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Bis(s) zum Ende der Ewigkeit

Meine Fortsetzung zur Bis(s)-Reihe
von

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Normalität

Autor: littleblaze

E-Mail: little_blaze_2000@yahoo.de
 

Disclaimer: Alle Rechte an den Bis(s)-Charakteren gehen auf das Konto von Stephenie Meyer und ich selber verdiene keinen einzigen Cent mit der Story.
 

Neue Charaktere, die Storyline [dementsprechend, die Story selber], selbsterstellte sowie editierte Bilder und sämtliche, für die Story erstellten Extras gehören mir und dürfen nicht ohne meine vorherige Zusage auf anderen Seiten, Portalen oder Foren gepostet werden.
 

Kapitel 15 - Normalität
 

Warum aber fühlte es sich dann nicht auch richtig an?

Ich ging aus dem Zimmer und die Treppe hinunter. Sie warteten und mich machte der Umstand, dass Alice und Jasper nicht zu meiner Unterstützung anwesend waren, ein wenig nervös.

Edward, Jacob und auch Carlisle würden sich zweifelsfrei dafür aussprechen, dass es kein gelungener Schachzug von mir gewesen war, Renesmee mit ihm gehen zu lassen, und wie Esme darüber dachte, konnte ich mir nicht genau denken. Also stellte ich mich darauf ein, drei Vampiren und einem Werwolf ohne jegliche Hilfe gegenüber stehen zu müssen, als ich die letzten Schritte zum Wohnzimmer nahm.

Sie schauten mich an, als ich es betrat.

Sollte ich zuerst etwas sagen, oder einfach warten, bis es einer von ihnen tat? Lange würde es eh nicht dauern. Doch was wollten sie hören? Eine Entschuldigung für meine Entscheidung? Die konnte ich ihnen nicht bieten. Denn auch, wenn es sich nicht gerade richtig anfühlte, sagte mir mein Verstand, dass es genau das war.

Esme lächelte zaghaft und Carlisles Kopf barg ein leichtes Schütteln. Edwards Blick ersparte ich mir.

Ich trat weiter in den Raum hinein und ging auf Carlisle zu.

„Es tut mir leid, dass ich dich… übergangen…“ War dies das richtige Wort dafür? „… habe. Ich musste einfach tun, was ich dachte, was für meine Tochter am Besten sei.“

„Und das, glaubst du, hast du mit deiner Aktion getan?“

Ich wand mich der erhitzten Stimme zu; Jacob war schnell auf mich zugeschossen und Edward hatte nicht einmal gezuckt, um mich irgendwie zu unterstützen.

„Ja!“, hielt ich mich davon ab, auch nur einen Millimeter zu weichen.

„Mit dieser Meinung stehst du aber ganz schön alleine da“, fauchte er mir ins Gesicht.

„Jacob, ich kann verstehen, dass du-“

„Nichts verstehst du, gar nichts!“, unterbrach er mich.

„Vergiss nicht“, beugte ich mich ihm ein wenig entgegen. „Ich kenne deine Eifersüchteleien schon.“

„Tzz!“

Er drehte sich weg, als wüsste er gerade nicht, was er darauf antworten sollte.

Was bildete er sich eigentlich ein? Über meine Tochter bestimmen zu können?

„Du wirst schon nicht tot umfallen, nur weil sie mit einem anderen ins Kino geht.“

„Bella…“ Esmes sanfte Stimme ließ mich sofort wieder runterkommen, bevor ich mir selber die Gelegenheit gab, überhaupt richtig hinaufzusteigen. „Du weißt genau, dass dies für uns nicht der ausschlaggebende Punkt ist.“

Sie war nicht böse auf mich, das zeigte mir ihr Blick, aber sie war besorgt, genau wie alle anderen im Raum.

„Natürlich weiß ich das, aber wir können sie doch nicht ihre ganze Kindheit lang einsperren, nur mit der Angst im Nacken, dass irgendetwas passieren könnte. Wir haben ihr schon so viel verweigert, es muss doch auch mal eine Ausnahme geben.“ Ich drehte mich so schnell zu Edward, dass ich für den Bruchteil einer Sekunde das Gefühl hatte, die Farben der Möbel würden sich mit denen der Wände verbinden; ein weicher Mokkaton. „Oder bin ich da wirklich ganz allein mit dieser Meinung?“

Ich denke nicht, dass mein Ausdruck bittend oder Hilfe suchend war. Viel mehr verspürte ich ein wenig Wut, besonders auf meinen Mann, der doch eigentlich meiner Meinung sein sollte.

„Niemand hier will dir etwas Böses, Bella.“

„Das weiß ich, Carlisle.“ Ich wand mich wieder ihm zu. „Und ich verlange auch gewiss keinen Orden für meine Tat, aber als Renesmees Mutter habe ich ja wohl die allgemeine Erlaubnis, für meine Tochter etwas zu entscheiden, oder etwa nicht?“

Mittlerweile fühlte ich mich wie in einem Käfig, umzingelt von Raubtieren, wobei der Gedanke auch nicht einmal so abwegig war; wobei Esme mir mit Blicken signalisierte, dass es okay war, Carlisle wahrscheinlich immer noch mit seiner eigentlichen Meinung hinter dem Berg hielt und Jacob so aussah, als würde er mich gleich fressen wollen. Nur bei Edward konnte ich nicht wirklich sagen, was er dachte; ihm lagen wohl weiterhin die Worte seiner Tochter auf dem Herzen. Gut so, wenigstens würde sein Vorwurf damit nicht ganz so laut widerhallen.

„Wir hätten vorher darüber reden sollen“, schaltete er sich endlich ins Gespräch mit ein.

„Ich dachte, das hätten wir.“

„Bella, du weißt doch genau, dass es nicht gerade fair dabei zuging.“

„Fair? Was meinst du damit? Das Renesmee ausgesprochen hat, wie sie fühlt und denkt?“

Edward blieben die nächsten Worte im Halse stecken und Carlisle trat beruhigend hinter mich.

„Wir sind nicht hier, um gegen dich zu sprechen, Bella. Und wir können auch verstehen, warum du so entschieden hast, aber es ist und bleibt nun einmal ein Umstand, der alle betrifft, und du kannst nicht einfach über uns hinweg entscheiden und uns somit in Gefahr bringen.“ Seine Augen zierten Strenge und eine Spur Verständnis zugleich. „Wenn nun etwas passiert, was dann?“, fragte er hart. „Willst du wirklich dafür ver-“

„Carlisle!“ Die Schwingungen, die den Ausruf trugen, waren nicht viel schneller bei uns, wie es Edward selber war. Beschützend legte sich sein Arm um meine Schulter. „Ich denke, sie hat es verstanden.“

Natürlich hatte ich das, aber die möglichen Folgen meines Handels waren mir auch schon zuvor bewusst gewesen… Es war trotzdem kein Grund, einem Kind all die Freude am Leben zu nehmen. Wenn es um die bloße Gefahrenabwendung gehen würde, dürfte schließlich keiner von uns jemals wieder das Haus verlassen.

„Das denkst aber auch nur du.“

Jacobs Worte waren in hartem Ton verfasst, sein Blick war ebenso unnachgiebig.

Er verließ den Raum, indem er aus dem Fenster sprang und in den Wald verschwand.

„Jake!“

Ich wurde am Arm aufgehalten.

„Lass ihn.“

„Er wird doch nicht…“

„Nein, er wird ihr nicht folgen. Er muss nur mal raus.“

Natürlich konnte ich Jacob verstehen, seine Situation, seine Gefühle. Aber ich dürfte sie nicht so hoch ansetzen, wie das Glück meiner Tochter. Immerhin war es ihr Leben und sie wurde nicht von irgendeiner idiotischen Prägung dazu gezwungen, sich an eine Person zu binden. In meinem Inneren war mir nämlich noch sehr wohl bewusst, dass ohne diese Prägung niemals ein so starkes Band zwischen den Beiden entstanden wäre… Renesmee wäre nämlich niemals da gewesen… denn er hätte… sie kurz nach ihrer Geburt getötet. Dem wirklichen, damaligen, nicht von einem überirdischen Zwang gesteuerten Jacob wäre sie nichts weiter wert gewesen als ihrem Tod gegenüber zu treten.

Ich schüttelte innerlich den Kopf und versuchte, mich wieder aufmerksamer dem Geschehen zuzuwenden, welches Esme und Carlisle, ohne dass ich es gemerkt hatte, verlassen hatten. Nur Edward und ich standen noch in dem großen Raum, der mir nun auf seltsame Weise ziemlich verlassen schien. Ich schaffte es nicht, Edward anzusehen, starrte nur weiterhin zum geöffneten Fenster, durch das Jacob geflüchtet war.

„An was hast du gedacht?“

„Jake und die Prägung und daran, dass…“

Ich wollte nicht weiter sprechen, denn ich hasste diesen Gedanken, den ich schon einige Mal in meinen Unterbewusstsein durchgegangen war. Ich war ihr einst so dankbar, dieser überirdischen Macht, da sie das Leben meiner Tochter gerettet hatte, aber mit der Zeit wurde sie zu einem Problem.

„Lass uns etwas raus gehen.“

Edward nahm mich bei der Hand und zog mich sanft zum Fenster. Einen knappen Meter davor stoppte er und nahm mich auf den Arm, ließ mich geschmeidig über den Fenstersims gleiten, so als wäre ich nicht selber in der Lage gewesen, diesen zu überwinden. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es ihm fehlt; meine Ungeschicktheit, meine Menschlichkeit; als suche er ununterbrochen etwas, vor dem er mich oder Renesmee beschützen könnte.

Wir gingen Hand in Hand in den Wald hinein, ließen einen kleinen Tümpel hinter uns. Die Luft roch angenehm, der morgige Tag würde sich mit voller Leidenschaft präsentieren.

„Sind sie sehr böse?“

Ich blieb stehen. Er drehte sich zu mir.

„Nein, sie sind nur besorgt.“

Er lächelte aufmunternd, ich wand den Blick ab.

„Und du?“

„Nein.“

Seine Fingerspitzen fuhren meinen Hals entlang und legten sich an meine Wange. Unverhohlen blickte ich ihn an.

„Ich habe Angst, Edward.“ Ich ließ mich in seine Arme gleiten. „Was geschieht nur mit ihr?“

Der Stamm eines kahlen Baumes bot ihm Halt, ich drückte mich noch tiefer in die Umarmung. Seine Finger fingen automatisch an, mit Enden meiner Haare zu spielen, und ich rechnete jeden Moment mit einer dieser Antworten, die mich glauben ließ, dass alles gut werden würde.

Sie kam nicht. Er schwieg.

Ich wand mich von seiner Brust ab und schaute hinauf. Ich wollte in seine Augen sehen, spüren, was ihn stocken ließ, doch schweifte sein Blick weit über mich hinweg. Kein angsterfüllter oder überraschter Blick, der einen in dieselbe Richtung schauen ließ, sondern ein Blick voller Leere.

Er bemerkte es nicht einmal, als ich mich von ihm drückte. Erst als meine Haare sich seinen Finger entzogen, blickte er mich an. Die Leere verschwand schnell und ein aufmunterndes Lächeln kam zum Vorschein.

„An was hast du gedacht, Edward?“

Er schüttelte den Kopf und lächelte mich weiterhin an. Es gab Momente, da empfand ich eine regelrechte Tötungslust, wenn er mir diese Geste zugestand.

„Nun sag es mir schon!“

Meine Hand schoss nach vorn und rammte seine Brust; wohl ein wenig zu hart. Der Baumstamm hinter ihm gab daraufhin ein ächzendes Geräusch von sich, mein Mann griff reflexartig nach meiner Hand. Erschrocken verstummte ich, verdrießlich blickte ich hinab.

„Ich habe mir vorgestellt, was passieren würde, wenn sie uns entgleitet, außer Kontrolle gerät und wir sie verlieren.“

Seine Worte schienen in seiner Kehle zu brennen; ihr Klang war ungewöhnlich rau.

Zorn gesellte sich in meinen Blick, als ich ihn damit bedachte. Obwohl ich selber schon einmal diese Gedanken getragen hatte, war es hingegen nicht tragbar für mich, wenn auch er es tat. Wer sollte mich dann von solchen Hirngespinsten abbringen?

„Und dann“, fuhr er fort, „habe ich versucht, mir vorzustellen, wie es dazu kommen sollte und mir fiel rein gar nichts ein.“ Seine Stimme senkte sich zu dem lieblichen Klang, den ich gewöhnt war. „Versteh doch, auch wenn sich ihre Kräfte verstärken oder sie mal aus Wut heraus jemanden zu Boden wirft, wird sie noch lange kein Monster werden, Bella. Sie selber und auch wir alle zusammen würden niemals zulassen, dass es soweit kommt. Sie wird doch schließlich… immer unser kleines Mädchen sein, oder nicht?“

Für einen kurzen Moment war ich sprachlos und alles in mir wollte so gerne seinen Worten Glauben schenken.

„Und was ist, wenn-“

„Nein.“ Ich wurde näher herangezogen. „So weit wird es niemals kommen, vertrau mir.“

„Ich möchte dir so gerne glauben“, ergriffen meine Finger den Stoff seines Shirts.

„Dann tu es einfach.“

Warme und ruhige Worte, die mich aber nicht die Tatsache vergessen ließen, dass es schon die eine oder andere Fehleinschätzung in unseren Leben gegeben hatte. Behutsam strichen seine Finger durch mein Haar, und plötzlich, ich weiß nicht was der Auslöser dafür war, musste ich an unseren ersten Hochzeitstag denken; einen eigentlich ganz normalen Tag, denn wir hatten uns vorgenommen, uns nicht mit prachtvollen Geschenken zu überhäufen. Was sollte man auch jemanden schenken, der so viel besitzt und sich darüber hinaus alles leisten konnte?

Doch zwei Tage vor dem besagtem Ereignis brachte eine Fernsehserie Edward auf eine Idee: Es galt, nur so viel Geld für das Geschenk des anderen auszugeben, wie sich die Zahl unseres Hochzeitstages jährte. Dementsprechend galt es ein Geschenk zu finden, das mit einem einzigen Dollar zu bezahlen war…

Edward kaufte ein Stofftaschentuch, welches er mit seinem und Renesmees Handabdruck versah. Es wimmelte von Liebesbekundungen der Zwei in jeder freien Stelle des Stoffes.

Mein Geschenk… war ein Lesezeichen, das ich beim Einkaufen gefunden hatte und welches meiner Meinung nach gut zu ihm passte. Später schämte ich mich so sehr dafür, dass ich mir nicht mehr Mühe gegeben hatte…

Doch warum dachte ich gerade jetzt daran? Unser vierter Hochzeitstag lag noch gut ein halbes Jahr entfernt und diese Geschichte hatte doch nichts mir der jetzigen Situation zu tun. War es nur Zufall oder hatte ich irgendetwas vergessen?

„Was sie wohl gerade macht?“

„Brav auf eine Kinoleinwand schauen, denke ich“, antworte ich ein wenig hastig und hoffte, dass es auch genau so sein würde.

Die Versuchung, Alice anzurufen und nachzufragen, nagte fast schon zerreißend an mir, doch ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass mir meine Entscheidung mittlerweile schräg im Magen lag. Tat sie das?

Edwards Finger lotsten meine Lippen zu ihm hinauf und bedeckte sie mit einem sanften Kuss. Erst jetzt, wo ich mich ihm entgegenstreckte, fiel mir auf, dass ich immer noch meine Schuhe trug, was eigentlich so gut wie nie vorkam, wenn ich durch den Wald lief.

Unsere Lippen festigten sich noch einmal, bevor sie sich voneinander lösten. Sein Blick drang suchend zu mir vor und ich lächelte leicht, schmiegte meine Wange an seine Handfläche, um ihn in Sicherheit zu wiegen. Über den kleinen Ausflug von Renesmee und Ian machte ich mir eigentlich gar keine Sorgen, es war viel mehr die Ungewissheit, die auch trotz guter Reden nicht aus meinem Kopf verschwinden würde.

„Sollen wir noch ein wenig weiter gehen?“

Er hatte diesen spitzbübischen Ausdruck im Gesicht.

„Ich würde lieber zurückgehen. Ich möchte da sein, wenn sie nach Hause kommt.“

„Okay.“

Er bedeckte noch ein weiteres Mal meine Wange mit seiner Hand und stahl mir für kurze Zeit den Atem, dann nahm er meine Hand und schwenkte in Richtung Haus ein. Mein Blick schweifte zum Himmel.

Es was ein recht schöner Tag. Die Wolken waren von der freundlichen Sorte, nicht der schweren, regnerischen Art, die mich früher schon vom bloßen Anschauen depressiv werden ließen. An einigen Stellen sah es sogar danach aus, als könnte sich die Sonne jeden Moment durch einen kleinen Spalt zwängen… schaffte es dann aber doch nicht.

Wir gingen schweigend zurück.
 

Jede einzelne Minute kroch nur so dahin. Die Zeit wollte einfach nicht schneller vorwärts schreiten und jeder weitere Kontakt mit der Uhr ließ sie mich nur mehr verfluchen.

Drei Stunden waren vergangen.

Zähe, nagende Stunden, in denen Alice es nicht für nötig gehalten hatte, uns auf dem Laufenden zu halten.

Ein Gespräch mit Carlisle und Esme, in dem wir uns noch speziell über Renesmee austauschten, brachte uns auch nicht wirklich weiter. Keiner hatte auch nur die kleinste Ahnung, was mit Renesmee passieren könnte, warum sich ihre Fähigkeiten ausweiteten. Wenn sie es denn überhaupt taten.

Denn eine ganz andere Theorie war die, dass sie bis jetzt einfach nur noch nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft hatte; doch so oder so, machte es mich wahnsinnig, nicht zu wissen, was genau mit meinem Kind los war.

Nach diesem Gespräch wälzten Carlisle und Edward erneut Krankenberichte und versuchten weitere Kandidaten zu finden, an denen sich Edward „probieren“ könnte. Es war für beide ziemlich wichtig, herauszufinden, warum Edwards Fähigkeit bei manchen Menschen nicht wirklich funktionierte, besonders nun, da sie erfahren hatten, dass Kajikas Krankheit nicht eindeutig zu bestimmen war. Mir hingegen lag dieses Thema immer noch schwer im Magen.

Kurz musste ich an Kajika denken, fragte mich, was er gerade wohl tat und dachte für eine Millisekunde wirklich daran, ihn einfach anzurufen und zu fragen. Jedoch scheuchte ich den Gedanken schnell wieder fort und widmete mich halbherzig der Beantwortung einiger E-Mails.

Den Sende-Button gerade ein weiteres Mal gedrückt, vernahm ich die Geräusche, auf die ich so sehnsüchtig gewartet hatte. Schnell klappte ich den Laptop zu und peitschte in Windeseile zum Fenster neben der Haustür. Als ich den Vorhang leicht zur Seite schob und den Wagen aufs Grundstück fahren sah, war ich schon nicht mehr allein. Vier Augenpaare blickten neugierig in die gleiche Richtung.

Schon früh war Lachen aus dem Wageninneren zu vernehmen; eine ungezwungene Atmosphäre schien zwischen den Insassen zu existieren. Fast alle Gesichter spiegelten dies wieder, abgesehen von einem. Jasper richtete seine Aufmerksamkeit unnachgiebig auf den Weg vor sich, bis er uns ansah. Ich wich einen Schritt zurück, als wäre ich gerade bei etwas Verbotenem erwischt worden.

„Es ist alles in Ordnung“, drängte sich Edward an meine Seite. Zweifelsohne ließ er seine Fähigkeit zum Einsatz kommen. „Hört sich an, als hätte sie viel Spaß gehabt.“

Ein erleichternder Ausdruck huschte über mein Gesicht.

„Ja.“

Der Wagen hielt, die Insassen stiegen aus und als ich den Gesichtsausdruck meiner Tochter erblickte, wusste ich, dass ich keinen Fehler begangen hatte.

Alice verabschiedete sich von Ian, während Jasper schon auf das Haus zukam. Wir drückten uns in den Hintergrund, damit wir für Ian nicht sichtbar wurden. Man brauchte nur in Edwards Gesicht zu sehen, um zu wissen, dass er Jaspers Gedanken durchsteifte, um alles über ihren kleinen Ausflug zu erfahren.

Mit einem hellen, wohlklingenden „Bye!“ drang nun auch Alice ins Haus ein.

Sie lächelte mich auf diese verspielte Weise an, nachdem die Tür hinter ihr ins Schloss gefallen war, und fing sofort an, zu berichten.

Ich war hin und her gerissen. Einerseits wollte ich jede Kleinigkeit über den Ausflug erfahren, andererseits spielte sich gerade eine kleine, schüchternde Abschiedsszene in unserem Vorgarten ab. Es war dieser Moment, den man schon so oft in Filmen gesehen hatte, mitfiebernd, ob der Junge das Mädchen zum Abschied küssen würde. Eine Szene, welches jedes Mutterherz erweichen lassen sollte.

Ich schielte immer wieder durch den Vorhang hinaus, hörte dem Gespräch zu, in dem es um den morgigen Tag ging. Ein weiteres Wiedersehen.

Meine Sinne in alle Richtungen versprüht, war ich erleichtert, Jacob nicht ausmachen zu können. Er war immer noch unterwegs. Wie würde er auf einen erneuten Kontakt reagieren?

Ian verschwand, ohne sich Renesmee genähert zu haben. Sie stand vor dem Haus und schaute ihm strahlend nach, winkte, wenn er sich noch einmal nach ihr umwand. Erst als er ein gutes Stück entfernt war, machten wir uns auf, das Haus zu verlassen.

„Momma…“, sprang sie mir in die Arme, drückte sich aber schnell wieder weg, um lauthals berichten zu können.

„Wir haben Popcorn gegessen und einen 4D-Film über Dinosaurier gesehen. Wir haben Eis gegessen, das war soooo groß…“ Sie gestikulierte wild mit den Händen und drehte sich im Kreis, damit sie jeden von uns anschauen konnte. „Alice hat mir ein Fahrrad und ein Buch gekauft, ach ja, und im Filmvorspann war ein riiieeeesengroßer Wolf zu seh-“

Ich war noch gerade über das Fahrrad verwundert, als sie nach einer Drehung einfach so stoppte. Wen sie in dem Kreis aus Personen suchte, konnte sie nicht finden.

„Wo ist Jacob?“

Schnell wechselten Edward und ich einen Blick.

„Er ist unterwegs, Schatz.“

„Ist er jagen… ohne mich?“

„Wir wissen es nicht“, kam ich meinem Mann zur Hilfe. „Er streift wahrscheinlich nur ein wenig herum.“

Sie schaute mich an und ich fragte mich, wie viel sie in meinem Gesicht lesen konnte.

„Vielleicht war ihm einfach nur langweilig, als du nicht mehr da warst“, versuchte nun Esme, den irritierten Blick aus dem weichen Gesicht zu verscheuchen. Ihre Hand lag beruhigend auf Renesmees Schulter.

„Ja, vielleicht…“

Ihre Mundwinkel präsentierte ein gespieltes Lächeln. Sie schien abwesend, als hätte sie den Faden verloren und wüsste nicht, wo sie wieder beginnen sollte.

„Warum zeigst du ihnen nicht dein Fahrrad“, trat Alice zu ihr heran und wies ihr sanft die Richtung.

Sie nickte leicht und ihr Lächeln wirkte sogar ein wenig ehrlicher, als wir uns alle um den Kofferraum des Mercedes versammelten.
 

In der Küche waren die dreckigen Teller schon wieder gesäubert, die Sonne verschwand vollends hinter den Wipfeln der Bäume und die einzelnen Fahrradteile des lila Mountainbikes warteten immer noch darauf, zusammengesetzt zu werden.

Es war schon spät und niemand wusste so genau, ob wir uns sorgen sollten oder nicht.

Natürlich sprachen alle dagegen, besonders in Renesmees Beisein. Alle taten so, als wäre es normal, dass Jacob den ganzen Tag verschwand. Doch das war es nicht.

Edward setzte sich zu unserer Tochter. Gemeinsam campierten sie auf den Rasen vor dem Haus und starten in den Wald. Ich selber hatte mich zu Alice und Jasper ins Wohnzimmer gesellt, wo Alice einen erbärmlichen Ersatz für Jacob abgab. Videospiele lagen ihr genauso wenig wie mir.

Ich lauschte hinaus, das Buch in meinem Schoß nur ein Vorwand; ich würde mich eh nicht darauf konzentrieren können, bis Jacob wieder sicher zu Hause war.

Edward ließ sich noch einmal den Kinobesuch in allen Einzelheiten erzählen. Er kicherte, als sie an der Stelle mit der demolierten Stuhllehne angelangt war, und versuchte sich den Film durch ihre Erzählungen hindurch vorzustellen. Irgendwann wurde es dann wieder eine zeitlang ruhig.

„Daddy?“

Sie legte ihren Kopf gegen seinen Arm.

„Ja?“

„Ist es in Ordnung, wenn Jacob es mir beibringt?“

Sie deutete mit der Hand auf den lila Metallberg.

„Aber natürlich.“

Er lächelte und küsste sie auf das seidige Haar.

„Du bist nicht traurig?“

„Na ja…“ Sein Mund verzog sich in komischer Form. „… dann bring ich dir halt das Autofahren bei, einverstanden?“

„Einverstanden.“

Sie drückte sich an seine Brust und ließ sich für einige Minuten von ihm halten.
 

Edward und Carlisle brachen kurze Zeit später ins Krankenhaus auf. Es war natürlich klüger, ihre Nachforschungen zu betreiben, wenn Carlisle Nachtdienst schob, und so blieb ich nach einem sanften Abschiedskuss alleine im Wohnzimmer zurück.

Alice und Jasper waren inzwischen auf ihr Zimmer gegangen und Esme zeichnete an einem neuen Bild für Carlisles Arbeitszimmer.

Ich beobachtete meine Tochter weiterhin dabei, wie sie sehnsüchtig zwischen die Bäume schaute. Es wunderte mich, dass sie dieser Tätigkeit mit solchem Eifer und Ausdauer gegenüber trat, denn eigentlich war sie ein sehr ungeduldiges Kind.

Ob ihr kalt war? Ob sie Hunger oder Durst verspürte? Fühlte sie sich einsam? Vielleicht sollte ich-

Ich brach den Gedanken ab, als ich das Geräusch schneller, starker Pfoten vernahm. Es brauchte nur einen Bruchteil einer Sekunde bis meine Tochter ebenfalls darauf stieß. Sie schoss in die Höhe und machte die genaue Richtung ausfindig. Ehe der erste Zweig sich bog, war sie schon losgerannt. Jacob schaffte es gerade noch, sich zu verwandeln und in seine Shorts zu schlüpfen, bevor sie ihn ansprang.

„Du stinkst.“

Es waren bestimmt nicht die Worte, die sie vorgehabt hatte, zuerst zu ihm zu sagen, und obwohl ihre Stimmlage von einem Ekel getragen wurde, drückte sie sich trotzdem näher an ihn heran.

„Da bin ich aber nicht alleine.“

Er hielt sie ebenfalls fest; ein wenig kühler als sonst, aber das schien sie nicht zu spüren.

„Wo warst du?“

Plötzlich drehte sie sich aus der Umarmung heraus und gab eine wütende Stimme preis. Er grinste über ihren kläglichen Versuch, böse zu wirken. Sie schnupperte an ihm.

„Öl, Benzin und-“

„Ich war in einer Autowerkstatt“, unterbrach er sie.

„In einer Autowerkstatt? Warst du mit dem Auto unterwegs?“

„Nein. Ich bin einfach nur spazieren gewesen und durch Zufall auf sie gestoßen. Ich kam mit dem Besitzer ins Gespräch und er zeigte mir, woran er gerade arbeitete und ehe ich mich versah, habe ich ihm geholfen zwei Wagen wieder flott zu machen.“

Der kleine Ausdruck von Stolz lag nur kurz auf ihm, schnell kühlte die Fassade wieder ab.

„Und was hast du so gemacht?“

„Du hättest anrufen können.“ Ließ sie sich nicht so schnell ablenken. „Wir haben uns alle Sorgen um dich gemacht.“

„Ich hatte kein Handy dab-“

„Das weiß ich auch, immerhin habe ich versucht, dich anzurufen“, unterbrach sie ihn. Ihre sanfte Stimme war laut und angespannt.

Erst passierte nichts, dann berührte er sie zaghaft im Gesicht.

„Es kommt nicht wieder vor, okay?“

Sie nickte leicht mit dem Kopf.

„Also, wie war dein Tag?“, versuchte er es erneut.

„Ganz okay… Alice hat mir ein Fahrrad gekauft.“

„Ein Fahrrad?“

„Ja, baust du es mir zusammen?“

Sie griff nach seiner Hand.

„Natürlich.“

Was ging nur gerade in ihr vor? Warum hatte sie nicht so energiegeladen von ihrem Ausflug erzählt, wie sie es zuvor getan hatte? Warum zeigte sie nicht mehr ihre Freude daran? Spürte sie etwa, dass es Jacob nicht gefallen würde?
 

Ich beobachtete die Beiden weiterhin; beim Zusammenbauen des Rades und beim gemeinsamen Essen in der Küche. Die Stimmung zwischen ihnen konnte man nicht wirklich beschreiben. Beide versuchten immer wieder, Nähe zum anderen herzustellen, doch irgendein komischer, kalter Wind schien diese immer zu begleiten.

Eigentlich wollte Renesmee auch noch das Fahrradfahren beigebracht bekommen, doch da sie an einem Stück gähnte, entschied ich, dass dies wohl besser ein Vorhaben für den nächsten Morgen sein sollte.

Esme und Jacob wünschten ihr eine gute Nacht und ich brachte sie hinauf in ihr Zimmer. Ich legte ihr ein neues Nachthemd hinaus, während sie sich die Zähne putzte, und schaute ihr beim Umziehen zu. Ich hatte immer noch so viele Fragen, welche sie mir nicht beantworten konnte. Doch eines wollte ich noch von ihr wissen: Wie sie sich so sicher sein konnte, dass nichts bei dem Ausflug passieren würde. Auch Edward hatte ich ganz vergessen darauf anzusprechen. Er hatte so komisch auf sie reagiert, nachdem sie es gesagt hatte.

Doch als ich ihr gerade den üblichen Gutenachtkuss geschenkt hatte und ganz beiläufig auf das Thema zu sprechen kommen wollte, fragte sie mich:

„Was bin ich, Momma?“

Ich setzte mich auf ihr Bett und schaute sie erst einmal nur sprachlos an. Sie schien meine Verwirrung zu spüren.

„Du sagtest heute Mittag, dass Menschen alles anders sehen. Bin ich denn nicht auch ein Mensch?“

In meinem Kopf fand ich den Zusammenhang meiner Aussage, es hatte mit dem Kuss an Ian zu tun gehabt.

„Eigentlich hatte ich nur ganz allgemein gesprochen“, versuchte ich einen Anfang zu finden. „Aber Schatz, du weißt doch, dass du nur halb menschlich bist.“

„Ja, aber… ich meine…“

Ich wartete geduldig, bis sie die richtigen Worte gefunden hatte; ehrlich gesagt wusste ich auch gar nicht, was ich hätte sagen sollen.

„Ich bin halb Mensch und halb Vampir, richtig?“

Ich nickte.

„Aber bin ich nicht noch irgendwas anderes? Gibt es keinen Namen für mich, werde ich immer nur ein Halbes davon und ein Halbes hiervon sein?“

„Wie kommst du denn jetzt darauf?“

„Ich weiß nicht.“

Sie zuckte die Schultern und senkte den Blick.

„Renesmee?“

Ich spürte eine plötzliche Unruhe, nicht wissend, ob sie von ihr oder von mir ausging.

„Ich fühle mich oft alleine, als würde etwas Wichtiges fehlen. Als wäre ich nicht komplett.“

„Aber du hast doch uns, Renesmee. Du wirst niemals alleine sein.“

„Ja, ich weiß, aber… ich weiß ja auch nicht, warum es so ist. Alle sind anders als ich…“

Unerwartet glitzerte Nässe in ihren Augen auf.

„Schatz!“ Ich drückte sie feste an mich. „Du bist etwas Besonderes, okay? Du bist aus der Liebe zu deinem Vater und mit entstanden; ein größeres Wunder, als wir alle je für möglich gehalten haben. Versprich mir, dass du das niemals vergisst… Versprich es mir!“

Ich presste sie an mich und konnte nur sacht das Nicken ihres Kopfes spüren.

„Es gibt einfach zu wenige von deiner Art, als dass sich jemand die Mühe gegeben hat, einen Namen dafür zu finden. Weißt du was…“ Ich wich ein kleines Stück zurück, als mir plötzlich eine Idee kam. „Was hältst du davon, wenn du dir einfach einen Namen überlegst?“

„Ich?“

„Ja, warum denn nicht? Irgendeiner muss es doch schließlich tun.“

Und auf einmal strahlte sie. Ihre Mundwinkel zogen sich zu einen breiten Lächeln hinauf und ihre Augen glänzten nicht mehr vor Traurigkeit.

„Wirklich?“

„Ja!“

„Und wenn es total blöd klingt?“

„Dann soll es halt so sein.“

Sie wischte sich die Tränenreste von den Wangen.

„Es bleibt einfach so lange unser Geheimnis, bis du einen tollen Namen gefunden hast.“

„Wir verraten es keinen?“

„Niemanden.“

„Auch nicht Daddy?“

„Auch nicht Daddy, wenn wir uns anstrengen.“

Ich lächelte und war überglücklich, diese kleine Krise in eine gute Richtung geführt zu haben. War es nur zeitlich bedingt gewesen, dass sie sich anders fühlte? Immerhin fühlten sich Millionen Teenager auf der Welt von ihrer Familie distanziert, anders und nicht verstanden. Warum sollte es uns anders gehen… uns, einer Familie, die wirklich etwas Anderes verbarg.
 

~ † ~
 

Am nächsten Morgen brachte Jacob Renesmee das Fahrradfahren bei. Wie nicht anders zu erwarten, dauerte es nicht einmal eine halbe Stunde, bis sie perfekte Kurven fuhr.

Meine Vorahnung hatte mich nicht getäuscht, die Sonne strahlte auf die Erde hinunter und ließ Vampirhaut wie tausende Diamanten funkeln.

Der Sonntag sollte ruhiger verlaufen, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Nachdem Renesmee mit Ian zu ihrer geplanten Fahrradtour aufgebrochen war und sich Jacob für einige Stunden abgeseilt hatte, um einem alten Mann in einer Autowerkstatt zur Hand zu gehen, wurde es ziemlich ruhig im Haus.

Es beunruhigte mich natürlich schon ein wenig, dass niemand mit den Kindern gegangen war, doch weder waren Fahrräder Bestand unseres Hauses, noch etwas Hilfreiches, was uns rundum vor den enttarnenden Sonnenstrahlen schützen könnte.

Es war sowieso ziemlich erstaunlich gewesen, wie ruhig alle auf das erneute Treffen von Ian und Renesmee reagiert hatten; ich hatte mir schon wieder ein paar gute Argumente zurecht gelegt, um ihr diesen Ausflug zu ermöglichen. Zu meinem Erstaunen waren sie nicht nötig gewesen.

Jeder hatte gerade irgendetwas zu tun; ich half Carlisle dabei, den gesamten Bestand des Kellergewölbes noch mal genau aufzulisten. Irgendwas war beim ersten Durchgehen wohl verloren gegangen und so musste die Arbeit noch einmal getan werden.

Ich war immer noch fasziniert von der Vielfalt an Büchern, Kunst und interessanten Schätzen, die sich unterhalb des Hauses angesammelt hatten. Der dunkle Gang machte mir nun nicht mehr so viel Angst. Na ja, Angst war vielleicht auch nicht das richtige Wort gewesen, eher so eine innerliche Unruhe, wenn ich an die feuchten, steinernen Wände dachte.

Aber nun war es okay, es war schön, Seite an Seite mit Carlisle etwas zu machen, wofür nur wenige Worte von Nöten waren. Ehrlich gesagt genoss ich gerade diese Ruhe. Lange würde sie garantiert nicht Bestand sein, spätestens am Dienstag, wenn Charlie, Seth und Leah kämen, würde es viel lauter im Haus werden.

Ich erwischte mich bei einem Grinsen.

Wie sehr ich Seth um mich herum vermisste, hatte ich schon beinahe vergessen. Er war immer da gewesen in den letzten Jahren in Forks, immer an Jacobs oder Edwards Seite. Ein Freund, ein Mitglied der Familie.

Und Charlie. Bei ihm war es anders; er war Familie. Aber bei ihm hatte ich schon früh gelernt, ohne ihn zu leben, ihn nicht so oft zu sehen… es war anders, wenn auch nicht weniger schön, ihn wiederzusehen.

Ich wünschte mir, es wäre schon Dienstag.
 

~ † ~
 

Doch leider folgte auf dem Sonntag erst einmal der Montag; Schule.

Kajika erwartete mich schon auf dem Parkplatz. Er grinste Edward reichlich überzogen an und mir fiel ein, dass ich Edward noch gar nicht berichtet hatte, was ich Kajika am Freitag erzählt hatte. Irgendwie war ich durch die Jagd, die Begegnung mit Ian und alles was sich daraus ergeben hatte, noch gar nicht dazu gekommen.

Ich stupste Kajika leicht in die Seite als er neben mir zum Stehen kam.

„Was sollte das denn?“

„Ach komm schon, ich bin so brav am Wochenende gewesen, da habe ich mir das doch wohl verdient.“

„Was meinst du damit?“

Alice, Jasper und Edward gingen weiter, während ich mit Kajika immer noch in der Nähe des Aston Martin stand.

„Na, obwohl es mich einige Male in den Fingern gejuckt hat, habe ich dich nicht angerufen.“ Er grinste schelmisch. „Immerhin wollte ich das Glück nicht unterbrechen… und, was hat er gesagt?“

Langsam dämmerte es. Er dachte, dass ich Edward von meinen Gefühlen zu ihm erzählt hätte.

„Na ja…“ Ich spielte mit, tat ein wenig verlegen. „Ich bin noch nicht so wirklich damit rausgeplatzt, nur Andeutungen, weißt du.“

„Ich kann dir gerne helfen, wenn du magst.“

Bring du erst einmal dein eigenes Liebesleben ins Reine, durchschoss es meinen Kopf.

Ich lächelte, verneinte sein großzügiges Angebot aber.

„Du solltest dich auf jeden Fall ranhalten.“

„Wieso?“

„Immerhin ist nächste Woche der Valentinsball.“ Er drehte mich um, damit ich Edward im Blick hatte. „Es gibt viele, die nicht warten werden.“ Er zwinkerte.

Ich versuchte einen für die Situation passenden, besorgten Ausdruck aufzusetzen, während ich meinen Ehemann dabei beobachtete, wie er von Anfragen einer halben Dutzend Mädchen bombardiert wurde. Dass ihre Chancen weit unter Null lagen, konnten die armen Dinger ja schließlich nicht wissen. Ich hakte mich bei Kajika ein und ging mit ihm zusammen an der Traube, die sich um Edward gebildet hatte, vorbei. Es hatte schon was für sich, sich seiner Liebe so sicher sein zu können.

Abgesehen davon ging es mir gerade super. Ich wusste nicht, ob es das einfache Umfeld war, das mich gerade so leicht durchatmen ließ oder die einfache Tatsache, dass gerade nichts auf mich einprasste, was mich aus dem Konzept warf.

Renesmee ging es super. Die Treffen mit Ian taten ihr in sämtlicher Hinsicht gut. Jacob schien ein wenig den Kopf frei zu bekommen, wenn er einige Stunden in einer dreckigen Autowerkstatt verbrachte. In der Schule war ich langsam auf dem richtigen Weg und der morgige Besuch konnte nur für alle eine willkommene Abwechslung sein. Ich sollte einfach versuchen loszulassen, nicht immer alles unter Kotrolle haben zu wollen. Ändern konnte ich an dem, was kommen mochte, eh nichts… wenn ich es nicht sehen konnte.
 

Kapitel 15 - Normalität - Ende



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Kommentare zu diesem Kapitel (52)
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Von:  Nelli
2010-05-05T19:38:07+00:00 05.05.2010 21:38
Mann oh mann, jetzt wird Renesmee aber ganz schön erwachsen. Oder es ist da noch mehr. Wenn ich nur Edward zitiere:„Ich habe mir vorgestellt, was passieren würde, wenn sie uns entgleitet, außer Kontrolle gerät und wir sie verlieren.“ "Entgleiten" klingt ja erst mal harmlos, aber "außer Kontrolle" klingt schon gefährlich. Und wie soll das aussehen, wenn sie verloren geht?
Super spannend geschrieben, littleblaze. Du hast echt Talent.
Von: abgemeldet
2009-12-03T09:26:26+00:00 03.12.2009 10:26
Schönes Kapitel, wie immer sehr ausführlich geschrieben, was ich ja sehr mag^^ das gespräch im Wald zwischen Edward und Bella war toll ;) wer möchte sich seiner Liebe nicht auch so sicher sein wie Bella!?! Schön! Und weil in den vielen kommis schon alles gesagt ist, bekommste von mir 5* und 10 Daumen hoch. ;)
Von: abgemeldet
2009-11-26T11:20:59+00:00 26.11.2009 12:20
Super Fanfic und natürlich ein super Kapitel.
Ich mag deine Art zu schreiben, liest sich sehr gut :-).
Freu mich schon auf mehr.

Lg Ati
Von: abgemeldet
2009-11-24T13:51:09+00:00 24.11.2009 14:51
Ein tolles Kapitel, ich bin schon voll gespannt auf das nächste...kannst du uns nicht irgendwo auf dem laufenden halten wie weit du schon bist? :-) Deine FF ist echt klasse..ich finde den Chara Kajika einfach super...
Von: abgemeldet
2009-11-23T20:01:14+00:00 23.11.2009 21:01
ganz vergessen. habe von der seite auf deinen liveding gelesen. bin schon gespannt drauf.
ps. ich hasse es das man seine kommentare nicht ändern kann.
Von: abgemeldet
2009-11-23T19:59:55+00:00 23.11.2009 20:59
gott da habe ich ganz vergessen zu kommentieren.
es war mal wieder ein super kapitel. ich weiß gar nicht wo du die ideen immer hernimmst. ich bin einfach sprachlos. immer weiter so.
ps. meine eltern sind im moment ein wenig zickig. sie sagen ich soll mehr für die schule tun als im internet zu hocken. kann daher ein wenig dauern mit meinen kommis.
Von: abgemeldet
2009-11-23T15:34:22+00:00 23.11.2009 16:34
Ich freu mich so das es weiter geht - deine Geschichte ist so schön!!^^
Besonders toll finde ich Kajika - bin gespannt wies mit ihm und Bella und Edward weiter geht.
Nessie ist auch so süß - nur Jacob nervt etwas. *lach*
Aber das hat er auch schon bei den Büchern von SM.
LG
Kchan
Von: abgemeldet
2009-11-20T14:12:31+00:00 20.11.2009 15:12
super kap! mal schaun wies weitergeht und wie sich noch alles verändert! xD
Von: abgemeldet
2009-11-17T16:08:09+00:00 17.11.2009 17:08
Ich habe vor 2 Tagen deine Fortsetzung der Bücher entdeckt und mich total darüber gefreut! Noch mehr gefreut habe ich mich über die Entdeckung, dass es nach Kapitel 15 noch nicht zu Ende ist!!! Ich habe sofort alles gelesen, bin total begeistert und furchtbar gespannt, wie es weitergeht...
LG, Lila
Von: abgemeldet
2009-11-14T21:28:29+00:00 14.11.2009 22:28
einfach spitze freue mich schon auf das nächste

mach weiter so ;-)


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