Der Magier im schwarzen Netz von Mephysto ================================================================================ Prolog: Prolog -------------- Kaitou Kid war dabei auf sein Unglück zuzurennen, er wusste es nur noch nicht. Zurzeit lief er mit dem erbeuteten Rubin die Feuertreppe hinauf. Weder Saguru Hakuba noch Shinichi Kudo waren anwesend und Nakamori konnte man nicht wirklich als Gegner bezeichnen, also war diese Mission so einfach wie das Einmaleins. Was sollte schon schief gehen? Kid öffnete die Tür zum Dach des Museums und sprintete zur Brüstung. „Bleib stehen, Kid!“, der Inspektor war mit einigen Polizisten hinter ihm hergestürmt. Nun mussten sie mit ansehen, wie sich Kaitou Kid seiner Verkleidung als Museumsdirektor entledigte. „Es tut mir leid, Nakamori, aber ich werde wiederkommen, wenn es eine größere Herausforderung gibt. Also geben Sie sich mehr Mühe!“ Wütend rannte der Inspektor auf den jungen Dieb zu und versuchte den weißen Umhang zu ergreifen. Doch Kid tippte sich noch einmal grüßend an die Krempe und verschwand dann in der Nacht. Er sprang einfach und öffnete nach kurzer Zeit seinen Gleiter. „Verdammt!“, dies ließ Kid unweigerlich grinsen. Es machte Spaß. Er lenkte seinen Drachen Richtung Haido-Hotel, um dort zu landen, sich umzuziehen und dann zu verschwinden. Es war schon spät und er hatte keine Lust wegen seiner Müdigkeit im Unterricht einzuschlafen. Kid näherte sich dem Dach und grinste erneut. Viele seiner Fans hatten sich auf den umliegenden Hochhäusern postiert, um die Show besser verfolgen zu können. So würde es ein leichtes sein, sich zu verstecken. Er landete auf dem Geländer. Die Menschen stürmten zu ihm: „Kid! Kid!“ Kid richtete sich stolz auf und ließ eine Rauchbombe aus seinem Ärmel fallen. Schnell zog er sich um und verschwand in der Menge. Der Meisterdieb war auf magische Weise geflohen. Kaitou Kuroba riss die Tür zum Treppenflur auf und rannte hinunter. Nach drei Stockwerken stoppte er. Zwei Männer standen am Absatz und sahen zu ihm. Eine Leuchtreklame auf der gegenüberliegenden Straßenseite tauchte die Szenerie in ein neongrünes Licht. Es war bizarr. Kaitou konnte nicht viel von den Männern erkennen, aber der eine war unglaublich groß und hatte lange Haare. War das Blond? Beide waren in Schwarz gekleidet und hatten Hüte auf. Wer war das? Vielleicht Zivilpolizisten, die Nakamori hier stationiert hatte? Nein, sicher nicht. Auf eine solche Idee würde er nicht kommen. Kaitou hatte sich keinen Millimeter gerührt. Sein Instinkt riet ihm zur Flucht. Irgendetwas stimmte mit diesen beiden Typen nicht. Gedämpft konnte Kaitou noch die Stimmen der Menge hören, die aufgeregt nach ihm suchten, aber bisher war noch kein weiterer Mensch hier erschienen. Die drei starrten sich weiterhin schweigend an. Plötzlich machte der große Kerl eine Bewegung. Er griff in die Innentasche seines langen Mantels. Er holte etwas heraus und hielt es an sein Gesicht. Ein kurzes Geräusch ertönte und er packte es wieder zurück. Dann griff er in seine Hosentasche und beförderte einen kleinen Gegenstand hervor. Es klickte und Feuer flammte auf. Der Typ zündete seine Zigarette an und ließ das Feuerzeug dann wieder verschwinden. Kaitou runzelte die Stirn. Hatte der Typ nichts Besseres zu tun als hier eine zu rauchen? „Guten Abend, Kaitou Kid“, sprach ihn der langhaarige Typ an. Kaitou lachte verlegen: „Wie kommen Sie denn darauf?“ „Spiel nicht den Dummen“, der Mann zog an seiner Zigarette und stieg die ersten Stufen hoch. Kaitous Unwohlsein nahm zu und er unterdrückte den Drang, zurückzuweichen. „Woher wissen Sie das?“, er startete die Gegenoffensive. Anscheinend brachte es nichts, den Unwissenden zu spielen. „Wir wussten schon, wer dein Vater war“, der Mann kam immer näher und der andere folgte ihm. Er war kleiner und ein wenig dicklich. „Wir hatten sogar schon einmal das Vergnügen mit ihm.“ Kaitou schluckte. Wieso kannten sie seinen Vater? „Wer sind Sie?“, er versuchte seine Unsicherheit nicht zu zeigen, aber seine Hände zitterten vor Nervosität. „Mein Name ist Gin und das ist Wodka.“ „Sind Sie bei den anonymen Alkoholikern?“, Kaitou wich zurück, während die anderen beiden immer näher kamen. „Du solltest vorsichtig sein, Bürschchen.“ Mittlerweile waren die beiden bei ihm angelangt. „Wir sind hier, um ein Geschäft abzuschließen.“ „Geschäft?“, Kaitou wich zurück und stieß mit seinem Hacken gegen eine Treppenstufe hinter ihm. „Es ist ganz einfach. Du stiehlst für uns etwas und wir sorgen dafür, dass deinen Freunden nichts passiert.“ „Soll das eine Drohung sein?“ „Drohung? Es ist ein Deal. Du erfüllst deinen Teil und wir unseren. Es ist ganz einfach.“ „Vergessen Sie es!“ Gin lachte: „Das hat dein Vater auch gesagt. Bevor er gestorben ist.“ Kaitou wurde blass: „Was haben Sie gesagt?“ „Toichi Kuroba hatte unser Angebot auch abgelehnt. Wir waren dafür verantwortlich, dass er das kein zweites Mal tun konnte.“ Kaitou sank ein wenig in sich zusammen: „Sie haben ihn getötet?“ „Ich hoffe, dir ist nun klar, dass es unklug wäre, nicht mit uns zu kooperieren.“ „Ich werde nie mit Ihnen zusammenarbeiten und noch weniger für Sie!“ „Dann solltest du dich beeilen. Vielleicht schaffst du es noch, deine kleine Freundin aufzufangen.“ Geschockt starrte Kaitou die beiden an, dann drehte er sich um und rannte die Treppe hoch. Er schlug die Tür auf und kämpfte sich durch die Menge. Hastig sah er sich um. Aoko war nirgends zu sehen und es wäre ihm vorhin aufgefallen, wenn sie sich hier befunden hätte. Mittlerweile hatte sich Kaitou bis zur Brüstung durchgekämpft. Er ließ seinen Blick durch die Nacht schweifen, bis er bemerkte, dass auf dem Hochhaus gegenüber auch Menschen standen. Die Menge lichtete sich dort langsam, weil Kid nicht mehr aufgetaucht war. Kaitou griff nach seinem Fernglas und suchte die einzelnen Gesichter ab. Dort stand sie! Aoko hatte ein blütenreines Plakat in der Hand, auf das sie „Nieder mit Kid!“ geschrieben hatte. Er ließ wieder eine Rauchbombe fallen, zog sich sein Kostüm über und sprang auf das Geländer. Die Menge hinter ihm jubelte wieder und auch die Leute auf dem anderen Hochhaus entdeckten ihn. Er beachtete sie nicht und sprang in die Tiefe. Dann öffnete er seinen Drachen und schwebte zum anderen Dach. Bevor er jedoch dort ankam, sah er Aoko. Sie wurde von einem Fremden an die Brüstung geschoben. Sie versuchte sich zurückzudrängen, doch es gelang ihr nicht. Kaitou stutzte, als er bemerkte, dass der Mann hinter Aoko auch schwarzgekleidet war. Gerade wurde sie wieder nach vorn gestoßen und hochgehoben. Aoko schrie, als sie den Boden unter den Füßen verlor. Sie strampelte, doch der Mann warf sie einfach über das Geländer. Kaitou fluchte und ging sofort in den Sinkflug. Aoko sah ihn mit schreckgeweiteten Augen an und streckte ihm ihre Hand entgegen. „Hilfe!“, die helle Stimme drang in Kaitous Ohren und er versuchte verzweifelt nach ihr zu greifen. Sie stürzte weiter dem Boden entgegen und er streckte sich weiter. Seine Hand kam ihrer näher. Fasst konnte er sie greifen. Ihre Finger entglitten den seinen und sie fiel. „Aoko!“, Kaitou sah ihren verzweifelten Blick, „AOKO!“ Es war zu spät. Ihr Körper kam auf dem Boden auf. Fassungslos schwebte Kaitou zu einer Ampel und landete auf ihr. Polizeisirenen waren zu hören, die ersten Wagen schossen schon um die Ecke. Die Autos hielten an und Nakamori stürzte hinaus. „Was ist passiert?“, er rannte zu Aoko. Als er sie sah, sank er auf die Knie: „Aoko! Das kann nicht sein! Aoko!“ Kaitou zitterte am ganzen Körper. Diese Bastarde! Sie würden es bereuen! Lautlos und magisch verschwand er unentdeckt in der Nacht. Ein großer Auftritt kam ihm jetzt makaber vor. Kapitel 1: Die Unglücke häufen sich ----------------------------------- @moonlight_dragon: Ich freue mich, wenn es dir gefällt. So etwas ist immer balsam für die Seele^^ @KaitoDC: Nun, du wirst es in diesem Kapitel erfahren. Ich kann leider nicht so regelmäßig hochladen, wie ich gerne möchte, aber ich bemühe mich darum, wenigsten 1 bis 2 Kapitel pro Monat hochzuladen^^ Nachdenklich faltete Shinichi die Zeitung zusammen. Kaitou Kid war seltsam. Nach dem Tod von Aoko Nakamori hatte es zwei Monate lang keinen Raubzug gegeben. Zwei Monate, in denen er wie vom Erdboden verschluckt war, bis gestern Abend eine Nachricht die Polizei erreicht hatte. Die Ankündigung war nicht veröffentlich worden, aber Shinichi hatte sich Kids Rätsel, von Inspektor Megure, geben lassen. Das Leben war schon einfach, wenn man wieder Groß war. Grübelnd holte er die Kopie der Nachricht hervor und las diese erneut durch. Am Tag des größten Unglücks Während der zweiten Magischen Stunde werde ich Die Tränen der Prinzessin trocknen. Mit freundlichen Grüßen Kaitou Kid Shinichi wurde in seinen Gedankengängen gestört, als es an seiner Haustür klingelte. Seufzend erhob er sich. Wer wollte denn schon so früh am Morgen etwas von ihm? Er öffnete die Tür und bekam den Schock seines Lebens. Grübelnd runzelte Saguru Hakuba die Stirn. Kaitou Kuroba hatte sich verändert, seit vor zwei Monaten Aoko Nakamori, bei einem von Kids Raubzügen, von einem Hochhaus gefallen war. Wenn der blonde Halbjapaner allerdings mit seiner Vermutung richtig lag, dann war Kuroba als Kid direkt dabei gewesen. Umso tiefer musste der Schock für den Braunhaarigen sitzen. Saguru war bei diesem Raubzug nicht dabei gewesen, da er wegen familiärer Angelegenheiten in London zu tun gehabt hatte. Er hatte nur die Filmaufnahmen eines der Fernsehteams gesehen und es war schrecklich. Das Team hatte Kid mit ihren Kameras verfolgt. Zunächst war er auf dem Dach des Haido-Hotels gelandet und dort verschwunden. Doch nur ein paar Minuten später, als die Menschen schon gehen wollten, war er wieder in einer Rauchwolke aufgetaucht. Er war mit seinem Drachen losgeflogen, direkt zum Dach eines der gegenüberliegenden Hochhäuser. Und dann war plötzlich Aoko im Bild erschienen. Fallend. Kid war zu ihr geflogen, um sie aufzufangen, doch er hatte sie nur knapp verpasst. Auf Anweisung der Polizei und insbesondere Ginzo Nakamoris, war den Sendern die Ausstrahlung dieser Bilder verboten worden. Völlig zurecht wie Saguru fand. Als der Blonde am nächsten Morgen den Klassenraum betreten hatte, war ihm sofort Kurobas Schweigen aufgefallen. Seitdem hatte er den jungen Magier in Ruhe gelassen und Kid war zwei Monate auch nicht mehr aufgetaucht. Umso überraschender war es für ihn gewesen, eine Nachricht von ihm in der Morgenausgabe zu lesen. Sofort war Sagurus Jagdinstinkt geweckt worden und er verfolgte den Oberschüler, seit dieser die Schule verlassen hatte. Natürlich in gebührendem Abstand. „Kaito, so eine Überraschung!“, der Braunhaarige sah auf und Saguru folgte dem Blick des Schülers. Ein alter Mann stand vor dem Magier und sah ihn freundlich an. „Jii, was machst du denn hier?“ „Ich muss zur Bank, sonst gehe ich heute Abend hungrig zu Bett“, der alte Mann lachte und auch Kaitou rang sich ein kleines, ehrliches Lächeln ab. In Gedanken ging Saguru schnell alle Informationen durch, die er über Kaitou Kuroba besaß. Der alte Mann war Konosuke Jii, ehemaliger Assistent und Haushälter des Magiers Toichi Kuroba. Und ebenso ein guter Freund des vermutlich neuen Kaitou Kid. „Ich begleite dich.“ „Ach, das brauchst du nicht“, trotzdem setzte sich der Mann in Bewegung und protestierte nicht, als Kaitou sich neben ihn gesellte. Saguru folgte den beiden zur nächsten Bank und schlich sich selbst hinein. Er stellte sich an einen Geldautomaten und tat so, als wäre er zutiefst beschäftigt. Jii derweil ging zum Schalter, um sein Konto ein wenig zu erleichtern. Kaitou stand abseits und wartete. Dann gingen die Glastüren auf und zwei Männer ganz in Schwarz mit Skimasken auf dem Gesicht betraten die Bank. Sie fielen Kaitou sofort ins Auge und auch Saguru hatte sie bemerkt. Der Blonde steckte unauffällig eine Hand in seine Hosentasche und benachrichtigte mit der Kurzwahltaste die Polizei. Es würde nicht lang dauern und die ersten Streifenwagen waren hier. „Alle auf den Boden!“, schrie einer der Männer, hob eine Waffe und schoss in die Luft. Die Leute schrieen und warfen sich auf den Boden. Einige Kinder schluchzten leise. Auch Kaitou hatte sich flach auf den Boden gelegt und ließ seinen Blick vorsichtig durch die Bank schweifen. Dadurch entdeckte er Saguru, der seinen Blick auffing und ihm zunickte. Also war die Polizei schon unterwegs. Kaitou drehte den Kopf leicht zu Jii. Neben dem Mann lag eine Frau, die sehr verängstigt schien. „So beruhigen Sie sich doch“, Jii versuchte alles, um der Frau ein wenig die Angst zu nehmen. „Ruhe, alter Mann!“, einer der Männer kam auf Jii zu, die Waffe im Anschlag. Kaitous Herzschlag beschleunigte sich. Hoffentlich war die Polizei bald da! Nervös ballte er seine Hände. Ihm fiel beinah ein Stein vom Herzen, als er die ersten Sirenen hörte. „Ich wollte doch nur-“, versuchte Jii sich zu verteidigen, doch der Mann unterbrach ihn unwirsch: „Ich sagte Ruhe!“ Ein Schuss. Entsetzt blickte Kaitou auf Jii, der ihn mit geweiteten, toten Augen anstarrte. Blut lief ihm über das Gesicht. Kaitou zitterte. Er konnte es nicht fassen. Jii! Die aufgeregten Stimmen und Schreie drangen kaum noch zu Kaitou hindurch. Er bekam nicht mit, dass die Polizisten mittlerweile angekommen waren und die Räuber festgenommen hatten. Sein Blick heftete sich auf Jii. Langsam näherte er sich ihm und nahm eine der faltigen Hände in die Hand. „Jii“, seine Stimme war leise. Er spürte den Druck hinter den Augen und es war ihm egal. Die Tränen tropften auf seine Hand und er ignorierte es. „Jii!“ Eine Hand legte sich auf seine Schulter. Er sah nicht auf. „Komm, Kuroba“, von irgendwoher kannte er die Stimme, doch er konnte sie nicht zuordnen. Er wurde hochgezogen und weggebracht. Bevor er die Bank verließ, sah er noch einmal zurück. Jii. Gelangweilt starrte Heiji Hattori aus dem Fenster der Bahn. Er fuhr zusammen mit Kazuha nach Tokyo, um Shinichi und Ran mal wieder zu besuchen. Es war unwirklich dem Oberschüler gegenüber zu treten, wenn der kein laufender Meter war. „Heiji! Heiji!“ „Mhm?“, der Jugendliche sah zu Kazuha, die ihm eine Zeitung vor die Nase hielt. „Was ist denn?“, er versuchte noch nicht einmal die Langeweile aus seiner Stimme zu verdrängen. „Sieh dir das mal an“, sie deutete auf die erste Seite. Ein Bild war darauf abgebildet, ein Bild von dem wohl arrogantesten magischen Dieb aller Zeiten. Nun neugierig geworden sah er auf und riss ihr die Zeitung fast aus der Hand. „’Kaitou Kid macht wieder Jagd’?“, schnell blätterte er zur angegebenen Seite und las sich das Rätsel durch. „Zur zweiten magischen Stunde?“ „Was heißt das denn?“, Kazuha las sich den Artikel erneut durch, „Wirst du daraus schlau?“ „Nein. Vielleicht hat Kudo ja schon eine Ahnung.“ „Vergiss nicht, Heiji. Wir fahren nach Tokyo, um Urlaub zu machen. Wehe du lässt dich wieder in irgendeinen Fall reinziehen!“ Unwohl wand sich Heiji ein wenig. Musste Kazuha ihn so bestimmt ansehen? Er machte das doch nicht mit Absicht! „Ist ja schon gut“, seufzend starrte er wieder aus dem Fenster. Gerade jetzt, wo Kid nach zwei Monaten wieder aufgetaucht war. Menno, da ging der ganze Spaß flöten! Ausgelaugt ließ sich Kaitou an der Tür seines Zimmers hinuntergleiten. Ihm war kaum bewusst, wie er hier angekommen war. Anscheinend hatte Hakuba ihn nach Hause geleitet. Seine Mutter war sehr besorgt um ihn gewesen, aber er hatte kein Wort gesagt. „Kaitou?“, sie klopfte an die Tür, doch er antwortete nicht. Die Tränen liefen unaufhaltsam über seine Wangen. Erst Aoko und jetzt Jii. Vor seinen Augen. „Kaitou!“, warum nannte sie denn seinen Namen? Konnte sie ihn denn nicht in Ruhe lassen? „Kaitou! Es ist jemand am Telefon für dich.“ Seufzend rieb er sich über die nassen Augen und stand auf. Er öffnete die Tür. Seine Mutter sah ihn besorgt an. „Was ist denn los?“ „Telefon für dich.“ Mit müden Schritten ging er an ihr vorbei und nahm den Hörer in die Hand. „Kuroba?“ „Hast du einen schönen Tag gehabt?“ Kaitou stockte der Atem. Er schluckte. Diese Stimme kannte er. „Was wollen Sie?“, aufgeregt starrte er auf das Gerät, als könnte er seinen Gesprächspartner sehen. „Ich hätte nicht gedacht, dass du heute auch in der Bank erscheinst.“ „Heute? Sie.. Das waren Sie!“ „Kluges Köpfchen. Bist du nun bereit zu kooperieren? Sonst könnte noch ein Unglück passieren. Wäre doch schade, Vollwaise zu werden.“ „Lassen Sie meine Mutter in Ruhe!“ „Na, na. Du bist nicht in der Lage, Drohungen auszusprechen.“ „Was wollen Sie?“, doch als Antwort erklang nur ein Freizeichen. Zitternd ließ Kaitou den Hörer fallen und stürzte zur Toilette. Ihm war speiübel. „Kaitou“, nervös versuchte seine Mutter mit ihm zu sprechen. Wer war denn nur am Telefon gewesen, dass ihr Sohn so verstört war? Das konnte doch nicht nur an Jiis Tod liegen. „Kaitou!“, sie klopfte nochmals an die Badtür und endlich öffnete sich diese. Ihr Sohn stand vor ihr und er sah schrecklich aus. Wäre er noch blasser gewesen, hätte sie sofort den Krankenwagen gerufen. Es schien als würde er gleich zusammenbrechen. „Kaitou, was ist denn los?“, sie zog ihn in die Küche und platzierte ihn dort erst mal auf einem der Stühle. „Ich mach dir einen Tee, dann geht es dir gleich besser.“ Kaitou bezweifelte das ehrlich, doch er konnte sich nicht dazu durchringen etwas zu sagen. Am liebsten hätte er das ganze Geschehen aus seinem Gedächtnis verbannt, aber immer wenn er die Bilder vor sich sah kamen die Tränen. Dankbar griff er nach der Tasse, die auf einmal vor ihm stand. Wenigstens hatten seine zitternden Finger jetzt etwas, woran sie sich klammern konnten. Er trank einen Schluck und beinah sofort wurde ihm ein wenig wärmer. „Mama?“, seine Mutter sah ihn fragend an und er räusperte sich, „Mama? Pass in nächster Zeit bitte auf dich auf.“ Verwirrt runzelte sie die Stirn: „Was ist denn nur mit dir los?“ „Versprich es mir einfach“, er wich ihren Blicken aus und nahm einen weiteren Schluck. „Hat es etwas mit dieser Kid-Sache zu tun?“, sie klang anklagend und schuldbewusst zuckte Kaitou zusammen. „Also wirklich! Ich habe gewusst, dass es gefährlich ist.“ „Mama“, flehte er. Musste sie ausgerechnet jetzt damit anfangen? „Hör damit auf, Kaitou! Bitte!“ Er hätte es getan, wenn es etwas gebracht hätte. Wenn sie seine Aufgabe verlangt hätte, aber er konnte es nicht. Nach all dieser langen Zeit, hatte er eine Spur zu dem Mördern seines Vaters und das wollte er sich nicht entgehen lassen. Außerdem bezweifelte er, dass diese ominösen Männer ihn in Ruhe lassen würden, sollte er auf einmal von der Bildfläche verschwinden. Und sie wussten wer er war, sie kannten seine Identität. „Ich kann nicht“, murmelte er, während er sich leise erhob und die Küche verließ. „Kaitou!“, doch er schloss sich in seinem Zimmer ein. Ihm graute der Gedanke, dass er für morgen Abend einen Raubzug angekündigt hatte. Kapitel 2: Die Absage --------------------- @moonlight_dragon: Na ja, die Fanfic wird insgesamt einen sehr ernsten, teilweise etwas traurigen Touch haben. Aber es wird auch ein wenig bergauf gehen^^ Manchmal... Auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen. @KaitoDC: Öhm... ich verspreche nichts, aber erst mal hat er ein wenig Ruhe vor mir. Und bitte guck mich nicht böse an... Er wird doch irgendwann glücklich... Ähm, ja. Ich wünsche dir natürlich auch viel Spaß beim Lesen^^ „Shinichi-Schätzchen!“, ein braunhaariger Schatten flog auf ihn zu und erwürgte ihn beinah. „Mama, lass los“, er schob die Frau weit von sich und sah zu dem Mann neben ihr. „Was wollt ihr denn hier?“ „Na, na, nicht so abweisend“, schalt ihn Yukiko, „freust du dich nicht deine Eltern wiederzusehen?“ „Ihr seid doch bestimmt nicht einfach nur so hier oder?“, er trat beiseite, um seine Eltern in die Villa zu lassen. „Natürlich nicht“, Yukiko hängte ihre Jacke an die Garderobe und betrat die Küche, in der ihr Sohn bis eben noch gegessen hatte, „wir haben vor, hier wieder einzuziehen.“ Shinichi entgleisten sämtliche Gesichtszüge. Was wollten die? „Dein Vater hat gerade eine Schreibblockade.“ „Aha“, er sah zu seinem Vater, der nur mit den Schultern zuckte. Yukiko stieg derweil die Treppen hinauf: „Ich hoffe, du hast alles schön saubergehalten!“ Shinichi seufzte: „Was wollt ihr wirklich hier?“ „Es stimmt. Sie hatte Sehnsucht nach Japan und ich komm bei meinem Roman nicht weiter.“ Yusaku wollte nach der Zeitung greifen, um sich auf dem Laufenden zu halten, als er Kids Nachricht entdeckte. „Eine Ankündigung?“ „Ja“, Shinichi sah über seine Schulter, „ich hatte schon gedacht, er taucht gar nicht mehr auf.“ „Zwei Monate war er verschwunden, nicht wahr?“ Shinichi nickte und ließ sich auf einen der Stühle fallen. „Hast du es schon entschlüsselt?“, Yusaku setzte sich ihm gegenüber und nahm die Nachricht wieder in die Hand. „Noch nicht ganz. Das Ziel ist klar. Es ist der Hime no Tama, das Juwel der Prinzessin.“ „Der Saphir, der aussieht wie eine Träne?“ Shinichi nickte: „Aber das mit der magischen Stunde ist mir noch nicht so ganz klar. Der Tag des größten Unglücks ist hundertprozentig Freitag der Dreizehnte.“ Nachdenklich strich sich Yusaku über das Kinn: „Magische Stunde. Vielleicht Englisch. Magic Hour.“ „Hm? Was wollt ihr denn damit?“, mittlerweile war Yukiko zurückgekehrt und beugte sich über ihren Mann, „Eine Nachricht vom Phantomdieb?“ Yukiko wartete eine Antwort gar nicht erst ab, sondern nahm einfach die weiße Karte in die Hand. Sie runzelte kurz die Stirn: „Ich frage mich, warum Kaitou Kid ausgerechnet die ‚Magic Hour’ gewählt hat.“ „Kannst du damit etwas anfangen?“ „Klar, das ist die Zeit des Sonnenauf- oder -untergangs. In der Filmbranche heißt das ‚Magic Hour’.“ „Ach so“, Shinichi nahm die Karte entgegen und betrachtete sie nochmals, „das war ja einfach.“ „Dann solltet ihr vielleicht Inspektor Megure oder Nakamori anrufen und bescheid geben. Es könnte ja sein, dass sie noch nicht darauf gekommen sind.“ „Vielleicht“, Yusaku sah zur Uhr, „es sind noch gut zehn Stunden Zeit bis zum Sonnenuntergang. Ich würde mir diesen Meisterdieb gern einmal ansehen.“ „Dann hast du ja heute die Gelegenheit.“ „Was ist denn da los?“, Heiji blieb stehen und sah zu der Ansammlung an Streifenwagen vor der Bank. „Vielleicht war da ein Banküberfall oder so. Jetzt komm“, energisch zog ihn Kazuha an seinem Ärmel, doch Heiji stutzte. „Den kenn ich doch“, er blieb erneut stehen. Gerade verließ ein blonder Teenager die Bank. Er zog jemanden mit sich. Anscheinend einen Jungen in seinem Alter, der seltsam verstört schien. „Ich möchte mal wissen, was der hier will.“ „Kennst du die beiden?“, Kazuha sah nun auch zu ihnen, „Die sehen gut aus.“ Heiji verzog das Gesicht: „Der Blonde ist Saguru Hakuba. Der ist Detektiv!“ Das klang so abwertend, dass Kazuha ihn verwundert ansah. Dann schnaubte sie: „Wenn da schon ein Detektiv ist, wird ja alles in Ordnung sein. Also los!“ Vor sich hinmosernd zog Kazuha ihren Freund durch die Straßen Tokyos, bis sie in eine ruhigere Gegend kamen. Dort holte Kazuha einen Zettel hervor. „Also, es muss hier irgendwo sein.“ Heiji sah sich kurz um, ehe er sie anstupste: „Hat er nicht gesagt, der Professor hat ein komisches Haus, das neben seinem steht?“ „Wieso?“ „Sieh mal da“, er zeigte auf ein weißes Haus, das wirklich sehr modern aussah. Kazuha nickte, dann ging sie los. Die beiden lasen die Namensschilder der verschiedenen Anwesen, bis Kazuha plötzlich stehen blieb: „Das ist es!“ „Na, dann gehen wir doch klingeln“, sie öffnete das Gartentor und marschierte zur Haustür. Dort drückte sie auf die Klingel und wartete freudig. „Du weißt schon, dass wir Ran erst nachher treffen. Es ist so früh, da wird sie wohl noch nicht da sein.“ „Na und, lass mich doch!“ Er konnte nichts erwidern, denn schon wurde die Tür geöffnet. „Ach ihr seid es“, Shinichi stand in der Tür und wirkte wenig begeistert. „Ich hätte fast vergessen, dass ihr kommt.“ „Ein wenig mehr Begeisterung, Kudo!“, Heiji grinste und trat an ihm vorbei ins Haus. Kazuha folgte ihm nach einem kurzen Gruß. Mit strahlenden Augen sah sie sich um: „Das ist ein schönes Haus.“ „Vielen Dank“, verwundert drehten sich die Gäste um. Yukiko und Yusaku waren, durch ihre Neugier angetrieben, ihrem Sohn gefolgt. „Ich wusste gar nicht, dass wir Gäste erwarten“, sagte Yusaku und nickte den beiden kurz zu. Shinichi sah ihn ein wenig vorwurfsvoll an: „Wenn ihr gesagt hättet, dass ihr kommt, dann wüsstet ihr es.“ „Nun, mit wem haben wir denn die Ehre?“, fragte Yukiko. „Das sind Heiji Hattori und Kazuha Toyama aus Osaka.“ „Ach, das sind deine Freunde aus Osaka!“ „Dann sind Sie Shinichis Eltern?“, Kazuha klang aufgeregt, „Dann sind Sie wirklich Yukiko, die ehemalige Schauspielerin?“ Yukiko nickte lächelnd: „Genau die bin ich.“ „Wahnsinn! Das ist ja großartig! Sie sehen so toll aus!“ „Danke!“, Yukiko freute sich ehrlich über das Kompliment und unterhielt sich begeistert mit ihrem Fan. Heiji sah nur genervt zu Shinichi und rollte mit den Augen. Der Schwarzhaarige nickte verständnisvoll. „Ich schlage vor, wir gehen in die Küche, solange die Damen beschäftigt sind“, Yusaku ging voran und die Teenager folgten seufzend. Heiji ließ sich dort auf einen Stuhl fallen und entdeckte Kids Nachricht. „Und? Hast du’s schon entschlüsselt, Kudo?“ „Er wird morgen Nacht zuschlagen. Während des Sonnenuntergangs.“ „Da sind wir ja zur rechten Zeit nach Tokyo gekommen.“ „Glaubst du, ich könnte Kid nicht alleine schlagen?“, Shinichi grinste seinen Kumpel herausfordernd an. Dieser grinste nur zurück: „Bisher hast du es ja nicht geschafft.“ Shinichi schnaubte nur, während Heiji sich im Stuhl zurücklehnte: „Glaubst du, du schaffst es, ihn zu fangen?“ „Wozu sollte ich mich anstrengen, wenn dieser Schönling da sein wird und mir die Arbeit abnimmt?“ „Schönling?“, Shinichi runzelte die Stirn, „Welcher Schönling?“ „Na, dieser blonde Kerl, der mit uns damals auf der Insel war. Weißt du noch?“ „Du meinst Saguru Hakuba?“ Heiji nickte. „Nun, dem ist es bisher auch nicht gelungen, Kaitou Kid zu fassen.“ Jetzt grinste Heiji selbstzufrieden: „Das stimmt.“ Langsam senkte sich die Sonne hinter dem „Tokyo City Museum of Art“. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis Kaitou Kid auftauchen würde. Yusaku sah sich um. Es war lange her, seit er das letzte Mal auf den legendären Meisterdieb getroffen war und damals war es noch das Original gewesen. Er hatte auch nicht vor, den jungen Dieb heute zu fangen. Diese Aufgabe hatte er vor acht Jahren schon Inspektor Nakamori überlassen und das würde er auch nicht ändern. Er hoffte mehr, dass dieser Raubzug ihn vielleicht zu einem neuen Band der „Baron der Nacht“-Serie verhelfen würde. Ganz anders verhielten sich Shinichi und Heiji. Sie hatten alles vorbereitet und waren mögliche Fluchtwege Kids, nicht nur in Gedanken durchgegangen, sondern auch abgegangen. Außerdem hatten sie alle Luftschächte versiegeln lassen. Eine sehr gute Vorbereitung. Shinichi und Heiji wollten gerade in den Ausstellungsraum gehen, als schnelle Schritte an ihre Ohren drangen. Überrascht sprang Heiji zurück, als die Tür zum Museumsdach aufgerissen wurde. Nakamori stand keuchend in der Tür. „Ist etwas passiert?“, Yusaku trat auf den Mann zu, der fast ein wenig verzweifelt aussah. „Er kommt nicht!“ „Wer kommt nicht? Kid?“ Nakamori nickte heftig: „Er hat eben eine Nachricht geschickt.“ Shinichi nahm das weiße Blatt entgegen. „Seltsam“, murmelte Heiji, „soweit ich weiß, hat Kid doch noch nie einen Raubzug abgesagt oder?“ „Nein und ich frage mich, was der Grund dafür ist“, nachdenklich schaute Shinichi in den Abendhimmel, der immer düsterer wurde. Kaitou starrte in die Sterne. Vor drei Stunden hätte er eigentlich im Museum sein sollen, um den Hime no Tama zu stehlen. Doch das erste Mal, seit Kaitou Kids Existenz, hatte dieser abgesagt, aber Kaitou fühlte sich nun besser. Seine Mutter war auch sehr erleichtert gewesen, als sie bemerkt hatte, dass er das Haus nicht verließ. Sie nahm an, er wäre doch endlich zur Vernunft gekommen und würde aufhören. Ein Telefonklingeln unterbrach Kaitous Gedanken. Verwundert sah er auf die Uhr. Mittlerweile war es schon fast halb Zwölf. Wer würde denn jetzt noch hier anrufen? Schwerfällig erhob er sich und trat in den Flur. Das Telefon klingelte unaufhörlich. Seine Mutter schlief tief und fest, wahrscheinlich weil sie ihren Sohn zu Hause wusste. Also stand er ganz allein in dem dunklen Flur. Vor ihm das klingelnde Telefon. Er nahm den Hörer ab: „Kuroba.“ „Glaubst du wirklich, wenn du dich zurückziehst, dass dann alles in Ordnung ist?“ Fassungslos starrte Kaitou die Wand vor ihm an: „Sie schon wieder!“ „Genau, Kleiner. Hör jetzt gut zu.“ Eine kleine Pause entstand, in der Kaitou schluckte. Er hoffte, dass seine Mutter nicht ausgerechnet jetzt aufwachen würde. „Wir treffen uns morgen Abend auf der Aussichtsplattform des Tokyo Towers. Halb sieben. Solltest du nicht kommen, verlierst du das letzte Mitglied deiner Familie.“ Dann wurde aufgelegt. Kaitou biss sich auf die Lippen. Die Dinge nahmen eine Wendung, die er nicht gerade begrüßte. Er legte den Hörer zurück, sah sich aber außerstande einfach in sein Zimmer zurückzugehen. Also schlich er leise durchs Haus, bis er bei dem Bild seines Vaters angelangt war. Genau diese Präsenz brauchte er jetzt. Kapitel 3: Zusammentreffen -------------------------- @KaitoDC: Keine Sorge, ich habe nicht vor jeden in Kaitos Umfeld sterben zu lassen und es wird auch wieder ein wenig bergauf gehen. Das wegen der Rechtschreibfehler tut mir leid, aber ich habe in letzter Zeit ein wenig Pech mit meinen Betas. Aber ich werde es so schnell wie möglich ausbessern. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen. @moonlight_dragon: Keine Sorge, auch Kaito wird in näherer Zukunft Glück haben und wie ich oben sagte: Es wird nicht jeder in seinem Umfeld sterben ;) Auch dir natürlich viel Spaß beim Lesen. „Mann, passiert hier in Tokyo nie was?“, beschwerte sich Heiji und ließ seinen Kopf auf seine Arme sinken. Er saß zusammen mit Shinichi in einer Eisdiele und wartete darauf, dass Ran und Kazuha endlich von ihrer Shopping-Tour zurückkamen. „Seid du hier bist, ist tote Hose“, murmelte Shinichi und betrachtete gelangweilt die Passanten. „Tja, noch ein paar Tage und du bist mich wieder los.“ „Wunderbar!“ Grinsend wollte Heiji noch etwas sagen, aber seine Gesichtszüge entgleisten, als er einen bekannten Blondschopf entdeckte. „Oh nein!“, stöhnte der Detektiv und senkte seinen Kopf in der Hoffnung, nicht entdeckt zu werden. „Was ist denn los?“, Shinichi sah über seine Schulter, bevor Heiji ihn davon abhalten konnte. „Das ist doch Hakuba.“ „Ja“, murrte Heiji und seine Laune sank noch tiefer, als der Blondschopf zu ihnen herüberkam. „Ich bin überrascht, euch hier zu sehen“, Hakuba hielt sich nicht lange mit Begrüßungsfloskeln auf und setzte sich zu den anderen beiden. „Hey, wer hat dir erlaubt, dich zu setzen?“, empörte sich Heiji und sah den Blonden entrüstet an. „Nun sei doch nicht so ein Kind“, Hakuba lächelte ihn nichtssagend an und wandte dann seine Aufmerksamkeit Shinichi zu: „Was macht ihr denn hier?“ „Wir warten auf ein paar Freundinnen“, kam ihm Heiji zuvor, „und du?“ „Nun, ich-“, doch er sprach nicht weiter. Etwas anderes hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Er sah zum Eingang des Shopping-Centers. Shinichi und Heiji folgten seinen Blicken. Einige Leute verließen die Einkaufsmeile. Unter ihnen ein gänzlich schwarzgekleideter Jugendlicher, der mit gesenktem Kopf durch die Straßen lief. „Was ist denn mit dem?“, fragte Shinichi interessiert. Hakuba sah ihn zuerst fragend an und schüttelte dann den Kopf: „Es ist nichts.“ Trotzdem sah der Blonde mit nachdenklicher Miene wieder zu dem Jugendlichen. Der überquerte gerade die Straße. Sein Blick blieb die ganze Zeit gesenkt. Aus diesem Grund sah er auch nicht, dass ihm ein bulliger Mann entgegentrat. Es war nur einen Meter vom Tisch der drei Schülerdetektive entfernt, als der Jugendliche gegen den Mann stieß und hart zur Seite gestoßen wurde. „Pass auf, Jungchen“, murrte der Mann und ging weiter. Der Jugendliche stolperte und stieß versehentlich gegen den Tisch. „Tut mir leid“, murmelte er, als er sich wieder erhob. Dann fiel sein Blick auf Hakuba und seine Miene änderte sich schlagartig. Er wirkte nun genervt, was ihm sofort Sympathiepunkte von Heiji einbrachte. „Du solltest besser aufpassen“, meine Hakuba mit einem leichten Lächeln, das durchaus nicht freundlich war. „Nun, ich werde darauf achten, die Leute nicht umzurennen, aber du solltest vielleicht deine Taktik ändern. Schließlich ist es dir trotz größter Vorsicht nicht gelungen, Kaitou Kid zu fangen.“ Hakuba verzog seine Miene kaum, aber Shinichi sah den leisen Unmut. Und er konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken. „Nun, wie du sicherlich gehört hast, Kuroba-kun, hat Kid seinen letzten Auftritt abgesagt. Vielleicht hat er ja Angst bekommen.“ „Vor wem?“, Kuroba hob eine Augenbraue, „Doch nicht etwa vor dir und deinem übergroßen Spatz.“ Heiji grinste, denn Hakubas Gesicht war einfach zu köstlich. „Watson ist ein Falke, kein Spatz!“ „Ich dachte immer, Watson wäre der Freund von Sherlock Holmes.“ Hakuba knurrte, doch Kaito lachte nur. Dann ging er an dem Blonden vorbei, dabei ließ er eine kleine Blume auf den Tisch fallen. Hakuba nahm sie verwundert in die Hand und betrachtete sie. Plötzlich explodierte die kleine Blüte und Hakuba nieste. Eine schwarze Rauchwolke legte sich langsam. Heiji lachte laut. Der Blonde hatte Ruß im Gesicht und sah darüber wenig erfreut aus. „Wer immer das auch war, ich mag den“, wandte sich der Schwarzhaarige an Shinichi, der sich etwas zivilisierter benahm und Hakuba nicht auslachte. Auch wenn er diesen Moment ewig in Erinnerung behalten würde. „Das kriegt der zurück!“, schwor Hakuba, während er aufstand und zur Toilette ging. Schien als hätte Kuroba sich wieder gefangen. Die beiden Jugendlichen sahen ihm nach, dann wandte sich Heiji an seinen Kumpel: „Weißt du, wer das war?“ „Keine Ahnung.“ „Schade. Dem würde ich sogar Geld geben, damit er Hakuba mehr auf die Nerven geht.“ Shinichi hob nur eine Augenbraue, dann sah er auf seine Uhr: „Hoffentlich beeilen sich beiden, sonst kommen wir noch zu spät.“ Heiji seufzte nur zustimmend: „Warum müssen Frauen immer shoppen?“ Zutiefst schlecht gelaunt setzte Kaito seinen Weg fort. Hakuba hatte ihm echt noch gefehlt. Warum war er eigentlich in die Stadt gegangen? Bloß weil seine Mutter ihm geraten hatte, ein wenig auf andere Gedanken zu kommen. Seufzend rollte Kaito mit den Augen. Er hatte kein Bock. Er würde jetzt nach Hause gehen und vielleicht ein paar neue Tricks ausprobieren oder ein wenig mit seinen Tauben arbeiten. Irgendwas. Der Schüler bemerkte gar nicht, dass er schon wieder auf den Boden sah und in den nächsten Passanten hinein lief. „Mist!“, sofort sah er auf und starrte in ein Paar giftgrüne Augen. Diese sahen ihn ärgerlich an: „Pass auf!“ „Tut mir leid“, murmelte er nur. Ein Schnauben antwortete ihm, als der Mann seine Freizeitjacke glatt strich und ihn mit einem strafenden Blick bedachte. Kaito starrte nur zurück. Musste der Mann gleich so unfreundlich reagieren? Boah, vielleicht sollte der Typ sich mal schlafen legen. Der hatte ja schon Ringe unter den Augen! „Mach das nächste Mal deine Augen auf.“ Kaito hatte gerade schlechte Laune, aus diesem Grund konnte er das nicht auf sich sitzen lassen: „Vielleicht sollten Sie ihrem eigenen Ratschlag folgen! Hätten Sie ihre Augen aufgemacht, wären Sie mir ausgewichen!“ „Vorsicht Junge!“ Kaito hob nur eine Augenbraue: „Wollen Sie mir drohen?“ „Ich-“, doch er wurde von dem Klingeln seines Handys unterbrochen. Genervt hörte er sich an, was sein Gesprächspartner zu sagen. Er schaute auf die Uhr: „I’ll be there in five minutes.“ Dann schenkte er Kaito noch einen kalten Blick und war in der Menge verschwunden. Der Schüler zuckte nur mit den Schultern und wollte sich ebenfalls abwenden, als sein Blick auf einen schwarzen Gegenstand am Boden fiel. Er hob ihn auf. Sah aus wie eine Brieftasche. ‚Ich werde es bereuen’, dachte Kaito, trotzdem nahm er sie an sich. Er würde sie zurückgeben, egal wie viel Geld darin war. Erstens stahl er nur Juwelen und zweitens wäre dieser ‚Raubzug’ nicht angekündigt gewesen. Das bedeutete keine Show für ihn. Egal. Schwer seufzend, als trüge er die Last der Welt auf seinen Schultern, erhob er sich und machte sich endgültig auf den Heimweg. „Wo warst du denn so lange?“, begrüßte ihn Jodie, als er an den Tisch in dem kleinen Cafe trat. Shinichi Kudo und Heiji Hattori waren auch anwesend. Ihr Boss konnte nicht kommen, aber so wichtig war das Treffen auch nicht. „Wurde aufgehalten“, er setzte sich Kudo gegenüber, „also was war so wichtig?“ „Professor Agasa ist letztens im Internet auf Neuigkeiten gestoßen.“ Shuichi hob eine Augenbraue: „Die Schwarze Organisation wird ja wohl kaum eine Homepage besitzen.“ „Die Organisation vielleicht nicht, aber Chris Vinyard.“ Nun beugte sich Shuichi interessiert hervor: „Ich nehme an, dort wird etwas stehen, was für uns wichtig sein könnte.“ „Es gibt Gerüchte unter den Fans, dass sie wieder ins Filmgeschäft einsteigt und in Tokyo drehen wird.“ „Gerüchte?“, Shuichi bezweifelte, dass das wirklich so wichtig sein würde- „Nun, die Gerüchte wurden nicht bestätigt“, sagte Jodie, „aber es gibt wirklich ein Filmteam, das beim Beika-Tower um Dreherlaubnis gebeten hat.“ Shinichi runzelte die Stirn: „Beim Beika-Tower? Soll der nicht nächste Woche eingeweiht werden?“ Jodie nickte: „Allerdings. Und ich habe gehört, dass Mister Suzuki dort zu diesem Anlass eine große Ausstellung veranstalten will.“ „Was soll denn ausgestellt werden?“ „Eine Reihe Gemälde von jungen Künstlern. Die Feier soll in der neugebauten Galerie stattfinden.“ Heiji sah ihn ungläubig an: „Das klingt wenig nach der Eröffnungsfeier eines neuen Büroturms.“ „Nur die oberen Stockwerke sind Büros“, korrigierte ihn Shinichi, „es gibt ein paar Restaurants, eine Galerie und in den restlichen Räumen sollen Luxusgeschäfte entstehen.“ „Aha und das weißt du woher?“ „Du solltest mehr Zeitung lesen“, Shinichi verriet ihm nicht, dass seine Mutter ihm voller Vorfreude alles darüber erzählt hatte. „Es soll sogar ein Maskenball sein, die Eröffnungsfeier meine ich“, warf Jodie ein. Ihr schien ein solcher Gedanke zu gefallen. „Wird ja immer bizarrer“, grummelte Heiji und trank von seiner Cola. Shinichi schnaubte: „Es wird noch bizarrer. Die Gäste sollen sich venezianisch kleiden. Die Bilder der Galerie wurden auch zu diesem Thema gemalt und es wird einige Vitrinen mit alten, venezianischen Schmuck geben.“ „Ne echt, oder? Das schreit ja geradezu nach Kid.“ „Genau. Der taucht hundertpro bei der Feier auf.“ „Aber was sollte die Schwarze Organisation damit zu tun haben?“, fragte Shuichi, „Abgesehen davon, dass wir nicht sicher sein können, dass Chris Vinyard wirklich etwas mit diesem Fernsehteam zu tun hat.“ „Das Team will zwei Tage vor der Eröffnung drehen. Vielleicht will sie sich so dort ein wenig umsehen.“ „Wenn Kid dort wirklich auftaucht, dann können sie sicher sein, dass dort viel Polizei sein wird. Und sie werden erfahren, ob der dort auftaucht, weil er seine Raubzüge ankündigt. Also wieso sollten sie so dumm sein und auf der Feier irgendetwas machen, egal wie unauffällig es sein würde“, zweifelte Shuichi noch immer. „Vielleicht gerade deswegen“, nachdenklich legte Shinichi seine Stirn in Falten, „vielleicht wollen sie das Ganze nutzen, um anderswo unbehelligt sein zu können.“ „Warum dann die Dreharbeiten?“, fragte Jodie. „Vielleicht um dort etwas zu platzieren, was für Trubel sorgen könnte. Eine Explosion oder so.“ „Dann sollten wir die Umgebung im Auge behalten. Besonders während der Feier.“ „Ah, Cool-Kid.“ Shinichi hob eine Augenbraue: „Ja?“ „Könnt ihr beide nicht zu dieser Feier gehen? Dann könnt ihr uns Bescheid geben, wenn etwas ist.“ „Wenn Kid dort auftaucht, werden sie uns mit Freuden dort haben wollen“, meinte Heiji überzeugt. In diesem Moment klingelte sein Handy. Er hörte sich kurz an, was man von ihm wollte, dann wandte er sich an seinen Freund: „Kazuha. Inspektor Megure hat versucht dich zu erreichen, aber dein Handy is aus. Wir sollen sofort kommen.“ „Nun, dann sollten wir auch gehen“, sagte Shuichi und erhob sich. Er wollte seine Brieftasche hervorholen, um sein Getränk zu bezahlen, aber er griff ins leere. Stirnrunzelnd tastete er seine Taschen ab. „Was hast du, Shu?“, Jodie sah ihn fragend an. „Ich muss mein Portemonnaie verloren haben.“ „Macht nichts, ich zahl für dich“, lächelnd legte sie einen Geldschein auf den Tisch, „du kannst mich ja beim nächsten Mal einladen.“ Shuichi runzelte nur unwillig die Stirn und durchsuchte seine Taschen erneut, doch er konnte seine Brieftasche einfach nicht finden. „Wo hast du sie denn verloren?“, fragte Jodie, als die vier das Cafe verließen. Nachdenklich starrte Shuichi auf die Straße. Dann fiel ihm der Zusammenprall mit diesem einen Jugendlichen ein. „Ich habe schon eine Ahnung“, murmelte er, „ich frag mal im Fundbüro nach, ob dort etwas abgegeben wurde.“ Er verabschiedete sich kurz und zog dann seiner Wege. So ein Mist, dass er ausgerechnet seine Brieftasche verlieren musste. Da waren all seine Papiere inklusive des FBI-Dienstausweises drin. Er wollte seine Sachen so schnell wie möglich wieder haben. Es wäre unglaublich peinlich, wenn er einen neuen Ausweis beantragen müsste. Sein guter, schlechter Ruf unter seinen Kollegen wäre dahin. Shuichi seufzte. Was für ein mieser Tag! Kapitel 4: FBI -------------- @KaitoDC: Nun, ich hoffe, dass dir die nächsten Kapitel gefallen^^ Und ich hoffe, du hast Spaß beim Lesen. @kiss: Schön, dass es dir gefällt. In nächster Zeit werden die Kapitel auch wieder häufiger hochgeladen, aber der zurückliegende Urlaub hat mich am Schreiben gehindert^^° Ich hoffe, du kannst das verzeihen ;) @moonlight_dragon: Oh, mir gefällt es durchaus, wenn man mir sagt, dass einem das Geschriebene gefällt^^ Wem nicht? Ich mag die FBI-Agenten auch, deswegen tauchen sie ja auch auf :) Nervös spielte Kaito mit seinem Schlüsselanhänger in seiner Jackentasche. Ein kurzer Blick auf die Uhr versicherte ihm, dass noch fünf Minuten bis zum Treffen Zeit blieben. Die Aussichtsplattform des Tokyo Towers war mittelmäßig besucht. Er ließ seinen Blick nochmals über die Anwesenden gleiten. Mit ihm waren es insgesamt dreizehn Personen, die einen Überblick über die nächtliche Stadt hatten. Ein flaues Gefühl machte sich in Kaitos Magen breit. Ihm war schlecht. Vor einem Raubzug war er zwar immer aufgeregt, aber nie so nervös. Es war eher eine freudige Erregung, doch was er jetzt verspürte war richtiggehend Angst. Kaito sah erneut auf die Uhr. Es blieben nur noch drei Minuten. Um sich zu beruhigen atmete er tief durch und bemühte sich um sein Pokerface. Sie durften seine Angst nicht spüren, auch wenn er sich vorstellen konnte, dass sich diese Männer ihrer Ausstrahlung auch so bewusst waren. Besonders dieser Blonde mit den langen Haaren war ihm unheimlich. Er schluckte, als er sie entdeckte. Ganz in Schwarz gekleidet kamen sie auf ihn zu. Kaito schluckte, wich aber nicht zurück. „Dir scheint tatsächlich etwas an deiner Mutter zu liegen“, sagte der dicke Mann und grinste. Dafür erntete er einen missbilligenden Blick seines Partners, der ihn zusammenzucken ließ. Kaito folgerte, dass der Blonde das Sagen hatte und konzentrierte sich auf diesen. „Es ist gut, dass du gekommen bist“, sagte der Blonde. Kaito beobachtete, wie er eine Zigarette anzündete. „Ich hatte nicht wirklich die Wahl oder?“, es klang fast trotzig und er biss sich sofort auf die Zunge. Diese Männer sollte er nicht reizen. „Oh, man hat immer die Wahl.“ Kaito schwieg und ballte seine Hände in den Taschen. Dann zwang er sich dazu sie zu entkrampfen. Er musste schnell reagieren können, wenn er sich verteidigen musste. Nicht umsonst hatte er immer einen Teil seiner Ausrüstung dabei. „Ich würde dir raten, keinerlei Tricks zu versuchen. Könnte schmerzhaft werden“, der Dicke holte eine Schusswaffe hervor und hielt sie so bedeckt, dass ihr Lauf auf Kaito zielte, ohne von den anderen Anwesenden entdeckt zu werden. „Kommen wir zum Geschäft“, der Blonde nahm die abgebrannte Kippe in die Hand und schnipste sie über das Geländer, „Kaitou Kid kommt überall rein. Nicht wahr?“ Die Frage klang spöttisch, aber Kaito behielt seine Maske bei. Er durfte sich nicht provozieren lassen. „Was wollen Sie?“, startete er die Gegenoffensive. „Es ist nur ein kleiner Raubzug, nichts weiter. Ein Diebstahl, der dir und deiner Mutter die Sicherheit erkauft.“ Verwirrt runzelte er die Stirn: „Was will jemand wie Sie mit Juwelen?“ „Wir verlangen etwas wichtigeres als jämmerliche Klunker“, der Mann griff in seine Manteltasche und holte dann einen kleinen Zettel hervor, „dort wirst du uns etwas beschaffen.“ Kaito sah auf den Zettel. Es war eine Adresse. Er kannte das Viertel. Dort lag das Polizeihauptquartier Tokyos. Kaito schnappte nach Luft, als er die erste Zeile las. Diese Adresse führte zum japanischen Stützpunkt des Federal Bureau of Investigations! „Das FBI?“, keuchte er. „Du erfährst bald näheres“, die Männer drehten sich um und gingen. Nachdem sich die Fahrstuhltüren hinter den beiden geschlossen hatten, sank Kaito zu Boden. Die Anspannung fiel von ihm ab. Gott, diese Männer waren schrecklich. Ihre Nähe ließ ihn richtig frösteln und dieser Blonde hatte einen Blick drauf. Selbst der Teufel konnte nicht so schlimm sein. Kaito lehnte sich mit dem Rücken an das Geländer und starrte nach oben. Es war noch vollständig dunkel und der Himmel war wolkenverhangen. Er saß einfach nur da und starrte in den Abendhimmel, zwang sich, den Kopf freizuhaben, an nichts zu denken. Nach einer Weile richtete er sich wieder auf und holte den Zettel hervor. Das FBI... Was wollten diese Männer vom FBI? Wenn sie mit der amerikanischen Polizei im Clinch lagen, dann war da auf jeden Fall etwas faul. Kein Wunder, dass sein Vater sich damals geweigert hatte, mit diesen Männern zusammenzuarbeiten. Aber es war zu spät für ihn auszusteigen. Er konnte das Leben seiner Mutter nicht riskieren. Kaito sah noch einmal über die Stadt und verließ dann den Tokyo Tower. Nach einer unruhigen Nacht schleppte sich Kaito am nächsten Morgen zur Schule. Seine Träume waren voll von schwarzen Gestalten gewesen. Sie hatten ihn gejagt, über die Dächer der Stadt und dann waren plötzlich Blaulichter aufgetaucht. Dann war alles miteinander verschwommen und er war aufgewacht von dem ohrenbetäubenden Weckerklingeln. Also saß er jetzt in der Schule und ließ den Unterricht an sich vorbeifliegen. Er konnte sich nicht richtig konzentrieren, denn ihm schwirrten die Gedanken. Wie sollte er beim FBI einbrechen? Das war doch Irrsinn, da konnte er sich auch gleich freiwillig stellen! Der Lehrer achtete gar nicht darauf, ob seine Schüler aufpassten, also fiel Kaitos geistige Abwesenheit nicht weiter auf. Normalerweise würde er jetzt irgendeinen Streich spielen, aber er hatte keine Lust. Aoko war nicht da, um ihn zu jagen und dieser Gedanke machte ihn traurig. Sie war wegen ihm gestorben. Genau wie Jii. Und deswegen nahm er sich vor, würde er seine Mutter um jeden Preis beschützen! Kaito versuchte seine ganze Aufmerksamkeit nach vorn zu lenken, nur um zu bemerken, dass ihn das Thema langweilte. Also griff er in seine Schultasche. Dort hatte er immer ein Buch parat, falls Langeweile eintreten sollte oder er sich von trüben Gedanken ablenken wollte wie jetzt. Kaito stutzte, als er etwas griff, was dort eindeutig nicht hingehörte. Er beugte sich zu seiner Tasche hinunter und sah nach. Eine Brieftasche, die definitiv nicht ihm gehörte. Dann fiel es ihm ein. Das war das Portemonnaie von diesem Typen mit dem Giftblick. Kaito legte das Objekt vor sich auf den Tisch und untersuchte es. Irgendwo musste da drin doch ein Hinweis auf die Identität des Mannes sein. Und den gab es. Wenige Augenblicke später starrte Kaito auf einen Dienstausweis des FBIs. „Das ist nicht wahr“, hauchte er entsetzt und schreckte auf, als er eine Stimme hörte: „Kuroba, hast du etwas zum Unterricht beizutragen?“ „Nein!“, antwortete der schnell und schaffte den Ausweis aus dem Blickfeld des Lehrers. Der sah ihn nur mit einer hochgezogenen Augenbraue an und setzte dann seinen Monolog fort. Kaito starrte auf das Passbild. Er musste die Brieftasche zurückbringen und bei der Gelegenheit konnte er einen Blick auf das FBI-Gebäude werfen. Hauptsache er begegnete diesem komischen Typen der nicht. Der war so arrogant, mit dem konnte sich selbst Hakuba nicht messen. Kaito steckte die Brieftasche wieder zurück in seine Tasche und machte sich nach Schulschluss direkt auf dem Weg zum FBI-Gebäude. Es stand nur eine Viertelstunde Fußweg vom Polizeihauptquartier entfernt. Kaito zögerte, bevor er das graue Haus betrat. Er wusste nicht, ob man als einfacher Bürger hier einfach reinkonnte ohne gleich beleuchtet zu werden. „Kann ich dir helfen?“, die Stimme hatte einen starken Akzent. Verwundert drehte sich Kaito sich um und erblickte eine blonde Frau mit hellen blauen Augen. „Ähm... ich muss etwas abgeben“, brachte er hervor. „Na, dann komm mit“, sie lächelte ihn freundlich an und zog ihn dann gleich hinter sich her. Kaito konnte sie nur anstarren. Diese Frau hatte eine sehr offene Art. Im Eingangsbereich führte sie ihn zu einem Tresen, an dem zwei Männer Bildschirme überwachten. Einer von ihnen sah auf und grüßte die Frau: „Guten Tag, Miss Saintemillion.“ Die Frau nickte und sah dann zu Kaito: „Was musst du denn abgeben?“ Er holte schnell die Brieftasche hervor: „Die hab ich gefunden.“ Die Blonde sah ihn überrascht an, dann sah sie erfreut zu den Männern: „Ruft Akai an und sagt ihm, er soll herkommen.“ Die Männer nickten und tätigten den nötigen Anruf. Die Frau hingegen drehte sich wieder zu ihm: „Er wird sich freuen, dass du seine Brieftasche gefunden hast.“ Wenige Augenblicke später kam der schwarzhaarige Mann in das Foyer: „Du wolltest mich sprechen, Jodie?“ Er klang als wäre er bei etwas gestört worden und sah ziemlich sauer aus. Aber Kaito fand, dass der Typ wohl immer so aussah. „Der Junge hat dein Portemonnaie und deinen Ausweis gefunden.“ Akais Blick wanderte zu ihm: „Du?“ Kaito starrte herausfordernd zurück: „Ja, ich. Hier“, er warf ihm die Brieftasche zu. Akai sah sie kurz an und sah dann nach. „Ich habe nichts gestohlen“, meinte Kaito ein wenig gekränkt. „Das kann ich mir bei so einem lieben Jungen auch nicht vorstellen“, sagte Jodie, legte einen Arm um ihn und sah dann zu ihrem Kollegen: „Wie wäre es, wenn du dich bei dem Jungen bedankst?“ Akai seufzte: „Danke für’s bringen.“ „Brich dir nichts ab“, murrte Kaito und erntete ein Lachen von der Blonden. „Du gefällst mir“, sie wuschelte ihm durch die Haare. Schnell löste sich Kaito von ihr und versuchte seine Frisur zu richten. „Ich geh dann“, sagte er und wollte wirklich gehen, stieß aber, als er sich umdrehte, gegen einen festen Körper. „Au!“, sagten sie gleichzeitig und sahen sich an. Sein Gegenüber starrte ihn verwundert an: „Dich kenn ich doch.“ Kaito starrte in ein gebräuntes Gesicht. Vor ihm stand Heiji Hattori. Kapitel 5: Hausbesuch --------------------- @Yurii-chan: Tja, Kaito trifft nicht nur auf Heiji, es kommt noch viel schlimmer^^ Ich hoffe, es gefällt dir auch weiterhin. @moonlight_dragon: Es hat ein bisschen gedauert mit dem neuen Kapitel^^° Aber ich werde mich bemühen, schnell weiterzuschreiben. Die Ideen sind schon auf dem Stichpunktzettel... @kiss: Ich habe so schnell hochgeladen wie es ging, auch wenn es in diesem Fall sehr langsam war. Aber ich bemühe mich, das Tempo anzuziehen. @KaitoDC: Tja, in diesem Fall muss Kaitou Kid Wunder wohl möglich machen. Vielleicht überschätzen sie ihn ja auch... wer weiß, was in diesen kranken Köpfen vor sich geht^^ Ähm, vielleicht ist es nicht so rüber gekommen, aber auf dem Zettel stand, dass es das FBI-Gebäude ist. So in der Art: FBI-Außenzentrale etc. Hab ich vielleicht ein bisschen blöd beschrieben. Gab es wirklich jemanden dort oben, der ihn nicht leiden konnte? Kaito erhob sich und klopfte sich den Staub von den Hosen. Dann sah er wieder zu Heiji und erstarrte. Das war ein Fluch, definitiv, denn neben Heiji stand Shinichi Kudo, der seinen Freund gerade aufzog. „Hey, Alter, alles in Ordnung?“. Wandte sich Heiji ihm zu. Kaito nickte: „Mach beim nächsten Mal einfach die Augen auf.“ Heiji hob eine Braue: „Wie wär’s, wenn du beim nächsten Mal aufpasst?“ „Ich habe mich gerade umgedreht. Ich konnte dich gar nicht sehen, aber du bist uns entgegengekommen. Kannst du mir dann sagen wie ich dich hätte sehen sollen?“ Verlegen lachte Heiji: „Hast recht, sorry.“ Jodie sah Kaito verwundert an: „So ein scharfer Verstand. Sag bloß du bist auch ein Detektiv.“ „Ich? Garantiert nicht“, wehrte Kaito ab, „mit Detektiven kann ich nicht viel anfangen.“ „Ach, warum nicht?“, fragte Heiji. Kaito hob nur eine Augenbraue: „Ihr seid mir zu logisch. Alles müsst ihr erklären, dabei habt ihr keinen Funken Kreativität.“ „Na, aber um die Fälle zu lösen, braucht man doch eine gewisse Kreativität oder nicht?“, fragte Jodie vermittelnd, doch Kaito schüttelte entschieden den Kopf: „Die Kreativität beweist ja der Täter. Die Detektive lesen nur in den Hinweisen.“ „Du scheinst uns wirklich nicht sonderlich zu mögen“, sagte Heiji und klang dabei ein wenig verletzt. Der Braunhaarige zuckte mit den Schultern: „Wenn dir jeden Tag ein Detektiv im Nacken sitzt, würdest du auch anders darüber denken.“ „Ach, kennst du einen?“ „Saguru Hakuba klebt an mir wie die Motte am Licht“, seufzte Kaito und zu seiner Verwunderung verdunkelte sich Heijis Gesicht bei der Erwähnung des Namens. „Ich kann den Kerl auch nicht ausstehen.“ Jodie sah die beiden verwundert an: „Wer ist denn dieser Hakuba?“ „Ein Oberschuldetektiv, der in meine Klasse geht.“ „Bei euch in Japan scheint es von Schuldetektiven nur zu wimmeln“, meinte Akai und Kaito sah ihn stirnrunzelnd an: „Sie leben nicht in Japan.“ „Ich wüsste nicht, dass dich das etwas angeht.“ „Es war nur eine Frage“, Kaito wandte sich ab, „kein Grund, so gereizt zu reagieren. Ich wollte sowieso gehen.“ Er trat an Shinichi vorbei, doch ein lautes „Stop!“ ließ ihn sofort halten. Fragend sah er zu Jodie: „Was ist denn?“ Diese musterte die beiden Jungen und auch Heiji, der ihre Blicke bemerkt hatte, betrachtete sie nachdenklich. Kaito ahnte schon, was gleich kam. „Seid ihr beiden verwandt, Kudo?“, fragte Heiji und starrte sie intensiv an. „Nicht, dass ich wüsste.“ „Wie heißt du eigentlich?“, Jodie sah zu Kaito. „Kaito Kuroba.“ „Der Name kommt mir bekannt vor“, murmelte sie und rieb sich nachdenklich das Kinn. Akais Augen blitzten auf und er sah Kaito durchdringend an: „Bist du zufällig verwandt mit Toichi Kuroba?“ „Er war mein Vater.“ „Was?“, rief Jodie aufgeregt und sah bedachte den Teenager mit bewundernden Blicken, „Der Toichi Kuroba war dein Vater? Hast du auch was von ihm gelernt?“ Verlegen kratzte sich Kaito am Kopf: „Nur eine Kleinigkeit.“ Eine kleine Rauchwolke entstand und mit einem Knall erschien ein großer Blumenstrauß in seiner Hand: „Ich hoffe, der gefällt Ihnen.“ „Oh, das ist wundervoll!“, Jodie betrachtete die Blumen und roch daran, dann sah sie ihn an, „Wie hast du das gemacht?“ Lächelnd hob Kaito den Zeigefinger: „Ein Magier verrät seine Tricks nicht.“ „Nur einen kleinen Tipp?“, bettelte sie, doch Kaito schüttelte den Kopf: „Nein. Kein Magier wird Ihnen jemals seine Magie verraten.“ Shinichi lachte: „Vermutlich hat er den Blumenstrauß aus der Vase neben dem Tresen.“ „Du meinst den dort?“, fragte Kaito und deutete hinter seinen Rücken. Dort stand ein beiges Gefäß mit einem Sonnenblumenstrauß. Verwirrt sah Shinichi ihn an: „Wie hast du das gemacht?“ „Du bist der Detektiv, finde es heraus!“, dann drehte er sich um, „Ich gehe dann.“ Nachdem Kaito durch die Glastüren verschwunden war, legte sich eine kurze Stille über die Anwesenden, die von Heiji gebrochen wurde: „Komischer Kerl, aber irgendwie witzig.“ „Seltsamer Zufall“, murmelte Akai und die drei sahen ihn fragend an. „Was meinst du?“ „Hast du nicht gehört, wer sein Vater war?“, Akai wandte sich um und ging zu den Fahrstühlen. Die anderen folgten ihm. „Doch“, meinte Jodie und betrachtete den Blumenstrauß, „Toichi Kuroba. Er soll einer der besten Magier der Welt gewesen, bevor er gestorben ist.“ „Eben“, antwortete der Schwarzhaarige, „das ist doch seltsam oder nicht.“ „Ich verstehe nicht ganz“, die Verwirrung war ihr immer noch anzusehen, doch Shinichi klärte sie auf: „Chris Vinyard hatte bei ihm Unterricht. Das hat mir meine Mutter erzählt. Die beiden wollten sich auf ihre Rollen vorbereiten und hatten Kuroba um Hilfe gebeten, weil der ein Meister der Verkleidung war.“ „Oh!“, Jodies Gesicht hellte sich auf. „Aber sein Sohn wird ja wohl kaum mit ihr unter einer Decke stecken oder?“, fragte Heiji zweifelnd, „Ich meine, mehr ist da ja nicht. Sie hat Kuroba mal gekannt.“ „Genau“, antwortete Shinichi, „sie kannte jemanden, der problemlos in jeder erdenkliche Rolle schlüpfen konnte. Angeblich war er auch ein guter Stimmenimitator.“ Der Groschen fiel und trotzdem sah Heiji noch wenig überzeugt aus: „Gut, wir wissen, woher Wermut ihre Fertigkeiten herhat, aber das hilft uns nicht wirklich weiter.“ „Vielleicht doch“, sagte Akai, „vielleicht hat Kuroba ja Unterlagen über seine Schüler. Es wäre auf jeden Fall Wert das rauszufinden. Und wir müssen in Erfahrung bringen, inwiefern seine Familie davon wusste. Wenn die Organisation plötzlich beschließt, dass es keine Spuren mehr geben darf, dann sind seine Witwe und der Junge in Gefahr.“ „Vielleicht sollten wir mal mit ihnen sprechen“, schlug Jodie vor, „am besten so schnell wie möglich.“ „Am besten gleich“, murrte Akai und schloss sein Büro auf, dann schnappte er sich seine Jacke und die Autoschlüssel, „wenn der Junge nicht da ist. Zeugen reden mehr, wenn sie allein sind.“ Die Jungen stimmten zu, doch Jodie schalt ihn: „Dann vergiss aber nicht, dass es wirklich Zeugen sind. Du gehst da immer gleich ran als wären es mögliche Verdächtige.“ Akai rollte mit den Augen und sah sie dann mit gehobener Braue an: „Willst du nicht die Blumen in eine Vase stellen.“ „Oh, ja. Du hast Recht. Geht schon mal vor“, die Blonde lief zu ihrem eigenen Büro und die Männer machten sich auf den Weg. „Kennt deine Mutter die Adresse von Kuroba noch?“, fragte Heiji, doch Shinichi war ihm zuvor gekommen und hatte schon durchgeklingelt. Während die drei ins Auto stiegen, bemerkten sie nicht, dass Kaito in der Baumkrone auf dem Parkplatz saß und den Kopfhörer aus dem Ohr nahm. Es war doch gut gewesen, eine Wanze in dem Strauß zu verstecken. Als die Blonde Frau auch eingestiegen und der Wagen weggefahren war, sprang er auf den Boden. Er konnte sowieso nicht verhindern, dass diese Typen vor ihm bei seiner Mutter ankamen, aber er würde sich sofort auf den Weg machen. Kaito wusste nicht, was Chris Vinyard mit diesen Typen zu tun hatte, schließlich war diese schon tot und er hatte auch keine Ahnung, von welcher Organisation dieser Akai gesprochen hatte, aber er hatte das Gefühl, dass Ärger auf ihn zukam und Kaito wollte soweit es möglich war Schadensbegrenzung begehen. Es dauerte nicht lang, da standen zwei Erwachsene und zwei Jugendliche vor einem hübschen Familienhaus. Der Garten war herrlich gestaltet und weiße Tauben tummelten sich in einem Vogelbad. „So wohnt also ein Zauberer“, sagte Jodie und betrat das Grundstück. Sie trat zur Haustür, die anderen hinter sich und klingelte. Kurze Zeit später öffnete sich die Tür und eine schwarzhaarige Frau sah sie fragend an: „Sie wünschen?“ „Sie sind doch die Frau von Toichi Kuroba oder?“, fragte Jodie und die Frau sah sie misstrauisch an: „Ja, woher kennen Sie unsere Adresse?“ „Meine Mutter hat sie mir gegeben“, sagte Shinichi, „Yukiko Kudo.“ Das Gesicht der Frau hellte sich auf: „Dann bist du der kleine Shinichi? Sie hat viel von dir erzählt. Kommen Sie rein.“ Sie ließ die vier eintreten und führte sie in ein freundliches Wohnzimmer. Schnell sah sie sich um, aber Kaito hatte keine Spuren hinterlassen, die auf Kid schließen lassen konnten. Meist arbeitete er ja sowieso in Toichis altem Zimmer. „Setzen Sie sich. Ich hole Ihnen etwas zu trinken.“ Keiner der vier setzte sich. Sie betrachteten lieber die Fotos auf einer Kommode. Ein großes Bild mit schwarzem Rahmen stand in der Mitte. Ein junger Mann mit Schnurrbart lächelte in die Kamera. Toichi Kuroba. Rund herum gab es einige Familienfotos, aber auf vielen waren Toichi und ein junger Kaito zu sehen. Mal auf der Bühne, dann mit Tauben oder beim Üben verschiedener Zaubertricks. Ab und zu konnte man auch einen alten Mann erkennen. Er hielt sich immer im Hintergrund, war aber auch auf einem Gruppenfoto zu sehen. Shinichi nahm an, dass es eine Aufnahme kurz vor Kurobas Tod sein musste. Der Magier stand in der Mitte im weißen Anzug, die Hände auf den Schultern seines lachenden Sohnes. Neben Kaito stand ein Mädchen in einem hübschen Kleid und winkte. Zu Kurobas Rechten stand seine Frau und auf der linken Seite war wieder der alte Mann. Jodie hatte diese Aufnahme in die Hand genommen und die Männer sahen über ihre Schulter. Ein Klappern riss sie aus ihren Betrachtungen. „Entschuldigen Sie“, meinte Jodie verlegen und setzte sich, „wir waren so fasziniert von den Fotos. Sie haben wirklich viele aufgestellt.“ Frau Kuroba lächelte nur leicht: „Die Fotos sind dazu da, angesehen zu werden. Es ist nur schade, dass sie immer mehr zur Erinnerung an die Verstorbenen werden.“ Sie klang traurig und Jodie sah sie mitfühlend an: „Wie meinen Sie das?“ Frau Kuroba stand auf und drückte Jodie das Bild in die Hand, das die vier zuvor betrachtet hatten. „Das ist die letzte Aufnahme von Toichi vor seinem Tod. Das war vor der letzten Vorstellung. Neben ihm der Mann war sein Assistent Jii. Er ist bei dem Banküberfall letztens gestorben.“ Heiji erinnerte sich. Das war an dem Tag gewesen, als er und Kazuha in Tokyo angekommen waren. Jetzt fiel ihm auch wieder ein, dass er Hakuba und Kaito Kuroba am Tatort gesehen hatte. „Ginzo Nakamori hat die Aufnahme gemacht. Er ist Inspektor. Seine Tochter steht dort neben Kaito.“ „Nakamori?“, Shinichi horchte auf, „Nakamori vom Kid-Einsatzkommando?“ Frau Kuroba nickte und Shinichi sah sie betreten an: „Seine Tochter ist doch bei einem Kid-Raubzug gestorben oder?“ „Ja, eine traurige Sache. Es hat Kaito schwer getroffen. Die beiden waren Sandkastenfreunde und eine Woche wurde Jii dann erschossen.“ Eine Träne lief ihr über die Wange und Jodie legte eine Hand auf ihren Arm. Shinichi schluckte. Er konnte sich nicht vorstellen, was er machen würde, wenn Ran und der Professor sterben würden. Die Gefahr war zwar immer präsent durch die Schwarze Organisation, aber... Plötzlich öffnete sich die Haustür und Tauben flatterten in das Wohnzimmer. „Ich bin wieder da!“ Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)