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Thread: Scary Lessons-Bericht - Eure Meinung?

Eröffnet am: 05.05.2010 09:30
Letzte Reaktion: 15.10.2010 17:57
Beiträge: 2
Status: Offen
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- Scary Lessons




Verfasser Betreff Datum
Seite 1
Scary Lessons-Bericht - Eure M... 05.05.2010, 09:30
 Taichi Scary Lessons-Bericht - Eure M... 15.10.2010, 17:57
Seite 1



Von:   abgemeldet 05.05.2010 09:30
Betreff: Scary Lessons-Bericht - Eure Meinung? [Antworten]
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"Dass Mädchen jüngeren Alters sich gerne fürchten, ist nicht allzu selbstverständlich. Manch ein Geschöpf mag zwar eine Faszination für Vampire oder Zauberei haben, der Grusel ansich ist aber nicht unbedingt das, was jedes Mädchen sucht, wenn es beispielsweise einen Comic aufschlägt. Japanische Magazine für Shojo-Manga belehren eines Besseren, denn viele Zeitschriften haben eine seit Jahrzehnten andauernde Tradition, neben überzuckerten Romanzen und niedlichen Gelegenheitsteenagern auch deren Gegenteil einen Platz einzuräumen: Horror-Manga. Die junge Zeichnerin Emi Ishikawa – 2005 erschien ihre erste professionelle Veröffentlichung – schließt sich dem an und lehrt uns mit ihren Scary Lessons, die bislang zwei Bände umfassen, das Fürchten. Diese erscheinen seit 2008 im Magazin Ribon und nun auf Deutsch bei Tokyopop.
Der erste Band von Emi Ishikawas Serie bietet sechs in sich abgeschlossene Geschichten sowie ein Sonderkapitel. Alle beschreiben auf eine eigene Art und Weise Horrorgeschichten mit jungen Mädchen als Protagonistinnen, wobei die ersten vier Episoden Teile der Scary Lessons-Reihe sind und die beiden anderen Episoden Kurzgeschichten, die die Zeichnerin vor Beginn der Hauptserie veröffentlicht hat.

So hat in der ersten „Scary Lesson“ die Grundschülerin Mio die Angewohnheit, in den Pausen zwischen den Unterrichtsstunden gelangweilt an ihrem Platz zu bleiben, während alle anderen gemeinsam herumkreischen und begeistert die neuesten Neuigkeiten diskutieren – zu ihren jeweiligen Lieblingsvideospielen. Mio hat keine Spielkonsole, weil ihre Mutter ihr keine erlaubt, und ist dementsprechend wenig darüber erfreut, dass alle nur noch an ihren kleinen Bildschirmen hängen. Und genau in dem Moment, in dem sie sich denkt: „Wenn das so weitergeht, werden mich alle meine Freunde ignorieren“, findet sie auf der Straße eine Spielkonsole. Einfach so. Ein lustiges Spiel mit niedlichen Tieren ist auch gleich dabei und reißt Mio sofort in seinen Bann. Der Spieler muss sich immer zwischen zwei Antwortmöglichkeiten entscheiden und bestimmt so den Verlauf des Spiels selbst mit. Dabei bemerkt Mio zunächst nicht, dass das Spiel so manchen Einfluss auf ihr Leben zu haben scheint. Die Situationen des Spiels scheinen sich nach und nach immer mehr auf Mios eigenes Leben umzulegen…

Eine ähnliche Ausgangssituation bietet eine der anderen Unterrichtsstunden. Anna hat kein Handy, bekommt nie die Kleidung, die modern ist und die auch alle anderen Mädchen in ihrer Klasse haben, und überhaupt wünscht sie sich manchmal, eine andere Mutter zu haben, eine Mutter, die ihr alle Träume und Wünsche von den Lippen liest. Als sie im Internet zufällig auf die Website einer solchen Mutter stößt, ist sie ein wenig neidisch und nimmt kurz Kontakt mit der Betreiberin der Internetseite auf. Diese erwidert überraschenderweise Annas Nachricht mit einer prompten Antwort und spielt fortan Seelenklempnerin, wenn Anna wieder einmal sauer auf ihre eigene Mutter ist, überhäuft sie aber bald schon mit Geschenken per Post, dem lang ersehnten Handy beispielsweise. Irgendwann hört Anna das Gerücht, die Tochter, die die Internet-Mami virtuell als die eigene anpreist, sei ein entführtes Mädchen. Alles spitzt sich auf ein unüberwindliches Ende zu.


Den Geschichten gemein ist, dass sie die typischen Gedanken, Wünsche und Probleme heutiger Grundschülerinnen überspitzt darstellen und ins Extreme treiben. Denkt ein Mädchen darüber nach, eine andere Mutter haben zu wollen, wird der Wunsch tatsächlich Realität – und stellt sich als Fehler heraus. Es scheint doch so manch Wichtigeres als ein Handy oder die neueste Markenmode zu geben. Ishikawa blendet unsere Hoffnungen und unsere Sympathien mit haufenweise Unhappy Ends. Besonders brutal verläuft die – von Scary Lessons unabhängige – Geschichte „Das schwarze Poesiealbum“, die gar mit einem Gemetzel endet, das in einem Manga für Grundschülerinnen so wohl nicht ganz üblich (und altersgerecht?) ist, während dagegen „Der Ruf des Meeres“, die andere vollständig eigenständige Kurzgeschichte, mit einem offenen und optimistischen Hoffnungsschimmer, wie man ihn sonst nur aus Confidential Confessions kennt, abschließt.

Dass Ishikawa auf so eine sadistische Weise mit ihren Figuren umgeht und sich nicht darum schert, ob diese ihrem Schicksal erliegen – sie seien ja schließlich selbst schuld daran! –, funktioniert, weil sie eine Erzählerin einführt. Yomi heißt diese, ein Geistermädchen ohne Unterleib, das uns auf schwarzen Seiten am Anfang und am Ende in die Lektion der jeweiligen Geschichte ein- und entführt. Der Erzähler als Einführender ist ein typisches Stilmittel im Genre Horror, das sich oft, Kurzgeschichten widmet anstatt langen, durchgehenden Handlungssträngen – wie etwa in Hideshi Hinos The Collection oder eben in Scary Lessons.
FAZIT:
Mit Scary Lessons zeigt TOKYOPOP uns eine ungewöhnliche Seite japanischer Grundschullektüre. Geschichten mit typischem Shōjo-Zeichenstil werden auf fast schon bizarre Weise mit typischen Horrorelementen verbunden und halten Jugendlichen mit einem ziemlich leichtfertig erhobenen Zeigefinger einen ziemlich gnadenlosen Spiegel vor. Emi Ishikawa bietet kurzweilige Lektüre, die mehr zum Staunen und aus Faszination für eine gewisse Ironie, denn aus Grusel äußerst unterhaltsam ist.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!"



So der Bericht einer Anime-Seite.

Was denkt Ihr?
Trifft der Text zu?

Ich glaube, ich hätte es nicht viel besser ausdrücken können. :P





Von:    Taichi 15.10.2010 17:57
Betreff: Scary Lessons-Bericht - Eure Meinung? [Antworten]
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yoah is ganz gut ^^ der manga is auch der hamma xD





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