch bei der Diskussion, an öffentlich frei zugänglichen Seen, Fotos von seinem Freund zu machen, wo im Hintergrund aber nackte Kinder zu sehen sind. Die Intention dahinter war nicht das Abbilden der Kinder, sondern des Freundes. Würde man hier jemanden auf den Verdacht der Produktion, Verbreitung oder Besitz von Kinderpornografie hin zu einer Strafe verurteilen, wäre dieser Verwaltungsakt nicht verhältnismäßig und somit neu zu bewerten oder gar aufzuheben, da fehlerhaft.

Die einzige Gefahr bei der neuen Verordnung ist das Einräumen der Möglichkeit der Gesetzeserlassung zur Umgehung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, wie es im Strafgesetzbuch bereits möglich ist. (Wie beim Vorliegen einer Gefahr)

Übrigens kann ich aus einem ganz profanen Grund keine exakten Gesetze genau benennen. Erstens haben selbst Juristen nicht alle Gesetzesbücher im Kopf. Geht nicht. XD Und zweitens hat mein dämliches Handy schlicht kein Paragraphenzeichen in der Tastatur. XD Aber immerhin hat meine Ausbildung einen Sinn gehabt, wenn ich jetzt darüber so schreiben kann. Wie Polaroid schon sagt, das Lesen aber auch Verarbeiten von Gesetzestextes muss man erst lernen. Es folgt einer ähnlichen Logik wie das Programmieren einfacher elektronischer Geräte.
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Datum: 11.05.2018 11:19
Danke an Polaroid für deinen Beitrag, ich kann mich nur den vorherigen Kommentaren anschließen.

Ich habe für mich folgendes heraus gefiltert:
Eine Person, die als Teil einer öffentlichen Veranstaltung fotografiert wird, muss erwarten das dieses Foto auch veröffentlicht wird.

Dies währe auch für dich interessant Josey.

Dennoch, meine Aufräumaktion bereue ich nicht, es hat mir gut getan und sich für mich wie ein Frühjahrsputz angefühlt.


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