Sei kein Clown! von abgemeldet ================================================================================ Kapitel 1: Der achte Mann ------------------------- Kapitel 1 ~ Der achte Mann Gelangweilt saß Ruffy auf der Galionsfigur und starrte aufs Meer. Er konnte dieses ewige Blau bald nicht mehr sehen. Seit Wochen schon waren sie ununterbrochen auf See unterwegs und nun hoffte er inständig, dass die nächste Insel etwas Abwechslung bringen würde. In vier Stunden sollten sie ankommen und er konnte sich endlich wieder die Beine vertreten. Der Captain hatte sich vorgenommen einen Hafenspaziergang zu machen und ein bisschen die Gegend zu erkunden, denn er hatte keine Lust wieder Einkäufe zu erledigen. "Ruffy! Wir brauchen dich hier mal kurz!" Namis Stimme hallte übers ganze Deck zu dem Jungen am Bug. Er schwang sich zurück an Deck und trottete zu seiner Navigatorin. "Was ist denn los?" fragte er gelangweilt. "Wir müssen den Kurs etwas ändern um nicht an Land aufzulaufen. Hilf Lysop bitte." "Ja, schon ok..." murmelte Ruffy und ging zu dem Kanonier in die Kombüse. Dieser mühte sich ziemlich ab, konnte das Ruder aber nicht rumreißen. Ruffy schlang seine Arme um den Lammkopf und zog kräftig daran. Mit einem lauten Knirschen bewegte sich das Steuer. "Wow! Danke Ruffy!" Rief Lysop erfreut und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ruffy grinste und ging dann zu Sanji um sich nach dem Essen zu erkundigen. "Eine halbe Stunde dauert es noch, überlebst du das?" "Ich denke schon..." Genervt verzog er sich wieder an seinen Lieblingsplatz und wartete. ++++ Vier Stunden später ++++ Zorro verankerte gerade das Schiff, während Ruffy und Sanji die Segel aufrollten. Chopper, Robin und Nami verstauten den Rest ihres Gepäcks. Lysop würde erst einmal auf dem Schiff bleiben, also machte er es sich schonmal an Deck gemütlich und packte seine Experimentierutensilien aus. Wenige Minuten später verschwand der Rest auf der Insel und während sich alle um die Einkäufe kümmerten und Zorro auf der Suche nach einer guten Bar die halbe Stadt auf den Kopf stellte, spazierte Ruffy am Hafen entlang. Ihm liefen viele erstaunte Leute über den Weg und manche machten sogar einen großen Bogen um ihn, aber das interessierte den Strohhutjungen nicht im geringsten. Ein kleines Mädchen kam lachend auf ihn zugerannt und Ruffy hockte sich vor sie. "Hallo meine Kleine!" Sagte er lächelnd. "Hallo! Du bist Monkey D. Ruffy oder? Ich find dich ganz große klasse!" "Das ist lieb von dir, danke." "Makino! Komm sofort wieder her! Der Kerl ist gefährlich!" Schrie eine junge Frau hinter ihm, die offensichtlich die Mutter der Kleinen war. "Du heißt Makino?" Fragte Ruffy und beachtete die Frau nicht weiter. "Ja!" Das kleine Mädchen freute sich immer mehr. "Ich habe eine Freundin die auch Makino heißt. Ist das nicht lustig?" "Das ist es." Die Kleine kicherte leise in sich hinein. "Ich glaube du solltest lieber zu deiner Mama gehen, was meinst du?" "In Ordnung. Ich hab mich echt gefreut!" Schnell lief Makino zurück zu ihrer Mutter, die sie sofort auf den Arm nahm und das Weite suchte. Ruffy hingegen stand auf und setzte seinen Weg fort, diesmal jedoch mit etwas besserer Laune als vorher. Ruffy wollte gerade in eine Seitengasse in Richtung Innenstadt abbiegen als er mit jemanden zusammenstieß. Beide Männer fielen zu Boden und setzten sich auf ihre Hinterteile. "Oh, tut mir Leid!" Kam es gleich darauf von Ruffy, der dem Fremden seine Hand gab um ihm wieder auf die Beine zu helfen. "Das wollte ich wirklich nicht." "Schon in Ordnung, das macht nichts." Sagte der Fremde und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Kurz darauf blickte er auf und ihre Augen trafen sich für einen Moment. Ruffy konnte sich nicht helfen, aber dieser Mann sah einfach spitze aus. Seine langen, blauen Haare waren hinten zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und einige längere Strähnen fielen ihm ins Gesicht und verliehen ihm ein sehr junges Aussehen. Seine blauen Augen glitzerten im Schein der Sonne wie Saphire. "Kann ich dich auf ein Bier einladen?" fragte er lächelnd und Ruffy konnte nicht nein sagen. Sie gingen in eine nahegelegene Bar, wo schon wieder tüchtig die Post abging. Nachdem sie sich einen etwas abgelegeneren Tisch erkämpft hatten brachte die Bedienung zwei Krüge Bier und kümmerte sich dann wieder an der Bar um die restliche Kundschaft. "Wie heißt du?" fragte der Fremde nach einer Weile und sah Ruffy in die Augen. "Ich bin Ruffy und du?" "Bu... ähm... ich meine Lex." "Freut mich." Sagte Ruffy grinsend und hielt seinen Krug hoch. Lex stieß mit ihm an und mit einem Schluck der beiden waren die zwei Krüge geleert. Nach einigen weiteren plauderten die beiden über alles mögliche und vor allem über das Piratendasein. "Sag nicht, dass du auch mal Pirat warst?" fragte Ruffy beeindruckt. "Na klar! Ich hatte sogar mal ne echt gute Mannschaft! Aber dann haben sie gemeutert und mich hochkant rausgeschmissen! Ich sag dir eins, die waren alle völlige Idioten!" "Das kann mit meinen Leuten nicht passieren. Die sind alle echt klasse! Hey, komm doch auch zu uns! Wir wären ein unschlagbares Team!" "Ich weiß nicht so recht..." murmelte Lex nachdenklich. "Würde deine Crew mich denn akzeptieren? Ich meine, ihr seid ein so gut eingespieltes Team..." "Ach, mach dir nichts drauß! Sie werden schon nichts dagegen haben." "Meinst du?" "Na logisch! Und jetzt komm, gehen wir mal aufs Schiff!" Ruffy rief die Bedienung zu sich, zahlte und verließ mit Lex die Bar wieder. Sie waren gerade mal zwei Stunden da gewesen, aber Ruffy kam es vor wie eine Ewigkeit. Lachend gingen die beiden Männer zur Flying Lamb, wo die anderen schon wieder alle versammelt waren. Ruffy half Lex an Bord zu klettern und ging mit ihm im Schlepptau in die Kombüse. "Hey Leute!" Unterbrach er eine lautstarke Unterhaltung seiner Freunde. "Ich muss euch etwas wichtiges sagen! Hört mir bitte mal zu!" "Was ist denn los? Und wer ist das neben dir?" fragte Nami mit einem Grinsen. "Das ist Lex. Er wird ab sofort Mitglied in unserer Crew. Hat jemand etwas dagegen?" Er blickte fragend in die Runde, da jedoch niemand etwas sagte war es beschlossene Sache. "Freut mich euch alle kennenzulernen! Ich hoffe wir können Freunde werden." Nami und Robin bekamen Herzchenaugen als Lex sie anlächelte. Chopper und Lysop führten Jubeltänze auf, nur Sanji und Zorro warfen sich einen vielsagenden Blick zu und schwiegen. Ruffy zeigte Lex das Schiff und holte gleich Zorros alte Hängematte aus dem Schrank und hängte sie auf. Da Zorro sowieso auf dem Sofa schlief machte ihm das sicher nichts aus. "Du musst dich nur an drei Regeln halten. Erstens: Das Mädchenzimmer ist für uns tabu. Zweitens: Wenn wir Essen gibt es keinen Streit. Wenn doch setzt es was von Nami. Und drittens: Halt dich an Sanjis Plan. Wenn unsere Arbeit nicht erledigt wird müssen wir sie eine Woche länger machen. Ist zwar etwas nervig, aber es geht nicht anders." Klärte Ruffy den Neuen auf. Dieser lächelte wieder und nickte. "Kein Problem. Daran kann ich mich sicher halten." "Also, ich denke mal dann sollten wir jetzt essen, oder?" "Logisch! Immer her damit!" Lachend kletterten die beiden die Sprossen ins Schiffsinnere wieder hinauf und marschierten in die Küche. Sanji hatte derweil schon den Tisch gedeckt und verteilte gerade das Essen auf den Tellern. Lex setzte sich neben Ruffy und begann ebenso wie er zu essen. Danach half er Sanji beim Abwasch, während sich der Rest nach draußen verzog und Karten spielte. "Sag mal Lex, woher kommst du?" fragte Sanji als er dem blauhaarigen erneut einen Teller gab. Er konnte sich nicht helfen, irgendwie kam ihm dieser Mann verdammt bekannt vor. "Ich bin im East Blue geboren. Aber ein richtiges Zuhause hatte ich nie, ich bin zu viel gereist." "Achso. Warst du zufällig mal in Loque Town?" "Oh ja! Ich war dort um das Schafott zu sehen auf dem Gold Roger starb. Es ist eine atemberaubende Stadt, aber als ich sie damals besucht habe hatte gerade ein Blitz in das Schafott eingeschlagen und es leider zerstört." "Stimmt, das war ziemlich heftig." Stimmte Sanji zu, verschwieg aber die Geschichte mit Ruffy, der bei nur dank diesem Blick seinen Kopf noch zwischen den Schultern trug. "So, war das der letzte Teller?" Sanji nickte und warf den Schwamm in die Ecke. Er und Lex gingen nun ebenfalls nach draußen zum Rest der Bande. Wie nicht anders zu erwarten zockte Nami die Jungs einen nach dem anderen ab. Nur bei Lex hatte sie einige Probleme, denn der hatte verdammtes Glück. Aber das machte ihr nichts aus, denn immer wenn sie Lex ansah versank sie in seinen blauen Augen und lächelte. Sie konnte sich nicht helfen, aber dieser Mann war der helle Wahnsinn. Am späten Abend sammelte Nami ihren, heute deutlich niedrigeren, Gewinn und verabschiedete sich. Auch Robin folgte ihr wenige Minuten später und auch der Rest verabschiedete sich langsam, bis am Ende nur noch Sanji, Zorro und Lex an Deck blieben. Ruffy war zum ersten Mal vollkommen betrunken gewesen und wurde von Lysop in seine Kajüte gebracht. "Hey Lex! Du kommst mir so bekannt vor, sollte ich dich kennen?" fragte Zorro, der nun auch schon leicht beschwipst war. Sanji schloss sich ihm an. "Keine Ahnung, ich weiß nicht wo ich euch schonmal gesehen haben könnte." "Du hast Ähnlichkeit mit einem Piraten, den ich kenne." "Wirklich? Mit wem denn?" "Wie hieß er noch gleich Sanji? Der mit der Pappnase!" /Pappnase??? PAPPNASE??? Ok, ganz ruhig... nicht durchdrehen... gaaanz ruhig.../ rief sich Lex innerlich zur Ordnung. Er hatte dieses Wort schon immer verabscheut. "Ich glaub das war Buggy. Ja, das war Buggy der Clown... die Pappnase." Sanji fing laut an zu lachen und auch Zorro stimmte ein. Lex jedoch sah die beiden nur mißmutig an. "Kann sein, dass ich ihm ähnlich sehe, ich war eine Zeit lang in seiner Bande." "DU warst in Buggys Bande??" Rief Zorro verwundert und etwas irritiert. "Ja, aber dann bin ich gegangen und hatte meine eigene Crew, bis die gemeutert hat." Lex nahm einen weiteren Schluck aus seinem Bierkrug und stellte zu seiner Enttäuschung fest, dass dieser langsam leer wurde. "Ich hol mir noch was, wollt ihr auch?" Sanji und Zorro hielten ihm beide ihre leeren Krüge hin. Lex nahm sie mit und kam mit drei vollen Krügen zurück. Er reichte sie den beiden und setzte sich wieder. Natürlich bemerkte Lex Zorros Blicke, die ihn ununterbrochen musterten, aber er kannte das ja bereits und so war es für ihn ein leichtes so zu tun als merke er davon nichts. Stattdessen nahm er einen roten Ball aus der Tasche, warf ihn hoch und fing ihn wieder auf. "Lex, du bist irgendwie komisch..." murmelte Sanji und hob die freie Augenbraue. "Komisch? Wieso das denn?" "Hm... du siehst verdammt gut aus für nen Piraten... und du scheinst viel Erfahrung auf See zu haben. Und was ist das für ein Ding das du die ganze Zeit hochwirfst?" "Drei Sachen auf einmal, ok. Zur ersten, danke. Zur zweiten, ich bin auch schon verdammt weit rumgekommen und zur dritten, das ist eine Clownsnase die ich Buggy geklaut habe." Sanji fing lauthals an zu lachen. "Du hast ihm seine Nase geklaut? Genial!" "Klar, immerhin war ich mal ein Dieb. Was ein Kinderspiel." Er warf Sanji die Nase zu, der sie mit Leichtigkeit auffing. Sanji betrachtete sie kurz und warf sie dann zurück. "Kann ich mal kurz was probieren Lex?" Fragte Zorro mit neugierigem Blick. "Und was willst du machen?" "Siehst du gleich." Zorro grinste und zog eines seiner Schwerter. Er ging auf Lex zu und glitt mit der Klinge über seinen linken Arm, doch nichts passierte. "Wusst ich's doch!" "Hey, was soll das? Was wusstest du?" schrie Lex ihn an. "Du hast von einer Alabaster-Frucht gegessen! Hab ich recht?" "Ja, und? Wo ist da bitte das Problem?" "Ach, ich wollte es nur wissen. Deine Haut kann also durch Klingen nicht verletzt werden, genau wie bei Alvida. Und deswegen siehst du auch so gut aus." "Tja, so ist das eben." Lex glitt mit dem Finger vorsichtig über die Stelle über die Zorros Klinge geglitten war und lachte. "Ist das ein Problem?" "Nein, nicht wirklich. Ich meine, jetzt hat die Hälfte von und Teufelskräfte." Auch Sanji musste lachen und robbte auf Lex zu. Er legte die Hand auf dessen Arm. "Heftig! Deine Haut ist ja vollkommen glatt!" "Ich weiß. Keine Reibung, vorsicht glatt!" Nun lachten beide, nur Zorro starrte Lex an. Er hatte diesen Satz doch schon einmal gehört, oder? Aber wo war das nur... "Tut mir Leid, dass ich es euch nicht gesagt habe. Aber ihr müsst wissen, dass das noch nicht alles ist. Als ich damals die Alabaster-Frucht gegessen habe hatte ich bereits Teufelskräfte. Und zwar diese hier." Lex fing an zu grinsen und streckte die Hand aus. Mit einem leisen ,plopp' trennte die Hand sich ab und flog auf die Reling zu. Sanji und Zorro rissen die Augen auf, dann ließ Lex die Hand wieder zurückgleiten. "Du hast zwei Teufelskräfte?? Wie geht das denn?" rief Sanji erstaunt. "Ich bin damals auf einer Insel gestrandet und hatte tierischen Hunger. Nachdem ich dort fast eine Woche gehungert habe fand ich diese Frucht und hab sie gegessen. Ich hab nicht wirklich etwas gemerkt, bis ich wieder von der Insel runter war und in einen Spiegel geschaut habe. Dann sah ich so aus wie jetzt. Das war vielleicht eine Überraschung." "Also hast du Trenn-Trenn- UND Alabaster-Kräfte..." murmelte Zorro nachdenklich. Dann ging ihm schlagartig ein Licht auf. Er wusste es. Er wusste endlich warum der Kerl ihm von Anfang an so bekannt vorgekommen war. Aber noch bevor er etwas sagen konnte stand Sanji auf und verabschiedete sich. Die beiden waren jetzt also allein und Zorro ergriff die Chance. Er wollte jetzt wissen ob seine Vermutung richtig war. "Hey Pappnase!" Sagte er etwas grimmig. Lex drehte sich wie ein Blitz in seine Richtung und sah ihn wütend an. Dann riss er erschrocken die Augen auf. "Ha! Ich wusste es! Du bist Buggy!" "Was redest du da für einen Unsinn?" "Komm, es bringt nichts hier noch weiter zu lügen. Du bist eindeutig Buggy, keine Frage." "Ich bin nicht Buggy!" "Und wer bist du bitteschön dann?" Lex seufzte laut auf und trank den Rest seines Kruges leer. "Mein Name ist wirklich Lex, aber Buggy ist mein großer Bruder. Vor einiger Zeit habe ich ihn getroffen und er hat mir von Ruffy erzählt. Er hat mir auch damals die Trenn-Trenn-Frucht gegeben. Ich war natürlich überglücklich, denn so konnte ich wie er werden, aber dann hatten wir furchtbaren Streit und er hat mich nach zwei Monaten aus seiner Bande geworfen in die ich eingetreten war. Ich kam also auf diese Insel und hab die Alabaster-Frucht gegessen und kurze Zeit später kam ich hierher und traf eben Ruffy. Eine eigene Bande hatte ich nie, das war dann doch gelogen..." "Aha und bist du hier um Rache für deinen Bruder zu nehmen?" "Nein, bin ich nicht. Ich wollte einfach wissen warum Buggy so einen Hass auf ihn hat, aber ich verstehe es nicht. Ruffy ist ein klasse Junge und ganz anders als mein Bruder sagte." "Das weiß ich. Tut mir Leid, dass ich dich für Buggy gehalten habe. Du bist hier herzlich willkommen, solange du keinen Stress machst." "Kein Problem, das werde ich nicht. Kapitelende Kapitel 2: Nachtgespräche ------------------------- Kapitel 2 ~ Nachtgespräche "Anker lichten Männer! Setzt die Segel! Volle Fahrt voraus, wir nehmen Kurs auf Sharila!" Namis Stimme hallten über das ganze Deck und noch weit in die Stadt hinein. Zorro und Lex zogen den Anker hoch, während Ruffy und Sanji die Segel herunterließen. Lysop und Robin setzten mit Choppers Hilfe den Kurs und schon wenige Minuten später fuhr die Lamb auf der ruhigen See in Richtung Sharila davon. "Sag mal Nami, was ist Sharila für eine Insel?" fragte Lex neugierig. "Es ist eine Frühlingsinsel. In etwa einer Woche müssten wir ankommen." "Super! Komm Ruffy, wir räumen meine Sachen ein!" "Oh ja, prima!" Ruffy freute sich wie ein kleines Kind und stürmte mit Lex zusammen in ihr Zimmer, wo sie seine Sachen verstauten. Sanji, der gerade mit den Essensvorbereitungen fertig war ging nach draußen und steckte sich eine Zigarette an. Er ging auf Zorro zu und setzte sich neben den trainierenden Schwertkämpfer. "Habt ihr gestern noch geredet?" Fragte er und blies den blaugrauen Rauch aus. "Ja. Stell dir vor, er ist Buggys Bruder. Heftig oder?" "Tatsächlich? Das erklärt auch die Ähnlichkeit zu ihm..." "Stimmt. Und er ist auch erst 17, genau wie Ruffy. Ich denke mal deswegen verstehen sie sich so gut. Sie sehen wirklich aus wie die besten Freunde." "Du hast Recht, vor allem wie glücklich Ruffy plötzlich ist. Vor ein paar Tagen war er noch total mies drauf. Naja gut, wie auch immer, ich muss das Essen fertig machen. Kannst du die anderen in einer halben Stunde holen?" Sanji drückte die Zigarette aus und schnippte sie über Bord, während Zorro genervt die Augen verdrehte und nickte. Als das Essen eine halbe Stunde später auf dem Tisch stand fehlten zu Sanjis Erstaunen Ruffy und Lex. Zorro erklärte sich bereit die beiden zu suchen und versuchte sein Glück im Jungenzimmer. Als er an der Tür stand hörte er lautes Lachen und Gekichere, also waren sie hier und hatten seinen Essensruf einfach überhört. Vorsichtig öffnete er die Tür und spähte hinein. Ruffy lag lachend auf dem Boden und hielt sich den Bauch und Lex hockte neben ihm, ebenfalls laut lachend. "Hey Jungs, das Essen ist fertig." Sagte Zorro und klopfte hart auf das Holz, damit sie ihn hören konnten. Sie drehten ihre Köpfe in seine Richtung. Nach einem weiteren Lachanfall standen sie auf und folgten Zorro in die Kombüse. Als Zorro Sanji nach dem Essen beim Abwasch half kam ihm die Szene von vorhin wieder in den Sinn und er entschloss sich Sanji davon zu erzählen. "Und wo ist da das Problem?" Fragte Sanji mürrisch und gab Zorro einen weiteren Topf. "Irgendwie haben sie sich komisch benommen. Wie sie sich angeschaut haben... es kam mir seltsam vor, sehr seltsam." "Du siehst Gespenster Zorro. Sie verstehen sich einfach gut." "Wenn du meinst..." Murmelte Zorro und damit war das Thema erst einmal vom Tisch. Erst am Abend, als die Crew eine kleine Einweihungsparty zu Lex' Ehren gab erinnerte er sich wieder daran. "Hoch die Tassen! Auf unseren neuen Mitstreiter Lex!" Rief Nami und alle stießen zusammen an. Lex saß neben Ruffy und sie lachten und redeten ununterbrochen. Als Zorro genauer hinschaute bemerkte er, dass Lex einen Arm um Ruffy gelegt hatte. Außerdem flüsterte er ihm ständig irgendetwas ins Ohr und dann lachte Ruffy beinahe hysterisch. "Hey Zorro, warum so geknickt?" Sanjis Stimme klang schon ein wenig beschwipst als er sich neben Zorro auf den Boden plumpsen ließ. "Ich bin nicht geknickt, aber schau mal bitte zu Ruffy rüber." Sanjis Blick wanderte kurz zu ihm hinüber, dann wandte er sich wieder Zorro zu. "Ja und? Was ist mit ihm?" "Siehst du nicht was da abgeht? Lex macht sich doch vollends an Ruffy ran!" "Meinst du? Hm... ich find es eigentlich ganz süß. Sie sind einfach Freunde." "So ein Quatsch. Du hast scheinbar keine Ahnung..." "Hey immer langsam mit den jungen Pferden ja? Ich hab sicher mehr Ahnung als du!" "Ach, wirklich? Warum hast du es dann bei Nami noch nicht geschafft?" Sanji wandte sich für einen kurzen Moment beleidigt ab. "Nun sei nicht gleich beleidigt. Ich nehms ja wieder zurück." Zorro klopfte Sanji beruhigend auf den Rücken. Als der sich wieder zu ihm umdrehte musste er lächeln. "Schon ok. Ich nehms dir nicht übel, du hast ja Recht." Murmelte er. "Du gibst mir Recht? Ist ja ganz was neues!" "Wenns doch so ist... ich hab's einfach nicht geschafft. Ich denke mal ich sollte es aufgeben... schau dir doch mal an wie sie Lex anhimmelt..." Sanji verdrehte genervt die Augen als er Nami ansah. Es war so offensichtlich, wie sie Lex anstarrte, echt furchtbar. "Du solltest wissen, dass das an seiner zweiten Teufelskraft liegt." Bemerkte Zorro, doch Sanji schien das nicht zu interessieren, er hasste diesen Anblick einfach. "Argh... wie kann sie das nur tun?" Zischte er wütend und trank sein Bier aus. "Mach dir nichts drauß, sie weiß dich scheinbar nicht zu schätzen." Zorro war selbst verwundert über seine Worte, doch sie sollten Sanji Trost spenden und nicht ihm selbst. "Wer auf diesem Kahn weiß mich denn überhaupt zu schätzen?? Doch wohl niemand!" "Ach komm schon Sanji, hör auf damit. Ich will das gar nicht hören." "Da siehst du's mal, dir ist es auch scheißegal ob ich da bin oder nicht." Sanji blickte den Schwertkämpfer wütend an und hievte sich nach oben. Auf wackeligen einen torkelte er ins Jungenzimmer und ließ sich in seine Hängematte fallen. Zorro schüttelte nur genervt den Kopf. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Jetzt fing Sanji schon an sich zu beschweren wie ein kleines Kind das keine Aufmerksamkeit bekommt. Er erhob sich mühevoll und musste zu seiner Verwunderung feststellen, dass er auch schon leicht betrunken war. Vorsichtig tastete er sich seinen Weg zur Kombüse und füllte seinen Bierkrug erneut. Als er wieder nach draußen ging flüsterte Lex gerade etwas in Ruffys Ohr, woraufhin dieser feuerrot wurde. Wieder musste Zorro den Kopf schütteln, während er sich wieder an seinen Platz setzte und weitertrank. Es kam ihm seltsam vor, dass Sanji nicht gemerkt hatte, dass da irgendwas abging. Das war doch so offensichtlich! Aber auch der Rest schien nichts davon mitzubekommen. Langsam glaubte Zorro noch verrückt zu werden. "Also, ich glaub ich hau mich mal hin. Bis Morgen dann." Verabschiedete sich Robin und auch Nami folgte ihr nach unten. Auch Lysop und Chopper legten sich hin, sodass nur noch Zorro, Ruffy und Lex übrig blieben. Die beiden schienen den Schwertkämpfer nicht einmal zu bemerken, sie waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Die beiden sind einfach das allerletzte! Meldete sich eine altbekannte Stimme in Zorros Kopf. Diese Scheiß-auf-alles-Stimme war sogut wie immer Zorros Meinung, genau wie jetzt. Am besten solltest du zu ihnen rüber gehen und sie beide ins Wasser werfen, dann hättest du wenigstens ein für alle Mal deine Ruhe. Klar, sie würden dich rausschmeißen, aber wäre das wirklich so furchtbar? Dann hättest du wieder dein eigenes Leben und nicht diese Farce. Doch jetzt kam eine andere Stimme hinzu. Sie klang beinahe sanft und irgendwie auch weise. Zorro konnte sich keinen Reim darauf machen, denn es war eine Frauenstimme. Warum gönnst du es ihnen nicht Zorro? Sieh doch, sie sind so glücklich, warum willst du ihnen das kaputt machen? Also wirklich, es kommt mir vor als wärst du eifersüchtig. Zorro schüttelte energisch den Kopf. Er wollte diese Stimme verscheuchen, doch stattdessen klang sie nun klarer dennje. Lorenor Zorro, ich schäme mich für dich! Geh einfach ins Bett und lass den beiden ihren Spaß. Los, Abmarsch! Es schien als würde jemand Zorros Körper kontrollieren, denn er setzte sich tatsächlich in Richtung Kajüte in Bewegung. Als er die Tür hinter sich schließen wollte fiel ihm ein, dass er für die Nachtwache eingeteilt war. Also ging er zurück an Deck und kletterte den Mast hinauf, wobei er natürlich von Ruffy und Lex nicht bemerkt wurde. Lex' Lächeln ließ Ruffys Augen jedes Mal aufs Neue strahlen. Es war ein helles und fröhliches Lächeln bei dem ihm warm ums Herz wurde. Er wusste nicht viel von anderen Gefühlen außer Kampflust und Freude, aber er wusste, dass es noch etwas anderes gab. Und jetzt gab es nur ihn und Lex. Schon die ganze Zeit über hatte er gar nicht mehr bemerkt, dass die anderen ins Bett gegangen waren. "Also Ruffy, was meinst du? Noch ein Bier?" "Na klar!" Rief der Strohhutjunge schon leicht lallend. Lex stand auf und holte zwei weitere Krüge Bier. Als er zurückkam lag Ruffy auf dem Rücken und blickte in die Sterne. Er legte sich neben ihn und tat es ihm gleich. Die Sterne funkelten am dunklen Nachthimmel und waren die einzigen Lichtspender dieser finsteren Nacht. "Ruffy... deine Augen leuchten genau wie die Sterne..." sagte Lex mit einer sanften Stimme, die den anderen Jungen zum strahlen brachte. "Danke..." antwortete er leise und legte einen Arm um den blauhaarigen. Der tat es ihm gleich und so schliefen sie wenige Minuten später ein. "Uhhh... Ruffu... deine Augen leuchten wie die Sterne..." äffte Zorro Lex nach und verdrehte genervt die Augen. So ein schleimiges Gesülze hatte er noch nie gehört, höchstens von Sanji. Er war froh, als die beiden endlich eingeschlafen waren, so hatte er wenigstens Ruhe. Du bist wirklich ein furchtbarer Mensch geworden Zorro! Ertönte dieselbe Stimme in ihm, die ihn schon vor einigen Minuten tierisch genervt hatte. "Ach, leck mich doch!" zischte er in die Dunkelheit und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Er hatte wirklich keine Lust jetzt auch noch auf irgendwelche Stimmen zu hören. Du warst früher so ein netter Mensch. Was ist nur mit dir passiert? Plötzlich fiel es Zorro wie Schuppen von den Augen. Er kannte diese Stimme, natürlich kannte er sie. Denn sie gehörte schließlich seiner ehemals besten Freundin. Aber warum hörte er jetzt plötzlich Kuinas Stimme? Nach so vielen Jahren hatte er geglaubt ihren Klang vollkommen vergessen zu haben, aber er hatte sich wohl geirrt. Diesmal schloss er mit einem Lächeln auf den Lippen die Augen. Er hatte etwas verloren geglaubtes wiedergefunden, etwas, das er nie für möglich gehalten hatte. Eine gute Stunde später lag Sanji in seiner Hängematte und starrte an die Decke. Als er vor wenigen Minuten aufgewacht war musste er plötzlich an seine Vergangenheit denken. Es war lange her, dass er über eine ganz bestimmte Person nachgedacht hatte, die sich völlig von ihm unterschied, obwohl sie sich äußerlich doch so ähnlich waren, zumindest früher. "Heiji, wo bist du bloß?" Fragte er sich laut und blickte sich um. Natürlich waren nur Lysop und Chopper im Raum. Seufzend schwang sich der Koch aus der Hängematte und ging nach oben an Deck. Als er Ruffy und Lex sah machte er kehrt und ging zum Heck. Als er sich auf der Reling abstüzte und in die Ferne blickte musste er unwillkürlich an Heiji denken. Sanji hatte ihn lange nicht mehr gesehen, aber als sie sich das letzte Mal getroffen hatten, da hatte er ihn zum ersten Mal in seinem Leben nicht erkannt. Ja, Heiji hatte sich verändert, im Gegensatz zu Sanji, der noch immer derselbe war wie damals. Und während der blonde Koch noch immer grübelte trieb ein kleines Boot gemütlich die Grand Line entlang, auf direktem Kurs zur Flying Lamb, die langsam aber stetig näher kam. Kapitelende Kapitel 3: Kleines Boot, großer Bruder -------------------------------------- Kapitel 3 ~ Kleines Boot, großer Bruder Gegen fünf Uhr morgens betrat Sanji die Kombüse und begann mit den alltäglichen Frühstücksvorbereitungen um seinen Captain satt zu bekommen. Er wendete gerade die Eier in der Pfanne als er einen lauten Knall vom Deck hörte. Er lugte kurz aus der Tür und sah wie Zorro gerade wieder auf die Beine kam, dann widmete er sich wieder seinem Essen. Zorro kam ein paar Minuten später ebenfalls und ließ sich auf einen der Stühle fallen. Er beobachtete Sanji eine Zeit lang, dann stand er auf, holte sich etwas zu trinken und setzte sich wieder. "Sei froh, dass du gestern so früh ins Bett gegangen bist." Murmelte Zorro beinahe unverständlich, aber Sanji konnte ihn dennoch perfekt verstehen. "Was meinst du?" "Ruffy und Lex waren furchtbar. Ich konnte sie sogar bis ins Krähennest hören. Lex ist vielleicht ein Schleimer, noch schlimmer als du manchmal..." "Vielen Dank! Sowas nettes am Morgen macht doch gleich bessere Laune..." Mürrisch stocherte Sanji in den fertigen Rühreiern herum und würzte sie. "So war das nicht gemeint. Sag mal, warum bist du in letzter Zeit so gestresst?" "Was geht dich das an?" Keifte Sanji den Schwertkämpfer an und knallte ihm die Rühreier auf den Tisch. Mit einem beinahe tödlichen Blick fixierte er Zorro und zündete sich eine Zigarette an. "Zum Glück gibt es nicht zwei von deiner Sorte!" Meckerte der grünhaarige und begann zu essen. Sanjis Blick wurde plötzlich weich und seine Stimme versagte beinahe als er sprach. "Wenn du wüsstest..." Flüsterte er und kümmerte sich wieder um das Essen für den Rest. Als gegen acht Uhr das Früstück beendet war und kümmerte sich Sanji um den Abwasch. Zwar wollte er Zorro fragen ob er helfen könnte, aber der war schon wieder am trainieren und Sanji hatte keine Lust auf Streit, also machte er das eben alleine. Dieses Mal gab es wesentlich weniger als sonst und so war er schon nach zehn Minuten fertig und ging an Deck. Er konnte Nami und Robin entdecken, die sich wie immer bei so perfektem Wetter sonnten, und winkte ihnen zu. Nami lächelte ihn an, doch das blieb ihre einzige Reaktion, was Sanji auch irgendwie erfreute. Er ging zum Heck, wo Zorro sein Training absolvierte und lehnte sich über die Reling. Das Meer glitzerte im Schein der Sonne und ließ die Welt beinahe perfekt erscheinen. Nur ein kleiner, dunkler Flech etwas weiter entfernt wich von dem Glitzern ab und so beschloss Sanji sich Lysops Brille auszuleihen. Als er sie ihm endlich abgeschwatzt hatte setzte er sie auf und starrte auf den dunklen Fleck. Ein Boot, es war ohne jeden Zweifel ein Boot. "Zorro!" Rief Sanji aufgeregt. "Sieh dir das mal an! Da ist ein Boot!" Der Angesprochene beendete genervt seine Übung und sah in die Richtung in die Sanji deutete. Tatsächlich, dort trieb ein kleines Boot. "Hol schnell Ruffy, er kann das Boot aufs Schiff holen. Es sieht so aus als würde jemand drinliegen." Zorro war schnell mit dem Captain wieder da, der gleich seine Arme ausstreckte, die Beine um den Mast wickelte und das Boot mit einer irren Geschwindigkeit auf die Lamb zurasen ließ. "Ruffy! Mach langsamer! Du machst noch das Schiff kaputt!!!" Schrie Zorro erboßt und der Strohhutjunge verlangsamte seine Aktion etwas, jedoch nicht genug, denn das Boot knallte gegen ihn und der Flug endete erst am Mast, wo Ruffy beinahe zu Gummibrei zermatscht wurde. Mit einem lauten Knall fiel das Boot zu Boden, doch die Person die sich bis eben noch darin befunden hatte war verschwunden. Sanji sah sich schnell um und entdeckte weit oben auf dem Mast eine Gestalt, deren schwarzer Umhang im Wind wehte. Mit einem Sprung, den Sanji kaum wahrgenommen hatte, verschwand die Person und landete wenige Sekunden mit einer unglaublichen Eleganz auf dem Deck. Sanjis Augen weiteten sich als er diese Bewegungen sah. Noch immer war das Gesicht der Person von einem Hut verdeckt und der Umhang wehte weiterhin im Wind und schlug gegen den Mast. Langsam setzte sich die Person in Bewegung, direkt auf Sanji zu, der noch immer wie erstarrt war. Wenige Zentimeter vor ihm blieb er Mann stehen und beugte sich zu dem Koch nach unten. Sanjis Augen füllten sich mit Tränen als er die Person erkannte. Diese goldenen Augen würde er überall wiedererkennen. Doch nur wenige Sekunden nachdem er dieses Gesicht erkannt hatte spürte er auch schon dessen Lippen auf seinen. Er schloss die Augen und fühlte die angenehme Wärme des anderen, als er ihn umarmte. Er schlang ebenfalls seine Arme um dessen Hüften. Als der Mann sich wieder von ihm löste erkannte er, dass auch er einige Tränen in den Augen hatte. "Heiji..." Flüsterte Sanji mit tränenerstickten Stimme und fiel ihm vollends in die Arme. Zorro, der diese ganze Szene mit angesehen hatte, stand vor Schock der Mund offen. Er konnte es einfach nicht fassen. Jetzt fing sogar Sanji mit diesen Schwulitäten an. Fassungslos schüttelte er den Kopf und ging auf Sanji zu, der sich nun wieder aus der Umarmung des Mannes gelöst hatte. Er legte ihm eine Hand auf die Schulter, doch Sanji reagierte nicht, sondern sah dem Mann weiter in die Augen. Er verstärkte den Druck seiner Hand etwas, sodass Sanji ihn endlich doch bemerkte. Der Koch drehte sich um und sah Zorro mit Tränen in den Augen an. "Sanji, wer ist das?" fragte Zorro ohne wirklich auf die Tränen zu achten. Sanji drehte sich mit einem Lächeln um, nahm den Mann den Hut ab. Als Zorro das Gesicht des Fremden sah erstarrte er, ebenso wie Sanji vorher. Es war dasselbe Gesicht, dasselbe wie Sanji. "Das ist Heiji, der tollste Mann der Welt!" Verkündete Sanji glücklich, doch Heiji winkte ab. "Ach, du übertreibst mal wieder. Ich bin sein großer Bruder Heiji. Freut mich." Seine Stimme ähnelte der von Sanji sehr, aber sie war doch ein wenig tiefer. Man erkannte, dass Heiji älter war als er. Aber er sah ihm so ähnlich, abgesehen von seinen dunkelblauen Haaren und seinen goldenen Augen, die leuchteten, selbst wenn die Sonne ihm in den Rücken schien. "Das ist Zorro, ein guter Freund von mir." Mischte sich nun Sanji ein. Zorro kannte dieses Verhalten. Es war das Verhalten eines Jungen, der seinen großen Bruder nach langer Zeit wiedersah, genau so hatte Ruffy sich in Alabasta verhalten als Ace plötzlich da war. Nachdem Sanji Heiji allen anderen vorgestellt hatte verschwanden die beiden im Jungenzimmer und unterhielten sich stundenlang. Erst als Ruffy nach Essen brüllte stand Sanji auf und ging mit Heiji zusammen in die Kombüse. "Reg dich ab Gummibengel, ich koch ja schon!" Wütend steckte er sich eine Zigarette in den Mund und begann zu kochen. Ruffy wurde von Zorro, der ebenfalls im Raum war, vor die Tür gesetzt. Danach setzte Zorro sich wieder und wendete sich an Sanji. "Hey, Küchenschabe! Gibst du mir ne Kippe?" fragte er mit gespielter Wut und Sanji warf ihm die Schachtel entgegen. Er zündete sich ebenfalls eine Zigarette an und gab die Schachtel an Heiji weiter, der jedoch ablehnte. "Nein danke, ich rauche nicht. Das ist etwas, das ich an Sanji schon immer gehasst habe." "Tja, ich bin jetzt erwachsen. Du musst dir nicht mehr so viele Sorgen machen." Entgegnete Sanji mit einem Zwinkern und wendete die Steaks in der Pfanne. Auch auf Heijis Lippen schlich sich ein lächeln als er seinen kleinen Bruder betrachtete, der seiner Lieblingsbeschäftigung nachging. "So war er eben schon immer." Sagte er an Zorro gerichtet. "Er ist ein Sturkopf." "Ja, das stimmt wohl. Aber ich kenne ihn gar nicht anders." "Sanji, du wirst immer mehr wie Gabrielle." Das Lächeln auf Sanjis Gesicht wich einem wütenden Ausdruck. Blitzschnell drehte er sich um und fixierte seinen Bruder. "Sprich nie wieder von ihr, verstanden? NIE WIEDER!!!" Schrie er mit zitternder Stimme. Heijis Gesicht verfinsterte sich ebenfalls leicht. "Du bist immernoch nicht drüber weg..." "Ich war es bis du wieder damit angefangen hast!" "Wovon redet ihr?" fragte Zorro neugierig. "Wenn ihr unbedingt drüber reden wollt geht nach draußen! Aber trampelt nicht hier auf meinen Gefühlen rum! Haut ab und kommt nicht wieder, bis ihr das Theme vergessen habt!" Sanji war noch immer außer sich vor Wut, sodass Heiji und Zorro nach draußen gingen und sich an Deck ein ruhiges Plätzchen suchten. Dann beantwortete Heiji Zorros Frage endlich. "Gabrielle war Sanjis Zwillingsschwester. Sie war das hübscheste Mädchen auf diesem Planeten. Als Sanji und sie fünf waren passierte etwas furchtbares. Ich war damals neun. Sanji und Gabrielle spielten im Garten hinter unserem Haus. Ich war drinnen und kümmerte mich mit unserer Mutter um das Essen, als ich plötzlich Gebrielle schreien hörte. Ich stürmte nach draußen um nachzusehen was los war und sah diesen Mann, der Gabrielle festhielt. Sanji kämpfte verzweifelt gegen ihn, konnte aber nichts ausrichten. Dann stieß der Mann mit seinem Messer zu und verletzte Sanji unter dem linken Auge. Er fiel schreiend zu Boden und konnte nichts mehr tun. Als der Mann mich entdeckte lief er davon, Gabrielle bei sich. Drei Tage später haben wir ihre Leiche am Fluss gefunden. Der Arzt stellte fest, dass der Mann sie wohl mehrere Male vergewaltigt haben musste und sie dann getötet hatte. Seitdem hat Sanji eine Art Träume. Immer wenn er ihren Namen hört erinnert er sich wieder daran. Ich habe geglaubt er wäre drüber weg, aber das ist wohl nicht so." Heiji endete mit einer flüchtigen Handbewegung, mit der er sich die Haare aus dem Gesicht strich. "Trägt er deswegen die Haare so?" fragte Zoro schließlich. "Ja, genau aus diesem Grund. Du musst wissen, er war als Kind sehr eitel. Als die Verletzung verheilt war und eine Narbe blieb kämmte er sich immer die Haare über dieses Auge. Gabrielles Tod war sehr schmerzhaft für ihn. Er hatte sie geliebt, mehr als alles andere. Und seitdem versucht er zu verdrängen, dass es sie jemals gab. So wurde ich zu seinem einzigen Bruder an den er sich erinnern kann." Heijis Stimme klang sehr bedrückt, obwohl er versuchte sie stark klingen zu lassen. "Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich nie gefragt." "Mach dir nichts drauß, Sanji ist manchmal sehr sensibel musst du wissen." "Sanji und sensibel?" "Oh ja, und wie. Kurz bevor Sanji auf einem Schiff als Küchenjunge anfing waren wir mit unserer Mutter am Strand, er war damals sechs. Irgendwann haben wir uns dann gestritten und ich sagte zu ihm er sei ein Blödmann. Naja, er lief weg und ich habe ihn erst zwei Stunden später gefunden. Er hatte sich in unserem Baumhaus versteckt und sah völlig traurig aus. Du denkst vielleicht er wäre eine Heulsuse, aber er ist einfach sensibel." "Seltsam, mir kommt Sanji immer wie ein totaler Cassanova. Er kommt mir überhaupt nicht sensibel vor, eher wie ein Lackaffe." "Achja, seine Frauengeschichten... das ist auch so eine Sache. Ich weiß nicht warum er das immer tut, aber ich glaube er sucht unbewusst nach einem Ersatz für Gabrielle." "Meinst du? Sag mal, hast du ein Foto von ihr?" Heiji sah Zorro verblüfft an. Dann griff er in seinen Hemdkragen und holte eine Kette heraus. An ihr hing ein Medallion und als er es aufklappte und Zorro zeigte staunte dieser nicht schlecht. Auf beiden Seiten des Medallions war ein Bild. Links war Sanji im Alter von fünf, auf der anderen Seite war ein kleines, wirklich hübsches, blondes Mädchen. Ihre blauen Augen strahlten ihn sogar noch durch das Foto hindurch an. "Sie wäre eine wunderschöne Frau geworden..." sagte er schließlich und gab es ihm zurück. Nachdem Heiji das Medallion wieder eingesteckt hatte klang seine Stimme wesentlich fester. "Sanji weiß nichts von den Fotos und bitte sag es ihm nicht. Ich will nicht, dass er sich wieder so genau an sie erinnern muss." "Kein Problem." Zorro stand auf und ging zurück in die Kombüse, gefolgt von Heiji, der sich ein wenig mehr Zeit ließ als er. Sanji war bereits wieder mit dem Essen beschäftigt und schien den Vorfall schon vollkommen verdrängt zu haben. "Hey, Brüderchen!" Sagte Heiji lächelnd und klopfte dem Koch auf die Schulter. "Na du? Kannst du die anderen holen? Das Essen ist fertig." Ohne auf die Reaktion seines Bruders zu warten deckte er den Tisch und füllte die Gläser. Wenige Minuten später kam Ruffy auch schon in den Raum gestürmt und auf den Tisch wuselten seine Gummiarme herum. Heiji musste bei diesem Anblick lachen, ebenso wie Lex. Na klar, sie kanntem Ruffy noch nicht lange genug um dieses Verhalten als normal zu empfinden. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)