Ushinawareta Jinkan von Dudisliebling (Verlorene Zeit) ================================================================================ Kapitel 50: Für und Wider ------------------------- 50 Für und Wider “Hallo Kagome”, lächelte der rothaarige, gutaussehende Mann mir entgegen. Er war hochgewachsen und Optisch glich er einem Mann Anfang 30, welcher Sport betrieb und in seiner Freizeit gerne mit Freunden unterwegs war. Sein Gegenstück, welches mich mit einem stummen Handwink begrüßte, trat herein und auch ihn musterte ich kurz. Er trug immerzu Anzug, maßgeschneidert an den schlanken, etwas kleineren Mann mit dem dunkelbraunem Haar. Beide hatten langes haar, welches sie in einen Knoten knüpften und so dem modernen Männerstyle entsprachen. Die goldenen Augen des Professors schienen beinahe unscheinbar, neben den braunen Augen von Yosuke, in deren Iris sich ein silberner Ring zog. Dieser Ring hatte damals, bei meiner ersten Begegnung mit ihm geleuchtet, als er meinen Knöchel abgetastet hatte. Seine Gabe war eine Art Röntgenblick und zum Teil konnte er kleinere Risse in Knochen beheben. Der Proffessor war dagegen eine wandelnder Computertomograph, so hatte es Yosuke einmal beschrieben. Er konnte in den Körper eines jeden hineinsehen und alle Organe, Adern, Knochen und so weiter sehen. Er sah die kleinsten Lücken im System und konnte diese heilen oder anordnen, was zur Heilung beitrug. Yosuke hatte gesagt, das es manchmal zu auffällig für beide war, wenn sie ihre Gabe nutzen, weswegen ich auch vorgeschlagen hatte, das sie zu mir nach Hause kamen. “Hallo. Lieb, das ihr so schnell Zeit gefunden habt”, bedankte ich mich und verbeugte mich leicht vor beiden. Ein Schnauben rauschte durch meinen Flur und als ich aufsah, tadelte Yosuke den Professor bereits mit seinem Blick. “Wir nehmen uns die Zeit. Schließlich ist es wichtig, das du einige Dinge weißt, solltest du dich entscheiden, dieses Kind zu gebären.”, kam Yosuke gleich auf den Punkt und ich schluckte hart. Die Hunde traten schleichend hinter mich und musterten die beiden. “Neue Haustiere?”, fragte Kusuri und musterte die weißen Hunde genau und verschloss seine Arme vor der Brust. “Äh, ich passe nur auf sie auf”, sagte ich schnell und streichelte den beiden über den Kopf. “Geht ins Wohnzimmer”, befahl ich ihnen und sie bewegten sich keinen Millimeter. “Na los!” “Lass sie ruhig, Kagome.”, lächelte Yosuke und trat einen Schritt auf mich zu. Seine Körpergröße erschien mir nun noch höher. Er musste sogar größer sein, als Sesshomaru. “Wir können dich Untersuchen, wo du willst.” “Genau. Bringen wir es hinter uns”, brummte der Professor und drängte mich nun dazu loszugehen. Ich lief ins Wohnzimmer und sah die beiden fragend an. Bevor Yosuke etwas sagen konnte, trat der Professor auf mich zu und legte die Hand an meiner Schulter. “Leg dich hin, Kagome!” Ich tat was er verlangte, legte mich auf meine Couch und wusste nicht wohin mit meinen Händen. Der Professor jedoch schon und er platzierte sie neben meinen Körper, sah mir scharf ins Gesicht und sein Unbehagen stand ihm ins Gesicht geschrieben. Was er wohl dachte? Als nächstes riss er mein Shirt, etwas unsanft hinauf und öffnete meinen Rock, um ihn ein Stück herunterzuschieben. Mir schlug das Herz bis zum Hals und ich suchte Hilfe bei Yosuke. “Er wird dir nun die Hände auf den Bauch legen, nicht wahr Kusuri?”, forderte er seinen Mann dazu auf, mit mir zu reden und Erklärungen zu schaffen, damit ich nicht völlig durchdrehte. “Du erklärst doch, warum soll ich dann etwas sagen?”, murmelte er, legte die flachen Hände auf meinen Bauch und schloss dann die Augen. Ein leuchten brach sich in meinem Wohnzimmer und die Hunde knurrten unruhig neben mir. Cesar legte seinen Kopf neben meinen auf die Schulter und beobachtete genau, was der Professor da tat. Er würde ihm wohl die Hände abbeißen, sollten mir Schmerzen zugefügt werden. “Ruhig. Es tut nicht weh”, versuchte ich die beiden zu beschwichtigen und sah zu Yosuke, der liebevoll lächelte. Ein kleines hüpfen flog auf seiner Schulter umher und ich erkannte Myoga, welcher kurz unterwegs gewesen war. “Das ich solch einer Untersuchung, einmal beiwohnen darf!”, freute er sich ehrfürchtig und biss Yosuke dann in den Hals. Dieser zuckte zusammen, klatschte Myoga platt und schnippte ihn von seiner Schulter. “Na, wohl eher nicht”, bemerkte Yosuke und verschränkte die Arme. “Eigenartige Gesellschaft hast du da”, sagte er mir und ich wollte gerade etwas sagen, als ich harsch unterbrochen wurde: “Könnt ihr euren Mund halten?! Ist ja fürchterlich! Wie soll man da etwas arbeiten?!” “Entschuldigung”, flüsterte ich und sah das strahlende leuchten, der goldenen Augen, vor mir. Der Professor strahlte wie die Sonne und wenn er nur ebenso freundlich wie sie sein konnte, hätte man es ihm abgenommen. Seine Finger glitten Hauchzart über meine Haut und die Krallen hinterließen einen kurzen Gedanken an Sesshomaru in meinem Kopf, weil er dies ebenso getan hatte. Das goldene leuchten verschwand und der Professor stand aus seiner Hocke auf, bekam von Yosuke die Hand gereicht, welche er annahm und sich damit aufstütze. Ein Blick der braunen Augen sagte mir, das ich aufstehen konnte und die Untersuchung beendet war. Aber was war nun das Ergebnis?, wollte ich wissen und setze mich auf, zog das Shirt herunter und schloss meinen Rock. Myoga sprang auf meine Schulter und zusammen mit den beiden Hunden sahen wir zu den Yokai empor. Die beiden tauschen schweigende Worte, bevor der Professor mich ansah und fragte: “Hast du anständigen Kaffee im Haus?” Das verwirrte mich und doch schnellte ich auf und ging in die Küche. Die Yokai, ebenso wie die Hunde folgten mir und ich schaltete die Kaffeemaschine ein. Das Schweigen brachte mich um den Verstand und ich ließ eine Tasse fallen, welche Yosuke geschickt auffing. “Danke”, hauchte ich und er lächelte. “Kusuri?”, sprach er seinen Mann an und sah zu ihm, der in der Tür lehnte und uns beobachtet hatte. “Sag ihr doch, wie es dem Kind geht. Du bist wieder so fies.” “Ich bin niemals fies”, log er, was sogar ich erkannte. “Ohje, nun lüg mal nicht, so früh am Tag”, rügte Yosuke ernster, aber immer noch mit einem Lächeln im Gesicht. Er nahm mir daraufhin die Tassen aus der Hand und bediente die Kapselmaschine. “Na los, Liebster!” “Wenn ich dann endlich einen Kaffee bekomme”, begann der alte Yokai und trat an einen meiner Stühle. Er setze sich und bat mich schweigend dazu, es ebenso zu tun. Ich war nervös. Nun kam es mir doch so vor, als würden wir in einer Arztpraxis sitzen. Yosuke stellte den ersten Kaffee vor Kusuri ab und ich erhaschte seinen beruhigten Blick darauf, als er einen kurzen Schluck nahm. Na los Arzt! Bitte sag endlich etwas. “Also”, sprach er endlich los und Yosuke kam zu uns an den Tisch, zog sich einen kleinen Hocker zurecht und ließ sich darauf nieder. Mit seinen langen Beinen, wirkte er wie ein Frosch, aber ich war auf etwas anderes fokussiert. Den Professor Kusuri Isha. “Es geht dem Kind gut. Es ist ein Hanyou und gut entwickelt. So wie es aussieht, scheint die Schwangerschaft die 13. Woche zu passieren. Aber das hast du sicher selbst zurückrechnen können, oder?”, fragte er und schien wissentlich, darüber, das ich keinen festen Freund hatte. Ich nickte, hatte rote, glühende Wangen und spürte eine beklemmende Stimmung in meinem Inneren. Ich war sowohl den Tränen nahe, als das ich mich unglaublich freute. Es ging dem Kind also gut. Es war gesund und gut entwickelt. Jede werdende Mutter wünschte sich dies. Aber warum fühlte ich mich dann so komisch? “Es gibt nun einige Optionen, die du bedenken musst, denn Hanyou sind stark. Die Schwangerschaften können gefährlich sein oder enden. Nicht immer, ich will dir keine Angst machen”, versuchte Yosuke mich aufzuklären. “Lüg nicht, Yosuke!”, stichelte der dunkelhaarige und ich sah zu ihm. Meine Augen mussten tellergroß sein. Was wollte er damit sagen? “Kusuri, hör auf ihr Angst zu machen”, rügte der rothaarige, entlockte dem Professor ein schmunzeln, während er seiner Tasse die Aufmerksamkeit zuwandte. “Hör nicht auf ihn. Er ist heute unglaublich unleidlich, weil er nicht das bekam, was er wollte”, stichelte Yosuke bedeutungsvoll in die Richtung des Professors, der ihn nur böse über den Tassenrand hinweg anfunkelte. “Nun spann uns nicht weiter auf die Folter, Arzt!”, meldete sich Myoga zurück und schien einer kleinen Ohnmacht entkommen. “Oh, wieder wach?”, bemerkte Yosuke und räusperte sich. Er sah mir in die Augen und fixierte sie, damit ich mich an seinen Augen klammern konnte. Er schien ein gutes Gespür für meine innere Verwirrung zu haben. “Solltest du dich für das Kind entscheiden, dann müssen wir dich regelmäßig durchchecken und die weiteren Vorgehensweisen besprechen. Solltest du allerdings darüber nachdenken, einen Abbruch in Betracht zu ziehen, musst du uns das innerhalb der nächsten Tage mitteilen, sonst wird der Fötus zu stark sein. Adoptionen wären allerdings auch eine gute Option.” “Ich”, begann ich, spürte die dicken Tränen über den Rand meiner Augen laufen. Unsagbar schnell rollten sie über meine heißen Wangen und trafen an meinem Kinn zusammen. Yosukes Hand streichelte mir über den Rücken. “Kagome?”, frage Myoga und setze sich auf meine Hand, die ich auf den tisch gekrallt hatte. “Mach dir keine Sorgen. Wir sind bei dir und Sesshomaru hat eine Pflicht diesem Kind gegenüber.” “Aber ich kann ihm das nicht sagen!”, schluchzte ich los, wurde völlig hysterisch und weinte lauter. Wie ein kleines Kind. “Wie Jämm-” “Sei still, Kusuri!”, schnitt Yosuke ihm das Wort ab und Yosuke hob seine Hand auf meine, verdrängte Myoga somit auf meinen Unterarm. “Sesshomaru, der ehemalige Lord des Westens, ist der Vater?” “Ja”, antwortete Myoga für mich. Die Hunde schmiegen sich an meine Seiten, während Cesar mir sogar das Kinn ableckte. “Sein Stand, ließe eine Abweisung nicht zu. Aber die Zeiten sind lange vorbei”, bedachte Kusuri und räusperte sich. “Du solltest mit ihm darüber reden und uns dann eure Entscheidung mitteilen.”, schlug der Professor vor und schob seinen Stuhl zurück. Sein Blick lag auf den Hunden. “Besonders bevor noch andere davon Wind bekommen. Am Ende ist es deine Entscheidung, aber der Vater sollte mit einbezogen werden.” Ich japste nach Luft und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht, welche immer weiterliefen. Ich konnte einfach nicht aufhören. Es war fast schon peinlich. “Sie können ja sogar ganz fachlich sein”, entsprang es mit stotternd und damit brachte ich Yosuke zum Lachen. Er warf sich soweit es ging zurück, damit er nicht vom Hocker fiel, und sah zu seinem Liebsten. “Ein Lob, welches er nicht oft bekommt!”, betitelte er es und damit endete das Gespräch auch schon. Ich begleitete die Ärzte zur Tür und dankte ihnen für ihre schnelle Hilfe. Yosuke sprach mir gut zu und gab mir die Aufgabe, gründlich über alles nachzudenken und sich dann bei ihm zu melden. Er wäre tag und Nacht erreichbar. “Und achte auf die Dinge, die auf dem Zettel stehen”, riet der Professor und zeigte im Gehen auf den Zettel, den er mir in die Hand gedrückt hatte, nachdem er ihn aus seinem Jackett gezogen hatte. “Danke Professor, das werde ich!” “Kusuri. Nenn mich von nun an so”, befahl er und Yosuke zog verwundert die Augenbrauen hoch. Im Gehen gestikulierte er mir noch, das es selten war das Kusuri es so anbot und ich seufzte matt und ausgelaugt, als ich die Tür schloss. “Ein paar komische Kauze, sind diese beiden. Aber sie sind die besten Ärzte dieser Welt. Kusuri-sama, half damals schon der Kami bei Sesshomarus Geburt und auch Izayoi, bevor der werte Taisho starb.” “Das habe ich nicht gewusst. War er damals schon so?” “Noch viel schlimmer!”, schimpfte Myoga und brachte mich zum Kichern. Ich schob all meine Gedanken beiseite, als ich Ayumi traf und wir die letzten Schritte zum Prüfstand machten. Es war viel los und einige wollten heute ihre Prüfungen ablegen. Es würde wohl ein langer Tag werden, dachte ich und spürte das lauernde Tier in meinem Herzen, welches ausbrechen und mir den Kopf mit Fragen, schwankenden Gefühlen und Hormonen vollpumpen wollte. Mein Handy hatte ich mit Absicht zuhause gelassen, damit ich nicht auf die dumme Idee kam es zu benutzen und Sesshomaru zu informieren, welche tollen, ungewollten Nachrichten ich unter dem Herzen trug. Oh Kagome, für diese Gedanken kommst du noch in die Hölle, maulte ich und schlurfte aus dem Anmeldebereich. Vielleicht sollte ich es dem Schicksal überlassen? Sollte ich bestehen, würde ich Sesshomaru anrufen. Sollte ich durchfallen, dann nicht. Ich nahm wir vor dies so zu tun und sah zu den dunklen Haar meiner Freudin. “Hat alles geklappt?”, fragte Ayumi ruhig und ich lächelte ihr zu. “Ja. Ich bin nur noch etwas ausgelaugt, von meiner Erkältung”, log ich und stellte mich neben sie. Wir hatten jeweils eine Nummer bekommen und standen in einer Schlange wartender Fahrschüler. Jede Fahrschule hatte seinen eigenen Stand und da es heute so heiß war, gab es dort kaltes Wasser und Obst, um Energie zu tanken und keinen Hitzschlag zu erleiden. “Ich hoffe wir kommen zeitig dran.”, sagte Ayumi und sah auf ihre Uhr. Sie schien etwas nervös. “Hast du nach der Prüfung noch vor zu feiern?”, fragte ich und erhaschte ihre haselnussbraunen Augen. “Wenn es etwas zu feiern gibt, ja. Aber ich habe ein Date, welches ich nicht verpassen will.” “Oh, dein Feuerwehrmann?”, fragte ich und sie schüttelte den Kopf. “Nein, der hat sie nie mehr gemeldet”, antwortete sie und bevor sie weiter sprechen konnte, rausche die Lautsprecheranlage. “Kagome Higurashi”, wurde zuerst ich und dann Ayumi aufgerufen. “Wie fahren gemeinsam. Was ein glück!”, freute ich mich, denn es gab mir etwas vertrautes und Sicherheit, eine Freundin mit an Bord zu haben. “Ja, klasse. Willst du zuerst fahren oder ich?”, fragte sie, als wir uns durch die kleine Gruppe zwängten, die den Weg blockierte. “Ich würde gern zuerst! Dann habe ich es hinter mir!”, bat ich mit betender Handbewegung. Ich war augenblicklich nervös, welches mir Magenschmerzen und Unwohlsein brachte. “Kein Problem! Dann kann ich mir ansehen, was alles verlangt wird.”, kicherte Ayumi und wir begrüßten den Fahrlehrer, den wir kannten und den Prüfer, der auf der Rücksitzbank neben Ayumi Platz nahm, während ich neben dem Fahrlehrer vorne am Steuer Platz nahm. Mein Herz schlug extrem schnell, als mir noch einmal die Regeln vorgelesen wurden. Vorfahrt zu nehmen, über rot zu fahren oder etwas Gefährliches zu tun, ebenso Sachbeschädigung führten zu dem sofortigen Abbruch und ich wäre durchgefallen. Mit einem Stoßgebet an die Kami, schnallte ich mich an und schaltete den Motor an. Die Prüfung begann. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)