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Fern der Heimat

von

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Intro

Es waren triste Tage an der Grenze zum Hi no Kuni, die Erntezeit war fast vorüber und die Gegenwart der Kouseiyouso längst Alltag geworden. So auch die Präsenz Arishis innerhalb ihrer 'Gastfamilie'. Wie die gebürtige Uchiha mit der langen schwarzen Zottelmähne unlängst erfahren hatte, war sie wohl zu so etwas wie einer Ersatztochter und damit mehr oder minder ein Teil der Familie geworden, ohne es wirklich zu wollen. Schließlich hatte sie selbst schon Familie...doch rückte diese immer mehr außer Reichweite, je länger sie sich hier bei all diesen Leuten aufhielt und das lag nicht nur an der Zeit, nein.

Auch die Distanz wurde scheinbar immer unüberwindbarer. Obgleich sie theoretisch hätte nach Konoha fliegen können um zumindest aus sicherer Entfernung einen Blick auf das Dorf zu riskieren, tat sie es dennoch nicht, dabei war das Karasu Henge quasi ihr Ticket in die Freiheit wenn man so wollte. Sie könnte jederzeit einfach 'gehen' und niemand würde sie je aufhalten können...nun, außer man machte sich eine gewisse junge Dame zunutze. Doch das würde sich die Ex-Konoha wider Willen niemals eingestehen. Obgleich sie Kurenai noch nicht allzu lange wirklich kannte, hatte ihr mütterlicher Beschützerinstinkt sich voll auf die junge Ame-Nin eingeschossen und wollte sie um jeden Preis vor Unheil bewahren, dazu hatte sie der Jüngeren sogar extra eine verschlüsselte Nachricht mit einem Versprechen darauf mitgegeben. Und Yuko - pardon, Arishi - hielt sich in der Regel an ihr Wort, was wäre es sonst wert? Richtig, nichts.

Just in diesem Moment blieb die Dame für ein paar Minuten einfach stehen, mit einem Reisigbesen in der Hand um vor der Tür 'ihres' Zuhauses zu fegen, und starrte nurmehr Löcher in die Luft, bis sie sanft auf die Schulter getippt wurde.

 

"Arishi, was stehst du denn da herum und träumst vor dich hin? Na komm, mach schon fertig, ich will dir etwas zeigen." Yukiko, die 'Dame des Hauses' wenn man so wollte, war die Urheberin dieses Lärms und wurde infolge der geistigen Abwesenheit der Schwarzhaarigen nur verwundert von selbiger angeblinzelt.

~Sie will mir etwas...zeigen? Kami-sama, bitte lass es etwas Harmloses sein, ich habe nichts Falsches getan.~ Der Griff um den Besen wurde fester, fast schon ein wenig krampfhaft, als die Uchiha mit einem "Haaai, ich beeile mich" antwortete und sogleich wieder fleißig an die Arbeit ging.

Sie hatte es in all den Monaten im Übrigen endlich einmal geschafft die lange schwarze Zottelmähne zu einem Zopf zu bändigen, auch wenn die Haare noch immer wild wirkten, waren sie jetzt zumindest an einem Ort gebändigt und ihre Kleidung erinnerte abgesehen von der Shinobi-Ausrüstung auch eher an eine Zivilistin als an ein stolzes Mitglied der Familie Senju, in die sie vor gut zehn Jahren eingeheiratet hatte...gegen den Willen der ihr ohnehin fremd gewordenen Eltern.

So eine Amnesie war schon ziemlich hart, vor allem für die Familie aber auch für sie selbst...doch dank der kleinen Familie die sie sich mit Jirou aufgebaut hatte, war es alles nur halb so schlimm gewesen und ihr Leben hatte sich weitestgehend normalisiert, wenn man das so sagen konnte als Kunoichi.

 

~Nein, aus. Fegen, fegen...sonst wird Yukiko-sama nur ungeduldig...und sie kann durchaus zu einem Drachen mutieren...~

Die Nuke-Nin schmunzelte bei dem Gedanken ein wenig, schüttelte daraufhin jedoch den Kopf. Nein, sie durfte sich nicht auf diese Leute einlassen. Sie durfte nicht, nein...nein, niemals. Es wäre ein endgültiger Verrat an allem was sie sich so mühselig erarbeitet hatte. Alles was sie in Konohagakure hatte zurücklassen müssen. Das wäre unfair Jirou und der kleinen Kimiko gegenüber. Ja...fast schon grausam.

Also wurde rasch die Fegerei beendet, ehe 'Arishi' den Besen in die Abstellkammer verräumte und raschen Schrittes die Hausherrin aufsuchte, die mit einer kleinen, bemalten Holzschatulle bereits auf sie wartete.

"Da bist du ja endlich...schau, ich möchte dir heute etwas zeigen. Etwas, das Sasami...das meine verschwundene Tochter bekommen sollte, wenn es an der Zeit ist einen Mann zu heiraten und eine eigene Familie zu gründen, gerade jetzt ist das besonders wichtig." begann die Dame des Hauses, deren Haare bereits teils angegraut waren, und sie hob den Deckel der Schatulle.

"Unser Familienschatz, wenn man ihn so bezeichnen möchte."

Zum Vorschein kamen mehrere wertvoll aussehende Schmuckstücke. Ein Amulett mit zwei ineinander verschlungenen Drachen darauf war da noch das Auffälligste, des weiteren befanden sich noch Ohrringe und Armreifen in dem Schächtelchen...und für einen Moment blieb der Uchiha das Herz stehen. Sie schluckte schwer, das konnte jetzt nicht der Ernst dieser Frau sein, sah sie etwa den Ring nicht den ihr 'Gast' am linken Ringfinger trug, war sie blind?
 

"Aber Yukiko-sama...ich...kann ni-" Doch man ließ die schwarzhaarige Frau aus dem Hi no Kuni nicht einmal aussprechen.

"Natürlich kannst du, mein Mann und ich haben lange miteinander gesprochen und beschlossen dass du an meiner Tochter statt den Familiennamen Amano weiterführst. Wir werden nicht jünger und unsere Kinder kommen vermutlich nicht wieder... Wir wissen, du bist erst seit kurzem hier, doch hast du dich nie beklagt und uns immer geholfen, das können wir nicht einfach so stehenlassen und dich weiterhin wie eine Fremde behandeln, das verstehst du sicher." Der Unterton der Dame hatte etwas sehr bestimmendes, autoritäres an sich...und irgendwo im Kopf ihrer Gegenüber begann es zu arbeiten und sie fragte sich mit einer gewissen Ironie, warum die Kinder wohl abgehauen waren... Kein Wunder bei so einer Mutter. Hoffentlich würde sie nie so werden, das könnte sie Kimiko nicht antun.

~Hah, Kimiko-chan... Mama kommt bald nachhause...sehr sehr bald, versprochen.~

Die Lippen der Uchiha-Dame hatten sich zu einem dünnen Strich verzogen und sie hielt die linke Hand hoch um ihrer Gegenüber, die offenbar nicht verstehen wollte, den silbernen, schlichten Ehering am linken Ringfinger zu zeigen.

"Ich kann das nicht annehmen, Yukiko-sama. Ich habe Mann und Kind, nur sind sie nicht hier, sie sind-"

Doch man ließ sie nicht einmal aussprechen.

"Blödsinn, vergiss die beiden. Wenn du sie wirklich liebst, wärst du nicht einmal hier sondern bei ihnen. Das ist nur eine vorgeschobene Ausrede, Heuchelei...nenn es wie du willst mein Kind."

"...!"

 

Daraufhin brach etwas in Arishi zusammen. Diese scheinbar unüberlegte Einmischung hatte zumindest für die Senju das zerstört, was sie sich selbst mühselig am Leben hielt: die Hoffnung auf eine Heimkehr, zurück zum Teuersten was sie hatte, für das sie diese ganze Sache überhaupt erst auf sich nahm: Ihrer Familie.

"Ihr...ah...egal...vielen Dank, aber ich brauche etwas Bedenkzeit. Wenn das in Ordnung ist."

Gerade so konnte die gebürtige Uchiha den Impuls unterdrücken die Herrin dieses Hauses gegen...oder durch die nächstgelegene Wand zu schlagen, und sie nahm die Schatulle entgegen um sie auf 'ihr' Zimmer zu bringen und dort erst einmal ignorant irgendwo abzustellen wo sie sie nicht sehen musste.

Diese alte Hexe verstand nicht, sie würde ihr sowieso nicht zuhören...musste sie also auch von hier weglaufen oder würde das nur dazu führen, dass sie am Ende nie wieder auf den richtigen Weg zurückfand? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Das war derzeit schwer zu sagen, und um sich abzulenken, machte Arishi sich auf den Weg zurück nach unten und Draußen, immer noch mit ihrer Ausrüstung am Mann.

 

Sie brauchte wie bereits festgestellt Ablenkung...und irgendwo in der hintersten Ecke des Kopfes begann sich ein Plan zu formen, was sie tun wollte...Kurenai aus dieser Hölle holen, das Mädchen musste beileibe schon genug erdulden und nach Meinung der Ex-Konoha wider Willen konnte das nur ein Ende finden, wenn sie sie irgendwie nach Konoha bringen könnte. Natürlich, die 'Kleine' gehörte eigentlich nach Amegakure, aber bis das Dorf wieder frei war von dieser Plage namens Kouseiyouso, verging sicher noch eine halbe Ewigkeit.

Außerdem wäre es sicher auch in ihrem Interesse, wenn sie sich besser zur Wehr setzen oder verstecken lernte...oder was auch immer ihr dabei half erstens Selsbtvertrauen und zweitens irgendwo auch Vertrauen zu Arishi aufzubauen, damit die wiederum ihre...ja...Ersatztochter nach Konohagekure schicken konnte, ohne Angst um diese zu haben. Oder vielleicht lieferte sie Kurenai persönlich ab und flüchtete dann wieder? So viele Fragen, so wenige Antworten.

 

Doch wie weit es mit alldem her war, würde die Zeit zeigen müssen, das konnte die Ex-Konoha nicht wirklich einschätzen. Sie war schon froh dass man sie ansonsten weitestgehend in Ruhe ließ, damit sie sich in die Dorfgemeinschaft des kleinen Shinshoku integrieren konnte.

Immerhin hatte sie sich freiwillig dazu entschlossen gehabt der Organisation beizutreten. Doch ein gewisses, sehr großes Misstrauen war bis jetzt geblieben, und würde auch so bald nicht verschwinden. Sie wollte sich nicht mit diesen Leuten anfreunden, ihre jüngere Sensei einmal ausgenommen, immerhin waren sie der Feind wenn man so wollte.

 

Nach einer kleinen Weile des Suchens fand die Uchiha ihre jüngere Leidensgenossin dann auch, sie war gerade auf dem Weg zurück zu ihrem 'Zuhause' das keins war.

"Kurenai-chan~!"

Fröhlich begrüßte die Ältere die junge Ame-Nin und hielt sie so mehr oder weniger dazu an stehenzubleiben. Zunächst noch erschrocken, zeigte sich alsbald ein extrem scheues Lächeln auf den Lippen der jungen Dame und sie senkte den Blick.

"A-A-Arishi, ha-hallo... W-W-Was kann ich f-für di-dich tun?"

Allein schon aufgrund der Stotterei und der sichtlichen Unsicherheit wollte die Uchiha prompt wieder eine Umarmung für das Mädchen hergeben, doch das durfte hier niemand sehen, noch wissen wie die beiden tatsächlich zueinander standen. Also blieb es lediglich bei einer fragend gehobenen Augenbraue, gepaart mit einem sanften, kaum sichtbaren Lächeln auf den Lippen.

Das erste Training - Kamereon no Jutsu

"Wir werden heute zusammen trainieren Kurenai-chan. Erinnerst du dich noch an das Kamereon no Jutsu das ich dir einmal gezeigt hatte? Wird Zeit dass du selbst lernst es anzuwenden." Diese Äußerung bewirkte zweierlei bei der Ame-Nin. Zum Einen konnte man förmlich das Leuchten in ihren Augen erkennen, und zum Anderen straffte sich gleich ihre gesamte Haltung ein wenig.

"U-Uhm...ich...i-i-i-in Ordnung... Ich g-ge-gebe nur kurz B-Bescheid, d-d-dann können wir...g-gern gehen, u-u-u-und z-zwar zum g-g-gleichen Platz wie letztes Mal."

"Ganz genau Kurenai-chan...genau da hin. Ich warte hier, dann gehen wir gemeinsam, wie klingt das?" Die Frage stieß auf mehr als nur offene Ohren.

Fast wie ein kleines Mädchen nickte die junge Ame eifrig und verschwand nach drinnen, wo man einen kurzen Wortwechsel vernehmen konnte, ehe das Mädchen dann wieder zu Arishi stieß und sie gemeinsam ihren Platz hinter den brach liegenden Feldern auf einer Waldlichtung aufsuchten.

Auf dem Weg dorthin herrschte einvernehmliches Schweigen, wollte man doch nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen und außer dem einen oder anderen seltsamen Blick der Einwohner Shinshokus war es auch nichts das die beiden Kunoichi begleitete, bis sie das Dorf hinter sich ließen.

 

Kaum angekommen, fing zumindest die Ältere des Damenduos an sich ein wenig warmzumachen, denn die Temperaturen waren in letzter Zeit deutlich gesunken und das trübsinnige Wetter machte es nicht unbedingt besser.

"Soo, während ich mich aufwärme, erzähle ich dir ein wenig über das Kamereon no Jutsu. Es handelt sich hier um eine elementlose Ninjutsu des C-Rangs, damit verschmilzt man mit der Umgebung und wird so beinahe unsichtbar. Wenn man sich nicht schnell bewegt wird man kaum gesehen und weniger leicht entdeckt als normalerweise, sobald du dich aber anfängst schneller zu bewegen nehmen die Menschen in der Umgebung ein leichtes Flirren wahr, ähnlich wie Hitzeflimmern, nur dass es deine Umrisse annimmt und so deine genaue Position verrät, was es einfacher machen kann dich zu treffen, sollte man versuchen dich zu attackieren."

Einige Kniebeugen später, damit die junge Ame-Nin Zeit hatte das zu verarbeiten, sprach Arishi weiter und dehnte dabei ihre Arme. Es kam ihr glatt so vor als wäre sie ein wenig eingerostet.

"Es ist eine Jutsu, die man hauptsächlich für weniger gefährliche Infiltrationen oder Spionagemissionen nutzen kann, aber auch um sich vor Suchtrupps zu verstecken die weder Chakra spüren noch dieses sehen können ist es ideal...ansonsten würde ich die Jutsu nicht empfehlen, außer du willst in finsterer Nacht irgendwo einsteigen. Ah...und du kannst währenddessen keine anderen Jutsu benutzen, Kamereon no Jutsu muss erst aufgelöst werden, damit du wieder etwas machen kannst das nicht darin besteht mehr oder weniger unsichtbar durch die Gegend zu schleichen wie eine Schnecke..hehe. Fallen dir soweit schon irgendwelche Fragen ein meine Liebe, vielleicht sogar Vor- oder Nachteile die Kamereon haben könnte deiner Meinung nach? Wenn ja, nur zu, immer raus damit, ich beiße nicht. Wirklich nicht."

Damit beendete die Senju ihre Ausführungen fürs Erste und gab Kurenai mehr oder weniger das Heft in die Hand – nicht wörtlich gesehen natürlich. Sie sollte jedoch auch selbst etwas tun, denn ihre ältere Gegenüber wollte ihr wohl nicht unbedingt alles vorkauen, damit sie es möglichst einfach hatte, nein. Das Leben war manchmal 'unfair' zu einem und da musste man auch selbst anfangen seinen Kopf zum Denken zu benutzen statt ihn immer nur in den Sand zu stecken, nicht wahr?
 

Nun, wie auch immer. Es sollte ein paar Minuten und viele Durchatmer und Seufzer der jungen Kurenai dauern, bis diese sich tatsächlich zu einer Antwort durchringen konnte. Doch als sie dies dann, war ihre heutige Lehrmeisterin still, stand auch still und würde dem lauschen was die Ame zu sagen hätte. Ein richtig oder falsch gab es nach Meinung der Älteren nicht, da Kurenai es ihrer Ansicht nach nicht besser wusste, immerhin war sie noch jung und eine Genin, die waren noch mehr oder weniger in der Ausbildung wenn man so wollte. Bis zu einem gewissen Grad konnte man sich dort zwar selbst Wissen aneignen, doch auch das hatte seine Grenzen.

Aber gut zurück zum eigentlichen Thema, Kurenais Erklärungen, besser gesagt Fragen und vielleicht sogar richtigen Antworten für Arishi.

"A-Also...u-uhm...e-es...es..."

"Kurenai-chan...komm her, lass dich drücken." Prompt hatte Arishi die kurze Distanz zwischen sich und der Jüngeren überbrückt und diese einfach kurz in ihre Arme geschlossen.

"Ich weiß es ist schwer, aber du kannst das, ich weiß es einfach. Wenn du es nur versuchst, dann reicht mir das schon. Nimm dir so viel Zeit wie du brauchst, und gib mir dann eine Antwort. Sie muss nicht zwingend richtig sein, du bist immerhin mit mir gekommen um zu lernen, nicht um es sofort perfekt zu können." erklärte die Uchiha mit einer engelsgleichen Stimme und einer Geduld, die sie sicher auch für ihre Tochter an den Tag legen würde, wäre diese in einer ähnlichen Situation. Doch Kimiko war das genaue Gegenteil von Kurenai, kam charakterlich ganz nach ihrem Vater und hatte auch dessen wachen Verstand geerbt.

~Kimiko-chan... Ich bin bald wieder da und dann spielen wir zusammen so viel du willst.~

Nach dieser etwas länger währenden Umarmung, die so eigentlich nicht geplant war, stellte sich die Senju wieder ordentlich und mit mindestens einer Armlänge Abstand zu ihrer jüngeren Schülerin auf. Diese wirkte leicht irritiert und ihre Lippen zitterten sogar ein wenig, doch schaffte es das Mädchen sich zu beruhigen...zumindest so weit, dass sie nun wirklich eine Antwort zu geben bereit war. Es ging nicht darum etwas gleich richtig zu machen, darum ging es nicht hatte Arishi gesagt, es ging darum zu lernen.

"I-Ich...also..."

"Wenn du nicht reden möchtest kannst du auch alles aufschreiben was du sagen willst...das wäre auch in Ordnung...mach dir keinen Stress meine Kleine. Wir haben Zeit, wirklich. Und selbst wenn nicht nehmen wir sie uns. So einfach ist das." Ein Zwinkern folgte.

Wenn es doch nur so einfach wäre. Doch so leicht war das nicht für Kurenai, wie man vielleicht meinen mochte. Sie stockte kurz und lächelte, den Blick betreten gen Boden gesenkt.

"Na...gut. Ich...Ich rede lieber, i-i-immerhin ist das a-a-auch Übung!"

Irgendwie klang das ja schon niedlich, dachte sich die Uchiha derweil wohl, wenn man ihr leichtes Schmunzeln irgendwie zu deuten versuchte.

Das musste man ihr lassen, die Jüngere hatte einen gewissen Ehrgeiz sich zu bessern und das war guter Boden für weiteres Training mit ihr, vorausgesetzt man würde dieses Team aus Schüler und Lehrerin nicht unvermittelt auseinanderreißen, wenn es gerade anfing zu funktionieren...und das, so befürchtete die Senju, könnte jederzeit der Fall sein.

Immerhin war ihre 'Schülerin' jetzt nicht die Selbstbewusstseinsbombe schlechthin und schien sich auch nicht für die Ziele der Organisation einsetzen zu wollen wenn sie ihr Verhalten am Tag des ersten Mal Sehens richtig gedeutet hatte. Das konnte einiges bedeuten...und entlockte der Älteren ein Seufzen.

~Konzentration...~ mahnte sie sich selbst. Sie musste aufpassen dass die Jüngere hier keinen Schwachsinn blubberte und dergleichen, und am Ende noch etwas falsch im Gedächtnis behielt. Das könnte im Ernstfall fatale Folgen haben und darauf hatte die Uchiha wiederum nicht wirklich Lust. Es gab nichts, das fataler war als eine Sache falsch oder gar nicht zu lernen und sie dann dennoch anwenden zu müssen...das ging in fast 100 Prozent der Fälle nicht gut, um es freundlich auszudrücken.

"A-Also, ein Vorteil...uhhm, man wird quasi unsichtbar und kann sich ungesehen fast überall...h-hin bewegen...u-und uhm...a-ansonsten fällt mir...da...nichts ein. Ah...! Man kann...unbemerkt lauschen und beobachten. E-E-Ein Nachteil könnte sein, da-dass...man ja...immer noch seinen Geruch hat? I-Ich weiß nicht...Inuzuka können doch...m-m-mit ihrer Nase jemanden finden, oder? A-Außerdem i-i-i-ist man sehr langsam u-und macht trotzdem n-n-noch Geräusche, k-k-kann ich mir v-v-vorstellen...u-und man kann...währenddessen...ni-nicht viel machen, s-s-sondern muss...K-Kamereon no Jutsu erst a-a-a-auflösen. S-Sonst...fällt mich nichts ein..."

Bei dieser ganzen Stotterei verstand man nur schwerlich, was die jüngere Ame-Nin eigentlich sagen wollte, doch die Kernpunkte die sie ihrer Lehrerin erklären wollte, hatte diese dennoch heraushören können, sie war immerhin nicht auf den Kopf gefallen.

 

Apropos, Kurenai zog ihren selbigen nun ein wenig ein, als habe sie Angst vor was auch immer nun käme, statt dessen wurde sie nur vorsichtig getätschelt und sonst nichts.

"Das war schon soweit richtig, und du hast damit sogar schon indirekt mögliche Einsatzgebiete wie die Infiltration und Spionage mit wiederholt, das freut mich sehr. Du passt gut auf. Also, wie ich vorhin schon sagte, kannst du damit mit deiner Umgebung verschmelzen und wenn du dich zu schnell bewegst, wirst du als Hitzeflirren sichtbar. Das liegt daran, dass du dich mehr deiner Umgebung anpasst als tatsächlich unsichtbar zu werden, und der Tarnmantel aus Chakra, den du dir dort überwirfst, kann sich diesen schnellen Veränderungen nicht in der selben Geschwindigkeit anpassen wie du dich bewegst. Daher ist es wichtig sich möglichst langsam oder gar nicht zu bewegen, wenn man sein Ziel erreicht hat. Ah...und wie du schon treffend festgestellt hast, besitzt das Kamereon no Jutsu keinen eingebauten Geräusch- Unterdrücker...also solltest du dir schon Mühe damit geben ein gutes Versteck zu finden, in dem dich niemand so einfach entdeckt." Nun war es wieder Arishi, die weitere Details erklärte und gleichzeitig die Theorie ein wenig wiederholte. Die junge Ame ihr Gegenüber hörte gebannt zu und nickte eifrig, als habe sie verstanden.
 

"Nun gut...das soll es soweit mit der Theorie gewesen sein, hast du noch Fragen? Wenn dir aktuell keine einfallen sollten, kein Problem, dann klären wir das zu gegebener Zeit und widmen uns jetzt erst einmal den Fingerzeichen sowie der genauen Funktionsweise von Kamereon no Jutsu...nicht unbedingt in dieser Reihenfolge."

Sich ein wenig am Kopf kratzend fuhr die Ex-Konoha wider Willen nach einer kurzen Denkpause fort und tippte währenddessen mit der Fingerspitze auf ihr Kinn, als habe sie Probleme sich vernünftig zu erinnern wie diese Jutsu nun funktionierte.

"Ah... Genau. Man formt die für Kamereon no Jutsu nötigen Fingerzeichen und schmiedet das nötige Chakra, etwa doppelt soviel wie man für Kawarimi no Jutsu benötigt, und stellt sich dabei vor wie man ein Teil der Umgebung wird, indem man einen Ganzkörper-Tarnmantel aus Chakra erschafft. Doch Vorsicht! Kamereon benötigt zur Aufrechterhaltung ebenfalls Chakra, etwa halb so viel wie für Kawarimi, merk dir das bitte Kurenai-chan, oder schreib es dir auf. Wenn du diesen Mantel nicht kontinuierlich mit diesem Chakra fütterst, löst er sich auf und du wirst wieder sichtbar...soweit verstanden? Ist eigentlich gar nicht sooo schwer, doch es erfordert einiges an Ehrgeiz um sie zu erlernen...fühlst du dich bereit dafür?"

Nicht dass Yuko, pardon, Arishi, die Antwort schon längst ahnen konnte ohne dass die Jüngere des Kunoichi-Duos etwas sagte, doch sie wollte es trotzdem aus dem Mund der Ame hören. Der stand jedoch vor lauter Staunen der Mund offen, was irgendwie fast schon wieder niedlich aussah, doch nein...Konzentration!
 

"Ah...! Ehm...natürlich! Allzeit bereit, Arishi-sensei!" kam die ungewohnt energische und zur Abwechslung tatsächlich einmal halbwegs 'normale' Antwort ihrer jüngeren Gegenüber, beinahe schon wie aus der Pistole geschossen.

Das war allein schon Grund genug um weiterzumachen, und die Uchiha nickte.

"Sehr gut, so mag ich das. Also...schau gut her, ich zeige dir die Fingerzeichen, und dann darfst du dich an der Praxis versuchen. Schau ganz genau hin. Es sind zwar nicht viele Zeichen, aber durcheinander bringen solltest du sie trotzdem nicht unbedingt, sonst passiert höchstwahrscheinlich rein gar nichts wenn du versuchst das Kamereon no Jutsu über dich zu wirken. Ah...fast vergessen, man kann diese praktische Ninjutsu nur über sich selbst wirken, andere Shinobi können damit nicht belegt werden."
 

Anders als die ein oder andere Genjutsu, dachte sich die Schwarzhaarige wohl und ohne weitere Umschweife fing selbige an, die Fingerzeichen vorzuführen. Langsam, damit die junge Kurenai auch ja alles mitbekam, andererseits aber nicht ZU langsam, da man ja nicht dabei einschlafen wollte.

Viele waren es nicht, und dem Grunde nach brauchte die Ame-Genin nicht einmal eine halbe Stunde bis sie die Zeichen beherrschte, aber sie verhaspelte sich auf dem Weg dorthin immer wieder oder verdrehte ihre Finger in seltsamen Positionen, die man nicht wirklich als Fingerzeichen einordnen konnte, geschweige denn dass sie gesund aussahen. Doch da am Ende nichts gebrochen war, korrigierte die Uchiha nur hin und wieder Fehler, gab Tipps, korrigierte wenn nötig vorsichtig die Fingerstellung und ließ es Kurenai wieder und wieder versuchen, bis es flüssig und ohne irgendwelche größeren Verletzungen von der Hand ging.
 

"So...jetzt gehen wir zur Praxis über. Weißt du noch wie Kamereon no Jutsu anzuwenden ist? Fingerzeichen dürften ja jetzt mehr als klar sein." Abwartend, jedoch mit einem sanften Lächeln auf den Lippen blickte sie in Richtung ihrer Teenie-Schülerin und wartete ab, ob und wenn ja was sie zu ihrer Frage zu sagen haben würde.

"Ehhhm...man benötigt Chakra in der doppelten Menge von Kawarimi no Jutsu und es muss ständig welches zugeführt werden, etwa in der Hälfte der Menge von Kawarimi...o-o-oder so ähnlich. E-E-Es ist eine Art Tarnmantel, der dich mit der Umgebung verschmelzen lässt und man darf sich nicht oder nur sehr langsam bewegen...denke ich." Die junge Dame aus dem wunderschönen Amegakure wirkte bei dieser Antwort noch immer ein wenig verunsichert, aber zumindest stotterte sie fast nicht mehr. Augenkontakt jedoch wollte sie scheinbar nicht wirklich halten...warum wohl?

 

Wieder eine dieser Fragen die wohl so bald keine Beantwortung finden würden. Ebenso wie die Tatsache, wie sie der alten Yukiko Amano beibringen sollte, dass sie bereits verheiratet und eben kein Heuchler war, der sich hinter der Ausrede einer Familie versteckte. Doch da wedelte ihr jemand mit der Hand vor den Augen herum und versuchte ihre Aufmerksamkeit zu bekommen...es war Kurenai wie sich herausstellte.

"Uhm...Arishi? Hallo, jemand...zuhause? W-Was ist los?"

~...oh. Shimatta! Ich muss mich konzentrieren, keine Ablenkung mehr. Das geht nicht.~

"Nichts...alles bestens. Mach dir keine Sorgen. Und davon mal abgesehen ist deine Zusammenfassung soweit richtig...sehr gut! Dann kannst du theoretisch schon anfangen zu üben, wenn du möchtest. Oder gibt es noch Fragen...mal abgesehen von dem eben?"

Ein energisches Kopfschütteln, gepaart mit einem noch immer scheuen Lächeln, folgte daraufhin.

 

"Dann fang an Kleines, ich beobachte dich...und helfe weiter wenn es nötig sein sollte. Aber du kannst das auch ganz gut alleine wie ich finde. Du brauchst nur etwas mehr...Selbstvertrauen. Das ist es. Aber alles zu seiner Zeit, ja? Eins nach dem anderen, oder willst du den großen Raben etwa verärgern?" scherzte die Dame eher so halbherzig und machte damit einen kleinen, aber feinen Fehler, denn die Augen der Jüngeren weiteten sich erschrocken.
 

"Verärgern? Niemals! I-I-Ich bin ein braves Mädchen, ich...ich schwöre!" fiepte es aus Richtung derselben, kleinlaut wie eh und je...und die Uchiha der Runde schlug sich selbst gegen die Stirn.

~Und ich sollte aufpassen was ich wann und wie zu ihr sage...der Ton macht die Musik und dieses Mädchen hat definitiv nicht viel gute Musik zu hören bekommen in der letzten Zeit...da muss ich nicht noch weiter darauf herumhacken. Wirklich nicht.~

Einen stummen Seufzer loslassend blieb die Schwarzhaarige genau dort stehen wo sie gerade war und aktivierte – bewusst sei anzumerken – ihr hübsches Doujutsu, besser bekannt als Sharingan und mit zwei schicken schwarzen Tomoe in jedem Auge.

Sie würde ihre Schülerin nicht noch einmal darauf hinweisen keine angst zu haben, immerhin kannte diese das Auge schon von dem Training, in dem Arishi sich Kugeruburittsu abgeschaut hatte. Immer diese dreisten Uchiha mit ihren komischen roten Augen...
 

Nun wie auch immer. Man konnte deutlich sehen dass Kurenai ihre lieben Probleme hatte die Jutsu auch in der Praxis anzuwenden. Wie von ihrer Sensei vorhergesagt blieb sie ein wenig hängen wenn man so wollte. Es war wirklich nicht einfach den Tarnmantel so anzupassen dass er einen mit der Umgebung verschmelzen ließ. Das war der tricky part wenn man es so nennen wollte. Aber an sich machte Kurenai nichts falsch. Sie war nur etwas sehr nervös und verkrampft. Doch verkniff sie sich diese Äußerung und blieb still soweit nötig.

Im ersten ernsthaften Versuch der jungen Dame aus Ame schien sie tatsächlich mit der Umgebung zu verschmelzen, wenn auch nur für ein paar Momente, ehe sie ohne Vorwarnung wieder auftauchte. Man hätte meinen können es wäre eine Art optische Täuschung gewesen, da die Gestalt der 'Kleinen' mehr oder weniger geflackert hatte, gleich einem unruhigen Windlicht

"Das war schon die richtige Richtung Kurenai-chan. Versuch es ruhig weiter, du machst das gut! Nur musst du das Chakra gleichmäßig verteilen und darfst die Zufuhr an diesem nicht abreißen lassen...dann ist es perfekt."

Mit gerecktem Daumen ihre Schülerin anblickend versuchte sich Arishi nunmehr als Motivations'trainer' wenn man so wollte, und wieder gab es ein eifriges Nicken, ohne jegliche Worte, ehe die junge Dame aus Ame mit ihren schönen Sommersprossen und dem wilden orangefarbenen Wuschelkopf die Übungen fortsetzte...und sich prompt zu viel Mühe geben wollte.

 

Glücklicherweise passierte nichts weiter Schlimmes...genauer gesagt gar nichts und Arishi musste sich ein Grinsen verkneifen. Erst klappte es schon beinahe, dann gab sich die Jüngere zu viel Mühe und nichts funktionierte mehr, das war schon irgendwie niedlich und zugleich ein wenig traurig.

"Na...jetzt bist du zu verkrampft. Ein wenig lockerer darfst du schon sein Liebes. Ah...ich muss mich kurz setzen, einen Moment. Mach ruhig weiter, ich beobachte dich."

Woher das Unwohlsein, besser gesagt die Übelkeit der Schwarzhaaarigen rührte, konnte sie nicht sagen, sie hatte nichts Falsches getan oder gegessen, noch ihr Training in irgendeiner Form schleifen lassen.

Und auch nicht sich mit irgendwelchen Kerlen eingelassen, das wäre ja noch schöner! ...oder vielleicht doch? Genau sagen konnte es die Dame gerade nicht, sie zwang sich dazu sich auf die Fortschritte Kurenais zu konzentrieren.

 

Diese war im Übrigen mittlerweile nicht mehr zu sehen – für normale, ungeübte Augen schien sie jedenfalls von der Bildfläche verschwunden zu sein.

"H-Hat es...geklappt?" hallte Kurenais Stimme aus dem 'Nichts', beziehungsweise vom letzten Ort her an dem sie eben noch gestanden hatte.

"Ja, du hast die richtige Balance gefunden wie es aussieht. Sehr gut, sehr gut! Und jetzt versuch dich zu bewegen ohne dass es sich auflöst, du kennst ja die Geschwindigkeit mit der du das tun kannst...Schneckentempo." kam kurze Zeit später die 'Bestätigung' der Älteren und sie zwinkerte beim letzten Wort schelmisch. Aber mit der Geschwindigkeit die die Ex-Konoha wider Willen an den Tag legen konnte, war das was man 'ungesehen' während der Wirkung des Kamereon no Jutsu zurücklegen konnte, wirklich Schneckentempo und kurz darauf konnte man das Gras rascheln hören als sich Kurenai umher bewegte, ihre schemenhafte Gestalt war dabei immer wieder kurz zu erkennen und sie schien, in einer vergleichsweise kurzen Zeit sogar, das Grundprinzip der Jutsu verstanden zu haben, sodass sie das Training hier getrost alleine fortsetzen konnte.

 

Das freute die Nuke-Nin schon auf eine gewisse Art und Weise. Doch anscheinend musste die Ältere gerade wirklich nicht gut aussehen, denn kurze Zeit später konnte sie Kurenai vor sich sehen, auf den Knien und mit schiefgelegtem Kopf versuchte sie herauszufinden was im Kopf ihrer Sensei vorging...oder was immer dieser Blick aus den dunklen Augen bedeuten sollte und sie hatte fast schon andächtig vorsichtig die Hand ausgestreckt.

"Arishi...du siehst wirklich nicht gut aus...w-was...ist denn los? Habe ich...e-etwa...etwas...f-f-falsch g-g-g-gemacht?" Da war es wieder, die unsichere Stimme of Doom, die die Angesprochene gewissermaßen wieder wachrüttelte. Die hübschen roten Augen hatten sich längst wieder deaktiviert, schlicht aufgrund mangelnder Konzentration.
 

"Nein, alles in bester Ordnung, du hast nichts falsch gemacht Kurenai-chan. Im Gegenteil, du hast mich heute sehr stolz gemacht, denn du kannst das Kamereon no Jutsu nun selbständig üben. Immerhin hast du das Grundprinzip schon verinnerlicht und ich kann dir sonst nichts mehr zeigen...wir können also zumindest für heute zurückkehren und in ein paar Tagen zeigst du mir deine Fortschritte, klingt das nach einem Plan?"

~Ich muss mich doch ausruhen, zurück zu der alten Hexe die es nicht verstehen will...und dann in ein paar Tagen...~ Die Senju nickte sich selbst zur Bestätigung zu und irritierte ihre jüngere Gegenüber damit nur miiiiiiinimal, da diese kurz darauf ebenso nickte.
 

"H-Hai...zurück... I-Ich...komme dann...i-i-i-i-in ein paar T-T-Ta-Tagen vorbei." Mit diesen Worten endete der heutige Trainingstag und wenn man einmal davon absah was vor Arishis gemeinsamen Trainings-Ausflug mit Kurenai passiert war, konnte man das doch als ein ziemlich erfolgreiches Unterfangen verbuchen – auch wenn die Ex-Konoha wider Willen wirklich auf ihre Wortwahl, wie auch ihren Ton in Gegenwart der jungen Ame aufpassen musste, das hatte sie heute mehrfach feststellen dürfen.

Andererseits hatte das Mädchen mit dem Karottenkopf heute auch einige Fortschritte gemacht – nicht nur hinsichtlich des Jutsu-Trainings, sondern auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Jetzt musste sie beides nur noch ausfeilen und üben...dann würde das sicher bald funktionieren wie bei einem halbwegs 'normalen' Menschen. Doch was war heutzutage schon normal? Richtig, nicht allzu viel.

Flashback und andere Sorgen

So trennten sich innerhalb des Dörfchens Shinshoku die Wege der beiden Damen wieder und jeder marschierte zu seinem respektiven 'Zuhause', während es Draußen bereits langsam dämmerte. Drinnen wurde die Dame von Yukiko-sama mit einem Lächeln begrüßt, während sie gerade etwas häkelte, doch ihr fiel sofort die Blässe im Gesicht ihrer 'Tochter' auf und sie kam auf diese zu um sie aus der Nähe zu betrachten.

"Kind...du bist ganz blass, was ist los?"

Die Uchiha jedoch blickte nur verbissen zur Seite und antwortete nicht, ihr ging es bestens. Ihr ging es bestens...nein, das was ihr vorhin durch den Kopf gegangen war konnte wirklich nicht sein. Sie konnte unmöglich noch ein weiteres Kind erwarten...woher auch?

"Es geht mir gut Yukiko-sama. Bitte, ich brauche nur meinen Schlaf und dann geht es bald schon wieder. Wirklich. Ich brauche nichts."

~Nicht von euch.~ schoss es ihr ergänzend durch den Kopf und irgendwie konnte man gerade denken was man wollte, aber diese Szene fühlte sich fast an wie bei einem rebellischen Mädchen, das nicht einsehen wollte warum es nicht Kunoichi werden durfte.
 

Kurz flackerte eben diese Erinnerung vor dem geistigen Auge der Dame auf und sie blickte nur weiter zur Seite, starrte jedoch mit leerem Blick auf einen nicht existenten Punkt.

~Nein...aufhören! Ich will das nicht sehen!~

Sich mächtig am Riemen reißend schob Arishi sich nachdrücklich an der Hausherrin vorbei und hatte sich bald darauf mehr oder weniger erfolgreich nach oben zurückgezogen, das Futon in ihrem Zimmer ausgerollt und sich so wie sie war darunter verkrochen, die Finger in den Haaren vergraben und...ja...weinend.

~Es tut mir Leid...estutmirLeidestutmirLeidestutmirLeid...~

Den selben Gedanken immer wieder wie ein Mantra wiederholend starrte sie ins Dunkle, Leere unter der Decke des Futons und weinte still vor sich hin. Es war alles wiedergekommen was mit ihrem Zustand am heutigen Tag zusammenhing. Sie hatte ihre Familie verraten, ihre Lieben.
 

Wie könnte sie den beiden Kindsköpfen je wieder in die Augen schauen nach so etwas? Richtig, niemals. Manche Fehltritte konnte man einfach nicht vergeben und sei es nur ein One Night Stand mit einem der Dörfler, etwas ohne Bedeutung.

Und dann auch noch Yukikos Verhalten...es hatte alte, längst vergessen geglaubte Erinnerungen wieder getriggert, etwas das sie vor langer Zeit dazu gebracht hatte erst recht Kunoichi zu werden und niemals ihren Ehrgeiz zu verlieren.

Dieses Verbot ihrer Eltern über das sie sich einfach hinweggesetzt hatte, weil sie nicht hören wollte wie gefährlich es sein konnte, dass sie würde sterben können und Vater sowie Mutter Angst um einen viel zu frühen Tod ihrer Ältesten hatten. Doch sie hatte damals nicht gehört...hätte sie doch nur heute darauf gehört, dann hätte man jetzt keine Probleme mit seinem Gewissen.

~Shimatta...das kann so nicht bleiben, ich kann das nicht nochmal...nicht unter solchen Umständen.~
 

Yuko – pardon, Arishi – raufte sich unter der Decke die Haare, es schien sie irgendwo wirklich verrückt zu machen, was heute alles passiert war. Aber wenn etwas geschah dann wohl gleich alles auf einmal und so richtig mitten ins Gesicht, mit voller Kraft und ohne Rücksicht auf irgendetwas. Das war doch wirklich zum Mäusemelken. Aber halt...nein, eigentlich hatte sie keinerlei Grund sich verrückt zu machen oder verrückt machen zu lassen, oder?

Menschen waren Menschen, weil sie Fehler machten...doch als ehrgeiziger Perfektionist machte man keine Fehler, hatte man keine Schwäche oder ähnliches zu zeigen, nicht wahr?

So war es auch in diesem Fall, sie musste es mit Fassung tragen und das Beste aus der Situation machen...und dazu gehörte auch, sich nicht von irgendwelchen Familienschätzen oder dummen Äußerungen dummer Mitmenschen die keine Ahnung hatten aus eben dieser Fassung bringen zu lassen...

~Wieso mache ich mich so verrückt? Nur weil sie der Meinung ist, ich wäre eine Heuchlerin? Sie hat keine Ahnung, garkeine.~

Exakt aus diesem Grund hatte sie keine Hilfe von dieser Frau gewollt, kein gar nichts. Und das würde auch so bleiben, bis in alle Ewigkeit wenn es sein musste. Aber nein, lieber ließ sie sich von derartig unüberlegten Äußerungen erst einmal den Tag verderben, nur um in ruhigen Momenten wieder auf einen einigermaßen mit ihr selbst vereinbaren grünen Zweig zu kommen? Großartige Idee liebe Arishi, wirklich verdammt gut geplant – nicht.

 

Nachdem dieses wirklich unnötige Drama nun auch geklärt war, konnte man ja wieder zum 'Tagesgeschäft' übergehen, oder? Dumm nur wenn der Tag sich schon fast dem Ende entgegen neigte und man nicht mehr viel machen konnte außer nachdenken und eventuell schlafen. Denn es würde auffallen wenn sie sich nachts Draußen herumtrieb...doch was war sie...ein kleines Kind auf das man ständig ein Auge haben musste? Pah. Das wäre doch gelacht...doch andererseits wollte sie ihr Glück nicht unbedingt herausfordern...von daher wurde es vorerst dabei belassen und sie löschte – nachdem sie sich umgezogen hatte selbstverständlich – für heute endgültig das Licht, stand nur noch eine Weile am Fenster um etwas ihren ohnehin durcheinander gewürfelten Gedanken nachzuhängen.

~Jirou...Kimiko... Es tut mir Leid, bitte vergesst mich nicht... Hoffentlich passt Izuzu gut auf euch auf.~

 

Wüsste die Senju, wie es um die eben erwähnte Jounin derzeit bestellt war, hätte sie sich vermutlich immens gefreut, so aber musste man mit einer gewissen, tagtäglich größer werdenden Ungewissheit klarkommen, die einem dann und wann schon einmal die Nerven rauben und einen mehr angreifbar machen konnte als nötig – so wie es heute der Fall gewesen war.

Sicher, ein Shinobi hatte im Dienst stets nur an die Mission und Erfüllung selbiger zu denken, aber wie lange war sie jetzt schon hier? Über ein halbes Jahr, und es war gewissermaßen ihre selbst erklärte Mission, zu spionieren und Informationen herauszubekommen wo sie nur konnte Bis jetzt waren diese sehr dürftig ausgefallen in ihren Augen, doch das musste nicht heißen dass es nicht besser werden würde. Nein, es gab sicher bald bessere Zeiten und Gelegenheiten wenn man so wollte.

~Ich sollte aufpassen, nicht dass es noch auffliegt und alles bisher umsonst war...das muss nicht sein. Das muss es wirklich nicht. Ich will nicht wissen was passiert wenn...ah, egal, nicht darüber nachdenken, sonst fällt das noch auf.~

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf war die Dame schließlich irgendwann doch noch eingeschlafen...und wurde nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht von einem kräftigen Klopfen an ihre Türe geweckt.

 

Es dauerte danach keine zwei Minuten, da hatte die Ex-Konoha wider Willen bereits das Futon zum Lüften aufgehängt und wollte sich gerade noch einige Dinge wie die Vollständigkeit ihrer Ausrüstung überprüfen, da öffnete sich auch schon die Tür und...niemand war zu sehen, doch es waren Schritte zu hören und statt wie vermutlich jeder 'normale Mensch' das Weite zu suchen, blieb Arishi halbwegs ruhig, lachte sogar leise.

"Kurenai-chan?"

Keine Antwort, und die zugegeben doch etwas unsicheren Schrittchen stoppten ebenfalls. Wenn man jemanden allein schon an der Gangart mittels des Gehörs von anderen unterscheiden konnte, war das schon etwas besonderes, andererseits auch wieder nicht, wenn man diese Personen jeden Tag sah oder anderweitig mit ihr zu tun hatte. War zumindest die Meinung der Uchiha...und sie sollte Recht behalten, kurz darauf löste sich die Gestalt der jungen Ame-Nin aus der Umgebung heraus und sie fiepte nur etwas von wegen 'bittenichtbösesein' oder dergleichen vor sich hin, als habe sie Angst für diese Aktion eine auf den Deckel zu bekommen, doch das blieb aus.

 

"I-I-I-Ich hatte Yukiko-sama gefragt...n-n-nicht böse sein Arishi...huh?" Anstatt der wohl erwarteten Schläge blieb eben das aus und sie wurde...getätschelt? Das war für die junge Dame zugegeben eine etwas befremdliche Reaktion, aber sie würde sie vorerst so hinnehmen, es war immerhin besser als Ärger für Nichtigkeiten zu bekommen, diese Ex-Konoha war wirklich etwas Besonderes, etwas anderes als das was man sonst so sah in diesem Land, das besetzt war von Möchtegern-Weltverbesserern.

"Glückwunsch, du hast es geschafft die Jutsu zu meistern und das in nicht einmal einem Tag...wir haben doch den nächsten Tag, oder?" Verwundert legte die Schwarzhaarige den Kopf schief, sie hatte offenkundig länger geschlafen als nötig, so wie das Futon roch...und sie selbst erst.

"Uhm...n-nein, haben wir nicht. W-W-Wir haben uns v-v-vo-vorgestern getroffen. Y-Yukiko-sama hat gesagt, d-d-du hä-hättest seit vorgestern durchgängig geschlafen... Aber uhm...i-i-i-immerhin siehst du nun w-w-w-w-wieder besser aus. Wesentlich besser."

 

Ein scheues Lächeln folgte seitens Kurenai, und da wurde sie schon von 'Arishi' umarmt, wenn auch nur kurz...denn die Aussage der Jüngeren beschäftigte sie durchaus, war sie wirklich so erschöpft gewesen? Vermutlich nicht...aber man konnte nie wissen, vielleicht hatte sie sich auch nur etwas eingefangen und sich deshalb auch eingebildet womöglich wieder schwanger zu sein...aber darüber wollte sie lieber nicht nachgrübeln, das bereitete nur den Weg für krude Verschwörungstheorien und davon war die Dame kein Freund, gewiss nicht.

Sie sammelte ihre Siebensachen auf und wirkte um Fassung bemüht, doch das konnte sie gerade vergessen, sie hatte sich vor Kurenai eine Blöße gegeben die man eigentlich nicht haben durfte ihrer Meinung nach.

Andererseits waren sie wiederum nur Menschen und keine bloßen...doch sie waren nur Werkzeuge des Willens derer, die das Kommando über sie hatten...bis zu einem gewissen Grad jedenfalls, irgendwann war da jedoch eine Grenze erreicht. Zumindest die Uchiha der Runde hatte eine sehr geringe Toleranzgrenze, diese war erreicht sobald es um ihre Familie ging, jene zuhause in Konoha für die sie diese Entbehrungen auf sich nahm, um am Ende auch dem Dorf einen Dienst zu erweisen und dann...ja...dann würde sie vermutlich sterben...keine schöne Aussicht, aber sie hatte immerhin das Dorf verraten wenn man so wollte, da gab es kein Pardon.

Würde man ihr überhaupt glauben?

Vermutlich weniger...aber gut darum wollte sie sich nun wirklich keine Gedanken machen. Es machte, wie schon vorgestern, nur den Tag kaputt und das konnte man momentan wirklich nicht gebrauchen. Es machte übervorsichtig, gar paranoid, das konnte Arishi aus erster Hand bestätigen.

 

"Ich habe eine Idee Kurenai-chan. Du gehst Yukiko-sama ein wenig zur Hand, und ich nehme derweil ein ausgiebiges Bad...wie du vielleicht riechen kannst wird das dringend nötig...ehehehe. Du sammelst bitte außerdem ein paar Blätter von den Bäumen, Und dann treffen wir uns wieder in diesem Zimmer hier. Ich habe eine Idee was wir heute tun werden." Und tatsächlich hatte die gebürtige Uchiha eine Idee was man heute tun könnte. Kurenai konnte sich quasi unsichtbar machen und damit besser verstecken, also wurde es Zeit dass sie auch lernte sich vernünftig zu wehren und das ging nur mittels einem breiten Repertoire verschiedenster Ninjutsu. Irgendwo stand da tatsächlich die Angst diese Idee könnte sich einmal gegen sie wenden, doch selbst wenn, Kurenai war ihr um Meilen unterlegen, körperlich wie auch sonst – noch zumindest.

Und tatsächlich, es folgte ein kurzes 'Hai' und ein Nicken des Karottenschopfs, auch wenn man ihr eine gewisse Verwirrung durchaus anmerkte.

 

Doch so hatte sie eine Aufgabe und ließ die Ex-Konoha eine Weile in Frieden, damit sie nachdenken konnte. Wobei, ob das so eine gute Idee war? Man hatte doch gesehen wohin das führte...also wozu es wieder darauf ankommen lassen?

Um es besser zu machen, ganz klar, immerhin konnten Fehler jedem unterlaufen, egal welcher Art und Tragweite. Wie bereits mehrmals zutreffend festgestellt war man immer noch menschlich und neigte daher zu Fehlern.

Während die Uchiha da nun also vor sich hin badete und wieder sauber wurde, hatte sie jedoch wieder Zeit nachzudenken und sich zu fragen, ob...nein, aus. Das durfte sie nicht weiter verfolgen, sie hatte diese Gedankenspirale schon einmal durchgespielt und keine Lust darauf das jetzt zu wiederholen. Wirklich nicht.
 

Und doch kam sie nicht daran vorbei in sich hineinzuhorchen, immerhin kannte sie ihren eigenen Körper noch mit am Besten. Natürlich, die gute Dame war kein Arzt, aber das Gefühl einer werdenden Mutter konnte man nicht täuschen, insbesondere nicht wenn sie bereits Kinder hatte...man könnte es auch als sechsten Sinn bezeichnen wenn man so wollte.

~Also doch, huh... Na schön. Auch wenn es mir vorkommt wie Verrat an Ji-chan und Kimiko, aber ich kann es nicht mehr ändern...~ Arishi seufzte gedehnt und schüttelte den Kopf und versuchte die lästigen Gedanken vorerst erfolgreich zu verjagen.

Die Dame badete zu Ende und wusch sich die lange schwarze Zottelmähne, ehe es in frischen Klamotten, mit der Ausrüstung am Mann und eingepackter nasser Haarmähne wieder auf das Zimmer ging das sie bewohnte...wenn, ja wenn die Übelkeit sie nicht einholen würde und dazu nötigte sich zu übergeben. Da sie nicht wirklich etwas gegessen hatte war das Ganze eine nicht gar so appetitliche Angelegenheit...aber gut damit musste man leben nicht wahr? Jedenfalls blieb für den Moment nicht wirklich etwas anderes übrig und als Arishi es endlich wieder auf 'ihr Zimmer' schaffte, wartete Kurenai dort schon auf sie, samt Blättern und einem Tablett mit Essen sowie Tee.

War das Yukiko-sama gewesen? Nun jemand anderes außer ihrer jüngeren Bekannten aus dem wunderschönen Ame könnte es schlicht nicht gewesen sein, also lang die Vermutung nahe dass ja.
 

"Vielen Dank, Kurenai-chan. Ich hoffe du hast nicht-eh? Was schaust du so?" Ein etwas besorgter Blick war deutlich in Kurenais Gesicht erkennbar, sie sagte nur kein einziges Wort und das machte diese kleine Szene zugegeben ein wenig seltsam wenn man so wollte...ehe es dann doch noch eine Antwort gab:

"D-Du bist schon wieder blass...i-i-i-iss etwas. Y-Y-Yukiko-sama h-h-hat sich Sorgen g-g-gemacht, u-und tut es immer noch."

~Tut sie das?~

Verwundert hob sich eine Augenbraue der Uchiha und sie musterte ihre jüngere Gegenüber. Um sie nicht zu beunruhigen oder ihren Unmut über die gesamte Situation an der Jüngeren auszulassen, setzte sie ihr bestes Lächeln auf und ließ sich im Schneidersitz auf dem Boden nieder.

"Yukiko-sama ist aber auch eine wunderbare Frau...ich weiß dass sie sich nur Sorgen macht, aber mit mir ist alles in bester Ordnung, wirklich. Aber keine Sorge, essen werde ich...und du ebenfalls. Währenddessen kann ich dir ja erklären was wir heute vorhaben. Wie klingt das für dich? Kannst du damit leben?"

 

Die Ame-Nin nickte etwas irritiert.

"Uhm, n-n-natürlich kann ich das! Schau, i-i-i-i-ich habe Blätter m-m-mitgebracht, g-g-ganz viele, i-immerhin ha-hast du eeeewig gebadet...hehe." Die Jüngere blickte zwar zur Seite und wirkte immens unsicher bei ihren Worten, aber immerhin wurde es mit der Stotterei tatsächlich besser und sie hatte sogar einen ganzen Haufen – zum Glück trockener – Blätter aufgetrieben. Bei dem was die Ex-Genin mit der Ame vorhatte würden sie auch einen ganzen Haufen davon benötigen. Wenn nicht sogar mehr, aber das konnte man jetzt noch nicht einmal ahnen.

"Sehr gut, sehr gut, die werden wir alle brauchen, aber zuerst...wird gegessen, ich habe massiv Hunger...und du sicher auch oder? Sag nicht nein."

Da musste man ja fast zustimmen mitzuessen und tatsächlich tat Kurenai das auch, man konnte förmlich beobachten wie sie sich beim Essen ein wenig entspannte und so auch die Uchiha, die seit glatt zwei Tagen keinen Bissen – zumindest nicht bewusst – zu sich genommen hatte. Und trotz der etwas lockeren Atmosphäre unterhielt man sich nicht, sprach kein Wort miteinander. Entweder weil sich eine von beiden nicht traute oder aber aufgrund der Tatsache dass es schlicht nichts Neues gab außer dem, was die junge Dame mit dem Karottenkopf vorhin so schön demonstriert hatte.

Fortsetzung des Trainings - Das Windelement

Das Frühstück der beiden Grazien verlief wie bereits erwähnt nicht unbedingt sehr gesprächig, vorrangig weil es nicht wirklich etwas Neues zu erzählen gab, und gerade als man die Mahlzeit beendet hatte, wollte Arishi aufstehen um das Geschirr wegzubringen, jedoch...wurde sie sanft davon abgehalten – ausgerechnet von der jungen Ame-Nin mit dem Selbstvertrauen einer Kartoffel.

"Nein, ich mache das schon...Yukiko-sama h-h-hat gesagt...du...du könntest...uhmmm...e-egal...i-i-i-ich..." Wie der Karottenkopf mit den Sommersprossen im Gesicht stammelte und stockte...irgendwo hatte Yuko...pardon, Arishi, glatt wieder einmal Mitleid mit dem armen Mädchen, doch wollte sie nicht anders behandelt werden als sonst auch. Sie war eine erwachsene Frau die ihre Grenzen mehr als nur gut kannte und wusste wann Schluss war. Darum schüttelte sie auch den Kopf.

"Ich mache das schon...warte einfach hier, richte deine Schreibsachen her und gieß uns etwas Tee ein. Das wäre schon Hilfe genug, wirklich." Die Antwort der Nuke-Nin fiel vergleichsweise freundlich aus, wenn auch etwas bestimmend. Sie machte deutlich, dass sie nicht wie ein Kleinkind behandelt werden wollte, schnappte sich das Tablett mit den leeren Schüsseln und machte sich leichtfüßig auf den Weg in die Küche des Hauses. Offenkundig waren weder Yukiko-sama noch ihr Mann daheim, das Haus wirkte wie ausgestorben. Vermutlich hatte die Hausherrin das Frühstück schon längst vorbereitet gehabt, zumindest läge die Vermutung nahe. Aber gut darüber wollte sich die Uchiha nun keine Gedanken machen, sondern erledigte den Abwasch des vorbezeichneten Geschirrs sowie der dazu passenden Essstäbchen, ehe alles hübsch ordentlich an seinen Platz gestellt wurde, damit man nur ja keine unnötigen Umstände verursachte. Dabei waren die eingewickelten nassen Haare nicht unbedingt von Vorteil...doch ein Glück hatte Arishi genügend Erfahrung mit dieser langen Mähne, um nichts kaputt zu machen.

 

Kurze Zeit später, lass es vielleicht fünf bis zehn Minuten gewesen sein, war die Uchiha bereits wieder auf dem Weg nach oben und fand dort zum Glück kein heilloses Chaos oder dergleichen vor...nur eine Kurenai, die ihnen brav Tee eingegossen und ihre Schreibsachen bereitgelegt hatte. Diese sahen zugegebenermaßen ziemlich abgegriffen aus und bei genauerem Hinsehen konnte man einige getrocknete, dunkelrote Flecken darauf erkennen...doch verkniff sich die Ältere irgendwelche neugierigen Nachfragen, die kein Mensch brauchte. Das würde den jungen Karottenkopf nur verschrecken und dazu bringen wegzurennen oder dergleichen – ganz sicher! Also ein No-Go für die Mutter einer Tochter.

Diese setzte sich nun der Ame-Nin gegenüber, erneut im Schneidersitz, auf den Boden und schnappte sich kurz eines der Blätter, drehte dieses hin und her und legte es wieder zurück zu den anderen.

 

"Normalerweise findet man anders heraus, welche Affinität man zu welchem Element hat. Ich möchte dich heute in das faszinierende Gebiet der Fuuton-Ninjutsu einführen. Mit Hilfe deiner Chakra-Reserven wird entweder Luft aus der Lunge, oder aber die Umgebungsluft so manipuliert, dass sie entweder komprimiert und wie eine Kugel auf dein Gegenüber schießt, oder aber einem Schwert gleich geschärft wird und so ziemlich lästige Fleischwunden hinterlassen kann – ähnlich wie ein richtiges Schwert...um nur ein paar Beispiele zu nennen. Im Normalfall bekommen wir Papier in die Hand und sollen uns auf ein bestimmtes Element konzentrieren. Dieses Papier wurde aus Bäumen gewonnen die mit Chakra genährt werden...doch wir müssen heute improvisieren, daher habe ich dich auch all diese Blätter sammeln lassen – nur falls du noch nicht mit dem Windelement vertraut bist. Es ist stark gegenüber Raiton und schwach gegenüber dem Katon...kannst du mir vielleicht zumindest betreffend der Schwäche erklären wieso das so sein könnte?"

Mit diesem doch relativ langatmigen Monolog auf den Lippen begann das heutige Training für die junge Dame aus Ame, die sich bereits fleißig Notizen in ihr Büchlein machte und so zumindest mental bei Arishi Pluspunkte sammelte. Diese hatte sich indes einen der Teebecher geschnappt und schlürfte genüsslich...Jasmintee. Nun, besser als Grüntee, der mehr oder weniger giftig für werdende Mütter war.

 

Doch wie schon bei ihrem letzten Training, dauerte es einige Zeit bis der Karottenkopf der Uchiha bereit war eine Antwort zu geben, sie überlegte hin und her, blies dabei sogar die Wangen auf...was zugegebenermaßen schon ziemlich niedlich aussah, doch deswegen war man nicht hier.

"Das ist leicht. D-D-Der Wind facht das F-F-Feuer an u-u-und verstärkt es somit, das ist für einen Nutzer des..W-W-W-Wi-Windelements nicht gerade v-v-von Vorteil...denke ich. So wird er...noch eher...g-g-geröstet."
 

Zwischen zwei Schlucken Tee nickte die Uchiha besätigend.

"Das ist soweit korrekt meine Liebe. Die erzeugten Winde fachen das Feuer nur weiter an, man sollte sich also vorsehen, allerdings bist du gegen Raiton-Nutzer im Vorteil sofern du das Fuuton-Element nutzt. Diese sind wiederum gegenüber Suiton-Nutzern im Vorteil und jene gegenüber den Nutzern des Feuer-Elements...aber lassen wir das, die verschiedenen Stärken und Schwächen zwischen den Elementen sind gerade nichts, womit wir uns weitergehend beschäftigen wollen. Sondern eher...das da. Die Blätter die du mitgebracht hast. Da wir kein Chakra-Papier haben um herauszufinden ob du eine Affinität zum Wind-Element hast, müssen diese Blätter notgedrungen herhalten. Das Wind-Element, Fuuton genannt, hat hauptsächlich einen scharfen, schneidenden Aspekt, darum solltest du versuchen, deinem Chakra genau diesen Aspekt aufzudrücken. Nimm dir eins der Blätter, schließe deine Hände darum und konzentriere dich auf das was ich eben gesagt habe, dann leite das entsprechende Chakra in deine Handflächen. Wir werden erst aufhören, wenn du es schaffst, eines der Blätter komplett zu entzweien, und dann mit dem nächsten Schritt weitermachen...eine Fuuton-Ninjutsu erlernen.

Doch...eins nach dem Anderen."

Die Ex-Konoha wider Willen stellte ihren Tee beiseite und wies mit der Hand auf den kleinen Blätterhaufen, den Kurenai angeschleppt hatte – alle soweit man erkennen konnte von der selben Baum-Art...oder nicht? Wie auch immer, das spielte weniger eine Rolle für die Schwarzhaarige.

"A-Also mit Hilfe des entsprechenden Chakras etwas scharfes, schneidendes, das das Blatt entzwei teilt, erzeugen? I-I-Ich versuche es...a-a-aber nicht böse sein w-w-w-wenn e-es nicht f-f-funktioniert." So verunsichert wie Kurenai gerade wieder wirkte...das konnte doch nicht normal sein...oder über-analysierte Arishi die Situation gerade nur wieder und wurde paranoid? Vielleicht, doch sie sagte nichts, nickte nur stumm und nahm sich selbst eines der Blätter, wie sie ihre jüngere Schülerin angewiesen hatte.

 

Sie schloss das arme Blättchen zwischen ihren Handflächen ein, leitete Chakra hinein und am Ende, als sie die Hände wieder öffnete, segelten zwei Hälften zu Boden.

"Es muss nicht perfekt in der Mitte zerteilt sein, wie das hier bei mir der Fall ist, aber ich bin nun einmal Perfektionistin...für dich reicht es jedoch erst einmal wenn du es einfach an irgendeiner Stelle des Blattes in zwei Teile spaltest. Die Präzision kommt dann mit der Zeit von alleine. Es kann im Übrigen sein, dass du längst benötigst um wirkliche Erfolge zu erzielen, wenn du keine direkte Affinität zu dem entsprechenden Element hast...das lässt sich auf jedes beliebige Ninjutsu-Element ausdehnen. Ich zum Beispiel habe eine Affinität zum Feuer-Element...aber lassen wir das. Ich rede zu viel...fange du einfach mit deinen Übungen an meine Liebe. Oder sind soweit noch Fragen?"

 

Kopfschütteln beantwortete die eben gestellte Frage der Älteren...und auch wenn sie das Gefühl nicht los wurde, dass Kurenai gefühlt unendlich viele Fragen auf der Zunge lagen, ließ Arishi die Jüngere in Ruhe, immerhin wollte sie sie auch nicht unbedingt überfordern...sie war zwar jünger und damit aufgrund ihres Alters ein wenig belastbarer als ihre Gegenüber, aber das musste nicht heißen dass man es wirklich jedes Mal sofort zu 100 Prozent ausreizen oder gar übertreiben musste. Denn auf der anderen Seite mangelte es dem Karottenkopf offenkundig an Erfahrung, was sie wiederum eher zu einer weniger belastbaren Kunoichi machte...aber gut genug darüber nachgegrübelt.

~Wollen doch mal sehen was du treibst...schaffst du das?~ Das Gesicht zu einer eher nachdenklichen Miene verzogen, aktivierte die Uchiha ihre hübschen roten Augen wieder einmal und beobachtete das Tun der Ame-Nin auf diese Weise. Zumindest hin und wieder.

 

Denn es dauerte erstaunlich lange, bis Kurenai erste Erfolge vorzuweisen hatte. Anfangs waren es nur kleine Risse, die sie in die Blätter brachte und auch immer an unterschiedlichen Stellen, doch das zeigte zumindest der Senju, dass sie eine gewisse Veranlagung für das Windelement besitzen musste, denn sonst hätte diese Übung wenig bis gar keinen Sinn. Warum ihr diese überhaupt eingefallen war, war ihr ein Rätsel...aber es hatte vorrangig mit dem Mangel am berühmt-berüchtigten Chakra-Papier zu tun, das man normalerweise für derartiges Training in der initialen Phase heranzog.

~Mal sehen, sie scheint es auf jeden Fall zu beherrschen, doch es ist zu unkonzentriert...sie ist zu unkonzentriert. Zu unsicher...shimatta. Das kann beim Training nur nach Hinten losgehen...~ dachte sich die Uchiha, während die Jüngere weiterhin mehr oder weniger angestrengt, fast schon krampfhaft versuchte, eines der mitgebrachten Blätter in zwei Teile zu teilen.

Arishi indes trank währenddessen in aller Seelenruhe Tee, sie wollte die Konzentration Kurenais nicht unterbrechen, obwohl sich diese wieder einmal zu sehr versteifte und verkrampfte...und dann konnte sie doch wieder den Mund nicht halten
 

"Nicht so verkrampft...du musst mir nichts beweisen, auch wenn du auf dem richtigen Weg bist. Aber sei nicht ZU verbissen, damit kannst du dir auch selbst schaden..." kam es leise, aber bestimmend von der Dame.

Und obgleich sie keines Blickes gewürdigt wurde, schien der Karottenkopf ihr zuzuhören, denn sie atmete tief durch und versuchte entspannter zu wirken. Was zunächst auch funktionierte, keine Frage, doch bald war die junge Dame wieder in ihr verkrampft-verbissenes Muster zurückgefallen. Nach dem zwanzigsten Blatt und ein Paar schweigsam-konzentrierten Stunden, konnte man die ersten Tränen der Verzweiflung bei der jungen Ame erkennen, weil sie es nicht wirklich schaffte. Mehr als deutliche, tiefe Risse waren nicht bei den Blättern zurückgeblieben.

 

"Nicht doch...nicht weinen Kurenai-chan...es ist alles okay. Von mir wirst du gewiss nicht bestraft...von mir nicht. Das kannst du mir glauben. Ich würde es nie wagen dir ein Haar zu krümmen." sprach Arishi schließlich, in einem ruhigen, eher mütterlich-sanften Tonfall und mit einem eben solchen Lächeln auf den Lippen, dass man glatt davon ausgehen könnte ihre Gegenüber wäre tatsächlich so etwas wie ihre Tochter oder zumindest eine jüngere Schwester. Auch wenn sie beides niemals würde sein können, so versuchte die Ex-Konoha wider Willen dennoch ihr Möglichstes, keins der Gesichter zu sein die ein schlechtes Gefühl bei der jungen Dame hervorriefen sobald sie es erblickte.

"A-Aber...ich kann das nicht, a-a-alles was ich hinbekomme s-si-sind Risse i-i-in den Blättern..." fiepte es aus Richtung der Ame.

"Was habe ich gesagt? Es kann unter Umständen länger dauern, bis du wirkliche Erfolge erzielst darin, ein Element zu meistern zu dem zu keine Affinität hast. Also lass dich bitte nicht davon entmutigen. Glaub mir, ich habe mit Sicherheit...sehr lange gebraucht bis ich einigermaßen brauchbare Resultate erzielt habe, aber ich habe nicht aufgegeben und mich durchgebissen. Andererseits musst du aber auch deine Grenzen kennenlernen und darfst deinem Körper nicht mehr zumuten als er bewältigen kann. Verstanden? Wenn du also eine Pause brauchst, mach eine und sammle deine Gedanken. Wenn das nicht klappen sollte, kannst du es auch mit Meditation versuchen...wie das geht muss ich dir wohl nicht erklären, aber es ist neben konstantem Chakraverbrauch eine gute Methode, um seinen maximalen Chakra-Vorrat zu erhöhen – genauso wie Ausdauer-Training wie Dauerläufe und dergleichen gut ist um deine Kondition und das Durchhaltevermögen zu steigern."
 

Nun aber genug der allgemeinen Tipps. Arishi nippte erneut an ihrem Tee und beobachtete die Reaktion Kurenais auf ihren neuerlichen Vortrag genau.

Die Jüngere beendete sogleich ihre krampfhaften Übungen und nahm ihr Notizbuch zur Hand um sich das Gesagte in Stichworten zu notieren. Die dunklen Augen der 'Kleinen' schienen das Ganze dann noch einige Male zu wiederholen und wie ein Schwamm in sich aufzunehmen, dann wurde es wieder still und die Ame setzte sich im Schneidersitz hin, wohl um zu meditieren und so innerlich zur Ruhe zu kommen – etwas das sie wohl nicht oft konnte, denn schon nach wenigen Minuten schreckte sie auf, erhielt als Reaktion darauf von ihrer Sensei jedoch nur ein sanftes Kopfschütteln.
 

"Alles okay...hier kommt niemand hin der dich unterbricht, ohne dass ich es mitbekomme. Lass dir Zeit und entspann dich. Wenn nötig kannst du sogar über Nacht bleiben, Yukiko-sama hätte sicher nichts dagegen. Oder...willst du überhaupt hier sein?"

Kurz nach dieser überaus intelligenten Frage zum Schluss schlug sich Arishi die Hand gegen die Stirn, sie wollte gewiss nicht unfreundlich sein, aber das kam davon wenn man seinen Kopf auch nur für eine Sekunde nicht einschaltete und lieber einfach plapperte wie ein altes Waschweib, das den ganzen Tag nichts anderes tat.

Als die Dame das realisierte, hob sie rasch beschwichtigend die Hände und fügte an: "Nicht dass ich dich loswerden möchte, um Himmelswillen...deine Gesellschaft ist mir noch die liebste von allen im Dorf, wenn ich das so zugeben darf."

Die Miene der Jüngeren hellte sich sichtlich auf ob dieser Worte, auch wenn es aufgrund der vorhergehenden Äußerungen zunächst danach ausgesehen hatte als wollte Kurenai tatsächlich noch wegrennen. Gerade das würde die Ältere dieser kleinen Runde um jeden Preis verhindern wollen, da ansonsten ein nicht unwesentliches Risiko bestand dass man sie vielleicht würde verraten können. Nicht dass sie damit per se ein Problem hätte, aber sie wollte eben nicht das Gefühl haben hier alleine auf verlorenem Posten zu stehen und sich gegen alles und jeden zu verschließen, nur um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Die Situation als solche war schon schlimm genug, wenn man bedachte das sie nicht einmal eben einfach so irgendwo hinfliegen konnte, obgleich sie sich mit dem Karasu Henge ein Stück Freiheit verschafft hatte – aber diese war eben auch nur enorm begrenzt, wenn nicht gar überhaupt nicht vorhanden. Denn abgesehen von den sonst täglichen Flugübungen kam sie nicht dazu, einmal auf Erkundungen zu gehen, die etwas länger dauerten, da das schlicht das Risiko bereithielt zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – nicht dass es für Arishi ein Problem darstellte einfach zu verschwinden und nie wieder zu kommen. Aber sie wollte hier eben ihre Informationen zusammensammeln, und daher musste sie wohl oder übel hier vor Ort bleiben...am Boden. Nicht zu weit weg gehen, aber auch die Leute nicht zu nahe an sich heranlassen. Wie 'gut' das funktioniert hatte, sah man ja daran dass sie offenkundig ein Kind erwartete – obgleich noch nicht einmal das zu einhundert Prozent sicher war. Aber dass sie sich 'anders' fühlte als sonst, war dem Grunde nach schon Indiz genug, zusammen mit der Tatsache dass sie seit vorgestern durchgeschlafen hatte...

 

Man musste schon ein Idiot sein um diese Zeichen zu missdeuten – oder die Uchiha war krank geworden, ohne es mitzubekommen...was an sich auch unwahrscheinlich war, denn sie hatte nichts von irgendwelchen Krankheiten mitbekommen die sie befallen hätten...oder...nein, aus. Darüber konnte sie sich später immer noch den Kopf zerbrechen und davon abgesehen waren zu viele Sorgen auch nicht gut.

Zudem war Kurenai auch noch da, und die junge Ame schien auch bleiben zu wollen, denn sie strahlte ihre ältere Gegenüber nun förmlich an und war aufgesprungen. Doch dann schien ihr einzufallen, dass Yukiko-sama noch gar nicht wieder zurück war, denn abgesehen von den Geräuschen die sie machte, war es absolut totenstill in dem Haus.

 

Das war wohl auch Kurenai nach längerem Lauschen aufgefallen, denn sie hatte sich wieder im Schneidersitz niedergelassen und mit einer leichten Schnute die Augen geschlossen, um weiter zu meditieren und zur Ruhe zu kommen. Dieses Mal war die Entspannung dem Mädchen deutlich anzusehen...war sie überhaupt jemals so, ja, friedlich gewesen? Die Schwarzhaarige wagte es leider zu bezweifeln, und beobachtete die jüngere Ame bei ihrem Tun...vielmehr beim Entspannen.

Irgendwie erinnerte Arishi die Genin an jemanden...doch das bildete sie sich sicher nur ein... Immerhin hatte sie 'dank' ihrer Amnesie nicht wirklich irgendwelche großartigen Verbindungen zu vielen Personen im Alter ihrer Gegenüber. Also gab es da auch keine Vergleichsmöglichkeiten, nada...nur die Kinder im Kindergarten, den ihre kleine Kimiko bis vor vier Jahen noch besucht hatte, ehe sie auf eine reguläre Schule gewechselt war und dort nach und nach ihrem Vater ähnlicher wurde als einem lieb war – wenn man mal vom Aussehen absah. Denn das hatte der kleine lebendige Flummi von der Mutter geerbt. Aber ansonsten hatte sie ungefähr alles von Jirou. Den scharfen, wachen Verstand, seine Verhaltensweisen, einfach alles. Nur fehlte es ihr an Lebenserfahrung, das war so ziemlich das Einzige...aber das würde die Zeit erledigen, nicht wahr?

 

~Kimiko-chan... Mama kommt bald heim...bald...sehr bald. Versprochen... Oder...nein das kann ich nicht machen... Sie wird in der Luft zerrissen...~

Der nachdenkliche Blick der Älteren fiel auf die immer noch ruhig da sitzende und meditierende Kurenai. Das konnte sie dem Mädchen nun wirklich nicht antun, auch wenn sie vorgestern schon einmal darüber nachgedacht hatte, aber jetzt wo sie ihre Gedanken sortierte und noch einmal darüber grübeln konnte, war es doch keine so gute Idee sie nach Konoha zu schicken oder hinzubringen...

 

Aber diese Entscheidung würde die Senju sicher noch das ein oder andere Mal überdenken wie sie sich kannte...ein bisschen leider, sei dazu zu sagen, denn in dieser Hinsicht war die Dame alles andere als konsequent.

Doch genug davon, viel interessanter war es doch der jungen Ame zuzusehen. Diese machte sich erstaunlich gut...wenn man sie nicht unterbrach und einfach nach ihrem Gusto machen ließ. Kurenai schien zu wissen wann sie wie weitermachen konnte, man hatte sie nur einmal nachdrücklich darauf hinweisen müssen mehr in sich zu gehen und ihr etwas Zeit zu geben, die sie sonst wohl, vermutete die Ältere dieser kleinen Runde, weniger bekam als nötig wäre, damit sie auch nützliche Dinge vollbringen konnte.

 

Mittlerweile war der Teenager wieder dazu übergegangen, die armen Blätter zu malträtieren und es schien besser zu werden, die Konzentrations- und Meditationsübung hatte wohl ihre Wirkung nicht verfehlt. Auch wenn die 'Kleine' wie Arishi sie still für sich nannte, noch einiges zu lernen hatte, machte sie doch beachtliche Fortschritte. Hin und wieder warf die Uchiha mit Hilfe ihrer wunderschönen roten Augen einen Blick auf das was in der Keirakurei, der Chakralaufbahn der Jüngeren, passierte. Sie war ja wie schon erwähnt auf dem richtigen Weg gewesen, und nach einigen weiteren Versuchen sowie zwei weiteren Stunden segelten zwei Teile eines Blattes aus den Händen der Kunoichi, und sie war fast versucht der Ex-Konoha um den Hals zu fallen, beließ es aber bei einem freudestrahlenden Gesichtsausdruck und einem gemurmelten 'Ich habs geschafft!' auf den Lippen.

"Sehr gut, sehr gut. Die Blätter brauchen wir damit nicht mehr, auch wenn du sie gern zum Üben behalten kannst...uff... Einen Moment...bin gleich wieder da, du kannst so lange...hierbleiben wenn du willst." Rasch erhob sich die Schwarzhaarige, das Tuch in dem die mittlerweile trockenen Haare eingewickelt waren, segelte zu Boden und sie suchte rasch die nächste Toilette im Haus auf, um sich erst einmal gründlich auszukotzen – im wahrsten Wortsinn.

Das war jetzt wohl ein schlechter Scherz...wollte ihr Körper sie etwa ärgern? Offenkundig ja. Damals bei Kimiko war das so anders gewesen, da hatte es derlei Übelkeit kaum gegeben...aber gut. Vielleicht war doch das Essen Schuld? Nein, unwahrscheinlich...man kannte seinen Körper doch und sie lebte nicht erst seit gestern hier. Da hatte man sich schon an die hiesige Kost gewöhnt und solche 'Zwischenfälle' sollten nicht mehr auftreten.

Sollte man zumindest meinen.

 

Aber es lag nicht an Yukiko-samas Küche...nein nein, da war die Vermutung der Uchiha schon richtig gewesen.

Kaum war dieser Anfall von Übelkeit jedoch ausgestanden, wurde sie auf ihrem Rückweg zu Kurenai von jemandem aufgehalten...ja, es war die Hausherrin Yukiko und deren besorgter Blick schien Bände zu sprechen, da brauchte man keine großartige Menschenkenntnis um dahinter zu kommen dass ihr der Zustand ihres 'Gastes' nicht entgangen war.

"Kind... Du solltest es wirklich nicht übertreiben. Das wird eine sehr anstrengende Zeit jetzt, also sieh zu dass du dich genug ausruhst, sonst haben wir wieder die selbe Geschichte wie bis heute Morgen, dass du mehrere Nächte durchschläfst, weil du dir zu viel zumutest."

Sicher, die ältere Frau hatte keine bösen Intentionen und meinte es nur gut mit der Uchiha, aber die war nicht gerade freundlich gesinnt gegenüber den Dorfbewohnern, wollte niemanden zu nahe an sich heranlassen der nicht gerade Kurenai war, und auch sonst nicht viel mit diesen zu tun haben...

Nun, man hatte ja gesehen was am Ende dabei herauskam wenn sie sich eben nicht an ihre selbst gesteckten Prinzipien hielt...ein weiteres Kind schien unterwegs zu sein.

 

Ein ergebenes "Hai..." war jedoch alles was die Ex-Konoha zur Antwort herausbrachte, wenn man von der folgenden Frage absah:

"Wäre es ein großes Problem, das Mädchen heute hier schlafen zu lassen? Etwas Gesellschaft tut ihr nicht schlecht...und mir ebenso wenig."

"Du meinst die kleine Kurenai? Absolut nicht, sie ist hier immer willkommen, auch wenn sie eigentlich bei den Watanabes untergekommen ist als...nun, du weißt schon... Aber seid nicht ZU lebhaft...wir essen nachher noch. Es dürfte noch ein Extra-Futon oben im Schrank liegen."

~Essen...~

 

Ein wenig angewidert verzog die Schwarzhaarige das Gesicht, allein der Gedanke daran nachher zu essen ließ ihr weitere Reste hochkommen, wenn da denn noch welche wären...doch einer gewissen Selbstbeherrschung war es gedankt dass davon niemand etwas bemerkte.

"Das ist...sehr freundlich, dankesehr Yukiko-sama." Wieder eine höfliche hohle Phrase, wie sie Yuko, pardon, Arishi, inzwischen oft ausgetauscht hatte. Doch dieses Mal war sie ausnahmsweise ernst gemeint und nicht nur so daher gesagt wie man so schön...ja, sagte.

Die schmale Treppe zurück nach oben nehmend, konnte sie gerade noch bemüht leichtfüßige Schritte hören, die zurück in 'ihr' Zimmer tapsten...hatte Kurenai etwa gelauscht? Gut möglich, doch wurde seitens der Zurückkommenden nicht weiter nachgefragt, die Freude auf dem Gesicht des Mädchens war schon Antwort genug gewesen.

"Du darfst heute Nacht hierbleiben. Mach dir keine Sorgen...der große Rabe wird schützend seine Flügel über uns halten. Denn im Gegensatz zu uns ist er frei und nicht an dieses Dorf gebunden. Frei wie ein Vogel nun einmal ist...hm?" Ein fragender Blick aus den dunklen Augen ihrer jüngeren Gegenüber...doch sie sprach kein Wort...für ein paar Minuten war es mucksmäuschenstill, wenn man mal davon absah dass unten gerade im Haus gewerkelt wurde.

"D-Du...ehmm...bist d-d-doch nicht k-k-k-krank, oder?" fiepte es schließlich aus Richtung des Karottenkopfes, sie hatte wieder einmal die Stimme einer kleinen ängstlichen Maus und senkte, kaum hatte sie zu ende gesprochen, den Blick gen Boden.
 

Was einem nebenbei bemerkt vielleicht auffallen dürfte, das Laub war abgesehen von einer handvoll Blätter aus dem Raum verschwunden und das Fenster stand offen.

Kaum senkte sich jedoch der Blick der Jüngeren, durfte sie ein leichtes Ziehen spüren, als sie wieder einmal fest umarmt wurde. Wie früher bei ihrer Mutter, bevor sie hier in diesem Dorf landete und ihr Leben an sich vorbei war...

"Ich bin nicht krank, Kurenai-chan. Mach dir also deswegen keine Sorgen. Es kann nur sein, dass ich...eventuell ein Kind erwarte. Das ist nichts Schlimmes...hehe. Zumindest nicht wenn ich an meinen Engel in Konoha denke... Aber nein, lassen wir das."

So schnell wie die Umarmung kam, ging sie auch wieder, zusammen mit der sanften, aber bestimmenden Stimme der Älteren, die sie eher wie eine Tochter behandelte, fast eine kleine Schwester – aber noch eher wie ihr eigenes Kind.
 

Kurz kehrte Stille in den Raum ein, und Arishi setzte sich als wäre nicht gewesen wieder in den Schneidersitz auf eins der Sitzkissen, um den inzwischen lauwarmen Tee zu trinken.

"Ich glaube, wir machen besser morgen weiter, oder willst du heute noch damit beginnen eine Fuuton-Ninjutsu zu lernen? Ich kann dir zumindest die Theorie von einer erklären, die ich selbst erfunden habe...Fuuton Chibi Renkuudan. Wenn du möchtest natürlich, ich zwinge dich zu nichts." Die Stimme der Uchiha hatte wieder etwas warmes, aber zugleich lehrerhaftes an sich, und ihr Blick aus den fast schwarzen Augen fixierte die dunklen Gegenstücke Kurenais, die immer noch herumstand wie bestellt und nicht abgeholt, als wartete sie auf etwas.

~Und ehrlicherweise will ich heute nicht mehr, aber sie sieht so glücklich aus...andererseits...nein, aus. Ich werde sie nicht zwingen, niemals.~

 

"W-Wenn es...keine Umstände macht, k-k-k-können wir heute z-z-zumindest mit der Theorie beginnen? I-Ich uhm...würde mich wirklich f-f-freuen." Die Antwort der jüngeren Genin bestätigte nur die Gedanken der Uchiha, und sie nickte kurz, die Theorie zu erklären war wenn sie andererseits so überlegte nun auch nicht die Welt, da es sich bei Fuuton Chibi Renkuudan um eine relativ simple Fuuton-Ninjutsu handelte, an der es nicht viele Kniffe gab.

Also deutete Arishi dem Karottenkopf an, sich ihr gegenüber zu setzen und Schreibsachen bereitzuhalten.

"Bei Fuuton Chibi Renkuudan handelt es sich einfach gesagt um eine Art Vorgänger von Fuuton Renkuudan, bei der du durch in der Lunge erzeugtes Fuuton-Chakra eine komprimierte Luftkugel erschaffst, die dann auf dein Ziel gespuckt wird und dort einerseits nicht gerade großen Schaden anrichtet, andererseits jedoch an der getroffenen Stelle Einschränkungen verursachen kann. Sprich über die Zeit kannst du dir so einen schönen Vorteil erarbeiten, und so einen Kampf gegebenenfalls für dich entscheiden, wenn du denn einmal genötigt sein solltest zu kämpfen. Von den Chakrakosten her kannst du dich an denen für Kawarimi no Jutsu orientieren und das Doppelte an Chakra investieren, dann hast du die für Fuuton Chibi Renkuudan zusammen.

Du schmiedest dir das benötigte Chakra während du die Fingerzeichen formst, und komprimierst das dann in deiner Lunge, oder deinem Mund zu einer kleinen Windkugel, die du dann ausspuckst. Ist das soweit klar oder hast du Fragen? Wenn nein, dann...noch einmal in eigenen Worten bitte. Danach zeige ich dir die Fingerzeichen. Ah...Vorzüge und Nachteile...fast vergessen. Die Einschränkungen die du verursachst sind ein entscheidender Vorteil in einem Kampf, da es deinem Ziel so gegebenenfalls schwerer fallen kann weiteren Angriffen auszuweichen oder er oder sie gezwungen sein kann größere Mengen seiner Reserven aufzuwenden, um dir etwas entgegen zu setzen.

Nachteile...sie ist im Vergleich zu manch anderen Fuuton-Ninjutsu eher langsam und aufgrund nicht vorhandener Flächenwirkung nicht gerade für eine Überzahlsituation geeignet. Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich hauptsächlich auf den Kampf, aber ein einfaches Fenster kaputtschlagen sollte man damit vielleicht noch können. Nur würde ich davon abraten, da dich das sofort verrät und das willst du doch sicher nicht, oder?"

 

Die Theorie für Fuuton Chibi Renkuudan war nun wirklich schnell erklärt und kein Hexenwerk, das man nicht verstehen konnte. Zumindest dann nicht wenn man so fleißig Notizen machte, wie ihre Schülerin aus Ame das gerade tat. Kurenai war wirklich alles aber nicht faul, das musste man ihr zugestehen, sie brauchte nur etwas Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit, dann konnte man aus ihr eine gute Kunoichi machen, die man vielfältig einsetzen und die eines Tages sogar vielleicht Großes vollbringen konnte. Aber nur vielleicht. Doch genug dieser eventuellen Möglichkeiten und dergleichen. Nichts davon außer dem Ehrgeiz der 'Kleinen' spielte gerade eine wirkliche Rolle, nicht wahr?

Dieses Mal sollte es nicht allzu lange dauern...vielleicht zehn Minuten, ehe die Jüngere eine Antwort zu geben bereit wäre.

Sie wirkte dabei schon ein klein wenig selbstbewusster könnte man sagen – zumindest rein ihre Haltung betreffend, aber das konnte man sich natürlich auch nur einbilden.

 

"Bei Fuuton Chibi Renkuudan...h-h-handelt es sich...vermutlich um eine Ninjutsu für eher unerfahrenere Genin...w-w-wie mich. Dabei spuckt man eine Kugel mit komprimiertem Fuuton-Chakra auf sein Ziel...u-u-und verursacht dort zwar nicht viel Schaden, aber dafür geiwsse Einschränkungen, die über die Zeit betrachtet wirklich nützlich sein können. Allerdings...ist sie ungeeignet für mehrere Feinde oder um Fenster kaputt zu bekommen, ihr...H-Haupt-Einsatzgebiet ist dabei...immer noch d-d-d-der Kampf. D-D-Das Chakra wird während der Fingerzeichen geschmiedet, i-i-in der Lunge oder im Mund entsprechend zu e-e-einer Kugel komprimiert und dann ausgespuckt. Der Aufwand entspricht in s-s-seiner Menge e-e-etwa dem doppelten von K-Kawarimi...oder Denkinuagi no Jutsu. Uhm...d-das war alles, soweit ich mir...n-notiert hatte jedenfalls. Ist das okay so?"

Das war zwar immer noch ein wenig fiepend und unsicher aus dem Mund der Ame-Nin, aber es ging fast ohne Stottern und Kurenai gab sich sichtlich Mühe Augenkontakt zu halten. Doch Arishi nahm es ihr beileibe nicht übel dass sie es nicht immer oder die ganze Zeit über hinbekam. Das behagte nun einmal nicht jedem und manchen Leuten war es sogar so unangenehm, dass sie lieber auf nicht existente Punkte starrten, oder was immer taten, weil sie es offenbar nicht anders bewerkstelligen konnten vernünftig zu kommunizieren.

 

Aber gut darum ging es gerade nicht.

Es ging vielmehr um den Inhalt und dieser wurde nach Meinung der Ex-Konoha wider Willen mehr oder weniger erfolgreich sowie vollständig wiedergegeben und man könnte meinen sie wirkte sehr zufrieden mit der Erklärung die der verunsicherte Karottenkopf ihr abgeliefert hatte.

"Soweit korrekt, meine Liebe...das war doch nicht so schwer hm? Du kannst das gut und wer immer etwas anderes behauptet...weiß es einfach nicht besser. Also sei ihnen nicht böse." Ein Zwinkern folgte daraufhin.

"Also gut, die Fingerzeichen...schau gut hin, ich mache sie mehrmals vor, da es zwar nicht viele sind, aber andererseits doch nicht leicht zu merken. Behalte im Hinterkopf, dass du während der Fingerzeichenformens das nötige Chakra schmiedest, sonst...waren die Zeichen nichts weiter als heiße Luft."

Mit diesem schlechten Witz auf den Lippen atmete die Ältere kurz durch und formte im Anschluss langsam, gut sichtbar und mehrmals hintereinander die nicht gerade vielen Fingerzeichen für Fuuton Chibi Renkuudan. Man konnte hier wieder schön beobachten, wie Kurenai sich notierte welche Zeichen in welcher Reihenfolge nötig wären und wie diese etwa aussahen – zumindest wenn man ihren Stiftbewegungen ungefähr folgte.

 

Als die Jüngere eben dies erledigt hatte, begann sie selbst die Zeichen zu formen. Eins nach dem anderen, wie man ihr gezeigt hatte. Dieses Mal waren zum Glück keine schmerzhaft aussehenden Finger-Verrenkungen dabei, doch es sollte einige Zeit dauern, bis die Ame die Fingerzeichen in einer einigermaßen normalen Geschwindigkeit in der richtigen Reihenfolge formen konnte – selbstverständlich ohne den entsprechenden Chakra-Einsatz, da man das Haus in dem man sich momentan befand, nicht unbedingt beschädigen wollte.

Während eben dieser Übung herrschte einvernehmliches Schweigen zwischen den beiden Grazien, lediglich Arishi gönnte sich hin und wieder in paar Schlucke Tee, während sie ihrer jüngeren Gegenüber bei den Fingerzeichen zusah und hin und wieder sanft die Fingerstellung korrigierte, damit sich Kurenai nicht unnötigerweise verletzte.

 

Schlussendlich konnte man die Freude auf dem Gesicht derselben förmlich greifen. Sie wirkte zudem äußerst begeistert und zufrieden.

"Siehst du? I-Ich kann es Arishi, schau!"

~Wie Kimiko, die Kleine...~ Und es stimmte, zumindest für die Schwarzhaarige, denn als ihre leibliche Tochter noch klein war, hatte sie genau dieses begeisterte Leuchten in ihren Kulleraugen, wenn sie etwas geschafft hatte und Mama und Papa dabei auch noch zuschauten. Wie eigentlich jedes Kind...das war ganz normal, befand frau still für sich selbst und schmunzelte unmerklich, während sie den lauwarmen Tee genüsslich schlürfte.

"Sehr gut Kleines, wirklich sehr sehr gut, ich bin stolz auf dich. Wenn du das jetzt bis morgen behalten kannst, ist das wirklich großartig. Wenn du noch weitere Fragen haben solltest, immer raus damit, ich kann leider keine Gedanken lesen."
 

Ein rigides Kopfschütteln folgte.

"K-Keine Fragen. Es freut mich nur so sehr, dass du dir...so viel Z-Z-Zeit nimmst. D-D-Das hat lange keiner mehr getan..." Dass die dunklen Augen der Jüngeren dabei anfingen zu glänzen und sie kurz davor stand in Tränen auszubrechen, war nur eine schöne Nebensache für manch einen, doch reagierte die Uchiha fast sofort, schloss die Distanz zwischen Kurenai und sich und umarmte diese.

"Lass es raus wenn du möchtest...das ist okay. Wirklich. Ich bin dir weder böse, noch sonst etwas, du machst dich besser als ich es mir je wünschen könnte – auf vielerlei Arten." sprach Arishi dabei in einem ruhigen, fast mütterlich anmutenden Tonfall und ließ es sich nicht nehmen, die junge Ame-Nin zu drücken.
 

Ein leises Schniefen war kurz darauf zu hören, als müsste sich die Jüngere immens zusammenreißen um hier keine Schwäche zu zeigen und sich stark zu geben, doch das war in den Augen der Ex-Konoha vollkommen unnötig und irgendwo sogar gefährlich. Wer nie lernte verwundbar zu sein und sich Schäwchen einzugestehen würde es sich im späteren Leben nur unnötig schwer machen. Niemand war perfekt. Weder ein Karottenkopf noch eine schwarzhaarige Uchiha mit ihrer langen Zottelmähne, die Madara Uchiha durchaus hätte Konkurrenz machen können. Doch gut darum ging es gerade nicht.

"Es ist okay zu weinen...sonst läufst du irgendwann noch über und kannst es dann nicht mehr stoppen, wenn es erst recht peinlich für dich wäre... Und ich glaube...andere Menschen wären weniger begeistert von dem was sie hier sähen, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Ich bin kein herzloses Monster, das andere für ihre Schwächen bestraft. Nicht wenn es dazu keinen Grund gibt und das müsste ein verdammt guter sein."
 

"A-A-A-Aber Arishi..." schniefte die Jüngere und versuchte die Umarmung irgendwie zu beenden. Doch das musste sie gar nicht, die Ex-Konoha wider Willen ließ von sich aus los und ging wieder etwas auf Abstand.

"Ich verstehe schon...das ist genau so okay, und jetzt ab nach unten mit dir, Yukiko-sama kann sicher etwas Hilfe brauchen. Ich komme gleich nach."

Mehr hatte die Ältere erst einmal nicht zu sagen, blickte nur ihrer Schülerin mit dem Wuschelkopf hinterher und seufzte, kaum dass sie alleine war, erst einmal gedehnt.

Scherben und "Pyjama-Party"

Das dürfte noch schwerer werden als gedacht, doch die Dame war nicht gerade dafür bekannt schnell aufzugeben – wenn überhaupt nur temporär, wenn es so produktiver war voranzukommen. Sie hatte im Laufe der Zeit gelernt, dass Starrköpfigkeit gepaart mit Ehrgeiz nicht immer der richtige Weg war, eine gesunde Mischung machte vieles viel einfacher, zumindest wenn man daran interessiert war etwas länger zu leben als der durchschnittliche Dickschädel, der um jeden Preis seinen Kopf durchsetzen musste.

Doch geschah das meiste davon eher unbewusst, reflexartig... Wie auch immer. Es brachte nichts großartig über die eigenen Beweggründe und dergleichen anderes nachzudenken, das kostete auch nur Zeit und brachte niemanden weiter. Sich langsam erhebend, schnappte Arishi die beiden Teebecher und die inzwischen leere, kalte Kanne, um damit nach unten zu gehen und zu sehen was Yukiko-sama und Kurenai trieben. Denn es war das Geräusch von brechendem Glas zu hören gewesen.
 

Glücklicherweise jedoch war das betreffende Stück Geschirr im Spülbecken gelandet und verteilte sich somit nicht lustig-bunt irgendwo gleichmäßig im Raum. Das war jedes Mal eine mühselige Arbeit die Scherben aufzusammeln und zu kehren...nur wegen Glas... Aber das Risiko für Verletzungen war dadurch nur unnötigerweise hoch...also machte man es trotzdem weg...vielleicht um ein wenig sein eigenes Gewissen zu beruhigen.

 

Aber darum ging es jetzt nicht. Kurenai stand wie versteinert da und hatte den Kopf eingezogen, verbeugte sich nun mit gefühlt einem tausend Entschuldigungen auf den Lippen und dass es nie wieder vorkäme. Die Hausherrin wiederum verstand den Aufruhr den die Jüngste im Raum veranstaltete nicht so recht, es war nur ein simples Glas, kein Familienschatz.

Hatte der Karottenkopf mit dem wachen Verstand etwa solche Angst etwas falsch zu machen, dass selbst solche Kleinigkeiten reichten um sie in ihre Schale zurück zu treiben?

Das wäre äußerst ungünstig falls ja, aber andererseits konnte man sich das auch schwerlich abgewöhnen, es erforderte Zeit, Geduld und viel Arbeit an einem selbst.

 

Langsam und vorsichtig stellte die Ex-Konoha Teebecher und Kanne ab.

"Es ist alles in Ordnung Kurenai-chan...niemand wurde verletzt und Yukiko-sama ist noch nicht einmal böse, schau." Dabei deutete die Schwarzhaarige in Richtung der Hausherrin, die nur etwas irritiert, aber bestätigend nickte und sich dann daran machte, die Scherben aus dem Becken zu fischen.

"Es war nur eins der Gläser, das stimmt. Wir haben genügend davon im Haus, es macht absolut nichts wenn dann und wann etwas kaputtgeht." erklärte die ältere Dame nur, während sie aufräumte und dabei hin und wieder einen Blick auf die junge Ame warf, die immer noch gleich einer Salzsäule da herumstand, inzwischen aber zumindest aufgehört hatte mit Entschuldigungsfloskeln geradezu um sich zu werfen. Anders hatte man das wirklich nicht mehr nennen können.

"Na siehst du... Die Welt steht noch und der Kopf ist auch noch dran, Kleines. Gibt es denn irgendetwas das wir tun können, Yukiko-sama? Sollen wir bei den Vorbereitungen für das Abendessen helfen?" wollte Arishi daraufhin noch wissen...eine fatale Frage wenn man so wollte, denn diese Frau kam ihr, kaum hatte sie zu ende gesprochen, viel zu nahe, legte ihr die Hände auf die Schultern und schüttelte den Kopf.

"Sie kann mir gern helfen, aber du schonst dich ein wenig. Es ist besser so..."

"Aber Yukiko-sama...ich drehe durch wenn ich mich nicht irgendwie nützlich machen kann..." Und das stimmte sogar, denn die Ex-Konoha wider Willen wollte alles, aber niemandem unnötige Arbeit bereiten oder gar ein Klotz an jemandes Bein sein...da nichts machen zu können, oder vielmehr zu dürfen, war schon ziemlich ärgerlich für jemanden, der sich zum Teil über seinen Ehrgeiz definierte.

 

Doch die Uchiha seufzte ergeben und schüttelte den Kopf.

"Sumimasen...Ihr habt ja Recht... auch wenn ich kein Klotz am Bein sein will." Ein wenig mürrisch wirkte die Schwarzhaarige schon auf den Betrachter, das konnte sie nicht wirklich verstecken. Aber es war irgendwo auch berechtigt, fand sie...jawoll!

Das wäre so als würde man einem Lehrer seine Schüler nehmen, die er so liebte zu unterrichten, oder einem Shinobi verbieten seinen Beruf auszuüben...zumindest fühlte es sich so ein wenig so an wie 'Berufsverbot'.

 

Der restliche Abend verlief relativ unspektakulär, es konnte ja nicht immer irgendetwas geben wegen dem man sich gleich aufregen musste oder sonstiges. Ein relativ normaler Abend in einer nicht so normalen 'Familie', von denen ein Drittel keine rechte Ahnung hatte ob sie wirklich dazugehören wollte oder nicht. Und eigentlich auch nicht weiter darüber nachdenken wollte, doch nach dem gemeinsamen Abendessen, das zumindest für Arishi die ein oder andere schmerzliche Erinnerung an Konoha und die gemeinsamen Abende mit ihren beiden Kindsköpfen mitbrachte, hatte sie sich wie sie es sonst eigentlich den ganzen Tag praktizierte, in ihr Kabuff mit Fenster zurückgezogen, auch um alles für die Nacht vorzubereiten...vorrangig weil Kurenai heute hier übernachten sollte.

Da konnte man das arme Mädchen schlecht auf dem Boden schlafen lassen, nicht?

Jedenfalls war die Uchihadame gerade dabei das Ersatz-Futon neben ihrem eigenen auf dem Boden auszurollen, da entdeckte sie eher 'zufällig' die bemalte Schatulle wieder, die sie gestern in irgendeine Ecke gestellt hatte um sie nicht sehen zu müssen...und schob diese erneut außer Sichtweite. Nein, sie wollte das nicht sehen, wollte nichts mit diesen Leuten zu tun haben, nicht Teil einer Familie sein, wenn sie doch schon eine hatte die zuhause auf sie wartete...und allem voran nicht darüber nachdenken wie es war wieder irgendwo hin zu gehören. Das waren Dinge über die ein wahrer Nuke-Nin eventuell nachdenken könnte...aber sie doch nicht! Nein, sie fühlte sich immer noch Konohagakure zugehörig und das würde auch immer so bleiben – wenn man nicht mit unlauteren Mitteln dagegen anging.

 

~Hah...egal... Nicht darüber nachdenken, ich hoffe nur es geht ihnen allen gut...Jirou, Kimiko, Izuzu... Ihr alle...bleibt gefälligst gesund und am Leben.~

Sich einmal energisch mit dem Handrücken übers Gesicht wischend verdrängte die Konoha-Nin die Tatsache dass sie hier gerade selbst schwach wurde – und das wo sie der jüngeren Kurenai vor einigen Stunden noch genau das Gegenteil gepredigt hatte. Dass es in Ordnung war Gefühle zu zeigen und sie nicht wegzusperren. Dass man lernen musste auch einmal schwache Momente zuzulassen. Aber das konnte sich Yuko, pardon, Arishi nicht erlauben, das ging doch gar nicht! Sie war hier, auch wenn es nicht danach aussah, immer noch auf einer Mission und da war alles andere doch unwichtig, nicht?

Wobei, wieso gab sie sich dann überhaupt mit einem dieser Leute ab, oder versuchte eine Ame-Nin aufzubauen? Vielleicht weil sie diese an ihre eigene Tochter erinnerte? Das war doch schon fortgeschrittene Schwäche und damit eigentlich nicht förderlich für weiteres Vorankommen im Rahmen ihrer so genannten Mission...oder vielleicht doch? Wer konnte das schon genau sagen? Richtig, niemand. Obwohl, könnte es die Konoha? Nein eigentlich nicht, auch wenn sie glaubte es zu können, so war sie in diesem Fall einer Illusion erlegen.

Auch wenn sie es vielleicht nicht einmal so wahrnahm, aber dieses selbstbestimmte Leben war doch nur eine einzige große Illusion, richtig? Wieso versuchte sie es dann immer noch, ihrem Schicksal zu entkommen, das ein Leben hier für sie vorsah, bis sie alt und grau wurde?

~Komm schon...du bist besser als das...hör auf so zu denken, hör auf. Das kannst du besser... Oder soll das was du bis jetzt getan hast umsonst gewesen sein? Soll es das?~

 

Die Dame hielt einen Moment inne, schüttelte entschieden den Kopf und machte dann das Futon für Kurenai endgültig fertig.

~Ich kann es besser... Auch wenn es im Moment nicht leicht ist. Aber wann ist es das je? So ist nunmal das Leben, voller Hürden...und verflucht sei ich, dass ich mich überhaupt von so einer Denke mitreißen lasse von wegen es wäre Schicksal hier zu bleiben bis ich alt und grau bin. Das wäre doch gelacht wenn ich nicht eines Tages wieder zuhause sein und Kimiko auf den Arm nehmen könnte...hach...~

Seufzend blickte Arishi umher, nachdem sie ihre 'Arbeit' beendet hatte und wirkte prompt ein wenig überrascht, da sie Kurenai gar nicht wahrgenommen hatte. War sie etwa so mit sich und ihren Gedanken beschäftigt gewesen?

"Uhm...vi-vielen Dank, Arishi. N-N-Nicht nur dass ich hier über Nacht bleiben darf u-u-und so..."

Doch die Angesprochene schüttelte nur den Kopf.
 

"Nichts zu danken Kurenai-chan, du kannst dich bedanken, wenn wir am Ende des Weges noch leben."

Autsch...das war ungeplant ernst, und doch so wahr, dass es eigentlich keine Alternative gab, mit der Arishi ihren Gedanken hätte Ausdruck verleihen können. Die Jüngere im Raum blinzelte wie ein Reh wenn es blitzte, und sagte nichts, nickte nur etwas beklommen und lief dann rot an wie eine Tomate.

"K-Könntest du bitte...kurz wegschauen? Ich..."

"Heh...schon verstanden. Du würdest dich gerne umziehen, mh? Hast du überhaupt Wechselklamotten dabei, junges Fräulein, oder muss ich dir etwas leihen?" Nicht dass die Ex-Konoha wider Willen geizig wäre oder dergleichen, nein, das war eine simple Frage mit einer simplen Ja- oder Nein-Antwort.

Dass daraufhin ein Nicken folgte, überraschte die Frau dann doch ein wenig, immerhin hatte Kurenai nur ihre Waffentasche dabei und nebst ihrem zerkratzten Ame-Stirnband sonst nichts Nennenswertes. Doch um weitere Diskussionen oder dergleichen zu verhindern, drehte sich die Uchiha einfach um und begann ihrerseits ebenfalls damit sich 'bettfertig' zu machen wie man so schön sagte.

Im Anschluss konnte man zumindest Arishi dabei beobachten, wie sie ihre Ausrüstung mit unter die Decke des Futons zog und komplett darunter verschwand.

Was genau sie dort trieb wusste wohl nur sie selbst, aber es war bei den nicht existenten Göttern nichts Unanständiges! Und der Karottenkopf war nicht unbedingt besser als ihre Sensei, sie schlüpfte nach Schließen des Fensters unter 'ihr' Futon und zog dieses bis zur Nase hoch, die hölzerne Decke des Raumes in der Dunkelheit anstarrend.

"A-Alles...in Ordnung, Arishi?" fiepte es schließlich nach etlichen schweigsamen Momenten, in denen kein einziger Pieps zu hören gewesen war. Man hörte es bald darauf jedoch klirren, klimpern und schlussendlich rascheln, ehe der Kopf der Älteren auftauchte.

"Alles bestens, Kleines. Nur ein wenig Heimweh...das ist normal. Denke ich jedenfalls."

Mehr gab es nicht als Antwort...wobei, doch, die Schwarzhaarige hob erneut die Stimme, wenn auch eher bedingt durch eine Frage die sie stellen wollte.

 

"Ich hoffe es macht dir nichts aus, wenn wir morgen trainieren und du dann erst einmal wieder in deinen Alltag zurückkehrst. So gerne ich dich am Liebsten die ganze Zeit um mich haben würde, aber es fällt auf wenn das zu oft und zu lange der Fall ist... Aber mach dir keine Sorgen, ich werde dich weiterhin beschützen und auf dich aufpassen so gut ich kann."

Man konnte die Jüngere schlucken hören, doch sie wisperte nur ein leicht enttäuscht klingendes 'Hai, ist i-in Ordnung...' und rückte der Uchiha dann ein wenig auf die Pelle. Man könnte meinen sie wollte wie ein kleines Kind mit seiner Mutter knuddeln, doch Arishi ihrerseits hatte sich abgewandt und schien es entweder zu ignorieren oder aber sie war bereits eingeschlafen.
 

So verging dieser doch recht ungewöhnliche, kuriose, aber auch lehrreiche Tag für die Ame-Nin – auch mehr als nur eine Art und Weise wenn man so wollte. Und morgen ging es weiter, das konnte ja nur gut werden – auch wenn es danach bedeutete erst einmal eine Weile lang wieder getrennte Wege zu gehen. Das machte dem Mädchen anscheinend nicht allzu viel aus, solange sie wohl einen Strohhalm Hoffnung hatte an den sie sich klammern konnte.

Das nächste Training - Fuuton Chibi Renkuudan

Der kommende Morgen begann relativ unspektakulär wenn man so wollte, es wirkte wie ein normaler Tag in einer normalen Patchwork-Familie. Mit dem Unterschied dass die Herrschaften des Hauses wohl wieder einmal ausgeflogen zu sein schienen – wohin auch immer. Möglichkeiten gab es nicht allzu viele, aber zumindest Arishi interessierte es relativ wenig wohin diese Leute verschwunden waren. Ein ruhiges Haus bedeutete zumindest in diesen vier Wänden niemanden der einen überwachte...oder...nein, aus! Nicht daran denken!

Kurenai war kein Spion...zumindest noch nicht. Und erst recht nicht für Kouseiyouso, dazu hatte sie nicht das Handwerkszeug soweit die Uchiha es einschätzte. Genau wissen war natürlich wieder eine andere Geschichte, doch sie wollte nicht ZU neugierig sein, da das genau so verdächtig wirken könnte.

Nach einem wie schon erwähnt relativ unspektakulären Start in den Tag machten sich die beiden Kunoichi getrennt auf zu ihrem geheimen Plätzchen...wobei Arishi einen eher ungewöhnlichen Weg wählte, von dem Kurenai schlicht nichts wissen oder erfahren durfte.

Unsichtbar durch das Meisai Gakure no Jutsu machte sie sich aus dem Fenster auf den Weg. Das war zwar ein wenig dumm und Chakraverschwendung, doch die Uchiha wollte nichts riskieren und hatte den Karottenkopf daher angewiesen schon einmal vorzugehen.

 

Dort angekommen, wurde die Dame erst einmal wieder sichtbar, natürlich direkt hinter ihrer braven, leider immer noch ein wenig sehr zurückhaltenden Schülerin.

"Da bin ich...nicht erschrecken." Wie sollte man sich bitte nicht erschrecken, wenn quasi aus dem nichts hinter einem eine Person auftauchte und dann auch noch mit einem zu reden schien? Richtig, das war fast nicht möglich. Man konnte sehen dass die junge Ame-Nin einen erschrockenen Luftsprung machte sowie ein 'Iek!' auf die Welt losließ, doch mehr passierte nicht. Gehört hätte es zwar so oder so niemand weil sie hier auf einer Waldlichtung waren, doch man musste sein Glück dennoch nicht herausfordern, wie die Uchihadame befand. Diese sprach im Übrigen, nachdem Kurenai sich einigermaßen beruhigt hatte, sogleich weiter und positionierte sich dabei vor dieser.

"Alsooo...fangen wir zunächst mit ein wenig Theorie an...erklär mir doch bitte noch einmal den Kern-Nutzen von Fuuton Chibi Renkuudan und wie die Jutsu in der Theorie funktioniert, dann können wir da weitermachen wo wir gestern aufgehört haben. Alles in deinen eigenen Worten. Nicht in meinen."

 

Dass sie das nicht extra würde erklären müssen war der Dame eigentlich klar, dennoch, der Vollständigkeit halber hatte sie es erwähnt...falls Kurenai gedachte das was ihr gestern erzählt worden war wortwörtlich wiederzugeben wie ein Tonbandgerät – was nun nicht unbedingt Sinn des ganzen Unterfangens war.

Dieses Mal dauerte es nicht gar so lange, bis eine Antwort kam – und die Ame musste noch nicht einmal ihr schlaues Notizbuch bemühen um zu 'spicken'. Das war nämlich in keinem Wort explizit verboten worden und dennoch ließ der Karottenkopf es bleiben...hatte sie etwa schon wieder Angst? Gut möglich, doch wollte sich Arishi darüber nicht unnötig den Kopf zerbrechen, sie hatte gerade genug damit zu tun mit dem durcheinandergewürfelten Hormonhaushalt klarzukommen und dabei auch noch zuzuhören...das war vorhin beim Herschleichen schon schwer genug gewesen.

"Fuuton Chibi Renkuudan ist eine...uhm...a-a-abgeschwächte Form von Fuuton Renkuudan. Dort wird mittels k-k-k-komprimiertem Elementchakra eine Art Kugel erschaffen und auf das Ziel gespuckt... Nicht gut gegen viele, aber gegen ein einzelnes Ziel. A-A-Außerdem...richtet es nicht viel Schaden an, kann aber Einschränkungen verursachen die über die Zeit Vorteile mit sich bringen... Ihr Haupt-Nutzen ist im Kampf-Bereich...a-ansonsten weiß ich gerade nicht weiter... Aber ich kann die Fingerzeichen noch!"

Auf diese relativ piepsige Erklärung folgten zwei Demonstrationen der Fingerzeichen, diese waren sogar beide korrekt, wenn auch noch etwas langsam. Daraufhin zog die junge Dame erst einmal den Kopf ein – wieder einmal reflexartig. Dabei sollte sie mittlerweile wissen dass sie vor der Ex-Konoha wider Willen keine Angst zu haben brauchte.
 

"Gut gut, das ist soweit in Ordnung...dann kannst du jetzt anfangen. Beginne am Besten erstmal mit kräftigen Atemübungen, das wird das Beste sein. Immerhin geht es hier auch im die Luft die du atmest und da ist das ein wenig...sagen wir nicht ganz so einfach wie es sich auf den ersten Blick anhört. Komprimiertes Fuuton-Chakra klingt zwar leicht, aber es so zu komprimieren ist nicht einfach. Die Kraft muss daher zwingend aus der Lunge kommen, zusammen mit dem Chakra und genügend Konzentration solltest du es bald hinbekommen...vielleicht sind wir heute Abend ja fertig. Oder hattest du vor hier zu übernachten? Ich hätte ein Zelt dabei." Dass der vorletzte Satz eher scherzhaft gemeint war seitens der Schwarzhaarigen, musste man nicht extra erwähnen, sie lachte sogar leise dazu, wurde kurz darauf jedoch ein wenig beleidigt gepiekt könnte man meinen. Das Schmollgesicht ihrer Schülerin dabei war einfach Gold wert, allein die aufgeplusterten Wangen waren es dreimal Wert.

"Ich werde selbst ein wenig trainieren, während du übst. Sonst roste ich noch ein...aber das heißt nicht dass ich nichts mitbekomme...also streng dich an."

 

Mit diesen Worten auf den Lippen verfärbten sich wieder einmal die Augen der Uchiha, als ihr Sharingan zum Vorschein kam, und sie begann ihre eigenen Übungen, während Kurenai gleichzeitig den praktischen Teil von Fuuton Chibi Renkuudan anging. Dieser Part war der Schwierigste von allen, wenn man nicht gerade eine Affinität zum Windelement und damit ein besseres Gespür für das entsprechende Elementchakra hatte.

Gerade da musste man aufpassen nicht zu viel Chakra zu verwenden, da es sonst zu dezenter Atemnot aufgrund der komprimierten Luft führen könnte, aber Arishi hoffte im stillen, dass der Karottenkopf ihr gegenüber es nicht zu weit trieb und am Ende dann japste wie ein kleiner Hund. Doch wie es aussah, setzte die Jüngere gleich den ersten Versuch in den Sand, da sie die Luft nicht ausreichend komprimiert hatte und ihrer Sensei, die gerade damit begonnen hatte in unmittelbarer Nähe zu ihr ihre Arme zu dehnen, einen stärkeren Windhauch ins Gesicht pustete. Den dezenten Geruch von Reis und Seetangblättern einmal außer Acht gelassen, war das irgendwo schon sehr sehr niedlich, aber gleichzeitig auch ein guter Start. Denn es zeigte, dass die Ame ein gewisses Gespür zu haben schien und die Idee war ebenfalls richtig, aber eben leider noch nicht ganz ausgereift. Doch daran konnte man ja arbeiten, nicht wahr?

 

Vielleicht mochte Kurenai der Meinung sein sie hätte versagt, müsste sich mehr anstrengen, dabei war sie so gesehen schon auf einem sehr guten Weg und man konnte sagen was man wollte, aber sie machte sich vergleichsweise gut dafür dass sie keine Affinität, sondern 'nur' eine Veranlagung für das Windelement hatte...auch wenn die Ex-Konoha wider Willen nicht wirklich irgendwelche Vergleichsmöglichkeiten auf Shinobi-Level hatte.

Aber das brauchte sie auch nicht, sie wollte nicht mit irgendwelchen Vergleichen anfangen - zumindest noch nicht...oder?

Wie auch immer, die Jüngere vollführte weitere Versuche, bei denen die Luft jedes Mal etwas besser komprimiert wurde...und schien dabei ihre Chakra-Reserven nicht vernünftig aufzuteilen beziehungsweise völlig zu vergessen, denn am Ende japste sie doch – weil ihr eben das Chakra ausgegangen zu sein schien.
 

"Na...was ist denn los? Du musst schon mit deinem Chakra haushalten...das geht so nicht. Ich kann mir das erlauben weil ich große Reserven habe...aber du musst es dir gut einteilen, wie ein gutes Gemüsecurry...das schlingt man auch nicht herunter, sondern genießt es. Verstehst du was ich meine? Ich sagte zwar, an die Grenzen zu gehen wäre gut um seine Reserven zu erweitern, aber Hauptsächlich geschieht das eben doch durch Meditation und andere mentale Übungen...und zwar während man gleichzeitig Chakra verbraucht."

Auf diese doch relativ harschen und belehrenden, aber nicht unfreundlichen Worte hin folgte ein langsames, bestätigendes Nicken, und die junge Dame zog eine leichte Schnute, ehe sie noch einen Versuch unternahm.
 

Dieses Mal war es Glück, dass die Uchiha gerade ein wenig anders stand als noch vor ein paar Sekunden, denn kaum waren die Fingerzeichen geformt und hatte Kurenai Luft geholt, spuckte sie kurz darauf eine Art komprimierte kleine Luftkugel aus, die sich in einen Baumstamm etwas weiter hinten bohrte und dort eine kleine Delle hinterließ.

Doch nicht nur das, als die Ame-Nin eben dies realisierte, machte sie glatt selbst Luftsprünge und lief zu dem armen Baumstamm, um ihn genauer zu betrachten – so auch Arishi, die von dem Luftzug der da an ihr vorbeigezogen war, etwas überrascht wirkte und sehen wollte was ihre Schülerin da nun angestellt hatte, dass sie gleich wie von der Biene gestochen los gerannt war.

Sicher, ihr Sharingan hätte ihr das verraten können und hatte es auch getan, doch damit gerechnet hatte die Uchiha dennoch eher weniger, und klopfte der jungen Dame anerkennend auf die Schulter, nachdem sie die Delle inspiziert und für in Ordnung befunden hatte.

 

"Sehr gut, das war doch schon deutlich besser als nur heiße Luft zu produzieren, nicht? Versuchst du das bitte noch einmal? Ich glaube du hast den Dreh raus...aber ich möchte sichergehen...das verstehst du doch sicher, nicht? Warte...ich gebe dir eine Vergleichsmöglichkeit."

Die gute Frau die eher auf den Namen Arishi als Yuko hörte, ging etwas auf Abstand und visierte den selben Baumstamm an, ehe sie flink Fingerzeichen formte und dieselbe komprimierte Mini-Luftkugel auf den armen Baum feuerte... Diese bohrte sich im Übrigen eine knappe Hand breit über Kurenais Delle in die Rinde und hinterließ eine solche von ähnlicher Tiefe.

 

"Hier...es sieht schon ungefähr gleich aus, du brauchst einfach nur noch mehr Übung, aber...versuch es einfach noch einmal, dann kann ich dich guten Gewissens entlassen...eh?"

Eigentlich hatte sich die Schwarzhaarige geschworen, sich nicht allzu sehr ablenken zu lassen, aber das Krächzen einiger wohlbekannter Vögel ließ sie kurz in den Himmel schauen und für einen Moment mochte man einen etwas wehmütigen Gesichtsausdruck erkennen, der jedoch bald wieder einer neutralen Miene Platz gemacht hatte. Alles nur damit man ja nicht zu viel erführe.

Um nicht versehentlich selbst zur Zielscheiben zu werden, entfernte sich die Dame kurz darauf von dem unfreiwillig zum Trainingsgerät umfunktionierten Baum, um den weiteren Versuch des Karottenkopfes in aller Ruhe mit ihren hübschen roten Augen betrachten zu können.

 

Und tatsächlich handelte es sich hier nicht um einen Glückstreffer, die Jüngere schaffte auch diesen Versuch fehlerfrei und dellte den armen Baum nur noch weiter ein - auch wenn es beileibe nicht tief war, aber nunja...wie auch immer.

Die Freude über den zweiten erfolgreichen versuch war der Ame-Kunoichi deutlichst anzumerken und sie fiel der Älteren der kleinen Runde um den Hals...ging jedoch bald darauf wieder auf gebührlichen Abstand zu Arishi.

"Das war, muss ich zugeben, sehr gut. Du lernst doch schneller als gedacht Kurenai-chan...also doch kein Camping im Freien. Wie schade. Du darfst jetzt gerne gehen...und denk daran was ich gesagt habe...nicht mit dem Chakra-Verbrauch übertreiben, sonst bist du im Ernstfall ein leichtes Ziel. Wir...sehen uns dann, wenn die Zeit reif ist. So lange musst du alleine weiter üben, wann immer du Gelegenheit hast." Damit, so der Plan der Uchiha, wäre zumindest von ihrer Seite aus das Training beendet und die Augen nahmen wieder ihre normale, fast schwarze Färbung an, während die junge Ame-Nin sich noch gefühlt tausende Male bei ihr bedankte und dann langsam aber sicher verschwinden würde, schließlich wollte sie nicht widersprechen.

 

"Bis bald, Ari-chan...ah, s-sumimasen. Ich...wollte nicht..."

"Ist schon in Ordnung, Kurenai-chan, es ist nur fair. Immerhin sollten wir auf Augenhöhe, wie zwei gleichwertige Personen miteinander sprechen." Es war zwar unhöflich anderen Leuten ins Wort zu fallen, aber da musste 'Ari-chan' einfach eingreifen, ehe Kurenai sich für etwas entschuldigte, wofür es keiner Entschuldigung bedurfte wenn man die Ältere so fragte.

Dass sie dem Ganzen mit einem fröhlichen Lächeln Nachdruck verlieh, war zwar nicht beabsichtigt, aber es erzielte zumindest den gewünschten Effekt...nämlich dass die Jüngere fürs Erste diese Angewohnheit ablegte. Denn ehrlich gesagt brachte das niemanden weiter und damit bremste man sich höchstens selbst aus.

Allein mit sich und den Gedanken und Begegnung mit dem Trampel der Nation

Kaum war die Ame dann aus dem Sichtfeld verschwunden – zu Fuß sei anzumerken, drehte Arishi erst einmal ein paar Runden... Sie wollte nicht einrosten hatte sie vorhin selbst gesagt, und sie war keine Freundin leerer Worte. Das wäre als würde man eine Lüge leben...also im Prinzip wie das was die Schwarzhaarige aktuell in Shinshoku tat.

Eine Lüge leben in der Hoffnung irgendwann wieder die Wahrheit leben zu können, bei ihren Lieben, ihrer Familie die sie so sehr wertschätzte.

Sie gestand sich das sonst eher selten ein, weil sie ihrer Meinung nach nie wirkliche Fehler im eigentlichen Sinn beging, doch hier kam langsam wirklich der Gedanke auf, dass sie einen Fehler gemacht hatte und es lag nicht nur daran dass sie sich mit einem der Dorfbewohner eingelassen hatte. Nein, es lag an der ganzen Situation, das Drumherum und der Verdacht, fast schon Gewissheit dass wieder ein Kindchen unterwegs war.

~Shimatta...~
 

Die Nuke-Nin konnte sich nicht helfen, und nach ein paar Runden in der Lichtung blieb sie erst einmal an einen Baum gelehnt in der Hocke 'sitzen', die Arme um die Schultern geschlungen wirkte es beinahe so als würde sie sich kleinmachen, verstecken wollen vor der Welt.

Es gab auch allen Grund dazu...nicht. Denn wie sie Kurenai gepredigt hatte, war es keine Schande auch einmal Gefühle zu zeigen, da man im Endeffekt doch nur davon profitierte.

"Ji-chan...Ko-chan... Ich will wieder nachhause, ihr fehlt mir so sehr...ich kanns nicht mehr in Worte fassen..."

~Es tut weh wenn ihr nicht da seid. Mein Herz fühlt sich leer an, kalt.~

Wenn man so 'zuhörte', könnte man glatt meinen die Uchiha befände sich auf einer Selbstmitleids-Tour, doch war dem nicht so, ihrer Meinung nach, schließlich tat sie dann auch etwas dagegen – oder war das nur Heuchelei um sich selbst besser zu fühlen und behaupten zu können man würde etwas tun, nur um des Handelns Willen?

Gut möglich, vielleicht waren auch irgendwo die Hormone mit Schuld, aber zuerst sollte man immer vor seiner eigenen Türe kehren und nichts auf andere schieben – selbst wenn diese körpereigenen Enzyme keine Existenz für sich, sondern ein Teil der Nuke-Nin waren.

"Raff dich auf, Frau...hängst da wie ein Häufchen Elend und jammerst vor dich hin, tu etwas statt zu jammern, geh das Problem an." schalt sie sich selbst und richtete sich wieder auf, nur um dann mit einigen Flugübungen weiterzumachen.

 

Mittlerweile klappte zumindest das relativ gut, wenn auch noch immer nicht ganz zu einhundert Prozent perfekt, aber dazu übte man ja wann immer es möglich war. Die Pause von zwei Tagen jedoch war deutlich zu spüren – und außerdem hatte die Uchihadame dank ihres tollen Monologes auch genug Ablenkung in Form nerviger Gedanken die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten.

Hier zu bleiben und sesshaft zu werden war eben einfach keine Option, selbst wenn nun tatsächlich ein Baby zur Welt käme. Das wäre sogar noch eher ein Grund auch von hier zu verschwinden...aber das bedeutete dann sie müsste Kurenai hier zurücklassen und das ging nun wirklich nicht, hatte sie ihr doch ein Versprechen gegeben. Und die brach man bekanntermaßen nicht.

Und doch...irgendwo im Hinterkopf machte sich ein Gedanke bemerkbar, den die gute Senju so nicht von sich kannte: Von wegen sie sei so oder so eine Verräterin, die die Uchiha wieder stigmatisierte, wie es in der Geschichte des Dorfes Konohagakure schon mehrmals der Fall gewesen war. Die Rotaugen wären doch ohnehin das geborene Verräterpack und ihr Fall bestätigte das nur noch einmal mehr.

Dass sie durch eben diese Gedanken leicht ins Schlingern geriet und beinahe abstürzte, sei mal für den Moment beiseite gestellt, das wäre in dem Moment ihre eigene Schuld gewesen und um eben dieses Unglück nicht herbei zu führen, flatterte die Schwarzhaarige – in diesem Fall wohl eher schwarz gefiederte – Gestalt der Nuke-Nin zurück in Richtung Boden der Tatsachen, wo sie sich zurückverwandelte...nur um sich dann unsichtbar zu machen und zurück ins Dorf zu schleichen, wie schon auf dem Hinweg.

Eigentlich hatte sie nie genauer darüber nachgedacht, doch jetzt wo man so seine Zeit dafür hatte, kam man unweigerlich dazu, auch über die abwegigsten Dinge nachzudenken, die überhaupt nicht förderlich für eine eventuelle Rückkehr nachhause wären.

So verbrachte die Ex-Konoha auch den restlichen Abend damit nachzugrübeln, über genau jenes Thema – doch auf einen grünen Zweig, geschweige denn zu einem Schluss für sich selbst kam sie nicht wirklich, außer früher oder später einfach alles wieder wegzuschieben, weil sie nicht allzu viel grübeln wollte. Es wurde deswegen nicht leichter oder schwerer irgendwelche Entscheidungen zu treffen die irgendwann getroffen werden mussten, nein.

Im Gegenteil, es machte alles nur irgendwie schlimmer, gefühlt, vor allem vor dem aktuellen Hintergrund, einer Familie die sie mehr oder weniger als ihre Tochter 'adoptieren' wollte, nur damit der Familienname fortgeführt wurde, eine verunsicherte junge Ame-Nin der sie ein Versprechen gegeben hatte, die Tatsache dass sie sich nicht an ihre eigenen Prinzipien gehalten und jemandem aus dem dummen Dorf – wenn auch nur für eine Nacht – hingegeben hatte wie es sonst eigentlich eher ihrem Gatten vorbehalten wäre.

~Grrr...ich weiß nicht mehr was ich machen soll, das Chaos wird nicht geringer je länger ich mir alleine den Kopf darüber zerbreche. Andererseits soll und darf sonst keiner davon erfahren, das ist alles zu riskant und würde viel zu viele Antworten erfordern, die ich nicht geben will und kann. Das ist zum Mäusemelken ist das.~

 

So sollten auch die kommenden Tage geprägt sein von viel zu viel Training, Nachdenken und mehr Aufschieberitis, da Yuko...pardon, Arishi, natürlich mehrmals gefragt wurde wie sie sich betreffend der Familie Amano entscheiden würde.

Wenn es nach ihr ginge, so überlegte die Dame, würde sie am Liebsten einfach gehen und ganz ehrlich, wer sollte sie aufhalten? Richtig, niemand. Mal abgesehen von ihrem schlechten Gewissen der jüngeren Kurenai gegenüber, da die Ex-Konoha nach wie vor an der Meinung festhielt, dass man Versprechen nicht zu brechen hatte...und dabei blieb sie auch, alles andere...und jeder andere wurde in den kommenden Tagen immer wieder sanft und höflich, aber bestimmt weggeschoben, da die Schwarzhaarige diese Leute nicht sehen wollte, nicht hören wollte, gar nichts. Da war der durcheinandergewürfelte Hormonhaushalt nicht unbedingt die größte Hilfe.

 

Denn neben teilweise massiver Übelkeit jeden Morgen kam auch noch ein nicht zu verachtender Drang zu schlafen – am Besten den ganzen Tag. Alles Dinge die die Uchiha mit ihrem ersten Kind, der kleinen Kimiko, nicht erlebt hatte und daher nicht wirklich darauf vorbereitet war. Andererseits war auch niemand da dem sie gut genug vertraute, um über jene Dinge zu sprechen die sie beschäftigten, war doch gefühlt jeder irgendwie mit dem Feind verbandelt – zumindest wenn man bedachte wie wenig die Leute es noch störte, wenn die Organisation in ihren Häusern ein und aus ging als wären sie selbst die Hausherren und nicht die Menschen die dort lebten...das ging der Uchiha mehr als nur gegen den Strich, sie wollte auch dahingehend etwas ändern, musste sich aber irgendwo auch eingestehen dass sie nicht die ganze Welt retten konnte.

Das wäre viel zu viel Arbeit, Stress und Nerverei...nicht dass sie sich daran stören würde, aber alleine war es nun einmal ungemein viel schwieriger alles zu managen und da dann auch noch gefühlte Weltrettungspläne unterzubringen, wenn man sonst genug mit sich selbst oder seinen Gedanken zu tun hatte, war schlicht unmöglich zu bewerkstelligen, wenn man nicht am Rad drehen wollte.

 

~Sie sind wie Parasiten...wie kleine Mäuse die sich in ihren Höhlen verstecken, während sie auf den Käse warten, den es nicht geben wird – nicht für sie. Sie erwartet nur ein schmerzhafter Tod... Mögen diese Bastarde an ihrem eigenen Selbstbewusstsein im Schlaf ersticken.~

Mehr wirklich signifikante Gedanken gab es gerade nicht, zumindest keinen der für Arishi greifbar wäre und auch nicht darin endete, dass sie irgendjemanden für dessen bloße Existenz verfluchen wollte. Dafür gab es hier mehr als genug Beispiele auf zwei Beinen...die Kouseiyouso-Mitglieder allen voran, natürlich. Wer sonst hätte es verdient überall, nur nicht auf dieser schönen Welt zu wandeln?

 

All jene Verbrecher und sonstigen kleinere sowie größere Kriminelle einmal beiseite gelassen, die gab es immer und überall, doch das größte Übel...war mitten unter den Leuten und sie merkten es noch nicht einmal. So zumindest der Eindruck der Dame, während sie an einem weiteren, dieses Mal eher windigen Herbsttag auf 'ihrem' Zimmer saß und in ihrem Notizbuch etwas – wie sollte es anders sein – notierte.
 

 

Der nächste Schritt – Der letzte?

Die Vögel haben aufgehört zu singen, der Winter bricht herein, die

Tage werden kürzer und so auch die Zeit des Mädchens mit ihrem großen Beschützer. Sie

werden bald getrennte Wege gehen müssen und doch wird es niemals

dunkel werden. Nicht solange sie sich das Licht bewahrt. Sein Licht, ihr Licht.

 

Beeilt haben müsste man sich, sagt man ihr und dem großen Raben oft, doch etwas unterscheidet

euch von den beiden: Das Licht, das Band was die beiden aneinander knüpft. Freundschaft.

 

Bevor sie sich trafen, waren sie einzelne, verlorene Federn,

sie wurden vom Winde dorthin verweht wo es gerade am Günstigsten war. Sie ließen

sich ohne Widerspruch tragen, bis zu jenem Tag. Der Tag, der

alles ändern sollte. Die Begegnung mit dem Besonderen, und das lassen sie sich nicht

nehmen. Sie sind frei und ungebunden, wie ein Vogel. Nicht einmal die Hölle wird sie halten

können, wenn sie es nicht wollen.

 

 

"Heh...lange her...ich kann es nicht mehr richtig... Aber das macht nichts, ich will auch gar nicht mehr. Ich habe...mein Licht verloren, bin nichts weiter als ein Laufbursche der Dunkelheit, die sich schnell ausbreiten wird. Es gibt kein Entkommen, für niemanden. Nicht einmal die Shinobi sind davor gefeit. Aber...egal." Mit diesem Gemurmel von einem Selbstgespräch auf den Lippen klappte die Ex-Konoha wider Willen das Notizbuch zu und verräumte es sicher in ihre Waffentasche. Mit der sie immer noch verwachsen zu sein schien, könnte man meinen, so wie sie das Ding durch die Geografie schleppte....dabei hatte die arme Tasche auch Gefühle!

Nein, Spaß beiseite, hatte sie natürlich nicht. Doch irgendwie musste man sich ja bei Laune halten, wenn man sonst schon in einem Wechselbad der hormongesteuerten Emotionen war und keine wirkliche Möglichkeit hatte daraus auszubrechen – außer es bis zum Ende auszuhalten...wobei das ein wenig harsch war. Denn am Ende wartete meist das schönste aller Geschenke auf einen, wenn man es denn wollte.

 

~Nein, Schluss, aus...ich muss etwas tun, etwas Sinnvolles...aber Yukiko-sama lässt mich ohnehin nichts tun ohne sich einzumischen... 'Tu dies nicht, lass das, das ist zu schwer, lass uns das machen'...und sich dann wundern wenn man entsprechend sauer reagiert. Menschen...warum seid ihr nur so kompliziert manchmal?~

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf machte sich die Senju daran ein paar Aufwärmübungen durchzuführen. Immerhin hatte man ihr noch kein Sportverbot erteilt – aber das wäre wie die anderen Verbote ziemlich obsolet wenn man die Uchiha so fragte, sie machte ohnehin was, wie und wann sie gerade Lust dazu hatte...also ließ sie auch das Training nicht bleiben – zumindest nicht ganz. Moderation war das Zauberwort – eines das man im Hause Amano offenkundig nicht kannte. Dort hieß es wohl 'entweder ganz, oder gar nicht'.

Sobald die Ex-Konoha wider Willen dort auch nur einen Handstreich tat den sie nicht tun durfte, wurde ihr was auch immer sie gerade im Begriff war zu tun abgenommen, als hätte sie garkeine Rechte mehr, nur weil sie VERMUTLICH schwanger sein KÖNNTE. Das war schon paradox, nicht wahr? Obendrein wunderte sich die Schwarzhaarige wieder einmal kein stückweit, warum die Kinder des Hauses sich so früh wie es nur irgendwie ging, von ihren schmalgeistigen Eltern loszukommen...oder waren sie zwangsweise eingezogen worden? Das wusste die Dame ehrlicherweise nicht, und würde auch nicht nachhaken, das gehörte sich einfach nicht in ihren Augen, ein wenig Rest-Anstand hatte die gute Frau nämlich durchaus noch – auch wenn das nicht unbedingt einfacher wurde, sich diesen Anstand immer wieder ins Gedächtnis zu rufen wenn wieder einmal etwas nicht so ging wie sie das gerne hätte, sondern wie die 'Gastgeber' das wollten.

Und dann war da immer wieder diese stumme Frage der Hausherrin, die ihr vor einigen Tagen eine bemalte Schatulle überreicht hatte und welche irgendwo in einer unbeobachteten, eher unbeachteten Ecke von Arishis Zimmer ihr trostloses Dasein fristete – und dort auch bleiben würde wenn es nach der Ex-Konoha ginge. Sie würde niemandes Namen annehmen, nein, das wäre dann wirklich Verrat an der Heimat und vor allem am guten Namen Senju...

 

Genau deswegen hatte sie sich damals auch nicht als Yuko Senju, sondern Arishi vorgestellt – damals, als noch niemand ahnte wohin dies alles noch führen würde. Wohin einen der Wind verwehte...wohin man zu gehen gezwungen wäre, wenn man nicht gerade gerne mit dem Strom schwamm. Doch die Uchiha hatte einen gewissen Dickkopf versucht zu bewahren und den wusste sie halbwegs in einem vernünftigen Rahmen einzusetzen, ohne dabei auch nur ansatzweise allzu fordernd zu wirken.

 

Zumindest wenn sie es selbst beurteilen müsste wäre es der Fall – doch wie es andere wahrnehmen mochte, war der Frau egal. Jeder durfte seine Meinung haben – solange man einem damit nicht penetrant auf die Nerven ging und versuchte einen davon zu überzeugen, dass seine Sichtweise die einzig Richtige war. Denn in dieser Welt gab es kein schwarz und weiß, sondern verdammt viele Grauzonen, nichts war hier wirklich eindeutig 'dafür' oder 'dagegen' und wer etwas anderes behauptete, litt unter einer besonderen Form der Verblendung, wenn man Arishi so fragen würde, während diese weiter vor sich hin pseudo-philosophierte und ihren Gedanken ein wenig zu sehr nachhing.

Dank dieser unmöglichen Frau, Yukiko, hatte sie auch nicht allzu viel zu tun, ein Paradies für jeden Faulpelz, doch war die Uchiha nicht so, sie war ein motiviertes, hart arbeitendes Individuum das man nicht anketten durfte, das sich frei entfalten musste um sein Potenzial voll auszuschöpfen, daran zu wachsen was man tat.

 

Doch wann tat man das schon einmal...richtig, eher weniger bis überhaupt gar nicht. Und das Chaos im eigenen Kopf war dabei auch alles andere als hilfreich, wenn man sich immer wieder dabei erwischte wie man sich in seinen Gedanken verlor, einfach nur die Zeit vergaß und Löcher in die Luft starrend selbige verbrauchte...

Aber nun, wie auch immer, Die Tage flossen so zäh dahin wie sie sich anfühlten – als würde man gegen den Strom schwimmen müssen.

Kurenai bekam die Schwarzhaarige auch kaum mehr zu Gesicht...und das war sowohl ein gutes, als auch ein schlechtes Zeichen. Gut einerseits, weil sich die junge Dame an den Rat ihrer 'Sensei' hielt, schlecht andererseits, weil Arishi auch nicht dauernd ein Auge auf alles haben konnte...sie wollte die Jüngere beschützen und das ging so einfach nicht...leider.
 

 

Einige Zeit verging so, und mittlerweile war bereits der erste Schnee gefallen, doch gleich wieder von Regen zu Schneematsch verarbeitet worden. Die Bewohner des kleinen Dorfes Shinshoku hatten sich längst auf den Winter vorbereitet. Das hieß unter anderem auch altmodisch Holz hacken – für alle! Sicher ein Spaß für die ganze Familie, und auch heute schneite es wieder. Da war Arishi die Ausnahme der Ausnahme, denn sie hatte weder Lust auf Holzhacken, noch darauf etwas mit diesen Menschen die ihr ohnehin nicht richtig zuhörten zu 'unternehmen', sondern mit Kurenai ihr eigenes Süppchen zu kochen und ihr an diesem trübsinnigen Tag einen weiteren Schritt in ein hoffentlich besseres Leben mit auf den Weg geben zu können.

Das Karasu Henge stand auf dem Plan, eine nette kleine Spielerei die es einem ermöglichte in Rabengestalt zu fliegen.

Wobei 'nett' und 'klein' da wohl noch zu harmlos waren, eher groß und auffällig, denn ein menschengroßer Vogel war nicht unbedingt das, was man am Himmel zu sehen erwartete.

 

Doch noch ehe man überhaupt dazu kam das Haus zu verlassen, wurde die Ex-Konoha wider Willen aufgehalten...von niemand anderem als der Hausherrin selbst. Die wirkte ganz und gar nicht begeistert davon, dass ihre 'Ersatztochter' draußen herumsprang und dergleichen, als wäre alles in bester Ordnung, denn nach Yukikos Meinung musste sie sich schonen, wie sie gerade auch zum x-ten Male zu hören bekam, sie würde sich damit auch selbst schaden und all solche Dinge, die man jedem mit auf den Weg gab, um den man sich als Eltern nun einmal Sorgen machte. Doch Arishi wollte das nicht, wollte nicht dass sich überhaupt jemand um sie kümmerte, wenn sie ohnehin so bald wie möglich wieder von hier verschwunden war und zu ihrer Familie zurückkehrte – oder wohin immer der Wind sie am Ende trug. Hoffentlich nicht in die falsche Richtung...denn die Uchiha hatte wenig Intentionen am Ende noch mit einem kleinen Säugling unterwegs und aufgeschmissen zu sein, weil sie sich falsch entschieden hatte. Doch hatte sie überhaupt eine Wahl? Es wirkte dieser Tage wieder mehr so als könne sie nicht selbst bestimmen wohin sie wann wie mit wem ging, denn die Hausherrin hatte, wie Arishi wortwörtlich zu Ohren gekommen war, mehrmals die junge Kurenai davon abgehalten sie zu sehen, weil sie gerade keine Zeit hatte – angeblich. Dabei war das glatt gelogen.

 

Die Uchiha hätte sich über Gesellschaft sogar sehr gefreut, lenkte sie doch von unerwünschten oder nicht hilfreichen Gedanken ab, die die Dame in letzter Zeit wieder öfter plagten, je mehr Zeit sie hatte um nachzudenken.

Gerade jetzt, wo sie Stress am wenigsten gebrauchen konnte machte Yukiko-sama so einen Wind...konnte sie die Senju nicht einfach gehen lassen?

Anscheinend, sehr zur Überraschung der Dame, konnte sie das doch. Denn nachdem sie wohl mindestens den dritten bösen Blick abbekommen hatte ohne eine Antwort, ließ sie ihren 'Gast', der für die Herrin des Hauses doch so viel mehr war, ziehen.

Wenn man aber gedacht hätte, Arishi habe nun ihre Ruhe und könnte sich mit Kurenai an ihrer beider geheimem Plätzchen treffen, hatte sie die Rechnung ohne Akihiko...oder Bakahiko gemacht, der wohl Draußen gewartet haben musste...und das nicht seit nur fünf Minuten, wie man an der leichten Schneedecke auf seinem Mantel feststellen konnte...das nahm ja schon fast stalkerhafte Züge an...aber gut, sollte sie sich nun wieder unnötigerweise aufregen? Die Antwort lief auf ein klares, gedankliches Nein hinaus. Doch eine kurze Unterhaltung ließe sich wohl nicht vermeiden wenn sie ihm nicht die Zähne ausschlagen und riskieren wollte aufzufliegen, nur weil sie sich gegenüber einem der trotteligsten Dorftrottel seit Anbeginn der Zeit nicht hatte zurückhalten können.

"Na hübsche Frau, wohin des Weges?"
 

Allein die Stimme brachte sie schon dazu, unmerklich mit den Augen zu rollen, doch wenn er ständig in ihrem Sichtfeld herumscharwenzelte, war es wirklich schwer nicht auf ihn zu achten, während sie zumindest versuchte nicht allzu auffällig zu sein.

Die Uchihadame vergrub die Nase in einem Schal, den die Hausherrin ihr aufgedrückt hatte, und zog ihren roten Haori enger um sich. Ansonsten hatte die Dame ihre übliche Ausrüstung angelegt und wirkte nicht gerade als wäre sie zu Gesprächen aufgelegt...waruuuum wohl?

Doch das schien nicht jeder zu bemerken, geschweige denn dass es gewisse Leute überhaupt interessierte

"Was willst du, Akihiko? Ich sagte doch ich- hey!" Selbst eine Kunoichi vom Kaliber der Uchiha musste dann und wann die Segel streichen oder konnte nicht schnell genug reagieren, als man einfach mitten auf der 'Straße' geschnappt und geküsst wurde... Hatte der Kerl noch alle Latten am Zaun, dass er einfach so etwas derartiges abzog? Oder hatte er noch nicht mitbekommen, dass diese Frau ihm theoretisch, so gaaaaaanz eventuell, mit bloßen Händen den Kopf von den Schultern reißen könnte, wenn sie wollte? Nein? Offenbar wirklich nicht. Und statt den Herrn reflexartig von sich zu schubsen, schnappte sie sich den Kragen Akihikos und zog ihn ganz nahe zu sich, um sicherzugehen dass es sonst niemand hörte.

"Fass mich nicht an...nie wieder... Und versuch das eben nicht nochmal, ja~?" raunte Arishi gefährlich dicht beim Ohr des Mannes, der für ihre anderen Umstände mit verantwortlich war – von denen man mittlerweile tatsächlich nicht mehr allzu viel sah, da die Ex-Konoha wider Willen es meisterhaft verstand sich entsprechend zu tarnen. Selbst wenn es bislang nur ein kleines Bäuchlein war, das man sehen konnte, wirklich entdecken musste das nun keiner, auch nicht der 'Mitschuldige'.

Im Anschluss an ihre hoffentlich letzte Warnung an Akihiko ließ sie diesen einfach stehen und marschierte von dannen – über gewisse Umwege verstand sich, da es sonst zu auffällig wäre.

 

Es überraschte sie aufgrund der Tatsache gleich zweimal aufgehalten worden zu sein nicht wirklich, dass man bereits auf sie zu warten schien – zumindest war Kurenai bereits anwesend und schaute sich suchend nach einem Anzeichen ihrer 'Sensei' um, ob diese nicht irgendwo zu sehen oder gar verlorengegangen war.

"Ah, Ari-chaaan~!" Wie ein kleiner Welpe der sein Frauchen vermisst hatte, rannte die junge Dame mit der Wuschelfrisur auf die Uchiha zu und...blieb direkt vor dieser stehen um sie ein wenig penetrant anzustarren, von oben bis unten zu scannen wenn man es so sagen wollte.

"I-Ich...hoffe es...uhm...geht dir gut." fiepte es aus ihrer Richtung und sie umarmte die Ältere schließlich doch noch – was tatsächlich ein Novum war wenn man so wollte. Denn bisher war die Initiative für solche Gesten immer, wirklich immer von der Älteren aus Konohagakure ausgegangen und da fiel einem das natürlich auf. Es war nicht nur eine nette Abwechslung, sondern auch eine zugegeben nötige Geste, die die Ältere wieder einmal brauchte, schlicht weil sie ihre eigene Tochter so sehr vermisste, ihren Mann...einfach jeden den sie gut oder auch nicht so gut leiden mochte. Sie alle gehörten zur 'Familie' der Senju wenn man so wollte, denn wenigstens diese handvoll Menschen konnte nicht so schnell aus ihrem Gedächtnis verschwinden wie gewisse andere Leute, die sie einst Eltern genannt hatte und die Yukiko wie auch ihrem Mann verdammt nochmal irgendwo ähnlich schienen – auch wenn sich die Uchiha bei aller Liebe nicht an ihre Eltern erinnern konnte. Aber ein gewisses Gefühl war da – und manch ein Flashback bestätigte dies nur. Sie schienen fast genau wie ihre eigene Familie zu sein und so wollte die Dame nicht leben, sie hatte ihren eigenen Kopf, ihr eigenes Leben...und konnte selbst bestimmen was sie wann und wie tat.

Unter anderem aus diesem Grund hatte sie auch Jirou geheiratet, um zu demonstrieren dass ihr dieser verdammte Konflikt zwischen Senju und Uchiha ziemlich sonstwo vorbei ging. Und weil sie ihrem Herzen folgen wollte, nicht einer Familie die sie ohnehin nicht kannte und zu der sie keinen Bezug mehr verspürte.

 

Hier war es ähnlich, und man konnte sagen was man wollte, aber-

"Uhm...Ari-chan? Alles in Ordnung? D-D-Du bist schon wieder blass..."

Gut dass Kurenai da war um sie aus dieser Gedanken-Spirale zu reißen, die sie geradewegs abwärts zu ziehen schien, denn was die junge Ame-Nin äußerte war Anlass genug die lästige Nachdenkerei über gewisse Themen vorerst tatsächlich bleiben zu lassen, wenn sie halbwegs gesund bleiben wollte. Immerhin waren zu viele Sorgen auch nicht gut für den heranwachsenden Bauchbewohner.

Das (vorerst) letzte Training - Karasu Henge in der Theorie

"Nein nein... Alles bestens. Danke der Nachfrage Kurenai-chan. Ich glaube...wir fangen besser an, bevor einer von uns noch festfriert oder Wurzeln schlägt...ehehehe~ Alsooo... Hast du dir denn schon einmal vorgestellt wie es wäre fliegen zu können, frei zu sein, ungebunden? Mal abgesehen davon dass Träume bizarr sein und uns glauben machen können wir könnten fliegen...habe ich eine Technik erfunden, die einen der majestätischsten Vogelgruppen zum Vorbild hat...die Raben und Krähen. Du fragst dich sicher, was ich genommen habe, aber...keine Sorge, ich bin klar im Kopf, deeenn...man kann tatsächlich damit fliegen. Ich kann dich nur leider nicht mitnehmen. Also muss eine Demonstration nachher reichen...eeeeh...schau nicht so skeptisch." Damit hatte nun offiziell der heutige 'Unterricht' begonnen wenn man ihn so nennen wollte, doch das erste was die Uchiha kassierte war eben der von ihr benannte skeptische Blick – als würde Kurenai sie nicht ernst nehmen...schon ziemlich harsch, aber das Mädchen war eben doch noch nicht gar so erfahren wie man vielleicht meinen mochte.
 

"Ich glaub dir kein Wort, Ari-chan. Menschen können...n-n-n-nicht f-f-fliegen." Zusätzlich zu ihrer nonverbalen Skepsis verbalisierte die Ame-Nin diese nun auch noch, woraufhin die Ältere der Runde hörbar ausatmete.

"Du glaubst mir also nicht? Das ist nicht nett...aber gut, verständlich. Ich an deiner Stelle hätte wohl ähnlich reagiert, wenn man mir das erzählen würde und ich hätte keine Ahnung dass es solche Techniken gibt. Sei ruhig ein wenig offener für solche neueren Dinge, sie beißen in der Regel nicht und können dich manchmal weiter bringen als du vielleicht denkst." Arishi tippte sich parallel zum Sprechen gegen die Stirn und verschränkte dann die Arme vor der Brust.

"Karasu Henge, so der Name des Ganzen, ist wie ich schon sagte eine eigens von mir entwickelte Technik, um fliegen zu können. Allerdings ist sie ansonsten zu nicht allzu viel zu gebrauchen – man kann sehr sehr eingeschränkt Ninjutsu benutzen. Genauer gesagt solche des Windelements. Verstehst du jetzt, warum ich dir das Windelement ans Herz gelegt habe? So schlägst du im Ernstfall zwei Fliegen mit einer Klappe wenn man so will. Aber... lass mich zu Ende erklären und hör auf solche Grimassen zu schneiden Kurenai-chan, das ist unhöflich... Du bist keine vier Jahre alt mehr, oder?" Ein schelmisches Zwinkern seitens der älteren Uchiha folgte, als sie Kurenai erneut, in einem weniger strengen Ton dazu ermahnte sich nicht wie ein kleines Kind zu benehmen, das seiner Mutter die Märchengeschichten nicht mehr glaubte die sie jeden Abend vorgelesen bekam.
 

~Hah...Kimiko-chan... Keine Sorge, Mama ist bald wieder da und... Nein, aus...wir trainieren gerade. Das ist nicht fair.~

Die Schwarzhaarige aus dem Hause Senju hielt für einen Moment einfach nur inne und schien ihre Zunge verschluckt zu haben – was Kurenai prompt nutzen würde, um eine Frage loszuwerden die ihr offenbar unter den Nägeln brannte:

"D-Du sagtest man wäre damit...u-u-ungebundener, richtig? Heißt das, man kann wirklich damit fliegen, war das ernst gemeint? I-Ich glaub es nicht wirklich...irgendwie...k-k-k-k-klingt das zu einfach um wahr zu sein." fiepte der Karottenkopf verunsichert vor sich hin und versuchte gar nicht erst, Augenkontakt zu ihrer älteren 'Leidensgenossin' herzustellen, ihr war das ganze Gerede von wegen Fliegen wohl entweder eine Spur zu hoch, oder aber die junge Dame war sich nicht sicher ob sie das auch wirklich schaffen könnte. Bei Arishi sah alles immer so einfach aus – doch wenn sie das selbst probierte, war es meist eher eine schwere bis unlösbare Aufgabe für sie.

 

Auch wenn die Uchiha einmal gesagt hatte sie könne alles schaffen wenn sie nur wollte, musste die Ame-Nin sich eingestehen dass sie eben nicht alles konnte und auch lernen dazugehörte, etwas zu schaffen.

"Lass es mich wenigstens zu Ende erklären, bitte. Dann kann ich dir zeigen dass es kein Humbug war, kein Märchen, keine Lüge die ich dir erzähle damit du dich besser fühlst." Diese doch relativ deutlichen Worte erlebten lediglich ein Nicken als Antwort, während die Schwarzhaarige mit der langen Zottelmähne überlegte was sie ihrer jüngeren...ja...man könnte fast schon Weggefährtin sagen...was sie dieser noch erklären konnte, ohne zu viel vorweg zu nehmen und ihr gleichzeitig zu demonstrieren dass sie nicht geflunkert hatte.

In Kombination mit einer Demonstration in der Praxis war das sicher kein Problem, doch wollte Yuko, pardon, Arishi, damit noch warten.

 

"Karasu Henge ist eine abgewandelte Form des dir hoffentlich bekannten Henge no Jutsu, dabei verwandelst du dich dem Namen nach in einen menschengroßen Raben. Allerdings, wie ich vorhin schon erklärt habe, bleibt einem dabei die Nutzung seiner Jutsu großteils versagt und du kannst niemanden transportieren. Es handelt sich hier um eine Mischung aus Fortbewegungs- und Kampfjutsu – wobei sie jedoch hauptsächlich ersteres ist, aus vorgenanntem Grund. Außerdem besteht eine Chance von eins zu zwei, dass sich die Jutsu bei einem Treffer auflöst...und dein Geruch verändert sich auch nicht. Du bist also immer noch als du selbst erkennbar, wenn jemand deinen Geruch kennen sollte – warum auch immer. Allgemein betrachtet kann man glaube ich sogar sagen, dass du eher nach Mensch als Vogel riechst, während du dich verwandelt hast. Ah...und man muss, wie schon bei Kamereo no Jutsu ständig Chakra zuführen, im Kampf alle paar Sekunden und außerhalb davon alle fünf Minuten. Alles in allem sind die Kosten für Wirkung und Aufrechterhaltung je doppelt so hoch wie bei Kamereon...merk dir das, das ist wichtig."

Die Uchiha zuckte die Schultern, sie hatte die letzten beiden großen Nachteile, aka die Auflösung der Verwandlung und den menschlichen Geruch, bisher zum Glück noch nicht in Relevanz erlebt, da sie aktuell nicht befürchtete verfolgt zu werden und auch sonst weniger Leute ihr wirklich ernsthaft etwas anhaben könnten, dass die Verwandlung Gefahr liefe sich aufzulösen.

 

Was die ganze Zeit über blieb, war der skeptische Blick aus Kurenais dunklen Augen, die sich vermutlich dachte was ihre Sensei für Drogen genommen haben musste, um so ernst dabei zu klingen als würde sie versuchen, der Jüngeren etwas beizubringen das ihr ernsthaft nützte. So skeptisch durfte man ja wohl noch sein, oder? Jedenfalls...wirkte die Uchiha auf der anderen Seite ein wenig missmutig.
 

"Du benötigst für diese Ninjutsu, im Übrigen eine des C-Rangs, keine Fingerzeichen. Du musst nur eine bestimmte Geste durchführen während du das Chakra schmiedest und einen flexiblen Chakramantel erschaffst, der dein Aussehen verändert und mehr kann als nur dekorativ sein, wie es bei Henge no Jutsu der Fall ist. Also schau mich bitte nicht so an als wäre ich auf Drogen...glaub mir. Es gibt diese Technik...hah... Na gut." Die Schwarzhaarige seufzte ergeben. Da sie diesen Blick wohl sonst nicht loswurde der da die ganze Zeit auf ihr haftete wie eine Klette, musste sie wohl demonstrieren wie das Ganze am Ende auszusehen hatte.
 

"Du gehst besser ein wenig auf Abstand. Oder du lässt es bleiben Kurenai-chan, wie du meinst."

Mit diesen 'letzten Worten' auf den Lippen breitete die Uchiha die Arme aus und ließ sie gleich einem Flügelschlag nach unten sausen, und prompt schien sich ihre Gestalt zu ändern, in das was sie dem Karottenkopf bereits erklärt hatte. Die eines menschengroßen Raben, und der breitete sogleich seine schönen Flügel aus, um aus dem Stand vom Boden abzuheben...etwas das die Dame mit dem gerade wunderhübschen schwarzen Gefieder in letzter Zeit fast perfektioniert hatte und dieses Mal schien es ganz ohne Probleme zu funktionieren, wie das bei einer Vorführung nun einmal sein sollte.

Die gefiederte Dame stieg auf in den Himmel und kreiste ein wenig über ihrer Schülerin, man könnte meinen sie genoss dieses Gefühl regelrecht, und auch das Kurenai wohl der Mund offenstand, während sie ihr nachschaute.

Nach einer weiteren kurzen Runde, in der sie so ziemlich alles demonstrierte was es an Flugstadien so gab und wie diese funktionierten – also indem sie indirekt ihre kompletten Forschungsnotizen noch einmal in der Praxis umsetzte, setzte die Nuke-Nin mehr oder weniger sanft auf dem Boden auf, machte einen Schritt in Richtung des Karottenkopfes und die Rabengestalt wurde mit einem 'Puff' wieder zu der Frau die das ängstliche Mädchen kannte...doch zumindest schien diese Vorführung sie erstens überzeugt und zweitens direkt sprachlos gemacht zu haben. Das war zwar nicht der Sinn und Zweck der Geschichte gewesen, doch immerhin konnte sie nun nicht mehr widersprechen oder sonstiges. Denn auch der skeptische Gesichtsausdruck schien wie weggeblasen. Statt dessen kniff sich die 'Kleine' selbst um sich zu vergewissern dass sie nicht etwa einer Genjutsu anheimgefallen war oder gar träumte – natürlich, mit offenen Augen... So ein Schwachsinn.

 

"Ich hoffe, das hat gereicht um dich zu überzeugen,dass es diese Technik wirklich gibt Kurenai-chan...und dass du nicht an meiner geistigen Gesundheit zweifeln solltest. Mit mir ist dahingehend alles in bester Ordnung. Nur um das klargestellt zu wissen, du brauchst also keine Angst haben oder skeptisch zu sein, nur weil ich ein wenig...aus der Reihe tanze und nicht so bin wie die anderen. Ich meine wie lange kennen wir uns jetzt? Ein paar Monate dürften es locker sein, wenn nicht gar über ein halbes Jahr, also sei kein Frosch und fang endlich an mir zu vertrauen. Es ist keinem von uns geholfen wenn wir ewig auf Distanz zum jeweils anderen bleiben oder ihm misstrauen, weil es einfacher ist sich Scheuklappen aufzusetzen."

Autsch, das klang unerwartet harsch. Dennoch wirkte Arishi dabei nicht ganz unfreundlich und blickte zwar streng drein, es war jedoch auf der anderen Seite ein Lächeln zu erkennen, wie man es nicht oft zu Gesicht bekam wenn die beiden nicht unter sich waren.

Ehrlich, offen, warm, einladend... Fast wie die eigene Mutter daheim, schien Kurenai zu denken, als ihr so die Augen wässrig wurden und sie tatsächlich anfing zu weinen, nachdem sie schon während Arishi sprach mit ihren Tränchen kämpfen musste. Aber gut, dass sie hier 'überlief' war besser als zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort, wo es weniger von Nutzen wäre als wenn sie unter sich waren und man die junge Dame nicht für ihr 'Fehlverhalten' rügte. Denn es war nichts falsch daran seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, bevor sie einen endgültig übermannten und man sich sicher sein konnte, dass irgendetwas gewaltig schieflief was die betreffende Person nun anpackte. Denn er oder sie wäre dann nicht mehr klar im Kopf. Gut war ihre Schülerin aus Ame nun auch nicht, aber wie gesagt, besser passierte es jetzt als später oder nie.

 

Als sich die Ältere auf sie zu bewegte jedoch schreckte die junge Dame mit den Sommersprossen im Gesicht zurück und machte sich klein.

"Bitte nicht schlagen...b-b-b-bitte nicht schon wieder..."

~Ach herrjemine...wirklich? Ich glaube, ich muss euch doch mit der Faust eure Gesichter umdekorieren und ein paar Zähne ausschlagen, damit ihr endlich versteht dass das was ihr diesem Mädchen antut, nicht zielführend ist... Verdammte, feige Bastarde. Wartet nur, bis wir hier fertig sind. Kurenai macht sich gut und ihr prügelt sie immer wieder zu Boden...wieso? Wozu? Sie braucht Achtung und Vorsicht wie eine zarte Pflanze, keine harte Hand die straft, sondern eine die gibt und an die Hand nimmt, hilft. Das genaue Gegenteil von dem was ihr kleinen geleckten Hundesöhne tut. Vergreift euch an Kindern...das ist das Allerletzte.~

 

"Raff dich auf Kurenai-chan. Ich weiß dass du es besser kannst und weißt als sie es je wissen werden...auch wenn das schwer ist zu akzeptieren...aber du bist gut so wie du bist und wer immer versucht dich zu verbiegen, bekommt es mit mir zu tun...das gilt immer noch meine Kleine."

Mit diesen doch recht deutlichen Worten auf den Lippen wurde das Mädchen auf die Beine gezogen und von Arishi fest an sich gedrückt. Dieses Mal wurde die Dame nicht weggeschoben, nein. Man ließ sie gewähren und mehr noch, die jüngere Ame-Nin erwiderte die Umarmung sogar! Das war wenn sich die Schwarzhaarige nicht verzählt hatte, so ziemlich das erste mal dass sie das tat und damit ein Beweis für die Uchiha, dass sie Recht hatte und die Kleine tatsächlich nur jemanden gebraucht hatte dem sie sich anvertrauen und mit dem sie zusammen wachsen konnte, statt ständig niedergeknüppelt und klein gehalten zu werden, sowie gesagt zu bekommen man könne nichts und sei zu nichts nütze außer Dreck aus Schuhsohlen kratzen oder ähnliches...

Aber gut, zurück ins Hier und Jetzt und zu dem Training das hier eigentlich stattfinden sollte.

Die Ältere der beiden entließ das junge Ding nun wieder aus der Umarmung, nachdem man gut und gerne ein paar Minuten einfach nur dort gestanden hatte ohne einen Ton zu sprechen. Nur das Schniefen Kurenais war da zu hören gewesen...ach und das hin und wieder vorhandene Heulen des Windes...aber ansonsten nichts Nennenswertes.

Die Ame-Nin wischte sich nun aber wieder das Gesicht trocken und zog erneut die Nase hoch.

 

"Also...Was meinst du, kannst du mir erklären was ich eben so verzweifelt versucht habe dir in den Kopf zu hämmern, weil du mir nicht glauben wolltest?"

Ein Nicken folgte, und bald darauf eine Antwort die sich hören lassen konnte. Wenn man den Karottenkopf nur anspornte dann wurde aus ihr auch etwas. Doch das hieß nicht dass man sie wie den letzten Dreck behandeln sollte, nein gewiss nicht.

"Karasu Henge, eine von Ari-chan entwickelte Ninjutsu des C-Rangs. Sie lässt einen die Gestalt eines m-menschengroßen Raben annehmen und man kann damit...fliegen. Allerdings frisst sie Chakra, doppelt so viel wie Kamereon no Jutsu und lässt einen nur sehr eingeschränkt Jutsu nutzen. Nur Fuuton-Ninjutsu bis zum selben Rang wie Karasu Henge sind möglich, k-kö-könnte ich mir denken. Es ist hauptsächlich eine Fortbewegungsjutsu und i-i-ist dementsprechend empfindlich gegenüber Treffern feindlicher Angriffe... Uhm...es besteht eine Chance von eins zu zwei, dass die Verwandlung sich auflöst, und man...hat immer noch menschlichen Geruch...g-g-g-genauer gesagt verändert sich der eigene Geruch nicht. Aber ansonsten...keine Ahnung, mir fällt nichts ein Ari-chan...war das denn alles? Ah...! Sie benötigt keine Fingerzeichen sondern eine bestimmte Geste, und...die Jutsu besteht aus dem selben Chakramantel wie Henge no Jutsu, man muss ihn n-n-n-nur so konzipieren, dass er....uhm...mehr kann als nur dekorativ aussehen...w-w-wie genau...macht man das eigentlich? Das versteh ich nicht."

 

Nun, was sollte man dazu noch sagen? Kurenais Erklärung war eigentlich soweit vollständig, wenn auch kürzer als die der Älteren. Aber die hatte auch alle Mühe damit gehabt, die junge Dame davon zu überzeugen sie ernst zu nehmen und nicht davon auszugehen sie wäre auf Drogen oder dergleichen.

"Zeig mir die Geste die nötig ist noch ein paar Male, und wir können denke ich guten Gewissens mit der Praxis beginnen...es sei denn du hast noch irgendwelche Fragen? Wenn ja, immer raus damit, ich kann leider noch keine Gedanken lesen." scherzte Arishi derweil halbwegs gut gelaunt, auch wenn ihr im Hinterkopf noch immer eine gewisse Wut umher geisterte...alles dank dieser unglaublich idiotischen Kouseiyouso-Idioten, die rein gar nichts verstanden, sondern nur ihren verdrehten Zielen folgen zu wollen schienen. Das machte sie, so überlegte die Ex-Konoha wider Willen, zu einem unberechenbaren Haufen. Denn niemand konnte so leidenschaftlich für seine Ziele arbeiten wie verblendete Fanatiker, die jede andere Meinung entweder im Keim erstickten oder ganz einfach für nicht richtig erklärten, weil...Keks. Auch genannt nichtige Gründe, die einen erst recht dazu anhalten sollten seine eigene Meinung frei zu äußern – solange sich davon niemand persönlich angegriffen fühlte, war das soweit sogar noch in Ordnung.
 

Während die Uchiha da schon wieder ihren Gedanken nachhing, fand es Kurenai wohl übermäßig amüsant, Grimassen vor dem Gesicht ihrer Sensei zu schneiden, auf dass diese baldmöglichst wieder reagieren möge. Doch das tat sie tatsächlich erst einmal nicht und das Mädchen zog eine beleidigte Schnute. Erst sollten sie sich hier treffen, dann heulte sie sich die Seele aus dem Leib und jetzt wurde man schon wieder im Regen stehengelassen? Natürlich, Arishi machte das sicher nicht absichtlich und mochte ihre Gründe dafür haben, doch irgendwann war es auch mal gut, nicht? Jedenfalls sollte es noch eine ganze Weile dauern, in denen die Nuke-Nin immer wieder mal das Gesicht verzog und selbst fast zum Grimassenschneider wurde dabei.

 

"Uhm, Ari-chan? Was ist los? Hast du...hast du Schmerzen? Kann ich dir helfen? D-D-D-Du machst mir Sorgen....eh?"

Nun war es doch tatsächlich an der Jüngeren, die Ältere zu umarmen, denn diese starrte immer noch Löcher in die Luft, biss die Zähne zusammen und konnte schwerlich einige Tränen zurückhalten.

"Nicht weinen...e-e-e-es wird alles wieder gut, d-d-d-da bin ich mir sicher! Du...du kannst irgendwann wieder heim und dann kommt alles in Ordnung...oder?"

Ein wenig Zweifel hatte die Jüngere ja schon, sie war bei weitem nicht so selbstsicher wie Arishi, die gerade weiter in ihrer Apathie zu baden schien und offenbar einem Flashback anheimgefallen war. Zögerlich legten sich die Arme der eben genannten um die Ame-Nin.

"Es tut mir Leid, ich hätte das anders machen sollen...es tut mir Leid... Ah, Kurenai-chan. Verzeih, manchmal kommen solche Dinge vor. Ich wollte nicht dass du das sehen musstest."

~Aber jetzt ist es passiert.~ schoss es der Uchiha durch den Kopf und sie verdrängte mehr unelegant als irgendetwas anderes die gerade aufgekommene Erinnerung an ihre Eltern wieder, die ihr immer wieder gepredigt hatten sie solle aufhören sich dieser Gefahr auszusetzen und sie wollte nie hören, machte stets weiter – doch man sah ja, wohin sich derlei Dinge entwickeln konnten. In eine Spirale aus Verrat und Angst, aus der die Dame wohl nicht mehr herauskäme, denn sie wollte oder vielmehr konnte nicht mehr zu ihren Lieben zurück, und das war alles die Schuld dieses Bauerntrottels – und ihrer eigenen verdammten Inkonsequenz.

 

Also war sie so gesehen selbst verantwortlich für ihr Schicksal.

Ein selbstbestimmtes Leben und doch kam es ihr so fremdgesteuert, so unecht und surreal vor, dass es fast schon zum Schreien wäre.

"Machen wir weiter, hm? Entschuldige bitte, heute ist einfach nicht mein Tag." Mit diesen Worten auf den Lippen löste sie sich aus der Umarmung mit Kurenai und blieb einige Meter entfernt stehen.

 

"Wenn du die Verwandlung hinbekommst und halten kannst, üben wir den nächsten Schritt, bevor ich dich alleine trainieren lassen kann. Aber eines nach dem anderen." erklärte die Schwarzhaarige bemüht ruhig und beinahe monoton trocken, wie auswendig gelernt.

Flügge - Karasu Henge in der Praxis / Outro

"Die Geste i-i-i-ist nicht schwer zu merken, e-es ist wie ein...Flügelschlag, nicht wahr? Aber...d-d-d-das mit dem Chakra...ich w-weiß nicht ob...eh?" Gerade wollte Kurenai noch weitersprechen, von wegen sie wüsste nicht ob sie das wirklich so hinbekäme wie 'Ari-chan' es sich im Endeffekt vorstellte, doch durfte die junge Dame ihren Satz wohl nicht einmal beenden, denn die Ältere unterbrach sie mehr oder minder mit einem sanften Kopfschütteln.
 

"Du schaffst das schon, immerhin hast du bisher auch alles gut hinbekommen Kleines. Kein Grund gerade jetzt kalte Füße zu bekommen oder?" Die Uchiha zwinkerte dem Karottenkopf bei diesen Worten kurz zu und nickte bekräftigend, und bekam ihrerseits ein etwas zögerliches Kopfschütteln zur 'Antwort', zusammen mit einer kleinlauten Rechtfertigung für ihre Äußerung und Verhalten:

"U-Uhm...du hast ja Recht, Ari-chan, ich...es ist nur, i-i-ich kann nicht aus m-m-meiner Haut."

Die Reaktion die sie daraufhin von Arishi erhielt, kam für die Jüngere ein wenig unerwartet, denn diese schüttelte wieder den Kopf.

"Das verlangt auch niemand. Sei einfach du selbst und lass dich nicht beirren, das wäre zumindest ein Anfang. Du hast es bei unseren Trainings bisher immer irgendwie hinbekommen..."

Arishi seufzte leise. Anstrengend das Mädchen jedes Mal wieder aufzubauen, war es allemal, und eigentlich hatte die gute Dame dafür im Moment nicht einmal die Nerven, noch die Geduld. Irgendwie musste es aber funktionieren und da die Uchiha den jüngeren Karottenkopf aus Ame nicht einfach so hängenlassen konnte, weil immerhin ja ein Versprechen exisitierte, konnte sie jetzt nicht mittendrin aufhören.

Dementsprechend ging es also weiter, und Kurenai begann ihre Übungen zum Karasu Henge – wenn man die Uchiha eine nicht unbedingt einfach zu meisternde Jutsu.
 

Und doch schien Kurenai das Grundprinzip relativ schnell zu begreifen, denn noch während die Schwarzhaarige damit beschäftigt war darüber zu grübeln wie sie mit dem Training weitermachen könnte, hatte ihre Schülerin schon begonnen sich an der Gestik in Kombination mit entsprechendem Chakra-Einsatz zu üben...und war damit sogar erfolgreich – auch wenn die Gefiederfarbe eher an einen Vogel erinnerte, der in Karottensaft gefallen war.

Irgendwie sah das schon niedlich und belustigend aus und man konnte Arishi anmerken dass sie sich schwertat NICHT zu lachen.

Zumindest ein Grinsen entwischte ihr dann doch, ehe ein Kopfschütteln folgte.
 

"Das ist zwar schon der richtige Weg, aber leider nicht ganz Sinn der Sache...am Ende soll das Gefieder rabenschwarz sein, nicht als wärst du in Karottensaft gebadet worden. Versuch es nochmal Kleines, du bist immerhin schon auf dem richtigen Weg!" Mit diesen Worten und einem nach oben gereckten Daumen für Kurenai ging es dann auch schon weiter in die nächste Phase, sprich die junge Ame-Nin verwandelte sich wieder zurück. Ganz anders als Arishi, schien sie die Verwandlung also halten und willentlich auflösen zu können. Das war der Ex-Konoha wider Willen am Anfang eher schwer gefallen, dafür hatte sie bei der Gestalt des Raben keinerlei Probleme... Nur die Sache mit dem Fliegen, ja, die dürfte problematisch werden, wenn die Ame-Nin nicht genügend Konzentration aufbrachte.
 

Aber gut, zurück zum Thema, der Verwandlung in einen menschengroßen Raben. Erneut führte die junge Frau aus Ame die Geste durch, schmiedete und verteilte ihr Chakra entsprechend, doch es passierte nichts. Nicht einmal ansatzweise.

Sofort schien die Jüngere der Mut und die Zuversicht zu verlassen und ihre Augen wurden wässrig.

"Nicht weinen Kurenai-chan, versuch einfach dich zu konzentrieren und nicht ablenken zu lassen. Hier wird uns niemand stören ohne dass ich es mitbekomme, also bleib ganz ruhig, ich weiß dass du das hinbekommst. Das hat wie ich vorhin schon sagte bisher auch immer so wunderbar funktioniert und das wird es auch in Zukunft."

Auf diese Worte hin bekam die Ex-Konoha wider Willen lediglich einen etwas irritierten Blick sowie ein entsprechendes Nicken ab, ehe ihre Schülerin mit den Übungen fortfuhr. Der Blick aus den dunklen Augen der Ame hatte dabei etwas ernstes, beinahe verbittertes angenommen, als wollte sie sich selbst um jeden Preis zwingen es schaffen zu wollen, doch war Verbissenheit der falsche Schlüssel...das sah auch die Ame-Nin nach einigen weiteren Versuchen wohl ein, und ging dazu über sich ein wenig zu entspannen, da die Verwandlungsversuche in einen Vogel nicht wirklich von Erfolg gekrönt waren und sich sofort wieder auflösten.

Nun aber, da die junge Dame sich beruhigte, konnte sie auch entsprechend die Konzentration aufbringen die Nötig war, um die Verwandlung in einen menschengroßen, schwarz gefiederten Raben erfolgreich zu meistern.

Es mochte einige Zeit gedauert haben, aber im Schweiße ihres Angesichts hatte die Ame-Nin die Verwandlung erfolgreich abgeschlossen und bekam dafür prompt auch Applaus von Arishi.

"So, nun da du die Verwandlung beherrscht, breite deine Flügel aus...genau so, und dann...warte."
 

Die Uchiha führte die eben erwähnte Verwandlung einmal selbst durch, und demonstrierte der Ame was sie sehen wollte.

"Du breitest die Flügel aus, drückst dich vom Boden ab und schlägst dabei mit den Flügeln um an Höhe zu gewinnen. So geht es aus dem Stand. Schwierig, aber im Notfall effizient möchte ich meinen. Versuch es einfach und mach dir keinen Kopf, ich fange dich auf wenn es nötig sein sollte."
 

Doch, wie die Nuke-Nin selbst feststellte, brauchte es das nicht wirklich, da die Ame zwar durchaus einige Fuß breit vom Boden wegkam, sich aber nie sonderlich lange halten konnte und wie ein Stein wieder auf ihren Füßen...pardon, Krallen landete. Das hektische Flattern um dem entgegen zu wirken sah dabei fast schon niedlich aus, doch es half nicht wirklich.

~Irgendwie habe ich mir das schon gedacht, aber das ist normal...~

Immerhin ging es Arishi hier am Anfang nicht sonderlich anders als der jüngeren Kurenai, und sie nickte derselben lediglich zu.

"Das ist in Ordnung, zumindest am Anfang, Fliegen lernen ist nicht einfach, war es für mich tatsächlich auch nicht, weil man kein Vogel ist und nicht weiß wie. Klettere auf den Baum und such dir einen stabilen Ast, egal wie, und breite da nochmals die Flügel aus, drücke dich dann von dem Ast ab und versuche ein paar Meter zu segeln, vielleicht auch etwas Auftrieb durch den Flügelschlag zu bekommen. Du darfst das allerdings nicht zu hektisch machen so wie ich das am Anfang getan habe...sonst fällst du nur auf die Nase.

Also, ab mit dir..."
 

Nun, fliegen zu lernen war in der Tat nicht einfach und es bedurfte mehr Übung als nur einem einzigen Nachmittag, das durfte selbst der jungen Sommersprossenträgerin klar sein, doch irgendwo musste man anfangen und sei es nur mit solchen simplen Übungen.

Dementsprechend beklagte sich der Karottenkopf auch nicht, sondern watschelte in Rabengestat in Richtung eines Baumes, wo sie erst einmal denselben mit Hilfe der Tenketsu an den Füßen erkletterte, ehe sie auf einem stabilen Ast zum Stehen kam und genau das tat, worum Arishi sie gebeten hatte. Flügel ausbreiten, sich von dem Ast abdrücken und einige Meter durch die Luft segeln. Doch als die junge Dame dem Boden immer näher kam, wurde sie scheinbar panisch und versuchte sich mit hektischem Geflattere wieder etwas Luft zu verschaffen. Für einen Moment klappte das zwar, verhinderte aber im Endeffekt nicht das Unvermeidbare, was auch der Ex-Konoha wider Willen zu Anfang passiert war: Sie küsste den Boden, unfreiwillig, und die Verwandlung löste sich sogleich auf.

Arishi tat auch eben dies und suchte prompt ihre Schülerin auf. Doch die saß bereits wieder da und...ja, lachte, sodass auch die Uchiha nicht um ein Schmunzeln herumkam.

"Das hat Spaß gemacht Ari-chan. Nochmal!" rief die junge Frau aus, das Gesicht und ihre Kleidung verschmiert mit gefrorener Erde und Schneematsch.
 

Doch musste die Schwarzhaarige den Kopf schütteln. So schwer es auch fiel, aber ab hier musste die Ame-Nin alleine weiter üben, wenn sie das wollte natürlich.

"Du kannst gern noch einmal versuchen zu segeln, ich halte dich nicht auf, aber...hier trennen sich unsere Wege fürs Erste wieder einmal, da ich dir nicht mehr wirklich etwas zeigen kann. Der Rest des Geheimnisses fliegen zu können besteht aus Übung, Übung und noch mehr Übung. Aber wenn du möchtest, können wir in den folgenden Tagen gern gemeinsam fliegen...doch prinzipiell scheinst du alles verstanden zu haben, sonderlich schwer war es dann doch nicht oder? Hast du denn noch Fragen Kurenai-chan? Oder nicht?"

Auf diesen letzten Monolog der Schwarzhaarigen hin verzog der Karottenkopf das Gesicht zu einer beleidigten Schnute, auch wenn ihre Augen regelrecht angefangen hatten zu leuchten, das konnte sie nicht verstecken.

"Eigentlich keine Fragen mehr, Ari-sensei! Ich darf nur nicht zu panisch werden so wie eben, aber ich habe Angst...es ist alles noch ungewohnt. Dooooch! Das ist kein Grund aufzuhören, ehehe..." Ein verlegenes Lachen war von der Ame zu hören und sie wischte sich zumindest den Dreck aus dem Gesicht, ehe sie sich verbeugte.

"Es war mir eine Freude und eine Ehre, komm gut nachhause und pass auf dich auf! Wir sehen uns bald wieder!"

Mit diesen Worten und einem Lächeln auf den Lippen beschloss Kurenai, dass sie wohl noch weiter üben würde, während die Uchiha der Runde tatsächlich den Rückweg antrat, natürlich in menschlicher Gestalt, denn auch wenn sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen, aber sie war tatsächlich müde und brauchte ihren Schlaf. In der Hoffnung nicht wieder von Bakahiko...pardon, Akihiko belästigt zu werden, marschierte sie also zurück gen Shinshoku.

~Es wird wieder gut werden...hoffe ich.~


Nachwort zu diesem Kapitel:
Das, was Arishi geschrieben hat, enthält eine versteckte Botschaft. Als Spionin hat sie sich im Laufe der Zeit angeeignet, codierte Nachrichten zu schreiben. Auf den ersten Blick wirken diese wie verworrene, kleine Geschichten.

Wer hier die versteckte Nachricht findet, bekommt einen imaginären Keks. Komplett anzeigen

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