Ungawarui von Dudisliebling (In den Klauen der Markierung) ================================================================================ Kapitel 40: Kami-sama --------------------- Kami-sama Eine unglaublich starke, reine und heilige Energie umflutete mich, kurz bevor Sesshomaru erwachte. Meine ganze Verzweiflung schoss aus mir heraus. Ich hatte solche Angst gehabt. Stunden voll davon. Mit Tränen, verzweifelten Rufen und versuchen ihn wieder zu erwecken. Seine Augen hatten sich durch den Wechsel in diesen Raum geschlossen. Kakashi war mit allen hinaus gegangen. Inuyasha hatte sich zwar gesträubt, hatte aber auch keine Wahl gehabt. Ob man mir ansah, das ich mich fürchtete? Das ich um diesen Mann bangte? Er war doch so stark. Der stärkste Yokai den ich kannte. Stärker als alle anderen. Und doch lag er nun hier, bewegungslos und schlafend. Keine Reaktion rief ich hervor, mit dem was ich tat. Zuerst versuchte ich es mit dem Rufen seines Namens, dann berührte ich seine Wangen, seine Arme, Hände, doch nichts. Ich versuchte meine Energie aufleben zu lassen, aber es war schwer. Die Kinder verfügten ebenso darüber, also wusste ich nicht, wie stark ich daran zerren konnte um ihnen nicht zu schaden. Andererseits musste ich auch Sesshomaru helfen. Er musste aus diesem Schlaf erwachen. Egal was dies für ein Fluch war. Ich würde es schaffen ihn zu retten. Allein mein Herz verlangte danach. Ich würde keinen Tag ohne ihn mehr leben können. Plötzlich spürte ich eine unglaubliche Hitze, welche zuerst mich und dann Sesshomaru umhüllte, am Ende sogar den ganzen Raum erfüllte. Erstaunt blickte ich auf meine Hände und spürte dann eine Veränderung bei Sesshomaru. Ich kroch näher zu ihm, legte meinen Oberkörper an seinen und das Ohr auf seiner Brust ab. Sein Herz schlug kräftig und schneller wie zuvor. Was ging hier nur vor, dachte ich, spürte wie sich die Energie immer weiter steigerte. Ich hatte keinerlei Kontrolle über sie und dann schreckte ich hoch. Ein intensives pochen erfasste meinen Körper und ich sah wie Sesshomaru langsam seine Augen öffnete. Erleichtert schlug mein Herz und ich bemerkte seinen Blick. „Kagome“, hauchte er meinen Namen. Zuerst setze er sich auf und ich sprang ihm um den Hals. Ich küsste ihn und war unendlich froh. Seine Arme umfingen meinen Körper und er presste sich an mich. Unsere Lippen lösten sich langsam und er ließ sich mit mir im Arm in die Kissen fallen. Wieder lag ich halb auf ihm und musterte fragend sein Gesicht. „Hast du schmerzen?“, wollte ich wissen und sofort erstachen mich seine goldenen Iriden. „Mir geht es gut“, antwortete er knapp. Er kam mir kühl vor, auch wenn er mich mit deinem Arm bei sich behielt. Als würde ich im nächsten Moment verschwinden oder ihm entrissen werden. Worüber dachte er also nach. „Hast du etwas geträumt, als du schliefst?“, flüsterte ich vorsichtig und sein Blick wurde wärmer. „Ja“, antwortete er wieder knapp. Musste ich ihm nun alles aus der Nase ziehen? „Was?“, fragte ich weiter und er schloss die Augen. Dafür verzog sich sein Mund zu einem traurigen schmunzeln. „Ist etwas schlimmes?“, bohrte ich weiter und er schnaubte, bevor er seine Hände an meine Wange legte. „Es war etwas unvorstellbares“, antwortete er unergründlich und küsste mich erneut. Einige Sekunden später lösten er sich und entzog sich meiner Nähe, um aufzustehen. Ich sah zu ihm auf, ergriff die Hand die er mir zu streckte und stand auf. Kurz traf mich sein Blick, seine Hand legte sich an meine Wange. Er sagte nichts und doch spürte ich, das er sich verabschiedete. Auf seine Weise, denn er würde nun seine kalte Maske tragen. Lächelnd sah ich zu ihm auf und spürte seine andere Hand an meinem Bauch. Er zögerte kurz. Wollte er etwas sagen? Aber er sagte nichts und löste sich von mir, ging zur Tür an der es eine Sekunde zuvor klopfte. Dahinter sah ich Kusuri, Tego, Rin und einen benommenen Kakashi. Sesshomaru schritt ohne ein Wort an ihnen vorbei und wurde von Tego verfolgt. Kusuri sah zu mir, hob fragend eine Augenbraue. Ob er sich Gedanken machte, wegen der heiligen Energie? Was würde er sagen, wenn er wüsste das ich nichts dafürkonnte? Die Babys mussten wirklich sehr stark sein. Meine Sorge lag jedoch bei Kakashi, der gerade so stehen konnte. Also ging ich zu ihm und sah ihn an. „Was ist mit dir?“, fragte ich vorsichtig und Rin antwortete mir: „er wurde von der Heiligen Energie außer Gefecht gesetzt.“ Verwundert sah ich beide an. War meine Energie soweit hinausgegangen? „Es tut mir leid“, entschuldigte ich mich und Kakashi wank ab. Er sah in die Richtung in die Tego mit Sesshomaru verschwunden war. „Was hast du, Liebster?“, fragte Rin und streichelte über Kakashis Brust. Kusuri, welche die ganze Zeit nur beobachtete, schnaubte hinter uns. „Ist dir das nicht klar, Mädchen?“, fragte er und bekam so alle Blicke. Ich versuchte zu ergründen was er uns sagen wollte und dann schlug es mir wie Schuppen von den Augen. Kakashi ergriff meinen Ärmel, weil er bemerkte wie ich dachte. Mein Blick wandte sich vom Arzt zu ihm und er nickte. Rin erfasste es ebenso und schlug die Hände vor den Mund. „Er wird sie töten“, flüsterte sie zwischen den Fingern hindurch. Kakashi küsste ihre Stirn und zog sie in seine Arme. „Er hat alles recht dazu“, hauchte er an ihre Stirn und Rin nickte. Ich dachte nicht, das sie Mitleid mit Inagi haben würde, aber sie wollte sicher nicht das ihr Ziehvater zum Mörder wurde. Auch wenn er es, streng genommen schon längst war. Wie viel Blut hatte er schon vergossen? „Keh Rin! Als ob du nicht wüsstest, wie er tickt!?“, hörte ich einen mir bekannten, ungehobelten Hanyou. „Inuyasha“, rügte ich und er schnaubte zur Antwort. „Lasst uns hinauf gehen. Je schneller er sie getötet hat, desto schneller kann ich hier weg. Ich will Kami-sama nicht begegnen“, brummte der Arzt immer leiser und ging den Gang entlang. Fragend sahen wir ihm nach, hatten seine Anweisung zwar verstanden, aber den ganzen Satz nur so halb mitbekommen. „Kami-sama?“, fragte Inuyasha und Kakashi sah zu ihm. „Ich denke, damit ist Sesshomarus Mutter gemeint. Wenn das stimmt, wird es bald nicht mehr lustig hier zu gehen. Sie geht nicht gern von dort oben, hier her auf die Erde“, erklärte der Gefolgsmann und Rin nickte wissend. „Das stimmt. Auch wenn sie eine sehr liebevolle Frau ist“, sprach sie und brachte Kakashis Blick zum Staunen. „Bist du dir sicher, das wir von derselben Person sprechen?“, wollte er von ihr wissen und ich wendete mich mit Inuyasha zum Gehen. „Kennst du Sesshomarus Mutter?“, fragte er mich und ich sah in seine goldenen Augen. „Nein. Ich habe sie noch nie gesehen. Du?“, fragte ich zurück und er schüttelte schnell den Kopf. „Ich kannte nicht einmal meinen Vater. Woher also sie?“ Da hatte er auch wider recht, dachte ich als wir am großen Saal ankamen. Wir traten hinein und ich sah bereits, wie Sesshomaru in der Mitte des Raumes stand. Er hielt sein Schwert Bakusaiga in der linken Hand und schien zu warten. Hysterische Schreie waren auf der anderen Seite des Saals zu hören und die Tür öffnete sich. Tego kam herein, mit zwei Wachen, die die wild strampelnde Inagi festhielten. Ein starkes, leicht schimmerndes Band hielt sie davon ab, ihre Arme weiter weg vom Körper halten zu können. Wie eine Art Handschellen sozusagen. Tego nahm auf seinem Thron Platz, sah zu Sesshomaru und wie die Wachen Inagi vor seine Füße warfen. Sie landete auf ihren Knien, konnte sich gerade so aufrecht halten und sah zu Boden. Ob sie sich schämte? Dachte ich kurz und spürte Inuyashas Hand auf der Schulter. Er wollte mir halt geben und ich rechnete es ihm hoch an. Kusuri bewegte sich auf Tego zu und setze sich neben ihm auf die Lehne des Throns. Sie unterhielten sich kurz, flüsternd. Sesshomaru starrte auf Inagi hinab, erfasste sie mit einer Kälte, sie unheimlich und beängstigend war. Aber er tat nichts. Er wartete. „Sesshomaru. Wir müssen auf Kami-sama warten. Inagi ist eine Göttin. Sie darf und kann nur im Angesicht einer anderen Gottheit Sterben. Außerdem bestimmt Kami-sama ihre Nachfolge“, sprach Tego und so bewegte sich Sesshomaru nicht. Was ging nur in seinem Inneren vor sich? Platze er vor Wut? War er ruhig und kontrolliert? Ich wollte zu ihm, doch als ich dies dachte neigte Inuyasha sich näher zu mir. „Wag es nicht, nur einen Schritt auf ihn zu zugehen. Er bat mich, dich festzuhalten“, erklärte er. Verwundert sah ich zu ihm und hielt die Luft an. Sesshomaru hatte ihn darauf angesetzt, mich nicht in seine Nähe zu lassen? Dachte er etwa, das ich ihn aufhalten könnte? Inagi hatte mir zwar nur einen Hinweis gegeben, ich daraufhin selbst in die Gefahr gerannt. Aber sie hatte sicher mit dem Sturm zu tun und hatte mich somit in große Gefahr gebracht. Ebenso meine Kinder. Und das konnte ich ihr nicht verzeihen, ich würde es nicht. Auch wenn sich dieses Gefühl schwer und schlecht anfühlte, so war es was es war. Ich konnte Inagi nicht mehr verzeihen. „Sie kommt“, flüsterte Kakashi neben uns und ich sah in die Richtung, die er erfasst hatte. Der griff um meine Schulter wurde stärker, der Wind brauste auf. Tego senkte den Blick und lächelte, als der Wind seine Gestalt umspielte. Ich erkannte am Horizont eine grelle, kleine Kugel, die in einer unglaublichen Geschwindigkeit auf uns zukam. Sie überquerte die Fensterschwelle und flog direkt vor Tego, hielt an und veränderte ihre Form. Eine imposante Gestalt erschien. Ein langer, mehrlagiger und so zarter Kimono umhüllte den Körper. Große Muster waren darauf gestickt worden, aufwendig und mit edlem Garnen. Langes silbernes und aufwendig gestecktes Haar ergroß sich über den Rücken der zierlichen Frau. Ich erkannte ein Dämonenmahl auf ihrer Wange, direkt unter den Augen, welche so golden glänzten, wie ich es bei Sesshomaru kannte. Auf ihrer Stirn stand der Sichelmond, ebenso wie bei meinem Gemahl. Ich wusste also, dies war seine Mutter. Dies war Kami-sama. „Tsukyomi, wie schön dich zu sehen“, begrüste Tego sie, stand auf, nur um vor ihr auf die Knie zu gehen. Sie gab ihm seine Hand, welche er in eine seiner Hände nahm und den Handrücken küsste. Danach senkte er seine Stirn an diese Stelle und lächelte. Hatte ich Tego zuvor, schon zweimal hintereinander Lächeln sehen? Er war sonst eher der ruhige Genosse, welcher beobachtete und kaum sprach. Ich wendete meinen Blick zu Sesshomaru. Er war immer noch unbeweglich, starrte Inagi zu Tode. Wollte er sie damit erniedrigen? Erniedrigen lag ihm gut, auch wenn es hier eine ganz andere Sache war. Eine andere Grundlage als bei mir. „Ich freue mich auch, Tego“, erschallte eine engelsgleiche, klare und feine Stimme. Ich sah zu Kami-sama, erschrak augenblicklich, als sie ihren Blick auf mich richtete. Kühl und gleichgültig erstach sie mich. Erkannte aber sehr wohl, welche Rolle ich hier spielte, denn sie verzog ihre Lippen kurz zu einem düsteren Lächeln. Tego erhob sich, reichte ihr die Hand zum Geleit und führte sie die Treppe hinab. Alle beobachteten die beiden und ich bemerkte, wie gut sie harmonierten. Als wären sie ein altes Paar, welches diese Gesten schon oft geteilt hatte. Der östliche Lord führte die Kami-sama zu ihrem Sohn. Inagi kauerte sich auf dem Boden zusammen, verneigte sich bittend zu ihren Füßen. Doch Tsukyomi würdigte ihr keines Blickes. Sie sah zu ihrem Sohn hinauf. Sein Blick löste sich von Inagi und erfasste den seiner Mutter. Stille. Eiskalte, alles gefrierende Kälte, strahlten die beiden aus und Tsukyomi begann zuerst zu sprechen: „Nun töte sie schon endlich“, forderte sie und ich spürte wie Inuyasha sein Knurren unterdrückte. Rin zog erschrocken die Luft ein, konnte nicht glauben, das es so etwas kaltes gab, wie diese Frau vor uns. Ihr war es augenscheinlich egal, ob die Göttin des Wassers weiterhin auf Erden weilte. Obwohl sie keine eigenen Probleme mit ihr hatte. Inagi allerdings war nur kurz geschockt und wurde hysterisch. Sie hob den Blick, legte die Handflächen aneinander und flehte. „Bitte Kami-sama! Habt Erbarmen. Ich wusste nicht, was ich tat.“ Die Kami schmunzelte, wendete den Blick aber nicht zu der blauhaarigen Yokai. Sie hielt ein schweigendes Gespräch mit Sesshomaru, welcher den Griff fester um sein Schwert presste. „Bitte Kami-sama!“, jaulte Inagi und weinte bitterliche Tränen. Sie rührten mich, aber ich würde nicht dazwischen gehen. Das hier, lag bei weitem nicht mehr in meinem Ermessen. Ich wendete mich zu Inuyasha, schloss die Augen und wollte nicht mit ansehen, wie er es tat. „Kniee aufrecht, Inagi“, befahl die göttliche Stimme und ich hörte weiterhin das schluchzten. Rin kam auf Zehenspitzen zu mir, legte mir die Hand an den Rücken und sah mich an. „Willst du hinausgehen?“, fragte sie und auch Inuyasha flüsterte mir zu, das er diese Idee für gut befand. „Ihr bleibt hier!“, befahl die Kami dann allerdings, bevor ich etwas sagen konnte. Ich blickte zu ihr. Ihr Gold erfasste mich, ebenso wie das von Sesshomaru und er ließ nicht zu, das ich gehen würde. Wegen mir starb diese Kami, ich sollte anwesend sein, wenn sie ihren letzten Atemzug tat. Angst kroch in mir hinauf, aber ich hatte keine Wahl. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)