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Fern der Heimat

von

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Das nächste Training - Fuuton Chibi Renkuudan

Der kommende Morgen begann relativ unspektakulär wenn man so wollte, es wirkte wie ein normaler Tag in einer normalen Patchwork-Familie. Mit dem Unterschied dass die Herrschaften des Hauses wohl wieder einmal ausgeflogen zu sein schienen – wohin auch immer. Möglichkeiten gab es nicht allzu viele, aber zumindest Arishi interessierte es relativ wenig wohin diese Leute verschwunden waren. Ein ruhiges Haus bedeutete zumindest in diesen vier Wänden niemanden der einen überwachte...oder...nein, aus! Nicht daran denken!

Kurenai war kein Spion...zumindest noch nicht. Und erst recht nicht für Kouseiyouso, dazu hatte sie nicht das Handwerkszeug soweit die Uchiha es einschätzte. Genau wissen war natürlich wieder eine andere Geschichte, doch sie wollte nicht ZU neugierig sein, da das genau so verdächtig wirken könnte.

Nach einem wie schon erwähnt relativ unspektakulären Start in den Tag machten sich die beiden Kunoichi getrennt auf zu ihrem geheimen Plätzchen...wobei Arishi einen eher ungewöhnlichen Weg wählte, von dem Kurenai schlicht nichts wissen oder erfahren durfte.

Unsichtbar durch das Meisai Gakure no Jutsu machte sie sich aus dem Fenster auf den Weg. Das war zwar ein wenig dumm und Chakraverschwendung, doch die Uchiha wollte nichts riskieren und hatte den Karottenkopf daher angewiesen schon einmal vorzugehen.

 

Dort angekommen, wurde die Dame erst einmal wieder sichtbar, natürlich direkt hinter ihrer braven, leider immer noch ein wenig sehr zurückhaltenden Schülerin.

"Da bin ich...nicht erschrecken." Wie sollte man sich bitte nicht erschrecken, wenn quasi aus dem nichts hinter einem eine Person auftauchte und dann auch noch mit einem zu reden schien? Richtig, das war fast nicht möglich. Man konnte sehen dass die junge Ame-Nin einen erschrockenen Luftsprung machte sowie ein 'Iek!' auf die Welt losließ, doch mehr passierte nicht. Gehört hätte es zwar so oder so niemand weil sie hier auf einer Waldlichtung waren, doch man musste sein Glück dennoch nicht herausfordern, wie die Uchihadame befand. Diese sprach im Übrigen, nachdem Kurenai sich einigermaßen beruhigt hatte, sogleich weiter und positionierte sich dabei vor dieser.

"Alsooo...fangen wir zunächst mit ein wenig Theorie an...erklär mir doch bitte noch einmal den Kern-Nutzen von Fuuton Chibi Renkuudan und wie die Jutsu in der Theorie funktioniert, dann können wir da weitermachen wo wir gestern aufgehört haben. Alles in deinen eigenen Worten. Nicht in meinen."

 

Dass sie das nicht extra würde erklären müssen war der Dame eigentlich klar, dennoch, der Vollständigkeit halber hatte sie es erwähnt...falls Kurenai gedachte das was ihr gestern erzählt worden war wortwörtlich wiederzugeben wie ein Tonbandgerät – was nun nicht unbedingt Sinn des ganzen Unterfangens war.

Dieses Mal dauerte es nicht gar so lange, bis eine Antwort kam – und die Ame musste noch nicht einmal ihr schlaues Notizbuch bemühen um zu 'spicken'. Das war nämlich in keinem Wort explizit verboten worden und dennoch ließ der Karottenkopf es bleiben...hatte sie etwa schon wieder Angst? Gut möglich, doch wollte sich Arishi darüber nicht unnötig den Kopf zerbrechen, sie hatte gerade genug damit zu tun mit dem durcheinandergewürfelten Hormonhaushalt klarzukommen und dabei auch noch zuzuhören...das war vorhin beim Herschleichen schon schwer genug gewesen.

"Fuuton Chibi Renkuudan ist eine...uhm...a-a-abgeschwächte Form von Fuuton Renkuudan. Dort wird mittels k-k-k-komprimiertem Elementchakra eine Art Kugel erschaffen und auf das Ziel gespuckt... Nicht gut gegen viele, aber gegen ein einzelnes Ziel. A-A-Außerdem...richtet es nicht viel Schaden an, kann aber Einschränkungen verursachen die über die Zeit Vorteile mit sich bringen... Ihr Haupt-Nutzen ist im Kampf-Bereich...a-ansonsten weiß ich gerade nicht weiter... Aber ich kann die Fingerzeichen noch!"

Auf diese relativ piepsige Erklärung folgten zwei Demonstrationen der Fingerzeichen, diese waren sogar beide korrekt, wenn auch noch etwas langsam. Daraufhin zog die junge Dame erst einmal den Kopf ein – wieder einmal reflexartig. Dabei sollte sie mittlerweile wissen dass sie vor der Ex-Konoha wider Willen keine Angst zu haben brauchte.
 

"Gut gut, das ist soweit in Ordnung...dann kannst du jetzt anfangen. Beginne am Besten erstmal mit kräftigen Atemübungen, das wird das Beste sein. Immerhin geht es hier auch im die Luft die du atmest und da ist das ein wenig...sagen wir nicht ganz so einfach wie es sich auf den ersten Blick anhört. Komprimiertes Fuuton-Chakra klingt zwar leicht, aber es so zu komprimieren ist nicht einfach. Die Kraft muss daher zwingend aus der Lunge kommen, zusammen mit dem Chakra und genügend Konzentration solltest du es bald hinbekommen...vielleicht sind wir heute Abend ja fertig. Oder hattest du vor hier zu übernachten? Ich hätte ein Zelt dabei." Dass der vorletzte Satz eher scherzhaft gemeint war seitens der Schwarzhaarigen, musste man nicht extra erwähnen, sie lachte sogar leise dazu, wurde kurz darauf jedoch ein wenig beleidigt gepiekt könnte man meinen. Das Schmollgesicht ihrer Schülerin dabei war einfach Gold wert, allein die aufgeplusterten Wangen waren es dreimal Wert.

"Ich werde selbst ein wenig trainieren, während du übst. Sonst roste ich noch ein...aber das heißt nicht dass ich nichts mitbekomme...also streng dich an."

 

Mit diesen Worten auf den Lippen verfärbten sich wieder einmal die Augen der Uchiha, als ihr Sharingan zum Vorschein kam, und sie begann ihre eigenen Übungen, während Kurenai gleichzeitig den praktischen Teil von Fuuton Chibi Renkuudan anging. Dieser Part war der Schwierigste von allen, wenn man nicht gerade eine Affinität zum Windelement und damit ein besseres Gespür für das entsprechende Elementchakra hatte.

Gerade da musste man aufpassen nicht zu viel Chakra zu verwenden, da es sonst zu dezenter Atemnot aufgrund der komprimierten Luft führen könnte, aber Arishi hoffte im stillen, dass der Karottenkopf ihr gegenüber es nicht zu weit trieb und am Ende dann japste wie ein kleiner Hund. Doch wie es aussah, setzte die Jüngere gleich den ersten Versuch in den Sand, da sie die Luft nicht ausreichend komprimiert hatte und ihrer Sensei, die gerade damit begonnen hatte in unmittelbarer Nähe zu ihr ihre Arme zu dehnen, einen stärkeren Windhauch ins Gesicht pustete. Den dezenten Geruch von Reis und Seetangblättern einmal außer Acht gelassen, war das irgendwo schon sehr sehr niedlich, aber gleichzeitig auch ein guter Start. Denn es zeigte, dass die Ame ein gewisses Gespür zu haben schien und die Idee war ebenfalls richtig, aber eben leider noch nicht ganz ausgereift. Doch daran konnte man ja arbeiten, nicht wahr?

 

Vielleicht mochte Kurenai der Meinung sein sie hätte versagt, müsste sich mehr anstrengen, dabei war sie so gesehen schon auf einem sehr guten Weg und man konnte sagen was man wollte, aber sie machte sich vergleichsweise gut dafür dass sie keine Affinität, sondern 'nur' eine Veranlagung für das Windelement hatte...auch wenn die Ex-Konoha wider Willen nicht wirklich irgendwelche Vergleichsmöglichkeiten auf Shinobi-Level hatte.

Aber das brauchte sie auch nicht, sie wollte nicht mit irgendwelchen Vergleichen anfangen - zumindest noch nicht...oder?

Wie auch immer, die Jüngere vollführte weitere Versuche, bei denen die Luft jedes Mal etwas besser komprimiert wurde...und schien dabei ihre Chakra-Reserven nicht vernünftig aufzuteilen beziehungsweise völlig zu vergessen, denn am Ende japste sie doch – weil ihr eben das Chakra ausgegangen zu sein schien.
 

"Na...was ist denn los? Du musst schon mit deinem Chakra haushalten...das geht so nicht. Ich kann mir das erlauben weil ich große Reserven habe...aber du musst es dir gut einteilen, wie ein gutes Gemüsecurry...das schlingt man auch nicht herunter, sondern genießt es. Verstehst du was ich meine? Ich sagte zwar, an die Grenzen zu gehen wäre gut um seine Reserven zu erweitern, aber Hauptsächlich geschieht das eben doch durch Meditation und andere mentale Übungen...und zwar während man gleichzeitig Chakra verbraucht."

Auf diese doch relativ harschen und belehrenden, aber nicht unfreundlichen Worte hin folgte ein langsames, bestätigendes Nicken, und die junge Dame zog eine leichte Schnute, ehe sie noch einen Versuch unternahm.
 

Dieses Mal war es Glück, dass die Uchiha gerade ein wenig anders stand als noch vor ein paar Sekunden, denn kaum waren die Fingerzeichen geformt und hatte Kurenai Luft geholt, spuckte sie kurz darauf eine Art komprimierte kleine Luftkugel aus, die sich in einen Baumstamm etwas weiter hinten bohrte und dort eine kleine Delle hinterließ.

Doch nicht nur das, als die Ame-Nin eben dies realisierte, machte sie glatt selbst Luftsprünge und lief zu dem armen Baumstamm, um ihn genauer zu betrachten – so auch Arishi, die von dem Luftzug der da an ihr vorbeigezogen war, etwas überrascht wirkte und sehen wollte was ihre Schülerin da nun angestellt hatte, dass sie gleich wie von der Biene gestochen los gerannt war.

Sicher, ihr Sharingan hätte ihr das verraten können und hatte es auch getan, doch damit gerechnet hatte die Uchiha dennoch eher weniger, und klopfte der jungen Dame anerkennend auf die Schulter, nachdem sie die Delle inspiziert und für in Ordnung befunden hatte.

 

"Sehr gut, das war doch schon deutlich besser als nur heiße Luft zu produzieren, nicht? Versuchst du das bitte noch einmal? Ich glaube du hast den Dreh raus...aber ich möchte sichergehen...das verstehst du doch sicher, nicht? Warte...ich gebe dir eine Vergleichsmöglichkeit."

Die gute Frau die eher auf den Namen Arishi als Yuko hörte, ging etwas auf Abstand und visierte den selben Baumstamm an, ehe sie flink Fingerzeichen formte und dieselbe komprimierte Mini-Luftkugel auf den armen Baum feuerte... Diese bohrte sich im Übrigen eine knappe Hand breit über Kurenais Delle in die Rinde und hinterließ eine solche von ähnlicher Tiefe.

 

"Hier...es sieht schon ungefähr gleich aus, du brauchst einfach nur noch mehr Übung, aber...versuch es einfach noch einmal, dann kann ich dich guten Gewissens entlassen...eh?"

Eigentlich hatte sich die Schwarzhaarige geschworen, sich nicht allzu sehr ablenken zu lassen, aber das Krächzen einiger wohlbekannter Vögel ließ sie kurz in den Himmel schauen und für einen Moment mochte man einen etwas wehmütigen Gesichtsausdruck erkennen, der jedoch bald wieder einer neutralen Miene Platz gemacht hatte. Alles nur damit man ja nicht zu viel erführe.

Um nicht versehentlich selbst zur Zielscheiben zu werden, entfernte sich die Dame kurz darauf von dem unfreiwillig zum Trainingsgerät umfunktionierten Baum, um den weiteren Versuch des Karottenkopfes in aller Ruhe mit ihren hübschen roten Augen betrachten zu können.

 

Und tatsächlich handelte es sich hier nicht um einen Glückstreffer, die Jüngere schaffte auch diesen Versuch fehlerfrei und dellte den armen Baum nur noch weiter ein - auch wenn es beileibe nicht tief war, aber nunja...wie auch immer.

Die Freude über den zweiten erfolgreichen versuch war der Ame-Kunoichi deutlichst anzumerken und sie fiel der Älteren der kleinen Runde um den Hals...ging jedoch bald darauf wieder auf gebührlichen Abstand zu Arishi.

"Das war, muss ich zugeben, sehr gut. Du lernst doch schneller als gedacht Kurenai-chan...also doch kein Camping im Freien. Wie schade. Du darfst jetzt gerne gehen...und denk daran was ich gesagt habe...nicht mit dem Chakra-Verbrauch übertreiben, sonst bist du im Ernstfall ein leichtes Ziel. Wir...sehen uns dann, wenn die Zeit reif ist. So lange musst du alleine weiter üben, wann immer du Gelegenheit hast." Damit, so der Plan der Uchiha, wäre zumindest von ihrer Seite aus das Training beendet und die Augen nahmen wieder ihre normale, fast schwarze Färbung an, während die junge Ame-Nin sich noch gefühlt tausende Male bei ihr bedankte und dann langsam aber sicher verschwinden würde, schließlich wollte sie nicht widersprechen.

 

"Bis bald, Ari-chan...ah, s-sumimasen. Ich...wollte nicht..."

"Ist schon in Ordnung, Kurenai-chan, es ist nur fair. Immerhin sollten wir auf Augenhöhe, wie zwei gleichwertige Personen miteinander sprechen." Es war zwar unhöflich anderen Leuten ins Wort zu fallen, aber da musste 'Ari-chan' einfach eingreifen, ehe Kurenai sich für etwas entschuldigte, wofür es keiner Entschuldigung bedurfte wenn man die Ältere so fragte.

Dass sie dem Ganzen mit einem fröhlichen Lächeln Nachdruck verlieh, war zwar nicht beabsichtigt, aber es erzielte zumindest den gewünschten Effekt...nämlich dass die Jüngere fürs Erste diese Angewohnheit ablegte. Denn ehrlich gesagt brachte das niemanden weiter und damit bremste man sich höchstens selbst aus.



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