Brunos Tagebuch von Meiridia (Ein Garten voller Leben) ================================================================================ Kapitel 1: wie Unkraut ---------------------- Tag 1 Heute ist wieder so viel Unkraut im Garten gewesen wie noch nie. Aber diesmal bin ich vorbereitet. Ich habe eine Kamera aufgestellt und beschlossen, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Es kann doch nicht einfach so entstehen… oder etwa doch? Der Boden wirkt ruhig, die Luft still, und doch scheint unter der Oberfläche etwas zu geschehen. Ich warte. Tag 2 Ich habe es endlich herausgefunden. Das Mysterium hinter dem Unkraut ist gelöst. In der Nacht, als alles schlief, begann es. Kleine Wesen erhoben sich aus der Erde – kaum größer als eine Hand, mit einem sanften, fast warmen Leuchten. Kaum hatte ich eines entdeckt, waren es plötzlich zwei, dann vier. Sie bewegten sich vorsichtig, fast liebevoll, als würden sie sich begrüßen. Es wirkte vertraut, nicht fremd. Sie schienen sich zu vermehren, einfach durch Nähe. Ein leises Zusammenfinden, und schon entstanden neue kleine Lichter. Wie ein stilles Versprechen der Natur. Noch vor Sonnenaufgang verschwanden sie wieder. Der Garten sah aus wie immer – und doch wusste ich nun, dass er lebendig ist. Tag 3 Ich habe sie weiter beobachtet. Und alles wieder gesehen. Die Wesen von gestern sind gewachsen. Einige wirken älter, ruhiger, fast weise. Andere sind jung, voller Bewegung. Es ist, als hätte ich mehrere Generationen gleichzeitig vor mir. Sie finden einander, bilden Gruppen, und erschaffen neues Leben – schneller, als ich es begreifen kann. Der Garten verändert sich. Er ist nicht mehr nur ein Stück Land, sondern eine kleine Welt. Heute wurde mir klar: Das „Unkraut“ ist kein Feind. Es ist Leben, das sich seinen Platz sucht. Und ich kann nicht anders, als darüber zu lächeln. Vielleicht werde ich morgen sogar bewusst ein kleines Stück wachsen lassen. Und vielleicht werde ich ihnen eines Tages einfach danken, dass sie mir gezeigt haben, wie lebendig mein Garten wirklich ist. so sehr. Kapitel 2: Efeuvorhang ---------------------- Der Plan war eigentlich einfach. Ich habe beschlossen, weil das „Unkraut“, wie ich es nenne, langsam zu viel wird, die Myrapla umzusiedeln, sie sind einfach zu niedlich um sie zu Verjagen. Dabei fiel mir ein, dass ich noch eine alte Scheune habe, die ich nie benutze. Perfekt, dachte ich. Doch als ich dort ankam, war sie komplett von Efeu überwuchert… zumindest dachte ich das zuerst. Also begann ich, die Scheune vom Efeu zu befreien. Es war mühsam, denn immer wieder wuchs es nach, als würde es sich selbst verteidigen. Und dann – als der letzte Vorhang aus Pflanzen endlich fiel – saß es plötzlich vor mir. Ein Tangoloss… oder etwas, das ihm sehr ähnlich sah. Sein Körper war kaum zu erkennen, verborgen unter dichten, ineinander verschlungenen Ranken. Nur zwei dunkle Augen schimmerten kurz zwischen dem Grün hervor. Die Ranken bewegten sich ständig, leise raschelnd, als würden sie atmen. Manche glitten über den Boden, andere zogen blitzschnell neues Efeu nach und befestigten es an den Wänden. Es wirkte nicht feindlich. Aber auch nicht ruhig. Ich hatte eigentlich einen sicheren Ort für das „Unkraut“ schaffen wollen. Jetzt sitze ich hier und frage mich: Was mache ich jetzt nur? Die Ideen gehen mir langsam aus. Kapitel 3: Chiliwald -------------------- Ich glaube mal gelesen zuhaben das viele Pokémons wie, dass Tangoloss kein scharfes Essen mögen soll. Und da kam mir eine Idee. Ich liebe Chili, deswegen mein Lieblingsgemüse. Es passt perfekt zu mir. Also beschloss ich, rund um die Scheune einen kleinen Chiliwald zu pflanzen. Vielleicht kann ich es damit liebevoll vertreiben – und gleichzeitig habe ich noch etwas Leckeres für mein Abendessen. Ich habe die Erde besonders sorgfältig vorbereitet, lockerer als sonst, damit die Pflanzen schnell anwachsen. Reihe für Reihe setzte ich die kleinen Chilipflanzen, dicht genug, um eine richtige Grenze zu bilden. Einige Sorten sind milder, andere so scharf, dass mir schon beim Gedanken daran die Augen tränen. Wenn alles wächst, wird es nicht nur ein Schutz, sondern ein regelrechtes rotes Meer aus Früchten sein. Zwischen den Reihen habe ich kleine Pfade gelassen, damit ich später ernten kann, ohne alles niederzutrampeln. Sogar ein paar Holzschilder habe ich gesteckt, damit ich die Sorten nicht verwechsle und den Überblick behalte. Während ich die ersten Pflanzen gesetzt habe, musste ich selbst ein wenig lachen. Wer baut schon eine ganze Grenze aus Chili, nur um ein „Unkrautproblem“ zu lösen? Aber irgendwie fühlt es sich richtig an. Ich werde es morgen sehen. Ganz sicher. Kapitel 4: Rosenkranz --------------------- Tatsächlich hat das Chili gewirkt. Das Tangoloss ist von einem Tag auf den anderen verschwunden. Keine Spur mehr von ihm. Doch in der Mitte der Scheune lag etwas, das ich nicht erwartet hatte. Ein Ei. Und darum… ein Rosenkranz. Er lag nicht einfach daneben, sondern war beinahe sorgfältig um das Ei gelegt, als hätte jemand – oder etwas – es bewusst geschützt. Die Ranken des „Unkrauts“ hielten Abstand, als würden sie diesen Ort respektieren. Zuerst dachte ich, es könnte von den Myrapla sein. Aber die legen keine Eier. Und ganz sicher keine so großen. Also bleibt nur dieser eine Gedanke: War es das Tangoloss? Und wenn ja… warum der Rosenkranz? Ich kann nicht sagen, warum, aber es fühlt sich falsch an, das Ei einfach zu entfernen. Es wirkt… wichtig. Jetzt stehe ich hier und weiß nicht, was ich tun soll. Ausbrüten? Wegbringen? Oder einfach warten? Kapitel 5: mein kleiner, grüner Kaktus -------------------------------------- Meine Frau hat den Rosenkranz sofort bemerkt. Und damit meine ich keinen alten Schmuck – sondern einen echten Kranz aus frischen Rosen. Sorgfältig um das Ei gelegt, fast schon liebevoll. Kaum hatte ich vorgeschlagen, man könnte es vielleicht einfach kosten – rein aus Neugier – hat sie mich mit einem Blick bedacht, der keinen Widerspruch zuließ. Sie ist überzeugt, dass sich darin ein Knospi befinden könnte. Und Rosen… die liebt sie über alles. Also beschlossen wir, das Ei auszubrüten. Seit Tagen sitzen wir nun jeden Abend vor dem Kamin, das Ei zwischen uns, warm eingehüllt. Es hat etwas Ruhiges, fast Friedliches. Doch die Enttäuschung war groß, als es schließlich schlüpfte. Kein Knospi. Stattdessen saß plötzlich ein kleines Tuska vor uns. Ein grüner, stacheliger Kaktus, der uns neugierig anblinzelte, als gehöre er schon immer hierher. Nun haben wir also einen Kaktus im Wohnzimmer. Und ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich Teil meines Plans war. Kapitel 6: Moosbett ------------------- Seit ein paar Tagen haben wir jetzt Duska. Ja, wir kümmern uns sonst gerne um unseren Garten und Blumen, aber ein Kaktus? Damit hatten wir wirklich keine Erfahrung. Vor allem, weil diese Art hier eigentlich gar nicht vorkommt. Und jetzt steht er mitten in unserem Leben. Die letzten Tage haben wir versucht, ein passendes Bett für ihn zu finden. Weißt du, wie schwierig das ist? Ist es zu hart, sticht er sich und alles andere. Ist es zu weich, zerkratzt er den Boden oder kippt ständig um. Es hat ewig gedauert, bis wir etwas gefunden haben. Oder besser gesagt: er selbst. Eines Morgens hatte er einfach angefangen, Moos aus dem Garten zu sammeln und sich daraus ein kleines Nest gebaut. Ganz ruhig, ganz selbstverständlich, als wüsste er genau, was er tut. Ich hätte nicht gedacht, dass er so eigenständig ist. Vielleicht ist er weniger „Unkraut“, als wir zuerst dachten. Kapitel 7: Samen der Hoffnung ----------------------------- Es ist mal wieder so weit: die Samenzeit. Irgendwie müssen wir ja das Geld in den Hof bringen. Also habe ich die neuen Samen bekommen und wie immer sorgfältig vorbereitet. Den Boden gelockert, die Erde aufgelockert und dann die Samen gleichmäßig verteilt. Ganz wie sonst auch. Zumindest dachte ich das. Ich hätte nie erwartet, dass mir so etwas passiert. Anscheinend habe ich diesmal aus Versehen falsche Samen gekauft. Eigentlich wollten wir Sonnenblumen pflanzen, etwas Helles, das gut wächst und uns über Wasser hält. Doch zwischen den Samen muss sich einer eingeschlichen haben, der zunächst völlig normal aussah. Und er wuchs. Mit den Tagen, bei so viel Sonne, entwickelte er sich erstaunlich gut. Ich hatte schon Hoffnung, dass wir diesmal einen richtigen Glücksgriff gemacht haben. Bis meine Frau ihn genauer ansah. Es war kein Sonnenblumensamen. Sondern ein Sandkern von einer Sandflora. Dass ich das als Bauer nicht früher bemerkt habe, ist ehrlich gesagt etwas peinlich. Aber zum Glück erfährt das ja niemand. Kapitel 8: Kräutergarten ------------------------ Heute war meine Frau ziemlich sauer auf mich. Nicht nur wegen der falschen Samen – der Sandkern hat sich inzwischen auch noch entschieden, im Kräutergarten weiterzuwachsen. Angeblich bekommt er dort mehr Sonne. Eigentlich wäre das kein großes Problem gewesen… wenn er dabei nicht alles verwüstet hätte. Durch sein Wachstum und das ständige „Sonnen-Tanken“ hat er die Kräuter regelrecht verdrückt und den ganzen Garten durcheinandergebracht. Und als wäre das nicht genug, hat Duska das Ganze natürlich beobachtet. Er wollte helfen – auf seine Art. Also hat er angefangen, die Kräuter wieder aufzurichten… oder eher: sie komplett herauszureißen. Am Ende war alles noch schlimmer als vorher. Wie man es macht, macht man es falsch. Vielleicht sollte ich einfach gar nichts mehr anfassen. Oder ich besorge meiner Frau ein kleines Geschenk, damit sie mir etwas verzeiht. Auch wenn ich streng genommen nicht einmal genau weiß, wofür ich gerade bestraft werde. Kapitel 9: Mirabellentage ------------------------- Heute hatte meine Frau Geburtstag. Ich dachte mir, sie würde sich sicher über etwas Selbstgemachtes freuen, also habe ich einen Kuchen für sie gebacken – aus ihren Lieblingsfrüchten: Mirabellen. Wahrscheinlich mag sie sie auch deshalb so sehr, weil sie genauso heißen. Obwohl ich ehrlich sagen muss, dass die Mirabellen aus unserem eigenen Garten noch immer am besten schmecken. Da steckt einfach mehr drin als nur Süße. Es hat etwas Ruhiges gehabt, in der Küche zu stehen und den Teig vorzubereiten, während draußen alles seinen gewohnten Gang ging. Kein Chaos, keine Überraschungen – zumindest für einmal. Als sie den Kuchen gesehen hat, hat sie sich wirklich sehr gefreut. Mehr, als ich erwartet hatte. Ansonsten war es ein sehr ruhiger Tag. Fast schon ungewöhnlich ruhig. Kapitel 10: Blütenstaub ----------------------- Heute gab es einen richtigen Blütenregen. Ein Ribombee hat einfach eine Pollen-Explosion eingesetzt – mitten in meinen Blumenbeeten. Grundsätzlich habe ich damit kein Problem. Im Gegenteil, ich mag es sogar, wenn Pokémon im Garten helfen und die Pflanzen bestäuben. Meine Blumen halten das sonst gut aus. Aber diesmal war die Attacke viel stärker als sonst. So stark, dass nicht nur die Pollen, sondern auch ganze Blütenblätter in die Luft gerissen wurden. Alles wurde von einem dichten Blütenstaub in den Himmel getragen. Für einen Moment sah es wunderschön aus – wie ein schwebender Frühling über dem ganzen Garten. Doch der Boden darunter war danach komplett bedeckt, und es dauerte eine Weile, bis alles sich wieder gesetzt hatte. So ein kleines Pokémon kann wirklich eine große Wirkung haben. Man sollte solche „Explosionen“ wohl doch nicht unterschätzen. Kapitel 11: ein Dorn im Auge ---------------------------- Langsam wird Duska für meine Frau zu einem echten Dorn im Auge. Jeden Tag beschwert sie sich ein wenig mehr. Nicht nur, weil es eben kein Knospi geworden ist, wie sie es sich nach dem Rosenkranz eigentlich erhofft hatte. Auch wenn diese Erwartung vielleicht von Anfang an etwas… optimistisch war. Duska selbst macht es allerdings auch wirklich nicht einfacher. Seine Dornen zerkratzen alles, was er berührt. Er rupft im Kräutergarten herum, bleibt ständig irgendwo hängen und verliert dabei manchmal sogar einzelne Stacheln. Diese findet man dann später überall wieder — im Rasen, zwischen den Blumentöpfen oder direkt vor der Haustür. Das Problem wurde endgültig schlimmer, als sich meine Frau letztens versehentlich auf einen dieser Stacheln gesetzt hat. Den Rest muss ich wohl nicht weiter ausführen. Seitdem schaut sie Duska jedes Mal an, als wäre er persönlich für all ihre schlechten Tage verantwortlich. Und jetzt stellt sich langsam die Frage, die ich eigentlich die ganze Zeit vermeiden wollte: Passt so ein Kaktus überhaupt in unseren Garten? Wir haben viel Platz, ja. Mehr als genug sogar. Aber vielleicht ist „Platz haben“ nicht dasselbe wie „Platz für alles haben“. Und trotzdem… wenn ich Duska so zwischen den Blumen sitzen sehe, bringe ich es einfach nicht übers Herz, ihn wegzuschicken. Kapitel 12: Kaffeebohnen ------------------------ Heute war ich mit meiner Frau Kaffee trinken. Ich liebe dieses kleine Kaffeehaus am Ende der Straße, weil sie dort noch richtigen Kaffee aus echten Kaffeebohnen machen. Es hat etwas Ruhiges, fast schon Heimeliges, dort einfach zu sitzen und den Tag vorbeiziehen zu lassen. Heute ist mir aufgefallen, dass die Kaffeebesitzerin zwei neue Pokémon hat: ein Pokusan und ein Fatalitee. Sie helfen zwar nicht besonders viel im Café, aber sie sind angenehm anzusehen und bringen irgendwie eine freundliche Atmosphäre mit sich. Meine Frau hat sie sofort bemerkt und fand sie ziemlich passend für den Laden. Ich musste ein wenig schmunzeln. Manche Dinge müssen nicht perfekt funktionieren, um gut zu sein – manchmal reicht es schon, wenn sie einfach da sind. Der Kaffee war jedenfalls wie immer köstlich. Und für einen Moment war alles ruhig. Kapitel 13: Nachtschattengewächs -------------------------------- Mitten in der Nacht wurden wir von einem grauenhaften Lärm geweckt. Als ich nachsah, stellte ich fest, dass sich Duska weiterentwickelt hatte. An sich wäre das nichts Ungewöhnliches gewesen. Es war größer geworden, seine Stacheln länger, und es wirkte… wacher. Unruhiger. Doch zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welche Probleme das mit sich bringen würde. Am Tag bewegt es sich keinen Millimeter mehr. Es steht einfach nur da, regungslos, fast wie eine Pflanze. Aber in der Nacht… In der Nacht wandert es umher. Anfangs hielten wir es für harmlose Streiche. Ein umgestoßener Topf hier, ein verrückter Gartenzaun dort. Nichts, was man nicht wieder richten konnte. Bis wir feststellen mussten, dass es keine Streiche waren. Duska war auf der Jagd. Das „Frühstück“, das es uns eines Morgens brachte, konnten wir beim besten Willen nicht annehmen. Ich hätte nie gedacht, dass wir auf diese Weise unser Unkrautproblem loswerden würden. Vielleicht sollte ich die Leute im Dorf warnen. Vor diesem… Nachtschattengewächs, das aussieht wie ein Kaktus. Kapitel 14: Blütenmeer ---------------------- Heute war wieder das große Blütenmeerfest. Unser Dorf ist dafür bekannt, und das schon seit Generationen. Jedes Jahr pflanzen wir auf dem Hügel unzählige Wildblumen. Und dann, in nur einer kurzen Zeitspanne, geschieht es wieder. Die kleinen, zarten Feen – Flabébé – kommen angeflogen. Eine nach der anderen sucht sich eine Blume aus, hebt sie vorsichtig an und trägt sie mit sich fort. Es wirkt fast, als würden die Blumen selbst in den Himmel steigen. Meine Frau ist jedes Jahr aufs Neue beeindruckt davon. Und ich kann es ihr nicht verübeln. Wenn hunderte Blüten gleichzeitig aufsteigen und langsam davonschweben, entsteht ein Anblick, den man kaum in Worte fassen kann. Ein wanderndes Meer aus Farben, das sich leise über den Himmel bewegt. Man kann es nicht wirklich beschreiben. So etwas muss man selbst gesehen haben. Kapitel 15: Korallengarten -------------------------- Ich war heute mal wieder im Korallengarten. Doch irgendetwas stimmt nicht. Es sind deutlich weniger Korallen als noch im letzten Jahr. Zuerst dachte ich, ich bilde mir das nur ein, aber je länger ich dort war, desto sicherer wurde ich mir. Ich habe ein paar Korallenstücke mitgenommen, um sie zu Kalk zerfallen zu lassen. Der ist gut für den Boden im Garten, also verschwendet ist es nicht. Trotzdem mache ich mir Sorgen. Wenn die Korallen zurückgehen, könnte das an der Wasserqualität liegen. Vielleicht hat sich etwas verändert, ohne dass wir es bemerkt haben. Ich sollte das in den nächsten Tagen genauer überprüfen. Beim Sammeln habe ich einige Stücke vorsichtig abgebrochen, damit sie sich weiter vermehren können. Dabei ist mir etwas aufgefallen. Zwischen den gewöhnlichen Korallen war ein andersfarbiges Stück. Ein bläuliches, fast schon leuchtendes. Vielleicht lässt sich so etwas züchten. Blaue Korallen würden sich bestimmt gut als Schmuck machen. Kapitel 16: Tulpenfieber ------------------------ Unsere Tochter Domino ist nach langer Zeit wieder nach Hause gekommen. Das hat uns sehr überrascht – umso mehr, als sie schon in der ersten Nacht Fieber bekam. Das Fieber war ziemlich hoch, und sie hat im Halbschlaf nur noch davon gesprochen, sie sei die „schwarze Tulpe“. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was sie damit meint. Aber Domino habe ich sowieso noch nie wirklich verstanden. Sie war schon immer ein wenig… eigen in ihren Worten und Gedanken. Meine Frau macht sich große Sorgen, ich versuche ruhig zu bleiben. Solange sie wieder gesund wird, bin ich zufrieden. Alles andere kann warten. Kapitel 17: Tränendes Herz -------------------------- Domino hat uns wieder verlassen. Meine Frau ist darüber sehr traurig. Jedes Mal, wenn unsere Tochter nur für kurze Zeit zu Besuch kommt, kehrt erst Freude ins Haus ein – und wenn sie wieder geht, nimmt sie einen Teil davon mit. Es bricht meiner Frau jedes Mal das Herz. Und wenn ich sie so bekümmert sehe, spüre ich, wie auch mir die Brust schwer wird. Ich sage mir dann immer, dass es nun einmal so ist. Man kann ein Kind nicht für immer bei sich behalten. Irgendwann gehen sie ihren eigenen Weg, egal wie gern man sie festhalten würde. Domino war schon immer jemand, den es weiter hinauszieht, dorthin, wo wir ihr nicht folgen können. Ich hoffe, dass sie gesund bleibt und irgendwann wieder vor der Tür steht. Bis dahin bleibt uns noch unser Garten. Zwischen Erde, Blüten und all dem, was wächst, ist es etwas leichter, das Vermissen zu tragen. Meine Frau verbringt nun wieder mehr Zeit zwischen den Rosen. Oft sitzt Rosalia still an ihrer Seite, als würde sie verstehen, was in ihrem Herzen vorgeht. Vielleicht kann sie den Schmerz nicht nehmen, doch ihre Nähe scheint Trost zu spenden. Manchmal ist genau das genug für einen schweren Tag heute. Kapitel 18: Totenblume ---------------------- Um meine Frau wieder aufzumuntern, habe ich ihr ihren sehnlichsten Wunsch erfüllt und ein Knospi besorgt. Ich weiß wie sehr sie Rosen liebt, also war ich mir sicher, dass ich ihr damit eine Freude machen würde. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis sich das Knospi zu Roselia weiterentwickelte. Meine Frau strahlte dabei wie an unserem Hochzeitstag. Vielleicht sogar wie damals, als Domino geboren wurde. Es tat gut, sie wieder so glücklich zu sehen. Doch dieses Glück hielt nicht lange. Schon bald wirkte Roselia schwach. Von Tag zu Tag wurde es kränker. Auf seinen Blättern zeigten sich Flecken, wie ich sie sonst nur von befallenen Pflanzen kenne. Aber können Pokémon überhaupt krank werden? In unserem Dorf gibt es weder Tierarzt noch Pokémonarzt, und das nächste Pokémon-Center liegt weit entfernt. Trotzdem machte ich mich auf den Weg. Für meine Frau hätte ich auch noch weiter fahren können. Doch wir kamen zu spät. Roselia ist einfach verwelkt. Es ging erschreckend schnell, als hätte es keine Kraft mehr gehabt, noch einen Tropfen Leben aufzunehmen. Dabei wollte ich meine Frau doch nur glücklich machen. Stattdessen musste ich mit ansehen, wie aus einer wunderschönen Rose eine tote Blume wurde. Der Schmerz blieb noch lange. Kapitel 19: Schlingpflanze -------------------------- Meine Frau wollte unbedingt, dass wir Roselia begraben. Darum beschloss ich, den Platz hinter der Scheune wieder herzurichten, damit wir dort eine kleine Ruhestätte schaffen können. Die Scheune hatte ich lange ignoriert. Wir hatten keine Verwendung mehr dafür, und dank unseres Kaktus war das „Unkrautproblem“ dort ohnehin verschwunden. Zumindest dachte ich das. Als ich wieder hinging, sah alles aus wie damals vor Monaten. Die Wände waren erneut voller Ranken, dicht und wild, als hätte nie jemand dort aufgeräumt. Also begann ich wieder damit, alles freizuschneiden. Wir wollten Roselia dort begraben – in der Hoffnung, dass aus ihren Samen vielleicht eines Tages ein neues Knospi wachsen könnte. Doch diesmal wirkte selbst das Chili nicht mehr. Nichts schien diese Pflanzen aufzuhalten. Tagelang schnitt ich Ranken zurück, und jeden Morgen waren neue nachgewachsen. Dann sah ich eines Morgens, wie unser Kaktus erneut gegen das riesige Gewächs kämpfte. Ob es wirklich ein Tangoloss ist, weiß ich bis heute nicht. Man hat nie sein wahres Aussehen gesehen, nur Ranken und Bewegung im Grünen. Im Kaffeehaus meinte man einmal, es könnte vielleicht eines sein. Aber hier im Dorf kennt sich kaum jemand mit seltenen Pokémon aus. Und was unser Kaktus eigentlich ist, weiß bis heute ebenfalls niemand. Kapitel 20: Laubhaufen + Unter den Fichten versteckt ---------------------------------------------------- Es war wieder so weit. Das zweite Wochenende im Herbst war angebrochen, und in unserem Dorf fand erneut die jährliche Jagd statt. Die Männer von jung bis Alt versammelten sich wie immer früh morgens im Dorfzentrum, bevor wir gemeinsam in den Wald aufbrachen, wie eine alte Tradition. Normalerweise jagen wir Ferkokel oder Flambirex, da sie sich stark vermehren und bei zu großer Zahl oft Waldbrände verursachen. Aber auch Kronjuwild wird gerne gejagt, besonders wegen seines saftigen Fleisches und seiner guten Qualität. Auch dieses Jahr war die Ausbeute gut. Man konnte sich wirklich nicht beklagen. Damit der Bestand nicht verschwindet, achten wir genau darauf, nur erwachsene Pokémon zu jagen, die weder trächtig sind noch Junge versorgen. Der Wald gibt uns genug, solange wir ihm ebenfalls genug zurückgeben und seine natürlichen Grenzen respektieren. Passend zum Fleisch fand ich unter einem großen Laubhaufen mehrere Tarnpignon. Meine Frau freute sich sehr darüber und machte daraus eine wunderbare Sauce zum Kronjuwildfilet. Der Duft erfüllte das ganze Haus und lockte sogar die Nachbarn neugierig an. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dabei nicht. Nicht einmal, als ich später ein verletztes Sesokitz unter einer Fichte fand. Es lag dort zitternd zwischen den Wurzeln. Ich bedeckte es vorsichtig mit etwas Laub, damit es nicht fror, und brachte ihm in den nächsten Tagen Beeren vorbei. Jedes Mal wirkte es etwas kräftiger als zuvor. Zum Glück fanden seine Eltern es wieder. Ich beobachtete aus der Ferne, wie sie es begrüßten und schließlich gemeinsam tiefer in den Wald verschwanden. Erst da war ich wirklich erleichtert. Vielleicht stehen wir uns nächstes Jahr erneut als Jäger und Beute gegenüber. Aber trotzdem fühlt es sich gut an, geholfen zu haben. Der Kreislauf der Natur besteht nicht nur aus Nehmen, sondern auch aus Verantwortung. Und manchmal reicht schon eine kleine Geste, um einen Unterschied zu machen. Kapitel 21: Dornenkrone ----------------------- Meine Frau hat zusammen mit Roselia etwas gebastelt. Seit dem Verlust der ersten Roselia kümmert sie sich noch viel mehr um die zweite, die ich extra für sie besorgt habe. Aus den alten Dornen, die Roselia mit der Zeit verloren hatte, flochten sie einen Kranz. Wobei „Kranz“ vielleicht das falsche Wort ist. Es sah eher wie eine kleine Dornenkrone aus, vorsichtig ineinander verschlungen, aber trotzdem irgendwie schön. Meine Frau setzte Roselia die Krone auf, nur um ein paar Fotos zu machen. Und genau in diesem Moment entwickelte sie sich weiter. Plötzlich stand dort keine Roselia mehr, sondern eine Roserade. Die Zeit vergeht wirklich schnell. Ich habe das Gefühl, gestern erst hätte sie noch als kleines Knospi in unseren Händen gelegen. Und nun steht sie schon stolz im Wohnzimmer, größer, eleganter und mit diesem starken Rosenduft, der sich langsam im ganzen Haus verteilt. Meine Frau konnte gar nicht mehr aufhören zu lächeln. Und ich muss zugeben, der Duft wirkt tatsächlich beruhigend. Selbst Duska scheint heute ungewöhnlich ruhig zu sein. Vielleicht tut unserem Haus etwas mehr Blumenluft ganz gut. Seit der Entwicklung wirkt sie deutlich selbstbewusster und bewegt sich mit erstaunlicher Eleganz durch das Haus. Wenn sie an einem Fenster stehen bleibt, drehen sich ihre Rosen langsam dem Licht entgegen. Sogar die Zimmerpflanzen sehen heute gesünder aus als noch vor wenigen Tagen. Kapitel 22: Belladonna ---------------------- Meine Frau hat Roserade inzwischen einen Spitznamen gegeben: Bella. Der Name bedeutet „schön“, und ich finde, er passt wirklich gut zu ihr. Wobei ich trotzdem sagen muss, dass niemand so schön ist wie meine Frau selbst. Bella begleitet sie inzwischen fast überall im Garten. Besonders bei der Gartenarbeit summt Roserade ständig leise Melodien vor sich hin, während meine Frau arbeitet. Manchmal klingt es fast so, als würden die beiden gemeinsam im Takt der Natur arbeiten. Im Dorf spricht sich so etwas natürlich schnell herum. Inzwischen nennen einige Bella schon spaßhalber „Belladonna“, unser kleiner Rosenstar. Immer wenn jemand vorbeikommt, bleibt er kurz stehen, nur um Roserade zwischen den Blumen tanzen zu sehen. Und ehrlich gesagt verstehe ich das. Zwischen all dem Grün, den Rosenblättern und diesem beruhigenden Duft wirkt sie fast wie etwas, das gar nicht richtig in unseren einfachen Garten gehört. Aber meine Frau scheint glücklicher zu sein seit Bella hier ist. Und allein dafür bin ich dankbar. Vielleicht liegt es daran, dass Bella eine besondere Ruhe ausstrahlt. Selbst die Nachbarskinder werden leiser, wenn sie ihr begegnen. Manchmal sitzt sie stundenlang zwischen den Beeten und beobachtet aufmerksam Schmetterlinge, während sanfte Winde durch die Rosen ziehen und Blütenblätter forttragen am Abend. Kapitel 23: Rosenrot und Veilchenblau ------------------------------------- Heute habe ich etwas Seltsames im Garten bemerkt. Bella verbringt die meiste Zeit zwischen den Rosen meiner Frau. Das ist nichts Ungewöhnliches. Schließlich ist sie eine Roserade. Doch seit einigen Tagen wächst direkt neben ihren Lieblingsbeeten ein einzelnes Veilchen. Zuerst dachte ich mir nichts dabei. Dann wurden es zwei. Danach drei. Inzwischen zieht sich ein ganzer Streifen violetter Blüten durch das Beet. Rosenrot und Veilchenblau dicht nebeneinander als hätten sie schon immer zusammengehört. Meine Frau ist begeistert. Sie behauptet Bella würde die Blumen absichtlich so anordnen. Ich halte das zwar für Unsinn aber erklären kann ich es mir auch nicht. Heute Morgen habe ich Roserade sogar dabei beobachtet wie sie zwischen den Blüten stand und die Köpfe der Veilchen vorsichtig aufrichtete nachdem der Wind sie umgeknickt hatte. Vielleicht steckt doch mehr dahinter als ich dachte. Jedenfalls sieht der Garten schöner aus als je zuvor. Und wenn meine Frau lächelnd zwischen den roten Rosen und den blauen Veilchen steht dann fällt es schwer zu sagen welche Blume eigentlich die schönste ist. Vielleicht werden es morgen noch mehr sein und bald bedecken die kleinen Blüten jeden freien Winkel des Beetes während Bella ruhig daneben steht und alles aufmerksam beobachtet ganz ohne Eile. Kapitel 24: Irrgarten --------------------- Heute wollte ich mit meiner Frau eigentlich nur einen kleinen Ausflug machen. Nichts Besonderes, einfach ein Spaziergang durch den Park, etwas frische Luft und ein wenig Zeit zu zweit. Doch schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass etwas nicht stimmte. Egal, welchen Weg wir einschlugen, wir kamen nie zum Ausgang. Wir waren schon oft dort gewesen, und normalerweise dauert ein Rundgang keine dreißig Minuten. Heute aber vergingen Stunden. Immer wieder glaubten wir, den richtigen Weg gefunden zu haben, nur um kurze Zeit später wieder an derselben Bank, demselben Baum oder derselben Weggabelung vorbeizukommen. Es fühlte sich an, als wären wir in einem Irrgarten gefangen. Als die Sonne bereits tiefer stand, wurde ich langsam nervös. Meine Frau blieb erstaunlich ruhig und meinte nur, dass irgendetwas mit uns spiele. Und damit hatte sie recht. Wie sich später herausstellte, war ein Zoroark für das Ganze verantwortlich. Es hatte uns mit seinen Illusionen immer wieder auf falsche Wege geführt und sich dabei offenbar köstlich amüsiert. Zum Glück kam ein kleiner Junge vorbei, der das Pokémon kannte. Er vertrieb es mit ein paar lauten Rufen, und plötzlich war der Ausgang wieder direkt vor uns. Ich glaube, für den nächsten Spaziergang bleiben wir lieber im Dorf. Kapitel 25: Zitronenduft ------------------------ Heute bekam ich von unserem Nachbarn eine außergewöhnliche Beere geschenkt. Genauer gesagt eine Tsitrubeere. Ich hatte schon von ihr gehört, aber noch nie eine selbst in den Händen gehalten. Sie ist größer als die meisten Beeren, die bei uns wachsen, und ihre Schale hat ein kräftiges Gelb mit leicht orangefarbenen Stellen. Die Oberfläche wirkt etwas rau, fast wie bei einer Zitrusfrucht. Als die Sonne darauf fiel, glänzte sie, als wäre sie frisch poliert worden. Noch beeindruckender ist allerdings ihr Duft. Schon aus einiger Entfernung riecht man eine frische Mischung aus Zitrone, süßen Blüten und einem Hauch von Honig. Der Geruch erinnert an einen warmen Sommertag nach einem leichten Regen. Frisch, aber nicht aufdringlich. Meine Frau war sofort begeistert. Sie nahm die Beere in die Hand, schloss die Augen und meinte, allein der Duft würde sie entspannen. Ich muss zugeben, ich verstehe, was sie meint. Deshalb haben wir beschlossen, einige Kerne aufzubewahren und selbst Tsitrubeeren anzupflanzen. Vielleicht dauert es Jahre, bis wir die ersten Früchte ernten können. Aber wenn unser Garten irgendwann nach diesem Duft riecht, wird sich das Warten bestimmt lohnen. Vielleicht wachsen daraus kräftige Sträucher mit vielen goldenen Früchten, die jedes Jahr neue Ernten schenken und unseren Garten bereichern. Kapitel 26: Hinter der Hecke ---------------------------- Als ich heute vom Einkaufen nach Hause kam, fand ich hinter einer Hecke ein verletztes Pokémon. Zuerst bemerkte ich nur eine kleine Bewegung zwischen den Blättern. Als ich näher trat, sah ich, dass es sich kaum noch bewegen konnte. Es wirkte erschöpft und geschwächt, als hätte es schon lange keine Kraft mehr gehabt, weiterzugehen. Natürlich konnte ich es nicht einfach dort liegen lassen. Also nahm ich es vorsichtig mit nach Hause. Zu meiner Überraschung waren die grünen Stacheln auf seinem Rücken gar nicht so spitz, wie sie aussahen. Als ich es anhob, fühlten sie sich eher weich und biegsam an, fast wie frisches Gras. Zwischen dem grünen Fell und den grasartigen Stacheln verliefen kleine weiße Bereiche, die wie ein heller Bauch wirkten. Besonders auffällig war die Blume auf seinem Kopf. Sie sah aus wie eine seltene Blüte aus einem gepflegten Garten, mit zarten rosafarbenen Blütenblättern und einem frischen Duft, der selbst in seinem erschöpften Zustand noch wahrnehmbar war. Insgesamt wirkte das kleine Wesen erstaunlich friedlich. Fast zu friedlich für ein wildes Pokémon. Meine Frau war sofort begeistert und hat bereits beschlossen, dass es erst wieder gehen darf, wenn es vollständig gesund ist. Ich fürchte, darüber hat das kleine Wesen wohl. Kapitel 27: Balkondschungel --------------------------- Unser Schützling erholt sich erstaunlich schnell. Ich denke dass ich ihn in den nächsten Tagen wieder in die Wildnis entlassen könnte. Seine Verletzungen sind fast vollständig verheilt und von der Erschöpfung in der wir ihn gefunden haben ist kaum noch etwas zu sehen. Allerdings scheint er sich bei uns ausgesprochen wohlzufühlen. Seit es ihm besser geht blühen die Pflanzen rund um das Haus wie verrückt. Besonders gerne liegt er auf dem Balkon in der Sonne und genießt die Wärme. Dort verbringt er oft stundenlang regungslos und zufrieden. Dabei verteilt er ständig feine Sporen in der Luft. Zumindest kann ich mir nicht anders erklären warum plötzlich alles wächst. Blumen öffnen ihre Blüten früher als sonst Kräuter schießen in die Höhe und selbst Pflanzen die normalerweise nur schwer gedeihen sehen gesünder aus als je zuvor. Mittlerweile gleicht unser Balkon eher einem kleinen Dschungel als einem Ort zum Sitzen. Überall rankt und blüht es. Ich komme kaum noch hinterher die Pflanzen zurückzuschneiden bevor sie Fenster oder Balkonmöbel überwuchern. Aber ehrlich gesagt beschwere ich mich nicht. Wenn ich sehe wie gut es unserem kleinen Gast inzwischen geht ist mir ein bisschen zusätzliches Gärtnern die Mühe wert. Seine Anwesenheit bringt sichtbar Leben Wachstum und Hoffnung. Kapitel 28: Die erste Ernte des Jahres -------------------------------------- Wieder ist ein Jahr vergangen. Heute haben wir die erste Ernte des Jahres eingefahren, und ich bin ehrlich überrascht. In diesem Jahr ist so viel passiert, dass ich mich deutlich weniger um den Garten kümmern konnte als sonst. Trotzdem fiel die Ernte besser aus als erwartet. Die Beeren sind zahlreich, die Kräuter kräftig gewachsen und selbst die schwächeren Beete haben gute Früchte getragen. Vielleicht haben die vielen Pokémon, die unseren Garten besucht haben, mehr geholfen, als mir bewusst war. Meine Frau sagt immer, eine gute Ernte sei ein gutes Omen. Ich hoffe, sie hat recht. Heute glaube ich daran. Kapitel 29: Pollenalarm ----------------------- Anscheinend ist es dieses Jahr wieder so weit. Die Cottini stehen kurz vor ihrer Weiterentwicklung, und wenn das passiert, haben wir im Dorf wieder ein gewaltiges Cottomi-Problem. Jedes Jahr dauert es mehrere Tage, bis alle weitergezogen sind. Da unser Dorf von großen Wiesen voller Cottini umgeben ist, sammeln sich dann unzählige von ihnen am Himmel. Noch wurde der Pollenalarm nicht ausgelöst, also bleibt uns etwas Zeit. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Glocken läuten. Bis dahin sollte ich alles vorbereiten. Fenster schließen, Vorräte sichern und die Gartenmöbel hereinholen. Vorsichtshalber auch diesmal. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)