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I don´t want to become his Wife!

von

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"Das kann doch einfach nicht wahr sein", kreischt Emily. "Wie blöd muss man sein, wenn man nicht merkt, welche Gefühle jemand für einen hat?"

"Shh, shh. Sei nicht so beleidigend." Break hatte sich das leere Kuchentablett geschnappt und leckt die Krümel auf. "Auch wenn es ja an der Zeit war, dass es endlich mal ausgesprochen wurde."

"Ganz genau." Die kleine Puppe bewegt heftig ihr Köpfchen. "Jetzt braucht ihr es nur noch zu sagen - ich liebe dich, Lynn - und ich liebe dich, Ben. Und dann..."

Patsch

"Ruhe." Lyra hatte sich Emily genommen und drückt sie gegen die Tischplatte. "Halt dein vorlautes Mundwerk."

"Das war nur die Wahrheit, dumme Kuh", quiekt das Stoffbündel. "Jetzt nimm deine stinkenden Finger von mir."

"Was? Sag das noch mal, du... du verfilztes..."

"Pfffff." Break prustet und spuckt ein paar Krümel über den Tisch. "Hahahahaha. Es ist zu komisch, wie du dich mit Emily streitest, Lyra."

"Na klar, du findest das natürlich witzig." Die Dienerin hebt Emily an dem Zopf hoch und schwingt sie im Kreis. "Ob du auch noch lachst, wenn deine blöde Puppe einen Abflug macht?"

"Leg sie wieder hin, Lyra." Lynn´s Stimme hat einen müden Klang. "Mir fehlt jetzt die Geduld für dieses Theater. Das ist mir einfach alles zuviel - ich brauche ein wenig Zeit, um nachzudenken." Mit raschen Schritten verschwindet sie im Haus.

"Siehst du, was du gemacht hast?" Lyra packt Breaks Ohr und zieht kräftig daran. "Das ist deine Schuld, weil du mal wieder unaufgefordert dein unangebrachtes Gerede von dir gegeben hast."

"Au, au, au. Lass los, das tut weh."

"Das soll es ja auch, und du hast es auch nicht anders verdient."

"Du bist aber auch nicht völlig unschuldig, Lyra", bemerkt Celeste. "Ich kann verstehen, warum Lynn sich zurückgezogen hat - ich selbst fühle mich auch ziemlich genervt. Und ich gehe jetzt auch wieder in mein Zimmer."
 

"Ich muss euch um Verzeihung bitten, Lord Hunsington." Vincent bleibt an der Tür des Arbeitszimmers stehen, in dem der Hausherr einige Berichte bearbeitet. "Leider konnte ich eure Enkelin heute nicht überzeugen, zu euch zurückzukehren."

"Ihr habt also versagt." Georg legt den Stift aus seiner Hand auf den Schreibtisch. "Und ihr seid ohne sie wieder hierher gekommen, um mir das zu sagen? Ich hätte euch nicht für jemanden gehalten, der so schnell aufgibt."

"Das ist auch nicht meine Absicht", erwidert Vincent mit einem kleinen Lächeln. "Ich habe mir schon etwas überlegt, wie ich erfolgreich sein kann. Wartet einfach ab, es wird nicht lang dauern."

"Gut, ich verlasse mich darauf. Doch bis ihr und Lynn gemeinsam vor mir steht, braucht ihr nicht noch einmal zu mir kommen." Georg widmet sich wieder seinen Schriftstücken, Vincent verabschiedet sich mit einer leichten Verbeugung.

Während seine Kutsche langsam von dem großen Hunsington-Anwesen fährt, zieht er seine Dienerin auf seinen Schoß. "Echo, wirst du mir heute Nacht einen Gefallen tun?", flüstert er in ihr Ohr.

"Was immer ihr wünscht, Master Vincent."

"Sehr gut, dann machen wir uns noch einmal auf den Weg zu Lady und Lord

Finlan." Vincent schaut in die untergehende Sonne. "Wenn wir dort sind, wirst du dich in das Anwesen schleichen und meine Bitte erfüllen."
 

"Es ist an der Zeit." Celeste wendet sich von dem Fenster ab, durch das sie den aufsteigenden runden Mond beobachtet hatte. "Heute Nacht muss ich wieder ein Opfer bringen... zum Glück haben alle eine Menge Wein getrunken und werden jetzt sicher tief schlafen." Rasch wirft sie sich ihren schwarzgrauen Mantel über die Schultern, den sie vorher aus einem versteckten Fach in ihrem Kleiderschrank genommen hatte. Mit einer einzelnen Kerze in der Hand geht sie durch ihre Zimmertür, verschließt sie von außen und folgt dem Flur zu der Treppe.

In der Eingangshalle wendet sie sich in die Richtung des Salon, um das Haus über die Terrasse zu verlassen. Doch zu ihrer Überraschung sieht sie, als sie die Tür öffnet, einen weißen Haarschopf auf der Seitenlehne der Couch liegend. Und leise Schnarchgeräusche dringen an ihr Ohr.

"Wieso schläft er nicht in dem Bett in seinem Zimmer?" Mit vorsichtigen Schritten umrundet Celeste das Möbelstück und schaut auf Break herunter. Er liegt auf der Seite, seine langen Haarsträhnen sind über seine rechte Gesichtshälfte gefallen.

"Lass mich ihn fressen", wispert eine Stimme. "Lass mich seine Kraft in mich aufnehmen."

"Ja... ich könnte ihn jetzt ganz einfach töten..." Celeste hebt ihren Dolch über seine Brust und lässt sie herabsausen - doch sie stoppt die Waffe, bevor sie sich in sein Herz bohren kann. "Wieso zögere ich? Es wäre doch für mich von Vorteil, wenn er nicht mehr da wäre. Dann müsste ich nicht mehr befürchten, dass er die Wahrheit über mich entdeckt..."

Klack

Das leise Geräusch lässt sie zusammenzucken und den Kopf zur Seite drehen - in der offenen Terrassentür steht Echo und schaut zu ihr hinüber. "Ich muss euch etwas sagen."

"Warte." Celeste folgt ihr, als sie sich umdreht und zu der kleinen Treppe geht, die von der Terrasse in den Garten führt. An einer niedrigen Hecke holt sie das Mädchen ein. "Was willst du von mir?"

"Mein Master Vincent lässt euch ausrichten, er weiß über euch Bescheid. Und ihr sollt ihm helfen, dass er Lady Lynn für sich gewinnen kann. Sonst wird er euch an Pandora verraten."

"Ich glaube dir kein Wort! Er kann es nicht erfahren haben, das ist einfach unmöglich!"

"Aber, Lady Celeste, ihr habt es doch gerade zugegeben." Mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen taucht Vincent aus der Dunkelheit auf. "Das hast du gut gemacht, Echo. Nun geh zurück zur Kutsche und warte dort auf mich."

Das weißhaarige Mädchen befolgt gehorsam seinen Befehl und er wendet sich an die Adlige. "Darf ich annehmen, dass ihr meine Bedingungen akzeptiert?"

"Nein! Ihr habt keine Beweise für eure Behauptungen! Meinetwegen könnt ihr der Organisation erzählen, was ihr wollt! Ich werde all euren Anschuldigungen widersprechen!"

"Ihr irrt euch, Lady." Vincent tritt dicht an Celeste heran. "Die Schussverletzung an eurer Schulter stammt von mir. Lady Lynn, Lyra und Mad Hatter können bezeugen, dass ich euch genau dort getroffen habe. Und wie wird meine zukünftige Braut wohl reagieren, wenn sie von eurer Identität als Wizard erfährt? Ist es nicht so, dass sie euch - oder anders gesagt, den illegalen Contractor, der ihr seid, für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht?"

"Ihr seid widerlich! Auch mit eurem hinterhältigen Erpressungsversuch werdet ihr am Ende scheitern!"

"Es freut mich, dass ihr einverstanden seid, Lady Finlan. Ich verabschiede mich jetzt - wenn ihr etwas für mich tun könnt, lasse ich es euch wissen." Vincent deutet eine Verbeugung an und lässt Celeste vor Wut und Hilflosigkeit zitternd stehen.



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