Nouvel Amour von April_Eagle_Wilcox ================================================================================ Kapitel 1: Kriegsende --------------------- Die vier Star-Sheriffs hatten vor etwa 30 Minuten den Planeten Pecos verlassen und steuerten direkt auf Yuma zu. Die vergangenen Tage waren äußerst nervenaufreibend gewesen, da sich herausstellte, dass doch noch mehr Outrider als erwartet auf diesem Planeten stationiert gewesen waren, als angenommen. Jetzt, nach dem Ende des großen Krieges waren überall noch einige Einheiten im neuen Grenzgebiet verteilt, die nicht mit dem Outriderplaneten vernichtet worden waren. Doch gemeinsam war es ihnen gelungen, die hoffentlich letzten Phantomwesen zurück in ihre Dimension zu schicken und den Planeten zu befreien. Vorsicht war jedoch weiterhin geboten, aber es schien, als könnten die Menschen langsam wieder aufatmen. April stand aus ihrer Steuereinheit auf. Still war es an Bord, jeder hing seinen Gedanken nach. Colt hielt so wie es aussah ein Nickerchen, oder war einfach nur erschöpft, beides traf wohl zu. Saber beobachtete wie jedes Mal nach einer Schlacht aufmerksam die Scans, die von den umliegenden Einheiten Ramrod übermittelt wurden, der Friedenswächter fungierte als Kommandoschiff. Fireball streckte sich, nachdem er den Autopiloten mit den von April übermittelten Daten gefüttert hatte. Die Blondine verließ die Brücke, und die anderen kannten ihr Ritual. Jetzt brauchte sie erstmal Ruhe, um sich zu sammeln. Mit einer großen Tasse setzte sie sich, in den Aufenthaltsraum und atmete erst einmal tief ein und aus. Sie war erleichtert und freute sich darauf, wieder nach Hause zu kommen. Hoffentlich stand nicht gleich wieder der nächste Einsatz an. Sie brauchten auch mal Ruhe, um nach den letzten Ereignissen herunterzukommen. Die Jungs waren eh schon überreizt und sie auch, musste sie sich eingestehen! Bisher hatten sie vom Oberkommando noch keine weiteren Einsatzinformationen erhalten, was ihrer Erfahrung nach ein gutes Zeichen war. So hoffte sie sehr, endlich die Möglichkeit zu bekommen, Zeit mit ihrem Vater nach dessen Entführung und den darauf folgenden gebrochenen Friedensvertrag seitens der Outrider, zu verbringen. Alles war so schnell geschehen, dass sie gar nicht mehr wusste, welche Ereignisse gravierender waren: die drohende fast völlige Zerstörung Yumas, oder der Sieg über den Outriderplaneten mit dessen Vernichtung. Sie hatte nur Angst gehabt, an etwas anderes konnte sie sich schon gar nicht mehr erinnern. Ihr Lichtblick war in dieser Zeit Fireball gewesen, der viel Zeit mit ihr verbracht hatte. Sie beobachtete den Dampf, der aus ihrer Tasse hinauf stieg. Er hatte es geschafft sie abzulenken und ihr Momente der Leichtigkeit zu verschafft, war eine Schulter zum Ausweinen und auch mal der Sandsack, als ihr alles zu viel wurde. Sie schlürfte den heißen Tee und schloss ihre Augen. Auch ihr Vater war nach seiner Entführung wieder sofort eingespannt gewesen, ihm blieb keine Zeit, das Geschehen zu verarbeiten. Sorgen keimten in der Navigatorin auf. Schließlich war er auch nicht mehr der Jüngste und doch musste er vor dem Rat Rede und Antwort stehen und dazu alles im Blick behalten. Natürlich hatte sie Verständnis für die Wichtigkeit und auch den Verpflichtungen ihres Vaters, sie kannte es schließlich nicht anders! Aber dennoch fehlte er ihr sehr. Und jetzt keimte der Frieden in ihren wirren Gedanken auf. Frieden? Wusste sie überhaupt noch, was das war? April stand auf und beschloss wieder auf die Brücke zu gehen, um nach den Jungs zu schauen. Auf Yuma wurden die Scans ausgewertet, die Saber Rider an die Einsatzzentrale schickte. "So wie es aussieht, ist der Planet und der Orbit frei von Bedrohungen!", verkündete ein Wissenschaftler, nachdem er die Unterlagen und Daten mehrmals überprüft hatte. Kommandant Eagle nickte dem Mann zu. "Holen Sie die Star-Sheriffs nach Hause!", wies er an und verließ die Zentrale. Er hatte noch einiges zu tun, bis die vier landeten. Und begab sich wieder in sein Büro, dort begrüßte in Jaqe sein 11-jähriger Bernner Sennenhund, der ihn täglich ins Oberkommando begleitete. Die Offiziere kannten und liebten Jaqe, der wie immer an seinem Stammplatz im Büro aus dem großen Panoramafenster schaute. Jaqe hatte alles im Blick. Eagle strich seinem Freund über seinen großen Kopf und beide sahen für einige Momente gemeinsam nach draußen, bevor sich Charles wieder an seine Arbeit machte. Misses Miller brachte ihm, wie immer als er sein Büro betrat, einen heißen Kaffee und für Jaqe einen Hundekeks. "Kann ich sonst noch etwas für Sie tun, Kommandant?", fragte die Mitte vierzigjährige Chefsekretärin des Oberkommandos. Eagle schüttelte den Kopf. "Machen Sie Feierabend für heute und danke, dass Sie bis zum Schluss geblieben sind!", sagte er und nahm sich einen Schluck seines Kaffees. ‘Das würde ihm jetzt guttun!‘, dachte er. Misses Miller lächelte und nickte Charles zu. "Das ist doch selbstverständlich!", erwiderte sie und verließ das Büro. Kommandant Eagle sah seiner Sekretärin noch einen Moment nach. ‘Ja, die Seele des Oberkommandos. Egal zu welcher Uhrzeit ein Angriff kam, wenn Misses Miller anwesend war, blieb sie auch bis zum Schluss, um sie alle mit Kaffee und Snacks zu versorgen. ‘So wäre selbst ein großer General ohne ihre Verpflegung umgefallen‘, musste er schmunzeln und lehnte sich in seinen gemütlichen Ledersessel zurück. Er drehte sich dem Panoramafenster hinter sich zu. Die roten und blauen Abendlichter des KOKs waren ihm so vertraut, er war überzeugt davon, im Oberkommando, jede einzelne dieser blinkenden Glühbirnen zu kennen. Es war seit Jahren sein zweites Zuhause, sogar seine Tochter April, sein einziges Kind, war hier aufgewachsen. Seit Jahren kannte er nichts anderes. Doch auch sie würde in den nächsten Jahren garantiert ihre eigenen Wege gehen. Er spürte es, dass sie verliebt war und das Letzte, was er wollte, war ihr dabei im Wege zu stehen. Über seinen zukünftigen Schwiegersohn machte er sich da schon mehr Gedanken! War er sich seiner Verantwortung seiner Tochter gegenüber bewusst? Doch bevor das alles spruchreif wurde, freute er sich auf die Ankunft der vier, nickte er seine Gedanken ab und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Dabei fiel sein Blick auf das Foto, welches nun auch schon seit mehr als 12 Jahren an genau diesem Platz auf seinem Schreibtisch stand, wie alles in seinem Büro. Schmunzeln musste er und betrachtete sein damals noch kleines Mädchen von gerade einmal acht Jahren, ‘sein kleines Mädchen‘ huschte ihm durch seinen Kopf und schüttele gleich darauf diesen Gedankengang wieder ab! Seit einigen Monaten erkannte er, dass sie schon lange nicht mehr dieses kleine Mädchen war. “Elternblindheit”, hatte es Misses Miller mal genannt, recht hatte sie, stimmte er der Guten zu und brummte ein “Hm!” bestätigend vor sich. Kurz darauf spürte er eine schleichende Einsamkeit in sich aufsteigen. Er musste zugeben, er sehnte sich auch nach jemanden, der auf ihm wartete, vielleicht sogar mit einem guten Essen. Natürlich, hatte er in den letzten Jahren die ein oder andere weibliche nette Bekanntschaften gehabt. Doch meist sehr im Verborgenen, er wollte seiner Tochter keine Ersatz-Mutter vorsetzen, wusste er doch, wie schwer es April und ihm damals fiel Abschied zu nehmen! Und sie sollte auf keinen Fall glauben, dass er ihre Mutter einfach so austauscht. Doch jetzt würde seine Tochter langsam ihre eigenen Erfahrungen machen und sich einmischen, wie er es umgekehrt vor knapp drei Jahren getan hatte. Jetzt war sie erwachsen, auch wenn es ihm schwerfiel diese Tatsache zu akzeptieren! Es war ihr Recht auf ihr eigenes Leben und er fand, dass er dieses jetzt auch hatte. Aber ging es dabei um Recht? War es nicht auch das einfach menschliche Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit? Er atmete tief ein und sein Blick fiel auf seine Frau, die ihn seit 12 Jahren anlächelte, nicht nur auf dem Bild, sondern viel mehr in seinen Gedanken. Aber auch das war mit den letzten Jahren immer weniger geworden. Er liebte sie nach wie vor, zu schnell war sie aus dem Leben gerissen worden! Die Nacht des Unfalles würde er nie mehr vergessen, doch der Schrecken darüber war verflogen, Wunden heilen, aber Erinnerungen blieben! Er wusste, dass seine Frau nicht gewollt hätte, dass er für den Rest seines Lebens allein bleiben sollte! Sie war nicht mehr da, doch seine Liebe zu ihr war auch nun mehr eine wundervolle Erinnerung. Sein Herz hatte Abschied genommen. Wahrscheinlich erst in den letzten Monaten, doch es fühlte sich leichter als sonst an, klarer! Er stand auf und musste sich bewegen, arbeiten konnte er jetzt sowieso vergessen! “Tja!” sprach er vor sich und stemmte seine Hände in die Hüften. Na ja, um Angebote mangelte es ihm nicht, denn schließlich war er doch immer ein gut aussehender, na ja nicht mehr ganz so junger Mann, fand er. Warum also sich die letzten Jahre nicht mit jemanden teilen? Ihm fiel die gute Chloé ein. Versprochen hatte er ihr, sie irgendwann einmal zu essen einzuladen. Er blickte in den Spiegel und beschloss genau das jetzt zu tun! April servierte den Jungs zur Feier des Tages Kaffee, den die Drei dankend entgegennahmen. Die Ruhe an Bord nach so einem Kampf war Standard und das koffeinhaltige Heißgetränk holte alle ins hier und jetzt zurück. „Na ihr Helden, meint ihr, wir dürfen uns auf Yuma erstmal das Näschen pudern, oder müssen wir gleich wieder los?“ durchbrach April das gemeinsame Schweigen. Colt sah von seinem Lieblingsgetränk auf und grinste die Blondine frech an. “Also meine Wenigkeit sehnt sich nur nach Robin …” – “ Und einem Bett …” warf Fireball frech dazwischen. Colt, der gerade Luft holen wollte, zog seine Augenbrauen zusammen und blickte seinem Hombre entgegen: “Ein Steak! Wollte ich sagen!” April rollte mit ihren Augen. Ok, der Kaffee hatte gewirkt, stellte sie erfreut fest und blickte zu Saber der sich ein Grinsen wegdrückte. “Aber danach in ein weiches, flauschiges Bett, ohne Nachbarn, ist natürlich mit eingeplant!” fügte Colt noch mit an und nahm erneut von seinem Kaffee. “Sag’ ich doch!” kam es von Fireball bestätigend. “Ja, aber die Reihenfolge macht es, wirst du auch noch lernen!” zwinkerte der Cowboy und zeigte Richtung mittlere Steuereinheit! “Manchmal ist die Reihenfolge nicht das wichtigste!”, konterte April und setzte sich, ohne eine Antwort abzuwarten, in ihre Satteleinheit. “Hehe!” grinste jetzt Fireball. “Ich bin dann eher der traditionelle Typ, bin ich dann doch!” murmelte der Cowboy vor sich hin und blickte tief in seine Tasse, während er seinen letzten Schluck Kaffee schwenkte. Saber, der die Unterhaltung schweigend verfolgt hatte, musste jetzt doch hörbar lachen, wurde aber gleich darauf von einem Piepsen auf seiner Konsole wieder zum ernsten Teil ihrer Mission gerufen: Etwas schwerfällig betätigte er den blinkenden Button. Sofort erschien die Meldung des Hauptquartiers auf seinem Monitor. “Tja, Freunde, es geht weiter!”, verkündete der Schotte. Von Colt hörte man ein tiefes Brummen: “Von Work life Balance haben die Herren im Oberkommando auch noch nichts gehört!” grummelte er in seinen nicht vorhanden Bart. Seine Träume zusammen mit Robin platzen gerade wie eine Seifenblase vor seinem inneren Auge. “Von gesetzlicher Arbeitszeit auch nicht!” warf Fireball darauf ein, der das Genuschel des Cowboys sehr wohlverstanden hatte. Das konnte doch nur wieder Ärger bedeuten und vorbei war es mit der Urlaubsstimmung. Der Schotte las die Nachricht seinen Kameraden vor. „Nach Überprüfung der aktuellen Scans und Lage wurden keine weiteren Outrideraktivitäten mehr gemessen oder gesichtet. Befehl lautet: direkter Kurs nach Yuma-City! Und Meldung bei Commander Eagle machen!“ verkündete Saber und grinste seinen Freunden entgegen. Auch er sehnte sich nach einem Wiedersehen mit Sincia! “Na so schlecht sind diese Nachrichten ja dann doch nicht!” kommentierte Fireball die vorgelesene Nachricht. “Packt die Satteltaschen, es geht nach Hause!” sprang der Cowboy aus seiner Satteleinheit und freute sich. Nachdem sie Commander Eagle einen ausführlichen Bericht gegeben hatten. War der Cowboy der erste, der sich mit gepackten Satteltaschen verabschiedet hatte. Ganze drei Tage sah und hörte man nichts mehr von dem Lockenkopf. Alle waren sich sicher, dass Colt im anderen lustvollen Gefilden unterwegs war. Und sein Steak hatte er sicher auch von Robin mit sehr viel Liebe zubereitet bekommen! April verbrachte den ersten Abend zusammen mit ihrem Vater. Gemeinsam waren sie chic essen gewesen, doch irgendetwas war der Blondine sofort aufgefallen. Ihr Vater hatte ein Leuchten in seinen Augen, war sehr entspannt, sie führte es auf das Ende des Krieges zurück. Gesehen hatten sie sich zwar regelmäßig, bei ihren Treffen arbeiteten sie beide die Geschehnisse auf, auch seine Entführung war immer mal wieder Thema. Doch so wie es aussah, hatte ihr Vater das alles sehr gut weggesteckt. Saber hatte die letzten Protokolle in der Verwaltung des KOK's abgegeben und konnte sich nun auf die freien Tage konzentrieren. Nach einem ausgiebigen langen Schlaf, ohne das ihm so vertraute Cowboy-Schnarchen, hatte er sich direkt auf den Weg zu Sinicia gemacht. Die braunhaarige Kindergärtnerin konnte es erst gar nicht fassen, dass er sie da während der Arbeit besuchte. Fireball traf es da schon härter. Er fegte Ramrod aus, so nannte er es schon seit Jahren, als Pilot war es seine Aufgabe Ramrod im Wartungshangar den Mechanikern zu übergeben. Der Friedenswächter musste, nach den ganzen schweren Kampfeinsätzen mal ordentlich durchgecheckt werden. Eine Prozedur, die den ganzen ersten Urlaubstag eingenommen hatte. Gut, was sollte er auch anderes tun, obwohl ihm tausende Dinge eingefallen waren, war er doch nach seiner Ankunft allein gewesen. Natürlich freute er sich für April, sie hatte ihren Vater so lange nicht gesehen und unglaublich vermisst. Klar, dass die Navigatorin jetzt erst einmal die Zeit mit Eagle verbringen wollte. Während dieser freien Tage war es im Kavallerie Oberkommando nicht ganz so ruhig. Das große Fest zu Ehren der Kriegshelden musste vorbereitet werden. Auch wenn dieses nicht im Oberkommando veranstaltet wurde, wurde alles auf Hochglanz poliert. Nach so einem Krieg konnte man ruhig die Hallen wieder auf Vordermann bringen, dachte man sich! Die Vier sollten aber nicht allzu viel davon erfahren und überrascht werden. Aufgrund des Flurfunks, den es nur zu gut auch im Oberkommando gab, sprach man im veröffentlichten Protokoll nur von einer Ehrung. In welchem Ausmaß, das ganze allerdings stattfinden sollte, ahnten die Star-Sheriffs nichts. Daher war Commander Eagle auch sehr bemüht, die Vier möglichst aus den ehrwürdigen Hallen des KOK’s fernzuhalten. Irgendjemand verquatschte sich immer, wusste er, er brauchte da nur an die Damen in der Verwaltung zu denken. Schmunzeln musste er, manchmal, dachte er, die Ladys dort wussten mehr als er! Nachdem nun auch Fireball endlich seine Pflicht erfüllt hatte, musste er den vier jungen Menschen regelrecht Urlaub befehlen! Natürlich ließ sich das der Rennfahrer nicht zweimal sagen und beschloss, da April in ihrem Elternhaus war, auf die etwas außerhalb liegende Rennstrecke von Yuma City zu fahren, um dort ein paar Runden zu drehen. Er war wieder in seinem Element und spürte das Benzin in seinen Adern. ‘Hoffentlich war das Rennen während des vermeintlichen Friedensvertrags keine Eintagsfliege gewesen!‘ dachte er sich. Allerdings musste er auch feststellen, dass er dringend wieder mehr trainieren musste. Ein so frühes Ende eines Rennens wollte er nicht noch einmal erleben wollen wie beim letzten Mal! Das war er sich und seinen Fans einfach schuldig! April genoss ausgiebig die Zeit zu Hause. ‘Zu Hause‘, wie schön das klang, dachte sie und ließ ihre Gedanken schweifen, als sie an diesem Morgen in ihrem großen, weichen, frisch bezogenen, kuschligen Bett im Hause ihres Vaters erwachte. Selbst die Bettwäsche roch immer noch nach einer frischen bunten Blumenwiese, wie sie es immer kannte und es brachte sie zum Träumen an die gute alte Zeit. Nirgends ist es schöner als zu Hause und wie lange hatte dieses Gefühl vermisst. Ja, allein schon auf Yuma zu sein war toll! Hier war sie aufgewachsen. Sie stieg aus ihrem Bett und streckte sich durch, bevor sich die Vorhänge bei Seite zog, die Sonne schien ihr ins Gesicht und so kniff darauf ihre Augen zusammen und blinzelte einige Male, um sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Der Blick in den grünen Garten ließ sie auf schmunzeln. Etwas kitzelte an ihrem Bein und schob sich zur Seite. April grinste: “Hey guten Morgen!” und knuddelte den wuscheligen großen Hund, der neben ihr stand, durch sein dichtes weiches Fell. Sie liebte es und Jaqe genoss sichtlich Aprils Streicheleinheiten. Jaqe, ihr alter Fellnasenfreund aus Kindertagen. Mit Jaqe hatte sie so manches kleine Abenteuer erlebt. Er war immer an ihrer Seite gewesen, egal ob sie glücklich, oder traurig gewesen war. Sie wusste noch genau, wie ihr Vater damals mit einem Welpen nachhause kam, um sie von der Trauer abzulenken. Jaqe war immer an ihrer Seite gewesen, ‘ja‘, dachte sich April und musste leise lachen, er kannte sogar die ersten Entwürfe von Ramrod. “Eigentlich bist du ein Secret Hund, weißt du das du Wuschelkopf?” sprach sie mit ihm und Jaqe blickte ihr zufrieden entgegen. Sie ließ von ihrem felligen Gefährten ab und lief mit im knappen Nachthemd bekleidet in ihr Badezimmer, das wie alles in dieser französischen Landhausstil-Villa eingerichtet war. Ihr Blick fiel auf eine alte hochwertige Fliese auf dem Boden, auf der sich ein handbemaltes Veilchen befand. Eine Ecke war abgebrochen, als ihr als Kind einmal etwas darauf gefallen war. Ihr Vater wollte diese damals austauschen, doch sie liebte dieses Veilchen und es wurde repariert, doch sehen konnte man es immer noch. Sie schmunzelte dieser Erinnerung entgegen, es war tatsächlich alles noch so, wie sie es in Erinnerung hatte. Charles saß am Esstisch im Wohnzimmer, die Glastür zur Trasse war leicht geöffnet und ein leichter Wind spielte mit der weißen besticken Gardine. Er kippte sich einen Kaffee nach. Er hatte seine Tochter ausschlafen lassen, wusste er doch zu gut, wie oft das in den letzten Monaten zu kurz gekommen war. Ein ausgiebiges Frühstück mit allerlei französischen Köstlichkeiten fand seinen Platz auf dem Tisch. Während er auf sein Kind wartete, telefonierte er. Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Sonst war es, wenn er überhaupt zum Frühstücken gekommen war, ein Gespräch, das ihm ernsten Gesichtsausdrücke und Falten auf der Stirn bereitet hatte. Aber heute war er sehr entspannt und glücklich. „Ich freue mich auf dich, bis später!“, verabschiedete er sich mit liebevoller Stimme und legte auf. Er nippte von seinem Kaffee und nahm die Tages-Zeitung zur Hand, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Er vernahm nach einigen Augenblicken, die ersten Geräusche aus dem oberen Stockwerk. „Na, da ist wohl jemand wach!“, dachte er sich und freute sich seiner Tochter gleich einen kleinen Hinweis für den morgigen Abend zu geben. Schließlich kannte er sein Mädchen zu gut – ein bisschen Vorbereitung würde er auch ihr und ihren Freunden gönnen. Eine viertel Stunde später genoss die kleine Familie Eagle ein ausgiebiges Frühstück. Auch Jaqe ließ sich das Fleisch in seinem Napft schmecken und leerte ihn schnell. Danach legte sich der Rüde unter den großen Esstisch in der Nähe seines Frauchens. Das war eigentlich immer ein guter Platz. Über dem Tisch wurde viel erzählt und gelacht. Seine Besitzer genossen sichtlich die Leckereien und vor allem ihre gemeinsame Zeit miteinander, auf die sie so lange verzichten mussten. Und da war dann der Moment, den sich der Hund erhofft hatte. April zupfte von einer Scheibe Putenbrust ein kleines Stückchen ab und versuchte möglichst unauffällig die Hand unter den Tisch wandern zu lassen. Just in diesem Moment zog der Commander die Augenbrauen nach oben und sah seine Tochter direkt an. Entschuldigend und leicht grinsend erwiderte sie den Blick ihres Vaters. Dieser seufzte kurz, er konnte ihr mal wieder nicht böse sein und fragte sich gerade, wer von den Beiden den besseren Hundeblick mimen konnte. Als die angeregten Gespräche langsam verstummten, räusperte sich der Commander während April sich noch ein Stückchen von ihrem Croissant abzupfte und in den Mund steckte: „Schatz, da wäre noch eine Kleinigkeit, für morgen Abend“, begann er das Gespräch und versuchte die richtigen Worte zu finden. April blickte kauend auf: “Ah, ja, der Empfang, was ist denn damit, Daddy?”, fragte die junge Französin schon ganz aufgeregt. Eagle musste aufpassen, um nicht zu viel zu verraten, aber er musste ihr auch das andeuten, was er sagen wollte. April beobachtete ihren Vater und griff nach ihrer Tasse, ihre hübschen hellblauen Augen verfolgten die Bewegungen ihres Vaters. Eagle holte seine Brieftasche hervor und fischte eine kleine schwarze Karte heraus: “Kauf dir was Schönes!” und reichte sie seiner Tochter über den Tisch. “Es gibt einen Dresscode!“ Aprils Augen wurden groß, als sie diese großzügige Geste verstand. “Oh Danke Daddy!” sprang sie von ihrem Platz auf, rannte um den Tisch, um ihren schmunzelnden Vater zu umarmen. Der Abend der Abende war gekommen, der schon einige Tage zuvor groß und vor allem medial angekündigt worden war. Die Kameras standen an diesem Abend bereit, letzte Vorbereitungen wurden getroffen. Der mindestens zehn Meter lange und breite roter Teppich vor dem Eingang des City-Theaters wurde noch einmal abgefegt. Fans warteten vor Ort auf ihre Helden, um sie mit Jubel und Applaus zu empfangen. Schließlich wurde alles, was Rang und Namen hatte, erwartet. Und auch die, die unbedingt gesehen werden wollten! Die Live-Übertragung lief bereits seit einer Stunde. Robin war schwer indes damit beschäftigt, ihren Cowboy zu zähmen! Die Nacht war alles andere als leicht gewesen, ok, nickte sie sich zu, so schlimm war es nicht, sie war sehr intensiv, musste sie schmunzeln. Doch nun war sie damit beschäftigt, den Lockenkopf von der unbequemen Fliege zu überzeugen und sehnte sich gerade sehr nach ihrer lebhaften Schulklasse! “Ich kann das Hemd doch einfach unter diesen … was ist das hier überhaupt?” fragte er. ”Das ist eine Weste, sie gehörte nun mal einmal zu einem Frack!” erklärte Robin, die ihm bestimmt zum dritten Mal die Fliege am gut gestärkten Hemdkragen anbringen wollte. “Das meinte ich nicht!” sprang Colt zur Seite, um Robins Würgeattacke zu entgehen. “Ein Zylinder!” - “Nein sowas trage ich nicht!” weigerte sich Colt erneut! “Ich seh aus wie Papa Pinguin!” Jetzt reichte es Robin, sie zog ihre Augenbrauen streng zusammen und sprach im festen Ton: “Cowboy, du machst jetzt sofort diese Weste zu und lässt mich dir diese Fliege umbinden!” Colt sah seine zarte Robin überrascht entgegen. Die Blondine kam nah an ihm heran und sah ihn fest in seine blauen Augen: “Und der Hut wird getragen, sonst tanz’ ich Rodeo mit dir!” drohte sie. Colt, der Robin gerade nicht wiedererkannte, entspannte nach einigen Augenblicken seine Gesichtsmuskeln und ein freches Grinsen, legte sich auf diesem. Er zog Robin nah an sich heran und flüsterten ihr mit leiser heiseren Stimme ins Ohr: „Weißt du, dass du unheimlich sexy bist, wenn du so streng bist. Das hast du mir letzte Nacht noch gar nicht gezeigt … wir könnten ja …“ und er küsste ihren Hals. Er hatte ihr diese Worte so lasziv in ihr Ohr gesprochen, dass Robin eine Gänsehaut nach der nächsten bekam und sich in seiner Liebkosung kurz verlor. Doch dann kam sie wieder in die Realität zurück, als ihr Blick zufällig über die Uhr an der Wand huschte. Sie streckte sich durch. Sie durften nicht zu spät kommen! Robin nutzte die Nähe und band Colt die Fliege um. “Was?” ächzte der Lockenkopf überrascht auf, er war doch schon in einer ganz anderen schöneren Dimension unterwegs gewesen. “Schluss jetzt Colt! Wir müssen los!“ versuchte sie auch ihn wieder zu klarem Verstand zu bekommen. “Ach so und alles andere, später Cowboy!” sagte Robin und sie huschte in ihre neuen hochhackigen Schuhe. Colt drehte sich ein wenig beleidigt dem Spiegel zu und murmelte vor sich her, als er sich die – Frackjacke, nannte man die so? - anzog. ‘Warum das Schöne immer später?‘ fragte er sich brummend. Fast genauso, aber nicht so heiß, lief es bei Fireball und April ab. Die Diskussion um den Dresscode hatte der Rennfahrer bereits mit seiner Freundin beim Herrenausstatter geführt. Er ergab sich seinem Schicksal, mit Aussicht auf ein gutes Essen. Trotzdem hatte er das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. ‘Kein Wunder, dass die Herren von und zugenäht immer so geschwollen daherreden, die bekommen ja auch über Stunden hinweg kaum Luft!‘ schlussfolgerte er logisch. “Huie!” kam es aus seinem Mund, als er sich umdrehte und April in einem rotweißen, leicht schimmernden, mit hübschem nicht zu viel preisgebenden Ausschnitt vor ihm stand. Ein Teil ihres langen Haares war raffiniert hochgesteckt, die restliche Mähne umschmeichelte ihren Rücken. Ein schönes Abend-Make-Up betonte ihre ausdrucksvollen Augen. Der passende Lippenstift komplettierte ihr Outfit perfekt, wie Fireball fand. Saber nahm die letzten Handgriffe an seinem edlen Zwirn vor. Den Zylinder hatte ihm sein Vater zukommen lassen. ‘Der Glückszylinder der Riders‘, musste er schmunzeln und setzte ihn sich auf. Er war kein Hutträger, doch es verlieh ihm immer wieder eine gewisse Eleganz. “Du schaust aus wie ein Adliger aus dem 18. Jahrhundert. Nur Sexier!” Saber nickte seiner schönen Sincia zu, die ein zartes, aber auffälliges knöchellanges Kleid mit Schlitz an den Beinen trug. “Du siehst wunderschön aus!” komplimentierte er ihren Anblick und nahm ganz Gentleman like seinen Hut vom Kopf. Sincia machte einen Knicks und beiden mussten lachen. Die Limousinen fuhren im Minutentakt vor: Stars und Sternchen stiegen aus. Namen aus Politik, Militär und Wirtschaft gaben sich die Ehre. Und die vier Helden des Abends standen ganz klar auf dem Teppich, der die Welt bedeutete, im Mittelpunkt. Der Cowboy sorgte für den ersten Dresscodebruch. Er war doch tatsächlich mit einem seiner besten Cowboyhüte aus der Limousine ausgestiegen. Robin machte gute Miene zum Spiel. Arm in Arm liefen sie den Teppich entlang, gefolgt von Fireball und April. Robin und Colt stellten sich neben Saber und Sincia, die bereits abgelichtet wurden. Das reinste Blitzlichtgewitter brach um sie aus. Robin kniff Colt in seinen Rücken, doch sie lächelte ihr schönes Lächeln in die Kameras. Durch den Cowboy zog sich ein brennender Schmerz, sein Zahnpasta-Lächeln gefror für Millisekunden ein. “Na warte Freundchen!”, sprach ihn Robin zwischen ihren lächelnden Zähnen zu. “Was legst du mich dann etwa übers Knie?”, fragte auch er weiter lächelnd in die Kameras. “Das wirst du erleben, Cowboy!”, drohte Robin. Und die beiden liefen gemeinsam weiter Richtung Theatereingang. Fireball der das nuschelnde Gespräch der Beiden mitverfolgt hatte, war etwas irritiert. “Da denkste du kennst jemanden gut und dann …?” begann Fireball, doch Saber schob seinen jungen Freund lachend weiter: “Komm lass uns hineingehen!” Nach dem Dinner wurde eine lange, eine sehr lange Laudatio auf die vier Helden des neuen Grenzlandes von Commander Eagle gehalten. Sie wurden auf das Podest gebeten und ein schier nicht enden wollender Applaus hallte durch den Festsaal, als sie ihre Auszeichnungen erhielten. Saber, Colt, April und Fireball ließen es über sich ergehen, wussten sie doch wie wichtig das auch für das Oberkommando war. Jetzt, wo der Krieg vorbei war, mussten die Gelder für das Militär trotzdem weiter fließen und wenn das durch ein paar Fotos möglich war, taten sie es. Aber ein wenig genießen taten sie es auch, natürlich würden sie das niemals zugeben, aber es tat auch mal gut so im Mittelpunkt zu stehen! Und verdient hatten sie es sich alle Male. Nach endlosen Interviews und Beglückwünschungen widmete man sich guten Gesprächen. Die Damen freuten sich auf das Tanzen. Doch die vier standen noch ein wenig zusammen. Colt und Fireballs Fliegen hatten bereits den Abflug gemacht und der Zylinder des Japaners war auch nicht mehr auffindbar gewesen. Der Cowboy ließ es sich nicht nehmen und sprach Saber auf seinen Zylinder an. “Das ist der Glückszylinder der Riders, er ist schon seit Generationen in unserer Familie!” erklärte Saber stolz und drehte den ehrfürchtigen Hut in denen Händen. Fireball und Colt tauschte vielsagende Blicke aus: “Als Glück würde ich es bezeichnen, wenn du daraus jetzt ein Kaninchen ziehst!” kommentierte der Lockenkopf, das Gesagte des Säbelschwingers. Der Schotte sah Colt mit überraschten Augen an. Die Umstehenden verkniffen sich erfolglos ein Lachen. April hielt Ausschau nach ihrem Vater, den sie seit der Ehrung nicht mehr gesehen hatte. Hatten sie und Fireball doch vor, ihre Beziehung öffentlich zu machen. Sie erblickte ihren Vater einige Meter weiter zusammen mit einer Dame, vielleicht Mitte 40, aber einen genauen Blick hatte sie jetzt nicht dafür. Überglücklich winkte sie ihm zu, denn auch er schien nach jemanden Ausschau zu halten. April lächelte und freute sich ihren Vater gemeinsam mit Fireball ihre good News mitzuteilen! Doch ihr Lächeln wurde immer weniger, als ihr Vater mit der Dame in seinem Arm immer näher kam. Ihr Vater hatte einen ganz anderen Gesichtsausdruck, er gefiel April keine Frage, denn er sah glücklich aus, aber doch war es für sie ungewohnt ihren Vater so eng mit einer ihr noch unbekannten Frau zu sehen. “Holla, die Waldfee, was hat sich denn unser Commanderchen da gefischt?!” Die Aufmerksam war nach diesem Satz ganz klar bei Colt. Saber und Sincia schauten zusammen mit Robin, April und Fireball in die Richtung, die der Cowboy ihnen zunickte. “Oh!” kam es von Robin und Sincia erwartungsvoll und die beiden Musterten Commander Eagles Begleitung neugierig. Saber, Fireball und vor allem Colt taten natürlich nichts anderes. Eagle erreichte die Gruppe. April wollte gerade freudestrahlend etwas ansetzen. Doch ihr Vater begann ohne Umschweife zu reden: “Da ihr alle gerade so schön zusammensteht, möchte ich euch meine bezaubernde Begleitung vorstellen“, begann Charles als er seine Tochter mit ihren Freunden erreicht hatte. Colt nahm seinen Hut vom Kopf und spitze leicht seine Lippen. Fireball blickte mit großen erstaunten Augen abwechselnd von Eagle und zu der Dame in seinem Arm. Saber und Sincia tauschten erstaunte Blicke aus, lächelten den Beiden aber entgegen. “Das ist Chloé Chalee!” stellte Commander Eagle vor. Der Name klingelte förmlich in den Ohren. “Und das hier sind Saber Rider und die Star-Sheriffs, Saber Rider mit seiner Verlobten Sinicia, Colt ebenfalls leiert mit Robin und Fireball seinerzeit Rennfahrer und meine bezaubernde Tochter April!” Chloé lächelte April entgegen: “Ravi de vous rencontrer (Schön dich kennenzulernen) meine Liebe, ich habe schon viel von dir gehört, fast schon zu viel!”, begrüßte Chloé mit einem sehr festen französischen Akzent die Tochter des Commanders, streckte ihr ihre Hand lasziv entgegen und lachte erheiternd auf. April überhörte gekonnt den letzten Teil von Chloés Satz und lächelte der Frau entgegen. Obwohl ihr gerade so viel auf der Zunge lag, würde sie es nie wagen ihren Vater hier jetzt bloßzustellen. Doch was hatte das eigentlich zu bedeuten? Sie schaute völlig perplex zwischen Chloé und ihrem überglücklichen Vater hin und her. Langsam streckte auch sie ihre Hand der mittelblonden Frau entgegen, um sie zu begrüßen, was April fast vorkam wie die Geste einer Königin. Sollte sie da jetzt noch einen Knicks zu machen? “Es ist schön Sie kennenzulernen und ich freue mich, dass Sie heute Abend die Begleitung meines Vaters sind!” sagte April so formell sie konnte. Chloé lachte und sah Charles dabei entgegen, während sie ihm kurz über die Brust strich: “Heute!” kam es von ihr besonders betont und reichte ihre Hand weiter. April blickte vorsichtig in die Runde ihrer Freunde, die Chloé jetzt ebenfalls begrüßten. “BonBon, welch ein erfreuliches Kennenlernen!” versuchte sich Colt in seinem besten Französisch und hatte Mühe seinen Blick nicht abschweifen zu lassen, sondern an Chloés Augen festzumachen. Ein erneuter brennender Schmerz stieg diesmal von seinem Hintern auf. Robin hatte ihn doch tatsächlich gekniffen. Colt ließ von Chloé ab und sah seine Frau erste einmal vollkommen entsetzt an. Robins Blick erzählte ihm, was sie von der Sache hielt. “Ich bin erfreut Sie kennen zulernen Misses Chloé Charlee!” begrüßte der Schotte die Dame an der Seite seines Commanders. “Chloé lächelte den Schotten entgegen: “Ganz meinerseits, aber nennen Sie mich doch Mademoiselle Chloé!”, berichtigte sie Saber charmant. Saber war für einen kleinen Moment sprachlos, lächelte der Frau vor sich aber weiterhin freundlich entgegen: “Natürlich gerne! Mademoiselle Chloé.” Eagle lächelte, verabschiedete sich aber auch sofort schon wieder: “Entschuldigt, doch wir müssen noch König Jarred begrüßen!” erinnerte sich Charles, den wichtigsten Bündnispartner konnte und durfte er nicht warten lassen. Chloé winkte den Helden und den Damen zu und wandte sich noch einen Moment April zu: “Et que les choses soient claires, April! Maintenant, c'est fini papa par-ci, papa par-la!” (Und damit eins klar ist, April! Jetzt ist Schluss mit Daddy hier - Daddy da!) säuselte sie freundlich der Tochter des Commanders zu, der sich aber schon wieder in einem neuen Gespräch befand. Sie wandte sich danach langsam ab und hackte sich wieder wie selbstverständlich in seinen Arm ein. April sah der Frau mit leicht geöffneten Mund nach. Die Welt und sie herum schien gerade stillzustehen. “Na, da lässt aber jemand ganz schön tief blicken!” holte sie die Stimme ihres Freundes wieder zurück ins hier und jetzt. April zog ihre Augenbrauen zusammen und sah Fireball neben sich wütend an. Colt, der seinem Freund nickend zustimmte, hörte, als er den Blick der Blondine sah, sofort damit auf. “Ups!” kam es erschrocken vom Rennfahrer und zog seinen Kopf ein. Saber trat etwas hervor: “Eine sehr attraktive Dame!” kam es jetzt auch noch vom Schotten. Robin stemmte ihr Hände in die Hüften. “Sagt mal!” hörte man von Sincia. “Was ist denn Ladies? Lasst ihn doch auch mal Spaß haben, er ist auch nur ein Mann der …” weiter kam der Cowboy nicht, die Kopfnuss von April saß. “Was ist denn los April?” fragte Fireball, der die Reaktion gerade etwas übertrieben fand. “Was los ist, fragst du?!” wiederholte April. Sie konnte gerade nicht fassen, dass ausgerechnet Fireball gerade nicht wusste, was hier los ist. “Hey, wartet jetzt mal!” stellte sich Robin zwischen die beiden. “Warten wir erst einmal ab!” stiftete die Lehrerin erst einmal Frieden im beschwichtigenden Ton. “Genau, gönn es deinen Vater!”, brach der Cowboy diesen auch gleich wider. “Sagt mal, ihr denkt wohl auch nur mit einem Körperteil?!” mahnte Robin, die sich durchaus vorstellen konnte, was die Jungs nur gesehen hatten. “Ach, ist das ein Wunder?!” fiel Colt darauf seiner Liebsten ins Wort: “Wer verlangt denn, dass wir stundenlang kaum Luft bekommen? Da kommt doch kein Sauerstoff mehr in die Synapsen, kommt der doch nicht mehr!” sprach er ein wenig aufgebracht, um sich und seine Freunde zu verteidigen. Saber legte dem weiblichen Star Sheriff freundschaftlich die Hand auf ihre Schulter: „Komm, wir wollen uns doch davon jetzt nicht den schönen Abend verderben lassen“, redete er sanft auf sie ein „unseren Abend“ betonte er noch und warf den anderen einen mahnenden Blick zu. Robin schloss sich Saber, Sincia und April an. Colt und Fireball bleiben zurück und atmeten erste einmal tief ein. “Feuer hat sie ja!” kommentierte Fireball. Colt nickte: “Ja und die Kurven an der richtigen Stelle!” Der Rennfahrer sah Colt fragend an: “Ich meinte Robin!” Colt setzte sich seinen Hut auf und räusperte sich: “Ja, ich doch auch, meinte ich!” und lief schnell seiner Robin nach. Fireball sah sich um: “Oh man, das kann ja noch was werden!” murmelte er vor sich und folge den Anderen. Was durch die Aufregung niemand bemerkt hatte, war das süffisante und äußerst zufriedene Lächeln, das Chloés Gesicht zierte, die ihren Kopf nochmals zu der Gruppe junger Leute gedreht hatte. Während sie eng – Arm in Arm – neben dem Commander stand, der sichtlich in ein Gespräch mit dem König und dessen Sohn vertieft war. “Magnifique!” flüsterte sie. Kapitel 2: Attrapé ------------------ 02 Attrapé Zwei Wochen später: Der Empfang hatte die Vier doch ganz schön mitgenommen, er war das Tüpfelchen für ihre mentale – und auch körperliche Erschöpfung gewesen. Direkt danach ist jeder seine eigenen Wege gegangen, auch um voneinander eine Pause zu haben, das kam in den letzten Monaten viel zu kurz. Bevor sie wieder gezwungen waren, rund um die Uhr gemeinsam „in der Sardinenbüchse“ – wie Colt Ramrod nach einer gewissen Zeit gerne bezeichnete – aufeinander zu hocken. Auch wenn man sich privat noch so gerne hatte, war es nach längeren Missionen schon eine Herausforderung! So war es die perfekte Möglichkeit, ihre Beziehungen auch außerhalb des Teams zu pflegen und eventuell zu vertiefen. Saber hatte beschlossen, Sincia seine Heimat Schottland zu zeigen. Die Highlands hatte er ihr bisher nur anhand von Videos oder Bildern zeigen können. Und Sincia freute sich, endlich Zeit mit dem blonden Star Sheriff, der jetzt gerade nur ihr gehörte, zu verbringen! Sie erinnerte sich, wie Saber ihr von seinem Schottland erzählte und es mit eigenen Augen gesehen haben musste, vor allem die einzigartige Natur. Die Geschichte rund um die Clans zu erfahren und die Menschen, die manchmal sehr distanziert und rau wirken konnten, kennenlernen. Im Shuttle Richtung Erde träumte sie bereits davon, den Frühling, der in Schottland begonnen hatte, zu erleben, besonders der schottische Stechginster gefiel ihr, er war einfach überall auf den Bildern, die sie bis jetzt gesehen hatte, vertreten gewesen. “Wir werden kilometerweit über weiches Moos, laufen können und du wirst den Wind in deinen Haaren spüren” hatte er ihr erzählt. Tief atmete sie ein und schlief mit diesem Bild ein. Saber der während des Fluges etwas las, schaute neben sich. Sincia war mit einem Lächeln eingenickt, er freute sich sehr auf seine Eltern, die froh gewesen waren, als sie ihn über Hypercom gesund und munter, nach der letzten Schlacht wieder gesehen hatten. Natürlich waren sie auch sehr neugierig auf Sincia. Vor allem seine Mutter hatte darauf bestanden, Sincia auf jeden Fall mitzubringen! Immerhin hatte er sich mit ihr verlobt und das wollten sie im Schloss seiner Eltern auch feiern! Sincia wachte wieder auf, sie war einfach zu nervös: „Und du bist dir sicher, dass sie mich mögen werden?“, durchbrach sie die Stille. Es war ja eh immer schon aufregend, die Eltern des Partners kennenzulernen. Aber mit Adligen hatte Sincia noch keine Erfahrung, diese Tatsache machte es noch aufregender, sie wusste einfach nicht, wie sie sich verhalten sollte. ‚Was, wenn sie nicht genügen würde oder seine Eltern eine andere Vorstellung als eine kleine Erzieherin für ihren Sohn hatten‘, ging es ihr durch den Kopf und atmete schwer ein. „Sie werden dich genauso in ihr Herz schließen, wie ich es getan habe“, versicherte ihr der Schotte und zog sie dabei zärtlich in seine Arme. Er hatte deutlich ihren Gemütszustand gespürt und ihre Befürchtungen auch gut verstanden. Ein sanfter Kuss darauf machte ihr wieder Mut und ließ sie wieder schmunzeln. Colt und Robin hatten Joshua im Ferienlager verabschiedet und sind so schnell sie konnten direkt in Robins Wohnung gefahren, um die wenigen Tage, die sie miteinander hatten zu genießen. Der Cowboy ließ sich diese Einladung natürlich nicht zweimal geben. Gründlich inspizierte er gemeinsam mit seiner Liebsten alle Räume der viel zu kleinen Wohnung, wie Colt fand. Obwohl, die wichtigen Dinge im Leben, das musste der Lockenkopf feststellen, klappten auch in der kleinsten Kammer. „Ich hab mir immer solche Sorgen um dich gemacht, Colt. Vor allem als du aus dem Krankenhaus abgehauen bist!“, erzählte Robin, als sie sich Arm in Arm von ihren schweißtreibenden Aktivitäten erholten. Colt nickte: „Ich weiß. Es tut mir leid, dass ich dir damit solche Angst bereitet habe“, gestand er ihr ehrlich, während er seine Hand zärtlich an ihre Wange legte und mit dem Daumen die Konturen ihrer vollen weichen Lippen nachzeichnete. „Aber es ist auch mein Job“, sprach er vorsichtig weiter. Er wusste zu gut, welche Gratwanderung dies für seine Robin bedeutete und er spürte, wie sie versuchte verständnisvoll zu sein, auch wenn es gegen ihre Natur war. Das war eine der Eigenschaften, die er so sehr an ihr liebte. Das war nicht immer leicht für die Lehrerin und sie hatte ihre schwachen Momente. Robin nickte, schloss die Augen und drückte sich sanft gegen seine Hand. „Aber jetzt bin ich ja da“, hauchte der Texaner seiner Freundin zu und beugte sich über sie, ehe er sie erst sanft und dann immer fordernder küsste. Diese Frau machte ihn allein mit ihrer bloßen Anwesenheit verrückt und er wollte sie jetzt nochmals. April war dank der Aufmerksamkeit von Chloé nicht mehr dazu gekommen ihrem Vater von Fireball und sich zu erzählen, aber sie hatte beschlossen diese freien Tage als Paar zu genießen. Der Rennfahrer hatte sie mit einem Trip nach Talina-Beach, an die Westküste Yumas überrascht. Sonne, Strand und Meer! Schnell war auch der passende Bikini gefunden gewesen und ab ging es. Fireball dachte da an andere Möglichkeiten, nachdem der erste Strandkuss, vor einigen Monaten, so abgeschmettert worden war. Musste er sich eine andere Taktik überlegen, um seiner Freundin den ersten innigen Kuss entlocken zu können, ohne gleich dafür wieder eine Ladung Sand ins Gesicht zu bekommen! Aber immerhin hatte er keine Flugstunde, wie ein gewisser blauhaariger Überläufer bekommen. “Ein Mann musste sich die Gunst erstmal erarbeiten, eine Frau küssen zu dürfen!”, hatte ihm Colt gesagt und so wie es aussah, war diese Kuhhirten Weisheit tatsächlich auch wahr! ‚Ob sie es ihm diesmal erlauben würde?‘, kreisten seine Gedanken. Seine Strategie war tatsächlich nach dem ersten Tag aufgegangen. Aus dem erst kleinen und zaghaften Hauch, an denen sich ihrer beiden Lippen schmetterlingshaft berührt hatten, war schnell ein wunderschönes, fast atemloses Lippenbekenntnis geworden. Aprils Herz klopfte so heftig in ihrer Brust, dass sie Angst gehabt hatte, dass jeder es hätte hören können. Es kribbelte einfach überall. Mit leicht geröteten Wangen hatte die junge Französin Fireball angesehen, nachdem er den Kuss gelöst hatte. Sie sah so verdammt süß und sexy aus, wie sie sich etwas verlegen auf die Unterlippe nach dem Kuss biss, fand Fireball. So sehr, dass der Rennfahrer den Kuss gleich nochmals wiederholte und es damit zwischen ihnen besiegelte. Sie waren ein Paar. Die nächsten Tage machten sie alle möglichen Ausflüge und Unternehmungen oder ließen sich im Spa Bereich des Hotels verwöhnen, einfach mal nichts tun, war genug, damit sich ihre geschundenen Körper erholen konnten. Es war göttlich. Nach diesem Tag der völligen Entspannung und Ruhe blieb es in jener Nacht nicht nur allein beim Kuscheln und Schmusen. In dieser Nacht kam sich das verliebte Paar so nahe, wie noch nie zuvor. Am frühen Morgen waren sie wieder in Yuma-City gelandet und hatten ihr Gepäck in ihre Apartments geschafft. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einem kleinen französischen Bistro verabschiedete sie sich von Fireball für den restlichen Tag. „Kleines, mach dir keinen Kopf“, sprach Fireball liebevoll auf seine Freundin ein: „Wer weiß, wie ernst das überhaupt mit Chloé ist. Vielleicht ist sie ja schon Geschichte oder war nur eine besonders nette Begleitung für diesen Abend gewesen …“ hatte er ihr versucht Mut zuzusprechen. Fireball wusste, dass April die Begegnung auf der Feier belastete. Auch, wenn er nach wie vor der Meinung war, dass April bestimmt auf jede Frau, die sie von ihrem Vater vorgesetzt bekommen hätte, so ihre Schwierigkeiten gehabt hätte. Das war irgendwo sogar nachvollziehbar! Schließlich kannte sie es bisher nicht anders. Fireball wusste selbst, wie komisch es für ihn selbst damals gewesen war, als seine Mutter einen neuen Partner gefunden hatte. Allerdings war er noch viel jünger, als April jetzt gewesen. Sie war erwachsen und konnte rationaler denken und handeln als ein Kind oder Teenager. April hatte zwar niemanden den Satz, den Chloé ihr an den Kopf geknallt hatte, übersetzt. Doch es war dem Japaner nicht entgangen, dass sich danach die Stimmung seiner Freundin gewandelt hatte. April umarmte ihn fest und amtete seinen Geruch tief ein, der ihr plötzlich viel vertrauter war und legte ihren Kopf gegen seine Brust, bevor sie in ihren Wagen steigen würde. „Danke, dass du da bist, Fireball!“, säuselte sie leise. Fireball griff nach einer kleinen vorwitzigen Strähne, die ihr im Gesicht hing und strich sie April hinter das Ohr und küsste sie: „Meld dich nachher mal“, entgegnete Fireball, nachdem sie den Kuss beendet hatten und lächelte seiner Freundin aufmunternd zu. „Mache ich und danke für alles!“, sagte sie mit einem verliebten Blick. „Kein Thema!“, entgegnete er und öffnete ihr ganz gentlemanlike die Autotür. April stieg ein und schenkte ihm ihr schönstes Lächeln, als sie ihm zum Abschied winkte. April hatte ein Ziel und das war ihr Vater, sie wollte sich persönlich bei ihm zurückmelden und überraschen. Vielleicht kam auch da der richtige Moment, in dem sie ihn in ihr neues Liebesglück einweihen konnte. Ein “HiHi!” sprach sie ihre Gedanken hörbar aus, während sie allein im Auto saß. Ihr Herz begann abermals zu schnell zu klopfen, als ihr die letzten gemeinsamen Tage mit Fireball noch einmal durch den Kopf gingen. ‚Mein Freund’ kicherte sie erneut etwas in sich hinein, es war so neu und wie schön das klingt. Und sie wiederholte es noch einmal. April wusste gar nicht, wann sie das letzte Mal so einen schönen Urlaub gehabt hatte. Na ja und es war mehr passiert, als sie gedacht hatte. Bei dem Gedanken an ihr erstes Mal mit Fireball spürte April, wie ihr innerlich warm wurde, nur um im nächsten Moment eine sanfte Gänsehaut zu bekommen. Die an ihrem Haaransatz ausging und sich auf ihren ganzen Körper ausbreitete bis hin zu ihrem kleinsten Zeh. Eine leichte Röte umspielte ihr Näschen, als sie in den Straßenverkehr einbog. Sie beschloss ihren Vater auf Chloé anzusprechen, egal ob es der passende Rahmen war, oder nicht! Sie musste einfach wissen, was da zwischen den beiden los war! Und es war doch als Tochter ihr recht, oder etwa nicht? “Mademoiselle Chloé” flötete sie vor sich hin, als sie den Blinker setzte, vielleicht hatte es sich ja tatsächlich schon von selbst erledigt! Ein wenig sauer war sie ja schon, die Worte von “Mademoiselle Chloé” bekam sie nicht mehr aus ihrem Kopf. Dieser Unterton schon bei der Begrüßung. Warum hat Daddy hierzu eigentlich gar nichts gesagt?‘, fragte sie sich, während sie den Highway verließ Richtung Ortsrand, wo sich die französische Landhaus-Villa ihres Vaters befand. Sie seufzte ein wenig: „Hoffentlich wird alles gut!“, sprach sie vor sich, auch um sich Mut zu machen. Die Blondine konnte nicht sagen, was es war, aber irgendwas in ihrem Inneren hatte so gar kein gutes Gefühl bei dieser Frau. Ob die Jungs recht hatten, dass sie sich einfach nur an den Gedanken gewöhnen und mit ihr warm werden musste? Aber warum dann dieser blöde Satz? Sie selbst hatte sich trotz dieser Spitzen höflich und freundlich verhalten. ‚Daddy mag so etwas eigentlich gar nicht! Er hat mir auch beigebracht, sich immer offen und freundlich einer Person gegenüber zu verhalten. Gerade, wenn man sich erstmals gegenüber steht. Warum sagt er bei ihr denn nichts? Daddy legt doch sonst Wert auf gutes Benehmen!‘ Die Schmetterlinge im Bauch wurden immer weniger, je näher sie dem Haus, in dem sie aufgewachsen war, kam. Sie nahm sich vor “Mademoiselle Chloé” fürs erste ausklammern und freute sich ihren Vater wiederzusehen. Sie schielte kurz zum Beifahrersitz, wo die Mitbringsel, aus ihrem Urlaub für ihren Vater und natürlich auch die Lieblingsleckerlies für Jaqe bereitlagen! Aber irgendwie hing diese dunkle Wolke trotzdem noch. Sie schaltete ihre Lieblingsmusik ein, um die Fahrt noch ein bisschen genießen zu können! Eine viertel Stunde später erreichte die Navigatorin die kleine niedliche Seitenstraße, in der sich noch weitere Häuser im französischen Stil befanden. Und dem kleinen Park am Ende der Straße würde sie mit Jaqe auch heute noch einen Besuch abstatten! April parkte ihren Wagen, vor der offenstehenden Garage und stieg aus. „Zu Hause“. Wie herrlich doch dieser Ort war, der ihr immer Sicherheit und Geborgenheit spendete. Sie musterte ihr Elternhaus und den liebevoll angelegten Vorgarten, der in voller Blüte stand und atmete entspannt tief ein und aus. Sie öffnete den Kofferraum, um ihre Habseligkeiten herauszuholen. Die Ankunft der jungen Frau war im Haus natürlich nicht unbemerkt geblieben. Jaqe, der 12 Jahre alte Brenner Sennenhund hatten den Wagen seines Frauchens schon auf den Hof fahren hören. Ihr Auto hörte er aus hunderten heraus. Früher, als er noch etwas jünger war, hatte er sie schon weit vor der Einfahrt ausmachen können. Aber so nagte der Zahn der Zeit auch am Gehör des Rüden. So schnell er in seinem Alter konnte, war er zum Fenster geeilt, hatte sich behäbig auf die Hinterbeine gestellt, sich mit den Vorderpfoten abgestützt und blickte aufgeregt nach draußen. Sobald er April sah, wurde das Schwanzwedeln mehr und er tänzelte so gut er noch konnte. Schließlich musste sein Frauchen anständig begrüßt werden! Der Schlüssel drehte sich im Türschloss, vorsichtig öffnete April die Haustür, sie wusste genau, wer dahinter schon auf sie warten würde: “Bonjour Jaqe!” begrüßte sie ihren Freund aus Kindertagen und ging in die Knie. Sie lächelte und Jaqe schleckerte der Blondine einmal über die Wange, konnte es schöner sein, als so begrüßt zu werden? Fest drückte sie ihren großen, starken, schon in die Jahre gekommen Freund, an sich. Jaqe ließ kleine Jaulgeräusche von sich. April lachte und stand wieder auf, Jaqe wich nicht von ihr: “Ja, warte doch!” lachte April weiter vergnügt, als sie sich mit ihren schweren Taschen an den sich freuenden Jaqe vorbeidrängte. Sie stellte, mit einem kleinen erschöpften Stöhnen ihre Tasche ab, Jaqe streifte um ihre Beine und verlange nach weiteren Streicheleinheiten. Schnell fischte die Blondine die extra gekauften Leckerlies hervor und Jaqe ließ sich einen schmecken. “Bist du etwa alleine? Wo ist Daddy?”, fragte sie den Berner Sennen Hund und streichelte ihn hinter seinem wuscheligen Ohr. Dass Jaqe nicht alleine sein konnte, wusste sie, schließlich stand der Wagen ihres Vaters in der noch geöffneten Garage, vor der sie geparkt hatte. Nachdem sie Daddy im Erdgeschoss nicht vorgefunden hatte, ging sie instinktiv Richtung Treppe, Jaqe folgte ihr langsam. Im obersten Stockwerk angekommen, hielt sie einen Moment inne, Jaqe war auf Aprils plötzlichen Stillstand nicht vorbereitet gewesen und seine Reaktionszeit war auch nicht mehr die beste, so stupste er die Blondine etwas weiter in den breiten Gang: “Püüscht!” zeigte sie dem Hund an, der darauf seinen großen Kopf zur Seite neigte. Aprils spitzte ihre Ohren und schlich nahezu in die Richtung des unbekannten Geräusches. Sie stoppte abermals und bekam große Augen, das Geräusch kam aus dem Zimmer ihres Vaters. `Er ist also doch da‘, nickte sich April bestätigend zu. Freude stieg in ihr auf, nun konnte sie ihm alles von ihrem Urlaub erzählen und ihre Mitbringsel präsentieren! Eventuell, überlegte sich kurz, würde sie auch schon von ihren neuen Beziehungsstatus berichten, aber nur vielleicht, kicherte sie ein wenig. Euphorisch umgriff sie die Türklinke und riss die Tür ohne überhaupt darüber lange nachzudenken auf. „Salut Daddy! Ich bin wieder …“, und tänzelte hinein … stoppen konnte sie ihre Aktion nicht mehr, hielt aber noch die Klinke fest in ihrer Hand. Alle Gesichtszüge, inklusive Farbe wichen von ihr und ihr blieb regelrecht jedes weitere Wort im Halse stecken. Ihr Augen wurden Teller groß vor Schreck, erstaunen oder Pain? Sie wusste es nicht, bei der Szene, die sich da gerade vor ihr abspielte. Schlug ihr Herz überhaupt noch? So wie ihren Herzschlag vermisste sie auch ihre Atmung. Ihr wurde heiß und kalt und das zur selben Zeit, war das überhaupt möglich? Dazu bildete sich ein dicker, schmerzvoller Kloß in ihrem Hals. Hätte sie die Türklinke nicht als halbwegs gute Stütze fest in ihrer Hand gehabt, hätte ihr das Gesehene vermutlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Nicht nur April sah erschrocken ins Zimmer. Ein blaues und ein grünes Augenpaar sahen sie genauso schockiert an. Auch ihnen war die Farbe aus ihren Gesichtern gewichen. Die Luft war auf einmal so dick, man hätte sie schneiden können. April schluckte hart, ihre Augen suchten einen Punkt, an denen sie sich festhalten konnte, aber es bleib nur die Flucht, ein Rückzug aus der doch sehr unangenehmen Situation. Ehe sie jedoch handeln konnte, stotterte sie noch ein: „Pardon …“, in den Raum. Und war so schnell wieder draußen, wie sie im Raum gestanden hatte, allerdings nicht mehr so freudig euphorisch, aber mit noch mehr Herzrasen. Ja, nahezu panisch war sie. Sie hoffte nur, dass ihre Beine ihrem jetzt eintretenden Fluchtreflex gehorchen und sie so schnell es ging wegtragen würden. Schwungvoll fiel die Tür wieder ins Schloss und April stürzte beinahe über Jaqe, der gerade auch neugierig in das Zimmer seines Herrchens schauen wollte. Sie flitze mit hochroten Kopf die Treppen hinunter. Charles hatte im ersten Moment seine Sprache verloren und gerade als die Tür ins Schloss fiel, kam ein leises „April …!“ über seine Lippen. Aufgeregt und mit klopfendem Herzen und einem hochroten Kopf lief April im Erdgeschoss wie ein aufgescheuchtes Huhn umher. Zuerst erreichte sie das Wohnzimmer. Setzte sich für einige Sekunden auf das Sofa, in der Hoffnung sich dort etwas beruhigen zu können. Doch sie sprang in der nächsten Sekunde wieder auf und ging in die Küche. Sie öffnete den Kühlschrank, den sie gleich darauf wieder schloss. Jaqe war ganz verwirrt von seinem Frauchen. Was tat sie denn da? Sollte das ein neues Spiel sein? Schwanz wedelnd, legte er den Kopf schief und folgte April langsam. Der Rüde spürte, dass es seinem Frauchen gerade überhaupt nicht gut ging. Chloé stieg aus dem Bett, mit der samtenen Bettdecke bedeckte sie sich: „Hat diese Göre überhaupt keine Erziehung genossen? Einfach in ein Zimmer hinein zu poltern, wie ein Elefant im Porzellanladen!“, schimpfte die braun gelockte Französin los und riss Charles damit ins hier und jetzt zurück. Charles stand während Chloé noch schimpfte auf und zog sich seinen Morgenmantel über. Langsam beruhigte sich auch Chloé wieder, jedenfalls hatte sie wieder etwas Farbe im Gesicht bekommen, allerdings in wütend. Sie war zornig! Und das sehr! „Ich glaube es nicht, sowas habe ich noch nie erlebt, hast du ihr nicht beigebracht zu klopfen?“, schimpfte sie weiter. April fischte ein Glas aus dem Küchenschrank heraus und hielt es unter den Wasserhahn. Sie braucht einen Schluck kaltes Wasser! Sie setzte das Glas an, während Jaqe ihr nach getrottet kam und sich an ihre Beine drückte. Er sah nach oben und legte seinen Kopf an ihren Körper, als wollte er sie beruhigen. April spürte die sanft, aber bestimmte Berührung und sah zu ihm hinab. „Oh nein, Jaqe – was hab ich nur getan?“, sprach sie mehr zu sich selbst, als von ihm eine Antwort zu erwarten. Das kühle Nass half nicht wirklich weiter. Ein Schnapps hätte besser gepasst! Sie hörte Geräusche von oben. Schnell stellte sie das Glas ab. Strich ihrem Hund nochmals über den großen Kopf. „Tut mir leid, mein Großer!“, sagte sie und eilte in den Flur, griff nach ihrer Tasche, während sie zur Haustür hinausflüchtete. Sie wollte heute hier niemanden mehr unter die Augen treten, so sehr schämte sie sich! Nachdem Charles seine Sprache wieder gefunden hatte, band er seinen Morgenmantel zu: „Sie ist keine Göre!“, stellte er erstmal kurz klar! Er hatte ja Verständnis dafür, dass Chloè sehr erschrocken und auch verärgert war! Das würde sich schon wieder legen, war er sich sicher. Daher reagierte er nicht auf die Vorwürfe zu seinem Erziehungsstil. Aber auf sein Kind ließ er nichts kommen. “Ich werde mit ihr reden“, sagte er und schlüpfte in seine Pantoffeln: „Ich glaube, das war genug Schock für uns alle“, versuchte er währenddessen seine Gedanken zu ordnen. „Hab ein bisschen Verständnis. Sie ist es nicht gewohnt, eine Frau an meiner Seite zu sehen und hat damit einfach nicht gerechnet“, verteidigte er seine Tochter. „Dann sollte sie sich jetzt aber ziemlich flott dran gewöhnen!“, schnippte die Französin weiter. ‚Warum kam jetzt in ihm dieser Beschützerinstinkt hoch?‘, dachte sie genervt. Und nahm ihren cremefarbenen bis zum boden-reichenden Satin Morgenmantel von Stuhl. „Ich habe mit ihr erst am Wochenende gerechnet. Ich werde mit ihr reden“, erklärte und beschwichtigen Eagle als er die Tür öffnete, blickte er noch einmal versöhnlich zu Chloé. Die gerade das Balkonfenster öffnete: „Ich bin gleich zurück“. Mit diesen Worten eilte er April hinterher. Nachdem Charles seine Tochter nicht in ihrem Zimmer vorgefunden hatte, ging er nach unten und lief zuerst in Richtung Wohnzimmer. Dabei fiel die Haustür mit einem Rumps ins Schloss. „April! Warte!“ rief er ihr nach und wollte ihr hinterher, doch Jaqe stand gerade mitten im Weg und so musste der Hausherr erst einmal am Rüden vorbei. April warf ihre Tasche ins Auto und stieg schnell hinein. Eagle öffnete die Haustür. Ein Motor heulte auf. Eagle trat nach draußen, Jaqe folgte ihm. „APRIL! Warte!“ rief er und gestikulierte wild. Doch seine Tochter hatte ihm nicht mehr gesehen und drückte das Gaspedal durch. Die Reifen drehten ein wenig auf dem Kies durch und die kleinen Steinchen wurden links und rechts etwas weggeschleudert, ehe sie vom Hof vor. Kurz hielt sie an der Ausfahrt, bevor sie sich in den Verkehr einfügte. Sie musste hier weg. Tränen stiegen in ihr auf. Seufzend blickte der Charles den Wagen seiner Tochter nach. Das war ja klasse gelaufen. Genau so etwas hatte er eigentlich verhindern wollen. Sein Plan war gewesen, mit seiner Tochter in Ruhe zu sprechen. So sollte sie es nicht erfahren. Eine Weile blieb er einfach so stehen, während Jaqe sich neben ihm setzte und an seine Beine schmiegte. Ein tiefes “Wau!” riss auch Eagle wieder zurück und kraule dem Hund an seinem Kopf. Chloé, die ihn ihrem Morgenmantel auf den Balkon mit einem wunderschönen gusseisernen Geländer getreten war, von dem man direkt auf die grünbewachsene, mit weißen Kieselstein ausgelegte Einfahrt blicken konnte, zog lasziv und immer noch innerlich kochend, an ihrer dekadenten „Fume-Cigarette“. Spitz pustete sie den Rauch aus und fixierte die Szene, die sich unter ihr gerade abgespielt hatte. ‚Gut, dass das Gör fuhr.‘ April ging ihr gehörig auf die Nerven. Sie musste wohl künftig härtere Geschütze auffahren.” dachte sie und ging wieder zurück in das Zimmer. Kapitel 3: Baguette oder Sushi-Rolle ------------------------------------ 03 Baguette oder Sushi-Rolle April fuhr mit tränenverschleiertem Blick den vertrauten Weg zurück zum KOK Gelände. Es war der Weg, den sie unzählige Male unbeschwert gefahren war. Doch heute kam er ihr länger vor als sonst. Jeder Kilometer schien sich wie zehn anzufühlen. Sie blinzelte krampfhaft, um die Tränen zurückzuhalten, die ihr langsam die Sicht raubten. Sie konnte den herrlichen blutroten Sonnenuntergang über der Skyline von Yuma City kaum wahrnehmen, da ihre Augen mit Tränen gefüllt waren. Durch das Hupen eines anderen Fahrzeuges wurde sie aus ihrer Trance gerissen. Vielleicht wäre es besser, kurz rechts ranzufahren, überlegte sie. Doch sie wollte hier nur schnellstmöglich weg, und zwar ins Oberkommando, den Ort, der ihr immer Sicherheit neben ihrem Zuhause gegeben hatte, ins Oberkommando! Sie wusste, dass heute oder viel eher morgen die anderen dort auf Ramrod treffen würden. ‚Vielleicht war Fireball ja schon an Bord!‘ hoffte sie. Die Blondine atmete tief ein und schüttelte ihren Kopf, um wieder etwas klarer zu werden. Und vielleicht half es ja auch ihre Gedanken, die so viele in diesem Moment waren, zu ordnen. Ihr Körper zitterte innerlich, sie hatte das Gefühl, ihre Arme und Beine würden schlottern, doch das spielte sich nur in ihr ab. Es hatte ihr den Boden unter den Füßen weggezogen, ‚ja, so muss sich sowas anfühlen.‘ Dachte sie und bog in die Straße, die geradewegs zum KOK führte. Es war nicht die Tatsache, dass ihr Vater eine Frau an seiner Seite hatte. Ganz im Gegenteil, aber es fühlte sich aufgrund der Tatsache, dass sie es ausgerechnet so erfahren hatte, schlimm an. Dazu kam, dass ihr behütetes Zuhause, ihr Zufluchtsort, ihr sicheres unschuldiges Heim plötzlich so fremd vorkam. Außerdem hatte sie kein gutes Gefühl, als sie an Chloé dachte. Chloé hatte schon beim ersten Aufeinandertreffen deutlich gezeigt, was sie von ihr hielt und würde wohl auch künftig nicht damit hinterm Berg halten. ‚Wie soll das nur weitergehen?', fragte sie sich mit einem beklemmenden Gefühl in ihrem Herzen. Die Geschehnisse in den letzten gerade einmal 5 Minuten schnürten ihr die Kehle zu. “Warum eine wie Chloé Daddy! Warum?”, sprach sie es endlich aus und der Kloß in ihrer Kehle löste sich ein wenig auf. April näherte sich der Stadtgrenze und der riesige Militärkomplex, dessen Tower im Sekundentakt blinkte, erhob sich am Ende der Straße. Sie steuerte direkt darauf zu. Der weibliche Star Sheriff beruhigte sich etwas, als sie in die ersten Kontrollen einbog. Froh war sie, ihre Tränen inzwischen einigermaßen unter Kontrolle zu haben, als sie die Sicherheitsschleusen passierte. Flurfunk war das Letzte, was die Navigatorin hier auslösen wollte. Der Tratsch-Haufen interpretierte alles Mögliche hinein und es würde bis zum nächsten Thema ein Thema sein. Sie hatte die letzte Kontrolle passiert und fuhr schneller als erlaubt in die Tiefgarage. Was sollte hier auch groß passieren können. Daher bemerkte sie auch nicht, dass jemand gerade aus seinem großen schwarzen Pick-up etwas auslud und sich just in diesem Moment ebenfalls unaufmerksam genau auf die schnelle April, hinterm Steuer zulief. Das Geräusch eines sich immer schneller nähernden Motors riss den in Gedanken versunkenen Lockenkopf aus seinen schönen Urlaubserinnerungen. April riss plötzlich ihre Augen auf, als sie eine Gestalt neben sich bemerkte und trat sofort fest auf die Bremse. Die Reifen ihres Wagens quietschten: "Nein!" schrie sie reflexartig und zog instinktiv das Lenkrad in die entgegengesetzte Richtung, um Schlimmeres zu verhindern. Der Sicherheitsgurt drückte sie mit einem festen Ruck in ihren Sitz und hielt sie fest, die Luft blieb ihr weg – ein Gefühl, das sie nur von Fireballs besonders intensiven Flug-Manövern auf Ramrod kannte, jedoch mit dem Unterschied, dass sie dort ihren festen und sicheren Kampfanzug trug. Mit geschlossenen Augen umklammerte sie fest das Lenkrad, bis das Fahrzeug schließlich zum Stillstand kam. Nach einigen Momenten traute sie sich wieder ihre Augen zu öffnen, ihre Hände hielten das Lenkrad immer noch so fest, sodass ihre Fingerknöchelchen weiß hervortraten. Auch die fest angehaltene Luft konnte sie erst nach weiteren Augenblicken wieder herauslassen. `Puh, das war knapp!‘ Langsam ließ sie das Lenkrad los, ihr Wagen war nach dieser Aktion abgesoffen und sie atmete einmal tief durch. Ihr saß der Schock in allen Gliedern. Langsam realisierte sie wieder, was geschehen war. Fahrig und leicht zitternd öffnete sie die Wagentür und stieg mit wackligen Beinen aus. Hoffentlich war wirklich alles in Ordnung! Unsicher sah sie zu der Person, die sie nur schemenhaft wahrgenommen hatte. „Hey … du Rennsemmel…. Was ….!“, polterte eine ihr nicht unbekannte Männerstimme los. Auch ihm saß der Schreck in allen Knochen. Sein Hut war ihm auf den Rücken gerutscht, der nur durch die Kordel vom völligen Absturz bewahrt worden war. Mit beiden Händen hielt der Cowboy einen wertvollen Getränkekasten, der ihm fast auch wegen dieses Raudis aus den Händen geglitten wäre und wurde erst etwas freundlicher, als er das Auto und die Fahrerin erkannte: „Sag mal, hast Du Fahrstunden bei Robin genommen? Du fährst doch sonst nicht wie eine Verrückte!“ Er sah seine Kollegin direkt an und musterte sie. Im Vergleich zum Urlaubs-gebräunten Teint war ihr Gesicht mehr als nur blass. „Ich … ich … Oh Mann Colt, es tut mir so leid! Bist Du okay?“, stammelte April besorgt, als sie endlich wieder ihre Worte gefunden hatte. Sie spürte schon wieder, wie ihre Augen feucht wurden. Das war heute einfach nicht ihr Tag. Der Texaner stellte den Kasten ab: „Hey, alles gut, Prinzessin!" sagte er, während er sich seinen Hut wieder aufsetzte. “Und, keine Sorge, dem Guavensaft geht’s auch gut!” erklärte er und ging zu ihr. “Aber was ist mit Dir? Du machst einer frisch gestrichenen weißen Wand Konkurrenz“, sah er sie nun besorgt an. Seine Scoutantennen blinkten gerade im tiefsten Alarm Rot. April schluckte und versuchte nicht sofort loszuheulen. Daher vermied sie es auch tunlichst, den Cowboy in seine Augen zu sehen. Wenn er sie jetzt auch noch in den Arm nehmen würde, würde sie sich nicht mehr zusammenreißen können. Und das hier auf dem Präsentierteller im öffentlichen Gelände. ‚Bitte, bitte bohre nicht weiter nach, nicht hier‘, sprach sie mit dem Cowboy in ihren Gedanken und sie hoffe, dass der Lockenkopf es hören konnte! Colt entging mit seinen feinen Scoutantennen natürlich nichts; er hatte Verdacht geschöpft und ließ deshalb nicht locker. Er legte seinen Arm um ihre Schulter und sprach mit ruhiger Stimme: "Hey, hey... alles ist okay..." Versicherte er ihr noch einmal und zog sie in seine starken Arme. April hielt erneut die Luft an. Hier war definitiv nicht der richtige Ort; die Überwachungskameras hatten sie bestimmt nach ihrer Bremsaktion in Großaufnahme auf den Monitoren erfasst. Also gab sie den Tränen, die wieder in ihr aufkammen, keine Macht! Ziemlich distanziert nickte sie, in der lieb gemeinten Geste des Cowboys. Ein erstickender Schluchzer entwich ihr aber trotzdem. Colt registrierte das und hielt sie weiter, bis ihre Körperspannung langsam nachließ und sie sich zu beruhigen schien. ‚Da steckt doch noch etwas anderes dahinter. Oder war es einfach nur der Schock?‘ grübelte der Cowboy. Zusammen hatten sie doch schon ganz andere Schreckmomente erlebt und diese hatte sie viel leichter weggesteckt. April sah zu ihm auf. "Los, lass uns an Bord gehen. Dort können wir reden!" Der weibliche Star Sheriff nickte nur und wartete neben dem Getränkekasten, während Colt ihren Wagen parkte. Colt fuhr Aprils Flitzer in dessen Parkposition und verschickte gleich darauf noch im Wagen eine Nachricht über sein Comgerät, bevor er ausstieg. Seite an Seite gingen sie zum Friedenswächter. Außer einer kurzen Begrüßung an die Mitarbeiter und Techniker im Hangar schwiegen der Scharfschütze und die Navigatorin. „Komm mit!“, wies Colt mit seinem Kopf in Richtung Bordküche, die Blondine folgte dem Lockenkopf schweigend. Dort angekommen stellte Colt seinen Guavensaftvorrat für die nächste Mission bei Seite und buxierte April auf die Bank: „So und nun Prinzesschen, mache ich uns ein leckeres Teechen und dann schüttest du mir dein Herzchen aus!“ Gesagt, getan, nach wenigen Minuten saßen die Beiden sich mit einer dampfenden Tasse Tee am Tisch nebeneinander. April blickte in den aufsteigenden Dampf und schwieg weiter. Sie wusste gar nicht so recht, wo sie anfangen sollte und sollte sie so eine delikate Angelegenheit überhaupt mit Colt besprechen? Immerhin ging es ja um seinen Vorgesetzten. Allerdings war Colt einer ihrer besten Freunde. Und dafür waren Freunde doch da. Sie griff zum Löffel und rührte und rührte in ihrem Tee. Sie hoffte, dort die richtigen Sätze zu finden. Colt beobachtete April eine Weile und schwieg erst einmal. Er wollte ihr die Zeit geben, bis sie bereit war zu reden, auch wenn er sich sicher war, dass dem Tee schon ziemlich schwindelig sein musste. „Ich … Ich hab ihn nackt gesehen Colt!“ kam es kleinlaut von April. Colt zog verwundert die Augenbrauen hoch. ‚Was will sie mir damit sagen? Wem hatte sie gesehen?‘ fragte er sich und dachte nach. Doch gerade als sich in Colts Kopf aus diesen Bruchstücken von Worten ein Puzzlebild zusammensetzte, vernahm man eine ihm wohlbekannte Stimme. „Ah, also ist doch jemand da – habe ich mich doch nicht verhört!“, kam ein lächelnder und zusehends erholter Schotte zur Tür herein. Sabers Begrüßungslächeln verschwand schnell und er hielt inne, als er die letzten Worte seiner Kollegin vernahm. “Um was ging es hier gerade?” Fragend blickte er zwischen Colt und April hin und her. April sah alles andere als erholt aus! Und der Gesichtsausdruck des Cowboys verfinsterte sich auch in diesem Moment. „Was hat er getan?“, fragte der Texaner deutlicher nach und stemmte beide Hände links und rechts neben sich auf den Tisch ab. In Colt begann es zu brodeln, und sein Beschützerinstinkt wurde geweckt. April, die kurz erschrocken nach dieser Reaktion aufblickte, entspannte sich wieder, als Colt aufstand und ihr sanft den Arm um die Schulter legte, um sie zu beruhigen. Endlich war es zumindest erstmal raus. Saber trat näher an den Tisch heran. „Tach Säbelschwinger! Du kommst gerade zum richtigen Moment!“, begrüßte der Scharfschütze den Schotten, der ihm zunickte. „Das darf doch nicht wahr sein … Darf es doch nicht!“, brummte Colt weiter. Saber beobachtete die Szenerie und setzte sich still auf seinen Platz neben dem Cowboy. Es war dem Schotten bereits klar, dass die beiden gerade keine glücklichen Urlaubserlebnisse austauschten, wie sonst üblich. Colt wandte den Kopf dem Highlander zu, ohne die beruhigende Berührung seiner Kollegin zu unterbrechen und fragte den Highlander flüsternd: „Hat sie etwa noch nie?“ Sabers Augen wurden groß. Ging es hier gerade um das, woran er dachte? Andernfalls ergab ihre Reaktion jetzt überhaupt keinen Sinn. „Pff“, atmete Saber hörbar Luft aus und zuckte mit den Schultern. Darüber hatte er sich noch nie Gedanken gemacht. Warum auch? Schließlich ging ihm das Intimleben seiner Freunde und Mannschaft nichts an. Allerdings schossen ihm nun einige Gedanken durch den Kopf, als er versuchte, die Wortfetzen zu deuten und in Relation zu setzen. Was war im Urlaub passiert? „Was ist los?“ fragte Saber nun direkt. "Was ist los, fragst du?" begann Colt daraufhin polternd. "Ja!", bekräftigte der Schotte seine Frage nochmals und unterstrich es mit einem festen nicken. “Sie hat ihn nackt gesehen, und so wie es aussieht, ohne es zu wollen!” fasste es Colt zusammen, während es in ihm brodelte. April nickte zustimmend: “Natürlich wollte ich ihn nicht nackt sehen, ich meine, wer will schon seinen…”, weiter kam sie nicht Colt unterbrach die Blondine: “Hör zu, wenn der hier auftaucht, ziehe ich ihm seine Ohren lang!” Saber blickte ernst zu Colt und dann zu April, die in sich zusammengesunken auf ihrem Stuhl saß und sich an ihrer Teetasse festhielt. “Was ist los?” kam Fireball in die Küche gestürmt. Alle drei Augenpaare sahen erschrocken auf. “Du!” stand der Cowboy schnell von seinem Platz auf, während er seine Hände ballte. Er musste sich gerade echt zurückhalten. Fireball hielt inne: “Ich?” fragte er und sah den wütenden Cowboy fragend an. "Ja, du du!", wiederholte Colt daraufhin und zeigte auf die Rennsemmel. “Was, ich?” kannte sich Fireball noch nicht aus. Doch in diesem Moment stand April auf und warf sich in Fireballs Arme. Ein „Äh?“ war alles, was Colt zu der Szene sagen konnte, er wollte doch gerade den Tisch umrunden, um Fireball die besagten Ohren langzuziehen. Doch irgendetwas musste er verpasst haben, das Bild stimmte gerade nicht mit dem seinen überein. Fireball war völlig überrumpelt. April stürmte auf ihn zu, sodass er einen Schritt zurückweichen musste, um nicht von ihr umgerannt zu werden. “Was ist denn los, Süße?” fragte er besorgt und blickte dann sofort Richtung Colt und Saber, um schnell eine Erklärung zu bekommen. Schließlich hatte ihm der Cowboy eine Nachricht geschrieben, dass es April nicht gut ging! Und da auch der Schotte bereits anwesend war, hatte wohl nicht nur er diese Nachricht erhalten. Schließlich war das Teamtreffen erst für den nächsten Tag angesetzt. Colt ließ seinen Arm sinken, der immer noch in Richtung Fireball gezeigt hatte und sah fragend zu Saber. Der Schotte war nun komplett verwirrt. ‚Wen hatte April denn jetzt nackt gesehen, den sie nicht nackt sehen wollte?‘ fragte er sich, lehnte sich aber zurück. “Tja! Nun weiß ich auch nicht” kam es von Colt, als er sich langsam wieder auf seinen Platz zurück senkte. “Schüüüü!” hauchte Fireball seiner Freundin entgegen und bewegte sich mit ihr im Arm auf den Tisch zu, an dem er hoffte, Antworten zu bekommen. Denn so wie es aussah, wussten die anderen bereits, was vorgefallen war. April und er setzte sich. April schlurzte erleichtert, sie fühlte sich in der Runde sicher. “Du! Mitkommen!” kam es fordernd vom Cowboy, als er erneut aufstand und in Richtung Tür ging. Saber deutete Fireball an, Colt zu folgen. “Bin gleich wieder da!” sagte der Japaner und stand langsam auf. So ganz geheuer war ihm das gerade nicht. “Ich muss dem Cowboy wohl beim Melken helfen!” versuchte er April, etwas zum Lachen zu bringen, als er die Küche verließ und zwinkerte ihr zu. April jedoch blickte den beiden nur fragend nach. Um die aufkommende Stille zu unterbrechen, versuchte die junge Französin ein Gespräch zu beginnen: “Und wie war dein Urlaub, Saber?” fragte sie. Der Schotte sah zu seiner Navigatorin, hob seine rechte Hand und musste etwas lächeln, was April kaum fassen konnte. “Oh, herzlichen Glückwunsch!” gratulierte April den Schotten. Fireball lief den Gang Richtung Brücke entlang, ‚Wo war der Kuhtreiber?‘ fragte er sich und wurde im selben Moment schwungvoll zur Seite gezogen. Das Colt fiel direkt mit der Tür ins Haus: „Was ist hier los, Hombre? Ich dachte erst, du hast ihr dein bestes Stück gezeigt?! Und sie wollte das aber nicht. Aber so wie es ausschaut, ist hier etwas anderes am Laufen!“ fasste Colt seine Verwirrung ohne drum herum zusammen. Fireball hatte sich von dem Schrecken erholt und grinste vielsagend: “Nicht nur gezeigt…” kam es unkonventionell und frech vom Rennfahrer, während er kurz an diese besondere Nacht dachte. Colt baute sich vor seinem Kumpel auf und ballte seine Fäuste: „Also wollte sie es doch?!“, fragte Colt, um auf Nummer sicher zu gehen. Fireball musterte seinen Freund und verzog nicht verstehend das Gesicht: “Natürlich, was denkst du denn von mir?” kam es daraufhin sauer vom Piloten. “Sie ist aber ganz verstört, sie meinte, 'Ich habe ihn nackt gesehen!', wiederholte der Cowboy die Worte der Blondine. “Hä? Wen?”, harkte Fireball jetzt besorgt nach und rannte zurück in die Küche: “Wie du wolltest es nicht, April?” stellte er jetzt seiner Freundin diese Frage. Bereute sie es etwa jetzt und hatte er die Zeichen wirklich so falsch gedeutet? Aber sie hatte doch weder gesagt noch gezeigt, dass es ihr unangenehm war oder sie gar noch nicht bereit gewesen wäre. Der Rennfahrer war besorgt und verwirrt zugleich. Saber hielt in seiner Erzählung inne. April stand auf: “Natürlich wollte ich das nicht - würdest du das so wollen?”, fragte sie darauf. Der Japaner sah April fassungslos an; nun war auch er raus, und sein Herz rutschte ihm in die Hose. Colt betrat im Hintergrund langsam die Küche und zog seinen Hut tiefer ins Gesicht: "Na toll, jetzt war das Missverständnis eine komplette Fehlkommunikation!", stellte er fest. Sein Hombre war einmal wieder zu schnell unterwegs. Er hoffte für April, dass sich das nicht auch generell in den Federn so zeigte. Saber atmete tief ein und aus. Ein klares Bild hatte er von der Situation immer noch nicht. “Was ist jetzt los?” flüsterte er zum Cowboy, der sich neben ihn setzte. “Jedenfalls nicht das!” antwortete der Lockenkopf und nickte Richtung April und Fireball. “Wie?” sah jetzt wieder Saber fragend in die Richtung des Paares an Bord. “Was erzählst du ihm da, Colt!?” stemmte April ihre Hände in die Hüften und verlangte jetzt eine Antwort. “Ich? Du meintest doch, dass du ihn nicht nackt sehen wolltest!” begann Colt sich zu verteidigen. “Was durchaus verständlich ist” fügte er leiser mit an. “Spinnst du!” kam es daraufhin von April und Fireball gleichzeitig. Und Fireball stellte sich vor den Cowboy. “Hey man Hombre, das war ein Missverständnis, ein sehr dolle, vermisstes!" Und der Lockenkopf zog entschuldigend seinen Kopf ein. Saber rollte mit seinen Augen. “Du bist auch nicht gerade eine Augenweide, mit deinem Cola-Bauch, Cowboy!” konterte Fireball. “Cola-Bauch!” stand Colt auf und blickte Fireball fest in die Augen. Saber nickte bestätigend. “Hast du gesagt!” Colts Blick ging schnell zu Saber, der ihm tatsächlich gerade die Rückendeckung nahm. “Letztens beim Duschen!” erinnerte der Schotte den Amerikaner frech grinsend. “Ach, sagt der, der immer mit einem viel zu kleinen Handtuch in die Duschkabine geht!” war es jetzt Colt, der aus dem Nähkästchen plauderte. Saber blickte ernst zu Colt und darauf zum grinsenden Rennfahrer: “Ich will nur nicht, dass ihr vor Neid erblasst!” kam es darauf sehr ruhig von Saber. Colt hob seine Hände: “Das, was im Bad geschieht, sollte gefälligst auch dort bleiben!” schlug er vor. “Ach, passt der Cola-Bauch nicht zum Lasso, Cowboy?”, fragte Fireball lachend. Colt sah zu seinem Hombre: “So ein Lasso ist wenigstens schwungvoller als eine Sushi-Rolle!” brachte Colt den Grinse-Mann vor sich zum Schweigen! “Aber sie schmeckt!” Drei Augenpaare blickten zu April, die gerade nicht verstand: “Was? Also ich mag Sushi!” fügte sie mit an. Colt nickte und sah von der Blondine zu Fireball: “Ja, muss ja so sein!” und setzte sich und verschränkte seine Arme vor der Brust. Saber presste seine Lippen fest aufeinander, bevor er sich räusperte: “Aber dein Bauch …” – “Ruhe, Schwertschwinger!” kam es leicht gereizt von Colt. Die Unterhaltung ging gerade in eine Richtung, die er zwar mochte, aber nicht doch vor einer Frau! “Jungs, ich meine meinen Vater und Chloé!” unterbrach April die drei Streithähne. Die Problemzonen ihrer männlichen Teamkameraden interessierten sie gerade nicht – na ja, fast nicht! Die drei verstummten und blickten einen Moment geschockt und zum Teil mit offenem Mund Richtung April. “Oh!” waren Colt und Fireball die ersten, die ihre Stimme wiedergefunden hatten. Saber hob seine Augenbrauen, stand auf und holte ein Glas aus dem Küchenschrank. “Ich glaube, das ist einer dieser besonderen Momente, von denen “Macallan Adami” sprach, als er seinen Whisky braute. Und holte aus seiner Tasche eine Flasche des teuren, lange gereiften Whiskys heraus. „Oh ha - der Boss fährt die harten Geschütze auf“, kommentierte Colt, der auch auf einen Schluck des edlen Tröpfchen hoffte. Auch wenn er sich sicher war, dass der schottische Whisky nicht mit dem Amerikanischen mithalten konnte. „Du hast Hochprozentiges an Board?“, wunderte sich Fireball und beobachtete seinen Vorgesetzten bei seinem Tun. Aber vermutlich hatte er recht und April brauchte erstmal was Starkes. April blickte nur zwischen Saber und dem Glas, welches er ihr gerade einschank hin und her. „Trink!“, forderte er sie mit fürsorglichem Ton auf, als er wieder Platz nahm und ihr den Whiskey über den Tisch schob. Unsicher blickte die Blondine auf die bernsteinfarbene Flüssigkeit, als sie das Glas zu sich zog. Der Geruch stieg ihr bereits in die Nase. Sie blickte einige Momente hinein, während sie die Blicke der anderen auf sich spürte. „Saber hat recht - trink“, ermunterte sie nun auch den Cowboy brüderlich. April sah kurz zu Fireball, der ihr zunickte und so nahm sie das Glas, führte es zu den Lippen und nippte kurz. Der Alkohol prickelte sofort auf ihnen. Er war stark. „Los runter damit!“ forderte der Cowboy sie nun auf. Und so exte die junge Französin den Whiskey. Er brannte ihr die Kehle hinab, während sie das Gesicht verzog und sich schüttelte. „Ja, so kommt er gut überall hin“, grinste der Cowboy beeindruckt, der nicht damit gerechnet hatte, dass sie es auf einen Schlag tun würde. Viele Gelegenheiten miteinander zu trinken, hatten die Freunde nicht gehabt. Meist waren sie im Dienst oder auf Bereitschaft. „So, es trinkt sich besser in Gemeinschaft“, stellte Colt fest. „Gibst du uns auch einen aus Boss?“, fragte Colt spitzbübisch und freute sich, als dieser zustimmte. Schnell holte der Cowboy drei weitere Gläser, die inkl. dem von April gefüllt wurden. Im nächsten Moment stießen die vier Freunde an: „Slàinte Mhath!“, „Cheers!“, „Santè!“ „Kanpai!“ Nach einer Weile spürte April, wie ruhiger und immer wärmer wurde. Der Alkohol tat sein Werk. Bei den Jungs schien es allerdings eher umgekehrt zu sein. Colt griff das Thema wieder auf, und Fireball feixte mit. „Dass unser alter Eagle es nochmal richtig krachen lässt“, sprach er und grinste schelmisch. Ja, der Whiskey war wirklich nicht von schlechten Eltern, das musste der Cowboy zugeben.„Ja, da kommt der Franzose durch“, grinste der Japaner und tätschelte April, die neben ihm saß, leicht am Bein, nur um gleich darauf von ihr einen eindeutigen Blick zu kassieren. „Na, was denn?!“, fragte Fireball beschwichtigend, während Colt das Wort übernahm. „Hey, Fire hat doch Recht - dein Vater ist auch nur ein Mann, nicht wahr? Und Männer haben nun mal Bedürfnisse….“ Er lehnte sich gemütlich zurück und breitete seine Arme auf die Rückenlehne aus. „Ja….. schon klar….“ kommentierte April. „Aber sehen wollte ich es nicht …“ fügte sie hinzu, während der weibliche Star Sheriff nachdachte. „Ach komm … das ist sicher nicht das erste Mal, dass du deinen alten Herrn im Adamskostüm gesehen hast…“ bohrte der Texaner nun neugierig nach und wackelte mit den Augenbrauen. „Nein…. Natürlich kenne ich ihn auch nackt….“ antwortete April schnell. „Aber halt nicht…..“ Sie machte eine kurze Pause und überlegte, wie sie es in Worte fassen sollte „… in flagranti….“ „Colt!“, mischte sich nun auch Saber ein, der deutlich bemerkte, dass seiner Kollegin diese Situation mehr als unangenehm war. „Was denn, Boss … Kennst du deine Eltern etwa nicht nackelig?“ grinste der Cowboy breit. Wie war das wohl bei den hochwohlgeborenen Edelleuten? Sicher nicht so wie auf der elterlichen Ranch. Da war , bloß gut, alles etwas lockerer, dachte er sich. Saber wusste im ersten Moment gar nicht so schnell zu reagieren, als der Scharfschütze nachlud und weiter bohrte. „Na kennst du nun den Sabel deines Vaters oder nicht?“, noch während er seinem Boss Zeit zum Antworten ließ, fügte er noch mit an: „Klar, vermutlich nicht so in voller Pracht und Action, wie April heute das Baguette ihres Daddys gesehen hat.“ und zwinkerte den beiden Blonden frech zu. “Oh man!” kam es darauf nur von Fireball, er hatte gerade Bilder im Kopf, die er nie haben wollte. Und er genehmigte sich daraufhin auch einen Schluck des hochprozentigen schottischen Getränks. Vielleicht lockerte der Whiskey die Stimmung. Allerdings vertrug der Schotte einiges, wie der Cowboy wusste. „Colt! Reiss dich am Riemen!“, kam es mahnend von Saber, dem das Ganze langsam doch etwas zu intim wurde - vor allem da es hier auch um ihren Vorgesetzten ging und dessen Tochter mit am Tisch saß. „Durch den Alkohol sitzt deine Zunge ganz schön locker, Dr. Sommer…“, kommentierte Fireball. Colt winkte ab: „Na Hauptsache unser Prinzesschen mag deine Sushirolle noch“, neckte er seinen Kumpel und musste grinsen. „Keine Sorge!“ konterte Fireball sofort ohne es wirklich zu wissen. Hoffentlich war ihr die Lust jetzt wirklich nicht vergangen. April wurde indes langsam immer stiller. Die Wortwitze der Jungs fand sie einen Moment lang unangebracht und fühlte sich nicht verstanden. Doch mit der Zeit spürte sie eine gewisse Gelassenheit. Es tat ihr gut, die Situation aus einem humorvollen Blickwinkel zu betrachten. Je später es wurde, umso leerer wurde auch die Flasche Whiskey, das Resultat war eine recht ausgelassene Stimmung an Board. Da hier heute keiner mehr fahren konnte, informierten Saber und Colt ihre Partnerinnen, dass sie beschlossen hatten, diese Nacht besser auf Ramrod zu verbringen. Obwohl alle vier noch in ihre Apartments auf dem KOK-Gelände hätten gehen können, hielt Saber es für besser, dass niemand heute mehr den Friedenswächter verließ. Man wusste ja nie, wem man begegnen würde. Er wollte nicht, dass das Ramrod-Team zum neuesten Tratsch Thema wurde. Er musterte sein Team. Colt saß noch aufrecht, brachte aber einen derben Witz nach dem anderen, die zunehmend freizügiger und zweideutiger wurden. Fireball machte zunächst noch mit, begann dann jedoch immer mehr zu kichern und stieg gelegentlich mit dem Cowboy in das Spiel ein. Inzwischen standen zwischen den Gläsern auch einige Knabbereien. Irgendwann hatten sie neben der Flüssignahrung doch auch etwas Handfestes gebraucht. Daher hatte Saber zwischenzeitlich auch sein Team mit nichtalkoholischen Getränken versorgt. Sonst wurde das zu viel! Vor allem für den Rennfahrer. Wie die meisten Japaner fehlte ihm das Enzym, um Alkohol verdauen zu können und auf einen nächtlichen Besuch in einer Notaufnahme, wo einem seiner Teammitglieder der Magen ausgepumpt wurde, hatte er nicht! Vielleicht halfen die Snacks ein wenig, auch wenn er zunächst gegen Colt mit den Happen lautstark „Tic, Tac, Toe“ spielte, ehe sie in den Mündern verschwanden. Sie hatten ja schon viel zusammen erlebt. Aber dieser Abend war wirklich eine Premiere. Erstaunt war er eher von April. Trotz ihrer zierlichen Körperstatur, schien sie den Alkohol ganz gut wegzustecken. Allerdings war sie auffällig ruhig neben den beiden Chaoten, lachte nur ab und zu auf und bekam inzwischen kleine Äuglein. Mit den Worten: „Ich bin gleich wieder da“, verschwand der Anführer für ein kleines Weilchen. Als er wiederkam, setzte ein - leicht vor sich hin singender Colt - seinem Kameraden Fireball, der gerade mit dem Kopf auf dem Tisch neben der letzten gewonnenen Partie Snack-Spiel-Runde lag, seinen geliebten Cowboyhut auf. „Steht dir Hombre! Steht dir!“ und trank sein Glas, welches er in der anderen Hand hielt, aus. „Ich ….. ick kauf dir einen. Dann bisscht du der hübsch… hübschescheste …. Japaner der Welt“, lallte er weiter. „… der Welt… ja genau!“ Saber, der sicher war, nur ein paar Minuten weg gewesen zu sein, schüttelte nur mit dem Kopf. April kniff indes nur die Augen zusammen und massierte sich die schmerzenden Schläfen. Langsam bekam sie Kopfweh und Magengrummeln. Das war wohl doch zu viel. „Zapfenstreich Freunde …. Zeit fürs Bett!“, bestimmte der Schotte und griff nach der Whiskyflasche in der Mitte des Tisches, um sie in Sicherheit zu bringen. Dann zog der die Augenbrauen hoch. Bis auf ein, zwei Schlücke hatten sie tatsächlich den edlen Tropfen geleert. „Ohja Bett! Bett …. eine grooooschartige Idee Bosssssssss“, kommentierte Colt als er versuchte aufzustehen. „Hommmmbre - komm… wir gehen ins Bett …..“ stieß der Cowboy Fireball kurz an, bevor er ihn hochzog. Der Japaner brummte nur und April versuchte dem Taxaner zu helfen. „Zu mir… oder zu dir …“ fragte der Cowboy lallend…. „Ähm…. zu unsch oder zu dir….“ verbesserte er sich, ehe er Fireballs Arm griff, um diesen zu stützen. Da aber Fireball wie ein nasser Sack drohte zusammen zu sacken, machte Colt kurzen Prozess. „Da… halt das mal….“ lehnte er den Japaner an Saber, der Schotte musste schnell zugreifen, damit er ihm nicht entglitt. Und schon im nächsten Moment schulterte der Cowboy seinen Kollegen und schwankte mit ihm zur Tür hinaus. Saber hatte noch schnell nach gegriffen, damit der Rennfahrer bei dem schwungvollen Manöver nicht abstürzte. Mit so viel Elan seines Scharfschützen hatte der Schotte nun nicht mehr gerechnet. Du…. du bischt aber gansch schön schwer geworden Reifenschänder… zu viele Schuschirollen ….“ ging er schweren Schrittes den Flur entlang. “Isch Lübe disch!” murmelte Fireball, der kopfüber nach unten hing. “Das höre ische oft!” schwankte der Cowboy weiter. „Ich…. Ich werde seekrank“, kam es darauf von Fireball, ehe Colt ihm unsanft auf den Hintern klopfte: „Wackel nicht sooo!“, beschwerte er sich, da es nicht einfach war so das Gleichgewicht zu halten. Als Antwort bekam der Texaner einen Hieb auf dessen Po. „Huhau alter Klepscher…“. Colt schwankte kurz durch den unerwartete Bewegung seines Passagiers und stieß mit der Schulter gegen die Flurwand, ehe er sich selbst wieder berappelte und Fireball wieder in Position zog. „Hör auf! Schonst gibtsch Rodeo!“ Der Schotte wandte sich kopfschüttelnd zu seiner Navigatorin und reichte ihr die Hand zum Aufstehen „Ich hoffe wir brauchen nicht gleich noch Eimer!“, sprach er seinen Gedanken aus. Der gute Whiskey! April nahm gern die Hand an: „Woah…“, kommentierte diese dankbar für die Stütze durch Saber. Erst jetzt, als sie sich erhob, spürte sie die Wirkung des Alkohols und setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen, da ihr doch etwas schwindelig und unwohl war. Saber bot ihr galant seinen Arm an, bei dem sie sich einhakte, ehe sie den Kameraden in den Flur folgten. „Ich hoffe die kommen heil an“, war alles, was April zu diesem Schauspiel vor ihnen sagen konnte. Auch Saber wusste nicht, ob er lachen sollte oder nicht. Der Anblick war jedenfalls zu köstlich. Der Schotte brachte seine Kollegin zu ihrem Zimmer und wandte sich ihr nochmals zu: „Nimm’s den Chaoten nicht krumm. Sie sind und bleiben halt Kindsköpfe“, lächelte er sie versöhnlich an. „Aber sie haben auch Recht. Gönn deinem Vater sein Glück und genieß deine Zeit mit Fireball“, gab er ihr als Rat mit. „Das mit Chloè renkt sich schon noch ein“, wollte er April etwas von ihren trüben Gedanken aufmuntern. „Und jetzt versuche du ein wenig zu schlafen - morgen sieht die Welt schon ganz anders aus“. „Vermutlich hast du Recht Saber“, nickte die junge Frau und kämpfte mit einem kleinen Gähnen, als es nebenan heftig rumpelte, auf das sich die Beiden mit großen Augen ansahen. “Ich glaub ich geh besser hinterher, bevor die zwei noch das Zimmer umdekorieren!“, grinste er. „Schlaf gut April!“ „Ja, besser ist das. Gute Nacht, Saber", verabschiedete sich die Blondine und wartete noch, bis der Anführer im Gemeinschaftszimmer verschwand. Wie sie es schließlich alle in die Betten geschafft hatten, wusste keiner so recht. Irgendwann waren Colt und Fireball zusammen auf einer Matratze gelandet. Die Leiter des Stockbetts war wohl heute für den Cowboy der nicht besiegbare Endgegner gewesen. Saber war eigentlich nur froh, als endlich Ruhe einkehrte, auch wenn es schon ein köstlicher Anblick war, als er die beiden halb ineinander verschlungen vorfand und sie noch den ein oder anderen Laut von sich gaben. Nach einer viertel Stunde herrschte allerdings dann Stille auf Ramrod … naja, bis auf das ein oder andere Schnarchen aus dem Männerquartier. Am nächsten Morgen erwachte April leider viel zu früh mit pochenden Kopfschmerzen. Es dauerte eine Weile, bis die Blondine ihre Augen halbwegs öffnen und klar denken konnte. Ihr Magen fühlte sich immer noch flau an. Mit belegter Stimme murmelte sie: "Teufelszeug...", als langsam die Erinnerungen an die durchzechte Nacht zurückkamen. Sie drehte den Kopf und kämpfte mit den schweren Lidern, um den Blick auf den Wecker zu richten: 7:10 Uhr... Und das im Urlaub. Brummend zog sie sich noch einmal die Decke über das Gesicht und verharrte dort eine Weile. Doch auch unter der Decke wurde es nicht besser - im Gegenteil. Schwerfällig setzte sie sich auf und zwang ihren Körper auf die wackeligen Beine. "Nie wieder Whisky...", murmelte sie vor sich hin, kämpfte noch mit den Pantoffeln und schlurfte dann in Richtung Küche. Erst einmal brauchte sie einen Kaffee, aber vor allem eine Kopfschmerztablette. Auf dem Weg zur Küche kam sie am Zimmer ihrer Kollegen vorbei und steckte vorsichtig den Kopf durch den Türspalt. Fast hätte sie laut losgelacht, als sie ihren Freund und Colt eng umschlungen wie ein altes Ehepaar sah. “Na wenigstens hatte er jemanden zum kuscheln!” dachte sie sich. Einen Moment überlegte sie davon, ein Foto zu machen, entschied sich aber dagegen. Das monotone Atmen, inklusive einiger kleiner Schnarcher, verriet der jungen Frau, dass die Jungs noch tief und fest schliefen. Und aufwecken wollte sie die drei nicht. Sie kicherte leise, bevor ein scharfer Blitz ihr wieder in den Kopf stach und sie an die ersehnte Kopfschmerztablette erinnerte. Leise schloss sie die Tür und setzte ihren Weg Richtung Bordküche fort und kümmerte sich um Buffalo Barnies Lieblingsgetränk. Hoffentlich half das zum Wachwerden und vertrieb den Kater. Sie rührte etwas in der Tasse, ehe sie vorsichtig nippte. „Mhh“, kam es von ihr, als sie die Nase leicht dabei rümpfte. Nicht mal der Kaffee schmeckte heute und verstärkte irgendwie die Übelkeit. So stellte sie die Tasse zurück und schlurfte weiter ins Bad. Vielleicht sollte sie sich erst frisch machen. Dort angekommen fiel ihr Blick in den Spiegel. Sie musste regelrecht zweimal hinschauen: sie sah fix und fertig aus. Die sonst so schöne Haarpracht stand wüst in alle Richtungen. Da sie gestern auch keine Kraft mehr zum abschminken hatte, verzierten die Reste des Make Ups auch deutlich ihre geschwollenen Augen: „Ich kenn dich zwar nicht….aber ich wasch dich trotzdem…“, sprach April zu dem komischen Geschöpf im Spiegel, ehe sie aus ihren Schlafklamotten schlüpfte und unter die Dusche stieg. Vielleicht weckt das kalte Wasser die müden Geister. Es dauerte zwar länger als sonst, aber immerhin fühlte sich der weibliche Star Sheriff danach besser und wacher. Sie kümmerte sich um ihr Haar und ihre Augenringe und sorgte dafür wieder vorzeigbar zu sein. Sie setzte sich erneut an den Küchentisch und nahm ihr Comgerät, welchem sie gestern gar keine Beachtung mehr geschenkt hatte. 4 Anrufe und 3 Nachrichten von ein und derselben Person: „Daddy!“ Noch eine Weile saß April einfach nur da, nachdem sie die Nachrichten gelesen hatte. Sie ließ alles noch einmal Revue passieren. Hatte sie vielleicht auch überreagiert und sich die Sache zu sehr zu Herzen genommen? Irgendwie hatte Colt ja recht, musste sie zugeben. Ihr Vater war auch nur ein Mann und auch er hatte das Recht, sein Leben zu leben und wieder glücklich zu sein. Sie wollte natürlich auch nicht, dass ihr Vater ewig alleine blieb. Der Vorfall gestern war für alle Beteiligten unangenehm. Bestimmt ihren Vater mehr, als ihr selbst. Warum musste es nur so ein Drachen wie Chloè sein?, seufzte sie. Nach einer weiteren halben Stunde ohne ein Lebenszeichen von den Jungs beschloss April zu handeln. Sie brühte eine Kanne Kaffee auf, stellte Tassen und Untertassen auf den Tisch und schrieb den Jungs einen kleinen Zettel, dass sie zu ihrem Vater ins Büro gegangen sei. Dabei legte sie vorsorglich einen Blister mit Schmerztabletten hinzu und verließ dann den Friedenswächter. Die frische Morgenluft tat gut, als sie den Hangar, in dem sich Ramrod befand, verlassen hatte. Langsam wurde ihr flauer Magen etwas besser und sie konnte sich gedanklich darauf vorbereiten, nach dem Fauxpas ihrem Vater gegenüberzutreten. Nachdem sie mehrere Möglichkeiten vor sich hin gemurmelt hatte, fasste sie sich ein Herz und betrat den Gebäudekomplex, der zum großen Turm führte, in dem der Commander sein Büro hatte. Vor der großen Tür stoppte sie und atmete nochmals durch, ehe sie anklopfte und nachdem die wohlbekannte Stimme von der Sekretärin Miss Miller ertönte, öffnete sie die Tür. Ohne Anzuklopfen irgendwelche Türen zu öffnen, würde sie wohl so schnell nicht mehr. „Guten Morgen April, so früh schon unterwegs?“, wurde sie freundlich begrüßt. „Guten Morgen Miss Miller, ja, ich hab noch ein Anliegen bei meinem Vater. Ist er schon da?“ fragte die junge Französin leicht nervös. „Ja, er ist gerade gekommen - scheinbar haben Sie beide letzte Nacht nicht gut geschlafen?“, kam es prompt und April errötete leicht, als ob man sie gerade ertappt hätte. Sah man es ihr denn so an? „Äähmm..“, wusste die Navigatorin gerade nicht, was sie sagen sollte, ehe die aufmerksame Sekretärin die unangenehme Stimmung aufnahm und sie geschickt entschärfte. „Das is bestimmt der Vollmond… Gehen Sie zu ihm. Er hat erst in einer halben Stunde den ersten Termin“, zwinkerte sie der Tochter ihres Chefs zu. „Ja… bestimmt“, antwortete April schnell und wandte sich dankbar zur Bürotür ihres Vaters zu, an der sie abermals brav anklopfte und wartete, bis sie die gewohnte Stimme vernahm und trat ein. „Daddy?“, fragte sie vorsichtig. Miss Miller schmunzelte etwas. Vollmond war doch erst nächste Woche. Aber auch ihrem Vorgesetzten hatte sie vorhin damit aus der unangenehmen Feststellung geholfen: `Wie der Vater so die Tochter`, dachte sie und machte sich wieder an ihre Arbeit. Kapitel 4: Bon Appetit ---------------------- 04 Bon Appetit Commander Eagle stand wie so oft nachdenklich mit einer Tasse frisch gebrühten Kaffee am Panoramafenster und blickte auf das Gelände und die Stadt hinunter, als er das Klopfen vernahm. Sein treuer Begleiter Jaqe saß an sein Bein gedrückt neben ihm und leistete ihm wie immer Gesellschaft. Noch ehe er allerdings antworten konnte, stand der Rüde auf und lief schwanzwedelnd in Richtung zur Tür. „Herein“ wandte er sich ebenfalls zum Eingang. Zaghaft öffnete sich die schwere Tür und ein ihm sehr wohl vertrauter Blondschopf erschien, der vorsichtig fragte: „Daddy?“ „April!“, rief der Leiter der Sektion West erleichtert, stellte die Tasse auf den Schreibtisch und kam seiner Tochter entgegen. Wie froh war er, sie zu sehen. Jaqe war jedoch schneller und begrüßte sein Frauchen ausgiebig und bellend. „Hey, mein Großer. Nicht so stürmisch“, lachte die junge Frau. „Lass mich doch erstmal hinein“, versuchte sie, das „Kalb“ etwas zur Seite zu schieben, um in den Raum zu kommen. Der Commander kam nicht umhin, bei der Szenerie zu schmunzeln und wie gern hörte er das Lachen seines Kindes. „Schön, dass du hier bist April“, begrüßte er sie mit sanfter Stimme. In der letzten Nacht hatte er wenig Schlaf gefunden und war lange wach gelegen. Chloè hatte sich nach einer gewissen Zeit zwar wieder beruhigt und sie verbrachten einen schönen gemeinsamen Abend. Aber als sie dann eingeschlafen war, kreisten seine Gedanken um die Situation. April erhob sich schließlich und sah ihren Vater direkt an. Was sollte sie jetzt nur sagen? Auch für ihn war es gerade eine merkwürdige Stimmung. „Setz dich doch zu mir“, versuchte er das Eis zwischen ihnen etwas zu brechen. „Möchtest du auch einen Kaffee?“ fragte er sie und brachte ihr, nachdem sie zugestimmt hatte, eine Tasse Muntermacher. Auch er sah ihr an, dass die letzte Nacht nicht die beste gewesen sein musste. Genau wie sie es an ihm erkannte. Jaqe war den Beiden gefolgt und legte sich zu Füßen seiner Besitzer vor dem Sofa der Besucherecke. „Daddy“, erhob sie schließlich die Stimme. „Es… es tut mir sehr leid….“ entschuldigte sich die junge Frau. „Nein April …. mir tut es leid“, entgegnete ihr Vater sofort. „Ich hätte es dir sagen sollen“. „Aber Daddy, ich … es ist doch deine Sache … aber ich hätte nicht so reinplatzen dürfen“. April bekam die Bilder wieder in den Kopf und wurde rot. „Ja“, nickte Commander Eagle, da hatte sie recht und er war froh, dass sie diese Einsicht hatte. „Einigen wir uns darauf, dass du künftig klopfst bzw. wäre es glaube ich angebracht, wenn du dich in Zukunft ankündigst, wenn du nach Hause kommst“. Aprils Gesichtsausdruck verriet ihm, dass sie mit letzterem nicht gerechnet hatte. Aber vermutlich war es das Beste, wenn es mit den beiden Frauen in seinem Leben klappen sollte. Sie verstand ihren Vater, auch wenn sein letzter Wunsch ihr doch einen kleinen Stich verursachte. „Okay Daddy“, nickte sie, während dem Commander der leicht traurige Unterton ihrer Stimme auffiel. Er griff mit beiden Händen nach ihrer Hand. Jaqe erhob sich und sah zwischen Vater und Tochter hin und her. „Mein Engel, ich weiß, dass das jetzt eine neue Situation ist - für uns beide“, betonte der Franzose sanft. Er überlegte, welche Worte er wählen sollte. „Weißt du, jetzt, da der langersehnte Frieden eingetreten ist, hab auch ich die Möglichkeit, mich ein wenig um mein Privatleben zu kümmern“, fuhr er fort und streichelte mit seinen Daumen sanft über ihre zarten Finger. „Du bist inzwischen erwachsen und gehst nun deinen eigenen Weg. Und das ist auch gut so!“, betonte er weiter. April sah ihn mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen an. „Macht dich Chloé glücklich Daddy?“ wollte sie darauf direkt wissen. Das war der Punkt, der für sie am wichtigsten war. Fest sah ihr Vater ihr in die Augen und nickte. „Ja, sie tut mir sehr gut", erklärte er weiter. „Und April…“ er machte eine kurze Pause. „Ich liebe sie…“ sprach er ohne Umschweife das aus, was er fühlte. Commander Eagle spürte deutlich, wie sich Aprils Körper und auch ihre Hand in der Seinen entspannte und er konnte erahnen, welche Fragen dennoch in ihrem Köpfchen nun wohl umherspukten. Sie vermied gerade den Blickkontakt, während Jaqe, der die Unruhe spürte, seinen Kopf auf ihre Knie legte, als wollte er ihr Halt geben. „Ich werde deine Mutter niemals vergessen April und sie auch nie ersetzen“, stellte er sofort klar, denn er konnte sich ausmalen, was sie jetzt beschäftigte. „Sie wird immer diesen besonderen Platz in meinem Herzen haben!“ Diese Angst, wollte er ihr sofort nehmen und im Keim ersticken. Ein Teil von ihm liebte seine verstorbene Frau weiterhin. Aber es war sehr viel Zeit vergangen und er wusste auch, dass sie nicht gewollt hätte, dass er sein restliches Leben alleine verbrachte. Im Gegenteil. Charles löste eine Hand und legte sie liebevoll an die Wange seiner Tochter. Sanft zog er sie etwas zu sich, damit sie den Kopf hob und sich ihre Blicke wieder trafen: „Zwischen uns wird sich nichts ändern mein Kind", versicherte er April, die gerade feuchte Augen bekam. „Versprochen?“, fragte sie leise. Davor hatte sie Angst. “Versprochen!“ Erneut streichelte sein Daumen beruhigend über ihre Haut. April schloss kurz die Augen und schmiegte sich an seine warme Handinnenfläche und fühlte, wie die Emotionen nun überhandnahmen. “Oh Daddy!“, hielt sie es nicht mehr aus und warf sich ihren Vater in die starken Arme. Sofort schloss er diese schützend um sein Kind und hielt sie fest an sich gedrückt. Einige Minuten saßen die beiden einfach nur so schweigend da und hielten sich gegenseitig. Irgendwann murmelte April während ihr Kopf an seiner Brust ruhte: „Wenn sie dich glücklich macht, dann bin ich es auch“, sprach sie ehrlich, auch wenn sie weiterhin Gewissensbisse hatte, wie das mit Chloé und ihr selbst wohl noch so werden würde. Aber sie wollte auch ihrem Vater das Glück nicht nehmen und gönnte es ihm von ganzem Herzen. Auch wollte sie das in ihrer Macht stehende tun, damit sie und Chloè klar kamen. Der Commander ließ die Schultern erleichtert sinken und atme durch. Wie froh war er, dass sie das nun sagte. Nochmals zog er die Arme fester um seine Tochter. „April, ich möchte, dass du weißt: du bist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist!“ väterlich wog er sie etwas hin und her, als er abermals merkte, dass sie mit den Emotionen zu kämpfen hatte. „Und das wird auch immer so bleiben!“ Nach diesen Worten platzierte er einen sanften Kuss auf ihrem blonden Schopf, hielt sein Kind noch eine Weile so fest und kraulte ihr dabei den Rücken, wie er es früher oft getan hatte. Da wollte Jaqe natürlich auch dabei sein und schmiegte sich zu seinen Besitzern. Commander Eagle schmunzelte und legte einen Arm um den Rüden: „Und du natürlich auch Jaqe“, lachte er schließlich auf, mit dem er April auch etwas ansteckte. Durch das Gespräch und auch das Verhalten ihres Vierbeiners war die Stimmung wieder deutlich besser und die kleine Familie wirkte erleichtert. Da hörte man einen Signalton vom Schreibtisch des Commanders. Widerwillig setzte er sich auf und schob April etwas von sich, damit er sie ansehen konnte. „Die Pflicht ruft leider - mein Termin ist da“, erklärte er, was los ist. Viel lieber hätte er jetzt noch gern Zeit mit seiner Tochter verbracht, aber jetzt ging es nicht. “Ma petite“ nannte er sie liebevoll. „Kommenden Freitag fährt Chloe zu einer Freundin und ich habe den ganzen Abend Zeit. Ich werde auch am Nachmittag bereits versuchen, mich freizuschaufeln. Warum kommst du am Freitag nicht vorbei, wir kochen etwas leckeres und machen uns einen schönen Vater-Tochter-Abend?“ schlug er vor, um dann an das heutige Gespräch anknüpfen zu können. Aprils Augen leuchteten. Es war schon ewig her, dass sie mal solch einen gemeinsamen Abend hatten. „Oh das wäre wundervoll! Sehr gerne Daddy“, freute sie sich und auch Jaqe, der die freudige Stimmung merkte, stand schwanzwedelnd daneben. „Na dann abgemacht - und dann kannst du mir ja mal von dir und Fireball erzählen“, lächelte er sie mit einem Zwinkern an. April riss die Augen auf und im Nu zierte ein leichter roter Schwimmer ihre Wangen. Das war die Bestätigung, die der Franzose gebraucht hatte. Er hatte zwar eine Vermutung gehabt, aber nun hatte er die Antwort, dass er den richtigen Riecher gehabt hatte. Erneut ertönte das Signal. Miss Miller machte nun Druck, aber sie hatte ja auch recht. „Also April - ich muss! Willst du Jaqe heute ein bisschen mitnehmen? Du hast ja noch frei“, fragte er sie, was sie nur zu gerne machte. Vater und Tochter verabschiedeten sich herzlich, April griff nach Jaqes Leine vom Sideboard und verließ mit dem Vierbeiner das Büro. Auf Ramrod regte sich inzwischen auch schon mehr. Besser gesagt war Saber bereits duschen gewesen und saß gestriegelt und gebügelt in der Gemeinschaftsküche und goß sich vom Kaffee ein, der dort schon vorbereitet worden war. Er fand es gut, dass April die Initiative ergriffen hatte und zu ihrem Vater gegangen war. Das war der richtige Weg. Auch er hatte erstmal lachen müssen, als er Fireball und Colt eng umschlungen auf der untersten Martzate des Stockbettes gesehen hatte. Die Zwei waren schon spezielle Clowns. Die Beine hatte sie ineinander verhakt, während sie fast Gesicht an Gesicht lagen und sich gegenseitig leicht an schnarchten. Gerade telefonierte der Schotte mit Sincia und erzählte ihr amüsiert davon. Auch gestand er ihr, dass er für alle Fälle sich doch hinreißen hat lassen, diese lustige Szene als Foto festzuhalten. Man wusste ja nie. Spätestens für eine lustige Einlage bei einer Hochzeitsfeier wäre das schon brauchbar. “Du bist unmöglich Saber!“, kam die lachende Kritik von Sincia. „Aber wer weiß, welche Bilder es von dir so gibt?“, konterte sie kek, als plötzlich auch das Lachen des Highlanders verstummte. „Weißt du etwas, was ich nicht weiß?“, wollte er wissen als er gedanklich peinliche Moment Revue passieren lies. “Hmm …Vielleicht…“ kam es geheimnisvoll durch das Comgerät. „Oder hast du selbst welche gemacht?“ Saber wurde gerade etwas warm. “Wer weiß, wer weiß…“ bekam er vielsagend als Antwort von seiner Verlobten. “Du machst mir Angst, Sincia", warum hatte er das Gefühl, dass sie hier gerade einen Triumph in der Hand hatte? Aber wenn woher? Und vor allem was?! „Gut!“, kicherte die Erzieherin. Sie hatte gerade Spaß, ihren Zukünftigen etwas zu ärgern. „Warte nur, bis ich nach Hause komme“, versuchte Saber das Ruder wieder in die Hand zu bekommen. „Oh, was erwartet mich denn dann?“, dieses Spiel gefiel Sincia durchaus und sie stieg sofort darauf ein. „Das wirst du dann sehen meine Liebe“, ließ sich ihr Partner nicht aus der Reserve locken, als die Eckkonsole der Sitzecke ein Signal zeigte, dass die Rampe geöffnet wurde und jemand den Friedenswächter betrat. „Wann kann ich denn überhaupt mit dir rechnen?“, wollte die brünette Frau schließlich neugierig wissen, wenn er schon so große Ankündigungen machte. Sie wollte ja dann noch gewisse Vorbereitungen treffen. “Ich warte nur noch bis die zwei Chaoten wach und okay sind - dann streich ich hier die Segel“, versicherte Saber seiner Partnerin. „Wir zwei Hübschen haben ja nachher noch was zu klären“ raunte er mit verführerischem Tonlage. Nun war es Sincia die, der warm wurde. Hoffentlich kam ihr Zukünftiger auch bald nach Hause. Das Warten - auch wenn die Vorfreude die schönste Freude war, war dann doch etwas hart. „Na darauf bin ich gespannt“, raunte sie daraufhin zurück. “Und ich erst“, hauchte der Schotte, als er plötzlich ein Bellen vernahm. “Ähm Sincia - auch wenn ich hier jetzt nur ungern abbreche - ich muss hier mal nach dem Rechten sehen“. Nur widerwillig legte der Anführer der Star Sheriffs jetzt auf, aber nun musste er los. Kaum trat Saber auf den Flur erkannte er wer da angetrottet kam. „Na du, darfst du heute bei Frauchen sein?“, begrüßte er Jaqe als er Aprils Schritte vernahm. „Ja, darf er - ich hoffe, es ist auch okay für dich?“, erkundigte sich der weibliche Star Sheriff, als sie zu den beiden aufgeschlossen hatte. Sie wirkte deutlich entspannter, musste er feststellen. „Solange wir auf Urlaub sind und kein Alarm ist, soll es mir recht sein“. Saber hatte nichts gegen Hunde. Im Gegenteil, er besaß ja selbst eine Fellnase . Scotty lebte bei seinen Eltern in den Highlands. Er vermisste seinen treuen Freund. Das wurde ihm jetzt wieder bewusst, als Jaqe sich seine Streicheleinheiten bei ihm abholte. April lächelte bei dem Anblick und vermutete an was ihr Kamerad gerade dachte. „Und, habt ihr euch aussprechen können?“, blickte Saber zu ihr auf und musterte sie aus der Nähe. April nickte und lächelte selig. „Ja, alles ausgesprochen und geklärt“, berichtete sie die Kurzfassung. „Na siehst du - alles halb so schlimm.“ „Danke nochmals für gestern, Saber“. Ihr war es wichtig, dass einmal betont zu haben. „Dafür hat man doch Freunde, oder?“, versicherte er ihr während er sich wieder aufrichtete. „Liegen die Zwei immer noch in den Federn?“. Irgendwie war es zu still auf Ramrods Fluren. Selbst mit Kater hätte man die Beiden bestimmt schon gehört. Als Antwort erhielt sie ein grinsendes Nicken mit Schulterzucken. „Die sind wohl ausgeknockt“. April schüttelte ebenfalls grinsend den Kopf und kraulte ihrem Hund an seinem, als er sich zu ihr gesellt hatte. Kurz sah sie auf ihn hinunter und in ihr reifte ein Plan. „Hmmm…. Ich hab da so eine Idee, Saber“, zwinkerte sie ihrem Chef und guten Freund zu. Dieser folgte dem vielsagenden Blick der Navigatorin, die mit dem Kopf erst zu Jaqe dann in Richtung Zimmer der Jungs deutete. „Mal sehen was die Kater zum Hund sagen“. Kaum war die Tür geöffnet schob der Rüde schon neugierig die Nase in den Raum. „Los Jaqe, weck die beiden mal auf…“. Ein kleines süffisantes Lächeln umspielte die Lippen von April, als sie dem Hund in Richtung Bett deutete und ihn losschickte. Schwanzwedelnd ging dieser direkt dorthin, wo das Schnarchen her kamen. Was machte da nur so komische Geräusche? Seine Neugierde war geweckt, er schnüffelte und steckte seine feuchte Hundenase unter die Decke. Interessante Gerüche fand er da. So ging er tiefer und suchend unter den Stoff und untermalte dies mit einigen leisen Grunzern. Er berührte plötzlich jemanden. Ein menschliches Brummen ertönte und jemand bewegte sich. Das wurde nun aber interessant! Jaqe zog den Kopf zurück. Fragend brummend stellte der Bernersennen die Vorderpfoten auf den Bettrand und betrachtete das merkwürdige Knäuel vor sich, das teilweise unter, aber auch über der Decke lag. Er hopste hinein und beäugte das, was er da vor sich sah. Irgendwo sah er ein Bein, weiter drüben ein Arm und zwei verschieden stimmige Schnarcher ertönten immer mal wieder. Jaqe ging wieder der Nase nach und berührte erst einen Fuß. „Hmmpf!“ brummte jemand energisch und der Fuß wurde schnell weggezogen. Hey, wo war er hin? Abhauen gilt nicht! Hinterher Schon schob der Rüde den Kopf wieder unter die Decke und fand ein Bein. Unsanft wurde er daraufhin etwas weggeschoben. Jaqe schnappte mit einem protestierenden Brummen in die Luft. Sollte das jetzt eine Spielaufforderung sein? Ohja, warum nicht! Er war sofort dazu bereit. Aufgeregt sprang der Rüde nun etwas hin und her und hoffte, dass jemand mit ihm spielen würde. Aber irgendwie rührte sich keiner. Während Saber und April im Türrahmen standen und sich über das Schauspiel vor sich amüsierten, gab der Hund nicht auf. Nun schob er seinen großen Körper zwischen das Knäuel. Ein Schnauben war zu hören. Danach wieder nörgelndes Gebrumme. „Hmmm noch 5 Minuten…" und Jaqe nahm sofort den Platz ein, der nun frei wurde, als das Bein, an dem er herum schnüffelte, weggezogen wurde. Nach dem Motto: weggegangen - Platz gefangen machte sich der Rüde breit. Och, hier war es warm und weich. Eigentlich ganz gemütlich. Er drehte sich mehrfach auf der Stelle, als ob er den perfekten Platz suchen würde, bevor er sich niederließ und den Cowboy etwas unsanft anstieß, der wieder ein paar Laute von sich gab: „Du bist … heut aber stürmisch Schatz…“. Im nächsten Moment drehte Colt ihm den Rücken zu. Okay, der wollte wohl nicht spielen. Spielverderber! Jaqe blickte zur Linken. Da lag ja auch noch jemand! Wieder ging die kalte, feuchte Hundenase auf Entdeckungsreise. Alles musste natürlich gründlich untersucht werden. Dieser Geruch kam ihm schon deutlich bekannter vor. Weiter schnüffelte er den schlafenden Körper hinauf. Schließlich war er im Gesicht angekommen und stupste Fireball mit einem gedämpften Schnauben an. Dieser verzog mit ein paar komischen Lauten das Gesicht, ehe er seine Hand schützend darüber legte und grummelte. Jaqes schnüffelte unaufhörlich weiter im Gesicht des Rennfahrers. Im nächsten Moment zog er jedoch den Kopf etwas zurück und rümpfte die nasse Hundenase. Danach machte er einige Schmatz- und Grunzlaute und bewegte die Kiefer etwas angewidert, ehe er mit der Pfote zeigte, dass es hier stank. Hier miefte etwas ganz unangenehm. Der Rüde mochte die Alkoholfahne ganz und gar nicht, die ihm gerade entgegenkam. Er schnaubte deshalb laut ab und schüttelte angewidert seinen großen Kopf. Was für ein Stinker! Allerdings gab Jaqe nicht so schnell auf. Hier musste doch jemand mit ihm spielen! Selbst wenn er miefte. Warum lagen die zwei hier nur so rum? Er verlagerte sein Gewicht auf die Hinterbeine und hüpfte mit den Vorderbeinen auf der Matratze neben Fireball. Dieser wurde regelrecht durchgeschüttelt und beschwerte sich mit Protestbrummen. Aufstehen! Zeit zum Spielen! Erneut kam die Hundenase in den Einsatz. Der Rennfahrer schob die Hand in Richtung Störenfried und fühlte etwas Weiches, wuscheliges zwischen den Fingern. Da sich der Hund nun sicher war, hier jetzt gekrault und gestreichelt zu werden, schob er sich regelrecht auf Fireball, der im Nu das Hundefell mitten im Gesicht hatte. Das kitzelte. Fahrig, ohne die Augen zu öffnen, versuchte er, sich etwas aus der haarigen Situation zu befreien. “Süße…. Manchmal ist dein Haar nervig…" beschwerte er sich mit belegter Stimme und als es das auch nicht besser machte und vom Störenfried keine Veränderung kam, half nur noch eins. Genervt nahm der Rennfahrer Schwung, warf sich auf seine andere Seite …. und landete nicht wie gewünscht auf der linken Schulter, sondern fiel unsanft mit einem lauten Rumpeln aus dem Bett. Das war deutlich unsanft und durch den Aufprall war der Ramrod Pilot mit einem Schlag wach. Saber und April hatten gar nicht so schnell reagieren können, um den Bruchpiloten vor dem Absturz zu bewahren. . „Hä? Was... wie?!“, stammelte Fireball, während er versuchte, sich zu orientieren. Sein Kopf schmerzte und seine Schulter ebenfalls. Hechelnd und schwanzwedelnd stand Jaqe an der Bettkante und starrte auf den ungewöhnlichen Bettvorleger. Wollte er jetzt doch mit ihm spielen? Als Fireball immer noch benommen und regungslos blieb, bellte Jaqe schließlich laut. Wenn nichts anderes half, dann eben bellen. Nicht nur Fireball saß jetzt kerzengerade im Bett, sondern auch der Cowboy, der hinter Jaqe gelegen hatte. Durch die ruckartige Bewegung dröhnte aber auch sofort Colts Schädel. Er hielt sich den Kopf und grummelte: „Also ich werde lieber zärtlicher geweckt!“ “Aber immerhin bist du wach“, reagierte Saber sichtlich amüsiert. April und Saber mussten sich das Lachen echt hart verkneifen. Es war ein köstlicher Anblick, auch wenn sie natürlich ein bisschen Mitleid mit ihren Kameraden hatten. “Guten Morgen ihr Schnapsdrosseln!“, begrüßte April die Beiden mit einem breiten Lächeln. „Ja, ja, guten Morgen!“, brummte Fireball grummelig. „Du wärst mir lieber gewesen als der da!“, moserte er weiter und deutete auf Jaqe, der vom erhöhten Bett aus immer noch schwanzwedelnd zu ihm sah und ein gepflegtes, gut hörbares Wuff in den Raum setzte und sich über seine Nase schleckte. „Uhh, nicht so laut!“, klagte Fireball, denn sein Kopf dröhnte. “Der da - hat einen Namen: Jaqe“, antwortete die junge Frau und klopfte sich auf die Oberschenkel. „Komm her Jaqe - die Jungs sind noch ein bisschen zerknautscht. Die spielen nachher noch mit dir!“ Der Hund sprang vom Bett und ging zu seinem Frauchen. “Na das überleg ich mir nochmal….“ hielt sich Fire den Kopf. “Ach sei nicht so ein Brummbär. Wer saufen kann, kann auch spielen!“, lies sie kein weiteres Mosern zu und reichte ihm die Hand zum Aufstehen. Irgendwie war er ja auch gerade knuffig, musste sie zugeben. Seine wilden Haare standen noch mehr in alle Richtungen als sonst. Auch sah er noch ganz zerknittert drein. Fireball ergriff die Hand dankend und kam vor ihr zum Stehen. Als er seine Freundin dann in seine Arme ziehen und küssen wollte, roch auch sie die abgestandene Fahne, verzog angewidert das Gesicht und wich ihm aus: „Kommt ab unter die Dusche und Zähneputzen ihr Helden! In der Küche warten Kaffee und Kopfschmerztabletten auf euch!“, informierte sie die Beiden. “Oh das perfekte Katerfrühstück“, kommentierte Colt, als er sich schwerfällig aus den Federn schälte. „Vielleicht solltet ihr noch einen Happen dazu essen“, riet Saber seiner Mannschaft. “Essen? Ich krieg nichts runter…“ widersprach der Cowboy, der gerade feststellte, dass er noch in den Klamotten vom Vorabend war. Dafür hatte wohl die Kraft nicht mehr gereicht. Ein Blick zu seinem Kumpel verriet ihm, dass auch er noch das gleiche trug. Da fielen ihn auch die letzten Minuten, bevor sie es ins Bett geschafft hatten, wieder ein. Sich noch umzuziehen - nein, dazu waren sie wirklich nicht mehr in der Lage gewesen. Gedankenverloren und völlig unbedacht griff der Texaner zu seiner Gürtelschnalle, öffnete sie, dann den Kopf und zog den Reißverschluss ganz ungeniert nach unten. Er hatte April ganz vergessen. Schließlich griff er links und rechts nach dem Hosenbund und war im Begriff sich der Jeans zu entledigen. Gleichzeitig reagierte Saber, bevor der Cowboy hier gleich im Adamskostüm stand: „Ähm Colt…!“ Fireball stellte sich trotz Katerstimmung sofort zwischen seinen Kumpel und seine Freundin und versperrte ihr die Sicht, bevor sein Kumpel die Hüllen fallen ließ. Auch wenn es ihm mies ging, so viel Kraft hatte er dann doch noch. Zeitgleich hatte aber auch April selbst bereits reagiert und sich umgedreht. Sie wollte jetzt keine weiteren Bekanntschaften unterhalb der Gürtellinie machen. „Ich… ich warte in der Küche auf Euch!“, war alles, was sie sagte und stürmte dann aus dem Männerquartier. Jaqe, der das Schauspiel mit schief gelegtem Kopf beobachtet hatte, folgte ihr sofort. Als Colt bemerkte, was er tat, reagierte er nur mit einem: „Ups..“ "Ja, ups…" "Ich geb dir gleich „ups“!“ bekam er Echo von Fireball. „Willst du sie noch ganz verschrecken und traumatisieren?!" “Hey… "Du tust ja so, als wäre das hier Monster“, verteidigte sich der Angesprochene und deutete auf seinen Schritt. „Du hast ja nur Schiss, dass sie plötzlich mehr will als „nur“ dein Sushi!“ Fire schlug Colt mit dem Handrücken gegen seinen Bauch:“ Pass du lieber auf, dass du „dein Monster“ unter deiner Cola-Plauze überhaupt noch siehst!“ „Schluss jetzt ihr Zwei”; mischte sich nun Saber ein, bevor es hier noch ausartete. „Ich erwarte euch in 15 Minuten in der Küche, macht euch frisch! Ich hab heut noch was vor!“ teilte er seinen Freunden mit und damit verließ auch er das Quartier. Nachdem Fireball und Colt sich wieder halbwegs wie Menschen fühlten, sich geduscht und umgezogen hatten, gesellten sie sich zu ihren Freunden und Kollegen in die Küche. „Nochmals guten Morgen, Süße. Kriege ich jetzt mein Guten-Morgen-Küsschen?", fragte der Rennfahrer mit einem spitzbübischen Grinsen und beugte sich zu seiner Freundin. Sie kam seinem Wunsch sehr gerne nach. „Jetzt riechst du ja auch wieder viel besser!“, neckte sie ihn etwas, bevor ein zweiter, innigerer Kuss folgte. Fireball grinste. Das war doch die beste Medizin, musste er feststellen, legte seinen Arm um April und zog sie an seine Seite, während der sich die Tasse voll Muntermacher griff. „Ich lass mich von der Schmerztablette knutschen…“ kommentierte der Cowboy und hielt Saber die Hand hin, der ihm eine aus dem Blister drückte. „Merci du Kuh…“ kommentierte er in gespieltem Französisch, warf sich die Medizin in den Mund und spülte sie mit einem kräftigen Schluck Kaffee hinunter. Hoffentlich half der kleine Lebensretter bald. „Ich glaube, ihr beide seit halbwegs soweit fit, dass ich euch allein lassen kann“, kommentierte Saber und sah lieber fragend zu April. „Keine Sorge, ich habe Fire im Auge und bringe Colt zu Robin. Beide werden mir zu viel“, zwinkerte sie ihrem Boss zu. Dieser lachte nickend. „Na dann Kinder - genießt den Urlaub noch. Wir sehen uns am Montag“. Mit diesen Worten stand der Schotte auf, hob die Hand zum Gruß und machte sich auf den Weg zu Sincia. Mit ihr hatte er ja auch noch etwas intensiv zu klären. Und darauf freute sich der Schotte schon sehr. Heute lief alles eher in Zeitlupe und so dauerte es fast noch eine gute Stunde, ehe April die Jungs ins Auto verfrachtete und erstmal Richtung Robin aufbrechen konnte. Die Lebensgeister der beiden Männer kamen nur nach und nach wieder in Gang. Einen Vorteil hatte es allerdings. Die Fahrt war ungewöhnlich ruhig im Vergleich zu sonst. Mehr dösend als wach hingen die beiden Freunde auf der Rückbank des Wagens, während Jaqe auf seinem Stammplatz - dem Beifahrersitz - Platz genommen hatte und den Kopf genüsslich aus dem Fenster in den Fahrtwind hielt. Er war zwar mit einem stabilen Brustgeschirr, das dafür konzipiert war, gesichert, aber das hielt den großen Bernersennen nicht ab, seiner Leidenschaft nachzugehen und sich den Wind um die Lefzen wehen zu lassen. Stylisch hatte er dafür auch seine Fliegerbrille aufgesetzt bekommen, die April immer im Wagen hatte, kannte sie ihren pelzigen Freund doch sehr. Am liebsten mochte er es natürlich, wenn sie das Cabrio ganz öffnete. Aber aufgrund der fragilen Fracht auf der Rückbank, hatte sie darauf heute verzichtet. „Warum sitzt der Hund eigentlich neben deiner Perle und du hier hinten?“, fragte der Cowboy nach geraumer Zeit, als er sich das Schauspiel vorne lange genug angesehen hatte. “Frag mich was leichteres Kumpel - ich muss ihm wohl noch zeigen, dass er jetzt Nummer zwei ist!“, kommentierte Fireball siegessicher, als Jaqes großer Kopf plötzlich nach hinten kam, ihn erst direkt ansah und dann einmal kräftig bellte. Die Jungs riss es etwas. “Wuff - er hat gesprochen!", zog Colt die Augenbrauen hoch. „Ich glaube, er hat klargestellt, wer hier Nummer eins ist", lachte der Cowboy schließlich. Die Strafe folgte aber auf dem Fuße und ein stechender Schmerz durchzog seine Schläfen. “Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“, gab Fireball schadenfroh zurück. Ein paar Minuten später erreichten sie schließlich den Wohnblock, in dem die Star Sheriffs ihre Appartements hatten. Wenig später standen die vier im Fahrstuhl nach oben. Wieder schob sich Jaqe zwischen Fireball und seinem Frauchen. Der Rennfahrer sah neben sich und seufzte. ‚Das kann ja noch lustig werden… ‚ Die Besitzansprüche des Rüden kollidierten gehörig mit den Seinen. Himmel, andere Kerle mussten sich mit menschlichen Verehrern ihrer Freundinnen rumschlagen und er mit einem schwanzwedelnden Fellmonster. Da ging auch die Tür schon auf und sie waren in ihrem Stockwerk angekommen. Robin, die von April schon per Comgerät vorgewarnt worden war, stand mit verschränkten Armen im Türrahmen ihres Familienappartements, welches sie zusammen mit Colt und Josh bewohnte. Sie musterte die kleine Gruppe und musste leicht schmunzeln. Man sah ihnen die Verzechte Nacht schon noch an. “Na, habt ihr es geschafft?“, begrüßte sie die Vier. „Der Whiskey hat uns geschafft …. "Teufelszeug…." kommentierte der Japaner. Es war schon echt fies, dass er das Zeug noch schlechter verarbeiten konnte als seine westlichen Kollegen. „Ach dich auch mein Schatz?“, war die Lehrerin doch etwas überrascht. „War wohl stärker als sonst, hm?“ “Hmmm …. Ich brüte bestimmt was aus!“, verteidigte sich Colt sofort, ehe er seine Robin in die Arme nahm und sie gebührend begrüßte. Das ging immerhin schon wieder ganz gut. Das musste auch seine Verlobte feststellen. „Na, so schlimm kann es ja gar nichts sein. “Ohhh doch…. Ich brauche jetzt ganz viel Liebe … und Streicheleinheiten… und Verwöhnprogramm… ihr entschuldigt uns…. “stellte der Texaner sofort klar und buxierte seine Zukünftige in die Wohnung." „Ahja?! …" zu mehr kam Robin schon fast nicht mehr. „Danke April fürs Bringen!“ hörte sie noch, ehe die Tür ins Schloss fiel. April lachte nur noch. „Männerkater - was ganz schlimmes!“ kommentierte sie und sah dann zu ihren beiden „Kerlen“. „Na, und was mach ich nun mit Euch?“, sah sie Fireball fragend an, ehe sie ihre Hand in die Seine legte und ihre Finger zwischen seine schob. Der Japaner lächelte seine Freundin an und drückte sanft ihre Hand. „Och, ich wüsste da schon was…“ sprach er mit rauer Stimme und sah April tief in die tiefgründigen blauen Augen. „Ach… dazu ist der Herr schon wieder in der Lage?“, kommentierte sie belustigt. „Dazu bin ich IMMER in der Lage“, erhielt sie zur Antwort, während sie die Augenbraue fragend hochzog. „Na?“ erklang ihr indirektes Veto. “Okay, okay …. fast“, kam er sich dann doch etwas überführt und geschlagen vor. „Wenn kein Whisky im Spiel ist“, verteidigte sich Fireball schließlich. Da sie aber nicht wirklich darauf einging, erkundigte er sich besser konkret. „Ist bei dir alles okay, Süße? Sorry, ich hab noch gar nicht gefragt, wie es dir heute geht“, kam ihm die Erkenntnis, dass er doch sehr auf sich selbst bedacht gewesen war. April kam näher und drückte sich an seinen Körper, worauf Fireball die Hände löste und ihr stattdessen den Arm um die Taille legte. Einerseits war es natürlich schön, sie nah zu spüren, aber hoffentlich war das nicht der Traurigkeit geschuldet. Sie schmiegte sich in die warme Umarmung, während ihr Kopf an seiner Schulter ruhte. „Alles okay Fire … mir geht es deutlich besser als gestern. Ich war heute morgen bei Daddy und wir haben uns ausgesprochen.“ “Oh!“, kam es erst überrascht. Himmel, wie lange hatte er denn gepennt? Er hatte nichts mitbekommen, aber Hauptsache zwischen seiner Freundin und ihrem Vater war alles wieder geklärt und harmonisch. Und vielleicht sah er seine sexuellen Felle nicht mehr ganz davon schwimmen. „Das freut mich für Euch“, sprach er ehrlich, während er sie leicht kraulte und sich mit ihr zusammen in Richtung Sofa bewegte. Da hatte der hochprozentige Abend dann doch seinen Erfolg gehabt. Dort angekommen wollte Jaqe aber nicht unbeachtet bleiben und schob sich dazu. „Hey du Ungetüm - hier ist schon besetzt!“, verzog Fireball das Gesicht und er und der Rüde fixierten einander eine Weile. `April hatte Probleme mit Chloe und ich mit ihrem Hund!`,dachte der junge Japaner genervt. Jaqe wurde zur Seite geschoben. Fireball zog seine Liebste nun mit sich in die Horizontale. Während April nun auf ihm lag, quetschte sich aber der Rüde einfach dazu. Aufgrund seiner Größe lag er damit ebenfalls halb auf dem Rennfahrer. Dieser ächzte unter dem Gewicht. „Du bist wesentlich leichter als dein Wuschel…“ kommentierte er brummend zu seiner Freundin und versuchte seinen Arm zu befreien, bevor ihm der Hund die Blutzufuhr gefühlt abquetschte und versuchte ihn dann gänzlich von der Sitzfläche zu schieben. Aber der Rüde lag hier wie ein großer Fels in der Brandung und rührte sich kein Stück. Alles, was sonst von ihm kam, war nur ein lautes Schnauben. April hob ihren Kopf und sah sich das Schauspiel einen Moment lang an. „Jaqe! "Komm, geh da rüber!“, sie deutete auf die andere Seite des L-förmigen Sofas, wo noch eine große Liegefläche unbenutzt war. Der Bernersennen brummte zwar, aber er erhob sich dann gut erzogen, drehte sich und trampelte über Fireballs Beine hinweg zum Platz, der ihm zugewiesen wurde. Er drehte sich mehrfach auf der Sitzfläche auf der Stelle, ehe er sich fallen ließ. „Feiner Jaqe!“, lobte April den Hund, ehe sie sich wieder zurück auf ihren Freund legte, der gerade noch im letzten Moment seinen Fuß vor dem großen „Kalb“ in Sicherheit bringen konnte: ‘Uff, das war knapp‘, dachte er sich, aber Hauptsache er konnte wieder atmen und hatte seine Freundin nun allein für sich. Er zog sie etwas zu sich hoch, so dass sie auf Augenhöhe war und er schnell den Weg zu ihrem verführerischen Mund suchen konnte. Eine Hand schob er an ihren Hinterkopf und vergrub die Finger in ihren seidigen Haaren. Leicht drückte er sie so zu sich. Sodann kam er ihren Lippen mit den Seinen immer näher und verharrte einen Moment, bevor er sie sanft auf Aprils legte. In der Blondine begann es zu kribbeln. Als sie das Lippenbekenntnis erwiderte, lächelte er zufrieden, intensivierte den Kuss und begann leicht an ihrer Unterlippe zu knabbern. Einen wohligen Laut konnte er ihr damit bereits entlocken und das ermutigte ihn, den Kuss zu verstärken. Sachte stupste er sie mit seiner Zunge an und bat um Einlass, während seine Finger sie weiterhin zart kraulten. Er suchte nach dem Saum ihres Tops und verschwand darunter. Hmmm, ihre Haut war so weich und zart. Liebevoll strich er ihre Wirbelsäule entlang und schob den Stoff weiter nach oben, ohne sich von ihren vollen Lippen zu lösen. Immer weiter entblößte er dabei ihren Oberkörper. Inzwischen spielten die beiden Zungen genießerisch miteinander, während die Blondine sanft seine Brust und seinen Arm streichelte und liebkoste. Hitze stieg in ihm auf und er wollte mehr. Viel mehr. Sein Schritt begann zu spannen und es wurde langsam eng in seiner Hose. Schließlich griff er mit beiden Händen nach Aprils Oberteil und zog es nach oben. Sie ging in der Bewegung mit und richtete sich auf ihn auf. Schnell half sie Fireball dabei, ihr den störenden Stoff über den Kopf auszuziehen. Die Sicht auf einen verspielten, roten Spitzen-BH, der ihre große Oberweite perfekt umschmeichelte, wurde frei. Gierig musterte er ihren verführerischen Anblick und fuhr mit den Augen ihre Konturen nach. „Weißt du eigentlich, wie verdammt heiß und sexy du bist?“, raunte er ihr mit großer Lust zu, was die Französin mit einem vielsagendem Lächeln erwiderte und sich wieder etwas zu ihm hinunter beugte, um ihn mit einem Kuss zu belohnen. Diesmal aber war es sie, die ihre Zungenspitze als erstes einsetzte. Diese Einladung nahm Fireball nur zu gerne an und stimmte in den Tanz mit ein. Mit einer Hand streichelt er weiter Aprils schmalen Rücken hinauf, während sich die Andere auf Wanderschaft machte und schließlich auf ihrem strammen Po landete. Er liebte ihren wohlgeformten Hintern und das ließ er sie jetzt auch fühlen. Beherzt packte er mit beiden Händen zu und drückte sich selbst seiner Freundin entgegen. Sie keuchte auf. Deutlich spürte sie des Japaners harte Erregung an ihrer Scham. Der jungen Frau wurde zugleich heiß und kalt. Das verliebte Paar vergaß alles um sich herum. Auch, dass sie gerade nicht alleine im Raum waren. Jaqe, der gerade genüsslich gedöst hatte, wurde vom Aufkeuchen seines Frauchens geweckt und hob aufmerksam den großen Kopf. Prüfend beobachtete er, was da auf der anderen Sofaseite vor sich ging. Seinen scharfen Sinnen entging nichts. Auch sein erst leichtes fragendes Fiepen, welches dann in ein kleines Brummen überging, wurde überhört. Jede Bewegung, jeder Laut, den seine Besitzerin von sich gab, wurde registriert. Ging es ihr auch wirklich gut? Was machten die Beiden da eigentlich komisches? Davon bekamen die Liebenden aber gar nichts mit. Gierig wanderte Fires Hand nach vorn, um ihre Jeans zu öffnen und er sich damit mehr „Angriffsfläche“ erhoffte. Ihre Augen trafen sich und sie versanken in den Seelenfenstern des Gegenübers. Tiefe Blicke wurden ausgetauscht, als Fireball seine Hand wieder zu ihrem Po wandern ließ, diesmal aber schob er sie in ihre Jeans hinein. Hitze empfing ihn, was ihn noch mehr beflügelte. So streichelte er genüsslich über ihre knackigen Backen und ertastete den Stoff ihres Spitzenhöschens, welches seinem Kopfkino noch eindeutigere Bilder verschaffte und ihn immer mehr erregte. Geschickt verschwand er unter dem filigranen Stoff und zeichnete die Konturen ihres Hintern auf nackter Haut nach. Immer wieder packte er beherzt zu und knetete ihre Rundungen. April räkelte sich etwas auf ihren Freund, was seine Geilheit nur noch verstärkte. Als Fireball schließlich an ihrem Steißbein ankam und dann die Finger weiter schob, stöhnte April erregt auf. Im nächsten Moment ertönte ein sehr lautes, inbrünstiges, fast vorwurfsvolles Bellen von der andern Sofaseite. Jaqe war mit einem Satz aufgesprungen und stand im nächsten Augenblick genau neben Fireball. Reflexartig zog dieser seine Hand blitzschnell aus Aprils Hose, so als ob er sich gerade verbrannt oder etwas Unanständiges getan hatte. Nun ja… so wie ihn der große Hund gerade fixierte, hatte er wohl etwas Unanständiges getan?! Da bekam das Wort „Anstands-Wau-Wau" eine ganz andere Dimension und Bedeutung! „Der Hund macht mich fertig!“ beschwerte sich der Rennfahrer und legte sich die Hand auf seine Stirn. Auch April war zusammen gezuckt, als wäre sie bei etwas Verbotenem erwischt worden. Damit hatte sie nicht gerechnet. Der Schreck saß ihnen beiden in den Knochen. „Jaqe! Junge! Willst du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme?“ Mit diesen Worten kletterte die junge Französin von ihrem Freund und griff Jaqe am Halsband und schob ihn um den Wohnzimmertisch herum auf den großen Teppich. „Platz!“, gab sie den Befehl und sah den Rüden ernst an. Dieser gehorchte prompt und legte sich hin. Frauchens Stimmlage verriet ihm gerade, dass es jetzt kein Spiel war. Der Rennfahrer sah den Beiden frustriert nach. ‚Gerade jetzt!‘ Der Hund konnte ja nerviger als der Cowboy sein. Und das musste schon was heißen. Entschuldigend sah April über ihre Schulter zu ihrem Freund. „Es tut mir echt leid Fire…“ Dieser drehte sich auf der Couch auf die Seite und stützte seinen Arm auf und darauf seinen Kopf. „Schon okay, Süße, du kannst doch nichts dafür“, entgegnete der Ramrod Pilot und grinste dann frech. „Zeigt mir zumindest, dass Jaqe noch nicht oft gesehen hat, dass du dich mit jemandem vergnügt hast...“ und wackelte dabei mit den Augenbrauen. April streckte ihm die Zunge genauso frech raus: „ Wer weiß …. Aber wäre er dein Hund, wäre er längst abgestumpft, das ist klar“, konterte sie schließlich und erhob sich, nicht ohne dem Tier nochmals zu signalisieren, jetzt liegen zu bleiben. Fireball lachte laut auf und hatte sich schon gefreut, dass seine Freundin jetzt zu ihm zurückkomme, aber seine Hoffnung wurde schnell zerschlagen, als sie Richtung Tür verschwand, sich die Jeans wieder ganz nach oben zog und schloss. Enttäuscht sah er ihr etwas schmollend hinterher, als sie sich nochmals zu ihm umdrehte. „Ich brauch etwas zu trinken. Du auch?“ erklärte sie sich. Fireball nickte und blickte, als sie verschwunden war, auf seinen noch halb geschwollenen Schritt. „Ja und was zum Abkühlen…", murmelte er frustriert. Das hatte er sich wirklich anders vorgestellt. Er platzierte seinen Arm unter seinen Kopf und starrte zuerst genervt an die Decke und wandte seinen Blick Richtung Hund. „Man könnte meinen Eagle hat dich darauf abgerichtet…“ sprach der Rennfahrer seine Gedanken laut aus. Das Tier saß noch brav auf dem Platz, an dem es abgelegt worden war. Als sich ihre Blicke trafen, verzog Fireball sein Gesicht. Der Hund sollte schon merken, dass er sauer war! Und Jaqe spürte es natürlich. Er legte schnell seinen großen Kopf auf die Vorderpfoten und sah ihn mit dem großen, unschuldigsten Hundeblick im neuen Grenzland an, ehe er ein kleines entschuldigendes Winseln von sich gab. “Ja ja… guck mich nicht so an!“, gab Fireball sofort zurück. „Du hast das hier jetzt versaut!“ moserte er und verschränkte die Arme eingeschnappt vor der Brust und wandte seinem Blick ab. Ein erneuter, entschuldigender Laut des Hundes kam. Als der Freund seine Frauchens immer noch nicht milder reagierte, erhob sich der Berner Sennen und tapste langsam auf das Sofa zu. Immer noch keine Reaktion. Daher versuchte Jaqees auf andere Weise und legte sein Kinn sachte auf das Bein des Japaners. Erneut ein kleines Winseln, um beachtet zu werden. “Ne ne… komm mir jetzt nicht so … erst mir die Tour versauen und dann einschleimen…“blieb der Rennfahrer hart und stur. Jaqe wanderte höher. Er gab nicht auf, spürte er doch, dass er etwas wieder gut machen musste. Stückweise wanderte der Hundekopf über den Oberschenkel, die Hüfte weiter den Bauch hinauf. Fireball regte sich nicht. So schnell würde er sich nicht erweichen lassen. Schließlich erreichte der Rüde das Gesicht. Er fiepte nochmals und stupste Fireball sachte mit den nassen, kühlen Nase an. „Heeeey!“, zog er das Gesicht weg und wischte sich ab. Nun gab Jaqe alles in einen entschuldigenden Blick und legte seinen Kopf auf die Brust des Mannes. Hier würde er jetzt bleiben, bis er ihn ansah. Wer war der größere Sturkopf der Beiden und würde länger durchhalten? Nun untermalte der Hund seine Entschuldigung mit weiteren Winseln, bis sich Fireball entnervt geschlagen gab. „Ja, ist ja jetzt schon gut und Fellknäuel!“ setzte er sich auf. „Entschuldigung angenommen! Aber du musst jetzt endlich lernen, dass du jetzt nicht mehr der einzige Kerl in ihrem Leben bist - verstanden?“ sah er den Vierbeiner direkt an. Kurz darauf ertönte ein Bellen und er leckte Fireball kurz durchs Gesicht, ehe seine Ruthe wieder zu wedeln begann. „Ähhhh und das kannst du dir auch sparen!“, versuchte der junge Japaner die Euphorie des Tieres zu bändigen. Da ertönte ein Lachen an der Tür. „Na wie ich sehe, hast du jemand anderen gefunden, mit dem du schmusen willst“, neckte April ihren Freund ein wenig, welche zwei Gläser Eistee gemacht hatte. Fireball setzte sich auf und schob Jaqe zur Seite. „Neee.. Du bist mir wesentlich lieber!!!“ betonte er sofort und klopfte auf den freien Platz neben sich, worauf sie zu ihm kam und sich setzte. Dankend nahm er das Getränk auf Eiswürfeln an und nippte davon. „Außerdem hat der Mundgeruch…“ April lachte nur auf. „Na immerhin habt ihr euch vertragen“, kommentierte sie und während Fireball nickte und den Hund hinterm Ohr kraulte, legte dieser ihm die große Pfote aufs Knie, um dies zu unterstreichen. Seinen freien Arm legte Fireball nun um April und zog sie leicht zu ihm in Richtung Rückenlehne. „Und wir zwei…?“ stellte er die Frage der Fragen. “Bist du mir böse, wenn wir nur kuscheln?“, bekam er die Reaktion, die er eigentlich nicht hören wollte, aber er lächelte verständnisvoll. „Nein… klar hätte ich gern… aber ich bin nicht böse..“. “Aber enttäuscht…“ schmiegte sich die junge Frau an ihren Partner. „Ein bisschen vielleicht, aber Hauptsache ich hab dich in meiner Nähe“, flüsterte er ihr liebevoll zu und küsste ihre Schläfe, ehe er sie eng an sich zog. „Und kuscheln ist ja auch was schönes…“ Genau in dem Moment reagierte Jaqe wieder mit einem fragenden Blick. „Ja, du auch … Komm schon her…“ gab ihm der Japaner das Zeichen, dass er auf der anderen Seite neben sich Platz nehmen durfte. Das ließ sich der Rüde nicht zweimal sagen. Im nächsten Moment lag er an Ort und Stelle und sein großer Kopf auf seinem Schoß. “Achja… ihr Zwei…“ seufzte Fireball und kraulte mit der einen Hand den Hund und streichelte die Schulter seiner Freundin in seinen Arm. So verlief der restliche Tag eher ruhig und gemütlich. Die restlichen Tage bis zum Wochenende verbrachten die Star Sheriffs mit ihren jeweiligen Partnern und genossen die seltene Möglichkeit, sich weiter zu erholen und einfach nur mal einen normalen Alltag zu haben. Es war herrlich und sie merkten erst jetzt, wie sehr ihnen dies gefehlt hatte. Im Einsatz war ihnen das gar nicht so bewusst gewesen, aber jetzt - wenn man erleben durfte, wie schön es war, spürte man erst deutlich die Bedeutung von solchen Möglichkeiten. Schneller als gedacht war es auch schon Freitag. April freute sich schon sehr auf den Vater-Tochter-Abend und war deshalb schon am frühen Morgen mit Zettel und Stift bewaffnet, auf ihrem großen Balkon in ihrem Hängesessel und überlegte, was sie alles besorgen wollte, um diesen Abend ein bisschen besonders zu machen. Die Morgensonne kitzelte die junge Frau etwas im Gesicht. Sie schloss genießerisch die Augen und genoss die umhüllende Wärme, die von ihr ausging. Dazu zwitscherten selbst auf dem KOK Gelände mit den Wohnkomplexen die Vögelchen und hüpften frech umher. Wann immer die junge Französin zu Hause war, gab es auch für die kleinen Piepmätze etwas Wildvogelfutter und eine Wasserschale, die die kleinen Gesellen auch zur Federkleidpflege und baden einlud. Oft saß April hier in ihrem geliebten Hängesessel und beobachtete die flinken Tierchen, die nach und nach auch ihre Scheu verloren und sich nicht mehr erschreckten, wenn April sich auf ihrem Balkon sachte bewegte. Herrlich. So konnte doch der Tag starten. Genüsslich nippte sie an ihrem Café au lait, stilecht aus der henkellosen Bol, ehe sie sich wieder Gedanken zu ihren Besorgungen machte. Auch einen Plan, wie sie vorgehen würde, hatte sie sich bereits gemacht. Einiges brauchte eine sinnvolle Reihenfolge, wenn auch alles gelingen und rechtzeitig fertig werden sollte. Sie hatte ein 3-Gänge-Menü geplant und dadurch auch eine lange Einkaufsliste erstellt. Ein paar Zutaten beim Händler ihres Vertrauens hatte sie vorsichtshalber bereits vorbestellt, vor allem den Fisch, das Fleisch und die Meeresfrüchte, damit sie auch bekam, was sie für ihr Menü brauchte. Es wurde etwas aufwendiger. Wenn sie schon mal dazu kamen, dass die Familie Eagle zeitgleich zusammen auf Yuma war und gemeinsame Zeit hatte, dann sollte das auch gebührend zelebriert werden. Außerdem wollte sie diesen Abend auskosten, wenn Chloe nicht da war. Ihr war bewusst, dass solche Stunden nun ziemlich rar werden würden und sie sich damit anfreunden musste, dass die Stunden zu zweit mit ihrem Vater eng bemessen waren. Um so mehr sollte dieser Tag etwas besonderes werden. Ihr Vater hatte die letzten Monate auch intensiv und hart gearbeitet und daher hatte sie beschlossen, ihn mit diesem Essen zu überraschen, wenn er nach Hause kam und nicht erst dann gemeinsam mit dem Kochen zu beginnen. So blieb mehr Zeit für gemeinsame Gespräche oder das ein oder andere Spiel, wie sie es früher immer mal wieder gehalten hatten. Jaqe hatte April bei Fireball in der Wohnung gelassen, damit sie gleich in Ruhe einkaufen konnte. Den Rüden würde sie danach abholen, bevor sie in ihr Elternhaus fahren würde. Es war auch eine gute Möglichkeit, dass Fireball und der Berner Sennen sich besser miteinander anfreunden und kennenlernen konnten. Beide mussten sich an den anderen „Kerl“ in ihrem Leben gewöhnen. Es verlief alles noch recht steif zwischen den Beiden. Vielleicht war das ja die beste Möglichkeit, gerade wenn sie selbst nicht dabei war. Vielleicht rauften sie sich zusammen. Lange ausschlafen war zumindest schon mal eine Leidenschaft, die sowohl der Rennfahrer als auch der Hund teilten. Es war in den letzten Tagen schon zu lustigsten Szenen zwischen Mensch und Tier gekommen. Auch der ein oder andere Schnappschuss war dabei entstanden. Fireball war zwar manchmal genervt vom monströsen Fellknäuel, aber dann hatten die zwei wieder jede Menge Spaß zusammen. April war zuversichtlich - die Beiden würden sich schon lieben lernen. ‚Sicher träumen die zwei Chaoten gerade noch genüsslich in den Federn‘, dachte April mit einem Grinsen an die zwei Herzensbrecher. Allerdings durfte sie sich sputen, wenn sie alles schaffen wollte, wurde ihr bei einem Blick auf die Uhr an ihrem Handgelenk bewusst. Gesagt - getan. Schon zehn Minuten später flitzte sie mit ihrem Sportwagen in die Innenstadt. Nachdem sie den Vormittag damit verbracht hatte, alles zu besorgen, was sie benötigte, konnte sie den Nachmittag dann nutzen, um zu kochen. Die Gerichte brauchten ihre Zeit. April hatte es schon genossen, seit ewigen Zeiten einmal wieder über den Markt von Yuma-City zu schlendern. Viel zu selten hatte sie hierfür Zeit. Es war hier ein ganz besonderes Flair, welches sie liebte. Dieser Bereich erdete sie und war irgendwie entschleunigend. Neben ihrer Liste, holte sie ihre Neugierde auch mal zu dem ein oder anderen Stand und sie ließ sich inspirieren. Sie wollte definitiv in der Zeit, in der sie auf Yuma sein konnte, öfter die Gelegenheit nutzen und hier einkaufen gehen. Es war einfach persönlicher, man kam auch mit dem ein oder anderen Händler ins Gespräch, bekam den ein oder anderen Tipp oder durfte probieren. Ihr französischer Gaumen liebte so etwas. Die Frische der hier angebotenen Lebensmittel, der Duft von Kräutern oder reifen Beeren hing der in der Luft, gemischt mit einigen Ständen, die fertiges Essen anboten. Der Korb wurde schon immer voller und schwerer. April holte den bestellten Fisch und das Fleisch ab und unterhielt sich noch etwas mit dem vertrauten Händler, bei dem die Familie Eagle schon seit vielen Jahren Kunde war. Obwohl ihr Vater einen stattlichen und gut gefüllten Weinkeller besaß, stattete sie dem Weinhändler ihres Vertrauens noch einen Besuch ab, um sich für den Abend einzudecken. Sie wollte auf Nummer sicher gehen, da sie nicht wusste, was daheim verfügbar war. Schließlich brauchte sie noch etwas zum Anstoßen und Kochen. Der Weinhändler wusste genau, was er empfehlen konnte, und wählte Weine aus, die sowohl dem Geschmack ihrer Familie als auch den geplanten Gerichten entsprachen. Er bestand darauf, die Flaschen zu Aprils geparkten Wagen am Rand des Marktes zu bringen. April überflog ihre Einkäufe und glich sie mit ihrer Liste ab. Nachdenklich tippte sie sich dabei auf die Lippen. Die Liste war abgearbeitet, hakte sie erfreut ab. Nun musste sie nur noch Jaqe abholen. Natürlich hatte sie auch für ihren tierischen Freund etwas mitgenommen. Der Vierbeiner sollte nicht zu kurz kommen. Eine gute halbe Stunde später stand der weibliche Star Sheriff in der elterlichen großen Küche und verschaffte sich einen erneuten Überblick über die Einkäufe, ehe sie zu sortieren begann, was noch in die Kühlung musste und mit was sie starten würde. Nachdem auch Jaqe sein Futter bekommen hatte und sich schwanzwedelnd über die Leckereien her machte, die sein Frauchen für ihn besorgt hatte. April holte ihren Plan hervor und breitete ihn aus. Dann ging es auch schon los: Hände waschen, Schürze an, Lieblingsmusik aufgedreht. Singend wusch sie das Gemüse und schnippelte alles in die passende Größe. „Mise en place“ war das Motto, um später alles parat zu haben. April machte sich mit viel Hingabe daran, das Essen vorzubereiten. Im Handumdrehen standen mehrere Töpfe auf dem Herd, in denen die ersten Zutaten angeschwitzt, angebraten und gewürzt wurden. Kurz darauf löschte sie diese mit Wein, Brühe oder Fond ab. Die ersten verlockenden Düfte erfüllten die Küche. April war in ihrem Element. Kochen machte ihr Spaß und hatte eine beruhigende Wirkung auf sie. Während sie gerne mal in ihrer eigenen kleinen Küche improvisierte, war das Kochen in ihrem Elternhaus doch etwas ganz anderes. Hier hatte sie mehr Platz und unzählige Möglichkeiten. Die Küche war mit allem ausgestattet, was das Koch-Herz begehrte – selbst ein Sternekoch hätte hier seine reinste Freude. April wuselte von einem Topf zum nächsten, zum Ofen und wieder zurück. Glücklicherweise hatte sich Jaqe, ein gemütliches Plätzchen gesucht, nachdem sie beinahe einige Male über ihn gestolpert wäre. In ihrem Eifer merkte die junge Frau gar nicht, wie schnell die Zeit verging. Das geplante Menü war doch recht aufwändig. Ein herrlicher Duft durchzog mittlerweile die Villa. Ein weiteres Gericht war im Ofen und ein Teil des Desserts stand schon in der Kühlung. Der Blick auf die Uhr zeigte April, dass ihr Vater bald eintreffen würde – es sei denn, er wäre von irgendetwas im Oberkommando aufgehalten worden. Aber in diesem Fall hätte er ihr sicherlich Bescheid gegeben. Also begann April, den Tisch liebevoll einzudecken. Sie holte die Kerzenständer aus der Vitrine, bestückte sie mit neuen Kerzen, Hand gezogen, diese hatte sie heute auf dem Markt entdeckt und perfekt zur Tischdekoration passten. Der Rotwein stand bereit zum Dekantieren, und der Weißwein stand auch schon kühl. Jaqe war inzwischen wieder wach und mittendrin, statt nur dabei und lief ihr wieder einmal manchmal neugierig vor die Füße. Aber konnte man diesem Fellknäuel denn böse sein? Nachdem April ihr Werk am Tisch begutachtete und zufrieden war, bereitete sie alles für den Aperitif und das Amuse-Gueule vor. Und eilte darauf ins Bad. Nach einer schnellen Dusche und ein wenig Styling schlüpfte sie in ein luftiges Sommerkleidchen. Auch Jaqe bekam ein schickes blaues Dreieckstuch umgebunden. Zusammen begutachteten sich beide im Spiegel. „Ich glaube, wir sind vorzeigbar“, grinste sie, als Jaqe zur Antwort in den Spiegel bellte. Gemeinsam gingen sie wieder hinunter in die Küche. Gerade als April die Suppe abschmeckte, hörte sie einen Wagen über den Kies vor dem Haus fahren. Am Motorengeräusch erkannte sie sofort, dass es das Auto ihres Vaters war. “Wie schön”, freute sie sich – er hatte sich wirklich nicht aufhalten lassen. Dem gemeinsamen Abend stand somit nichts mehr im Wege. Es war schließlich schon über ein Jahr her, dass sie beide diese Möglichkeit gehabt hatten. Schnell huschte sie zum Tisch und zündete die Kerzen an, wechselte die Musik zu einer ruhigeren Playlist, während sie vernahm, dass die Haustür geöffnet wurde, als Jaqe zur Begrüßung los stürmte. Als Commander Eagle die Haustür nur wenige Zentimeter geöffnet hatte, empfing ihn ein köstlicher Duft, der ihm sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. “April hatte also schon begonnen. Was es wohl Leckeres gibt?" fragte er sich, doch dieser Gedanke wurde unterbrochen, als Jaqes Kopf sich durch den Türspalt schob. „Hey du Ungetüm“, lachte der Hausherr, als ihn der Hund in seiner typischen Art begrüßte. Sie hatten dem Rüden zwar angewöhnt, weder lautstark zu bellen oder an Menschen hinaufzuspringen, an der Tür war er jedoch immer der Erste und begrüßte die Ankömmlinge. Kraulend schob der Commander den Hund zur Seite, damit er eintreten konnte und legte, nachdem er es in den Flur geschafft hatte, seinen Schlüssel in eine Schale und stellte seine Aktentasche ab. Er zog seine Schuhe aus, begleitet von Jaqe, der ihm nicht von der Seite wich. April musste schmunzeln, als sie ihren Vater und Jaqe so beobachtete „Manche Dinge ändern sich halt nie“, lachte sie. „Hallo Daddy“, begrüßte sie ihren Vater, der sich gerade erhob und ebenfalls lachte. "Da hast du Recht, mein Schatz," antwortete er, wechselte aber schnell das Thema: "Es riecht fantastisch, April. Wollten wir nicht zusammen kochen?" fragte er, als er sie väterlich umarmte. „Ja, ich weiß Daddy - aber ich dachte, nach deiner anstrengenden Woche verwöhn ich dich heute einfach ein bisschen: So haben wir mehr Zeit für uns nachher“, erklärte sie sich, als sie ihn zum Esstisch geleitete. "Danke, eine wirklich schöne Idee. Ich habe auch einen Mords..." Weiter kam er nicht, denn er sah den liebevoll gedeckten Tisch, auf dem die Kerzen bereits brannten. "Du hast dir aber wirklich viel Mühe gemacht, Liebes," bewunderte er ihr Werk und war im Begriff, Richtung Küche zu gehen, als April sich ihm in den Weg stellte. Sie schüttelte den Kopf:: "Uh-uh... Du bleibst hier! Es wird eine Überraschung und ich bin bald fertig!" “Kann ich dir denn sonst noch irgendwie helfen?“ fragte er schließlich, denn er wollte sie ja nicht alles machen lassen. "Nein, nein, Daddy, alles gut," beschwichtigte sie fröhlich ihren Vater. “Oh, oder doch” fiel es ihr ein.“Könntest du dich bitte um den Rotwein kümmern? Den brauchen wir zum zweiten Gang“, fragte sie und wies mit dem Kopf ich Richtung Rotwein und Decanter. „Den Sauvingon Blanc gibts zum ersten Gang“, erklärte sie ihm ihren Plan. “Sehr gerne“, entgegnete Charles, bevor April wieder in der Küche verschwand und die letzten Handgriffe an ihrer Vorspeise vornahm und das „Amuse-Gueule“ mit geräucherter Forelle auf aus der Kühlung holte und schön auf einer kleine Platte in Szene setzte. Ihr Vater hatte sich im Gästebad im Erdgeschoss noch eben die Hände gewaschen, als er zurück zum Esstisch kam und sich der Flasche „Châteauneuf-du-Pape“ annahm und laß erstmal das Etikett. „Nicht schlecht…“ murmelte er vor sich hin. Damit der Rotwein noch atmen und somit sein vollmundiges Bouquet entwickeln konnte, wollte er ihn nach altem Brauch vorbereiten. Dann war er für später bereit. Ein Weißwein brauchte diesen Aufwand nicht. Dieser war gekühlt am besten und er sah die Flaschen bereits im Weinkühlschrank hinter sich auf seinen Einsatz wartend, liegen. Gekonnt öffnete der Commander nun den Rotwein, roch einmal prüfend am Korken und musste feststellen, dass seine Tochter eine gute Wahl getroffen hatte. Sollte sie inzwischen wohl doch einen feinen Gaumen für gute Weine entwickelt haben? Da freute sich das Vaterherz. Während April noch in der Küche beschäftigt war, dekantierte Charles den Rotwein als guter Weinkenner gekonnt langsam und verhinderte somit, dass der Bodensatz innerhalb der Weinflasche blieb und nicht mit in den Dekanter floss. Danach bewunderte er die kräftige rote Farbe. Eigentlich brauchte ein Wein ein bis zwei Stunden, um bereit zu sein. Da er nicht wusste, was April auftischen würde, war er gespannt, ob es zeitlich hinkommen würde. ‘Was sie wohl gezaubert hat?‘, überlegte er bei der Weinauswahl und hatte zumindest einige Tendenzen, wo die Reise hingehen könnte. Da seine Tochter noch in der Küche beschäftigt war, nutzte er selbst die Gunst der Stunde für eine schnelle Dusche und zog sich um. Natürlich leistete ihm der vierbeinige Companion Gesellschaft. Alles war bequemer als die Uniform und so war er durchaus froh zu Hause etwas legerer, aber dennoch dem Anlass angemessen gekleidet zu sein. „Du bist heute aber auch „trés chic“ Jaqe!“, musterte er den Rüden mit seinem tollen Tuch um den Hals. „Komm lass uns April nicht warten lassen“. Gerade als er in Begleitung des Bernersennen wieder ins Esszimmer zurückging, kam auch schon April mit dem Tablett und dem „Gruß aus der Küche“. Es war eine Mischung aus liebevoll drapierten und garnierten geräucherten Forellenfilets auf Baguettescheiben und eine Forellencreme auf Gurkenscheiben. Charles war beeindruckt. „Du hast echt an alles gedacht“, musste er lobend anerkennen. „Es sieht köstlich aus“ entgegene er, ehe er sich erhob und den „Sauvingon Blanc“ aus der Kühlung zu holen und die Flasche zu öffnen. April huschte nochmals kurz nach nebenan, legte die Schürze ab und zupfte sich etwas zurecht. Nun konnte der Abend beginnen. Sie war bisher zufrieden mit ihrem Werk. Soweit war auch alles so gesichert, dass sie einen Happen mit ihrem Vater essen konnte und den weiteren Gängen nichts passierte. „Ich freu mich so sehr, dass das heute geklappt hat, Daddy!", kam April zurück, umarmte ihren Vater nochmals und drückte ihm ein Küsschen auf. „Ich freue mich auch sehr mein Schatz“, erwiderte Charles selig. An den letzten gemeinsamen Abend konnte er sich kaum noch erinnern. So viel hatte dieser verdammte Krieg ihnen genommen. Als April im Begriff war, zu ihrem Platz zu gehen, hielt ihr Vater sie auf. „Moment!“, signalisierte er, eilte um seine Tochter herum und zog ihr galant den Stuhl etwas hervor, damit sie sich stilecht setzen konnte. April kicherte etwas verlegen. „Wenn schon, denn schon“, lächelte ihr Vater. „Du bist und bleibst ein Gentleman Daddy. Ich bin solche Gesten gar nicht gewöhnt“, gestand sie etwas verlegen. Wenn ein Vater seiner Tochter vorlebte, wie man eine Frau wirklich behandeln und ehren sollte, legt er die Latte für potentielle Partner sehr hoch. Aber so lernst sie auch, sich nicht mit weniger zufrieden zu geben. Da war er sich sicher und das wünschte er sich auch für sie. „Was? Nicht?“, kam er erstaunt. „Ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit den Jungs reden, hm?“, sagte er spielerisch, während auch er Platz nahm. „Vor allem mit Fireball“, zwinkerte er ihr zu, worauf hin April plötzlich rot wurde. Er musste daraufhin lachen. „Touché!“, dachte er sich. Sie war doch immer niedlich, wenn sie verlegen war und nicht wusste, wo sie hingucken sollte. Zumindest vermied sie erstmal den Augenkontakt. „Na - ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber blind bin ich nicht“, sprach er darauf mit einem Lächeln um die Lippen weiter und nahm sich von den Häppchen. Hmm, sie waren lecker. Ein guter Einstieg in das heutige Menü. Es machte Lust auf mehr. „Naja…“ April versuchte gerade die Worte zu ordnen, aber irgendwie war sie gerade aufgeregt. Warum eigentlich? Sie war doch nicht das 1. Mal verliebt und auch so ein Gespräch war jetzt keine Premiere. Aber irgendwie… mit Fireball war es anders. Irgendwie, als ob es eine andere Stufe wäre. „Ja… wir sind zusammen“, sprach sie es aus. Ihre Augen leuchteten auf, als sie sich dazu bekannte. Auch dem Kommander entging ihre Reaktion nicht. Es war also ernst. So deutete er die Situation. „Ich freu mich für euch Beide“, antwortete der Vater ehrlich und strich ihr über die Hand. Charles griff nach dem Weinglas und hielt es April entgegen, um für den Moment das Thema zu wechseln. „Auf die Liebe und auf einen wundervollen Abend mit meiner bezaubernden Tochter“, schmeichelte er ihr. Die junge Frau hob den Blick und erwiderte die Geste. Sie stießen an „Santé Daddy! Auf uns!“ Beide nippten vom kühlen Weißwein. „Du siehst sehr glücklich aus“, kommentierte er weiter und beobachtete sie dabei. Er kannte sein Mädchen eben gut. „Das bin ich auch Daddy…", bestätigte sie ihm und strahlte aus jeder Pore. Sie war froh, dass er mit ihrer Wahl einverstanden war. Es hätte zwar nichts an ihrer Entscheidung geändert, denn immerhin war sie erwachsen und konnte selbst entscheiden, wem sie ihr Herz schenkte. Aber schöner war es natürlich auch, wenn der eigene Vater mit dem Partner klar kam. Ein bisschen hatte sie Bauchschmerzen gehabt, was das Berufliche anging. Innerhalb eines Teams waren Beziehungen ja nicht gerne gesehen. Aber vielleicht war es jetzt auch der Tatsache geschuldet, dass der Outriderplanet zerstört und Frieden eingekehrt war. Allerdings war man sich auch sicher, dass sie irgendwann wieder zurückkommen würden. Irgendwann - so wie es schon mal gewesen war. Aber darüber wollte sie sich gerade keinen Kopf machen. Es war Frieden und sie war verliebt, genauso wie ihr Vater. Konnte es denn schöner sein? Aufgrund dessen, dass der Commander Fireball nun auch selbst doch schon lange Zeit kannte und ihn für einen vernünftigen und verantwortungsbewussten jungen Mann hielt, wusste er seine Tochter in guten Händen. Ein Gespräch würde er aber dennoch noch mit ihm suchen. Aber das musste er April jetzt nicht auf die Nase binden. Auch wegen der Schwierigkeiten, die im Job auf sie zukommen könnte, falls sie - hoffentlich nie - wieder aufbrechen mussten. „Habt ihr Euch schon Gedanken über die Zukunft gemacht?“, deutete er die Richtung an. „Daddy?“, fragte April erstaunt und ein heißer Schauer erfasste sie. Sie war doch gerade erst mit ihm zusammen gekommen. Sprach ihr Vater jetzt schon von Ehe und Kindern? Das ging ihr deutlich zu schnell. Charles sah sie erst mit fragendem Blick an, ehe ihm klar wurde, was sie wohl gerade dachte. „Aber nein, mein Kind - das hat alles noch Zeit. Ich meinte beruflich…“, erklärte er sich, als April erleichtert aus atmete. Er musste schmunzeln. „Keine Sorge, das „Opa Werden", kann sich gerne noch etwas hinziehen.“ April nippte schnell von ihrem Glas: „Dann bin ich ja erleichtert. Sooo schnell hatte ich das nämlich auch noch nicht vor“, entgegnete sie, ehe sie ein weiteres Häppchen verspeiste. „Und Fireball erst recht nicht - er möchte so bald es geht zurück zum Rennzirkus. Damit ist das überhaupt nicht der richtige Zeitpunkt. Wenn dieser überhaupt irgendwann kommt…“ sprach sie ihre Gedanken aus. Könnte sie sich denn selbst mit Kindern vorstellen? Und Fireball? War er der Mann, den sie sich als potentiellen Vater ihrer Kinder irgendwann vorstellen konnte? Sie waren noch so frisch zusammen. Die Frage konnte sie noch gar nicht beantworten. Und er selbst? Er hatte einmal angedeutet, dass er zwar Kinder mag, aber froh ist, wenn er sie wieder abgeben konnte. Direkt hatten sie das Thema Kinderwunsch noch nie besprochen. „Ich verstehe - ihr habt ja auch alle Zeit der Welt. Ihr seid noch so jung. Genießt erstmal das Leben, “ beruhigte Charles seine Tochter als er die Anspannung in ihrem Gesicht las und griff das Thema berufliche Zukunft wieder auf: „Also Fireball will also wieder Rennen fahren“, wiederholte er. „Und was hast du vor April?“ Es wurde etwas still. April blickte nachdenklich in das Weinglas in ihrer Hand und schwenkte es etwas. Die helle Flüssigkeit zog ihre Kreise und sie verlor sich etwas darin. „Um ehrlich zu sein… ich hab mir noch gar nicht wirklich Gedanken gemacht“, sprach sie offen aus, als ihr das gerade selbst bewusst war. „Fireball möchte, dass ich mit komme“, erzählte sie weiter. Irgendwie hatte sie nur über seine Wünsche gesprochen und sie hatte ihre Belange unbewusst außen vor gelassen. „Vielleicht sollte ich weiter an meinen Ingenieur Plänen arbeiten“, überlegte sie laut. „Oder doch noch überlegen, den Doktor zu machen… jetzt, wo wieder Zeit ist.“ Sie hob das Glas wieder an ihre Lippen und ließ sich den edlen Tropfen nachdenklich auf der Zunge zergehen. „Da wäre ich nicht mal ortsgebunden und könnte Fireballs Wunsch nachkommen….“ Der Commander lehnte sich zurück und beobachtete seine Tochter. Er konnte sie doch etwas lesen und er spürte deutlich, dass sie gerade jetzt erst durch dieses Gespräch wirklich zum Nachdenken kam, was ihre Zukunft betraf und was sie persönlich wollte. Das empfand er als wichtig. „Warum nicht. Du hattest ja mit der Doktorarbeit seinerzeit bereits begonnen - eine gute Gelegenheit es noch abzuschließen“, stimmte er ihr stolz zu. „Wir haben auch im Oberkommando immer Arbeit für Ingenieure", bestätigte er sie. „Natürlich kannst du dein Wissen und Können auch an die nachfolgende Generation Kadetten weitergeben. Saber wird vermutlich in die Richtung gehen.“ “Ich weiß noch nicht Daddy“, antwortete sie ehrlich. „Du musst auch nichts überstürzen. Ich wollte dir nur sagen, dass du jederzeit eine Stelle sicher hast, solltest du dich dafür entscheiden.“ “Danke Daddy“, lächelte sie ihrem Vater dankend an, während sie die Serviette von ihrem Schoß nahm und etwas zusammen legte, bevor sie sie neben ihrem Teller platzierte. „Kein Thema, mein Schatz. Gute Leute braucht das Oberkommando immer“. April erhob sich schließlich. „Ich werde mich eben um die Suppe kümmern. Bin gleich zurück. Ich bin gespannt was du sagen wirst“, freute sie sich schon, denn sie wusste das eine Bouillabaisse zu den Lieblingssuppen ihres Vaters gehörte und sie hatte sich heute sehr bemüht, dass sie richtig lecker wird. Sie hatte sich vom Händler einige Fischsorten wie Drachenkopf, Seeteufel, Rotbarbe, Merlan, Knurrhahn und Loup de mer bestellt. Dazu noch Langusten, Kaisergranate, Garnelen und Miesmuscheln. Da diese Fische und Meeresfrüchte unterschiedliche Garpunkte hatte, machte es das Gericht so aufwändig und zeitintensiv. Teilweise wurden die weicheren Fische erst jetzt, nach der Garzeit hinzugepackt. Aber der Aufwand war es definitiv wert. April war schwer in der Küche beschäftigt, alles was an Gemüse und Fisch in der Suppe war, herauszufischen und die Suppe durchzupassieren. Wie es beim Servieren typisch war, legte sie diese Stücke auf eine vorgewärmte Platte und gab sie in einem der Herde zum Warmhalten genau wie die vorbereiteten Suppenteller, während sie das selbst gebackene Weißbrot Marette hervorholte. Traditionell legte man einige Scheiben in einen tiefen Teller, gab die Suppe darauf. Die Fischstücke und Meeresfrüchte konnte sich jeder dann selbst von der Warmhalteplatte auf seinen Teller geben. Sie war so beschäftigt, dass sie gar nicht mitbekommen hatte, dass draußen ein Auto über den Hof gefahren war. Ein dumpfes Motorengeräusch drang durch die Wände, wurde jedoch von ihrer Konzentration übertönt. Das Auto hielt vor der großen Garage, in der zwei Fahrzeuge der Bewohner standen. Die Person im Wagen, stieg nicht sofort aus. „Ich bin da“, sprach sie bestimmt in ihren Kommunikator. Gefolgt von einem kurzen, angespannten Schweigen. „Wird gemacht“, waren die letzten Worte, ehe die Verbindung abrupt beendet und das Gerät in der Designer-Handtasche verschwand. Die Person stieg, nach einem prüfenden Blick in den Spiegel, aus dem Wagen. Die hohen Absätze knirschten unter dem feinen Kieselboden. Ein Klick und das Auto leuchtete kurz zweimal auf, darauf folgte ein rascher Blick in alle Richtungen, bevor sich die Person entschlossen Richtung Haus bewegte. Von den Eagles, den Bewohnern des Hauses, blieb das Ganze unbemerkt. Doch jemand anderes hatte bemerkt, dass Besuch kam. Natürlich war es Jaqe, der immer, trotz seines stolzen Alters, der erste an der Tür war. Der Commander war gedanklich gerade abwesend, so dass er im ersten Moment auch nicht mitbekam, dass jemand das Schloss bediente und sich die Tür öffnete. Als Jaqe merkte, wer da kam, blieb die erst so fröhlich wedelnde Rute plötzlich stehen und er wich einige Schritte zurück. Nein, die Person wollte er nun nicht freudig begrüßen und ließ den Kopf hängen. Die Person trat vollgepackt mit mehrere Tragetaschen ein und gab der Tür einen Kick mit dem Fuß, so dass sie ins Schloss fiel. „Geh weg, du Köter!" schob sie den Hund zur Seite. Das riss auch Charles aus den Gedanken und er erhob sich ruckartig, wo durch seine Serviette zu Boden fiel. Erwartet April etwa noch jemanden? Hatte sie Fireball eingeladen? Aber der hatte doch gar keinen Schlüssel. Noch bevor er den Flur betreten hatte, rief eine ihm wohlbekannte Stimme. „Bonjoooour Charles! Surprende, mon bien-aimé!“ „Chloè!“ rief der Hausherr sichtlich überrascht und überrumpelt, als er seine Freundin im Flur stehen sah. Jaqe stand mit Abstand daneben. Neben dem Parfumduft dieser Person, die er nicht mochte, drangen aber auch andere, viel leckere Düfte an seine empfindliche Nase. Er schnüffelte. „Ja, ich bin wirklich überrascht! Wolltest du nicht deine Freundin besuchen?“, fragte er sichtlich irritiert. „Na, was ist denn das für eine Begrüßung!“, sprach Chloe empört. „Freust du dich etwa nicht, mich zu sehen? Außerdem, wo sind deine Manieren? Nimm mir doch mal das hier ab!“, kritisierte sie Charles und drückte ihm sofort die Tüten in die Hand. „Ich habe uns hier einige Köstlichkeiten mitgebracht. Du wirst staunen!“ „Oh pardon natürlich“, schnell nahm er die Sachen entgegen. „Selbstverständlich freue ich mich dich zu sehen Chloè“, sprach er im liebevollen Ton und lächelte seine Herzdame an. „Ich habe nur heute nicht damit gerechnet“, sprach er ehrlich, während seine Partnerin etwas die Nase hob und den köstlichen Duft, der durch die Villa schwebte, vernahm. „“Du lässt es dir wohl gut gehen, kaum bin ich weg“, kam es fast etwas anklagend von ihr. “Nicht doch mein Schatz - April und ich machen uns nur einen schönen Vater-Tochter-Abend“. “Ahja, war ja klar“, kam es etwas genervt. Sie konnte ihre Abneigung einfach nicht verbergen. Oder wollte sie es vielleicht gar nicht? April ahnte von dem ungebetenen Überraschungsbesuch noch nichts. Gerade hatte sie das Weißbrot in die Teller verteilt, holte die Wärmeplatte hervor und goss die Suppe in eine vorgewärmte Terrine. Hmmm, wie köstlich alles aussah und roch. Inzwischen hatte auch sie schon selbst großen Hunger. „Ich dachte, wenn du einen schönen Abend mit deiner Freundin hast, kann ich etwas Zeit mit meiner Tochter verbringen, was durch den Krieg sehr zu kurz gekommen war“, rechtfertigte sich der Franzose und führte Chloe mit in das Esszimmer. Im ersten Moment verschlug es ihr doch etwas die Sprache, als sie die schön gedeckte Tafel und die übrigen Häppchen sah. „Da will man dir eine Freude machen und du vergnügst dich bereits anderweitig“, kommentierte sie etwas angefressen, als der Commander die Tüten abstellte und sich dann nach seiner am Boden liegenden Serviette bückte. Somit war Chloé klar, wo Aprils Platz war. Diesen Stuhl besetzte sie nun dann ohne zu fragen und schlug die Beine keck übereinander. Charles seufzte, als er wieder hoch kam. „Und bei welchem Take Away hat die Kleine die Sachen besorgt?“ stichelte sie etwas weiter, auch wenn sie zugeben musste, dass es im Hause Eagle eher köstlich roch, wie in einem exklusiven Restaurant. “Ich vergnüge mich nicht, ich verbringe Zeit mit April“, stellte er mit fester Stimme klar. Warum war sie denn so grundlos eifersüchtig auf sein Kind? Sie wusste, dass er eine Tochter hatte und sie damit klarkommen musste. Außerdem war sie kein kleines Kind mehr. Das war doch ein großer Unterschied, als wenn er sich ständig um sie hätte kümmern müssen. „Sie hat das nicht irgendwo gekauft, Chloe. Sie kocht selbst - und das sehr gut!“ klärte er seine Freundin auf und seufzte innerlich. Der gerade noch so schöne Abend würde wohl gleich eine unschöne Wendung nehmen. Was sollte er jetzt tun? “Egal!“ reagierte die Rothaarige und griff nach seiner Hand. „Ich hatte einfach so Sehnsucht nach dir Liebling. Ich hab es nicht länger ausgehalten“, säuselte sie ihm zu und streichelte über seine Haut. „Schau, ich war extra bei „François“ unserem Lieblingsrestaurant und hab uns hier das Beste was er zu bieten hat zusammenstellen lassen. Hier und frische Austern auf Eis hat er mir auch mitgegeben. Die sollten wir nicht verkommen lassen und schnell essen!“, erhob sie sich nochmals, begann auszupacken und platzierte ihr mitgebrachtes Essen einfach auf die vorbereiteten Teller. Dass Chloe einen sehr exklusiven Geschmack hatte, wurde Eagle bei der Auswahl der Speisen mal wieder sehr deutlich bewusst. Inzwischen war natürlich April nicht entgangen, dass jemand gekommen war. Und vor allem wer! Sie stand mit der Suppenterrine in der Hand an der Wand neben der Esszimmertür gelehnt und atmete tief durch. Wut stieg in ihr auf und sie verstärkte den Griff um die Henkel des Porzellans. Konnte diese Frau ihr nicht wenigstens diesen Abend gönnen?! Sie schloss die Augen, um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. Sie konnte gerade nicht deuten, ob es Tränen der Wut, der Enttäuschung oder der Verletztheit waren. Aber eins war sicher: Dieser Abend ist gelaufen. Traurig blickte sie zurück in die Küche, sah all die Arbeit und Mühe, die sie sich gerne gemacht hatte. Alles für die Katz. Da spürte sie ihren wuscheligen Freund neben sich, der sich an ihre Beine schmiegte. Jaqe spürte wie es April ging und war wie immer für sie da. Außerdem mochte er die unfreundliche Frau im Esszimmer auch nicht. Er hob den Kopf und sah von unten zu seinem Frauchechen auf. „Ach Jaqe…“ seufzte April ihm traurig zu. Charles war völlig perplex und überrumpelt. Er wusste gerade nicht, wie er reagieren sollte. Chloé war so schnell und verteilte selbstbewusst die Köstlichkeiten. „Warte Chloé. April hat sich sehr viel Mühe gemacht, wir können jetzt nicht einfach…“ “Ach Papperlapapp - sie soll ihr Zeug einfach in den Kühlschrank stellen. Das kannst du morgen ja auch noch essen. Hier, das hier ist alles nur vom Feinsten, dass muss jetzt gegessen werden und schmeckt morgen nicht mehr!“ Ganz selbstverständlich platzierte sie die ersten Austern, die sie aus dem gut verpackten Kühlschutz auspackte, auf seinen Teller, ehe sie sich wieder setzte. „Bringst du mir ein neues Glas?“, wies sie Charles an. Sie wollte Wein. April blickte auf die Suppenterrine. Was sollte sie nun tun? Die Suppe auf den Tisch stellen und ihr Recht fordern. Chloé dazu einladen? Wobei sie hatte sich ja bereits selbst eingeladen. Charles seufzte und erhob sich. Er ging zur Vitrine und holte ein Glas hervor. Dann überlegte er kurz und holte noch ein Gedeck. Am besten würde er jetzt zu April gehen, sie aufklären und sie bitten, dass sie zu dritt aßen. Aber wie sollte er ihr das mit dem Essen beibringen? Er saß wirklich zwischen den Stühlen und wusste gerade nicht, wie er den beiden Frauen gerecht werden sollte. „Ein Glas reicht vollkommen Liebling - ich hab ja einen Teller“, kommentierte sie, als sie sah, was er vorhatte. „Ja, aber wir sind zu dritt!“, wurde er nun doch etwas bestimmter in seinem Ton. Er wollte sich nicht herumkommandieren lassen und seine Tochter nicht ausschließen. „Lass gut sein Daddy“, hatte April allen Mut zusammengefasst und kam um die Ecke. Die Suppe hatte sie in der Küche gelassen. Sie wusste gerade nicht, wie sie es schaffte, die Beherrschung nicht zu verlieren, aber sie wollte jetzt keine Szene machen. Sie hatte sich entschieden. Keine Minute wollte sie länger als nötig in ihrem Dunstkreis verweilen. „Hallo Chloé - welch Überraschung…“ begrüßte sie die Freundin ihres Vaters im freundlichen und doch vielsagendem Ton. Sie würde sich nicht auf ihr Niveau herunterlassen. April hatte eine sehr gute Kinderstube genossen und daher würde sie sich jetzt auch nicht gehen lassen. Außerdem würde sie Chloé somit zeigen, dass sie sie getroffen hatte und diesen Triumph gönnte sie dieser Frau auf keinen Fall. April wandte sich zurück zu ihrem Vater. „Daddy, es ist okay. Chloé hat recht. Ich packe mein Essen in den Kühlschrank. Macht euch noch einen schönen Abend.“ Sie brachte die Worte gerade noch irgendwie hervor. Ein dicker Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet und sie hatte Angst, dass ihr gleich die Stimme versagte. „April, du musst jetzt nicht gehen…“ stellte der Commander klar, der natürlich ihre Enttäuschung bemerkte. „Setz dich doch mit zu uns“, bot er ihr an. „Nein Daddy, es ist schon okay … wirklich“, versicherte sie ihm mit einem geschauspielerten Lächeln. Mit traurigem Blick sah Charles seine Tochter an. So hatte er sich den Abend nicht vorgestellt und es tat ihm furchtbar leid. Er zog April in eine feste Umarmung und gab ihr einen väterlichen Kuss auf die Stirn. Im Schatten der familiären Zerrissenheit stand die rothaarige, frisch vom Frisör gelockte Chloe, mit einem süffisanten Lächeln im Gesicht. Während Charles und April in ihrer Umarmung gefangen waren, zog sie ihr Kommunikationsgerät hervor und begann eine Nachricht zu verfassen. „Plan läuft - Phase 2 tritt in Kraft!“ Ihre Augen funkelten vor selbstgefälliger Freude. Die Hinterlist ihrer Handlung ließ ihr Herz vor Aufregung schlagen. Dass alles so reibungslos verlief, erfüllte sie mit einer kalten, inneren Zufriedenheit, während sie das Gerät wieder wegsteckte. April rang mit ihren Gefühlen, als sie sich langsam aus der Umarmung ihres Vaters löste. „Ich nehm Jaqe nachher mit“, sagte sie leise, ihre Stimme brüchig vor zurückgehaltenen Tränen. Sie küsste ihren Vater flüchtig auf die Wange und wandte sich ab, um den Raum zu verlassen. Jeder Schritt war schwer, als würde das Gewicht ihrer Enttäuschung sie zu Boden drücken. Charles sah ihr nach, seine Augen voller Schmerz und Reue. Der Abend, der so vielversprechend begonnen hatte, lag nun wie ein schwerer Schatten über ihnen. Er fühlte sich elend und der Gedanke an Essen war ihm gänzlich vergangen. Das Gefühl der Ohnmacht war erdrückend und er wusste nicht, wie er den kleinen Riss gerade wieder gutmachen könnte. Chloe beobachtet die kleine Szene mit wohlgefälligen Gesichtsausdruck. Sie hatten nichts bemerkt. In ihrer Euphorie durfte sie allerdings nicht unvorsichtig werden. Wer allerdings sehr wohl etwas mitbekommen hatte, war der Hund. Er wusste zwar nicht, was vor sich ging und was das alles zu bedeuten hatte, aber er witterte, dass hier etwas im Busch war. Er fixierte Chloé in ihrem Tun und bellte sie einmal direkt an. Erschrocken zuckte sie zusammen und ihr Blick verfinsterte sich in Richtung der Thöle. Auch Charles wandte daraufhin seinen Blick wieder zurück zum Tisch. „Alles gut Jaqe. Ich kümmere mich um Chloé und du um April, einverstanden?“ sprach er auf den Rüden ein und tätschelte ihm den großen Kopf. Er verstand was sein Herr von ihm wollte und machte sich auf in Richtung Küche, jedoch nicht ohne weiter Chloé so lange anzusehen, bis er um die Ecke bog. Schon als April zur Kücheninsel ging, liefen die ersten stummen Tränen über ihre Wangen, während Chloé Charlessofort bezirzte und ihm die erste Auster reichte. Sie hatte gewonnen und das kostete sie jetzt auch genüsslich aus. Charles würde sie gleich auf andere Gedanken bringen und ihn wieder aufheitern. Es wäre doch gelacht, wenn er die Göre nicht gleich vergessen würde. Jaqe lief stumm mit April in der Küche auf und ab. So schnell sie konnte, verpackte sie die Gerichte in Vorratsbehälter und brachte alles in den Kühlschrank und den Rest in die Kühlung in der Speisekammer. Danach räumte sie, was noch nicht in der Spülmaschine war, hinein und schaltete sie an. Wenn übermorgen Madame Colette Cardot - die langjährige und hochgeschätzte Haushälterin der Familie Eagle - aus dem Urlaub kommt, sollte sie kein Schlachtfeld vorfinden. Sie würde auch große Augen machen, was sich in ihrer Abwesenheit so alles hier verändert hat. Da war sich April sicher. Noch schnell ein Abwischen der Arbeitsflächen, dann musste sie hier raus, bevor sie platzte. Mit einem kurzen „Bonne nuit“, verabschiedete sich April und eilte dann mit Jaqe an ihrer Seite hinaus zu ihrem Wagen. Das zweite Mal diese Woche, dass sie aus ihrem Elternhaus floh. Auf der anderen Seite in Yuma City, hatte sich Robin ins Badezimmer zurückgezogen, nachdem Colt noch einmal tief auf dem Sofa eingeschlafen war und da ja noch Ferien waren, durfte Joshua heute bei seinem Schulfreund Jack übernachten. Daher war sie ungestört und gönnte sich diese kleine Auszeit jetzt einfach mal. Das Badezimmer war von einem sanften, warmen Dampf erfüllt und in der die Luft lag, ein Hauch von Lavendel und Jasmin. Die weichen Klänge der Entspannungsmusik drangen durch die geschlossene Tür, als Robin sich in die große Badewanne sinken ließ. Der duftende Schaum prickelte sanft auf ihrer Haut, während sie genüsslich ihre Augen schloss. Die Tür öffnete sich leise und Colt blickte suchend hinein. Sein Blick fiel sofort auf Robin und ein warmes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Da bist du ja, ich hab dich gesucht", sagte er mit einem spielerischen Funkeln in den Augen. Robin öffnete langsam ihre Augen und lächelte ihn entspannt entgegen. „Wo soll ich denn sein, dich kann man doch nicht alleine lassen", sagte sie neckend und streckte ein Bein nach oben, an dem sanft der weiche Schaum hinunter glitt. Colt beobachtete die Szene und blickte zu Robin, die ihn ein wenig frech grinste. “Ich will auch Baden!" kam es vom Lockenkopf, gespielt, bittend und etwas eifersüchtig, auf den Schaum. Die blonde Lehrerin musste bei dieser Tonlage etwas auflachen, “Ich dachte, du würdest nie fragen, Cowboy!” Das ließ sich der Cowboy nicht zweimal sagen und trat schnell einen großen Schritt ins Badezimmer und zog sich sein Hemd aus! Das Hemd landete achtlos auf dem Fliesenboden. Mit jedem Kleidungsstück, das folgte, schien die Spannung zwischen den beiden zu wachsen. Robin gefiel, was sie sah. Schließlich stieg er in die Wanne und setzte sich hinter Robin, seine Beine locker um ihre geschlungen. „Du fühlst dich gut an,“ murmelte Colt, als er seine Hände sanft über ihre Schultern gleiten ließ. Robin seufzte zufrieden und lehnte sich zurück gegen seine Brust, während er begann, ihren Nacken zärtlich zu massieren. „Es ist so entspannend", sagte Robin leise. Colt küsste sanft ihren Hals und ein wohliger Schauer durchlief Robins Körper. „Genau das habe ich mir auch gedacht,“ flüsterte er gegen ihre Haut. Seine Hände glitten weiter, erkundeten zärtlich ihren Körper, während er sie mit sanften Küssen verwöhnte. Robin drehte sich leicht, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Ihre Augen trafen sich und für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. „Ich liebe dich,“ sagte sie leise, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Und ich dich erst,“ antwortete Colt ebenso leise, bevor er ihre Lippen in einem zärtlichen Kuss einfing. Der Kuss war weich und verspielt, und doch lag eine tiefe Leidenschaft darin, die beide nicht leugnen konnten. Der Kuss wurde schnell inniger und leidenschaftlicher. Dazu heizte die prickelnde Atmosphäre das Paar noch mehr an. Das Badewasser allein war jedoch nicht der Grund, warum sich beide Körper aufheizten. Es dauerte es nicht lange, bis Colts große Hände von Robins Schultern abließen und sich sanft über ihr Schlüsselbein nach vorne bewegten. Aber auch dort liebkoste er seine Verlobte nur für einige Momente, während sie den inzwischen leidenschaftlichen Zungenkuss nicht unterbrachen. Seine Finger wanderten weiter zärtlich über Robins Oberkörper, bis er schließlich an ihren, wie Colt fand - wunderschönen Brüsten ankam - und sie umfasste. Ein kleines Keuchen entkam Robins Kehle, als sie seinen festen Griff spürte. Sofort begann der Cowboy sie zu stimulieren. Die junge Frau spürte, wie sich ihre Brustwarzen im Nu unter seinen Berührungen aufgerichteten und sie in ihrer Erregung vorantrieben. Colt liebte dieses Gefühl auf seiner Haut. Etwas rieb er seine Handinnenflächen sanft über die kleinen Knospen, damit sie sich noch komplett aufstellten. Als ihm dies geglückt war, wurde er direkter und nahm die harten Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger und zwirbelte sie gekonnt weiter. Wohlige Laute vernahm er nun von Robin, welche ihn in seinem Tun bestätigten. Immer wieder raunte sie sinnlich in den Kuss hinein und wand sich etwas im warmen Wasser. Aber nicht nur Robin war erregt. Auch Colt spürte deutlich seine Männlichkeit, die sich auch immer weiter aufstellte. Robin spürte sie ebenfalls deutlich an ihrem Rücken, was ihre Lust selbst noch mehr befeuerte. Sanft zog sie mit ihren Fingernägeln an seinen Beinen auf und ab, während ihre Küsse immer fordernder und leidenschaftlicher wurden. Wohlige Schauer durchfluteten Colt. Er ließ von ihrer linken Brust ab und schob seine Hand unter die Wasseroberfläche, an ihrem Bauch entlang, bis er schließlich am Ort seiner Begierde ankam. Leicht öffnete die blonde Lehrerin ihre Schenkel und machte es ihm so etwas einfacher. Sie lechzte innerlich bereits nach seiner Berührung. Scharf zog sie die Luft ein, als Colts geschickte Finger sich in ihren Schoß schoben und sich über den Venushügel nach unten schlichen. Sanft berührte Colt schließlich Robins zarte Vulva und spürte, wie ein kleiner Ruck durch ihren Körper ging. “Du machst mich so …", raunte Robin gegen seine Lippen, was Colt ein euphorisches Grinsen auf das Gesicht zauberte. „Was mach ich dich….“ fragte er ihr mit rauer Stimme nach, auch wenn er genau wusste, was sie sagen wollte. Sagen wollte, aber es noch nicht aussprach. In diesem Moment schob der Texaner ganz bewusst Zeige- und Mittelfinger ein Stück tiefer und teilte so die samtenen Schamlippen. Leicht stöhnte Robin auf, wenn auch noch etwas gehemmt. Colt suchte den Weg dazwischen und spürte schon dort, trotz des Badewassers, welches sie umgab, Robins Feuchtigkeit und Hitze aufsteigen. „Was mach ich dich Robin…?“ stellte er erneut fordernd die Frage und zog eine feuchte Spur von ihrem Mund zum Ohr und dann zum Hals, wo er zu knabbern begann. Mit diesem „Doppelangriff“ würde sie schon dazu bringen, sich fallen zu lassen. Das war sein Ziel. “Du… du machst mich..:“ keuchte sie, als Colt seine Finger bewegte. „Ja…?“ Gekonnt ging er ein kleines Stück nach oben, um den Spott zu ertasten, den er suchte. „Sag es…..“ forderte er drängend weiter von seiner Verlobten. „Ich will es hören…“ wies er sie an, als er am Ort seiner Suche ankam und ihren Kitzler direkt berührte. Durch Robin schoss ein Gefühl wie ein heißer Blitz und sie stöhnte ein gut hörbares „geeeeil…", während sie an seinen Beinen etwas Halt suchte und zugriff. Colt hatte gewonnen und diesen süßen Triumph konnte man nur allzu deutlich in seinem Gesicht lesen. Er liebte es, wenn er aus Robin Dinge herauskitzeln konnte, die sie im Alltag niemals sagen oder preisgeben würde. „Sehr gut….“ raunte er ihr zurück, während er begann, ihren Lustknopf mit sanften kreisenden Bewegungen zu bearbeiten. „Und das ist nur der Anfang Baby …“ flüsterte er ihr lasziv ins Ohr, was Robin eine Gänsehaut bescherte, die ihren ganzen Körper erfasste. Gleichzeitig stieg es ihr von ihrem Schoß immer heißer auf. Ihr Partner wusste genau, wo und wie er sie berühren musste, um sie um den Verstand zu bringen. Durch Colts geschickte Bewegungen schwoll ihre kleine Perle ebenfalls schnell an, welche ihre Erregung mit jeder Sekunde steigerte. Er registrierte jeden Laut, jede Regung und Veränderung seiner Verlobten genau. Robin vergaß indes alles um sich herum und spürte nur noch ihn. Gleichzeitig spannte des Cowboys harter Schaft immer mehr. Es war schon fast unerträglich. Er wollte sie. Er brauchte sie. Getrieben von seiner eigenen Lust, die er bald nicht mehr aushielt, ließ er vom Kitzler ab und wanderte die feuchte Spalte hinab und ertastete ihren Scheideneingang. Die junge Frau hielt kurz reflexartig die Luft an, als Colt vorsichtig einen Finger in sie schob. Heiß empfand er ihre Feuchtigkeit und Enge, die ihn empfing. Robin stöhnte auf und schob ihm ihr Becken leicht entgegen. Auch sie wollte ihn. Dass zeitgleich durch die Bewegung des Paares die Duschgelflasche, die am Wannenrand gestanden hatte, polternd zu Boden plumpste, realisierte niemand. Sie waren ganz bei sich. Beflügelt von dieser Reaktion folgte sofort der zweite Finger, die er erst zärtlich und dann fordernder in ihr vor und zurück bewegte. Das Badewasser wurde ebenfalls in Wallung gebracht und umspielte die beiden Liebenden. Durch Robins Beckenbewegungen stimulierte sie unbewusst auch Colts harten Penis an ihrem Rücken, was er mit einem genussvollen Aufstöhnen quittierte. “Ich will dich…“ kam es heiser und fordernd über Colts Lippen. „Jetzt!“ Noch ehe Robin reagieren hätte können, ließ Colt von seinem Tun ab, griff dann aber beherzt nach ihren Hüften und zog sie zu sich auf den Schoß. Diese stürmische Art ihres Verlobten erregte die junge Lehrerin noch mehr. Auch sie wollte ihn nur noch in sich spüren und so griff sie zwischen ihre Schenkel und suchte Colts strammen Penis. „Süße…!“ stöhnte er auf, als ihre zarten Finger seine harte Männlichkeit berührten. Zusammen brachten sie sich in Position und als Robin Colts pralle Eichel spüren konnte, ließ sie ihr Becken vorsichtig nach unten. Colt schloss genießerisch die Augen und ließ sie seine Lust beim Eindringen hören. Wie von allein schob sich der ganze Schaft in Robins enge Vagina und trieb ihr dabei sämtliche Luft mit einem lauten Stöhnen aus den Lungen. „Coooolt…!“ Einen kleinen Moment verharrte das Paar in dieser innigen Position, bevor sie sich erst leicht und dann mit immer größer werdenden Bewegungen der gegenseitigen Lust hingaben. Colt griff wieder mit einer Hand nach Robins Brust. Er stimulierte, reizte und zupfte immer wieder an ihren aufgestellten Nippeln, während er auch abwechselnd den vollen Busen sanft knetete und sie eng an sich drückte. Seine andere Hand war wieder abgetaucht und hatte schnell ihren Lustknopf in Besitz genommen. Abwechseln stupste er ihn neckisch an oder kreiste in seinen Bewegungen, je nachdem, wie er Robins Reaktionen darauf deuten konnte. Zwar war sein Blut gerade in südlicheren Gefilden unterwegs, aber auf seine Partnerin achtete er immer. Die Bewegungen wurden intensiver. Robin schob ihr Becken auf und ab und das Badewasser begann langsam über den Rand zu schwappen. Keiner der Beiden schenkte dem Problem gerade Beachtung. Sie waren nur im Hier und Jetzt und hatten alles um sich herum vergessen. Je fester und heftiger die Beiden miteinander schliefen, desto lauter wurde ihr Stöhnen. Wie befreiend es doch war, dass sie heute ungestört waren. Colt griff nach Robins Hüfte und unterstützte sie in ihren Auf-und Abbewegungen. „Ohjaa … genau so…“ keuchte er. Robin fühlte sich so gut an. Er liebte es, in ihr zu sein. Auch Robin erging es nicht anders. Colt war ein fantastischer Liebhaber. Eine perfekte Mischung von Zärtlichkeit und Wildheit, wie sie jedes Mal wieder erfreut feststellen durfte. Gab es etwas schöneres als der Person, die man liebte so verdammt nah zu sein? Die Geilheit peitschte die Liebenden regelrecht voran. Beide erhitzten Körper lechzten nach Erlösung und die ersten Schweißperlen zierten ihre Haut. Colt hielt Robin in Position und stieß immer fester und ungehaltener in sie. „Ohhh Gott Robin!“ Immer wieder stöhnte auch sie atemlos seinen Namen. Es war Melodie in seinen Ohren. Auch das Badewasser schwang im Rhythmus des Paares mit und ergoss sich daher immer wieder schwallweise auf dem Fliesenboden. Er spürte, dass er nicht mehr lange brauchen würde, aber zögerte seinen Höhepunkt weitestmöglich hinaus. Er wollte, dass auch seine Freundin auf ihre Kosten kam und so trieb er auch sie weiter an. Auch wenn sie mit dem Rücken zu ihm saß und er somit nicht in ihrem Gesicht lesen konnte, wie es ihr ging, spürte er jedoch deutlich ihr Zittern und Beben. Er hörte an ihren erregten Lauten, dass auch ihr Höhepunkt nicht mehr fern war. Er hielt die Bewegungen an ihrem Kitzler genauso bei und lehnte seinen Kopf gegen den ihren. Immer wieder stöhnte er seine Lust hinaus an ihr Ohr. Robin erfasste eine Gänsehaut nach der nächsten, gefolgt von heißen Blitzen aus ihrem Innersten. Immer wieder suchte sie Halt an seinen Beinen und stürzte sich daran ab, um ihr Becken abwechselnd kreisen oder auf und ab zu bewegen. Sie fühlte, dass Colt zu pumpen begann. Sie erhöhte daraufhin nochmals ihr Tempo und ritt den Cowboy so regelrecht seinem Orgasmus entgegen. „Arrrg .… Baby..“ kam es tief aus Colts Kehle. Er konnte sich nicht mehr zurückhalten und wollte es auch nicht. Sein Griff um ihre Brust verstärkte sich und er stieß ihr selbst mehrere Male entgegen, bis er sich mit viel Druck in ihr ergoss. Robin spürte, wie Colts heißes Sperma in sie schoss und spürte das Zucken seines Schaftes in ihr. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, dem Mann, den sie liebte, so nah zu sein. Er rang keuchend nach Atem. Seine heiße Stirn lag einen Moment auf ihrer Schulter, als er versuchte, sich etwas zu beruhigen. Allerdings war sein „Job“ noch nicht getan, denn auch Robin wollte er noch zum „Punkt of no return“ bringen. So machte er genau da weiter, wo er vor wenigen Augenblicken aufgehört hatte ohne sich aus ihr zurückzuziehen. Schnell brachte er seine Liebste wieder auf Touren, was er an ihrem Stöhnen und ihren Bewegungen gut deuten konnte. Wieder küsste und saugte er zärtlich aber fordernd an ihrer Halsbeuge, während sich seine Hand geschickt um den Kitzler bemühte. Dick, prall und geschwollen lag die kleine Perle zwischen seinen Fingern. Immer heißere Wallungen strömten von diesem Spott aus durch Robins ganzen Körper. Sie bebte, ihre Beine zitterten bereits vor Anspannung, aber Colt hörte nicht auf. Er trieb sie weiter und weiter dem Höhepunkt entgegen. Er spürte, wie Robins Innerstes zu zucken begann. Das Zeichen, auf das er gewartet hatte: „Komm Robin… komm…“, trieb er sie gleichzeitig verbal an. Seine Finger ließ er bei der immer gleichen Bewegung, bis sich schließlich Robins Vagina fest um ihn zusammenzog und rhythmisch kontrahierte. Mit einem lauten Stöhnen rollte der Orgasmus über die junge Frau hinweg und bereitete ihr das schönste Glücksgefühl, ehe sie etwas in sich zusammensackte. „Das war guut“, stöhnte Colt Rau seiner Verlobten ins Ohr und legte seine starken Arme sachte um sie. Sanft zog er sie zu sich, als er sich wieder zurücklehnte und in die Wanne gleiten ließ. Zärtlich kraulte er über ihre weiche Haut. „Ja… das war es…", bestätigte sie noch immer etwas aus der Puste und schloss die Augen. Sie wollte diesen Moment auskosten und genoss jede Sekunde. Colt tat es ihr gleich. „Ich liebe Dich Robin“, flüsterte Colt Robin zu. „Ich liebe dich auch“, erwiderte die blonde Lehrerin selig, ehe sie sich liebevoll küssten. Eine wohlige Entspannung machte sich in den Beiden breit. Sie blieben noch lange so in der Wanne und genossen die Nähe und die Wärme des anderen. Das Wasser kühlte allmählich ab, aber die Wärme zwischen ihnen blieb bestehen. In diesem intimen, romantischen Moment fühlten sie sich einander näher als je zuvor. Als sie aus der Wanne geklettert waren, wickelte Colt seine Verlobte in ein großes flauschiges Handtuch, ehe auch er sich eins um die Hüften band. Bevor sie das Bad verließen, warf er noch einige Handtücher auf den überschwemmten Boden. Darum würde er sich später kümmern, versprach er Robin noch. So verschwand das verliebte Paar im gemeinsamen Schlafzimmer und kuschelte noch etwas, bis beide erschöpft, aber glücklich einschliefen, während der Vollmond, der über Yuma City stand, die Stadt in ein silbernes Licht tauchte. Kapitel 5: La baguette au lit ----------------------------- 05 La baguette au lit Minute für Minute vertrieb die aufgehende Sonne die Nacht über Yuma-City und dessen Vororte. Der Nebel lichtete sich, der wie ein zarter Schleier über der Natur gelegen hatte. Langsam und sachte weckte der immer heller werdende Himmelskörper zuerst die schlafende Flora und Fauna, ehe dann die ersten Bewohner erwachten und der neue Tag begann. Auch das Thermometer ließ es ein, zwei Grad ansteigen. Die Vögelchen waren bereits fleißig und eifrig am Zwitschern und nutzten stehendes Gewässer am Ufer des Flusses oder des nahegelegenen Sees für ein erfrischendes Morgenbad. In den Gärten kam da auch das ein oder andere Vogelbad oder gefüllte Gefäß zum Einsatz, ehe sie zur Futtersuche aufbrachen, emsig umher hüpften und versuchten jedes Körnchen oder Samen zu erhaschen, welches ihnen vor die Schnäbel kam. Die meisten Einwohner drehten sich gerade nochmals um, um noch ein paar Stunden voll Schlaf zu bekommen, während Charles aus seinem erwachte. Er blinzelte etwas in das Halbdunkel. Die Sonne spitze bereits deutlich an den Seiten der großen Vorhänge vorbei und verriet, dass der Tag bereits im vollen Gange war. Der Franzose wandte seinen Kopf und erkannte die rotbraunen Locken, die sich über das Kopfkissen neben ihm erstreckten. So feurig wie ihr Haar war, so feurig war auch diese Frau. Sie entfachte ein Feuer in ihm, welches er schon ewig nicht mehr gespürt und doch auch lange vermisst hatte. Um ehrlich zu sein, hatte er es gar nicht mehr für möglich gehalten. Ein vielsagendes Lächeln huschte über sein Gesicht und ein wohliges Gefühl machte sich in ihm breit. Er fühlte sich gut und entspannt, wie lange nicht mehr. Chloé lag neben ihm auf dem Bauch, ihr Gesicht war ihm zugewandt. Die seidige Bettdecke schmiegte sich sanft über ihre Hüfte, gerade genug, um ihren geschmeidigen Rücken und die sanfte Rundung ihrer Hüften zu enthüllen. Ihr linkes Bein ruhte unbekümmert, leicht angewinkelt, und schien in völliger Harmonie mit der friedlichen Atmosphäre. Charles ließ seinen Blick zärtlich über ihren schönen Körper gleiten, bis er an ihrem hübschen, entspannten Gesicht verweilte. Wie glücklich er sich doch schätzte, eine so strahlende Frau an seiner Seite zu haben, dachte er, während er ihrem sanften Atem lauschte. Die vergangene Nacht war länger und leidenschaftlicher verlaufen als erwartet, der spontane Besuch voller überraschender, intimer Augenblicke. Ein besonderes Vergnügen war ihm zuteil geworden, dass sie beide schließlich Arm in Arm in seligem Schlummer gefunden hatte. Behutsam vermied er jede Bewegung, um sie nicht zu stören, ihr die Möglichkeit zu schenken, in diesem zarten Traumzustand zu verweilen. Charles warf einen Blick auf den Funkwecker. 5:21 Uhr. Noch sehr früh. Mit einem tiefen Atemzug legte er einen Arm unter seinen Kopf und starrte sinnend an die Decke. Was sich doch alles so in den letzten Wochen verändert hat. So unerwartet und plötzlich, ja fast wie ein Sturm, war Chloé in sein Leben getreten und hatte es komplett auf den Kopf gestellt. Ohne Vorwarnung war sie in seine Welt getreten und hatte alles neu geordnet, ihm das Herz geöffnet und den Alltag in ein Abenteuer verwandelt. Der Gedanke ließ ihn schmunzeln. Oft fragte er sich, ob das alles real war oder nur ein flüchtiger Traum. Doch dann genügte ein Blick auf sie oder eine sanfte Berührung, um zu spüren, dass es mehr war – greifbar, lebendig und voller Wärme. Es war wie ein Funke, der seine Jugend in ihm entfachte und ihn an eine Zeit erinnerte, in der er das Leben mit unbändiger Freude genossen hatte. Als die Flausen im Kopf nicht nur immer im Kopf geblieben waren. Er schmunzelte leicht. Sie war wie ein kleiner Jungbrunnen für ihn, obwohl sie nur wenige Jahre auseinander waren. Auch wenn es nicht leicht war, allem immer gerecht zu werden, fühlte er sich doch beschwingt und leichter als zuvor. So fühlte er sich auch beflügelt im Alltag. Und das sah man ihm auch an. „Was für ein Glück, wie das Leben doch solche Überraschungen bereithält,“ dachte er. Obwohl alles so schnell ging und sich im Eiltempo zu dieser Beziehung entwickelt hatte, genoss Charles jeden Augenblick. Die Zukunft? Sie erschien ihm wie ein Versprechen, das mit jedem Tag, den sie miteinander verbrachten, etwas klarer und doch immer wieder neu erschien. Er schloss die Augen, ließ sich von einem süßen Tagtraum davontragen und fühlte sich bereit, alles zu erkunden, was das Leben mit ihr bereithalten würde. Diese Liebe, die ihn oft beschwingt und leichter durch den Tag trug, hatte ihm ein ungeahntes Gefühl der Freiheit und Lebendigkeit zurückgegeben. Doch während Charles in der stillen Morgenstunde in sein Liebesglück eintauchte, schlich sich ein vertrauter, schwerer Gedanke zurück in seinen Geist – das ungute Gefühl, das ihn nicht losließ. Die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben, Chloé und April, schienen wie Wasser und Feuer, und die unterschwellige Spannung zwischen ihnen war bei jedem Aufeinandertreffen spürbar. Er konnte Aprils Unbehagen nachvollziehen, plötzlich eine neue Frau vorgesetzt zu bekommen, vor allem weil es für sie ja aus dem Nichts und ohne Vorwarnung kam. Sie war so lange auf Mission gewesen und hatte somit die Anfänge gar nicht mitbekommen können. Zwar war Chloé nicht die erste Frau, die nach Aprils Mutter seinen Weg gekreuzt hatte, doch all die anderen Bekanntschaften waren so flüchtig gewesen, dass April - vor allem, aber auch durch Charles Vorsicht - kaum Notiz davon genommen hatte. Jetzt aber war alles anders. Aber er war auch nicht dumm. Er spürte auch, dass Chloé ein Problem mit seiner Tochter hatte, welches er nach wie vor nicht wirklich deuten konnte. Sie hatte ihr doch nichts getan, hatte das Feld sogar geräumt und bisher auch kein böses Wort über sie verloren. Er verstand es noch nicht und hoffte nur inständig, dass sich die Beiden irgendwie aneinander gewöhnen würden und sich der Argwohn legen würde. So angestrengt er auch nachdachte, er hatte nur keine Idee, wie - doch er wünschte sich von Herzen, dass beide Frauen eines Tages einen Weg zueinander finden würden. In seinen Gedanken mischte sich Sehnsucht mit Sorge. Der gestrige Abend kehrte mit sanftem Nachhall zurück in seine Gedanken, und das Bild von Aprils enttäuschtem Gesicht durchzog ihn mit einem unangenehmen Stich. Sie hatte sich auf diesen Abend gefreut, voller Vorfreude gekocht und alles für ein gemeinsames Essen vorbereitet. Doch kaum hatten sie sich zum ersten Gang hingesetzt, war Chloé unerwartet hereingeplatzt. Hatte er darauf denn richtig reagiert? Der Gedanke, sie so enttäuscht zu haben, schmerzte ihn tief: „Ich muss das wieder in Ordnung bringen,“ sagte er sich leise, fast wie ein Versprechen, während er fest beschloss, April später zu kontaktieren. Aber wie sollte er den beiden Frauen gerecht werden, ohne die eine zu verletzen? Chloé bedeutete ihm so viel, hatte sein Leben auf den Kopf gestellt und mit neuer Leidenschaft und Schwung erfüllt. Doch April war seine Tochter, seine Vertraute, ein Teil von ihm – sie verdiente seine volle Aufmerksamkeit und Rücksicht. Dennoch quälte ihn die Frage, wie viel Zeit es wohl bräuchte, bis die beiden einander auf Augenhöhe begegnen konnten. Bis dahin würde er sich bemühen, geduldig zu sein – mit ihnen und auch mit sich selbst. Vielleicht war es wirklich an der Zeit, auch mit Chloé ein offenes Gespräch zu führen. Das Gespräch mit April in seinem Büro war so hilfreich und klärend gewesen; es hatte Brücken gebaut, und Charles hatte sich verstanden gefühlt. Vielleicht konnte er bei Chloé auch Verständnis auslösen und ihr erklären, dass er auch Zeit mit seinem Kind verbringen möchte, gerade weil das in den letzten Jahren aufgrund des Krieges sehr zu kurz gekommen war. Und dass er es begrüßen würde, dass, so wie April es verstanden hatte, sich künftig anzumelden, er sich von Chloé wünschen würde, dass seine Liebste ihm diese Vater-Tochter-Zeit auch zugestehen würde. Außerdem würde er vorschlagen, dass sie auch mal etwas zu dritt unternehmen könnten, um sich besser kennenzulernen und die Antipathie zwischen den Damen zu legen. Ja, das war doch mal ein guter Plan, fand er und beugte sich vorsichtig mit einem Lächeln zu seiner Freundin. Eigentlich hätte er sie gerade gerne geküsst, aber da er sie nicht wecken wollte und gerade eine kleine Geste plante, entschied er sich dagegen und zog stattdessen behutsam die Decke etwas über ihre entblößte Kehrseite, ehe er sachte aus dem Bett stieg. Ein kurzes, überraschtes „Uff“ entwich ihm, als der Muskelkater sich in seiner ganzen Pracht meldete – an Stellen, an denen er kaum mehr wusste, dass er Muskeln hatte. Er grinste schief, während er sich streckte und an die intensiven Stunden der letzten Nacht dachte. Mit einem amüsierten Kopfschütteln und einem verschmitzten Lächeln schlich sich Charles aus dem Bett, darauf bedacht, Chloé nicht zu wecken. Er griff nach seinem Morgenmantel, warf ihn sich locker über und glitt leise aus dem Schlafzimmer. Nach einem kurzen Abstecher ins Bad trat er auf Zehenspitzen die Treppe hinunter in die Küche, entschlossen, ein kleines Überraschungsfrühstück für seine Liebste zu zaubern. Zum Glück war auch die Haushälterin noch nicht im Dienst – so hatte er die Küche ganz für sich und konnte mit Ruhe und Hingabe jedes Detail selbst vorbereiten. Die Küche füllte sich bald mit sanften, heimeligen Geräuschen und dem leichten Duft von frischem Kaffee, während Charles sich in die liebevolle Arbeit vertiefte. Es war Wochenende, und heute standen weder Büro noch Sitzungen auf dem Plan. Zwei entspannte Tage lagen vor ihm – und nichts schien dem im Wege zu stehen. Währenddessen schnappte er sich ein Tablett und trat hinaus auf die Terrasse. Neben der Tür rankten Rosen an einem Spalier empor, und er schnitt behutsam eine besonders schöne, dunkelrote Blüte ab – Chloé würde sie sicher gefallen. Mit seiner Errungenschaft schlenderte er zurück in die Küche und platzierte sie mit etwas Wasser in eine kleine Vase und lächelte zufrieden. Er öffnete den Kühlschrank, um die Eier zu holen, doch sein Blick blieb an den Vorratsbehältern und der Suppenterrine hängen. Die Eier konnten warten. Neugierig öffnete er den Behälter mit Bouillabaisse und erkannte sofort, dass April dafür einiges vorbereitet hatte. Frische Fische in Folie lagen daneben. Ein weiterer Deckel wurde gelüftet: „Boeuf Bourguignon“, murmelte er überrascht. Nun spürte er ein schlechtes Gewissen aufkommen. Er sah das aufwendige Menü, das April für ihn gezaubert hatte – stundenlange Arbeit, die sie sich gemacht haben musste. Selbst kalt duftete alles köstlich. Auch das Blanc Manger mit Fruchtkompott strahlte ihm entgegen. Das war ein Festmahl – und er hatte sie durch Chloés Eifersucht fast aus der Küche werfen lassen, ohne einzuschreiten. Er schloss den Kühlschrank mit einem schweren Seufzen. Sie war bestimmt verletzt und nicht nur enttäuscht. Mit einem einfachen „es tut mir leid“, war es nicht getan. Das war dem Vater bewusst. Wie konnte er das nur wieder gutmachen? Charles schalt sich selbst. Aber irgendwie konnte er Chloé keinen Wunsch abschlagen oder ihr vor den Kopf stoßen, wenn sie sich etwas in derselbigen gesetzt hatte, selbst wenn er dann April versetzte. Es war wie verhext. Warum war das mit Frauen so? Früher war es sein „kleines Mädchen“ gewesen, das ihn mit einem einzigen Blick um den Finger gewickelt hatte. Jetzt tat Chloé das Gleiche, nur durch ihre bloße Anwesenheit und ihre unbeschwerte Art. Es war wirklich zum Verrücktwerden, dachte er mit einem leisen Seufzen, als er nach den Orangen griff und sie mit einer Spur mehr Nachdruck auspresste, als eigentlich nötig. Vielleicht entlud er ein wenig seinen Frust an dem Obst – jedenfalls stellte er sicher, dass kein Tropfen ungenutzt blieb. Während in der französischen Landvilla am Stadtrand das Frühstück vorbereitet wurde, regte sich in den Wohnkomplexen des Oberkommandos auch langsam das Leben. Die ersten Mitarbeiter verließen die Anlage zur Frühschicht, die auch am Wochenende Dienst hatten, während der Rest sich nochmals im Bett umdrehte. Schlaftrunken lag Jaqe auf dem Boden des großen Balkons des Appartements, in dem sein Frauchen wohnte. Er hob durch das Gehüpfe der kleinen frechen Spatzen, die sich auch an diesem Morgen die ersten Körner suchten oder seinen Wassernapf als Vogelbad zweckentfremdeten und sich darin erfrischten, erstmal nur die Augenlider. Zunächst beobachtete er die fröhliche kleine Schar der Wildvögel, die munter um ihn herumtanzten. Er hob schließlich seinen Kopf, um die ersten Sonnenstrahlen zu genießen, die sanft seine Nase kitzelten und ihm ein warmes Gefühl der Zufriedenheit gaben. Doch als die kleinen Vögel mutiger und frecher wurden und ihm schließlich zu nahe kamen, durchbrach ein lautes, tiefes Bellen die friedliche Szenerie. Mit einem Wusch hoben die Vögel erschrocken ab und verteilten sich in alle Richtungen. Etwas schwerfällig erhob sich der alte Rüde, reckte und streckte seine müden Glieder, als wäre jeder Bewegung eine kleine Herausforderung. Schließlich tappte er mit gemächlichen Schritten zum vermeintlichen Vogelbad. Zufrieden leckte er den Wasserspiegel an, um seinen Durst zu stillen. „So, endlich ist das wieder mein Napf!“ schien er förmlich zu denken, während er mit Genugtuung das kühle Nass aufleckte. Nachdem Jaqe ausgiebig gegähnt hatte, machte er sich auf den Weg ins Schlafzimmer. Schon gestern, als sie heimgekommen waren und sie sich schnell in ihr Bett zurückgezogen hatte, war er ihr nicht von der Seite gewichen und hatte ihr Trost geschenkt, so gut er konnte. Erst viele Stunden später, als sie friedlich schlief, hatte er seinen Wachposten verlassen und die Kühle der Nacht auf dem Balkon genossen. Dort lag sie zusammengerollt unter der Decke, das Gesicht fast versteckt. Der weibliche Star Sheriff wusste nicht, wie lange sie letzte Nacht noch wach gelegen und geweint hatte. So viele Dinge waren ihr durch den Kopf gegangen, bis sie irgendwann erschöpft eingeschlafen war. Kummer war anstrengend und so forderte ihr Körper das Recht auf Erholung. Tiefe und gleichmäßige Atemzüge waren alles, was der Bernersennen vernahm. Er zog sich auf das Bett, drehte sich ein paar Mal vor ihr, bevor er sich zu ihr gesellte. Die treue Seele rollte sich neben seinem Frauchen zusammen, den Kopf legte er über ihre Hüfte, damit sie spürte, dass er da war, so wie immer, wenn er spürte, dass es seiner Besitzerin nicht ganz so gut ging. In der Zwischenzeit verließ eine weitere Person - ein dunkler Wuschelkopf - den Wohnkomplex gegenüber. Der Frühaufsteher hatte beschlossen, mal wieder etwas für seinen Körper zu tun und sich sportlich an der frischen Luft zu betätigen. In Ramrod war joggen nicht wirklich eine Option außer auf dem Laufband im Fitnessraum. Aber nichts ging über Frischluft und den Wind in den Haaren. Und man konnte ja die Gunst nutzen und am Rückweg gleich ein leckeres Frühstück mitnehmen. Und so wärmte er seine müden Knochen und Muskeln etwas auf, startete das Fitnessprogramm seiner Smartwatch, platzierte seine Musik Pods in den Ohren und rannte dann im Takt des Songs los Richtung Park. Er nahm einen tiefen Atemzug. Wie herrlich doch die gute Morgenluft tat. Nach einer guten Stunde kam Fireball geschafft, aber glücklich wieder am Campus an. Er hatte seine Ausdauer trainiert und am Ende noch gepowert mit einem Sprint. Der Schweiß benetzte sein ganzes Gesicht und einige sonst so wilde Haarsträhnen klebten ihm auf der erhitzten Stirn. Auf seinem T-Shirt hatte sich ein Schweiß getränktes langgezogenes dunkles Dreieck gebildet. „Puh…. Das war gut“, sprach der Japaner stolz mit sich selbst, ehe er sich streckte und seine Muskulatur dehnte, nachdem er die in der Papiertüte befindlichen Bagels kurz auf einer Bank abgestellt hatte. Nachdem sich auch Atmung und Herzschlag wieder beruhigt hatten, griff er nach seiner Errungenschaft und freute sich jetzt schon auf eine erfrischende Dusche und danach hatte er sich das Frühstück aber redlich verdient, wie er fand. Vergnügt ging er pfeifend zum Hochhaus und beschloss, dass er jetzt genug gelaufen war und die Annehmlichkeiten des Fahrstuhls ohne schlechtes Gewissen genießen konnte. Zu diesem kam er jetzt am schnellsten durch das Parkhaus. „Man sollte immer seine Abkürzungen kennen“, hatte Colt immer betont und ja – gerade klopfte er seinem Hombre gedanklich auf die Schulter. Während er so an den parkenden Autos vorbei schlenderte, knurrte dann doch sein Magen. Na ja, so ein kleines Stück Bagel ging sicher auch vor der Dusche. Ein bisschen gierig öffnete er die Tüte und brach sich ein Stück ab, ehe er es sich in den Mund steckte. „Hmmm lecker“, kaute er genüsslich. Gerade als er in das nächste Stück beißen wollte, vernahm er etwas aus dem Augenwinkel und blieb abrupt stehen. „Moment!“ Er senkte die Hand, der Mund schloss sich so schnell wie er sich geöffnet hatte und er wandte sich prompt zur Seite. Erst war es nur der unbewusste Schatten gewesen, den er fast übersehen hatte, aber nun, da er frontal davor stand, merkte er, dass ihm sein Hirn keinen Streich gespielt hatte. „Was macht denn Aprils Wagen hier?!“ sprach er seine Gedanken laut aus und zog die Augenbrauen hoch. War sie nicht zu ihrem Vater gefahren und wollte die Nacht in ihrem Elternhaus verbringen? Fireball war irritiert und im ersten Reflex zog er sein Comgerät heraus. Hatte er eine Nachricht von ihr übersehen? Prüfend blickte er auf das Display: nichts. Vorsichtshalber ging er noch in das Nachrichtenprogramm: Auch hier war keine Meldung seiner Freundin. Er runzelte die Stirn. Hier stimmte doch etwas nicht! War sie etwa wieder hier? Der Rennfahrer stopfte den angebrochenen Bagel wieder zurück in seine Tüte, knüllte sie etwas zusammen und eilte zum Fahrstuhl, allerdings jetzt zu dem auf der linken Seite des Parkhauses, die zum Stockwerk seiner Freundin führte. Kurz darauf stand er vor ihrer Tür und im ersten Reflex hätte er fast geklingelt. Allerdings war es doch noch etwas früh. Fireball zog die Finger zurück und wog ab. Dann griff er zu dem Schlüsselbund in seiner Sporthose. April hatte ihm für den Fall, dass einmal etwas mit Jaqe war und er ihn z.B. abholen oder bringen wollte, einen Schlüssel gegeben. Eigentlich wollte er nicht unabgesprochen ihre Wohnung betreten, aber vielleicht war das gerade der beste Plan. Kaum hatte Fireball den Schlüssel eingesteckt und bewegte ihn im Schloss, hörte Jaqe ein Geräusch an der Tür, hob seinen Kopf von Aprils Hüfte und lauschte. Doch! Da war etwas! Ein Einbrecher?! Schon war er alarmiert und das Adrenalin trieb den sonst behäbigen alten Hund an. Im Nu stand er im Flur und starrte die Tür an, während sich seine Nackenhaare aufstellten. Ein zweites Mal drehte sich der Schlüssel im Schloss. Wer war das?! Jaqe begann zu schnüffeln und gerade als Fireball die Tür öffnete, erkannte auch der Hund, wer sich hier Zugang verschaffte. Diesen Geruch kannte er und er war gerade intensiver als sonst. Seine Rute, die gerade noch starr und angespannt war, begann freudig hin und her zu wackeln und er begrüßte den Japaner in seiner typisch freundlichen Art. Fast etwas fiepend warf er sich an seine Beine und tänzelte um den Überraschungsbesuch. “Oh hallo Wuschel….“ lachte Fireball bei der stürmischen Hundart. „Na, seid ihr gar nicht in der Villa?“, fragte er weiter, auch wenn er wusste, dass der Vierbeiner ihm natürlich keine Antwort geben konnte. Ein kleines Wuff, war alles, was er bekam und einen aufgeregten Jaqe der sich erstmal viele Streicheleinheiten abholte. Der Ramrod Pilot lauschte in die Wohnung hinein. Es war still. „Wo ist denn dein Frauchen?“ Der Rüde drehte sich in die Richtung im Flur, die zum Schlafzimmer führte. „Im Bett?“, ein kurzer Laut beantwortete Fireballs Frage und der Hund schritt voran. Haha, inzwischen sprachen der Hund und er doch schon fast eine Sprache! Der Japaner schlüpfte schnell aus seinen Schuhen und ging seinem Wegweiser hinterher. „Danke Buddy“, kraulte er dem Rüden kurz hinter dem Ohr und schob sich dann an ihm vorbei ins Zimmer seiner Freundin. Er ließ den Blick kurz über das Knäuel unter der Decke schweifen. Ihm entgingen auch nicht die zahlreichen Taschentücher, die teils noch auf der Matratze, aber auch einige vor dem Bett auf dem Boden lagen. Das, was er von ihrem Gesicht erhaschen konnte, war gerötet. Fireball zählte eins und eins zusammen. Der Abend schien überhaupt nicht nach Plan gelaufen zu sein! Sein Reflex war, sofort zu ihr unter die Decke zu schlüpfen, sie fest an sich zu ziehen und ihr den Trost zu geben, den sie jetzt brauchte. Er war gerade im Inbegriff, sie zu berühren und streckte seinen Arm nach ihr aus. Dann rümpfte er aber die Nase und sah seine eigenen Schwitzflecken unter den Achseln und auf seiner Brust. Eine kurze Geruchsprobe von sich selbst reichte dem Japaner. Fireball verzog das Gesicht. Er war schweißgebadet und stank wie ein Yak. So wollte er seine Freundin nun wirklich nicht wecken. Das wäre kein Kuscheln geworden, sondern ein kostenloser Freiflug. So zog er den Arm wieder zurück und überlegte kurz. Jaqe hatte seinen großen Kopf neben ihm auf die Matratze gelegt und sah ihn in dieser Position an. Dann erhob sich der Rennfahrer und verließ kurz das Zimmer, nur um mit Zettel und Stift bewaffnet wiederzukommen. Kurz schrieb er April eine Notiz: Morgen, meine Schöne. Jaqe und ich drehen eine Runde und bringen Frühstück mit. Bis gleich, Kuss - Fire Nachdem er den Zettel gut sichtbar platziert hatte, gab er dem Rüden ein Zeichen und so verließen die Beiden das Schlafzimmer. Nachdem er wieder in seine Turnschuhe geschlüpft war, griff er nach der Leine an der Garderobe und knipste sie an das Halsband des Vierbeiners. „Komm mit“, sprach er und schon waren sie unterwegs, erstmal zu Fireballs Apartment. Erstmal schrie alles nach Dusche. Er fühlte sich selbst gerade unwohl. Nach einer Viertelstunde war das ungleiche Paar auch schon wieder unterwegs auf der Straße und steuerte die nahe gelegene Bäckerei/Konditorei an, um ein paar Leckereien zum Frühstück und Seelentröster für seine Liebste zu besorgen. Gleichzeitig hatte Jaqe somit gleich mal eine kurze Gassirunde. Später, wenn April wach war, würde er mit den Beiden ins Grüne fahren. Dort konnte sich der Hund ausgiebig austoben. Der italienische Obst- und Gemüsehändler gegenüber bekam gerade seine Lieferung vom Großmarkt und war am Einräumen. Ein kurzer Plausch und Fire durfte bereits zugreifen, obwohl er noch nicht offiziell geöffnet hatte. Der Rennfahrer schnappte sich ein bisschen Obst, wie Beeren, Melone und ein paar Zutaten für einen gesunden grünen Smoothie. „Mille, Grazie Pedro! Ciao“, verabschiedete er sich beim Kaufmann, bevor es zurück zum Campus ging. Eigentlich war es Fireballs Plan gewesen, April zu überraschen, und daher öffnete er die Wohnungstür, so leise es ging und schlich hinein. Jaqe folgte ihm. Doch als er in die Küche kam, sah er, dass bereits der Tisch gedeckt war und der Kaffee durchlief. „Süße?“, ging er suchend zurück ins Schlafzimmer. Hmmm, das Bett war leer, auch im Wohn- und Arbeitszimmer war niemand. Da hörte er, wie das Rauschen im Bad anging und von einem Moment zum anderen hatte er das Grinsen eines Lausbubs auf dem Gesicht. Eigentlich war er gerade erst duschen gewesen und seine wuscheligen Haare waren noch nicht mal richtig getrocknet von der ersten Runde. Aber mal ehrlich, welcher Mann würde sich diese Gelegenheit jetzt entgehen lassen? Er öffnete die Tür einen Spalt und schob seinen Kopf hindurch. Durch den Dampf sah er gerade nur ihre kurvige Silhouette durch die Duschwand, aber allein das reichte schon, um seine Lust zu beschwingen. April stand, mit dem Rücken zu ihm gewandt und wusch sich scheinbar gerade eine Ladung Shampoo aus der überlangen Haarpracht. Daher bemerkte sie den Zuschauer nicht. Gerade als Jaqe seinen neugierigen Kopf etwas weiter unterhalb ebenfalls durch den Türspalt stecken wollte, zog ihn Fireball am Halsband zurück: „Nein, mein Freund - hier ist jetzt kurz mal geschlossene Gesellschaft. Du bleibst draußen, danach gibt’'s Frühstück.“ Und schon schloss sich die Tür vor einem perplexen Hundegesicht. Ungläubig blickte der große Bernersennen auf das weiße Holz vor sich. Was war denn das jetzt? Hatte dieser Typ ihn gerade wirklich ausgesperrt? Wie dreist! Jaqe war fassungslos. Er setzte sich auf Ort und Stelle hin und ließ die Tür nicht aus dem Blick. Er wusste, dass er die Tür hätte öffnen können, hätte er es drauf angelegt. Seinen Unmut schnaubte er lauthals aus, um seine Empörung zu unterstreichen. Fireball genoss die Situation und kostete den Anblick seiner Liebsten gehörig aus, auch wenn dieser etwas verschwommen war. Er hatte Sehnsucht und wollte zu ihr. Außerdem war das sicher eine gute Ablenkung für ihre trüben Gedanken, dachte sich der Star Sheriff. Im Nu hatte er sich seiner Kleidung entledigt. Gerade als er den Griff der Duschkabine berührte, hatte April sich darin umgedreht und erschrak im ersten Moment, als da plötzlich ein Schatten stand. Ein spitzer Schrei entkam ihr, während sie reflexartig versuchte, mit den Armen ihre Blöße halbwegs zu verdecken, ehe sie ihren Freund erkannte, der da im Adamskostüm auf dem Badezimmerteppich stand. Von einem Moment zum nächsten war ihr die Luft weggeblieben. Jaqe war sofort alarmiert, bellte und sprang mit seinen alten Knochen an der Türklinke hoch und drückte sie mit den kräftigen Pfoten hinunter. “Sorry, Süße! Sorry - ich bins doch nur!“, Fire wusste sofort, dass er ihr gerade einen großen Schrecken eingejagt hatte, ehe er sich schnell zur Badtür wandte und diese wieder zudrückte. „Alles gut Jaqe!“ Der Rüde rutschte dadurch von der Klinke. Wie unhöflich war der Typ eigentlich?! Dieser Mann hatte keine gute Erziehung bekommen! Mit grummelnden Lauten stampfte er mehrfach auf und kratzte dann bellend an der Tür. „Ich bin okay Jaqe!“, rief April aus dem Bad. Nachdem er die Stimme seines Frauchens gehört hatte, war er etwas beruhigter und ließ sich nieder. Er legte seinen großen Kopf ab, fixierte aber die Tür. Man wusste ja nie! „Bist du verrückt? Wir sind hier doch nicht beim Hitchcocks “Psycho”!?“, fuhr April Fireball im ersten Moment an. Sie hatte gerade das Gefühl, dass ihr ihr Herz aus dem Leib gesprungen wäre. Sie hielt sich die Hand auf die Brust und zwang sich tief durchzuatmen: „Willst du, dass ich einen Herzinfarkt kriege?!“ Ihr Puls galoppierte gerade und sie versuchte sich wieder zu beruhigen, als ihr erst auffiel, dass ihr Freund gerade ebenfalls nackt vor ihr stand. Beschwichtigend und entschuldigend hob Fireball die Hände. „Nein, nein - es tut mir wirklich leid, Schatz … ich wollte einfach nur zu dir und hab nicht nachgedacht“, versuchte er, sich irgendwie zu verteidigen, während Aprils Augen begannen, über seinen sehr ansehnlichen Körper zu wandern. Das wiederum entging ihm natürlich nicht und er tat es ihr gleich. Wie sexy sie doch gerade aussah. Die unzähligen Wassertropfen, die auf ihrer Haut schimmerten. Das lange blonde Haar, das in nassen Strähnen gerade ihr Gesicht säumte und in sanften Wellen an ihrem Körper klebte. Ihre zarten Brustwarzen, die sich aufgrund der kühleren Luft, die jetzt durch die offene Tür in die Kabine strömte, gerade zusammenzogen. Es entging ihm nichts. Ihr Schoß, dessen Anblick noch von ihrer zweiten Hand geschützt, aber doch nicht ganz verdeckt wurde. Seine Fantasie war beflügelt. „Du hast Glück, dass ich dich nicht….“ Weiter kam die Blondine nicht wirklich, als Fireball beherzt zu ihr in die Dusche stieg und sie dadurch ein, zwei Schritte hineingeschoben wurde. „Ich hab dich vermisst“, raunte der Japaner seiner Freundin zu und ließ sie nicht weiter schimpfen. Er griff nach ihren beiden Armen und zog sie sanft auseinander. Vor ihm brauchte sie sich nicht zu verdecken. Dann schob er seinen Körper in ihre Arme und griff mit beiden Händen nach ihrem Gesicht. Zärtlich, aber mit etwas Druck zog er sie zu sich und legte seine Lippen sanft auf die ihren. „Du hast mir gefehlt…", raunt Fireball an ihren Mund, ehe er sie zu einem Kuss ermutigte. Erst ein kleiner Feiner. Noch einer…. Bis sie schließlich ebenfalls in das Lippenbekenntnis einstimmte und den sinnlichen Kuss erwiderte. Ihr wurde warm und kalt zugleich. Ein wohliger Schauer kroch über ihren Rücken hinauf. Erst war es ein sanftes Spiel, welches aber schnell inniger wurde. Neckend stupste Fireball immer wieder mit der Zunge Aprils Lippen ab, bis sie schließlich ihren Mund öffnete und ihn eindringen ließ. Da schob Fireball seine Hand in ihren Nacken und hielt sie in dieser Position, als sich ihre Zungen fanden und miteinander zu tanzen begannen. Hmmm, sie schmeckte so gut. Eine Mischung, die sein Blut noch mehr in Wallung brachte.. Schnell wurde der Kuss leidenschaftlicher und gieriger. Jaqe wurde langweilig und da scheinbar alles ruhig war, lief der Rüde den Flur zurück und blieb neben der Wohnungstür, wo Fireball seine Schuhe zurückgelassen hatte, stehen und beäugte sie. Ein prüfender Blick in Richtung Bad - dann wieder zu den Schuhen, ehe er zugriff und sich einen davon mopste. Gerade als es sich der Rüde auf dem Balkon gemütlich gemacht hatte und an seinem errungenen Souvenir nagte, hörte er, wie die Badezimmertür geöffnet wurde. Er sprang so schnell er konnte auf und eilte zurück. Waren die zwei jetzt endlich so weit und er durfte wieder dabei sein? Jaqe legte den Kopf etwas schief und beobachtete das seltsame Schauspiel vor sich. Sein Frauchen wurde getragen und sie waren sehr miteinander beschäftigt. Er wurde gar nicht beachtet. Man hörte auch nicht viel, die beiden sprachen nicht, sondern hingen an den Lippen des anderen.Ob das gegenseitige Fellpflege sein sollte? Um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen, strich der Bernersennen seinen großen Kopf an Fireballs noch nassem Bein und umkreiste ihn, als dieser einfach nicht stehen bleiben wollte. Doch das tat dieser einfach nicht. Der Hund spürte plötzlich etwas unter seinen großen Pfoten und realisierte, dass nicht nur die Beine des Star-Sheriffs feucht waren. Auch größere Tropfen am Boden bemerkte er und lenkten den großen Vierbeiner von den Verliebten ab. Er schnüffelte und realisierte, dass das Paar hinter sich eine nasse Spur vom Bad ins Schlafzimmer herzog. Wieso durfte der Typ das denn? Wäre er einfach nass aus dem Bad gelaufen, hätte man ihn mit einem großen Handtuch eingefangen! Jaqe sah irritiert auf und stellte sich dann direkt Fireball in den Weg. „Gsssscht!“, war alles, was der Japaner von sich gab, der ihn dann auch noch etwas unsanft zur Seite schob, aber weiter mit seinem Frauchen beschäftigt war. Ein frustrierter Laut ertönte erneut, er stampfte auf, ehe er auf die andere Seite des Rennfahrers lief und wieder sehnsüchtig nach oben blickte. Warum durfte er nicht mitspielen? “Jaqe ….“ versuchte April zwischen Fireballs leidenschaftlichen Küssen hervorzupressen. Der Hund hob den Kopf und suchte Kontakt zu ihr, erwischte aber mit der kalten Nase nur ein paar ihrer Finger. „Nachher …Nachher bin ich…“ Weiter kam sie jedoch nicht und ihre Worte wurden von Fireballs fordernden Zunge erstickt, als er sie über die Schlafzimmerschwelle trug. Gerade als Jaqe den Beiden folgen wollte, gab der Japaner der Tür mit dem Fuß einen kleinen Schubs und sie flog mit einem leichten „Wums“ ins Schloss. Der Rüde fand sich erneut vor verschlossener Tür wieder. Verdattert starrte er eine Weile auf die Barriere vor ihm und hörte nur die Laute der beiden dahinter. Was war das denn heute? Enttäuscht und brummend verließ Jaqe diesen frustrierenden Ort und beäugte, im Vorbeigehen in Richtung Balkon, den einzelnen Schuh, der da noch stand. Er blickte nochmal im Flur zurück, als ob er überlegen würde. Wenn der Typ ihn nicht mitspielen lassen wollte, würde er sich eben selbst beschäftigen. Mit einem zielsicheren Biss, schnappte er sich auch das zweite Objekt der Begierde, trug ihn zu seiner bereits etwas zerkauten Beute von vorhin und ließ sich nieder. Aber auch auf der anderen Seite der Stadt - in der französischen Landvilla - hatte Charles seine Chloé zärtlich mit einem Frühstück im Bett überrascht. Die Französin musste zugeben, dass sie es genoss, wie sehr ihr Partner sie verwöhnte. Auch sie hatte so eine Behandlung schon lange nicht mehr erlebt und erfreute sich daher sehr an den Aufmerksamkeiten, die ihr Freund zuteilwerden ließ. Sie fühlte seine Zuneigung. Charles war ein Mann, der Taten sprechen ließ und das zeigte ihr, dass er es ernst meinte. „Gut zu wissen!“, dachte sie, als sie nochmals vom Orangensaft nippte und ihre langen, nackten Beine übereinander schlug. Sie geizte nicht mit ihren Reizen und wusste genau, wie sie diese gezielt einsetzen konnte. „Was hast du denn heute für uns zwei Hübschen geplant?“, fragte sie raffiniert nach, denn sie wusste genau, dass Charles für dieses Wochenende Pläne mit seiner Tochter gehabt hatte. Aber so konnte sie ihn ein wenig dirigieren. Es war sehr wichtig, dass sie genau diese Tage jetzt zusammen waren. Der Commander zog zunächst die Augenbrauen hoch und überlegte angestrengt, was sie unternehmen könnten. Chloé wusste natürlich, dass er adhoc überfordert war und so konnte sie ihn leicht beeinflussen. „Wie wäre es, wenn wir in das kleine Wellness-Hotel in den Bergen fahren, von dem wir neulich gesprochen haben?“ legte sie weiter eine Krümelspur, um ihre Ziele zu erreichen. Leicht strich sie an ihren Flanken entlang, um ein bisschen nachzuhelfen. Charles Mund wurde trocken und er musste etwas schlucken. „So spontan? Und dann nur für eine Nacht?“, fragte er etwas überfahren. „Wer sagt denn, dass es nur eine Nacht sein muss?“, raunte sie lasziv und drehte sich zu ihm. Sanft kraulte sie seine Brust und suchte immer wieder Blickkontakt. „Mein Job sagt das….“, erwiderte er sanft. „Ach komm Charles…. Du kannst dir doch bestimmt für mich ein paar Tage freinehmen?!“, ließ die Rothaarige nicht locker und rieb ihren Körper leicht an dem ihres Partners. Sie fuhr wirklich mit schweren Geschützen auf. „Nein, Cherie… Das ist nicht so einfach“, entgegnete er und es fiel ihm immer schwerer, einen klaren Gedanken zu fassen. Alles kribbelte, gerade da, wo Chloé ihn berührte. Selbst wenn ihre Finger schon weiter waren, hinterließen die Berührungen so ein besonderes Gefühl. „Aber du bist doch der Leiter deiner Abteilung“, betonte die Französin und schob Charles auf seinen Rücken, ehe sie auf ihn kletterte und sich auf ihn niederließ. Er atmete schwer durch und schloss die Augen. Diese Frau machte ihn verrückt und er konnte ihr so schwer widerstehen. “Das schon…..“ versuchte er souverän zu antworten, was ihm gar nicht mehr leicht fiel, denn Chloés geschicktes Tun hatte seine Auswirkungen. „… Aber auch ich habe Verpflichtungen und Termine….“ “Termine lassen sich verschieben, Charles“, hauchte sie ihm zu, ehe sie sich zu ihm hinab beugte und seine Lippen suchte. „Du arbeitest so viel und so hart“, sprach sie weiter mit süßer Stimme. „Du hast auch mal Erholung und eine Pause verdient“, sie küsste sich zu seinem Ohr und begann an seinem Hals zu knabbern. Gleichzeitig rieb sie sich lasziv auf seinem Körper. „Ich möchte doch noch lange etwas von dir haben Charles….“ gezielt schob sie bei den letzten Worten ihr Becken über seine Mitte, was seine Wirkung nicht verfehlte. Der Franzose kämpfte mit sich, so geschickt wie diese Femme fatal ihre sinnlichen Reize einsetze, war es fast so als ob sie Schlachtplan ausführte, um ein Gebiet zu erobern. Jetzt gerade sein Gebiet und er konnte es nicht verhindern. Ganz im Gegenteil, mit jedem Tag war er ihr mehr und mehr verfallen. Chloé genoss ihr Machtspiel sichtlich. Sie registrierte jede Gefühlsregung, jede Mimik auf seinem Gesicht und wickelte geschickt jeden unsichtbaren Faden, den sie ausgelegt hatte, zusammen. Er fraß ihr immer mehr und mehr aus der Hand. Und sie genoss dieses Spiel, kostete jeden Moment aus und kam ihrem Ziel immer näher. Um den nächsten Meilenstein zu bewerkstelligen, musste er aber nun die nächsten Tage bei ihr sein und sie beide am besten ungestört. Sie begann ihn weiter am Hals über die Schultern hinab zu küssen. Lasziv bewegte sie ihren schönen Körper über seinen hinweg und hinterließ eine feuchte Spur auf seiner stattlichen Brust, die sich immer schneller hob und senkte. Sie brachte sein Blut gehörig in Wallung. „So etwas könntest du jetzt täglich ungestört haben“, säuselte sie und hob nur so weit den Blick, sodass sie ihm in die Augen sehen konnte. Charles Atem ging immer schwerer und ungleichmäßiger. Sein Herzschlag wurde immer kräftiger. Er konnte ihn fast selbst im Inneren hören. „Chlo….. Chloé..“ keuchte er erregt und wie von Sinnen. Die Angesprochene grinste, ihre Augen funkelten vor schelmischer Genugtuung. Mit geschickten Fingern fuhr sie ihre Nägel sanft über die Konturen seiner Brust, hinterließ dabei eine Spur aus prickelnder Hitze. Charles schloss die Augen, ließ sich von dem intensiven Kribbeln einnehmen, das ihre Berührung hinterließ. Chloé beobachtete ihn aufmerksam, genoss seine Reaktion, das leise Raunen, das ihm entkam. Genau dort, dachte sie zufrieden, hatte sie ihn bald – an dem Punkt, an dem er sich ihr vollkommen hingeben würde. Langsam schob sie ihre Hand tiefer, bis sie schließlich dort ankam, wo seine Erregung nicht mehr zu verbergen war. Tief stöhnte Charles auf und bog seinen breiten Rücken durch. Diese Frau verstand es, genau die richtigen Knöpfe zu drücken, und das wusste sie nur zu gut. Gerade umfasste sie seinen mittlerweile harten Penis mit einem festen Griff und sah genüsslich zu, wie er sich wand und es zugleich genoss. „Komm, Charles…“ hauchte sie ihm verführerisch ins Ohr, während sie ihn fest umschloss. „Nimm dir frei – für mich… Für uns…“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein raues Flüstern, das ihn noch mehr in ihren Bann zog. Mit geschickten Bewegungen ihrer Finger streichelte sie ihn sanft, doch zielstrebig, jeden empfindlichen Zentimeter. Ihre Lippen glitten langsam seinen Bauch entlang, ihr Blick dabei fest auf ihn gerichtet. Als sich ihre Blicke trafen, sprühten förmlich die Funken. Immer wieder sah sie zu ihm auf. Ihre Blicke trafen sich und es sprudelten nur so die Blitze in ihren Augen. Es war wie ein elektrisierender Strom, der durch seinen Körper floss. Dass er nach all der Zeit noch einmal solche Leidenschaft erleben und so häufig diesen intensiven Sex haben würde, hätte der Commander längst nicht mehr für möglich gehalten. Jede Berührung, jeder Kuss fühlte sich wie neu an, als ob seine Sinne frisch erwacht wären. Chloés Hingabe und die spielerische Intensität, mit der sie ihn immer wieder in ihren Bann zog, machten ihn beinahe süchtig. Und diese Frau war eine Meisterin ihrer Kunst, da gab es nichts zu leugnen. Allein die Berührungen ihrer warmen Haut waren wie kleine elektrische Schläge, die ihn weiter zur Extase trieben. Ein neuerliches Stöhnen entkam ihm, als er plötzlich ihre weichen Lippen an seiner empfindsamsten Stelle spürte. Geschickt ließ sie ihre Zunge über seine pralle Eichel gleiten und küsste dann sanft den geäderten Schaft entlang, während ihre Finger seine Hoden mit einem sanften, aber intensiven Druck massierten. Charles konnte sich nicht mehr weiter zurückhalten und stöhnte mit rauer Stimme intensiv auf und griff in ihre feurigen Locken. Jeder Zug, jede Bewegung ihrer Hände und Lippen verstärkte das Kribbeln in ihm, und er konnte nicht anders, als sich ihr völlig hinzugeben. Chloé verstand es, ihn an den Rand der Kontrolle zu bringen – und ihn immer weiter darüber hinauszuführen. Charles sah durch seine halb geschlossenen Lider nur noch das Flimmern in der Luft, als ob die ganze Welt sich auf diesen einen Moment konzentrierte. Chloé raubte ihm gänzlich die Sinne, und er ließ sich völlig fallen, spürte nur noch – ihren Körper, ihre Berührungen, die Leidenschaft, die sie ihm schenkte. Sein Atem wurde schneller und die Schweißperlen auf seiner Haut bildeten sich immer mehr und das Schlafzimmer füllte sich mit dem rhythmischen Stöhnen beider Liebenden. Chloés Zungenspiel und die sanften, doch bestimmten Bewegungen ihrer Lippen peitschten ihn weiter, zogen ihn unaufhaltsam Richtung Höhepunkt. Sie wusste genau, wie sie ihn bis an seine Grenzen bringen konnte. Die Berührung ihrer warmen Zunge an seiner empfindlichsten Stelle, die Art, wie sie die Öffnung seiner Eichel sanft, aber zielstrebig reizte, sandten eine unaufhörliche Welle von Lust durch seinen Körper. Charles konnte kaum mehr an sich halten – jeder Kuss, jedes Streichen, jede Bewegung zog ihn weiter in diesen Strudel des Verlangens, bis er kurz davor stand, sich ihr völlig hinzugeben. Sanft und vorsichtig zog sie abwechselnd ihre Zähne geschickt über den Eichelkranz, bevor sie ihren Mund wieder komplett über seinen strammen Penis stülpte und ihn tief in sich aufnahm. Sie bewegte sich auf und ab und ihr Lutschen und Saugen brachte ihren Angebeteten an den Rand des Wahnsinns. Chloé bemerkte das leichte Zittern in Charles’ Beinen und das verlangende Vorstoßen seines Beckens, als er sich immer mehr ihrer Hingabe hingab. Ein triumphierendes Lächeln huschte über ihre Lippen, während sie sich mit noch mehr Hingabe seiner Erregung widmete. Das war der Moment, auf den sie gewartet hatte. Sie ließ von seinem besten Stück ab, sah ihm tief in die Augen. Charles verlor sich vollends in dem Genuss, sein Körper reagierte instinktiv, während er unkontrolliert auf sie zudrängte, völlig in ihrem Rhythmus gefangen. Chloé ließ nicht locker; sie wusste, dass er dem Höhepunkt nahe war, und sie hielt seine Spannung aufrecht, zog ihn weiter in dieses intensive, lodernde Gefühl hinein. Flink und geschmeidig wie eine Raubkatze kletterte sie über ihren Freund und schob ihn dabei sanft aber bestimmt zurück in die Kissen, ehe sie sich erneut auf ihn niederlassen wollte. Sie spürte bereits seine Härte an ihrem Schritt und ein wohliges Kribbeln erfasste sie. Gerade als sie ihn greifen und an ihre feuchte Öffnung führen wollte, spürte sie plötzlich seine Hände an ihren Oberarmen. Beherzt wurde sie an den Oberarmen gepackt und von seinen Beinen geschoben. „Was ist?“ entfuhr es ihr, perplex und ein wenig gekränkt. Warum hielt er sie plötzlich auf? Sie sah ihm fragend in die Augen, versuchte, in seinem Gesicht zu lesen. Keuchend stützte der Commander sich auf einen Arm auf und sah sie entschuldigend an, während er Richtung Nachttisch griff. „Gleich Cherie…“, versicherte er ihr. Natürlich würde er sich diesen Akt nicht entgehen lassen – kein Gedanke daran, sie in diesem Moment wirklich loszulassen. Doch im allerletzten Moment schien sich ein letzter Funken Vernunft durch das Verlangen zu drängen. Irgendwohin hatte sich doch noch ein Hauch Selbstkontrolle verirrt, wie ein Funken Blut, der im Gehirn landete und sein Vernunftzentrum kurz aufleuchten ließ. Chloé verstand, was Charles wieder im Sinn hatte, und ihr Blick wurde herausfordernd. „Aber Darling …. Lass doch… Wir brauchen keins…“ raunte sie ihm zu und setzte alle ihre weiblichen Reize ein. Sie wollte das blöde Ding nicht. „Ich nehm doch die Pille“, versicherte sie ihm und beugte sich zu ihm, um ihn wild zu küssen und ihre Zunge einzusetzen. Chloé konnte kaum fassen, dass er überhaupt noch klar genug denken konnte, um zu zögern. Ein Hauch von Zweifel schlich sich in sie – war ihre Kunst etwa nicht stark genug, um ihm die Vernunft auszutreiben? Doch während sie ihre Küsse vertiefte, spürte sie, wie seine Zurückhaltung nachließ und das Verlangen in ihm wieder die Oberhand gewann. „Ja, ich weiß ….“ versuchte er während ihren Lippenbekenntnissen zu sagen. „Ohne ist schöner, aber ……sicher ist sicher“, ihm blieb wieder die Luft aus und er keuchte, ehe er sich nochmals zwang, sich von ihr zu lösen und das gewünschte Kondom in seiner Schutzhülle endlich erhaschte. Er ließ sich nicht abbringen, was Chloé nicht wirklich schmeckte. Trotzdem beobachtete sie genau jede seiner Bewegungen, musterte jede Regung und fixierte seinen Blick. Sie hielt gerade vor Anspannung die Luft an. Hoffentlich bemerkte er nicht ihre Nervosität in diesem Moment und die verstohlenen Blicke auf das Verhütungsmittel. Davon ahnte Charles jedoch nichts und ließ sich nicht beirren. Schnell war das Präservativ geöffnet und übergestülpt. Er wollte seine Freundin und so zog er sie wieder zurück auf sich, hielt sie am Hinterkopf bei sich und küsste sie leidenschaftlich. Chloé entspannte sich und überließ es Charles, die Führung zu übernehmen. Seine Hand glitt langsam hinab, bis seine Finger ihre feuchte Wärme fanden. Mit gezielten, sanften Bewegungen begann er, ihre Klitoris zu streicheln, ließ seine Finger geschickt Kreise ziehen, die Chloé sachte keuchen ließen, während die Spannung in ihr erneut aufflammte. Doch ein kleines Lächeln spielte auf ihren Lippen, während sie die Augen halb geschlossen hielt. Sie hoffte, dass ihr Plan, ihn ganz und gar in diesen Moment zu ziehen, aufgehen würde, auch wenn er es ihr gerade nicht ganz einfach machte. Doch sie wusste – dieses Wochenende und die kommenden Tage boten noch genug Möglichkeiten, ihn genau dort zu erreichen, wo sie ihn haben wollte. Sie fühlte, wie auch ihre Lust wieder zurückkehrte, denn sie musste gestehen, Charles war ein erfahrener Liebhaber, und er wusste genau, wo und wie er Chloé berühren musste, um sie in ekstatische Höhen zu treiben. Mit einem intuitiven Gespür für ihren Körper bewegte er seine Finger präzise, tastete sich geschickt an den Stellen vor, die sie am meisten verlangten. Seine Berührungen waren nicht nur technisch perfekt, sondern auch voller Gefühl. Jedes Streicheln, jede sanfte Massage ihres empfindlichen Gewebes ließ Chloé vor Lust zittern. Er konnte die Reaktionen ihres Körpers lesen, das subtile Zittern ihrer Hüften, das leise Stöhnen, das ihm zeigte, dass er auf dem richtigen Weg war. Sie fühlte, wie sie noch nasser wurde und schon spürte sie, wie sein Finger in ihr verschwand. Sie rieb sich an ihm und schon kam ein Zweiter. Chloé stöhnte nun auch ihre Lust hinaus und bewegte ihr Becken vor und zurück und zog somit ihren Schritt immer wieder über den harten Schaft. „Ich will dich…“, hörte Chloé ihn murmeln, und in einem Augenblick der Vorfreude zog er seine Finger zurück, nur um im nächsten Moment seinen harten Penis sanft in sie zu schieben. Ein Schauer der Erregung durchlief sie, als sie spürte, wie er sie erfüllte. Seine Hände griffen beherzt an ihre Hüften, während er sie fest auf seinen Schoß drückte. Sie fühlte sich in diesem Moment vollkommen, als ob nichts anderes existierte, nur sie beide, vereint in dieser intensiven Verbindung. Sein fester Griff vermittelte ihr Sicherheit und Verlangen zugleich, und Chloé konnte nicht anders, als sich ihm völlig hinzugeben. Chloé warf den Kopf in den Nacken und bog ihren Rücken durch. So schob sie Charles ihre üppigen, weichen Brüste entgegen. Gierig suchte er einen der Nippel und begann daran zu knabbern und zu saugen, während er gänzlich in ihrer Vagina verschwand. Chloé spürte seine harte Männlichkeit bis zum Anschlag in sich, als sie sich erst langsam und dann immer fester bewegte. Sie hob und senkte ihre Becken rhythmisch und ritt ihren Partner immer heftiger. Keuchend sah sie ihm dabei in die Augen, was die Lust der beiden Liebenden noch weiter anheizte. Charles hob seine Hüften ihr entgegen und stieß immer kräftiger zu. Gleichzeitig wippten bei jedem Stoß ihre prallen Brüste, die er nun mit seinen großen Händen knetete und ihre Brustwarzen zwischen den Fingern reizte. Jedes Mal, wenn er sie berührte, zuckte sie vor Lust zusammen, und die rhythmischen Bewegungen seines Körpers ließen sie mehr und mehr in den Rausch der Ekstase eintauchen. Es war ein Spiel aus Geben und Nehmen, aus Leidenschaft und Hingabe, und Chloé verlor sich vollkommen in dem Moment. Sowohl ihr Tempo als auch den Rhythmus passten sie einander an. Der Raum war erfüllt vom Stöhnen der Beiden, das gleichmäßige Geräusch des Bettes und das leichte Klatschen, wenn ihre Körper aufeinandertrafen. „Oh Goooott, Chloé..!“, stöhnte Charles immer mehr. Er spürte, wie sein Gemächt langsam anfing zu pumpen, als sich der Höhepunkt näherte. Der Druck in ihm wuchs, eine Welle aus Verlangen und Ekstase, die ihn zu überwältigen drohte. Er schob eine Hand zwischen ihre erhitzten Körper und suchte gezielt den Kitzler seiner Freundin. Mit einer Mischung aus Sanftheit und gleichzeitig wohl dosiertem Druck stimulierte er ihr Lustorgan, was auch seine Partnerin immer mehr in Extase trieb. Er spürte deutlich das Zucken ihrer Scheidenwände, was ihn daraufhin noch mehr antrieb. Das Paar vergaß alles um sich herum, verloren in ihrer eigenen Welt der Leidenschaft. Es gab nur noch sie beide, tief vereint, sich so nah, wie es nur möglich war. Chloé schloss die Augen, während sie den Moment in vollen Zügen genoss, und stöhnte seinen Namen: „Charles…“, und suchte Halt an seinen breiten Schultern. Sie krallte sich etwas daran fest, als er sie immer weiter beflügelte. Auch sie fühlte, wie ihr Innerstes sich immer schneller rhythmisch zusammenzog, bis sie es schließlich nicht mehr aushielt und laut ihre Lust hinausschrie, als die Welle des Höhepunktes sie mitriss. Durch ihren Orgasmus wurde auch Charles zu seinem getrieben. Er stieß noch zwei, dreimal fest zu, ehe er sich ergoss. Das Paar hielt sich eng umschlungen, während sie beide nach Luft rangen und versuchten, ihren Atem wieder zu beruhigen. Kleine Schweißperlen standen auf Charles' Stirn, während sie weiterhin in einem rhythmischen Einklang ineinander zuckten. Erst nach einigen Minuten, als die Intensität des Moments langsam nachließ, sahen sie sich wieder in die Augen. Ein stilles Verständnis und eine tiefe Zufriedenheit lagen zwischen ihnen.. Zärtlich küsste er sie und zog sie in seine starken Arme. Er war glücklich, während er sanft seine Finger über ihren Rücken strich und sie kraulte. Chloé bettete ihren Kopf auf seiner Brust, während ein süffisantes Grinsen auf ihrem Gesicht erstrahlte, ehe sie die Augen schloss und den Moment mit ihm genoss. Beide Paare erlebten nach den intensiven Geschehnissen am Morgen einen entspannten Mittag und frühen Nachmittag. Fireball und April genossen einen ausführlichen Brunch nach dem „Morgensport“ und auch Jaqe bekam auch endlich etwas zu beißen. Dass er in seiner Langeweile und Frustration bereits zwei Ersatzkaugegenstände am Balkon hatte, war den beiden noch gar nicht aufgefallen. Nun bekam er aber auch endlich die Aufmerksamkeit, auf die er so lange verzichten und warten hatte müssen. Er wurde ordentlich durchgeknuddelt, es wurde gespielt und gerade lag er genießerisch auf dem Rücken, streckte die Beine in die Höhe und ließ sich von April den Bauch bürsten. Er genoss diese Art der Fürsorge und Brauchikraulen stand bei dem Rüden schon immer hoch im Kurs. Chloé hatte es wirklich geschafft, den Commander zu überreden, seine Termine zu verschieben und sich, freizunehmen. Er konnte gar nicht mehr wirklich sagen, wann er das letzte Mal sich aufgrund privater Belange Termine verschoben hatte. Aber da der Krieg vorbei war und auch die letzten Angriffe der übrig gebliebenen Outrider immer mehr und mehr abebben, durfte er sich doch auch das mal erlauben, was er all die Jahre nie getan hatte. Im Gegenteil. Er hatte viele Überstunden geschoben, war manchmal tagelang gar nicht nach Hause gekommen und hatte, wenn nur wenige Stunden, in seinem Quartier im Oberkommando geschlafen. Vielleicht war es nun endlich Zeit mehr an sich zu denken. Vielleicht hatte Chloé recht. Und warum sollte er allein frei haben? Er schickte seiner Sekretärin eine Nachricht, dass auch sie ein paar Tage freinehmen sollte. Sie hatte es sich ebenfalls schwer verdient. Das Oberkommando würde auch mal ein paar Tage ohne ihn und seine Vorzimmerdame auskommen – und wenn nicht, mussten sie es lernen. Klar, wäre es bei einem Notfall etwas anderes. Aber seine Vertreter wussten auch dann, wie er da zu erreichen war. Chloé war natürlich überglücklich und begann sofort zu planen und Vorschläge zu machen. Während Charles das Hotel und die Flüge buchte, suchte sie das Programm aus und musste natürlich auch noch Gedanken über ihr Outfit machen. Charles kannte diesen Blick nur zu gut: Der leicht verzweifelte Ausdruck einer Frau, die vor einem übervollen Kleiderschrank steht und dennoch das Gefühl hat, nichts Passendes zum Anziehen zu finden. Dieses Phänomen hatte er schon oft bei Frauen beobachtet, die ihm nahestanden. Und nun musste er mit einem kleinen Lächeln feststellen, dass auch Chloé und April sich in diesem Punkt erstaunlich ähnlich waren. Vielleicht wäre ein gemeinsamer Shopping-Trip genau das Richtige, um die Beziehung der beiden Frauen zu stärken, dachte Charles. - Ein solcher Ausflug könnte ihnen die Gelegenheit geben, ihre Gemeinsamkeiten zu entdecken und sich besser kennenzulernen – vor allem fernab der täglichen Verpflichtungen und Spannungen, die manchmal zwischen ihnen aufkamen. Er konnte sich bereits vorstellen, wie Chloé und April lachend durch die Boutiquen schlenderten, zusammen Outfits aussuchten und einander mit Kommentaren über Stil und Trends neckten. Er konnte schon förmlich hören, wie seine Kreditkarte bei jeder neuen Boutiquen-Tür ein kleines Aufseufzen von sich geben würde. „Na, tapfer bleiben, alter Freund“, dachte er amüsiert. Manchmal, so kam es ihm in den Sinn, muss man eben Opfer bringen – besonders, wenn es um die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben ging. Aber heute wollte er erstmal seine Freundin glücklich machen. Außerdem war es ja auch nicht ganz uneigennützig. Eine glückliche Frau bereichert schließlich eine Partnerschaft. Und welcher Mann hatte nicht gern eine hübsche Frau an der Seite? So musste Charles Chloé nicht lange fragen, ob sie diesen Nachmittag für den Kurzurlaub shoppen gehen wollte. “Man könnte ja fast eifersüchtig werden“, grinste Fireball, der seine Freundin und ihren Vierbeiner beobachtete. “Na komm her”, zwinkerte ihm April zu. “Dein Haar hat auch schon lange keine Bürste mehr gesehen”, neckte sie ihn mit einem kecken Gesichtsausdruck. “Hey, sei nicht so frech Fräulein!”, entgegnete er spielerisch empört und begab sich zu den Beiden auf den Teppich. “Och warum? Gibs zu! Du liebst es doch, wenn ich frech bin”, legte die junge Französin den Kopf schief und sah ihren Freund mit einem vielsagenden Grinsen direkt in die braunen Augen, ohne aufzuhören, sich um das Fell ihres Hundes zu kümmern. Fireball konnte gerade nicht anders und musterte sie wortlos, während sich ein gewisses spitzbübisches Lächeln auf seinen Lippen bildete. Oh ja und wie er das mochte und auch, wie sie ihn gerade jetzt wieder ansah. Sie saß da, wie die Unschuld vom Lande und kümmerte sich um den Rüden, doch in ihrem Gesicht spielte sich etwas ganz anderes ab. Allein mit ihren tiefen blauen Augen und dann dieser gekonnt kokettierenden Art, machte sie ihn jedes Mal wuschig. Da hatte er wohl etwas in der jungen Frau hervor gekitzelt und nun scheute sie sich nicht mehr es zu zeigen. Sie war definitiv nicht mehr das Mädchen, welches er vor einigen Jahren mitten in einer Notsituation kennengelernt hatte. Oh nein! Sie war inzwischen eine schöne und intelligente, erwachsene Frau, die sich ihrer Reize immer mehr bewusst wurde und lernte, sie gezielt einzusetzen. Nur zu gern spielte sie damit. April liebte es, ihren Freund damit zu locken und ihn etwas zu bezirzen. Jeder Erfolg gab ihr Recht und bestärkte sie nur mehr darin. Ihr Körpergefühl und ihre Ausstrahlung profitieren noch mehr davon und so spielte sie diese Triumphe inzwischen gern bei jeder Gelegenheit aus. Und das blieb auch nicht ohne Effekt bei Fireball. “Sie ist so verdammt sexy, wenn sie das macht…” sprach seine innere Stimme mit ihm. Dazu glitt sein bewundernder und bald schon etwas lüsterner Blick ihren schönen, langen Beinen entlang, weiter über ihren knackigen Po in den knappen blauen Shorts, die sie trug, über ihren schlanken Oberkörper mit der üppigen Oberweite, die er durch ihren Ausschnitt etwas sehen konnte. Hmmm, oh wie er sie liebte. Er nahm wahr, dass Aprils Atmung schneller geworden war. Sein Puls erhöhte sich ebenfalls und sein Mund wurde trocken. Er musste schlucken, ehe seine Augen wieder die ihren trafen. Wie gut, dass er bereits saß. Keine Worte waren gerade nötig, als das Mimikspiel der beiden Verliebten begann. Fast wie ein kleines Duell, bei dem der eine den anderen versuchte zu necken oder aus der Reserve zu locken. Beide liebten dieses Spiel inzwischen. Die Atmosphäre knisterte, es wurde wieder warm im Raum und alles, was man zwischendrin vernahm, waren nur die genießerischen Laute von Jaqe, der sich immer wieder räkelte und von dem, was die Menschen gerade machten, nichts mitbekam. Der Hund wurde jedoch schnell wieder mit der Realität konfrontiert, als er plötzlich ein. “Ich kann das nicht, wenn er zu guckt…” hörte und im nächsten Moment er aufgefordert wurde aufzustehen und Fireball ihn am Halsband sanft aber bestimmt auf den Balkon bugsieren, ehe sich die Tür hinter ihm schloss. Schon wieder? Warum warf ihn der Typ ständig ruas und trennte ihn von seiner Besitzerin? Der große Hund verstand es nicht. Seinen Unmut und Protest bellte Jaqe erstmal hinaus und stampfte unmutig auf, aber Fireball ließ sich davon nicht beirren, zog den Vorhang zu und eilte zurück zu seiner Liebsten. April erging es da aber etwas anders. Sie bekam ein schlechtes Gewissen, ihren Hund erneut auszusperren. Es behagte ihr nicht und er tat ihr auch leid. Jaqe kannte es nicht von ihr. Jaqe war überhaupt nicht einverstanden mit “dem Tag der verschlossenen Türen” und begann an der Tür zu kratzen. “Hey…”sprach Fireball sanft, als er zu ihr krabbelte, legte er sanft seine Finger an ihr Kinn und zwang sie ihn anzusehen. “Er wird das schon aushalten und gleich Ruhe geben…”. Zärtlich platzierte er einen Kuss auf ihre vollen Lippen und wollte weitergehen. Die Lust loderte erneut in ihm auf. Diese Frau machte ihn einfach verrückt und er konnte nicht genug von ihr bekommen. Allein schon ihre Küsse, gingen ihm durch und durch und lösten Gefühle in ihm aus, die er schon lange vermisst hatte. Sie musste gar nicht viel tun. Ihre bloße Anwesenheit und ihre Art machten ihn schwach. Er verstärkte seinen Kuss, doch da spürte er, wie sich ihr Körper sperrte und sie sich dann etwas zurückzog. Noch wollte der Rennfahrer nicht aufgeben, hielt seine Hand an ihrem Hinterkopf, um sie bei sich zu halten. “Ich weiß nicht…” murmelte April betrübt und senkte traurig den Blick. Plötzlich war die ganze heiße Stimmung zwischen den Beiden dahin. Der Japaner seufzte und setzte sich auf. Jaqe ließ irgendwann von der Tür ab und stapfte gefrustet am Balkon auf und ab. Dabei kam er wieder an den zerkauten Schuhen des Mannes vorbei, der ihm ständig die Tür vor der Schnauze zumachte. Einen Moment lang starrte er die Dinger nur an, ehe er sich niederließ und sich wieder einen Schlappen, der schon deutliche Beisslöcher und Sabberspuren zeigte, schnappte, um sein Werk und den damit verbundenen Frustabbau fortzusetzen. Diesmal bohrten sich die scharfen Eckzähne jedoch noch tiefer in das Leder. Der ganze angestaute Wut des Rüden kam nun zu Tage und er ließ es an der unschuldigen Fußbekleidung aus. Schon kamen die ersten Stücke hervor, die er inzwischen abgebissen hatte und spuckte die Bröckchen aus. Es schmeckte nicht. Aber er konnte hier etwas Dampf ablassen. Irgendein Ventil braucht jedes Lebewesen nun mal. Gerade als er sich einen Schnürsenkel durch die Zähne zog, ging zu seinem Erstaunen die Balkontür auf und sein Frauchen stand in der Tür. April hatte es nicht länger ausgehalten. Sie hatte sich vom nicht gerade begeisterten Freund entzogen und trat hinaus. “Jaqe, mein Großer…es tut mir so leid, ich…” waren die ersten Worte, als sie auf den Rüden zuging. Das schlechte Gewissen nagte fest an der Blondine. Gerade wollte sie vor ihm in die Hocke gehen, als ihr auffiel, was ihr Schützling da gerade zwischen den großen Pfoten und dem Maul hielt. Sie stockte mitten im Satz und zog die Augen zusammen, als ob sie ihnen nicht glauben wollte. Aber auch der prüfende Blick bestätigte ihr, was Jaqe hier wirklich erbeutet hatte. Na ja, oder das, was von einem Schuh noch übrig war… Während sich der Vierbeiner erhob und mit dem Schwanz wedelnd ein, zwei Schritte auf sie zuging. Ihre Augen wurden groß. “JAQE!” rief sie entsetzt. Mit einem Plopp fiel das Gebilde auf den Boden und der Berner Sennen sah April ertappt und mit den größten entschuldigenden Hundeaugen an, die er je gezeigt hatte. Ihre Stimme und ihr Blick sagten ihm alles und er wusste in dem Moment genau, dass er kein guter Hund gewesen war. Aufgeschreckt von Aprils Aufschrei, stand auch Fireball wenige Sekunden danach in der Tür, während sie die restlichen Schritte auf den Hund zugegangen war und ihm seine Beute nahm. Im ersten Moment hatte sie einfach nur einen Schrecken als Hundebesitzer bekommen, der nicht wusste, worauf - vielleicht gefährlichem - sein Tier gerade herum kaute, doch als sie näher kam und das zerfetzte Ding mit spitzen Fingern anhob, erkannte sie es. “Oh nein, Jaqe….” kommentierte sie den ekligen Fund, der nicht nur zerkaut war, sondern vor Sabber triefte. Mit strengem Blick sah sie zum kläglichen Rest in ihrer Hand und Jaqe, der den Schwanz eingeklemmte und den Kopf senkte. “Ist alles okay?”, fragte Fireball schließlich, der näher kam. Gerade machte er sich doch ein wenig Sorgen um den Hund, schließlich hatte er ihn ja “rausgeschmissen”. April sah nochmals auf das Gebilde in ihrer Hand und dann auf Jaqe, der genau wusste, dass er etwas Verbotenes getan hatte, ehe sie sich erhob, sich zu ihrem Freund drehte und nach den richtigen Worten suchte. Gab es die denn? “Ähm…. Fire … ich……”, stammelte die Blondine. “Glaub mir, er hat sowas noch nie getan….” verteidigte sie ihren Liebling sofort. Der Rennfahrer verstand im ersten Moment gar nicht, was sie meinte und was sie da zwischen den spitzen Finger hielt. Doch als er näher kam, dämmerte es auch ihm und er erkannte seine Turnschuhe - bzw. den kläglichen, zerbissenen und von Sabber getränkten Rest. Er zog beide Augenbrauen hoch. “Noch nie…?. So, so…?!.” fragte er skeptisch und sah den Rüden finster an. Dieser wechselte seinen entschuldigenden Blick sofort und sah den Freund seines Frauchens fast vorwurfsvoll an. Schließlich war er doch selber schuld. Hätte er ihn heute nicht mehrmals herumgeschubst und hinausgeworfen, hätte er sich nicht gelangweilt. Den entschuldigenden Blick gab es allerdings nur in Richtung April, was Fireball sofort auffiel. Der Hund war ganz schön gerissen, musste er feststellen. Er hatte definitiv eine eigene Persönlichkeit und war ein Meister im Manipulieren. “Nein!…. Ehrlich nicht….” verteidigte April ihren Schützling. “Vielleicht als Welpe mal…. Aber das hat Daddy ihm damals schon abtrainiert…”, versicherte sie ihm, mit einer Mischung aus Entschuldigung und Entsetzen im Blick. “Es tut mir so leid, Fire. Ich kaufe dir neue…” versicherte sie ihrem Freund sofort, dass sie für den Schaden einspringen würde. Jetzt fühlte sie sich doppelt mies. Jaqe tapste langsam an ihre Seite und sah entschuldigend zu ihr auf. “Du darfst so etwas nicht tun, Jaqe”, sprach sie mit ihm, während Fireball die Augenbraue hochzog. “Und du meinst, wenn du ihn lieb bittest, vergreift er sich künftig nicht mehr an Schuhen?” Der Japaner hatte zwar keine Hundeerfahrung, aber so würde das mit Sicherheit nichts werden. “Er macht das normal nicht Fire – er fühlt sich nur ausgeschlossen”, versuchte April ihren treuen Gesellen zu verteidigen. “Ja, versteh’ ich schon - aber das muss er jetzt lernen. Ich kann einfach nicht, wenn er guckt!”, betonte Fireball abermals und wurde fast ein wenig rot. April sah ihren Freund irritiert an und verstand im ersten Moment nicht, was er meinte. Einen kurzen Moment sah sich das Paar nur an, bis Fireball kurz mit dem Kopf Richtung Süden deutete und ihr dann ein Licht aufging: “Ohhh ….” huschte es ihr über die Lippen und sie dachte kurz nach ehe sie reagierte: “Aber der guckt doch gar nicht!”, erwiderte April während sich der Rüde wieder sanft hinter dem Ohr kraulen ließ und der Rennfahrer das Gesicht verzog, weil sie seiner Meinung nach schon wieder viel zu schnell gut mit dem Tier war und nachgab. Außerdem war sie bei ihm selbst nie so schnell wieder versöhnlich! “Natürlich guckt der!”, verschränkte er die Arme vor der Brust. Und wie Jaqe ihn schon fixiert hatte, wenn er seiner Freundin näher gekommen war! Das konnte sie vermutlich gar nicht beurteilen, weil sie es nicht mitbekommen hatte. Aprils Gesichtsausdruck wurde wieder trauriger. Gerade fühlte sie sich zwischen den Stühlen und vermutlich genauso zerrissen wie ihr Vater bei der Situation zwischen seiner neuen Partnerin und ihr. Dazu kamen nun die Erinnerungen an die Geschehnisse des vergangenen Abends und der verweinten Nacht wieder hoch. Gerade war alles ein bisschen viel. Fireball entging das natürlich nicht und er eilte sofort einen Schritt auf seine Freundin zu. “Hey”, sagte er sanft und zog sie zu sich. “Hab ich was Falsches gesagt?”, hakte er vorsichtig nach und versuchte in ihrem Gesicht zu lesen. April schüttelte leicht den Kopf. “Nein,… du nicht…”, murmelte sie und legte ihren Kopf an seine starke Schulter. Diesen Halt brauchte sie gerade und war froh, dass ihr Freund an ihrer Seite war. “Hm? Zu Hause…?”, fragte er schließlich vorsichtig weiter, denn er hatte ja mit ihr noch nicht sprechen können, warum sie überhaupt im Campus war. Liebevoll legte er beide Arme um ihren schlanken Körper und hielt sie einfach nur fest. Ohne mit Worten zu antworten, nickte die Blondine leicht mit ihrem Kopf, der an seiner Halsbeuge lag. Zärtlich kraulte er über ihren schmalen Rücken, um ihr ein besseres Gefühl zu geben. Er war für sie da und sie konnte jederzeit ihr Herz bei ihm ausschütten. Ein klein wenig schien sie zu entspannen, als sie dies spürte, zusammen mit der Sicherheit von Jaqe der sich seitlich an sie drückte. “Magst du mir erzählen, was passiert ist?”, wollte Fireball nach ein paar Minuten der Stille und des körperlichen Supports wissen. April, die die Augen noch immer geschlossen hielt und diesen Moment mit ihrem Freund intensiv auskostete, öffnete langsam wieder die Lider. Sie schien nachzudenken. “Hmm, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll…” murmelte sie mit etwas belegter Stimme. “Komm Süße, wir haben alle Zeit der Welt”, sprach er voller Zuversicht auf die Französin ein und zog die Arme ein wenig enger um sie, ehe er seinen Kopf auf den ihren legte und etwas nachdachte, eher er sich wieder aufrichtete. Er hatte eine Idee. “Vorschlag. Wir schnappen uns jetzt die große Decke von da drüben, nehmen uns was zu trinken mit und schwingen uns ins Auto. Lass uns ein bisschen ins Grüne fahren. Dort kannst du mir in Ruhe alles erzählen”. In dem Moment bellte Jaqe und sah Fire an. “Na klar, kommst du mit, du Schuhfetischist!”, kraulte er das große Fellmonster hinterm Ohr. “Aber nur, wenn du die Nächsten nicht wieder frisst!”. Jaqe wuffte kurz, als hätte er dies kurz bestätigen wollen und tänzelte neben dem Paar. “Der versteht echt alles, hm?” kommentierte der Star Sheriff trocken. April musste daraufhin etwas schmunzeln und hob mit einem Lächeln den Kopf. Sie blickte zu ihrem Freund auf und versank in seinen schönen dunkelbraunen Augen, die sie gerade so beruhigten und ihr Hoffnung schenkten. “Einverstanden”, nickte sie wieder etwas fröhlicher. Fireball lehnte sich zu ihr hinab und küsste seine Freundin sachte, ehe er nach ihrer Hand griff und seine Finger zwischen die ihren schob. “Na dann, auf gehts …” Im Nu war ein kleiner Korb gepackt, Getränke, ein bisschen Obst, das vom Brunch übrig geblieben war, die große Decke und auch ein Kauknochen für den Hund fand Platz. Jaqe selbst trug sein Lieblingskuscheltier – eine kleine Ente – im Maul und wartete ungeduldig an der Wohnungstür. “Ähm … Vielleicht sollten wir aber zuerst kurz bei dir vorbei und dir andere Schuhe holen?”, schmunzelte April, als sie im Flur standen und sie Fireball gerade nur ihre Flipflops anbieten konnte, in die er überhaupt halbwegs schlüpfen konnte, die aber dennoch hinten und vorne zu klein für den Rennfahrer waren. Er blickte an sich hinab und wackelte mit den Zehen, die deutlich über den Rand quollen. “Ja, vermutlich ist das besser …” sprach er und trat auf den Flur. “Platsch, platsch, platsch…” war nur zu hören und während Fireball die Augen verdrehte, hielt sich April den Bau vor Lachen und zog die Tür hinter sich zu und freute sich auf einen schönen gemeinsamen Nachmittag. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)