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Thread: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ihr davon?

Eröffnet am: 06.05.2018 08:07
Letzte Reaktion: 08.10.2018 08:55
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- Fanart




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 AmbergrisElement „Ich will keine Kritik!” - Was... 06.05.2018, 08:07
 Aurora-Silver „Ich will keine Kritik!” - Was... 06.05.2018, 11:23
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 sma „Ich will keine Kritik!” - Was... 08.10.2018, 08:55
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Von:    AmbergrisElement 06.05.2018 08:07
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Liebe Animexx-Community,

ich würde gerne eure Meinung zu einer Sache hören, die mir insbesondere auf Deviantart in letzter Zeit aufgefallen ist.
Immer wieder stoße ich auf Accounts, die irgendwo in irgendeiner Form schreiben, dass sie keinerlei Kritik zu ihren Werken hören wollen.
Da frage ich mich doch, warum zum Teufel diese Leute irgendetwas auf öffentlichen Seiten posten, wenn sie eine ehrliche Meinung abseits von „Deine Bild sind soooo göttlich!!!” nicht hören wollen. Wenn sie dann nocht nicht einmal die Kommentarfunktion deaktivieren, sieht das für mich immer so aus, als dürfe man nichts anderes als die Bilder bis ins Blaue hinein loben.
Oft kommt dies zusammen mit dem Argument „Ich brauche keine Kritik, ich sehe meine Fehler selbst.” Ja, einige Fehler sieht man selbst. Aber längst nicht alle. Und selbst wenn diese Leute ihre Fehler sehen, warum machen sie diese dann immer wieder und wieder?
Wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, im künstlerischen Bereich beruflich zu arbeiten, sollte man schon Kritik vertragen und annehmen können; wie will man sich sonst verbessern. Und selbst wenn man 'nur' als Hobby zeichnet, möchte man sich doch verbessern und nicht auf dem selben Level bleiben, oder?
Ich persönliche finde dieses Verhalten einfach nur kindisch und unreif.

Ich freue mich auf eure Meinungen dazu.
Zuletzt geändert: 06.05.2018 08:13:47



Von:    Aurora-Silver 06.05.2018 11:23
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Liebe AmbergrisElement,

diese Leute gibt es nicht nur auf DeviantART :) Ich habe sie durchaus auch schon auf Animexx erlebt.

Ich denke nicht, dass es bei diesen Usern darum geht, dass sie ihre Werke, wie fehlerhaft sie auch seien mögen, immer nur loben, loben, loben. Okay, diese Leute gibt es vereinzelt sicher auch, die es nur auf Lob abgesehen haben. Es gibt aber auch Leute, die Zeichnen einfach nur des Spaßes an der Freude wegen - und auch, wenn es im ersten Moment komisch klingt - diese Leute wollen vermutlich nicht ins Gewerbe damit oder Geld verdienen.

Es ist ein Hobby, und bleibt ein Hobby. Manche Zeichner WOLLEN sich nicht (gezielt) weiterentwickeln bzw. eben nach der Kritik arbeiten, um sich zu verbessern.

Ich selbst zb. habe bis zu einem gewissen Alter auch nie Kritik gewollt, oder diese übel aufgefasst. Früher habe ich nie gemalt, um mich zu verbessern, sondern einfach, weil Hobby, Spaß, mich ausdrücken - all dies.

Heute ist das bei mir anders. Ich freue mich über Kritik und zeichne nicht nur der Freude wegen, sondern auch, um mich zu entwickeln, deshalb arbeite ich mittlerweile auch mit Grayscales, lerne, sehe mir haufenweise Tutorials an, probiere weiterhin aus... Bei mir denkt man oft, dem sei nicht so und ich ignoriere das. Dabei strebe ich an, besser zu werden, auch wenn dies nicht von heute auf morgen passiert.


Wenn du die Leute mal direkt fragst, warum sie keine Kritik möchten, wirst du sicher auch einige Antworten erhalten :)

Manche wollen keine Profis sein, sondern einfach nur ihr Hobby ausleben. Auch wenn es für manch anderen Zeichner, der sich bereits entwickelt hat und weiter entwickeln will, in den eigenen Ohren unverständlich klingt, dass man sich nicht verbessern -will-.
Mit freundlichen Grüßen: Aurora-Silver
Bastelei-Freischalter, ALB Auswähler und Helpdesk-Mitarbeiter

Auch auf deviantART zu finden :)
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Zuletzt geändert: 06.05.2018 11:26:24



Von:    AmbergrisElement 06.05.2018 15:42
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Hallo Aurora,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Ja, natürlich, die Leute, die du mir beschrieben hast, gibt es genauso häufig! Mir sind nur bisher leider immer die Negativbeispiele begegnet. Da überschlagen sich die Leute in den Kommentaren derart vor Lob, obwohl das Bild etliche offensichtliche Fehler hat. Aber wehe, man wagt es, den Künstler in einer noch so freundlichen Kritik darauf anzusprechen!
Da kommt dann gleich immer das Totschlagargument, dass man nur eifersüchtig sei und keine Ahnung habe. Und von Fanboys wird man auch gleich attackiert. Ich hatte bereits einige sehr unerfreuliche Erlebnisse auf Deviantart.



Von:    Aurora-Silver 06.05.2018 15:53
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Diese Erlebnisse kenne ich, und leider auch von Animexx.
Da wird das Bild bis aufs Blut verteidigt, obwohl es offensichtliche Fehler hat. Und da Kunst immer im Auge des Betrachters liegt, wird es diese und jene geben. Klar ist das Verhalten mancher "Fanboys" auch unverständlich. Jeder hat allerdings eine andere Meinung, auch wenn diese noch so komisch ausgedrückt wird...

Bei mir persönlich gibt es sicher auch Leute, die sich wundern "warum viele so auf meine Bilder abfahren, weil die sind doch fehlerhaft!" - einige zerreißen meine Bilder, andere finden sie großartig, so wie sie sind. So ist das in der Kunst.

Ich kommentiere teilweise auch deshalb kaum noch, weil ich in letzter Zeit immer mehr über User gestolpert bin, die nicht den kleinsten Hinweis auf einen Fehler hören wollten. Entsprechend... ist man da ein wenig abgeschreckt dann.

Und ja, das mit der Eifersucht ist Totschlagargument Nr. 1... Aber wie gesagt, Kunst liegt immer im Auge des Betrachters. Es gibt Leute, die finden auch Anfängerzeichnungen große Klasse, obwohl die größten Fehler drin stecken und noch viel Luft nach Oben für Verbesserung ist.

Ich kann auch verstehen, dass es frustrierend ist, wenn man oft auf solche Leute stößt. Letztlich muss einem selbst seine Kunst gefallen. Findet ein anderer Gefallen daran, und sei das Bild / Stil / Zeichenfortschritt noch so seltsam, well... dann ist das wohl einfach so... :) Man muss sich damit abfinden, dass es Leute gibt, die keine Verbesserungen wollen oder sich nicht mit Tutorials etc. beschäftigen wollen, um höher zu steigen. Aber wie gesagt, muss man sich mit abfinden. Es sind ihre Werke - ich kann verstehen, mit Kritik meint man es gut. Aber wer resistent dagegen ist, das ist dann wohl auf eigene Verantwortung :)

Ich hab früher immer von den Leuten geschwärmt, die viel besser waren als ich, und wollte unbedingt genauso gut sein. Entsprechend begann ich, irgendwann nach Verbesserung zu streben. Man hat Vorbilder und Freunde, die einem dann auch was lehren und ja, manche streben dann eben nach Höherem und andere nicht...
Mit freundlichen Grüßen: Aurora-Silver
Bastelei-Freischalter, ALB Auswähler und Helpdesk-Mitarbeiter

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Zuletzt geändert: 06.05.2018 16:02:00



Von:    AmbergrisElement 07.05.2018 06:55
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Das stimmt allerdings...Wenn aber jemand sein Bild auf einer öffentlichen Seite postet und die Kommentarfunktion nicht deaktiviert, sollte eigentlich auch damit rechnen, dass seine Arbeit kritisiert wird, oder? Schließlich gibt es immer noch so etwas wie freie Meinungsäußerung.

Das ist bei meinen Bildern genauso; manchen gefallen sie, manchen nicht. Ja, das kann ich verstehen. Ich kann auch verstehen, dass manche Leute in dieser Hinsicht etwas empfindlich sind. Das ist aber noch lange kein Grund, jemanden anzugreifen, der etwas kritisiert. Wenn ich eine Kritik auf einem meiner Bilder bekomme, bedanke ich mich höflich und achte das nächste Mal besser auf Fehler. Ich muss da nicht so ein Drama draus machen.

Das stimmt:) Ich habe dieses Verhalten allerdings auch von Leuten gesehen, die Commissions für nicht wenig Geld anbieten und dafür habe ich dann absolut kein Verständnis.

Ich genauso. Da hast du sehr gut meine eigenen Gedanken beschrieben.:) Schön, dass ich mal mit jemandem vernünftig über das Thema diskutieren kann :)



Von:    Aurora-Silver 07.05.2018 11:39
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Klar, mit sowas sollten sie immer rechnen. Wer was öffentlich postet, kann nicht immer nur Lob erwarten :) Darauf musste ich einige auch schon hinweisen, dass es eben jene geben wird, die das, was du machst, mögen, und andere, die es eben nicht mögen und dies schreiben / andere Meinung haben / dich kritisieren werden. Das ist im Internet nunmal so. Möchte man sowas nicht hören, darf man es nicht hochladen :) Oder muss sich halt ein dickes Fell anschaffen bzw. damit leben, dass eben nicht nur gelobt wird.

Ich muss mich auch oft drauf gefasst machen, dass es Leute gibt, die meins nicht mögen. Das hält mich allerdings vom Upload nicht ab. Geschmäcker sind nunmal verschieden, das kann man nicht ändern, außer die Person findet eventuell selber doch Gefallen an den Bildern.

Commissions, da habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass viele ihre Werke unter Wert verkaufen, und man zB. oft mit Argumenten abgespeist wird, wie zB. bei digitalen Arts geht nur zu gern das Gerücht um, dass ja alles leichter wäre, weil man Dinge löschen könnte usw. aber das macht das digitale Zeichnen nicht automatisch leichter. Ist nur ein Gerücht. Letztlich braucht man mit beiden Media Erfahrung, und nichts erscheint durch Fingerschnipsen. Solche Leute, die das behaupten, machen einen auch Kunden oft madig oder eben auch die eigenen Bilder (oder sie haben andere... dümmliche Gründe, weshalb man die Commissions auch runtermacht).

Es ist als Künstler allgemein wohl schwer, Geld zu verdienen. Wenn man nicht bekannt ist / mainstream Dinge macht usw. Ich selbst bekomme nur selten Kundschaft. Und habe dafür oft beobachtet, dass Leute ihre Bilder preiswert anbieten, oder das komplette Gegenteil, dass Anfänger sich überteuert anbieten, und damit auch Erfolg haben. Es ist schon seltsam...

Immer gern. Ich weiß, sowas ist irgendwo bitter, wenn man den Usern nur Gutes will mit der Kritik, aber erzwingen kann man es letztlich nicht.
Mit freundlichen Grüßen: Aurora-Silver
Bastelei-Freischalter, ALB Auswähler und Helpdesk-Mitarbeiter

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Von:    Shiv0r 07.05.2018 17:29
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Das hat nur nicht wirklich was mit Professionalität oder dem Hobby zutun sondern schlicht mit einer Charakterschwäche mit der man offensichtlich nicht gut umgehen kann.

Es zeigt auch noch um so mehr Charakterschwäche wenn man mit Lob völlig konform geht aber Kritik per Bildbeschreibung vorne rein ablehnen möchte. Wenn Leute kein Feedback haben wollen, dann können sie auch die Kommentare schlicht und ergreifend deaktivieren. So tue ich das auch hier mit dem Bewertungssystem auf Animexx, da es veraltet ist und für mich absolut kein Wert hat ob ich nun eine 1 oder eine 6 bekomme.

Wenn sich Leute nicht gezielt weiterentwickeln wollen ist das okay aber dafür muss man es nicht in der Beschreibung erwähnen, dass sieht man eh schon sehr schnell anhand der Gallerie.



Von:    AriyaLothiriell 08.05.2018 13:55
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Ich finde es voll ok wenn Leute so etwas schreiben.
Hat für mich auch nichts mit Charakterschwäche oder dergleichen zu tun. Natürlich gibt es auch welche, die einfach nur Lob haben wollen und mit Kritik grundsätzlich nicht klar kommen. Es gibt aber auch andere Gründe, warum man keine Kritik von 'random' Personen aus dem Internet haben möchte.

Bei mir ist das zum Beispiel auch der Fall. Ich persönlich bin sehr kritikfähig, suche auch zu jedem wichtigem Bild an dem ich arbeite, gezielt bei anderen Künstlern Kritik.
Das sind aber Leute, die mich persönlich als Mensch und Künstler kennen, die wissen, welche Ziele ich mit meinen Werke verfolge und wie ich mich über die letzten Jahre entwickelt habe. Diese Leute sind dazu in der Lage mir Kritik zu geben, die mir auch tatsächlich was bringt. Und diese Kritiken sind hart. Nicht selten fange ich Bilder komplett neu an, weil sie eben nicht funktionieren.

Leute, die mich nicht kennen, die 1-2 Bilder von mir gesehen haben, haben keinen Plan, wer ich bin, oder was ich mit meiner Kunst machen möchte. Sie sind nicht dazu in der Lage mir eine fundierte, zielgerichtete Kritik zu geben. Allenfalls können sie mir offensichtliche Sachen aufzählen, wie 'der Arm ist zu lang, oder die Values sind nicht stimmig', oder fallen ins subjektive. Aber eben keine richtige, ausführliche, auf mich persönlich zugeschnittene Kritik, die mich als Künstler weiter bringen würde.

Ich finde es selbst daher auch schwierig Portfolio Reviews zu geben. Wenn ich dazu Anfragen kriege, frage ich zuerst nach der Lebensgeschichte der Person und ihren Zielen mit der Kunst. Vorher gebe ich keine Kritik. Und auch dann bleibe ich vorsichtig.

Und manchmal, wenn man einfach nur zum Spaß irgendwas zeichnet, dann will man auch einfach keine Kritik. Ich lade auch manchmal Skizzen hoch, bei denen ich mir denke, "eh naja...", aber viele Follower sind überglücklich wenn sie mal Skizzen sehen. Und wenn dann irgendwer daher kommt und meint er müsste jede einzelne Skizze bis in Detail auseinander nehmen, hat er den Sinn von Skizzen nicht verstanden. Die sind zum Üben da und müssen nicht perfekt sein.
Zuletzt geändert: 08.05.2018 13:57:09



Von:    Ellerfru 08.05.2018 15:54
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Ich kanns schon irgendwie nachvollziehen. Zumindest könnte ich mir denken, dass viele Leute, die gezielt keine Kritik ihrer Werke wünschen, eher die Erfahrung gemacht haben, dass die meiste Kritik, die man von random Personen im Internet bekommt, eben NICHT zielführend ist. Es gibt einige Leute, die wirklich hilfreiche Tips etc. geben - aber auf jeden davon kommen 10, deren "Kritik" von "sinnlos" bis "offen böswillig" reicht.

Nur mal so als Beispiel die sinnloseste Kritik, die ich je hier auf Animexx bekommen hatte: da hatte ich ein Bild auf strukturiertem Papier gemalt, und erhielt dazu (wörtlich weiß ich nicht mehr, aber ziemlich genau) den Kommentar "Nimm ruhig mal glatteres Papier, darauf kriegst du gleichmäßigere Farbverläufe hin!" - und ich saß da so... ach nee??? Über den "Tip", dass ein anderes Bild zwar ganz gut aussehe aber mit Copics statt Aquarell viel besser hätte coloriert werden können, war ich ebenfalls eher amüsiert. XD

Und es wird halt auch viel Kritik der Sorte "sieht doof aus!!!!11" ohne konkrete Verbesserungshinweise verteilt, oder Kritik, die sich auf die Motivwahl bezieht und nicht auf die technische/kompositorische Umsetzung. ("Ich finde Elfen hässlich" ist keine brauchbare Kritik eines Elfen-Bildes. Und so weiter.) Dass darauf manche Zeichner keinen Bock mehr haben... Joah. Ich kanns verstehen.

Allerdings hab ich auch schon erlebt, dass Zeichner vollends austicken, weil irgendwer es GEWAGT hat, ihnen Hinweise zu Perspektive oder Schattensetzung oder was auch immer zu geben. Das würd ich allerdings auch als kindisch und unreif ansehen!



Von:   Escroe 12.05.2018 10:46
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
Ui, das ist ja quasi mein Thema und keiner gibt mir bescheid? Was seid ihr nur für gemeine Leute? XD

Zunächst einmal muss ich erklären, dass es mehrere Arten von Kritik gibt. Zusätzlich lässt sich Kritik grundsätzlich vom Verriss abgrenzen. Ein Verriss ist eine getarnte Kritik, um den zu kritisierenden öffentlich zu demütigen. Meist, indem man ihm kommunikative Logikfallen stellt, die er/sie nicht ausweichen kann. Eine Kritik hingegen ist dazu da, eine besserung der Zustände zu erreichen. Das geht über mehrere Wege. Es gibt also nicht wirklich "konstruktive Kritik", da Kritik immer konstruktiv ist. Wenn nicht, dann ist sie ein Verriss oder nur eine leere Worthülse. (Letzteres wäre z.B.: "Ich mag keine Meerjungfrauen, also ist dein Bild hässlich.")

Aber auch jede kritisierte Person reagiert unterschiedlich. Ich habe bisher oft erlebt, dass meine Kritik gern angenommen wird. Ich gliedere sie grundsätzlich in Elemente, die ich in einem Werk gut finde und solche, die dem Künstler helfen kann, seine eigene Gedankenwelt noch klarer darstellen zu können. Meist vom technischen Aspekt her. Also wie z.B. Tonwerte überhaupt funktionieren oder dreidimensionale Körper aufgebaut sind. Das sind grundlegende Dinge, die wir schon in der Schule lernen sollten, da sie nicht nur für Künstler essentiell sind. Wird uns dort aber nicht beigebracht.

Wie dem auch sei. Der Kritiker reagiert unterschiedlich. Die einen nehmen es dankend an, die anderen lehnen es komplett ab. Der Grund dafür ist das gesellschaftliche Denken über Kritik. Denn wenn wir das Wort "Kritik" schon hören, assoziieren wir es mit etwas negativem. Das ist aber gar nicht Sinn der Sache. Auch positiv soll eine Kritik nicht sein, sonst würde sie nicht ernst genommen. Sie soll den zu Kritisierenden helfen, auf eine neue Stufe seines Könnens zu steigen. Eine Kritik für einen Sportler wäre es, bei einem Sprung den Fuß anders aufzusetzen. Dabei wird nicht die Person an sich kritisiert, sondern die Haltung des Fußes analysiert und gegebenenfalls die Möglichkeit erörtert, ihn anders einzusetzen.

Viele Kritiker aber sehen das heutzutage als Möglichkeit, den zu Kritisierenden als Negativbeispiel darzustellen. Ungefähr so: "Deine Linien sind falsch. Die sind viel zu dick und wirken unspektakulär. Müsste der Charakter nicht anders stehen? Und überhaupt ist die Bildaussage eher langweilig." Hier ist der Kritiker in der Schuld, dem zu Kritisierenden keine Möglichkeit zu geben, sich weiter zu entwickeln. Er sagt ihm nicht, was man besser machen kann. Keine Option wird ihm gelassen. Keine Alternative, an der der zu Kritisierende erkennt, wie er sich und seine Werke optimieren kann.

Leider ist das heute ein übliches Verfahren. Man muss sich nur mal die Filmkritiken im Internet anschauen. Die meisten Kritiker haben oft gar keine Ahnung von Filmen oder Darstellung von Kunst. Sie haben sich selbst nie mit den Hintergründen der Schaffensprozesse befasst. In der bildenden Kunst ist das übrigens genauso. Oft sehe ich Kritiker, die keinen blassen Schimmer von der wissenschaftlichen Seite der Kunst haben. Aber es gibt auch fähige Kritiker! Nur viele der zu Kritisierenden haben das Mindset, dass jeder Kritiker selbst keine wirkliche Ahnung haben und den zu Kritisierenden nur vor der Öffentlichkeit bloßstellen wollen. Darum reagieren sie dann mit Ablehnung oder Entschuldigung. Auch denen gegenüber, die mit der Kritik den Künstler zur Selbstentfaltung verhelfen wollen, weil sie alle Kritikformen sowie den Verriss miteinander verwechseln. Sehr oft lese ich etwas von der "Diskussionskultur in Deutschland". Aber die meisten wissen gar nicht, wie man ein neutrales Gespräch mit offener Kritik führt.

Ich war früher selbst nicht anders. Bis einige ehemalige Animexxkünstler, die heute einige zehntausend Dollar im Monat verdienen, mir klar machten, was mit meiner Kunst nicht stimmt. Ich entschloss, mal genau zuzuhören, was sie mir zu sagen haben. Erst einige Jahre später verstand ich es auch. Und genau das muss ein Kritiker beachten. Heute bin ich selbst in der Lage dazu, technische Tipps in der Kunst zu geben.

Dazu habe ich mir ein ganz bestimmtes Vorgehen zurecht gelegt. Speziell auf die Kunst zugeschnitten:
Zunächst lobe ich das Werk in den Punkten, in denen es mir aufgefallen ist. Das sind oft grobe Züge und Elemente, die den ersten Eindruck vermitteln. Darauf sage ich dem Künstler, dass ich nun einige Hinweise geben möchte, wie das Werk noch stärkere emotionale Effekte auf den Betrachter haben könnte. Währenddessen sage ich ihm, welche Elemente ganz gut aussehen, aber wie die Anordnung oder Machart noch optimiert werden kann. Ich bekräftige den Künstler damit also in den Dingen, die er schon (wahrscheinlich unbewusst) beherrscht. Darauf kann man dann aufbauen, um andere Elemente, die er noch nicht so gut beherrscht, zu kritisieren. Das heißt konkret. Man sagt dem Künstler erst dann(!), was einem nicht gefällt, gibt ihm aber auch die Möglichkeit, sich darin zu entwickeln, indem man Alternativen beschreibt. Ungefähr so: "Der Kopf ist etwas zu klein geraten. Wenn du aber die Proportion des Gesichts anpasst, die Augen vergrößerst und die Haare nicht als primären Fokus des Kopfes darstellst, kommt dieser besser zur Geltung."

So und nicht anders sollte Kritik funktionieren. Es gilt dabei eine bestimmte Formel zu beachten: Neutrale Analyse, dann positive Merkmale, dann Merkmale, die dem Kritiker nicht gefallen und dann dem Künstler Alternativen bieten, wie er diese negativen Merkmale ausräumen kann. Das höchste Anliegen des Kritikers ist dabei nicht das Veröffentlichen seines eigenen Könnens, sondern es sollte stets die Optimierung der Fähigkeiten des Künstlers im Vordergrund stehen. Was der Künstler mit der Kritik anfängt, ist aber seine Sache. Da darf der Kritiker dann nicht mehr reinreden.

Um aber zum Thema zurückzukommen: Genau diese Formel ist aber das Problem, genauer die Nichtbeachtung dieser. Das Verständnis von Kritik ist heute, nur die negativen Merkmale eines Werkes hervorzuheben. Darum lehnen viele Künstler eine Kritik kategorisch ab oder beachten sie nicht oder entschuldigen sich für ihr Tun.
Es gibt also drei Reaktionen des zu Kritisierenden:
1. Ablehnung
Er findet den Kritiker generell im Unrecht. Er lehnt alles ab, was der Kritiker sagt. Eine Möglichkeit damit als Kritiker umzugehen, ist es, den zu Kritisierenden einzulullen. Ihn zu beruhigen. Dazu zunächst erstmal klären, was der Kritiker gut findet.
2. Ignoranz
Der zu Kritisierende geht nicht darauf ein und macht so weiter wie bisher. Hier kann man zwar weitere Werke des Künstlers kritisieren, aber es wird seine Meinung nicht ändern. Der Künstler sieht sich im Recht, auch wenn er falsch liegt. Ein häufig genanntes Argument dieser Sorte Künstler ist: "Ich schaffe es eh nicht, dieses Thema zu verstehen. Ich bin schlecht im Lernen, also beschäftige ich mich nicht damit." Hier kann der Kritiker nichts machen, außer sich über Jahre oder Jahrzehnte in Grundsatzdiskussionen mit dem zu Kritisierenden auseinander zu setzen.
3. Entschuldigung
Der zu Kritisierende sieht seine Fehler zwar und kommentiert die Kritik offen und ohne Vorbehalte, er wird aber nichts an seinen Werken ändern, weil er nicht weiß wie. Hier fehlt das Selbstbewusstsein des Künstlers. Der Kritiker muss hier besonders behutsam auf die Vorzüge der Werke des zu Kritisierenden eingehen. Der Künstler zweifelt an seinen eigenen Fähigkeiten. Er ist aber ein Rohdiamant, der sich noch selbst schleifen muss. Der Kritiker muss hier die Begeisterung im Künstler wecken, sich weiterentwickeln zu wollen.

Ihr seht schon, es ist ein riesen Thema. Und die Künstler sind nur bedingt daran Schuld, wenn sagen: "Ich will keine Kritik, ihr seid alle scheiße und nur meine Kunst ist toll." Sie sind genauso ein Opfer eines Systems, in dem Kritik vollkommen falsch eingesetzt wurde. Nur darum reagieren sie so ablehnend. Kritik sollte nur den letzten Rest aus dem Künstler herauskitzeln. Laut Duden ist eine Kritik eine "Fehler und Versäumnisse beanstandende, u.U. öffentliche Stellungnahme als Mittel zur politischen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung". Und letzteres Tatbestandsmerkmal wird oft vergessen, obwohl es der Kernpunkt der Kritik ist. Weiterentwicklung. Und wir als Kritiker sind genauso in der Pflicht eine richtige Kritik zu schreiben, wie der zu Kritisierende die Pflicht hat, wenn er sich weiter entwickeln möchte, diese auch anzunehmen. (Wenn nicht, dann nicht)

Edit: Erstellt niemals ohne Zustimmung des Künstlers ein Overpaint oder Overdraw. Das kann ganz schnell nach hinten losgehen. Musste ich auch erst schmerzhaft lernen. Klar kann man mit diesen Methoden eine Kritik ganz klar unterstreichen, aber viele Künstler mögen es nicht, wenn man es out of the blue macht.
Geht schlafen!
Geschnitten oder am Stück.
Zuletzt geändert: 12.05.2018 10:52:09



Von:    Shiv0r 12.05.2018 19:11
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Was richtig oder falsch an einer Kritik ist, sieht jeder anders. Ich für meinen Teil würde so wie du es beschreibst nie eine Kritik formulieren, weil sie nur verwässert und unötig aufgeplustert wird.
Es ist auch nicht in der Verantwortung des Kritikers die Kritik per Lob zu mildern um die Chancen zu erhöhen, dass derjenige sie annimmt.


Der Kritiker beschäftigt sich ohnehin stark mit dem Bild und wird im besten Falle sogar auch Lösungsvorschläge unterbreiten, wie man die Probleme im Bild fixen kann via Text oder/und sogar Paintover. Er investiert viel Zeit und bietet sogar im besten Falle die Antwort auf ein Silbertablett was wiederum viel Zeit dem Kritisierenden spart nach der passenden Lösung zu suchen.
Es sind nämlich die Fehler die daraufhin deuten wo die Komfortzone des Zeichners aufhören und wo er Zeit investieren sollte um diesen Umstand zu fixen, was zur einer Weiterentwicklung führt.


Man kann immer noch im nachhinein selektieren was in die Richtung geht, in der man gehen möchte falls das Feedback zu subjektive Thematiken anscheidet.
Aber denjenigen vorne rein abzulehnen, weil da ja kein Lob steht oder nur negative Dinge aufgelistet werden das ist schlicht und ergreifend unklug.



Von:    ElCidIV 12.05.2018 13:25
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Dann sollen se halt keine bekommen.
Ist ja nicht so, als wäre es Extra-Aufwand für mich KEINE Kritik zu schreiben.
Ob sich jemand verbessern möchte oder nicht kann einem selbst überlassen werden, dann gibt's halt auch kaum Lob.



Von:    DukeTeNebris 12.05.2018 13:38
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Auch Lob ist ja Kritik.
Und wer nicht will, der hat offenbar schon genug -- ich möchte da
niemandem etwas vorschreiben, raten oder beurteilen,
das wäre ja auch wieder Kritik, und die ist ja nicht gewünscht.
Und was interessieren mich Wildfremde?

Wer meine Kritik haben will, muß entweder mit mir befreundet sein,
oder mich mit seinen Werken amüsieren (dann gibts Kommentare kostenlos)
-- oder meine Stundensätze zahlen.
Es ist kein Anzeichen geistiger Gesundheit,
wenn man in einem verrückten System als gut angepaßt gilt.




Von:    bellwi 13.05.2018 18:55
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Ich finde es kommt da immer auf den Zusammenhang an.
Wie du schon sagtest, wenn es sich jemand zum Ziel gesetzt hat beruflich zeichnerisch bzw. kreativ tätig zu werden ist es eher unvorteilhaft nicht mit Kritik umgehen zu können. Da einem das so oder so begegnen wird.

Aber am Ende ist es ja dann doch jedem selbst überlassen und wenn jemand davon überzeugt ist, dass er es ganz alleine aus eigener Kraft schafft sich immer weiter zu verbessern und so keine Kritik möchte finde ich das auch vollkommen okay. Oder weil er vielleicht weiß, dass er noch nicht so gut damit umgehen kann. Oder vielleicht ist es der Person auch einfach egal. Dann ist es doch besser zu erwähnen dass meine keine Kritik möchte bevor sich jemand die Mühe macht etwas zu schreiben was dann am Ende doch umsonst war.
Also was halte ich davon? Mir ist es eigentlich egal, allerdings werde ich auch kein Lob hinterlassen da ich dann immer das Gefühl habe dass die Person nicht mit mir in Kontakt treten möchte. Aber ansonsten, tut es ja keinem weh. Deswegen finde ich auch nicht dass man es als unreif und kindisch bezeichnen sollte, auch wenn ich schon verstehe wieso du das so empfindest.

Viel schlimmer finde ich es wenn jemand offen und offensichtlich nach Kritik fragt, du dir die Mühe gibst etwas hilfreiches zu schreiben und am Ende wird es ignoriert oder man bekommt sogar eine eingeschnappte Antwort. Ich hab sicherlich auch schon oft Kritik bekommen, wo ich anderer Meinung war aber dann bedankt man sich einfach für das Feedback und gut ist es.
Also, ja, meiner Meinung nach gibt es nervigeres wie "Ich will keine Kritik"



Von:    Jonnyx87 08.07.2018 17:40
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Ich finde, dass das Internet natürlich irgendwo auch einem Haifischbecken gleicht, in dem nur selten angemessene Kritik geübt wird. Nichts desto trotz, wenn man etwas ins Internet stellt, kann man nicht erwarten nur positives Feedback zu erhalten, wer damit nicht klar kommt, sollte seine Bilder einfach nicht ins Netz stellen.
Mein erstes Musikvideo ist endlich fertig, schaut doch mal rein und sagt mir, wie es euch gefällt:

https://www.youtube.com/watch?v=vS_W4L2DToo



Von:    Euleweis 10.07.2018 15:55
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Die Bitte, ein Bild nicht zu kritisieren, habe ich auch einige Male gesehen. Genauso gab es Fälle, in denen sich auch ohne diesen Hinweis gezeigt hat, dass der Künstler die gegebene Kritik nicht möchte.

Früher konnte ich nicht verstehen, was man gegen Kritik haben kann. Sie kann sehr hart zu verdauen sein, aber man kann einen Nutzen daraus ziehen, wenn sich der Kritikgeber wirklich mit dem Bild auseinandergesetzt hat. Kritik wie "Sieht Mist aus" hingegen ist einfach nur grob.

Wenn damals jemand geschrieben hat, dass er keine Kritik möchte oder aufgebracht auf Kritik reagiert hat, fragte ich mich, warum derjenige die Chance sich zu verbessern beiseite schiebt.

Im Laufe der Zeit verstand ich, dass nicht jeder Profi werden bzw. von seiner Kunst leben möchte. Viele wollen sicherlich einfach nur ihr Hobby genießen und wollen sich nicht mit "Fehlern" auseinandersetzen. Ganz einfach, weil es keine Rolle spielt, ob die Proportionen stimmen, wenn der Künstler Freude am Zeichnen hat. :)

Seine Bilder dann ins Internet zu stellen und sie mit Gleichgesinnten zu teilen, ist völlig in Ordnung, auch wenn man keine Kritik möchte. Natürlich ist man neugierig, was andere davon halten. Wenn man dann allerdings Kommentare bekommt, die alles bis ins Detail auseinandernehmen, kann es wirken, als wolle der Kommentarschreiber das Bild schlecht machen (was oft nicht beabsichtigt ist). Das kann dann einem die Freude am Hobby vermiesen.

Natürlich muss man sich im Klaren darüber sein, dass man jede Art von Kommentaren bekommen kann, sobald man ein Bild im Internet veröffentlicht. Trotzdem finde ich es nicht fair, denen, die nicht gut mit Kritik umgehen können, die "Schuld" zu geben und zu sagen "Dann stell deine Bilder doch nicht ins Internet".

Was auch immer die Motive für das Ablehnen von Kritik sind, so finde ich mittlerweile, dass man das einfach respektieren sollte, auch wenn man es selbst nicht nachvollziehen kann. Ich persönlich gehe beim Kommentieren eher davon aus, dass dem Künstler der Spaß an der Sache wichtiger ist. Kritik gebe ich i.d.R. nur dann, wenn es ausdrücklich gewünscht ist.
Crystal & Scar [Fantasy/Humor]
In Crystal & Scar begleitet ihr den Naturfreund Almah auf seinem Weg, eine neue Welt aufzubauen. Jedoch holen ihn schon bald die Schatten der Vergangenheit ein und sein ehrgeiziges Vorhaben droht zu scheitern...



Von:    Taku 11.07.2018 20:10
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Das Thema wird auch seit über 15 Jahren nicht alt.
Jedes Mal, wenn ich mein eines Mal ins Forum schaue, wärmt es wieder wer auf... :D
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Eller's Handlanger Sklave in Ausbildung.



Von:    AmbergrisElement 07.10.2018 14:11
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Dass Hobbykünstler keine Kritik möchten, leuchtet mir ja irgendwie noch ein. Aber wenn ich diesen Satz bei Leuten lese, die Commissions für 25-45€ anbieten, denke ich mir nur "Ernsthaft??"



Von:    sma 08.10.2018 08:55
Betreff: „Ich will keine Kritik!” - Was haltet ih... [Antworten]
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Alter Thread ist alt...ich schreib jetzt trotzdem mal was dazu. ;)

Taku:
Das Thema wird auch seit über 15 Jahren nicht alt.
Jedes Mal, wenn ich mein eines Mal ins Forum schaue, wärmt es wieder wer auf... :D

Dass das Thema immer wieder aufkommt und offensichtlich aktuell bleibt kommt sicher nicht von ungefähr, denn wie Escroe schon gesagt hat:
Der Grund dafür ist das gesellschaftliche Denken über Kritik. Denn wenn wir das Wort "Kritik" schon hören, assoziieren wir es mit etwas negativem.
(...)
Und die Künstler sind nur bedingt daran Schuld, wenn sagen: "Ich will keine Kritik, ihr seid alle scheiße und nur meine Kunst ist toll." Sie sind genauso ein Opfer eines Systems, in dem Kritik vollkommen falsch eingesetzt wurde. Nur darum reagieren sie so ablehnend.

Das kann ich so nur unterschreiben! Sicher ist es immer einfach, die Schuld an die einzelnen Personen abzuschieben, aber es ist halt das System, was hinter den Personen steht, das Problem - auch wenn wir das halt meistens nicht erkennen, da wir selber halt immer nur auf den Mikro- (alsoindividuellen/persönlichen) Ebene agieren (können) und das System entweder "brav" reproduzieren oder als einzelne Person versuchen damit zu "brechen". Einer allein kann das System nicht ändern, dass geht nur gemeinsam (und nun genug mit dem Soziologie-Geschwafel...xD).

Grundsätzlich muss ich sagen: Leben und leben lassen. ;) Wenn jemand im Text zu seinem Bild schreibt, er möchte keine Kritik, dann ist es nicht meine Aufgabe zu hinterfragen, warum wieso weshalb das der Fall ist - sei es, weil er schlechte Erfahrungen mit Kritik von zufälligen (und anonymen) Personen im Internet gemacht hat, die Kritik als nicht zielführend empfindet, einfach nur zur Entspannung und zum Spaß malt oder die eigene Kunst schlicht für das allerbeste hält. Kostet mich ja nichts, kein Feedback zum Werk zu geben! Ich kenne ja auch die Person hinter dem Werk nicht.

Ich persönlich freue mich über jedes Feedback - ich will zwar in keinster Weise jemals mit eigenen Bildern Geld verdienen, aber persönlich weiterentwickeln möchte ich mich in diesem Bereich schon. Und oftmals ist es ja auch das Sehen, was nicht gezielt/geschult genug ist, weswegen Fehler gemacht werden. Und wenn ich Dinge nicht richtig sehen kann, kann ich sie auch nicht richtig umsetzen. Da hilft Anstoß von außen ja durchaus mal. Besonders wenn mal wieder dieser "irgendwas stimmt diffus nicht mit dem Bild, aber ich selbst erkenne nicht, was genau es ist" Moment da ist. Um so schöner, wenn dann eine gezielte, knackige Kritik von jemand anderem kommt, der dafür sorgt, dass es bei mir "klick" macht. ;)
Life isn't about waiting for the storm to pass.
It's about learning to dance in the rain.





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