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Nur ein Spiel

von

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Nur Freunde...

Kapitel 37: Nur Freunde...
 

Inzwischen zog der Abend herauf und die zwei Hylianer folgten einen ausgetrockneten Pfad durch eine zerstörte Landschaft. Nirgendwo grüne Wiesen, kein Baum, der noch Blätter trug... alles wirkte so kahl, so leblos... Ob hier überhaupt Hylianer gelebt hatten? Von weiten sahen sie die Nordseite des Gerudo Canyon, aber bis Einbruch der Nacht würden sie es keinesfalls bis dorthin schaffen. Obwohl eine Nacht in jenem kahlen Land nicht einladend war, mussten sie leider irgendwo hier ihr Lager aufschlagen. Sie erreichten einen ausgetrockneten, kleinen See, an dessen Grund sich viele, riesige Felsen befanden. Sie kletterten und entdeckten eine kleine Höhle zwischen den Felsen. Ohne weiteres Überlegen entschieden sie sich dort zu übernachten. Wenig später flackerte ein kleines Feuer inmitten der Höhle umher. Tatsächlich war es im toten Land ausgesprochen kalt und ein eisiger, trockener Wind wehte, vielleicht noch kälter als in der Wüste...
 

Sie saßen mit nachdenklichen Gesichtern vor dem Feuer. Sie schwiegen. Aber Link lag dennoch etwas auf dem Herzen. So viele Fragen gingen durch seinen Kopf, allein wegen dem, was Zelda ihm über das Ende Hyrules mitteilte. Fragen über Fragen... aber er wollte ihr diese im Moment nicht stellen. Sie sollte ihm die Dinge, die er noch wissen müsste, von sich aus mitteilen. Und das es etwas gab, was sie nach wie vor belastete, das sah er in ihren Augen, ebenso wie den seltsamen Schatten darin, der sich viel zu oft über das pure himmelblau legte. Link blickte sie nun nicht mehr an, er starrte sie geradezu durch die Flammen hinweg an, auch wenn er es nicht wirklich begriff.

"Ich kenne Mortesk ebenfalls, Link", sagte sie.

"Wirklich? Woher denn. Ich dachte, er wüsste nicht, dass du existierst." Link klang ein wenig entsetzt, beruhigte sich aber angesichts Zeldas sanften Lächeln.

"Ich kenne ihn aus der Vergangenheit. Er saß einmal in den Schlossverliesen."

"Und wieso ist er dann heute hier?"

"Er kam frei..." Sie nahm einen Stock und wuselte damit in dem Feuer herum.

"Wieso das denn?" Jetzt war Link wieder zu neugierig.

"Es war... ein unglücklicher Umstand..."

An ihrer Stimme erkannte Link, dass es ihr nicht leicht fiel darüber zu reden, also bohrte er nicht weiter nach.
 

"Was macht eigentlich deine Wunde am Oberarm, Link?"

Er griff sich hastig an den Oberarm und meinte: "Ach die?" Ja, er hatte die Wunde total ignoriert. Zelda stand auf und lief zu ihm hinüber.

"Ähm... darf ich danach sehen?" Sie setzte sich neben ihn. Link musste zweimal über das nachdenken, was sie gesagt hatte.

"Link?" Der Klang von Zeldas süßer Stimme machte ihn nervös.

"Äh... ja, wenn... wenn du willst." Verdammt noch mal, konnte sich zwischen ihnen denn nicht endlich mal etwas ändern, fragte er sich. Zelda schaute sich dann seinen Oberarm an, nahm ihm den Verband ab, streichelte fast über die Wunde und meinte: "Du brauchst keinen Verband mehr. Wenn du Glück hast, bleibt nicht mal eine Narbe."

"Wenn das so ist... ich habe immer Glück, manchmal mehr als ich gebrauchen kann."

"Dann gib' mir doch ein Stückchen davon", sagte sie und grinste leicht.

Er grinste zurück und meinte hitzköpfig: "Das habe ich bereits." Link setzte sich ihr gegenüber, nahm wieder ihre Hände in seine und hatte allem Anschein nach etwas Wichtiges zu sagen: "Zelda. Ich wollte etwas wissen, etwas, dass nur uns beide betrifft, aber ich..." Er blickte ihr tief in die Augen und fuhr fort. "Was war damals... ich meine..." Er atmete tief ein und scheute ihren Blick. "... zwischen uns."

Sie zog ihre Hände weg, stand auf und ballte diese zur Faust. "Ich kann nicht darüber reden, Link." Das hatte Link irgendwie erwartet und nun fragte er sich, was eigentlich in ihn gefahren war, um ihr diese dämliche Frage zu stellen. Im Moment gab es doch Wichtigeres als Gefühlsduselei...
 

Zelda warf einen Blick auf die Uhr... schon zwölf... Sie holte ihre kleine Spieluhr aus der Tasche und drehte sie auf. Bekannte, angenehme Töne schallten in der Höhle umher. "Ich bin früher immer bei dieser Melodie eingeschlafen." Link lächelte sie nur an. Oh Mann, dieses hübsche Gesicht brächte ihn noch ins Grab. Dann krabbelten sie in ihre Schlafsäcke und versuchten den Wind, der lautstark wehte zu ignorieren.
 

Während Link schon lange schlief, zappelte Zelda immer noch herum. Sie blickte in Links Gesicht und dachte nach. Immer noch war er ihr gegenüber so verständnisvoll wie an jenem Tag, an welchem er sie fand. Immer noch verlangte er keine weiteren Antworten. Wie konnte er nach allem sich ihr gegenüber so verhalten? Sein Charakter, seine Aura, selbst seine Augen, nichts hatte sich seit der Vergangenheit sehr verändert und sie liebte sein Erscheinungsbild, genauso wie es jetzt war. "Kannst du nicht schlafen, Zelda?"

"Es ist nur ein wenig unbequem und... Ja, ich gebe zu, dass ich mich nach einem Bett sehne. Wie schaffst du es nur, hier, in der Wildnis, auf diesen Steinen Schlaf zu finden?"

"Ich mache einfach die Augen zu und stelle mir vor, in meinem Bett zu liegen."

"Ich wünschte, ich hätte ein Kissen mitgenommen." Link richtete sich auf und grinste leicht.

"Ich kann dir gerne als Wärmekissen dienen..."

"Du bist einfach nur unverschämt, du..." Sie boxte ihn an seinen Arm.

"Aua, das tut doch weh..."

"Als ob ich dir damit weh tun könnte..."

"Das kannst du, du weißt es nur nicht."

"Soso, der Held Hyrules ist wohl empfindlich in meiner Gegenwart."

"Jep. Um ehrlich zu sein, bist du die einzige Person auf der Welt, bei der ich Schwäche zeigen würde..." Sie grinsten sich an.

"Du kleiner Spinner...", murmelte sie.

"Aber immerhin, habe ich dich damit aufgeheitert, nicht wahr?"

"Mmh... denke schon." Zelda rutschte ein wenig mehr in seine Richtung. Sie schlossen beide die Augen und versuchten Schlaf zu finden. Von weitem drang das Rauschen des Windes. Ansonsten herrschte Stille.
 

Nach einigen Minuten, meinte Link: "Ist es immer noch unbequem?"

Sie antwortete nicht. War sie schon eingeschlafen? Link drehte sich zu ihr und beugte sich leicht über sie, damit er sehen konnte, ob sie ihre Augen geschossen hielt. Ja, das war der Fall. Zelda hatte ihre Augen fest geschossen und atmete tief ein. Er blickte sie weiterhin an und wurde allmählich nervös. Himmel... dachte er, warum immer ich... Er drehte sich wieder um und versuchte ebenfalls zu schlafen. Ein Schäfchen, zwei Schäfchen, drei Schäfchen... es brachte nichts. Er fand einfach keinen Schlaf.

"Link", sagte Zelda dann.

"Du Schauspielerin."

"Es ist immer noch unbequem. Ich finde so einfach keinen Schlaf..." Sie stand auf. Zugleich schüttelte sie die Kälte der Nacht. Sie kramte nach einer Jacke, aber es brachte nichts.

"Du solltest wieder in deinen Schlafsack krabbeln. Du holst dir noch den Tod", meinte Link.

Zelda blickte hinaus auf die ausgetrocknete Landschaft. "Lass uns weitergehen. Besser wir vertrödeln keine Zeit", sagte sie.

"Was? Jetzt?"

"Ja! Jetzt!" Zeldas plötzliche Sinneswandel kosteten Nerven, aber Link tat, was seine Prinzessin verlangte. Der junge Held stand auf und sie packten alles zusammen.

"Verdammt, Zelda. Ich finde, du hättest mich ruhig schlafen lassen können. Ich bin total müde... gähn..."

"Von mir aus, bitte, dann geh' doch zurück in die Höhle. Ich laufe jedenfalls weiter", sagte sie verdrießlich und hatte wohl mal wieder schlechte Laune. Link schüttelte mit dem Kopf und lief nur hinter ihr her.
 

Sie waren keine dreißig Meter von dem kleinen See entfernt, als plötzlich die Erde zu beben anfing. Sie wurden dazu gezwungen, sich auf die ausgetrocknete Erde zu legen. Entsetzt sahen sie zu, wie die Felsen in dem See buchstäblich auseinander fielen und alles unter sich begruben. "Hast du das etwa gespürt, Zelda?" Mit kühler und gefasster Stimme entgegnete sie: "Nein... diesmal hatten wir wahrlich Glück."
 

Sie waren die ganze Nacht unterwegs und machten erst wieder Rast, als sie die Einöde des toten Landes hinter sich hatten. Während des Weges gab es immer wieder überraschende Erdstöße, worauf sie gezwungen wurden, langsamer zu gehen, oder einfach nur abwarteten. An den Hängen des Gerudo Canyon gönnten sie sich endlich wieder eine längere Pause, bevor sie weiterzogen. Sie entdeckten eine kleine alte Holzhütte und ruhten sich darin aus.

"Ich mag dieses tote Land nicht, Zelda", murmelte Link, der schon lila Augenringel hatte. Sie sagte nichts dazu und begann einfach herzlich zu lachen, obwohl Link den Sinn der Aktion nicht verstand. Sie lachte immer noch und allmählich fand Link das nicht mehr lustig.

Er gähnte und funkelte sie mit trotzigen Augen an: "Haha... Ich lache gleich mit... gähn."

"Sorry, aber du siehst so müde aus, dass ich lachen musste."

"Ich bin eben auch müde und wenn du entschuldigst... ich schlafe jetzt. Gute Nacht oder besser: Guten Morgen." Er machte seine Augen zu, aber döste nur. Er drehte sich um, sodass Zelda nicht erkennen konnte, ob er wirklich schlief.
 

Sie drehte erneut ihre Spieluhr auf, doch diesmal sang sie zu den Tönen. Sie sang in einer Sprache, die Link nicht verstand. Dennoch tat es gut, dieses Lied zu hören. Bisher hatte er nicht gewusst, dass Zelda so singen konnte. Zugegeben, er verstand die Sprache nicht, aber es klang einfach nur schön und traurig. Es ging ihm sehr nah, dieses Lied...

"Link? Du wolltest wissen, ob wir damals..." Er öffnete seine Augen, aber blieb ihr den Rücken zugewandt liegen. "Ob wir nur Freunde waren?" Er schaffte es nicht, sich umzudrehen. "Waren wir denn jemals... nur Freunde? Wir waren immer... mehr als das, aber... es sollte wohl einfach nie sein. Wir durften uns nicht ineinander fallen lassen... ineinander verlieben. Das wird für uns niemals Realität sein."
 

Sie zog die Spieluhr erneut auf und flüsterte leise. Man erkannte an ihrer Stimme, dass es weh tat, ihm dies zu sagen, aber alles in allem war es die unerschütterliche Wahrheit und niemals würde es anders sein. "Ich hatte meine Pflichten und... du deine. Unsere Wege haben sich nach den Abenteuern stets getrennt und unser Schicksal war es nie... miteinander glücklich zu werden... " Ihr Flüstern endete und sie verschwand mit einem leisen Schluchzen aus der Holzhütte. Link setzte sich aufrecht und fühlte sich, als hätte man ihm das Herz ausgerissen. Zugegeben, er war kein Schwächling, aber Zeldas Worte schmerzten in seiner Seele.

"Zelda...", murmelte er und verstand nun die Grausamkeit ihres Schicksals, die er nie verstehen wollte. Sie würden sich begegnen, irgendwann, da das Schicksal es so wollte. Sie würden gemeinsam kämpfen. Aber ihre Wege würden sich danach wieder trennen. Und nur die Erinnerung gab noch etwas von den Gefühlen preis, die doch Gefühle der Zuneigung, der Sehnsucht, der Liebe waren...



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Kommentare zu diesem Kapitel (3)

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Von: abgemeldet
2008-03-18T20:32:02+00:00 18.03.2008 21:32
*snif**snif**heul**tränenflut*
also wenn ich so weiter heule...dann haben wir bald nen neuen ozean auf diesem planeten...>_> TTT___TTT

Von: abgemeldet
2006-08-03T17:47:05+00:00 03.08.2006 19:47
warum immer nur Freunde?!? das ist gegenüber Link nicht fair*schnief*
Von: abgemeldet
2006-01-30T08:46:29+00:00 30.01.2006 09:46
Oje, die Armen! Da tut Link einem ja richtig Leid.
Ich fands bei "Ocarina of Time" auch schon immer schade, dass sich die beiden nie näher gekommen sind. Und als Zelda ihn dann zum Schluss wieder zurückteleportiert hat ohne irgendwas zu machen, da war ich richtig empört. o.O Hab das einfach nicht glauben können. *gg* Am liebsten hätte ich einen Brief an Nintendo geschrieben, dass das so aber nicht geht. *lach*
Aber in deiner Geschichte machts mich noch trauriger. *schnief*
Na ja, weißt du was? *g* Dass sie nicht zusammen sein konnten, ist doch eigentlich Vergangenheit, oder nicht? *g*
Vielleicht wirds ja in der Gegenwart anders *hihi* ^-^
Bin schon gespannt wie das mit den beiden in deiner Geschichte weitergeht! =D

lg
deine treue Leserin
Dani =3


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