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Nur ein Spiel

von

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Genug

Kapitel 51: Genug
 

Zelda lief mit ausgeheulten Augen zurück zu dem Ufer. Zutiefst traurig über ihr Unvermögen einfache Zärtlichkeiten von Links Seite zuzulassen, suchte sie in der Dunkelheit das Ufer ab, aber noch hatte sie den jungen Hylianer nicht gefunden. Dann sah sie eine Klinge in der Dunkelheit aufblitzen. Sie trat näher, aber versteckte sich noch hinter einem knorrigen Dornenbaum, die es so zahlreich in der uralten Steppe gab. Sie hörte seine angenehme Stimme und ein eher wildes Kampfgeschrei aus seinem Mund. Die Klinge zerschnitt die Luft, selbst der rauschende Wind konnte das Schneiden der Waffe nicht übertönen. Sie lief noch einige Meter und sah ihn dann trainieren. Er führte einige Kombinationen durch, holte aus zu einer seiner Wirbelattacken und stach das Schwert im Anschluss in den Boden. Sie konnte den aufhetzenden Zorn beinahe fühlen, der von ihm ausging...
 

Wieder geschah es. Gerade als Zelda sich zurückziehen wollte, da er ihre Anwesenheit sicher nicht gebrauchen konnte, da sie ihm weh getan hatte und er bestimmt alleine sein wollte, spürte sie es wieder. Ihr Handrücken, wo sich einst das Triforcefragment der Weisheit verbarg, sendete eine angenehme Wärme aus und eine Art Kribbeln. Zugegeben, sie hatte damals schon häufig seltsame Wahrnehmungen, die das Triforce als Ursache hatten, aber ein solches Gefühl war ihr noch nie geschehen. Sie mochte das Gefühl.
 

In ihre Gedanken versunken trat Zelda auf einen kleinen brüchigen Ast und ein flüsterndes Rascheln führte dazu, dass Link überraschend stehen blieb, seine Ohren spitzte und genau in ihre Richtung sah. Im Bruchteil einer Sekunde zog er das Schwert wieder aus dem Boden, rannte blitzschnell zu ihr herüber und griff sie an. Wahrscheinlich hatte er sie in der Dunkelheit noch nicht erkannt und hielt sie für irgendeinen Feind. Zelda wich zurück, landete mit dem Rücken knackend an dem Baum und ehe sie sich versah, spürte sie eine kalte, gefährliche Klinge an ihrer Kehle. Zelda schwieg und starrte durch die Dunkelheit in Links leuchtende Augen. Wie blankpolierter, heller Stahl blitzten seine Augen vor Enttäuschung und Wut. Langsam führte er die Klinge von ihrem Hals weg und schien ebenso dabei, in der Düsternis in ihre Augen zusehen, versuchte sie immer noch sich selbst ärgernd zu verstehen und in ihr Herz vorzudringen. Er trat einen Schritt zurück und sagte nichts anderes als: "Zieh dein Schwert!" Zelda wollte ihm zuerst wiedersprechen. Im nächsten Augenblick dachte sie aber, es wäre sowohl für ihn, als auch für sie eine Möglichkeit den Frust der letzten Stunden aus dem Weg zuräumen. Langsam führte sie ihre schimmernde Waffe aus der einfachen, braunen Schwertscheide und stellte sich Link an den Ufern des hylianischen Landes kampfbereit entgegen.
 

Das Licht des hellen Mondes fiel auf das schattige, steile Ufer, wo zwei Kämpferherzen sich gegen überstanden und darauf warteten, wer den ersten Schritt wagen würde, kurz bevor jener Himmelskörper wieder hinter dichten Wolken verschwand und der gesamte Ort noch dunkler erschien als zuvor.
 

Link startete den ersten Angriff und führte seine schwere Hiebwaffe langsam, verwendete nicht zuviel Kraft, testete aus, wie gut Zeldas Kampfstil war. Wie er erwartet hatte, konnte sie sehr gut kämpfen, hatte zwar ihren eigenen, vielleicht ein wenig ungewöhnlichen Stil, aber parierte sehr gut und setzte im Gegenzug kraftvolle Attacken durch. Dann wurden Links saubere Bewegungen schneller und seine charakteristischen Schwertstreiche stärker. Allmählich kam Zelda ins Schwitzen und sie sah Links rüstige Attacken nicht mehr so leicht kommen wie vorher. Er war dabei ihr seine wahren Fähigkeiten teilweise vor Augen zuführen. Spielend schickte er ihr die Kraft seines Schwertes entgegen und drängte sie immer weiter an das hohe, gefahrvolle Ufer. Zelda konnte nur rückwärts gehen, es gelang ihr nicht mehr ihn zurückzudrängen. Link war einfach zu stark, zu talentiert, zu gut. Die Schwertkunst schien seine Materie zu sein, sein Element, als ob es in seinem Blut läge oder in seiner Seele. Es war wohl sein Schicksal, das Schwert wie kein anderer zu beherrschen. Er wirbelte um Zelda herum, sodass er schnell hinter ihr stand und setzte ihr eine scharfe Seite der Waffe vor das anmutige, verblüffte Gesicht. Auch diese Attacke hatte sie nicht kommen sehen. Erneut lag ein Stück Metall auf sanfter Haut. "War's das schon?", reizte er sie.
 

Aber auch Zelda hatte ihre Geheimtechniken, verpasste Link mit dem Ellenbogen einen gemeinen Stoß in den Magen und gleichzeitig mit ihrem Fuß einen harten Tritt ans Schienbein. Überrascht kreischte Link auf, ließ das Schwert sinken und schaute entschlossen auf. Zelda drehte sich um und rannte wenige Meter aus seiner Reichweite. Link lächelte leicht in sich hinein. Er hatte Zelda wohl gewaltig unterschätzt.

"So leicht bin ich nicht zu besiegen", erwiderte sie bissig und hielt ihr Schwert wieder gestreckt vor sich. "Gut, dann zeig' mir, wozu du fähig bist." Und erneut prallten zwei Schwerter aneinander. Kampfgeschreie schallten erbarmungslos durch die Luft. Auch Link fühlte allmählich einen schnelleren Puls und rang nach Luft.
 

Der Mond kam ein letztes Mal zum Vorschein, bevor er endgültig hinter dunklen Regenwolken verschwand. Einige Tropfen fielen, aber weder Link noch Zelda kümmerten sich jetzt um den kalten, grausamen Regen. Sie waren beide wie in Trance und wollten sich gegenseitig beweisen, welche Kraft in ihnen steckte. Sie kämpften nun direkt am steilen, kantigen Ufer. Mit jeder Attacke schmerzte das Leder des Schwertheftes mehr in den Händen, mit jedem Schlag verloren sie an Kraft, an Ausdauer und mit jeder Bewegung wurden die Schritte schwerer. Aber keiner von beiden gab auf. Keiner wollte aufgeben.
 

Sie rannten beide aufeinander los, fühlten die Klingen vibrieren, als sie sich trafen und schauten sich kurz mit ernsten Gesichtern in die Augen. Sie hüpften außer der Reichweite des anderen und schnappten heftig nach Luft. Link nutzte einen Augenblick der Unaufmerksamkeit von Zelda, rannte geschwind auf sie zu und schlug ihr schmerzhaft das Schwert aus der rechten Hand. Es landete in der Nähe des einzelnen Baumes. Zelda blickte durch die Dunkelheit auf die Klinge und erkannte diese noch gerade so. Link hielt das Schwert in ihre Höhe und sagte tonlos, als wäre er kein Mensch: "Deine Unaufmerksamkeit ist ein Zeichen von Schwäche." Seine Wortwahl tat weh. Gerade Link hatte ihr klarmachen wollen, sie sei nicht schwach. Doch gerade in diesem Moment brach er mit seiner Ehrlichkeit zu ihr. "Und deine Gutgläubigkeit kommt dir teuer zustehen." Zelda hatte schließlich noch andere Waffen. Flugs hob sie die Hand und entzog Link mit einer magischen Attacke den Boden unter den Füßen. Schreiend landete er auf seinem Rücken und spürte einen Dolch an seinem Hals. Zelda stand vor ihm, keuchte und sah leicht traurig, vielleicht verletzt, da sie gegen einander kämpften in seine Augen. Link starrte nur giftig zurück. Keine Spur mehr von Verständnis und der einstigen Zuneigung für seine Prinzessin, die sie so gerne darin sah...
 

Inzwischen regnete es in Strömen, aber der Kampf war noch nicht zuende. Die durchnässte und durchgeschwitzte Kleidung interessierte niemanden, ebenso wenig der Matsch unter ihren Füßen oder die triefenden Haare, die schlapp herunterhingen. Links Mundwinkel zogen sich nach oben. Er schlug Zeldas Dolch mit dem Schwert zur Seite, rollte sich rückwärts ab und startete erneut einige Kombinationen. Zelda kämpfte währenddessen mit zwei Dolchen in ihren Händen- eine Technik, die Impa liebte und ihr persönlich beigebracht hatte. Aber wieder konnte sie lediglich seine scharfen Attacken abwehren, sah kaum die Möglichkeit ihn ebenso anzugreifen. Link war einfach zu schnell, zu stark. Abermals drängte er sie zurück, bis sie in der Nähe des Waldrandes stand.
 

"Bist wohl außer Puste und doch nicht so stark, wie du anderen gern glauben machst", sagte er gemein, sodass sich Zelda fragte, ob sie tatsächlich gegen Link kämpfte. "Schlag' endlich zu!", brüllte er dann. Zelda erkannte nun die ungeheure Wut in ihm, die sich seit ihren ersten Streitereien in Hyrule angestaut hatte. Links Angriffe kamen schnell und überraschend und beide Dolche von Zelda flogen in hohen Bogen schräg zur Seite, blieben dann in einem breiten Baumstamm stecken. Zelda sah in ihrer gegenwärtigen Situation um sich, entdeckte ihr Schwert, rannte so geschwind wie sie konnte dorthin und hörte Links Stiefel hinter ihr im kalten Matsch. Sie krallte sich ihre Waffe, wirbelte sie im Eifer des Gefechtes herum und traf den hinter ihr zum Stehen kommenden Link damit quer über die Brust. Entsetzt wich er zurück, aber es floss kein Blut, nur die grüne, klatschnasse Kleidung war total zerfetzt. "Gut so. Aber noch nicht gut genug.", forderte er sie heraus, "So besiegst du die Kälte in dir nicht." Dann fauchte er sie an. "Schlag endlich zu. Das willst du doch. Schlag zu mit allem, was du hast." Und Zelda kamen beinahe die Tränen. Sie wollte nicht mehr. Es war genug. Nein, sie wollte nicht länger gegen Link kämpfen, gegen jemanden, der ihr soviel bedeutete. Doch dieser Kampf war noch nicht ausgestanden und Link führte sein scharfes Schwert erneut gegen sie.
 

Er machte einige wilde, neue Streiche, die Zelda bei ihm noch nie gesehen hatte und flink packte er die Waffe an der Klinge, brachte Zelda mit dem Schwertheft zu Fall; und zum dritten Mal saß die scharfe Klinge an Zeldas Hals. Link blieb angewurzelt vor ihr stehen, atmete hastig ein und aus, aber zeigte sonst keine weitere Gefühlsregung. Zelda starrte ihn nur an, wollte etwas sagen, brachte aber keinen Ton heraus. "Kämpf' endlich und hör' auf, dich vor dir selbst zu verstecken", schrie er sie an und Zelda konnte nicht glauben, wie er sie behandelte. So hatte Link sie noch nie angeschrieen. Warum tat er das? Ja, sie hatte ihm weh getan, nicht nur einmal. War das seine Rache? Und fast hätte sie gesagt: ,Link, bitte hör auf, es tut mir leid...', aber sie sagte nichts, stand auf und stellte sich ihm einmal mehr kampfbereit entgegen.
 

"Na, bitte, die Prinzessin schafft es wohl doch noch weiterzukämpfen."

"Der Held sollte seine Zunge hüten, er könnte sie verlieren", sagte sie gefährlich und griff ihn an. Doch erstaunlicherweise wehrte Link ihre Attacken lediglich ab, unternahm aber keine Angriffe, sondern ließ sie bewusst auf ihn einschlagen.

"Ach ja. Die Prinzessin bildet sich ein, sie könnte mir die Zunge mit ihrer schwächlichen Schwerttechnik abschneiden. Wie dumm." Und Link wurde immer fieser ihr gegenüber, stimmte sogar schon Verachtungen an, beleidigte Zelda ohne Mitleid, sodass ihr allmählich doch Tränen in die Augen stiegen. Sie verstand langsam mit jedem Schlag, den sie ausführte wie belastend es für Link gewesen sein musste, dass sie ihm aus dem Weg gegangen war; und sie genau solche Gemeinheiten an seinen Kopf geworfen hatte.
 

"Link, bitte, ich will nicht mehr gegen dich kämpfen", sagte Zelda dann leise, als sie die Klinge stoppte und diese krachend zu Boden fiel. Link jedoch war mit diesem Ausgang nicht zu Frieden und erwiderte kalt: "Fragt dich Ganondorf, ob du noch gegen ihn kämpfen willst? Fragt er mich das?" Er nahm ihr das Wort und fauchte: "Nein. Also kämpf' gefälligst. Ich höre nicht auf, bis der Kampf entschieden ist." Zeldas Augen standen weit geöffnet vor Schreck und nur schwerlich konnte sie seine Worte begreifen. Dann nahm er zu Zeldas Fassungslosigkeit sein Schwert, holte aus und die Klinge wanderte auf sie zu. Sie schloss entsetzt ihre Augen, hielt schützend die Hände vor ihr Gesicht und hörte nur noch ihren eigenen, aufgeregten Puls.
 

Nach wenigen Sekunden wagte sie wieder einen Blick, aber Link stand einfach nur da, hielt sein Schwert langgestreckt vor sich, direkt auf ihr Herz, aber machte sonst keine Bewegung.

Leise flüsterte Zelda: "Es hatte seinen Grund, dass ich dir von meinem Traum nichts gesagt habe." Sie versuchte einen Anfang zu machen, aber Link schüttelte den Kopf und brüllte: "Das will ich nicht hören. Es ist alles, bis auf die Sache mit dem Schwert, geklärt. Es ist vorbei. Endgültig." Er meinte ihre Freundschaft... vermutlich...
 

Er hob Zeldas Schwert auf, nahm es an der Klinge und spürte, wie der kalte Stahl in seine Haut wanderte. Blut tropfte aus seiner Handinnenfläche, doch Link spürte den Schmerz im Moment einfach nicht. Er hielt Zelda das Heft vor die Nase. "Nimm' das Schwert, wenn du nicht schwach sein willst." Sie umgriff das Heft und schlug weiterhin zu, aber sie wurde unkonzentrierter, nahm an Kraft ab und fühlte, wie ab und an ihre Augenlider sanken. Dann kam noch ihr hungriger Magen dazu. Aber dieser Kampf würde niemals entschieden werden.
 

Auch Link startete wieder einige Angriffe, entfachte eine ungeheure Masse an schlagkräftigen Kombinationen und Zeldas Schwert flog aussichtslos und in hohem Bogen davon. "Du bist schwach. Merkst du es endlich? Genauso hilflos und schwach wie ich gegen Ganondorf sein werde, wenn ich ihm gegenüber stehe. Aber du konntest ja nicht aufrichtig mir gegenüber sein und mir wenigstens, fairerweise, deine lächerliche, stupide Prophezeiung mitteilen. Habe ich es verdient, von dir belogen zu werden?" Link kochte nun vor Wut und warf entzürnt sein Schwert irgendwo auf die Grünfläche. "Es geht in deinem Traum schließlich um mich, Zelda, um mich, deinen Freund, der nicht merkt, dass er einer deiner Freunde ist." Und Link hörte nicht auf mit seiner Anklage. Er wollte nicht auf diese Weise ausrasten, aber es ging einfach nicht mehr. Er konnte nichts mehr in sich hineinfressen und so tun, als wäre alles in Ordnung. Er hatte die Schnauze voll, genug von Zelda und ihren Beleidigungen, genug von ihren Ausreden. Auch ihm stiegen nun Tränen in die Augen, die er aber nicht zugeben wollte. "Es ist genug...", sagte er. Hastig drehte er sich um und rannte davon, direkt hinein in den Wald und suchte sich einen Unterschlupf.
 

Zelda ließ sich weinend zu Boden sinken und krallte ihre Fingernägel aus Hass auf sich selbst in die Haut ihrer Unterarme. Und es war das erste Mal, dass sie etwas in ihrem Herzen zugab. "Ich liebe dich, Link...", wimmerte sie vor sich hin, als auch der Regen endlich stoppte.
 

Sie sah hinauf zu dem hellen Mond, der sich in wenigen Tagen zu einem Vollmond wandeln könnte und auf der Erde würde er ein rotes, gefährliches Licht aussenden. Der Name ihres besten Freundes entkam ihren Lippen flüsternd. Sie liebte ihn. Sie liebte ihn schon immer... Doch wie sollte eine Zukunft, eine Beziehung mit ihm aussehen, denn sie würde immer Zelda, Kronprinzessin Hyrules bleiben, egal, ob sie sich versteckte, egal, ob sie ihren Namen wechselte. Sie liebte ihren Helden und doch wollte sie nie verstehen, nie glauben, dass er ihre Gefühle erwidern könnte. Eine Prinzessin zu lieben, war dumm. Eine Prinzessin lieben zu wollen, brachte Unglück und Leid mit sich und diese Dinge wollte sie ihm einfach ersparen...
 

Sich die Tränen aus dem rotgefärbten Gesicht wischend, schaute sie auf das Medaillon und kramte dann die gesamten Steine heraus, die sie mitführte. Es waren jetzt insgesamt vier kleinere rote Steine, ein größerer blauer Telepathiestein und ein grünlicher. Das Medaillon um ihren Hals glühte dann abwechselnd in allen drei Farben und irgendwie beruhigte es sie. Auf eine Art und Weise tat es gut. Doch Macht schützt nicht vor Einsamkeit, das hatte sie damals schon bitter erfahren müssen. Einsamkeit, die sich mit Link verflüchtigen könnte. Einsamkeit...

Während sie vor sich hinbrütete und auf die Steine blickte, bemerkte sie aber noch eine interessante Kleinigkeit. Die vier roten Steine ließen sich irgendwie... zusammensetzen. Und Zelda begann zupuzzeln. Ein pyramidenförmiges Gebilde kam heraus, allerdings fehlten wohl noch ein oder zwei Steinchen, damit der Stein perfekt war. Als Zelda die Steinchen dann wieder wegräumen wollte, musste sie aber feststellen, dass sich der rote, fast vollständige Stein nicht wieder zerlegen ließ und die Bruchstücke wie sehr starke Magneten zusammenhingen. Auch gut, dachte sie und packte die gesamten Stücke weg. Aber blöderweise hörte das Medaillon nicht auf grün zu glühen. Zelda verstand und suchte in der Dunkelheit mit ein bisschen Magie aus ihren Fingerspitzen den Boden ab. Sie sah etwas funkeln und entdeckte etwas. Sie nahm die bloßen Hände und buddelte in dem kalten Matsch herum. Dann hielt sie einen weiteren grünen Stein in den Händen und räumte diesen in die ihre kleine schwarze Ledertasche und dachte fortwährend an Link...
 

Link rannte immer noch tief hinein in den Wald, mit zusammen gekniffenen Augen und einer ungeheuren Wut im Bauch. Er schob die Tränen in seinen Augen einfach auf den Wind, der ihm ins Gesicht blies und rannte weiter. Seine Schritte wurden langsamer und er blieb augenblicklich stehen. Was habe ich nur getan, fragte er sich. Er lehnte sich an einen Baum, schlug mit der Faust auf das alte Holz ein, bis sie blutete und ließ sich zu Boden sinken. "Ich bin ein solcher Idiot", murmelte er. Er blickte hinein in die Krone des Baumes und hatte eine Idee, wo sein Schlafplatz sein sollte. Flugs sprang er auf den Baum, suchte sich einen großen, breiten Ast und machte es sich dort oben bequem. Minuten vergingen und je mehr Zeit verfloss, umso mehr stauten sich Groll und Kummer in ihm auf. Wut auf sich selbst, da er Zelda so angeschrieen hatte, Hass auf sich selbst, da er sie nicht einfach verstehen konnte und einmal mehr auf sie wartete. Er stützte seinen Kopf in die Arme, versuchte einen klaren Kopf zubekommen, aber selbst der Versuch scheiterte. Warum nur war Zelda so kalt, so unleugbar abweisend? Lag es nur an ihrer schrecklichen Prophezeiung, an welcher er zweifelte, die er einfach nicht als wahr erachten konnte? Und je länger er allein auf seinem alten Ast hockte, umso größer wurde die stille Sehnsucht jetzt, gerade jetzt, bei ihr zu sein, sich zu entschuldigen, sie zu trösten und zu bitten, dass sie diese Streitereien vergessen konnten. Er brauchte sie doch, egal, wie verletzend seine Worte auch waren.
 

Es würde niemals genug sein...
 

Dann fühlte er etwas auf seiner linken Hand- erneut das angenehme Gefühl, eine unbeschreibliche Empfindung wie Wasser, das die Hand umspült oder ein lauer Wind, der die Haut streift. Einfach wohlig. Dann irgendwann schloss er seine Augen und träumte einen jener Träume, die nur Verwirrung mit sich brachten...
 

"Meinst du, es ist genug, Held?", sagte eine sanfte Stimme, die mit einem milden Hauch die Sinne vernebeln konnte. Er befand sich in der Zitadelle der Zeit und eine alte Frau in einem dunkelgrünen Umhang mit goldenem Kragen saß neben ihm auf einer Bank und sprach zu ihm, aber Link konnte sich einfach nicht rühren und lediglich zu hören. "Du musst aufwachen, noch bevor die Zeit beginnt zu schweigen, noch bevor sich die Fäden des Schicksals zu einer Schlinge zusammenziehen." Link verstand jedes Wort, aber er konnte einfach nicht folgen. Dennoch war die Aura der Person angenehm, stark und vor allem fühlte jene sich zuversichtlich an, als ob diese Dame die Hoffnung persönlich wäre.

Mit einem Male spürte Link eine Art Energie in sich und auch bewegen konnte er sich, aber irgendwie steuerte er selbst seine Bewegungen nicht wirklich. Er legte seine Hände auf das alte Holz der Bank, faltete sie und spürte eine weitere Hand auf seiner, eine raue Hand, die dennoch warm war und unbegreiflich wohlig.

"Es ist noch lange nicht genug, Link.", sagte diese merkwürdige Stimme, die nun klang wie das Rascheln von Blättern im Wind. Er blickte in das Gesicht des weisen Wesens und sah nur noch helles Licht um sich. Der Traum verschwamm wie Tinte auf Papier...
 

Der Mond zog mit einem hellen weißen Schein vorüber und versank am Horizont. Die Morgendämmerung brach an und verhieß neue Hoffnung.



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Kommentare zu diesem Kapitel (3)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von: abgemeldet
2008-04-05T19:20:39+00:00 05.04.2008 21:20
Link VS Zelda...naja Link VS Ganon/Ganondorf gefällt mir i-wie besser... trotzdem ein sehrschönes Kapitel und ich kann Link gut verstehen...
was Zelda angeht: ENDLICH!!!!!! endlich gesteht sie sich selbst dass sie ihn liebt!
bin heute weiter gekommen als geplant...ach was solls...kann ich ja gleich noch weiter lesen *gg*
Von: abgemeldet
2006-10-01T23:23:01+00:00 02.10.2006 01:23
Ein sehr großes Lob an dich!!!! Unglaublich wie du die Gefühle von Link und Zelda beschrieben hast! Das war der pure FEUERSTURM :D

Das ganze super genial in Szene gesetzt, und wie sie sich angefahren haben.... das war echt mal nötig! Man die Geschichte wird immer besser :D
Von: abgemeldet
2006-02-01T19:34:54+00:00 01.02.2006 20:34
Hey! Das ist gut geworden!
Ein sehr emotionales Kapitel; das gefällt mir! Hast du toll gemacht. Es war einfach nur klasse, wie du die Gefühle der beiden beschrieben hast. Auch das Wetter passt sehr gut zu diesem Kampf! ^-^ *mein größtes Lob an dich*
Die reden aber auch wirklich immer an sich vorbei. ^.~
Ich hoffe, sie vertragen sich wieder. Ich würde es ihnen zumindest wünschen, denn mit so verstimmten Gemütern können sie diese schwierige Reise bestimmt nicht durchstehen.
Bin außerdem schon gespannt, wann sich die kleinen bunten Steinchen mal als nützlich erweisen. *gg* ^.~

Freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!! ^__^
Hoffe, du schreibst schnell weiter! =D
Liebe, liebe Grüße
Dani =3


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